Depot-Vergleich

Diese Banken verwahren günstig Ihre Wertpapiere

Sara Zinnecker Stand: 19. Mai 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Zum Sparen mit Aktien oder günstigen Indexfonds (ETFs) benötigen Sie ein Wertpapierdepot.
  • Die besten Depots gibt es im Internet: bei Direktbanken und Online-Brokern. Bei der Bank vor Ort wird es dagegen oft teuer.
  • Ein gutes Depot bietet außerdem günstige und passende Sparpläne.
So gehen Sie vor
  • Wollen Sie bei einer Bank mit Filiale bleiben, fragen Sie zumindest nach dem Online-Depot. So sparen Sie Gebühren.
  • Günstiger sind Sie bei den großen Direktbanken – DKB, Comdirect oder Consorsbank. Dort bekommen Sie günstige Kombilösungen für Konto, Kreditkarte und Depot.
  • Wer nur ein Depot braucht, zahlt bei Smartbroker und der Onvista Bank noch weniger.
  • Das günstigste Depot bietet Trade Republic als App. Das Angebot an ETFs ist aber eingeschränkt.

Ein Wertpapierdepot ist nichts anderes als ein Konto, in dem ihre Wertpapiere aufgeführt sind. Jede Geschäftsbank bietet Wertpapierdepots an. Bei Kosten und Service gibt es jedoch große Unterschiede. Der erste wichtige Schritt zu einer gelungenen Geldanlage ist daher ein günstiges Wertpapierdepot.

Welches Depot passt zu Ihnen?

Um das richtige Depot zu finden, überlegen Sie am besten vorab, was Ihnen persönlich wichtig ist. Wollen Sie alles auf einen Blick haben?  Wollen Sie möglichst wenig zahlen?

Online-Bank versus Online-Broker

Wenn Sie Girokonto, Kreditkarte und Depot unter einem Dach haben wollen, eignet sich ein Depot bei einer Direktbank. Haben Sie ohenhin schon ein Konto bei einer Direktbank, lässt sich das Depot dazu meist recht schnell freischalten. Das ist praktisch. Das Depot bei der Direktbank kostet aber etwas mehr als die Speziallösung über einen Online-Broker. Bei den von uns empfohlenen Direktbanken ist die Depotführung kostenlos, und die Ordergebühren sind in Ordnung.

Die mit Abstand günstigsten Preise für den Kauf und Verkauf von Aktien und Fonds bekommen Sie allerdings nicht bei einer Direktbank, sondern, wenn Sie Ihr Depot bei einem auf Wertpapierhandel spezialisierten Anbieter eröffnen – einem sogenannten Online-Broker. Dort zahlen Sie immer den gleichen (niedrigen) Betrag, egal, wie viel Geld Sie anlegen. Allerdings können Sie in einem solchen Depot wirklich nur Ihre Wertpapiere verwahren – andere Bankgeschäfte sind nicht möglich.

Online-Depot günstiger als Depot in der Filiale

Nicht jeder Verbraucher möchte zu einer reinen Online-Bank wechseln. Falls Sie Ihre Bankgeschäfte lieber in der Filiale regeln und Ihr Konto bei der ortsansässigen Sparkasse, Volksbank oder einer der großen Geschäftsbanken erstmal behalten wollen, sollten Sie dennoch nicht unter den oft sehr hohen Depotgebühren leiden.

Fragen Sie daher bei Ihrem Bankberater oder am Schalter nach dem günstigsten Depot-Modell. Fast immer bringt der Wechsel zum Online-Banking eine Ersparnis bei den Depotgebühren und den Orderkosten. Jahr für Jahr.

Wie viel ein Filialkunde beim Depot einsparen kann, sehen Sie in der Tabelle. Wir haben verglichen, was es kostet, bei einem günstigen Wertpapierhändler für 5.000 Euro Wertpapiere zu kaufen oder – beispielhaft – bei der Stadtsparkasse München.

