Depot-Vergleich

Diese Banken verwahren günstig Ihre Wertpapiere

Sara Zinnecker
& Co-Autor
Stand: 11. Oktober 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Zum Sparen mit Aktien oder günstigen Indexfonds (ETFs) benötigen Sie ein Wertpapierdepot.
  • Die besten Depots gibt es im Internet: bei Online-Banken und -Brokern. Bei der Bank vor Ort wird es dagegen oft teuer.
  • Zum Depot sollte es günstige ETF-Sparpläne geben.
So gehen Sie vor
  • Wollen Sie vor allem sehr günstig handeln, empfehlen wir Flatex oder das Festpreisdepot der Onvista Bank.
  • Günstige Depots bieten auch die Direktbanken DKBComdirect , Consorsbank und ING.
  • Sind Sie noch bei einer Bank vor Ort, fragen Sie nach dem Online-Depot. Oft können Sie so bereits viel Geld sparen.

Ein Wertpapierdepot ist heutzutage nichts anderes als ein Konto, in dem die Wertpapiere aufgeführt sind, die Ihnen gerade gehören. Jede Geschäftsbank bietet Wertpapierdepots an. Bei den Kosten und dem Service gibt es jedoch große Unterschiede. Erster Schritt zu einer gelungenen Geldanlage ist daher ein günstiges Wertpapierdepot.

Welches Depot passt zu Ihnen?

Um das richtige Depot zu finden, überlegen Sie am besten vorab, was Ihnen persönlich wichtig ist. Wollen Sie möglichst wenig zahlen oder alles auf einen Blick haben?

Online-Broker versus Online-Bank

Die mit Abstand günstigsten Preise für den Kauf und Verkauf von Aktien und Fonds bekommen Sie, wenn Sie Ihr Depot bei einem spezialisierten Wertpapierhändler eröffnen, einem sogenannten Online-Broker. Dort zahlen Sie immer den gleichen (niedrigen) Betrag, egal, wie viel Geld Sie anlegen wollen. Allerdings verwahren Sie in einem solchen Depot wirklich nur Ihre Wertpapiere – andere Bankgeschäfte sind nicht möglich.

Wenn Sie Ihre Finanzen dagegen lieber auf einen Blick sehen möchten, eignet sich eher ein Depot bei einer Direktbank. Vielleicht haben Sie ohnehin schon ein Konto, dann lässt sich das Depot meist recht schnell freischalten. Das ist praktisch – kostet aber etwas mehr. Bei den von uns empfohlenen Online-Banken ist die Depotführung kostenlos, und die Ordergebühren sind immer noch in Ordnung. Sie steigen aber in der Regel deutlich an, wenn Sie größere Summen anlegen wollen.

Online-Depot günstiger als Depot in der Filiale

Nicht jeder Verbraucher möchte zu einer reinen Online-Bank wechseln. Falls Sie Ihre Bankgeschäfte lieber in der Filiale regeln und Ihr Konto bei der ortsansässigen Sparkasse, Volksbank oder anderen großen Geschäftsbanken erstmal behalten wollen, sollten Sie dennoch nicht unter den oft sehr hohen Depotgebühren leiden.

Fragen Sie daher bei Ihrem Bankberater oder am Schalter nach dem günstigsten Depot-Modell. Fast immer bringt der Wechsel zum Online-Banking eine Ersparnis bei den Depotgebühren und den Orderkosten, und das Jahr für Jahr.

Wie viel ein Filialkunde beim Depot einsparen kann, sehen Sie in der Tabelle. Wir haben verglichen, was es kostet, bei einem günstigen Wertpapierhändler für 5.000 Euro Wertpapiere zu kaufen oder – beispielhaft – bei der Stadtsparkasse München.

