Depot-Vergleich

Diese Banken verwahren günstig Ihre Wertpapiere

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer Aktien oder günstige Aktien-Indexfonds (ETFs) kaufen und aufbewahren will, benötigt ein Wertpapierdepot.
  • Sparer sollten beim Depot darauf achten, dass der Kauf und Verkauf von Wertpapieren möglichst günstig ist. Auch die Depotführung sollte nichts kosten.
  • Die besten Depots gibt es bei speziellen Wertpapierhändlern (online Brokern), aber auch bei vielen Onlinebanken. In der Bankfiliale sind Wertpapiergeschäfte dagegen oft teuer.
  • Ein gutes Depot sollte auch günstig sein, wenn Anleger in monatlichen Raten mit ETFs ansparen wollen.
  • Wichtig bei Online-Bankgeschäften ist die Sicherheit des Computers oder Smartphones.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, welcher Anleger-Typ Sie sind.
  • Wollen Sie vor allem sehr günstig handeln, empfiehlt sich der Gang zu einem online Broker. Für diesen Fall empfehlen wir das Festpreis-Depot der Onvista Bank oder Flatex.
  • Suchen Sie dagegen ein günstiges Depot und möchten Sie gleichzeitig Ihre Bankgeschäfte unter einem Dach erledigen, finden Sie bei den Direktbanken DKB, Comdirect, Consorsbank und ING-Diba das passende Angebot.
  • Haben Sie bisher Wertpapiere in der Bankfiliale gekauft, fragen Sie beim nächsten Besuch nach dem Online-Depot Ihrer Bank. Oft können Sie so bereits viel Geld sparen.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zum Thema Wertpapierdepot immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Ein Wertpapierdepot ist heutzutage nichts anderes als eine Art Konto, in dem die Wertpapiere aufgeführt sind, die Ihnen gerade gehören. Jede Geschäftsbank bietet Wertpapierdepots an. Bei den Kosten und dem Service gibt es jedoch große Unterschiede. Erster Schritt zu einer gelungenen Geldanlage ist daher ein günstiges Wertpapierdepot.

Welches Depot passt zu Ihnen?

Um das richtige Depot zu finden, überlegen Sie am besten kurz vorab, was Ihnen persönlich wichtig ist. Wollen Sie möglichst wenig zahlen oder alles auf einen Blick haben?

Online Broker versus Onlinebank

Die mit Abstand günstigsten Preise für den Kauf und Verkauf von Aktien und Fonds bekommen Sie, wenn Sie Ihr Depot bei einem spezialisierten Wertpapierhändler eröffnen, einem sogenannten online Broker. Dort zahlen Sie immer den gleichen (niedrigen) Betrag, egal, wie viel Geld Sie anlegen wollen. Allerdings verwahren Sie in einem solchen Depot wirklich nur Ihre Wertpapiere – andere Bankgeschäfte sind nicht möglich.

Wenn Sie Ihre Finanzen dagegen lieber auf einen Blick sehen möchten, eignet sich eher ein Depot bei einer Direktbank. Vielleicht haben Sie ohnehin schon ein Konto, dann lässt sich das Depot meist recht schnell freischalten. Das ist praktisch – kostet aber etwas mehr. Bei den von uns empfohlenen Onlinebanken ist die Depotführung kostenlos, und die Ordergebühren sind immer noch in Ordnung. Sie steigen aber in der Regel deutlich an, wenn Sie größere Summen anlegen wollen.

Online Depot günstiger als Depot in der Filiale

Nicht jeder Verbraucher möchte zu einer reinen Onlinebank wechseln. Falls Sie Ihre Bankgeschäfte lieber in der Filiale regeln und Ihr Konto bei der ortsansässigen Sparkasse, Volksbank oder anderen großen Geschäftsbanken erstmal behalten wollen, sollten Sie dennoch nicht unter den oft sehr hohen Depotgebühren leiden.

Fragen Sie daher bei Ihrem Bankberater oder am Schalter nach dem günstigsten Depot-Modell. Fast immer bringt der Wechsel zum Online-Banking eine Ersparnis bei den Depotgebühren und den Orderkosten, und das Jahr für Jahr.