Kosten Wertpapierdepot bei Filialbank und Online-Bank

 Kosten Stadtsparkasse MünchenKosten Online-Broker
Ankauf Wertpapier 5.000 €50 € plus Spesen4 €
Verwahrung Wertpapiere36 € pro Jahr1entfällt
Kosten bei 10 Jahren Haltedauer410 €4 €

1 Entfällt nur, wenn Anleger pro Quartal mindestens einmal Aktien oder Fonds kauft oder verkauft. 
Quelle: Stadtsparkasse München, Smartbroker (Stand: 10. Februar 2020)

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Woran erkennen Sie ein gutes Depot?

Ein verbraucherfreundliches Depot sollte möglichst günstig sein. Das heißt, die Bank sollte grundsätzlich auf Gebühren für die Depotführung verzichten. Außerdem sollten Sie nur moderate Gebühren dafür zahlen, wenn Sie eine größere Summe auf einmal in Fonds oder kostengünstige Aktien-Indexfonds (ETFs) anlegen. Das ist wichtig, weil Sie als Anleger jeden zusätzlichen Prozentpunkt Gebühren erst wieder mühsam mit der Wertpapieranlage verdienen müssen.

Doch nicht jeder hat direkt eine größere Summe auf der hohen Kante. Sie sollten daher auch die Möglichkeit haben, in kleinen, monatlichen Raten in ETFs anzusparen. Diese Leistung sollte Sie mit Blick auf die Gebühren nicht überdurchschnittlich belasten.

Außerdem sollte sich die Benutzeroberfläche des Depots an Privatanleger richten. Sie sollte leicht zugänglich sein, so dass Sparer gut zurechtkommen, die hin und wieder Fonds kaufen oder verkaufen oder regelmäßig Raten in den Sparplan stecken wollen. Zahlreiche Online-Trading-Plattformen, die Sparer zum Spekulieren aufrufen, haben wir nicht weiter betrachtet.

Selbst kaufen und verkaufen leichtgemacht

Mit etwas Vorwissen ist es recht leicht, die Benutzeroberfläche eines Online-Depots selbstständig zu bedienen, also zum Beispiel einfache Kauf- und Verkaufsanträge für ETF-Anteile zu stellen oder einen Sparplan einzurichten.

Wie Sie vorgehen können, um ETFs zu kaufen und zu verkaufen, beschreiben wir im Detail im Ratgeber Aktien kaufen. Dort haben wir auch für einige Direktbanken kurze Videos hochgeladen, in denen wir Schritt für Schritt zeigen, wie der ETF-Kauf funktioniert. Worauf Sie sonst noch achten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Geldanlage.

Achten Sie darauf, Wertpapiere und ETFs stets nur zu Öffnungszeiten der Referenzbörse Xetra zu kaufen und zu verkaufen, also wochentags zwischen 9 bis 17.30 Uhr. In dieser Zeit sind andere Handelsplätze an die Referenzkurse gebunden, dürfen also keine schlechteren Preise anbieten.

Welche Depots empfiehlt Finanztip?

Im Februar 2020 haben wir uns elf Wertpapierdepots genauer angeschaut, von denen wir sechs empfehlen können. Wie wir die empfohlenen Anbieter ausgewählt haben, lesen Sie unter So haben wir analysiert.

Das beste Kombinationsangebot: Depot, Girokonto und Kreditkarte

Wenn Sie Ihre Bankgeschäfte am liebsten unter einem Dach erledigen, sind Sie mit Blick aufs Depot bei einer von drei geläufigen Direktbanken richtig: DKB, Comdirect und  Consorsbank.

Die DKB hat eine sehr übersichtliche Kostenstruktur. Falls Sie bis zu 10.000 Euro auf einmal anlegen, zahlen Sie pauschal 10 Euro an Gebühren. Wenn Sie mehr als 10.000 Euro anlegen, fallen pauschal 25 Euro an. Falls Sie monatlich in Raten ansparen, zahlen Sie regulär 1,50 Euro, unabhängig von der Höhe der Sparplanrate. Wenn Sie höhere Sparraten wählen, profitieren Sie dann von vergleichsweise geringen Kosten.

Bei den übrigen Banken – Comdirect und Consorsbank – hängt die Ordergebühr von der Höhe der angelegten Summe ab. Alle Banken verlangen einen Grundbetrag von knapp 5 Euro. Die Kosten sind aber bei 59,90 Euro (Comdirect) und 69 Euro (Consorsbank) gedeckelt.