Kosten Wertpapierdepot bei Filialbank und Online-Bank

 Kosten Stadtsparkasse MünchenKosten Online-Bank
Ankauf Wertpapier 5.000 €50 € plus Spesen6,75 €
Verwahrung Wertpapiere36 € pro Jahr1entfällt
Kosten bei 10 Jahren Haltedauer410 €6,75 €

1 Entfällt nur, wenn Anleger pro Quartal mindestens einmal Aktien oder Fonds kauft oder verkauft. 
Quelle: Stadtsparkasse München, Flatex (Stand: 29. April 2019)

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Was zeichnet ein gutes Depot aus?

Ein verbraucherfreundliches Depot sollte möglichst günstig sein. Das heißt, die Bank sollte grundsätzlich auf Gebühren für die Depotführung verzichten. Außerdem sollten Sie nur moderate Gebühren dafür zahlen, wenn Sie eine größere Summe auf einmal in Fonds oder kostengünstige Aktien-Indexfonds (ETFs) anlegen. Das ist wichtig, weil Sie als Anleger jeden zusätzlichen Prozentpunkt Gebühren erst wieder mühsam mit der Wertpapieranlage verdienen müssen.

Doch nicht jeder hat direkt eine größere Summe auf der hohen Kante. Sie sollten daher auch die Möglichkeit haben, in kleinen, monatlichen Raten in ETFs anzusparen. Diese Leistung sollte Sie mit Blick auf die Gebühren nicht überdurchschnittlich belasten.

Außerdem sollte sich die Benutzeroberfläche des Depots an Privatanleger richten. Sie sollte leicht zugänglich sein, so dass Sparer gut zurechtkommen, die hin und wieder Fonds kaufen oder verkaufen oder regelmäßig Raten in den Sparplan stecken wollen. Zahlreiche Online-Trading-Plattformen, die Sparer zum Spekulieren aufrufen, haben wir nicht weiter betrachtet.

Selber kaufen und verkaufen leichtgemacht

Mit etwas Vorwissen ist es recht leicht, die Benutzeroberfläche eines Online-Depots selbstständig zu bedienen, also zum Beispiel einfache Kauf- und Verkaufsanträge für ETF-Anteile zu stellen oder einen Sparplan einzurichten.

Wie Sie vorgehen können, um ETFs zu kaufen und zu verkaufen, beschreiben wir im Detail im Ratgeber Aktien kaufen. Dort haben wir auch für einige Direktbanken kurze Videos hochgeladen, in denen wir Schritt für Schritt zeigen, wie der ETF-Kauf funktioniert. Worauf Sie sonst noch achten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber Geldanlage.

Welche Depots empfiehlt Finanztip?

Im März 2019 haben wir uns 13 Wertpapierdepots genauer angeschaut, von denen wir sechs empfehlen können. Bei allen ist die Depotführung ohne zusätzliche Bedingungen kostenlos, als Sparer können Sie zu moderaten Gebühren Wertpapiere kaufen und verkaufen; und auch die Kosten für einen ETF-Sparplan liegen im Rahmen.
 
Was die Orderkosten angeht, haben wir speziell darauf geschaut, was ein Kauf und Verkauf von ETFs im sogenannten Direkthandel regulär kostet. Befristete Aktionen haben wir nicht berücksichtigt. Direkthändler sind Banken, die Wertpapiere an- und verkaufen. Im Vergleich zum Börsenhandel erhebt in der Regel nur die Depotbank oder der Broker Ordergebühren. Zusätzliche Börsengebühren gibt es hier nicht. Mehr zum Direkthandel lesen Sie in unserem Ratgeber Aktien kaufen.

Genaueres zum Vorgehen und der Auswahl der Anbieter lesen Sie am Ende dieses Artikels unter So haben wir analysiert.

Die nach Kosten günstigsten Depots

Die mit Abstand günstigsten Depots gibt es bei den Online-Brokern Flatex und Onvista Bank (Festpreisdepot). Egal, wie viel Geld Sie anlegen möchten, Sie zahlen einen festgelegten Preis. Inklusive aller Gebühren sind das bei Flatex (über den Handelsplatz Tradegate) 6,75 Euro pro Transaktion und bei der Onvista Bank 7 Euro (Stand: Ende April 2019).
 
