Beiträge von LebenimSueden

    Aber wie soll eine Zinserhöhung durch die EZB sich gegensteuernd gegen eine Inflation positiv bemerkbar machen, wenn die Inflation von einem Angebotsmangel (Öl, Gas) verursacht wird?

    Genau gleich. Höhere Zinsen drosseln die wirtschaftliche Aktivität und damit die Nachfrage nach Öl und Gas. Außerdem senden Zinserhöhungen das Signal, dass die Zentralbank die Inflation nicht einfach hinnehmen wird und verringert somit Zweitrundeneffekte. Die 70er bieten schönes Anschauungsmaterial dazu. Stimulation beim Angebotsschock führt nur dazu, dass man am Ende zweistellige Inflation mit zweistelligen Zinsen bekämpft und erst recht eine große Krise hat.

    Ich möchte rückwirkend auch die Kindergartengebühren, die ich 1990 bis 1995 für meine Töchter gezahlt habe, wiederhaben! Heute ist der Besuch schließlich kostenlos in den Grundzeiten! 8o

    Also hier nicht. Aber mein Bundesland hängt ja auch nicht am Tropf des Finanzausgleichs...

    Und natürlich wäre es nicht nur fair, sondern auch absolut sinnvoll, das Splitting auch für bestehende Ehen abzuschaffen. Vielleicht nicht von jetzt auf sofort, aber mit 1-2 Jahren Vorwarnung.

    Nein verwechsle ich nicht. Für Kinder gilt das Gleiche. Kein Einkommen, nix zu sparen. 10€ Staatsgeld pro Monat zu verkleckern, wird auch bei langem Anlagehorizont nicht viel reißen, wenn man im Berufsleben nicht mehr investiert. Ob das der Finanzbildung zuträglich ist, hängt vor allem von den Eltern ab. Ich wage mal zu behaupten, dass das nur bei den Eltern klappt, die selbst bereits für ihre Kinder ein Depot angelegt haben.

    Es gibt viele Gründe, warum Kinder bereits in die Altervorsoge eingebunden werden sollten. Allein schon, weil der Anlagehorizont sich so vergrößert und die Zinsezinseffekte sich wirkungsvoller ausspielen. Finanzbildung ist ein anderer Aspekt.

    Nein. Von welchem Geld investiert ein 20-jähriger Student denn? Wenn wir hier große Förderung betreiben, dann profitieren doch vor allem die Studenten mit wohlhabenden Eltern. Und wer neben dem Studium her mindestens 44h pro Monat arbeitet, ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit förderfähig

    1. Dafür gibt es die Frühstartrente, nicht das AVDepot.

    2. Das ist ja genau das Problem, dass die Deutschen en gros nicht verstehen, warum sie fürs Alter vorsorgen müssen. Und vor allem wie. Stichwort: Finanzbildung.

    Das sind doch zwei unterschiedliche Paar Stiefel. Ein 20-jähriger Student muss noch nicht unbedingt fürs Alter vorsorgen. Es reicht, wenn er das mit 25 im Job anfängt. Dass er das irgendwann tun sollte, steht außer Frage. Ich finde es auch grundsätzlich richtig, dass ohne Erwerbstätigkeit keine geförderte AV stattfindet. Woher soll beim Student das Geld für eine Altersvorsorge herkommen?

    "Ohne Erwerbstätigkeit oder indirekte Förderbarkeit (z.B. Ehegatte/Kinder) wohl nicht."

    Ist diese Möglichkeit dementsprechend für Schüler verschlossen?

    Die geplante Frühstartrente wird sich ja über Jahre hinziehen, bevor der Jahrgang von jetzt 15jährigen erreicht wird.

    Aber ist das jetzt wirklich ein relevanter Punkt? Wehrdienst gibt es noch nicht wieder, d.h. wer mit 18 Abi macht und beim Studium nicht trödelt, hat mit 23 seinen Master in der Tasche, kann arbeiten und voll gefördert vorsorgen. Das reicht. Zumal sich als Student durchaus Möglichkeiten ergeben nebenher 1,5-2 Tage die Woche sozialversicherungspflichtig zu arbeiten.

    Ich verstehe echt nicht, warum unbedingt 15-jährige schon fürs Alter vorsorgen müssen

    Wie geht das mit den vielen Rückstellungen, wenn doch die Ärzte so sehr von Einnahmen durch die PKV Patienten abhängen und ohne sie alle absaufen würden?

    Das ist voneinander unabhängig. Die Rückstellungen bildet die PKV in jungen Jahren damit im Alter die Beiträge nicht so schnell steigen. Dass pro Behandlung mehr gezahlt wird, liegt unter anderem daran, dass die PKV eben nicht jeden aufnimmt und niemanden "kostenlos" (also auf Kosten anderer) mitversichert


    Jetzt fehlt nur noch ein Vorschlag, wie das rechtssicher umzusetzen wäre.

    Für alle von jetzt auf sofort wird schwierig. Ich rechne aber damit, dass mittelfristig der Eintritt in die PKV deutlich erschwert werden wird. Und man Anreize zum freiwilligen Wechsel schaffen wird. Dass diese natürlich vor allem von der Gruppe der Älteren angenommen werden, die nach aktuellem Stand nicht mehr wechseln dürfen...

    Die Ampel hat ernsthaft an Reformen gearbeitet,

    Hat sie das?

    Mein Eindruck ist eher, dass man ein paar Sachen angedacht hat und dann wieder zurückgerudert. Stichwort Agrardiesel. Die Auswirkungen des Heizungsgesetz hat man elegant auf die nächste Legislaturperiode verschoben. Und so weiter. Die letzte Regierung, die ernsthaft an Reformen gearbeitet hat, war die Regierung Schröder.

