Beiträge von pok

    ...bis sich der Kurs noch etwas erholt.

    Das hört sich nach einem Denkfehler an. Wenn Kellogg's für dich jetzt kein gutes investment ist, dann solltest du doch direkt in was besseres investieren, unabhängig davon wie der Kurs steht. Was ist den wenn Kellogg's sich nie erholt oder noch weiterfällt? Willst du sie dann bis an dein Lebensende halten?

    Such Mal nach Verlustaversion, Ankereffekt, versunkene Kosten,...

    Kleines Update zu Openbank: aktive Kunden (3 Lastschriften pro Monat oder alle zwei Monate oder 1 Zahlungseingang aufs Girokonto in Höhe von 600 Euro pro Monat) erhalten jetzt 2,5% p.a. aufs Tagesgeld. Ob sich die 0,x% gegenüber einem deutschen Tagesgeldkonto lohnen muss jeder selber entscheiden.

    Noch ein Punkt der für manche einen Nachteil darstellen könnte: man muss jedes Jahr eine Steuererklärung abgeben und die Anlage KAP ausfüllen, wenn man Zinsen von Openbank erhalten hat.

    Bin schon lange Kunde bei Openbank. Die versuchen wahrscheinlich Neukunden anzulocken nachdem vermutlich viele Gelder abgehoben wurden, da es für Bestandskunden nur 1% gibt und man mit deutscher Einlagensicherung 2% und mehr bekommen kann...

    Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden und nutze es noch immer aktiv. Nur dass mein Notgroschen jetzt wo anders liegt...

    Die spanische Einlagensicherung ist vermutlich das größte Manko.

    zu 1) Verwaltungsgebühren wirst du weiterhin zahlen. Dir steht am Ende mindestens das Kapital zur Verfügung, was du Eingezahlt hast - nicht das was jetzt drin ist.

    zu 2) Rentenfaktor = monatliche Rente * 10000 / Kapital

    Das heißt aber nicht, dass dieser garantiert ist!

    Es gibt Riestervertäge, da wird die Rentenversicherung erst bei Eintritt in die Rente abgeschlossen. Und da wird manchmal nochmal Abschlussprovision kassiert. Da musst du dir deine Vertragsunterlagen ganz genau durchlesen

    Da die meisten Anleihen kein KID haben, wirst du die auch nicht kaufen können (außer du bist institutioneller Anleger aber dann würdest du dich eher nicht für Finanzen.net zero interessieren...). Den Aufwand mit dem KID machen sich viele Emittenten nicht, da sie genügend Abnehmer haben. Und bei den Anleihen, die für Privatanleger verfügbar sind, würde ich zumindest bei Unternehmensanleihen sehr vorsichtig sein. Die wissen schon warum sie sich den Aufwand machen und ich vermute Mal, dass das nicht aus Freundlichkeit zu Privatanlegern gemacht wird.

    Über z.B. Smartbroker kann man Staats- und Unternehmensanleihen kaufen. Aber überlege dir gut was du da machst.

    Zu Mittelstandsanleihen, die an Privatanleger verkauft werden, hier ein lesenswerter Artikel: https://www.test.de/Mittelstandsan…eger-5815258-0/

    Ist aber leider auch relativ grottig.

    Die meisten Streitigkeiten enden mit Vergleich, da fallen dann nicht mal die Gerichtskosten an.

    Ich war einmal vor dem Arbeitsgericht. Ich hatte 0 Euro Kosten außer bisschen Porto. Der Arbeitgeber über 10.000 Euro (Anwalt mit 450 Euro Stundensatz) und der AG musste dann noch ein paar Euro für einen Vergleich hinlegen.

    Hast du wirklich jeden Rechtsschutz aller Gewerkschaften überprüft, dass du sagen kannst, dass die grottig sind? Finanztest schreibt im Heft 04/2022: "Gewerkschaftsmitglieder benötigen den Baustein Beruf nicht unbedingt".

    Es gibt noch die eigenen Anwaltskosten. Wenn es um ein hohen Streitwert geht, dann werden die Kosten auch entsprechend höher sein.