Die Onvista Bank bietet darüber hinaus mehr als 160 ETFs für Sparpläne an. Bisher waren diese kostenlos, ab dem 1. Juni 2019 fällt eine Gebühr von 1 Euro pro Ausführung an. Bei Flatex gibt es mehr als 750 ETFs, die für Sparpläne infrage kommen. Mehr als 350 sind kostenlos. Die Gebühr von 1,50 Euro pro 100 Euro Sparplanrate entsprechen den üblichen Kosten guter anderer Anbieter.

Das Festpreisdepot der Onvista Bank können Sie auch über finanzen-broker.net abschließen, einen Kooperationspartner der Bank. Die Konditionen für das Depot sind gleich, Aktionsangebote können sich unterscheiden. Zusätzlich ist es bei finanzen-broker.net möglich, über eine App auf das Depot zuzugreifen.

Flatex
Online-Wertpapierdepot
  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 6,75 Euro
  • 1,50 Euro für Sparplanraten, rund 350 kostenlose Sparpläne
  • legt Dividenden automatisch im Sparplan wieder mit an
Onvista Bank
Online-Wertpapierdepot (Festpreis-Depot)
  • niedrige Gebühren: eine Order im Direkthandel kostet 7 Euro
  • seit Juni 2019: 1 Euro Fixgebühr für Sparplanraten
  • mehr als 160 Sparpläne

Bei fixen Gebühren lohnen sich höhere Raten

Eine feste Gebühr im Sparplan bedeutet: Je mehr Sie monatlich anlegen, desto geringer fallen die Kosten ins Gewicht und Sie profitieren. Was aber tun, wenn Sie nur 50 Euro monatlich zurücklegen können oder wollen? In dem Fall ist es sinnvoll, den Sparplan nur vierteljährig auszuführen. Das heißt, Sie zahlen alle drei Monate 150 Euro in den Sparplan ein. Bei Kosten von 1,50 Euro pro Ausführung wären das dann 1 Prozent der Rate – ein vertretbarer Wert. Noch besser ist es, falls vorhanden, in einen kostenlosen Sparplan einzuzahlen.
 
Die Benutzeroberflächen der Depots von der Onvista Bank und Flatex sind leicht zugänglich. Wir empfehlen Ihnen, ETFs nicht über die Börse, sondern bei einem sogenannten Direkthändler zu kaufen. In dem Fall sehen Sie direkt den Preis, den der Händler stellt und können ihn in einem kleinen Zeitfenster annehmen – oder den Kauf verstreichen lassen. Wie dies genau funktioniert, lesen Sie im Ratgeber Aktien kaufen.

Günstigste Depots (Auswahl): Orderkosten in Euro¹

Anlagesumme15.000 €
Einmalanlage
5.000 €
Einmalanlage
100 €
monatlich
Begründung
Unsere Empfehlungen 
Flatex6,756,751,50 
Onvista Bank7,007,001,00 
Weitere Anbieter
Degiro7,703,90--günstig, aber kein Sparplan
DKB25,0010,001,50vergleichsweise höhere Ordergebühren
Postbank29,9514,950,90vergleichsweise höhere Ordergebühren
Wüstenrot direct231,4014,00--vergleichsweise höhere Ordergebühren, kein Sparplan
Targobank34,9012,502,50vergleichsweise höhere Ordergebühren
Maxblue37,5012,502,90vergleichsweise höhere Ordergebühren, teurer Sparplan
BBBank37,5012,50--

vergleichsweise höhere Ordergebühren, kein Sparplan

¹ Die Tabelle zeigt eine Auswahl der untersuchten Anbieter. Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
Wir betrachten das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht. 
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 29. April 2019)

Beide Online-Broker – Onvista Bank und Flatex – dürften vielen Bankkunden nicht geläufig sein. Weitere Informationen zu diesen Brokern und zum niederländischen Anbieter Degiro finden Sie weiter unten in diesem Ratgeber. Degiro hat von allen Depotanbietern die günstigsten Preise; zumindest, wenn Anleger weniger als 12.500 Euro einmalig in ETFs investieren. Allerdings können Anleger dort keinen ETF-Aktiensparplan abschließen. 