Für 100 Euro monatliche Sparrate beim ETF-Sparplan bezahlen Sie bei DKB, Comdirect und Consorsbank regulär 1,50 Euro. Die Consorsbank bietet auch eine Reihe von ETFs kostenlos im Sparplan an. Sie legt zudem Dividenden von ausschüttenden Fonds im Sparplan wieder an. Bei der Comdirect ist dies nur im Rahmen von befristeten Aktionen möglich, die DKB verlangt auf einige ETFs bis Ende 2020 0,49 Euro pro Ausführung.

DKB
Online-Depot DKB-Broker
  • 10 Euro reguläre Gebühren für Orders bis 10.000 Euro, darüber 25 Euro
  • Sparplan 1,50 Euro, unabhängig von der Sparrate
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
Comdirect Depot
Online-Depot der Comdirect
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, mehr als 100 kostenlose Sparpläne
  • Depot kostenlos mit kostenlosem Girokonto oder Wertpapier-Sparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren.
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
Nur beim Anbieter abschließbar
Consorsbank Depot
Online-Depot der Consorsbank
  • reguläre Gebühren von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,95 Euro, maximal 69 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, viele kostenlose Sparpläne
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Alle Direktbanken haben regelmäßig Aktionen im Programm, um Neukunden zu gewinnen. Die meisten Aktionen sind jedoch befristet. In unserem Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über gute Angebote.

Eine Tabelle mit allen betrachteten Banken und deren Konditionen finden Sie im Abschnitt „So haben wir analysiert“.


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ING-Kunden können unter Umständen bleiben

Bis Januar 2020 gehörte auch die Direktbank ING zu unseren Depot-Empfehlungen. Wir mussten die Empfehlung jedoch aufheben, nachdem die Bank angekündigt hat, ab 1. Mai 2020 Gebühren fürs Girokonto einzuführen. Die Gebühren entfallen, wenn Sie das ING Girokonto als Gehaltskonto nutzen und monatlich mindestens 700 Euro eingehen.

Ist dieser Geldeingang bei Ihnen sichergestellt, können Sie überlegen, auch das Depot bei der ING zu lassen. Ansonsten lohnt vielleicht ein Wechsel zur DKB, Comdirect oder Consorsbank.

Wo kaufen Sie ETFs am günstigsten?

Deutlich günstigster können Sie ETFs kaufen, wenn Sie Ihr Depot nicht bei einer Bank führen, sondern bei einem auf den Wertpapierhandel spezialisierten Anbieter (Broker). Egal, wie viel Geld Sie anlegen möchten, Sie zahlen einen festgelegten Preis.

Finanztip empfiehlt neu den Depotanbieter Smartbroker. Für vier Euro können Sie dort im einfachen Direkthandel ETFs kaufen und verkaufen. Sparpläne sind ab 25 Euro möglich und kosten bis zu Raten von 400 Euro 0,80 Euro pro Ausführung. Seit Mitte Mai 2020 können Sie ETFs über den Handelsplatz Lang&Schwarz auch für bereits einen Euro kaufen und verkaufen. Sie müssen dann mindestens 500 Euro investieren.

Etwas teurer ist die alte und neue Empfehlung Onvista Bank. Dort kosten ETF-Käufe und Verkäufe sieben Euro inklusive aller Gebühren. Sparpläne sind ab 50 Euro möglich und kosten pro Ausführung dauerhaft einen Euro.

Während Smartbroker ein neuer Anbieter am Markt ist – dahinter steht das Finanzportal Wallstreet Online – ist die Onvista Bank eine etablierte Finanztip-Empfehlung. Bei beiden können Sie zahlreiche ETF-Marken an vielen verschiedenen Handelsplätzen kaufen und verkaufen.

