Zu 3: Ein Zertifikat ist eine Inhaberschuldverschreibung, als eine Anleihe. Jedoch keine festverzinsliche Anleihe, bei der Du jedes Jahr einen festen Kupon ausbezahlt bekommst, sondern der Kupon und/oder die Rückzahlung hängt von den Bedingungen ab, die im Prospekt beschrieben sind.
Dein Kapitalschutzzertifikat (auch strukturierte Anleihe genannt) ist zunächst ein Zero, d.h. Du bekommst keine Zinsen ausbezahlt, sondern nur eine (erhöhte) Rückzahlung. Dein Produkt ist in sofern konservativ, da Du eine Mindestrückzahlung von 116% hast.
Diese Produkte werden üblicherweise über Filialbanken vertrieben und alle Kosten zahlst Du am Anfang. Es gibt keine laufenden Produktkosten. Bei einer Filialbank können aber ggf. laufende Depotkosten anfallen.
Beispiel: Das Produkt soll für den Emittenten und die Vertriebsbank eine Provision von 4% haben und zu 101% verkauft werden. Dann muss der Herstellpreis (innerer Wert) 97% sein. Der Strukturierer hedget die Emission durch einen Zero plus Derivate (hier CaII long 116% und CalI short 136%) so, dass er auf den gewünschten Herstellpreis kommt. Die Variable, an der er schrauben kann, sind die Basispreise der Optionen. Die Provisionen sind auch im BIB ausgewiesen, dass Du beim Kauf erhalten hast. Die verbreitete Vorstellung, dass Du "gegen die Bank spekulierst" ist falsch, die Bank hat das Produkt voll abgesichert und die eingerechnete Provision am Emissionstag verdient.
Ok, das war jetzt schon recht detailliert. Fakt ist, dass Du etwas für 101% kaufst, was 97% wert ist. Damit sind aber alle Produktkosten bezahlt.
Zu 1 und 2: Ja, wenn der Index am Feststellungstag mindestens 36% über dem Stand vom Starttag ist, wird Dein Zertifikat zu 136% zurückgezahlt (abzgl. Steuer, aber keine weiteren Kosten).
Beachte aber, dass der Basiswert ein Kursindex ist, d.h. alle Dividenden werden nicht berücksichtigt. Darüber hinaus enthält der Index gerade dividendenstarke Aktien, d.h. der Index entwickelt sich deutlich schlechter, als beispielsweise ein ETF auf Dividendenaktien!
Für die Renditeberechnung musst Du natürlich den Ausgabeaufschlag berücksichtigen. Bei einem AA von 1% wäre die Rendite 5,08% (6. Wurzel aus 1,36/1,01).
Der Emittent stellt ständig Geld- und (meistens auch) Briefkurse. In der Regel entspricht der Briefkurs dem inneren Wert und der Geldkurs liegt 1% niedriger. Bei einem heutigen Verkauf sollte Dir die Kostenkalkulation also dieses Prozent zzgl. der Brokerkosten (und ggf. Börsenkosten) anzeigen.