Die besten Kombinationsangebote: Depot, Girokonto, Kreditkarte

Wenn Sie Ihre Bankgeschäfte lieber unter einem Dach erledigen, sind Sie mit Blick aufs Depot bei einer von vier geläufigen Direktbanken richtig: DKB, ComdirectConsorsbank und ING.

DKB
Online-Wertpapierdepot DKB-Broker
  • 10 Euro reguläre Gebühren für Orders bis 10.000 Euro, darüber 25 Euro
  • Sparplan 1,50 Euro, unabhängig von der Sparrate
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
Comdirect Depot
Online-Depot der Comdirect
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,90 Euro, maximal 59,90 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, mehr als 100 kostenlose Sparpläne
  • Depot nur kostenlos mit kostenlosem Girokonto oder Wertpapier-Sparplan, sonst 1,95 Euro pro Monat nach drei Jahren.
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
Consorsbank Depot
Online-Depot der Consorsbank
  • reguläre Gebühren von 4,95 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, minimal 9,95 Euro, maximal 69 Euro
  • Sparplan für 1,5 Prozent der Sparrate, mehr als 250 kostenlose Sparpläne
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr
ING Direkt-Depot
Online-Depot der ING
  • reguläre Gebühren von 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Orderbetrags, höchstens 69,90 Euro
  • ETF-Sparplan für 1,75 Prozent der Sparrate, 1,75 Euro bei 100 Euro
  • kombinierbar mit Girokonto und Kreditkarte ohne Grundgebühr

Die Kosten für den Kauf von Wertpapieren liegen vergleichsweise niedrig. Zusätzlich gibt es ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr und eine Kreditkarte ohne Grundgebühr. Wir meinen: ein gutes Gesamtpaket.

Depot als Teil eines Kombiangebots: Orderkosten in Euro¹

Anlagesumme15.000 €
Einmalanlage
5.000 €
Einmalanlage
100 €
monatlich
Begründung
Unsere Empfehlungen 
DKB25,0010,001,50 
Comdirect42,4017,401,50 
Consorsbank42,4517,451,50 
ING42,4017,401,75 
Weitere Anbieter
Targobank34,9012,502,50Girokonto nur kostenlos mit Gehaltseingang, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank254,9529,950,90Girokonto nur kostenlos bei hohem monatlichen Gehaltseingang

Wüstenrot direct3

31,4014,00--

Konto und Kreditkarte kostenlos, hohe Orderkosten, kein Sparplan

Maxblue37,5021,502,90

Keine Bankgeschäfte möglich, teurer Sparplan

1 Die Tabelle zeigt eine Auswahl der untersuchten Anbieter. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
2 Diese Konditionen gelten ab dem 20. Mai 2019
3 Wir betrachten das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht. 
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 29. April 2019)

Die DKB hat eine sehr übersichtliche Kostenstruktur. Falls Sie bis zu 10.000 Euro auf einmal anlegen, zahlen Sie pauschal 10 Euro an Gebühren. Wenn Sie mehr als 10.000 Euro anlegen, fallen pauschal 25 Euro an. Falls Sie monatlich in Raten ansparen, zahlen Sie regulär 1,50 Euro, unabhängig von der Höhe der Sparplanrate. Wenn Sie höhere Sparraten wählen, profitieren Sie dann von vergleichsweise geringen Kosten.

Bei den übrigen drei Banken – Comdirect, Consorsbank, ING  – hängt die Ordergebühr von der Höhe der angelegten Summe ab. Alle drei Banken verlangen einen Grundbetrag von knapp 5 Euro. Die Kosten sind aber bei 59,90 Euro (Comdirect), 69 Euro (Consorsbank) und 69,90 Euro (ING) gedeckelt. 