Smartbroker
Online-Wertpapierdepot
  • niedrige Gebühren: Orders ab 0 bzw. 1 Euro (nur Gettex/ L&S), sonst ab 4€, Anlagesumme mind. 500 Euro
  • 0,80 Euro Gebühr für Sparplanraten bis 400 Euro
  • knapp 300 Sparpläne befristet kostenlos
  • Konto und Wertpapierverwahrung liegen bei der DAB BNP Paribas
Onvista Bank
Online-Wertpapierdepot
  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 7 Euro
  • 1 Euro Fixgebühr für Sparplanraten
  • mehr als 150 Sparpläne
  • Konto und Wertpapierverwahrung liegen bei der Onvista Bank

Niedrigpreise, aber eingeschränkte Möglichkeiten: Trade Republic

Wer auf der Suche nach extrem günstigen Konditionen ist, kann sich Trade Republic genauer anschauen. Bei dem jungen Berliner Unternehmen kosten Kauf und Verkauf von ETFs unabhängig vom angelegten Betrag pauschal einen Euro, Sparpläne sind ab 25 Euro möglich und dauerhaft kostenlos. Dieses Angebot ist zum Testzeitpunkt (Februar 2020) in der Form konkurrenzlos.

Dafür gibt es ein paar Einschränkungen beim Depot, die interessierte Nutzer kennen sollten: Denn im Februar 2020 lassen sich von den Finanztip-Empfehlungen nur ETFs der Marke iShares kaufen und verkaufen oder aufs Depot übertragen. Die Geschäfte wickeln Nutzer ausschließlich über eine App ab, die zu einzelnen ETFs vergleichsweise wenig Information liefert.

Trade Republic
Wertpapierdepot als App
  • extrem niedrige Gebühren: Kauf und Verkauf von ETFs für 1 Euro.
  • derzeit kostenlose ETF-Sparpläne
  • derzeit ETFs der Markte iShares handelbar
  • Depot bei Trade Republic, Verrechnungskonto bei der Solaris Bank, Verwahrung der ETF-Anteile bei der HSBC

Eine Tabelle mit allen betrachteten Brokern und deren Konditionen finden Sie im Abschnitt „So haben wir analysiert“.

Flatex-Kunden sollten wechseln

Die langjährige Broker-Empfehlung Flatex können wir ab Januar 2020 nicht länger aussprechen, da dort ab 1. März 2020 eine Depotführungsgebühr von 0,1 Prozent auf das Depotvolumen anfällt. Diese Dauergebühr ist gerade für langfristig ausgerichtete Anleger ungünstig.

Wir raten Flatex-Kunden zu den Depotempfehlungen, die einen ähnlichen Service bieten, also Smartbroker oder die Onvista Bank. Ein Wechsel zu Trade Republic könnte eine Möglichkeit für Sparer sein, die lediglich iShares-ETFs im Depot haben. Andere ETF-Marken zum App-Broker zu übertragen, ist derzeit nicht möglich.

Wer sein Flatex-Depot überträgt und dort einen Sparplan geführt hat, sollte generell beachten: Gebrochene Anteile, wie sie im Sparplan vorkommen, kann Flatex nicht übertragen. Sparer müssen diese Bruchstücke entweder für knapp 7 Euro verkaufen oder – wenn die Anteile weniger wert sind – wertlos ausbuchen lassen. Erst dann können sie das Depot schließen. Mehr zum Thema Depotwechsel bei Flatex lesen Sie im Blogbeitrag.

Was sollten Sie zu den Brokern wissen?

Die günstigen Online-Broker sind Ihnen womöglich bisher nicht geläufig. Daher haben wir im Folgenden einige Informationen zu den Anbietern zusammengestellt.

Smartbroker: Neu am Markt

Ende 2019 ist Smartbroker als neuer Anbieter angetreten. Dahinter steht das Finanzdatenportal Wallstreet Online. Der Broker bietet ein umfassendes Angebot: Kunden können zahlreiche ETF-Marken und andere Wertpapiere an vielen Handelsplätzen kaufen und verkaufen. Die Orderkosten liegen etwas günstiger als bei der Onvista Bank, die ein vergleichbares Angebot stellt.

Auch bei anderen Services ist Smartbroker gut aufgestellt: Kinderdepots – derzeit noch auf schriftlichen Antrag hin – sind möglich. Sie können auch als Bürger eines anderen EU-Staats ein Depot eröffnen. Bald sollen auch Gemeinschaftsdepots möglich sein.