Wie viel ein Filialkunde beim Depot einsparen kann, sehen Sie in der Tabelle. Wir haben verglichen, was es kostet, bei einem günstigen Wertpapierhändler für 5.000 Euro Wertpapiere zu kaufen oder – beispielhaft – bei der Stadtsparkasse München.

Kosten Wertpapierdepot bei Filialbank und Onlinebank

Kosten Stadtsparkasse München Kosten Onlinebank
Ankauf Wertpapier 5.000 € 50 Euro plus Spesen 6,50 Euro
Verwahrung Wertpapiere 19,80 Euro pro Jahr entfällt
Kosten bei 10 Jahre Haltedauer 248 Euro 6,50 Euro

Quelle: Stadtsparkasse München, Onvista Bank (Stand: 9. März 2018)

Was zeichnet ein gutes Depot aus?

Ein verbraucherfreundliches Depot sollte möglichst günstig sein. Das heißt, die Bank sollte grundsätzlich auf Gebühren für die Depotführung verzichten. Außerdem sollten Sparer nur moderate Gebühren dafür zahlen, wenn sie eine größere Summe auf einmal in Fonds oder kostengünstige Aktien-Indexfonds (ETFs) anlegen. Das ist wichtig, weil Anleger jeden zusätzlichen Prozentpunkt Gebühren erst wieder mühsam mit der Wertpapieranlage verdienen müssen.

Doch nicht jeder hat direkt eine größere Summe auf der hohen Kante. Sparer sollten daher auch die Möglichkeit haben, in kleinen, monatlichen Raten in ETFs anzusparen. Diese Leistung sollte Kunden mit Blick auf die Gebühren nicht überdurchschnittlich belasten.

Außerdem sollte sich die Benutzeroberfläche des Depots an Privatanleger richten. Sie sollte leicht zugänglich sein, so dass Sparer gut zurechtkommen, die hin und wieder Fonds kaufen oder verkaufen oder regelmäßig Raten in den Sparplan stecken wollen.

Selber kaufen und verkaufen leichtgemacht

Mit einem bisschen Vorwissen ist es gar nicht schwer, die Benutzeroberfläche eines Online-Depots selbstständig zu bedienen, also zum Beispiel einfache Kauf- und Verkaufsanträge für ETF-Anteile zu stellen oder einen Sparplan einzurichten.

Wie Sie vorgehen können, um ETFs zu kaufen und zu verkaufen, beschreiben wir im Detail im Ratgeber Aktien kaufen. Dort haben wir auch für einige Direktbanken kurze Videos hochgeladen, in denen wir Schritt für Schritt zeigen, wie der ETF-Kauf funktioniert. Worauf Sie sonst noch achten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Geldanlage.

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Welche Depots empfiehlt Finanztip?

Im Februar und März 2018 haben wir uns 13 Wertpapierdepots genauer angeschaut. Bei allen ist die Depotführung ohne zusätzliche Bedingungen kostenlos, Sparer können zu moderaten Gebühren Wertpapiere kaufen und verkaufen, und auch die Kosten für einen ETF-Sparplan liegen im Rahmen.

Die nach Kosten günstigsten Depots

Die mit Abstand günstigsten Depots gibt es bei den online Brokern Onvista Bank (Festpreis-Depot) und Flatex. Egal, wie viel Geld Sie anlegen möchten, Sie zahlen einen festgelegten Preis. Inklusive aller Gebühren sind das bei der Onvista Bank 6,50 Euro pro Transaktion, bei Flatex 6,61 Euro.

Die Onvista Bank bietet darüber hinaus mehr als 80 ETFs für Sparpläne an, die dauerhaft nichts kosten sollen. Bei Flatex gibt es mehr als 700 ETFs, die für Sparpläne infrage kommen, der Großteil ist kostenlos. Die Gebühr von 1,50 Euro pro Sparplan-Rate liegt ansonsten im Durchschnitt.

Die Benutzeroberflächen der Depots von der Onvista Bank und Flatex sind leicht zugänglich. Wir empfehlen Ihnen, ETFs nicht über die Börse, sondern bei einem sogenannten Direkthändler zu kaufen. In dem Fall sehen Sie direkt den Preis, den der Händler stellt und können ihn in einem kleinen Zeitfenster annehmen – oder den Kauf verstreichen lassen. Wie dies genau funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Aktien kaufen.