Für 100 Euro monatliche Sparrate beim ETF-Sparplan bezahlen Sie bei DKB, Comdirect und Consorsbank regulär 1,50 Euro. Die Consorsbank bietet auch eine Reihe von ETFs kostenlos im Sparplan an. Bei der Comdirect und der DKB ist dies nur im Rahmen von befristeten Aktionen möglich. Die Consorsbank legt außerdem Dividenden von ausschüttenden Fonds im Sparplan wieder an. Bei der ING liegt der Sparplan mit 1,75 Euro bei 100 Euro Sparrate preislich gerade noch im Rahmen.

Alle vier Direktbanken haben regelmäßig Aktionen im Programm, um Neukunden zu gewinnen. Die meisten Aktionen sind jedoch zeitlich befristet. In unserem Newsletter  informieren wir Sie regelmäßig über gute Angebote.

Was sollten Sie zu den Brokern wissen?

Die günstigen Online-Broker sind Ihnen womöglich bisher nicht geläufig. Daher haben wir im Folgenden einige Informationen zu den Anbietern zusammengestellt.

Onvista Bank ist Tochter der Comdirect

Die Onvista Bank gibt es unter diesem Namen seit 2009; sie gehört seit 2017 zur Comdirect. Sie führt aber den eigenen Namen weiter und hat eigene Konditionen. Was die Depoteröffnung angeht, hatte diese in der Vergangenheit auch mal bis zu drei Wochen gedauert. Nach Angaben der Bank sollten Kunden das Depot mittlerweile aber nach längstens einer Woche nutzen können, sofern alle Unterlagen vollständig vorliegen. 

Bei der Onvista Bank können Sie Sparpläne nicht wie bei anderen Anbietern einfach anpassen, zum Beispiel die Höhe der Rate ändern. Es ist dann notwendig, den Sparplan zu löschen und einen neuen Sparplan anzulegen. Aber auch das ist kein großes Problem, da alles kostenlos passiert. Sie müssen lediglich ein paar Klicks mehr machen.

Schließlich fragt die Onvista Bank keine TANs ab, wenn Sie Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Stattdessen ist ein einziges Girokonto hinterlegt, von dem das Geld für Käufe abgebucht und der Erlös aus Verkäufen gutgeschrieben wird. Dieses Konto lässt sich nur offline – also per schriftlichem Antrag – ändern. Wir halten dieses Depot daher für ebenso sicher wie solche von anderen Anbietern.

Flatex berechnet Negativzinsen für nicht investiertes Guthaben

Flatex ist ein Broker, der zur Fintech Group gehört. 2017 hat die Gesellschaft eine eigene Bank gegründet, die Fintech Group Bank AG. Mehr dazu lesen Sie im Detailartikel zu Flatex.

Ebenfalls 2017 hat Flatex beschlossen, die negativen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank an die Kunden weiterzugeben. Falls Sie Geld auf dem Verrechnungskonto liegen lassen, bezahlen Sie darauf 0,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Dies sollten Sie vermeiden und Geld stets schnell vom Verrechnungskonto nehmen, indem Sie es entweder investieren oder auf Ihr Girokonto weiterüberweisen.

Zudem kauft Flatex ETF-Anteile für den Sparplan nicht wie die meisten anderen Anbieter über die Börse, sondern direkt von der ETF-Gesellschaft. Der Kaufkurs ist daher kein Börsenkurs, sondern der von der ETF-Gesellschaft am Ende des Handelstags gestellter Kurs, der sogenannte Nettoinventarwert. Dazu kommen zusätzliche Abwicklungskosten (Additional Trading Costs, ATC), die dem Händler zugutekommen, der Flatex die Fondsanteile übermittelt.

Als Anleger brauchen Sie sich wegen der ATC nicht zu sorgen. Diese sind in dem Kaufpreis, den Flatex Ihnen anzeigt, bereits enthalten. Der Kaufpreis seinerseits liegt stets nah am Börsenpreis. Kostenlose Sparpläne sind so auch wirklich kostenlos. Mehr dazu lesen Sie auch im Finanztip-Blog. Eine Diskussion zu den ATC finden Sie in einem zweiten Blogbeitrag (Frage des Lesers Markus vom 3. Dezember 2017).