Smartbroker ist keine eigene Bank, sondern funkgiert als Mittler. Das Verrechnungskonto sowie die Verwahrung Ihrer Fondsanteile liegen bei der Großbank DAB, die mittlerweile eine Marke der französischen BNP Paribas ist.

Smartbroker berechnet eine Gebühr von 0,5 Prozent pro Jahr auf Geld, das Sie auf dem Verrechnungskonto liegen haben. Die Gebühr wird aber erst dann erhoben, wenn Ihr geparktes Cash mehr als 15 Prozent des Gesamtdepotwerts ausmacht. Wir raten davon ab, größere Summen auf dem Verrechnungskonto liegen zu lassen.

Onvista Bank: Tochter der Comdirect

Die Onvista Bank gibt es bereits seit 2009. Seit 2017 gehört sie zur Comdirect, wobei sie ihren eigenen Namen behalten hat und außerdem eigene Konditionen vorgibt. Bei der Depoteröffnung gab es, wie uns Leser berichteten, in der Vergangenheit immer wieder einmal Verzögerungen. Nach Angaben der Bank sollen Kunden das Depot mittlerweile aber nach spätestens einer Woche nutzen können, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen.

Bei der Onvista Bank können Sie Sparpläne nicht wie bei anderen Anbietern einfach anpassen, zum Beispiel die Höhe der Rate ändern. Sie müssen stattdessen den Sparplan löschen und einen neuen Sparplan anlegen. Klingt umständlich, ist aber kein großes Problem. Zumal das alles kostenlos passiert. Für Sie bedeutet das nur ein paar Klicks mehr. Sparer, die Bürger anderer EU-Staaten und dort noch steuerpflichtig sind, können bei der Onvista Bank kein Depot eröffnen.

Wenn Sie Wertpapiere kaufen oder verkaufen, fragt die Onvista Bank keine TANs ab. Stattdessen müssen Sie ein bestimmtes Girokonto als Verrechnungskonto  angeben – nur von diesem kann das Geld für Käufe abgebucht und der Erlös aus Verkäufen gutgeschrieben werden. Dieses Konto lässt sich nur offline – also per schriftlichem Antrag – ändern. Wir halten dieses Depot daher für ebenso sicher wie solche von anderen Anbietern.

Seit dem 1. Januar 2020 erhebt die Onvista Bank eine Gebühr von 0,5 Prozent pro Jahr, wenn Sie mehr als 250.000 Euro auf dem Verrechnungskonto parken. Wir raten davon ab, derart hohe Cash-Bestände vorzuhalten.

Trade Republic: Niedrigpreise, weniger Service

Hinter Trade Republic steckt ein Berliner Fintech, am Markt seit Mitte 2019. Das Unternehmen hat extrem niedrige Preise bei Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Trade Republic bietet alle Orders zu einem Preis von einem Euro an. Vorbild für dieses Preismodell ist der US-amerikanische Broker Robinhood.

Alle Orders pauschal für nur einen Euro – ein solches Geschäftsmodell kann tragen, indem man den Service auf das Wesentliche einschränkt. Das Fintech-Unternehmen arbeitet daher mit einer reinen App-Lösung. Es kooperiert außerdem ausschließlich mit dem ETF-Anbieter iShares und bietet als einzigen Handelsplatz die Lang & Schwarz Exchange Börse an.

Die Lang & Schwarz Exchange ist eine sogenannte Market-Maker-Börse. Der Broker bekommt Geld dafür, wenn er bei dieser Börse Wertpapierkäufe oder -verkäufe platziert. Platziert bedeutet, ein Mittler (Market Maker) nimmt die Aufträge an und setzt sie für den Broker um. In anderen Worten: Der Broker verdient Geld damit, Orders an die Lang & Schwarz Exchange zu geben.