Günstigste Depots: Orderkosten je Anlagebetrag¹

Anlagesumme 15.000 € Einmalanlage 5.000 € Einmalanlage 100 € monatlich Empfehlung Begründung
Onvista Bank 6,50 6,50 0,00 ja
Flatex 6,61 6,61 1,50 ja
Degiro 5,00 3,00 -- nein kein Sparplan
DKB 25,00 10,00 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Merkur Bank 25 25 -- nein kein Sparplan
Wüstenrot direct 29,90 12,50 2,40 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Postbank 29,95 14,95 0,90 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Targobank 34,90 12,50 2,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Maxblue 37,50 12,50 2,90 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren

¹ Die Tabelle zeigt eine Auswahl der untersuchten Anbieter. Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Tabelle: 8. März 2018)

Beide online Broker – Onvista Bank und Flatex – dürften vielen Bankkunden nicht geläufig sein. Weitere Informationen zu diesen Brokern und zum niederländischen Anbieter Degiro finden Sie weiter unten im Ratgeber. Degiro hat von allen Depotanbietern die günstigsten Preise. Allerdings können Anleger dort keinen Sparplan abschließen.

Onvista Bank
Online-Wertpapierdepot (Festpreis-Depot)

  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 6,50 Euro
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar
  • gut 80 kostenlose Sparpläne

Flatex
Online-Wertpapierdepot

  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet gut 6,60 Euro
  • alle gängigen Wertpapiere handelbar
  • 1,50 Euro für Sparplanraten, sehr viele kostenlose Sparpläne
  • Gebühr für ausländische Dividenden: 5 Euro pro Zahlung
  • Negativzinsen auf Verrechnungskonto

Die besten Kombinationsangebote: Depot, Girokonto, Kreditkarte

Wenn Sie Ihre Bankgeschäfte lieber unter einem Dach erledigen, sind Sie mit Blick aufs Depot bei einer von vier geläufigen Direktbanken richtig: DKB, ComdirectConsorsbank und ING-Diba.

Die Kosten für den Kauf von Wertpapieren liegen vergleichsweise niedrig. Zusätzlich gibt es ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr und eine Kreditkarte ohne Grundgebühr. Wir meinen: ein gutes Gesamtpaket.

Depot als Teil eines Kombiangebots: Orderkosten je Anlagebetrag¹

Anlagesumme 15.000 € Einmalanlage 5.000 € Einmalanlage 100 Euro monatlich Empfehlung „gutes Kombiangebot“ Begründung
DKB 25,00 10,00 1,50 ja
Comdirect 42,40 17,40 1,50 ja
Consorsbank 42,45 17,45 1,50 ja
ING-Diba² 37,50² 12,50² 1,75 ja
Wüstenrot direct 29,90 12,50 2,40 nein vergleichsweise teurer Sparplan
Targobank 34,90 12,50 2,50 nein Girokonto nur kostenlos mit Gehaltseingang, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank 29,95 14,95 1,50 nein Girokonto nur kostenlos bei hohem monatlichen Gehaltseingang
1822direkt 42,40 17,40 2,95 nein Kreditkarte nur kostenlos mit Mindestumsatz, teurer Sparplan
Degussa Bank 60,00 20,00 -- nein keine kostenlose Kreditkarte, kein Sparplan
Merkur Bank 25,00 25,00 -- nein Girokonto und Kreditkarte nicht kostenlos, kein Sparplan

¹ Die Tabelle zeigt eine Auswahl der untersuchten Anbieter. Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
² Im Juni 2018 hat die ING-Diba ihre Orderkonditionen an die der Consorsbank und Comdirect angepasst. Sie bleibt aber Finanztip-Empfehlung im Bereich „gutes Kombiangebot“.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Tabelle: 8. März 2018)

Die DKB hat eine sehr übersichtliche Kostenstruktur. Ein Kunde, der bis zu 10.000 Euro auf einmal anlegt, zahlt pauschal 10 Euro an Gebühren. Wer mehr als 10.000 Euro anlegt, zahlt pauschal 25 Euro. Wer monatlich in Raten anspart, zahlt regulär 1,50 Euro, unabhängig von der Höhe der Sparplanrate. Sparer, die höhere Sparraten wählen, profitieren dann von vergleichsweise geringen Kosten.