Falls Sie ausländische Einzelaktien besitzen, verlangt Flatex eine Gebühr für das Einbuchen der Dividende. Sie liegt bei 5,90 Euro pro Vorgang. Falls die Gutschrift der Dividende weniger als 15 Euro beträgt, entfällt die Gebühr. Ein Beispiel: Sie besitzen 75 Aktien von Apple, die viermal pro Jahr eine Dividende von etwa 50 US-Cent pro Anteil einbringen. Nach Einbehalt der US-Quellensteuer steht Ihnen eine Dividende von 21 Euro zu. Für jede Einbuchung werden 5,90 Euro fällig. Von insgesamt 84 Euro Dividende bleiben also am Jahresende nur 60 Euro übrig.

Degiro ist günstig, ermöglicht aber kein Ratensparen

Wenn Sie nach dem absolut günstigsten Depot suchen und sicher sind, dass Sie keinen Sparplan eröffnen wollen, lohnt ein Blick auf den niederländischen Broker Degiro. Vor allem, wenn Sie kleinere Beträge anlegen möchten, kommen Sie bei Degiro nochmals deutlich günstiger davon als bei unseren Empfehlungen.

Allerdings sollten Sie wissen: Abgeltungssteuer kann Degiro wegen des Sitzes im Ausland nicht direkt an den deutschen Fiskus abführen. Sie müssen also Jahr für Jahr Einkünfte aus Kapitalerträgen von der Steuerbescheinigung in Ihre Steuererklärung übertragen.

Ein Verrechnungskonto gibt es bei Degiro nicht. Der Anbieter steckt Geld, das Sie nicht in Aktien oder Fonds halten, stattdessen in einen Geldmarktfonds mit europäischen Anleihen. Ein solcher Fonds kann theoretisch auch negative Renditen erzielen. Für Degiro-Sparer sind aber nach Aussage des Anbieters Verluste ausgeschlossen.

Wie eröffnen Sie ein Depot?

Haben Sie sich für einen Anbieter entschieden, müssen Sie das Depot eröffnen. Führen Sie bereits ein Girokonto bei einer Direktbank und wollen zusätzlich das Depot freischalten lassen, müssen Sie in der Regel nicht erneut Ihre Identität nachweisen. Als Neukunde kommen Sie allerdings um ein paar Angaben nicht herum.

Die Depotbank bittet Sie um persönliche Angaben, neben Anschrift und Kontoverbindung auch zum Gehalt. Die seit 2018 geltende EU-Richtlinie Mifid-II verlangt außerdem, dass jeder Neukunde seine bisherigen Erfahrungen mit Wertpapieren auf einer Skala abträgt. Sollten Sie später einmal Wertpapiere kaufen, die Ihren hinterlegten Kenntnisstand übersteigen, würde die Direktbank eine Warnung aussprechen.

Am Ende ist noch ein Identitätsnachweis nötig. Die meisten Banken bedienen sich nach wie vor des Postident-Verfahrens. Sie bekommen einen Antrag zur Depoteröffnung, mit dem Sie zu einem Postschalter gehen und wo Sie sich ausweisen müssen. Der Depotanbieter prüft die Unterlagen und schaltet erst dann das Depot frei. Bis Sie Ihr Depot nutzen können, kann es zwei Wochen oder länger dauern.

Video: So kaufen Sie günstig ETFs

Wie wechseln Sie Ihr Depot?

Wenn Sie Ihren Depotanbieter wechseln wollen, geht dies relativ leicht von der Hand. Eröffnen Sie dazu zunächst ein neues Depot bei einer anderen Bank oder einem anderen Broker. Die meisten Banken bieten einen Umzugsservice (Depotwechselservice) an. Dazu füllen Sie ein Formular aus, das die neue Bank ermächtigt, die Wertpapiere Ihres alten Depots zu übertragen.