Börse bleibt allerdings Börse. Das heißt, alle Geschäfte sind reguliert. Insbesondere muss der Handelsplatz sicherstellen, dass stets mindestens so gute Kauf- und Verkaufspreise für Wertpapiere gelten wie an einer anerkannten Referenzbörse – in dem Falle die elektronische Handelsplattform Xetra in Frankfurt. Wer während der Xetra-Öffnungszeiten (wochentags zwischen 9 und 17.30 Uhr) einen zu teuren Preis bekommt, kann sich an das Aufsichtsboard der Börse wenden.

Die wichtigsten Services der Broker im Überblick

 SmartbrokerOnvista BankTrade Republic
Handelsplätzezahlreiche deutsche Börsenplätze und Direkthändlerzahlreiche deutsche Börsenplätze und DirekthändlerLang & Schwarz Exchange 
handelbare WertpapiereAktien, Fonds, ETFs, Anleihen, Zertifikate, OptionsscheineAktien, CFD, Zertifikate, Fonds, ETFs, Optionen, AktienanleihenAktien, ETFs, Optionsscheine, Knock-Outs, Faktorzertifikate
ETF-Marken für den SparplanAmundi, Comstage, Xtrackers, iShares usw.Comstage, iShares, Vanguard, Wisdomtree u.a.iShares
Verrechnungskonto und Verwahrung von ETF-AnteilenDAB BNP ParibasOnvista BankSolaris Bank,
HSBC
Art der DepoteröffnungPostIdent-Verfahren: VideoIdent oder FilialIdentVideo-Legitimation und Post-IdentVideo-Legitimation
Dauer der Depoteröffnung7 Tage 7 Tage wenige Minuten
Desktop oder App?WebtradingWebtradingApp
Depot für EU-Bürger?jaDeutschland und Österreichja
Sparplan online abänderbar?janeinja
Kinderdepot?janeinnein
Gemeinschaftsdepot?ja1janein
Depotübertrag?ohne Einschränkungenohne EinschränkungeniShares-ETFs
und beim Anbieter gelistete Wertpapiere
Verkauf gebrochener Fondsanteileonline telefonisch in der App 

1 Die Eröffnung eines Gemeinschaftsdepots ist derzeit (Mitte April 2020) nicht möglich. Smartbroker arbeitet nach eigenen Angaben an dem Problem.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: Februar 2020)

Wie eröffnen Sie ein Depot?

Haben Sie sich für einen Anbieter entschieden, müssen Sie das Depot eröffnen. Führen Sie bereits ein Girokonto bei einer Direktbank und wollen zusätzlich das Depot freischalten lassen, müssen Sie in der Regel nicht erneut Ihre Identität nachweisen. Als Neukunde kommen Sie allerdings um ein paar Angaben nicht herum.

Die Depotbank bittet Sie um persönliche Angaben, neben Anschrift und Kontoverbindung auch zum Gehalt. Die seit 2018 geltende EU-Richtlinie Mifid-II verlangt außerdem, dass jeder Neukunde seine bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren auf einer Skala abträgt. Sollten Sie später einmal Wertpapiere kaufen, die Ihren hinterlegten Kenntnisstand übersteigen, würde die Direktbank eine Warnung aussprechen.

Am Ende ist noch ein Identitätsnachweis nötig. Die meisten Banken bedienen sich nach wie vor des Postident-Verfahrens. Sie bekommen einen Antrag zur Depoteröffnung, mit dem Sie zu einem Postschalter gehen und wo Sie sich ausweisen müssen. Der Depotanbieter prüft die Unterlagen und schaltet erst dann das Depot frei. Bis Sie Ihr Depot nutzen können, kann es zwei Wochen oder länger dauern.

Geduld bei der Depoteröffnung

Seit März 2020 erhebt der Broker Flatex Gebühren auf Kundengelder, die in Wertpapieren stecken. Viele Kunden wechselten. Gleichzeitig waren günstige Depots auch im Zuge der Corona-Krise nachgefragt. Daher kann es passieren, dass Depoteröffnungen derzeit (Stand: Ende März 2020) länger dauern als sonst.

Wie wechseln Sie Ihr Depot?

