Was ich am gesamen Thema bzw. am Thema des Threads so spannend finde, ist der Spagat, den man dabei versucht hinzukriegen. Ich seh das ganze wie ein Dreieck der Interessenlagen und Zielsetzungen: 1. Renditeoptimierung der Anlage insgesamt (Gesamtrendite), 2. Renditeoptimierung für mich (Ausschüttungsrendite, ggf. Entnahme) und 3. Renditeoptimierung für die nächste Generation (verbleibendes Gesamtvermögen im Depot). Jede Optimierung auf eines dieser Ziele geht dabei logisch zu Lasten der jeweils anderen Ziele.
Hornie hat offenbar Nummer 1 im Blick und Entnimmt für Nummer 2 was er für größere Ausgaben braucht. Micho scheint Vermögensaufbau auch für die nächste Generation (Nummer 3) nicht zu mögen und Streuung/Inflationssicherung anders zu sehen als ich. ichbins ist froh, dass Nummer 1 und 2 bisher auf Grund der Marktlage relativ gut gelaufen sind, vermutlich aber mit einer relativ hohen Entnahmequote zu Lasten von 3. Depotfee würzt seit längerem das Depot mit Einzelaktien nach, will Nummer 2 möglichst einfach und sieht (ähnlich wie ich) den Rest, also Nummer 3. also bei der nächsten Generation...
@John Bogle : Wenn man die drei Bausteine oben mit einer Gesamtrendite von rund 7,5% für den All-World, 6,5% für den High-Dividend und 5,5% für den EM-Bond-ETF versieht, kann man in Abhängigkeit von den jeweiligen Ausschüttungsrenditen damit eigentlich auch wieder relativ zielführend puzzeln: Das eben mit dem Ziel einer Austarierung der Gesamtrendite für Ziel Nummer 1, der Ausschüttungsrendite und Steigerung für Ziel Nummer 2 und Als Residualgröße dann eben den Rest, den man dann (gedanklich) für die nächste Generation verplant.
Wie man es dreht und wendet: Am Ende stellt sich doch immer wieder die Frage, welchen Teil des Vermögens man für sich verbrauchen möchte und welchen man an die nächste Generation weitergibt, sofern man das Vermögen nicht zwangsläufig verbrauchen muss. Aufbrauchen kann man natürlich immer alles, wenn man aber unter der Schwelle des langfristigen Vermögensverbrauchs (ggf. die o.g. 2,6%) bleibt, dann ist das ganze doch eine simple Verteilungsfrage zwischen den Generationen und im Zeitverlauf. Und dann ist eben auch klar: Je geringer die eigene Entnahme, desto höher das am Ende der nächsten Generation zur Verfügung stehende Vermögen und das eben auch real betrachtet.
Bei einer realen (!) Weltmarktrendite von 5,5% bei 100% Aktienquote und einer Entnahme von 2-2,5% pro Jahr für einen selbst, bleiben eben gut 3% reales Vermögenswachstum mit Zins- und Zinseszinseffekt. Sprich: Je mehr man jetzt spart, desto überproportional mehr bleibt dann für die Kids. Und da muss man sich dann einfach überlegen: Wie viel ist mir ein Mehrkonsum jetzt für mich Wert im Vergleich zu den Möglichkeiten, die die nächste Generation dann hat. Und nicht bei jeder Generation geht es zu wie bei den Buddenbrooks, auch wenn ich Thomas Mann sehr mag! ![]()