Sie können auch nur einzelne Wertpapiere oder Fonds für einen Übertrag auswählen. Wenn gewünscht, können Sie auch das alte Depot schließen lassen. Der Depotwechsel muss kostenlos erfolgen. Das hat der Bundesgerichtshof bestätigt (Urteil vom 30. November 2004, Az. XI ZR 200/03). Der Wechsel sollte nach etwa zwei Wochen vollzogen sein.

Bei immer mehr Banken lässt sich der Depotwechsel auch komplett online bewerkstelligen. Dazu geben Sie bei Ihrer neuen Bank den Namen Ihrer vorigen Bank und Ihre Depotnummer in ein Online-Formular ein. Wollen Sie einzelne Wertpapiere übertragen, müssen Sie die Identifikationsnummer ISIN bereithalten – oder sich über die neue Bank ins alte Depot einloggen und einzelne Wertpapiere auswählen. 

Den endgültigen Antrag können Sie dann mit Hilfe der Maus am PC oder mit dem Finger auf dem Touchscreen Ihres Smartphones oder Tablets unterschreiben.

So haben wir analysiert

Vergleich Online-Depotbanken 2019

Um auf eine erste Grundgesamtheit zu kommen, haben wir im März 2019 auf Google nach den Keywords „Online-Broker“ und „Wertpapierdepot“ gesucht. Jeweils die ersten zehn Google-Ergebnisseiten haben wir berücksichtigt. Dort fanden wir 32 Anbieter. Aus diesen Anbietern suchten wir diejenigen heraus, die ein Depot mit kostenloser Depotführung ohne Zusatzbedingungen anbieten und gleichzeitig für Privatanleger geeignet sind. Depots mit einer Benutzeroberfläche für professionelle Vieltrader (zum Beispiel Lynxbroker, Interactive Brokers (IB), Captrader) ließen wir außen vor.

Von den 32 blieben 13 Depotanbieter übrig:

  • BBBank
  • Comdirect
  • Consorsbank
  • Degiro
  • DKB
  • Flatex
  • ING
  • Maxblue
  • NIBC Direct
  • Onvista Bank
  • Postbank
  • Targobank
  • Wüstenrot direct

Aus diesen Depots haben wir diejenigen herausgefiltert, die gemessen an den Orderkosten absolut am günstigsten sind. Dazu prüften wir die jeweils günstigste Möglichkeit, 5.000 Euro und 15.000 Euro in ETFs zu investieren. In der Regel waren dies Käufe im sogenannten Direkthandel, nicht über die Börse. Anleger zahlen dort häufig nur Ordergebühren; zusätzliche Börsengebühren fallen weg. Außerdem haben wir die Depots ausgewählt, die Teil eines guten Gesamtpakets – bestehend aus Depot, Girokonto und Kreditkarte – sind. Für Girokonto und Kreditkarte sollten jeweils keine Grundgebühren anfallen.

Wichtiges Auswahlkriterium für eine Empfehlung war zudem, dass Sparer ETF-Sparpläne zu branchenüblichen Kosten abschließen können. Von einem Sparbeitrag von 100 Euro sollten regulär nicht mehr als 1,75 Prozent an Kosten abgehen. 

Die folgenden Tabellen zeigen alle 13 untersuchten Depots und die Empfehlungen für die Kategorien „kostengünstig“ und „bestes Kombiangebot“. Geordnet sind die günstigsten Depotanbieter nach den Kosten für eine Anlage in Höhe von 15.000 Euro. Die Depots in der Kategorie „bestes Kombiangebot“ sind geordnet nach Umfang des angebotenen Service.