Bei den übrigen drei Banken – Comdirect, Consorsbank, ING-Diba – hängt die Ordergebühr von der Höhe der angelegten Summe ab. Alle drei Banken verlangen einen Grundbetrag von knapp fünf Euro. Die Kosten sind aber bei 59,90 Euro (Comdirect), 69 Euro (Consorsbank) und 69,90 Euro (ING-Diba) nach oben gedeckelt. Die ING-Diba hat im Juni 2018 ihre Konditionen im Vergleich zum Analysezeitpunkt im März 2018 angehoben.

Für 100 Euro monatliche Sparrate beim ETF-Sparplan bezahlen Kunden bei Comdirect und Consorsbank regulär 1,50 Euro. Die beiden Banken bieten aber zahlreiche ETFs auch kostenlos im Sparplan an. Die Consorsbank legt außerdem Dividenden von ausschüttenden Fonds wieder an. Bei der ING-Diba liegt der Sparplan mit 1,75 Euro bei 100 Euro Sparrate preislich gerade noch so im Rahmen.

Alle vier Direktbanken haben regelmäßig Aktionen im Programm, um Neukunden zu gewinnen. Die meisten Aktionen sind jedoch zeitlich befristet. In unserem Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über gute Angebote.

DKB
Online-Wertpapierdepot DKB-Broker

  • 10 Euro reguläre Gebühren für Orders bis 10.000 Euro, darüber 25 Euro
  • Sparplan 1,50 Euro, unabhängig von der Sparrate
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Comdirect Depot
Online-Depot der Comdirect

  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, 1,50 Euro bei 100 Euro; einige kostenlose Sparpläne
  • Depot kostenlos mit kostenlosem Girokonto oder Wertpapier-Sparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren.
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Consorsbank Depot
Online-Depot der Consorsbank

  • reguläre Gebühren von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,95 Euro, maximal 69 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, 1,50 Euro bei 100 Euro; viele kostenlose Sparpläne
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

ING-Diba Direkt-Depot
Online-Depot der ING-Diba

  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, maximal 69,90 Euro
  • ETF-Sparplan für 1,75 Prozent der Sparrate, 1,75 Euro bei 100 Euro
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Was Sie zu den Brokern wissen sollten

Die günstigen online Broker sind Ihnen womöglich bisher nicht geläufig. Daher haben wir im Folgenden einige Informationen zu den Anbietern zusammengestellt.

Onvista Bank ist Tochter der Comdirect

Die Onvista Bank gibt es unter diesem Namen seit 2009; sie gehört seit 2017 zur Comdirect. Sie führt aber den eigenen Namen weiter und hat eigene Konditionen. Leser haben uns berichtet, dass es bisweilen etwas dauern kann, bis das Depot tatsächlich eröffnet wird. Das sollte Sie aber nicht weiter stören – schließlich planen Sie ja, Ihre Wertpapiere dort über eine längere Zeit zu verwahren.

Bei der Onvista Bank können Sie allerdings Sparpläne nicht wie bei anderen Anbietern einfach abändern, zum Beispiel die Höhe der Rate ändern. Es ist dann notwendig, den Sparplan zu löschen und einen neuen Sparplan anzulegen. Aber auch das ist kein großes Problem, da alles kostenlos passiert. Sie müssen lediglich ein paar Klicks mehr machen.

Schließlich fragt die Onvista Bank keine TANs ab, wenn Sie Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Stattdessen ist ein einziges Girokonto hinterlegt, von dem das Geld für Käufe abgebucht und der Erlös aus Verkäufen gutgeschrieben wird. Dieses Konto lässt sich nur offline – also per schriftlichem Antrag – ändern. Wir halten dieses Depot daher für ebenso sicher wie solche von anderen Anbietern.

Flatex berechnet Negativzinsen für nicht investiertes Guthaben

Flatex ist ein Broker, der zur Fintech Group gehört. 2017 hat die Gesellschaft eine eigene Bank gegründet, die Fintech Group Bank AG. Mehr dazu lesen Sie im Detailartikel zu Flatex.

Ebenfalls 2017 hat Flatex beschlossen, die negativen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank an die Kunden weiterzugeben. Wer Geld auf dem Verrechnungskonto liegen lässt, bezahlt darauf 0,04 Prozent Zinsen pro Jahr. Dies sollten Sie vermeiden und Geld stets schnell vom Verrechnungskonto nehmen, indem Sie es entweder investieren oder auf Ihr Girokonto weiterüberweisen.