Wenn Sie Ihren Depotanbieter wechseln wollen, geht dies relativ leicht von der Hand. Eröffnen Sie dazu zunächst ein neues Depot bei einer anderen Bank oder einem anderen Broker. Die meisten Banken bieten einen Umzugsservice (Depotwechselservice) an. Dazu füllen Sie ein Formular aus, das die neue Bank ermächtigt, die Wertpapiere Ihres alten Depots zu übertragen.

Sie können auch nur einzelne Wertpapiere oder Fonds für einen Übertrag auswählen. Wenn gewünscht, können Sie auch das alte Depot schließen lassen. Der Depotwechsel muss kostenlos erfolgen. Das hat der Bundesgerichtshof bestätigt (Urteil vom 30. November 2004, Az. XI ZR 200/03). Der Wechsel sollte nach etwa zwei Wochen vollzogen sein.

Bei immer mehr Banken lässt sich der Depotwechsel auch komplett online bewerkstelligen. Dazu geben Sie bei Ihrer neuen Bank den Namen Ihrer vorigen Bank und Ihre Depotnummer in ein Online-Formular ein. Wollen Sie einzelne Wertpapiere übertragen, müssen Sie die Identifikationsnummer ISIN bereithalten – oder sich über die neue Bank ins alte Depot einloggen und einzelne Wertpapiere auswählen. 

Den endgültigen Antrag können Sie dann mit Hilfe der Maus am PC oder mit dem Finger auf dem Touchscreen Ihres Smartphones oder Tablets unterschreiben.

So haben wir analysiert

Vergleich Online-Depots 2020

Bei all unseren Empfehlungen ist die Depotführung bedingungslos kostenfrei. Als Sparer können Sie zu moderaten Gebühren von uns empfohlene ETFs kaufen und verkaufen; und auch die Kosten für einen ETF-Sparplan liegen im Rahmen.

Bei den Orderkosten haben wir speziell darauf geschaut, was ein Kauf und Verkauf von ETFs beim günstigsten Handelsplatz kostet. Befristete Aktionen haben wir nicht berücksichtigt. Oft ist der günstigste Handelsplatz eine spezielle Börse oder ein Direkthändler, der Wertpapiere an- und verkauft. Zusätzliche Börsengebühren fallen hier weg.

Wir haben uns auch den Service verschiedener Anbieter angeschaut, diesen allerdings nicht zu einem verbindlichen Kriterium gemacht. Jeder Sparer hat andere Präferenzen. Im Kapitel „Was sollten Sie noch über die Broker wissen?“ gehen wir aber auf einige Punkte ein, wie sich das Depot (nicht) nutzen lässt.  

So sind wir genau vorgegangen

Um auf eine erste Grundgesamtheit zu kommen, haben wir im Januar 2020 auf Google nach den Keywords „Online-Broker“ und „Wertpapierdepot“ gesucht. Jeweils die ersten zehn Google-Ergebnisseiten haben wir berücksichtigt. Um keinen Anbieter zu übersehen, glichen wir das Ergebnis mit dem letzten Test der Stiftung Warentest (11/2019) sowie Veröffentlichungen in der Fachpresse ab. Es verblieben 32 Anbieter.

Aus diesen suchten wir diejenigen heraus, die ein Depot mit kostenloser Depotführung ohne Zusatzbedingungen anbieten, bei denen ETF-Sparpläne möglich sind und bei denen sich auch die Finanztip-Geldanlage-Empfehlungen (Einmalanlage und Sparplan) umsetzen lassen. 

Gleichzeitig mussten die Depots für Privatanleger geeignet sein. Depots mit einer Benutzeroberfläche für professionelle Vieltrader (zum Beispiel Lynxbroker, Interactive Brokers (IB), Captrader) ließen wir außen vor.

Von den 32 blieben 12 Depotanbieter übrig:

  • Comdirect
  • Consorsbank
  • DAB-Depot über die AVL Fondsvermittlung
  • DKB
  • Finanzenbroker.net
  • ING
  • Maxblue
  • Onvista Bank
  • Postbank
  • Smartbroker
  • Targobank
  • Trade Republic

Finanzen-broker.net betrachteten wir nicht gesondert, da es sich nur bei den Aktionen von der Onvista Bank unterscheidet. Solche Aktionen bewerten wir allerdings nicht.