Günstigste Depots: Orderkosten in Euro je Anlagebetrag¹

Anlage-
summe
15.000 €5.000 €50 €
Sparplan
100 €
Sparplan
Begründung
Unsere Empfehlungen
Flatex6,756,751,501,50 

Onvista
Bank
²

7,007,001,001,00 
Weitere Anbieter 
Degiro7,703,90----kein Sparplan
DKB25,0010,001,501,50vergleichsweise höhere Ordergebühren
Wüstenrot direct329,9012,50----

vergleichsweise höhere Ordergebühren,

kein Sparplan

Targobank34,9012,501,502,50

vergleichsweise höhere Ordergebühren,

teurer Sparplan

Maxblue37,5012,502,702,90

vergleichsweise höhere Ordergebühren,

teurer Sparplan

BBBank37,5012,50----

vergleichsweise höhere Ordergebühren,

kein Sparplan

Comdirect42,4017,400,751,50

vergleichsweise höhere Ordergebühren

ING42,4017,400,8751,75

vergleichsweise höhere Ordergebühren

NIBC direct42,4017,40----

vergleichsweise höhere Ordergebühren, kein Sparplan

Consorsbank42,4517,450,751,50

vergleichsweise höhere Ordergebühren

Postbank354,9529,950,900,90

vergleichsweise höhere Ordergebühren

¹ Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat.
Bei der Onvista Bank handelt es sich um das Festpreisdepot; bei der Wüstenrot direct um das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht. 
Diese Konditionen gelten ab dem 20. Mai 2019.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 29. April 2019)

Depot als Teil eines Kombiangebots: Orderkosten in Euro je Anlagebetrag¹

AnlagesummeGirokonto
und
Kreditkarte
ohne
Grundgebühr
15.000 €5.000 €50 €
Sparplan
100 €
Sparplan
Begründung
Unsere Empfehlungen 
DKBja25,0010,001,501,50 
Comdirectja42,4017,400,751,50 
Consorsbankja42,4517,450,751,50 

ING

ja42,4017,400,8751,75 
Weitere Anbieter
Targobankja34,9012,501,502,50Girokonto nur kostenlos mit Gehaltseingang, vergleichsweise teurer Sparplan
Postbank2nein54,9529,950,900,90Girokonto nur kostenlos bei hohem monatlichen Gehaltseingang

Wüstenrot direct3

ja29,9012,50----kein Sparplan
BBBankja37,5012,50----kein Sparplan
Flatexnein6,756,751,501,50keine Bankgeschäfte möglich
Onvista Bank3nein7,007,001,001,00

keine Bankgeschäfte möglich

Degironein7,703,90----keine Bankgeschäfte möglich, kein Sparplan
Maxbluenein37,5012,502,702,90

keine Bankgeschäfte möglich, teurer Sparplan

NIBC directnein42,4017,40----kein Girokonto, keine Kreditkarte, kein Sparplan

¹ Orderkosten lauten in Euro. Das Zeichen -- bedeutet, dass die Bank oder der Broker das Angebot nicht im Programm hat. 
2 Diese Konditionen gelten ab dem 20. Mai 2019.
Bei der Wüstenrot direct handelt es um das Wertpapierdepot, das Handel über die Börse ermöglicht; bei der Onvista Bank um das Festpreisdepot.
Quelle: Anbieter, Finanztip-Recherche (Stand Konditionen: 29. April 2019)

Warum große Geschäftsbanken nicht aufgeführt sind

Große Geschäftsbanken wie die Commerzbank tauchen in der Übersicht nicht auf. Deren Direktdepot ist für Kunden nur kostenlos, sofern sie einmal pro Quartal handeln. Andernfalls fallen je nach Depotvolumen hohe Gebühren an.

In der Untersuchung verblieben sind dagegen Anbieter, bei denen es nur kleine Einschränkungen für ein kostenloses Konto gibt. Bei normaler Nutzung ist es möglich, das Depot kostenlos zu führen. Das gilt für die Comdirect und die Targobank. Bei der Comdirect ist das Depot gebührenfrei, wenn Sie ein kostenloses Girokonto eröffnen. Bei der Targobank reicht es, wenn Sie das Online-Postfach dauerhaft nutzen.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Max Mergenbaum

Stand: 11. Oktober 2019


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