In seiner Zeit als Selbstständiger hat er ja auch unseren Staat entlastet. Er hat 2 mal Steuern gezahlt, die Ust. sowie die ESt. Allein deshalb hätte der Staat doch hier (vielleicht nicht vom Gesetz her), aber allein die moralische Pflicht gehabt, diesem Mann zu helfen. Hier ist ja alles schief gelaufen.
Ja, oder der Staat muss eben Systeme etablieren, die eine Altersversorgung auch bei Selbstständigen oder Freiberuflern wirklich sicherstellen, insb. wenn sie das Risiko PKV eingehen…
Er bekommt von seiner PKV nur den Notlagentarif mit einer total abgespeckten Versorgung.
Und das in seinem labilen Zustand. Und der Notlagentarif ist auch nur vorübergehend.
Ich habe hier gar nichts vom Sozialamt gelesen. War das nicht eingeschaltet worden?
Wenn er jetzt noch in Obdachlosigkeit gerät, kann der Fall ja kaum noch schlimmer
kommen. Das kann unser Sozialstaat nicht wollen. Ich sehe für diesen armen Teufel keine andere Lösung.
Sozialamt/BA/Jobcenter sind bzw. waren involviert. Teile der PKV-Beiträge werden ja jetzt auch von dieser Seite übernommen! Nur was hilft das, wenn die Leistungen der PKV dann so gering sind, dass einen die Zuzahlungen bzw. Selbstbehalte finanziell praktisch ruinieren?
Er lebt von Grundsicherung und soll zu seinen benötigten Herzmedikamenten jeden Monat satte dreistellige Beträge dazuzahlen. Wie soll das funktionieren von Grundsicherung? Durch Beitragsrückstände wurden die Kosten der Herz-OP nicht übernommen, allein daher sind rund 40T€ offen die aktuell nicht beglichen werden können. Verbraucherinsolvenz ist da jetzt gerade ein Thema, aber ich glaube es wird klar, wie gut die Lebenssituation und auch die medizinische Versorgung in so einer PKV-Situation dann letztlich noch ist: Den behandelnden Ärzten/innen ist relativ schnell klar, dass Teile der Rechnungen offen sind/bleiben werden, was der Sache auch nicht gerade dienlich ist.
Daher kann ich Leuten im Alter mit PKV und Geldsorgen nur raten: Reagiert rechtzeitig, geht auf die Clearing-Stellen zu und versucht Lösungen zu finden, bevor Beitragsschulden auflaufen.
Wer über 55 mit zu wenig Einkommen/Rente in der PKV gefangen ist, hat irgendwann nur noch die Wahl zwischen Pest, Cholera und anderen unschönen Optionen. Man sollte aber trotzdem versuchen, diese Entscheidungen möglichst doch noch halbwegs gut zu treffen, was für überschuldete Menschen regelmäßig schwierig ist.
Ansonsten wie schon geschrieben: Ich bin selbst in der PKV versichert, aber auch nur weil ich mein vergleichsweise hohes Einkommen und meine Altersversorgung doppelt und dreifach abgesichert habe und neben dem Immobilienvermögen auch weiterhin das Depot massiv mit Aktien-ETF ausbaue. Allen „Wackelkandidaten“ in Punkto Einkommenssicherheit, Altersvorsorge und Vermögensaufbau würde ich insb. im fortgeschrittenen Alter dringend dazu raten, einen Wechsel in die PKV zu überdenken. Die Versicherungen und Makler verdienen auch an einem 50 Jährigen, der in die PKV wechselt ganz massiv. Der Schaden für die Betroffenen ist dann aber, wie man sieht, oft noch viel massiver…