Zudem kauft Flatex ETF-Anteile für den Sparplan nicht wie die meisten anderen Anbieter über die Börse, sondern direkt von der ETF-Gesellschaft. Der Kaufkurs ist daher kein Börsenkurs, sondern der von der ETF-Gesellschaft am Ende des Handelstags gestellter Kurs, der sogenannte Nettoinventarwert. Dazu kommen zusätzliche Abwicklungskosten (Additional Trading Costs, ATC), die dem Händler zugutekommen, der Flatex die Fondsanteile übermittelt.

Als Anleger brauchen Sie sich wegen der ATC nicht zu sorgen. Diese sind in dem Kaufpreis, den Flatex Ihnen anzeigt, bereits enthalten. Der Kaufpreis seinerseits liegt stets nah am Börsenpreis. Kostenlose Sparpläne sind so auch wirklich kostenlos. Mehr dazu lesen Sie auch im Finanztip-Blog, eine Diskussion zu den ATC finden Sie in einem zweiten Blogbeitrag (Frage des Lesers Markus vom 3. Dezember 2017).

Falls Sie ausländische Einzelaktien besitzen, verlangt Flatex eine Gebühr für das Einbuchen der Dividende. Sie liegt bei 5 Euro pro Vorgang. Falls die Gutschrift der Dividende weniger als 15 Euro beträgt, sinkt die Gebühr auf 1,50 Euro. Ein Beispiel: Sie besitzen 75 Aktien von Apple, die viermal pro Jahr eine Dividende von etwa 50 US-Cent pro Anteil einbringen. Nach Einbehalt der US-Quellensteuer steht Ihnen eine Dividende von 21 Euro zu. Für jede Einbuchung werden 5 Euro fällig. Von insgesamt 84 Euro Dividende bleiben also am Jahresende nur 64 Euro übrig.

Degiro ist günstig, ermöglicht aber kein Ratensparen

Wenn Sie nach dem absolut günstigsten Depot suchen und sicher sind, dass Sie keinen Sparplan eröffnen wollen, lohnt ein Blick auf den niederländischen Broker Degiro. Vor allem, wenn Sie kleinere Beträge anlegen möchten, kommen Sie bei Degiro nochmals deutlich günstiger davon als bei unseren Empfehlungen.

Allerdings sollten Sie wissen: Abgeltungssteuer kann Degiro wegen des Sitzes im Ausland nicht direkt an den deutschen Fiskus abführen. Sie müssen also Jahr für Jahr Einkünfte aus Kapitalerträgen von der Steuerbescheinigung in Ihre Steuererklärung übertragen.

Ein Verrechnungskonto gibt es bei Degiro nicht. Der Anbieter steckt Geld, das Sie nicht in Aktien oder Fonds halten, stattdessen in einen Geldmarktfonds mit europäischen Anleihen. Ein solcher Fonds kann theoretisch auch negative Renditen erzielen. Für Degiro-Sparer sind aber nach Aussage des Anbieters Verluste ausgeschlossen.

Wie eröffnen Sie ein Depot?

Haben Sie sich für einen Anbieter entschieden, müssen Sie das Depot eröffnen. Führen Sie bereits ein Girokonto bei einer Direktbank und wollen zusätzlich das Depot freischalten lassen, müssen Sie in der Regel nicht erneut Ihre Identität nachweisen. Als Neukunde kommen Sie allerdings um ein paar Angaben nicht herum.

Die Depotbank bittet Sie um persönliche Angaben, neben Anschrift und Kontoverbindung auch zum Gehalt. Die seit 2018 geltende EU-Richtlinie Mifid-II verlangt außerdem, dass jeder Neukunde seine bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren auf einer Skala abträgt. Sollten Sie später einmal Wertpapiere kaufen, die Ihren hinterlegten Kenntnisstand übersteigen, würde die Direktbank eine Warnung aussprechen.