    Und dass du jetzt ausgerechnet Klingbeil für eine Rede lobst, wo doch dessen SPD seit einem Jahr alle Projekte aus dem Koalitionsvertrag blockiert, die keine SPD-Herzensangelegenheiten waren...

    Aber im Sinne von Kosteneinsparung sehe ich nicht ein, warum ich dafür beim Doc vorreiten soll, wenn ich für mich beschlossen habe, dass ich die Impfung will und zur Zielgruppe gehöre.

    Ich sehe auch ehrlich gesagt den Sinn dieser Aufklärungsgespräche nicht. Gibt es wirklich Leute, die zum Arzt gehen mit dem Ziel einer Impfung und dann nach dem Arztgespräch abbrechen, weil ihnen potentielle Nebenwirkungen nicht passen?

    Was meinst du damit?

    Dass Kinder in der GKV inklusive sind aber in der PKV nicht. Ich verstehe, dass das Mitleid recht begrenzt ist, wenn der Vertriebsleiter mit sechsstelligem Jahresbrutto für jedes Kind noch einen PKV-Beitrag zahlen muss, aber so ganz sauber ist das nicht, wenn wir ehrlich sind. Für die Frage, ob man Wohlhabende mehr belastet als andere, sollte das Steuersystem zuständig sein.

    Ja. Nur wurde das - im Gegensatz zum obigen Beispiel - nicht ausgeglichen. GKV-Kinder sind kostenlos versichert, PKV-Kinder nicht. Da hat der Staat eine Ungleichheit geschaffen.

    Falsch. Die Ungleichheit war schon vorher da und wird damit behoben. Wobei sich die Auswirkungen in der Praxis in Grenzen halten dürften...viele PKV-Kinder sind beihilfeberechtigt (die Beihilfe für Kinder könnte natürlich dann entfallen und man diese wahlweise in der GKV oder PKV versichern), dazu kann man als unverheiratetes Paar die Kinder problemlos über den GKV-Elternteil kostenlos versichern. Und die paar Kinder, die dann noch übrig bleiben, taugen zwar gut für die Neiddebatte aber da haben wir im Land ganz andere Baustellen. Illustriert aber schön, warum wir in Deutschland keine einfachen Lösungen hinbekommen. Ironischerweise sind komplexe Regeln nicht gerechter, da jede Sonderregel weitere benachteiligte Gruppen schafft und dazu allen die Komplexität auflastet

    Es ist auch schwierig etwas zu ändern, wenn man jahrelang die Komplexität (Bürokratie) mehr und mehr erhöht hat. Egal, wo Du dran versuchst zu ziehen oder zu schrauben, es bewegen sich dann zu viele Ecken im System.

    Es gibt durchaus Möglichkeiten, die Komplexität zu reduzieren. Dazu braucht es allerdings die Bereitschaft, nicht alles bis ins kleinste Detail zu regeln und Leute einfach mal machen zu lassen. Auch wenn die Möglichkeit besteht, dass ein einzelner Dinge macht, die man nicht für gut befindet oder Leute für ihre Entscheidungen die Folgen tragen müssen.

    Paradebeispiel dafür ist der Emissionshandel. Wenn ich vorgebe, wie viel CO2 insgesamt ausgestoßen werden darf, brauche ich keine Regel mehr, wer wann noch eine Gasheizung einbauen oder wie viel die Flotte eines bestimmten Herstellers auf dem Prüfstand ausstoßen darf. Auf die GKV bezogen könnte man einen Mindestbeitrag festlegen, den jeder zu zahlen hat, der die Leistungen der GKV in Anspruch nehmen will. Für Kinder wird entsprechend das Kindergeld erhöht, also kostenneutral für Eltern. Für kleine Kinder gibt es einen Zuschlag beim Kindergeld damit die KV während der Elternzeit abgedeckt ist. Kostenfreie Mitversicherung braucht es dann nicht mehr als Konzept. Familien werden nicht mehr belastet, das System ist über die Pauschalen recht einfach geregelt. Wer für ein Kind 15 Jahre zu Hause bleibt, trägt eben die Folgen der privaten Entscheidung.

    Die beitragsfreie Familienversicherung ist kein Luxus - sie ist eine Achse des Systems.

    Kann man so sehen, aber wenn man das so sieht, sollte man es auch konsequent auf Familien ausrichten und nicht auf das Familienbild, das Anno 1950 üblich war. Also abhängig von der Frage, ob unterhaltspflichtige Kinder existieren. Es ist immer wieder spannend, wie mit Familie argumentiert wird und in der Praxis Familien doch eher der Beifang sind während im Jahr 2026 durchaus übliche unverheiratete Familien (ca. ein Drittel aller Kinder) sowohl beim Splitting als auch bei der GKV außen vor bleiben.

    Ich habe jetzt mal eine ganz absurde Idee: wir schaffen Familienförderung für Nicht-Familien ab. Und investieren das Geld in echte Familien, definiert an real existierenden unterhaltspflichtigen Kindern. Aber an das Thema traut sich natürlich keiner ran...was sehr viel darüber aussagt, wie viel von dem Geld eben nicht bei Familien landet.

    Alleinverdienerhaushalte. Von gut bis schlecht verdienend. Von reich bis knapp bei Kasse. Mit oder ohne Kinder.

    Was willst du uns sagen?

    Ne, schlecht verdienend profitiert kaum vom Splitting. Die würden auch alleine fast keine Steuern zahlen. Und wenn man oberhalb des doppelten Spitzensteuersatz verdient, bringt ein Splitting auch nichts mehr

    Attraktiv ist das vor allem, wenn ein Partner am oberen Ende der Progression verdient und durch das Splitting in einer deutlich niedrigere Progression rutscht.