Aus den elf verbleibenden Depots haben wir diejenigen herausgefiltert, die Teil eines guten Gesamtpakets sind – bestehend aus Depot, Girokonto und Kreditkarte. Für Girokonto und Kreditkarte sollten jeweils keine Grundgebühren anfallen.

Daneben haben wir diejenigen Depots angeschaut, die gemessen an den Orderkosten absolut am günstigsten sind. Dazu prüften wir die jeweils günstigste Möglichkeit, 5.000 Euro und 15.000 Euro in ETFs zu investieren. In der Regel waren dies Käufe im sogenannten Direkthandel, nicht über die Börse. Anleger zahlen dort häufig nur Ordergebühren; zusätzliche Börsengebühren fallen weg.

Wichtiges Auswahlkriterium für eine Empfehlung war zudem, dass Sparer ETF-Sparpläne zu branchenüblichen Kosten abschließen können. Von einem Sparbeitrag von 100 Euro sollten regulär nicht mehr als 1,5 Prozent an Kosten abgehen.

Die folgenden Tabellen zeigen alle 11 untersuchten Depots und die Empfehlungen für die Kategorien „bestes Kombiangebot“ und „kostengünstig“. Geordnet sind die Depotanbieter jeweils nach den Kosten für eine Anlage in Höhe von 15.000 Euro.

Depot als Teil eines Kombiangebots: Orderkosten in Euro

Anbieter

5.000 €

Einmalanlage

15.000 €

Einmalanlage

100 € 

Sparplan

nicht empfohlen,
weil
Unsere
Empfehlungen
DKB10251,50 
Comdirect17,4042,401,50 
Consorsbank17,4542,451,50 
Weitere
Anbieter

Targobank 

(Direktdepot)

12,5034,902,50Girokonto nur gebührenfrei bei Gehaltseingang von 600 € monatlich, vergleichsweise teurer Sparplan
ING17,4042,401,75Girokonto nur gebührenfrei bei Gehaltseingang von 700 € monatlich1, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank29,9554,950,90kein kostenloses Girokonto, vergleichsweise hohe Ordergebühren

1 Gültig ab 1. Mai 2020
Quelle: Finanztip-Auswertung, Anbieter (Stand: 10. Februar 2020)

Günstige Depots ohne Bankdienstleistung: Orderkosten in €

Anbieter

5.000 € 

Einmal-
anlage

15.000 € 

Einmal-
anlage

100 € 
Sparplan

 

Empfehlung Kommentar
Smartbroker1440jagünstige Konditionen, aber neu am Markt
Onvista Bank771jaetwas teurer, aber etablierter Anbieter
DAB über AVL15152,75neinvergleichsweise teurer Sparplan
Maxblue15,1040,101,25neinvergleichsweise hohe Ordergebühren
Sonderfall     
Trade Republic110janeuer Anbieter mit extrem günstigen Preisen; aktuell nur eine der empfohlenen ETF-Marken handelbar (iShares)

1 Seit Mitte Mai 2020 bietet Smartbroker den Kauf und Verkauf von ETFs für 1 Euro am Handelsplatz Lang&Schwarz und umsonst am Handelsplatz Gettex an. Eine Mindestanlagesumme von 500 Euro ist Voraussetzung.
Quelle: Finanztip-Auswertung, Anbieter (Stand Konditionen: 7. Februar 2020)

Große Geschäftsbanken wie die Commerzbank tauchen in der Übersicht nicht auf. Deren Direktdepot ist für Kunden nur kostenlos, sofern sie einmal pro Quartal handeln. Andernfalls fallen je nach Depotvolumen hohe Gebühren an. Auch günstige Broker wie etwa Degiro, der seit 2020 zum Broker Flatex gehört – schafften es nicht in unseren Vergleich, da dort keine ETF-Sparpläne angeboten werden.

In der Untersuchung verblieben sind dagegen Anbieter, bei denen es nur kleine Einschränkungen für ein kostenloses Konto gibt. Bei der Comdirect ist das Depot zum Beispiel gebührenfrei, wenn Sie ein kostenloses Girokonto eröffnen.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker

Stand: 19. Mai 2020


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