Am Ende ist noch ein Identitätsnachweis nötig. Die meisten Banken bedienen sich nach wie vor des Post-Ident-Verfahrens. Sie bekommen einen Antrag zur Depoteröffnung, mit dem Sie zu einem Postschalter gehen und sich ausweisen müssen. Der Depotanbieter prüft die Unterlagen und schaltet erst dann das Depot frei. Bis Sie Ihr Depot nutzen können, kann es zwei Wochen oder länger dauern.

Wie wechseln Sie Ihr Depot?

Wenn Sie Ihren Depotanbieter wechseln wollen, geht dies relativ leicht von der Hand. Eröffnen Sie dazu zunächst ein neues Depot bei einer anderen Bank oder einem anderen Broker. Die meisten Banken bieten einen Umzugsservice (Depotwechselservice) an. Dazu füllen Sie ein Formular aus, das die neue Bank ermächtigt, die Wertpapiere Ihres alten Depots zu übertragen.

Sie können auch nur einzelne Wertpapiere oder Fonds für einen Übertrag auswählen. Wenn gewünscht, können Sie auch das alte Depot schließen lassen. Der Depotwechsel muss kostenlos erfolgen. Das hat der Bundesgerichtshof bestätigt (Urteil vom 30. November 2004, Az. XI ZR 200/03). Der Wechsel sollte nach etwa zwei Wochen vollzogen sein.

Bei immer mehr Banken lässt sich der Depotwechsel auch komplett online bewerkstelligen. Dazu geben Sie bei Ihrer neuen Bank den Namen Ihrer vorigen Bank und Ihre Depotnummer in ein Online-Formular ein. Wollen Sie einzelne Wertpapiere übertragen, müssen Sie die Identifikationsnummer ISIN bereithalten – oder sich über die neue Bank ins alte Depot einloggen und einzelne Wertpapiere auswählen. 

Den endgültigen Antrag können Sie dann mit Hilfe der Maus am PC oder mit dem Finger auf dem Touchscreen Ihres Smartphones oder Tablets unterschreiben.

So haben wir getestet

Vergleich Online-Depotbanken 2018

Um auf eine erste Grundgesamtheit zu kommen, haben wir im Februar 2018 auf Google nach den Keywords „Onlinebroker“ und „Wertpapierdepot“ gesucht. Jeweils die ersten zehn Google-Ergebnisseiten haben wir berücksichtigt. Dort fanden wir 36 Anbieter.

Aus diesen Anbietern suchten wir diejenigen heraus, die ein Depot mit kostenloser Depotführung ohne Zusatzbedingungen haben und gleichzeitig für Privatanleger geeignet sind. Depots mit einer Benutzeroberfläche für professionelle Vieltrader (zum Beispiel Lynxbroker, Interactive Brokers (IB), Captrader) ließen wir außen vor.

Von den 36 blieben 15 Depotanbieter übrig:

  • 1822direkt
  • Comdirect
  • Consorsbank
  • Degiro
  • Degussa Bank
  • DKB
  • Flatex
  • ING-Diba
  • Maxblue
  • Merkurbank
  • NIBC Direct
  • Onvista Bank
  • Postbank
  • Targobank
  • Wüstenrot Direct

Aus diesen Depots haben wir diejenigen herausgefiltert, die gemessen an den Orderkosten absolut am günstigsten sind. Dazu prüften wir die jeweils günstigste Möglichkeit, 1.000, 5.000 und 15.000 Euro in ETFs zu investieren. In der Regel waren das Käufe im sogenannten Direkthandel, nicht über die Börse. Außerdem haben wir die Depots ausgewählt, die Teil eines guten Gesamtpakets – bestehend aus Depot, Girokonto und Kreditkarte – sind. Für Girokonto und Kreditkarte sollten jeweils keine Grundgebühren anfallen.

Wichtiges Auswahlkriterium für eine Empfehlung war zudem, dass Sparer ETF-Sparpläne zu branchenüblichen Kosten anbieten (nicht mehr als 1,75 Prozent des Sparbeitrags).

Die Tabellen zeigen alle 15 untersuchten Depots und die Empfehlungen für die Kategorien „kostengünstig“ und „bestes Kombiangebot“. Geordnet sind die günstigsten Depotanbieter nach den Kosten für eine Anlage in Höhe von 15.000 Euro. Die Depots in der Kategorie „bestes Kombiangebot“ sind geordnet nach Umfang des angebotenen Service.

Günstigste Depots: Orderkosten je Anlagebetrag¹

Anlagesumme 15.000 € 5.000 € 1.000 € 50 € Sparplan 100 € Sparplan Empfehlung Begründung
Onvista Bank 6,50 6,50 6,50 0,00 0,00 ja
Flatex 6,61 6,61 6,61 1,50 1,50 ja
Degiro 5,00 3,00 2,20 -- -- nein kein Sparplan
DKB 25,00 10,00 10,00 1,50 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Merkur Bank 25,00 25,00 25,00 -- -- nein kein Sparplan
Wüstenrot direct 29,90 12,50 9,90 1,80 2,40 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Postbank 29,95 14,95 7,95 0,90 0,90 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
ING-Diba 37,50 12,50 9,90 0,88 1,75 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Targobank 34,90 12,50 8,90 1,50 2,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Maxblue 37,50 12,50 8,90 2,70 2,90 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
NIBC direct 42,40 17,40 9,90 -- -- nein kein Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Comdirect 42,40 17,40 9,90 0,75 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
Consorsbank 42,45 17,45 9,95 0,75 1,50 nein vergleichsweise höhere Ordergebühren
1822direkt 42,45 17,45 9,90 2,95 2,95 nein teurer Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren
Degussa Bank 60,00 20,00 15,00 -- -- nein kein Sparplan, vergleichsweise höhere Ordergebühren

¹ Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 5. März 2018)

Depot als Teil eines Kombiangebots: Orderkosten je Anlagebetrag¹

Anlagesumme Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr 15.000 € 5.000 € 50 € Sparplan 100 € Sparplan Empfehlung „gutes Kombiangebot" Begründung
DKB ja 25,00 10,00 1,50 1,50 ja
ING-Diba ja 37,50 12,50 0,88 1,75 ja
Comdirect ja 42,40 17,40 0,75 1,50 ja
Consorsbank ja 42,45 17,45 0,75 1,50 ja
Wüstenrot direct ja 29,90 12,50 1,80 2,40 nein vergleichsweise teurer Sparplan
Targobank ja 34,90 12,50 1,50 2,50 nein Girokonto nur kostenlos mit Gehaltseingang, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank nein 29,95 14,95 1,50 1,50 nein Girokonto nur kostenlos bei hohem monatlichen Gehaltseingang
1822direkt nein 42,40 17,40 2,95 2,95 nein Kreditkarte nur kostenlos mit Mindestumsatz, teurer Sparplan
Degussa Bank nein 60,00 20,00 -- -- nein keine kostenlose Kreditkarte, kein Sparplan
Merkur Bank nein 25,00 25,00 -- -- nein Girokonto und Kreditkarte nicht kostenlos, kein Sparplan
Onvista Bank nein 6,50 6,50 0,00 0,00 nein keine Bankgeschäfte möglich
Flatex nein 6,61 6,61 1,50 1,50 nein keine Bankgeschäfte möglich
Maxblue nein 37,50 12,50 2,70 2,90 nein keine Bankgeschäfte möglich, teurer Sparplan
Degiro nein 5,00 3,00 -- -- nein keine Bankgeschäfte möglich, kein Sparplan
NIBC direct nein 42,40 17,40 -- -- nein kein Girokonto, keine Kreditkarte, kein Sparplan

¹ Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat. 
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand: 5. März 2018)

Große Geschäftsbanken wie die Commerzbank tauchen in der Übersicht nicht auf. Deren Direktdepot ist für Kunden nur kostenlos, sofern sie einmal pro Quartal handeln. Andernfalls fallen je nach Depotvolumen hohe Gebühren an.

In der Untersuchung verblieben sind dagegen Anbieter, bei denen es nur kleine Einschränkungen für ein kostenloses Konto gibt und es deswegen bei normaler Nutzung ohne Weiteres möglich ist, das Depot kostenlos zu führen. Das gilt für 1822direkt, die Comdirect und die Targobank. Bei der 1822direkt muss das Depot lediglich einen Bestand aufweisen. Bei der Comdirect und Targobank genügt es, wenn Sparer zusätzlich ein kostenloses Girokonto eröffnen.

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

Dr. Manuel Kayl

ehemaliger Finanztip-Redakteur (bis August 2016)

Manuel Kayl war bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Er hat am 31. August 2016 Finanztip verlassen.