    Nur weil es bei dir günstig war, heißt das nicht, dass das immer so ist. Und solltest du es ohne Anwalt gemacht haben, dann hast du vielleicht auch nichts das Optimum rausgeholt.

    Nur bei Direktzusagen und Unterstützungskassen kann bei Kapitalleistung die Fünftelregelung angewendet werden.

    Bei einer Direktversicherung, einem Pensionsfonds oder einer Pensionskasse kann die Fünftelregelung nicht angewendet werden.

    Ich habe mir Mal ein Angebot zu einer Basisrente bei Clark geholt. Es war meiner Meinung nach schlecht und auf meine Wünsche und Vorstellungen wurde nicht eingegangen oder sie wurden schlicht ignoriert und der Vorschlag war so ausgearbeitet, dass eher die Provision maximiert wurde. Zudem hatte ich bei der Beratung das Gefühl, dass da eher auswendig gelernte Argumente für eine Basisrente "abgespielt" wurden ohne auf die Nachteile einzugehen und das konkrete Angebot im Detail zu besprechen. Bei jeder kritischen Frage zu dem Angebot und den hohen Kosten kam so etwas wie "aber die Steuererstattung ist so hoch", "schau dir Mal an wie viele Steuern du sparen kannst",...

    Von einem anderen Versicherungsmakler habe ich hingegen ein Angebot nach meinen Vorstellungen zu ähnlichen Konditionen wie bei einem Nettotarif erhalten. Ich war wirklich überrascht wie groß die Unterschiede bei der Beratung und dem Angebot waren. Also am besten mehrere Angebote bei unterschiedlichen Anbietern einholen.

    Vielleicht hatte ich bei Clark nur Pech mit dem Berater. Ich werde den Service nicht mehr in Anspruch nehmen.

    Shoop funktioniert sehr gut.

    Um Nachbuchungen zu vermeiden: Shoop.de in einem Inkognito Fenster des Browsers öffnen und immer alle Cookies akzeptieren.

    Hier noch eine Interessante Analyse zu Rentenfaktoren: https://www.franke-bornberg.de/blog/was-bedeu…-hoch-2021-2022

    Laut Franke Bornberg liegen die garantierten Rentenfaktoren im Jahr 2022 zwischen 17,69 und 25,93 Euro. Da lag ich mit den angenommenen 35 Euro vielleicht etwas zu hoch.

    Garantierter Rentenfaktor bedeutet allerdings nicht, dass er nicht am Ende auch höher liegen könnte. Es ist das was man am Ende auf jeden Fall bekommt. Man hat also eine Planungssicherheit wenn es keine Treuhänderklausel gibt (und die Versicherungsgesellschaft nicht in Schieflage gerät)

    Ich habe mal die Analysen mit dem niedrigsten und höhsten garantiertem Rentenfaktor durchgerechnet:

    Lange Laufzeit (über 44 Jahre):

    Rentenfaktor 25,93 Euro

    Netto Riester-Rente sinkt auf 193,01 Euro/Monat

    Dies entspricht einer Entnahme aus dem Depot von unter 1,5% p.a. und sollte problemlos möglich sein.

    Link zu Report: Rentenfaktor 25,93 Euro je 10000 Euro Kapital

    Rentenfaktor 17,69 Euro

    Netto Riester-Rente sinkt auf 132,05 Euro/Monat

    Dies entspricht einer Entnahme aus dem Depot von ca. 2% p.a. und sollte problemlos möglich sein.

    Link zu Report: Rentenfaktor 17,69 Euro je 10000 Euro Kapital

    Kurze Laufzeit (unter 15 Jahre):

    Rentenfaktor 25,93 Euro

    Netto Riester-Rente sinkt auf 53,89 Euro/Monat

    Dies entspricht einer Entnahme aus dem Depot von ca. 3,6% p.a. und sollte möglich sein.

    Link zu Report: Rentenfaktor 25,93 Euro je 10000 Euro Kapital

    Rentenfaktor 17,69 Euro

    Netto Riester-Rente sinkt auf 36,74 Euro/Monat

    Dies entspricht einer Entnahme aus dem Depot von unter 2,5% p.a. und sollte problemlos möglich sein.

    Link zu Report: Rentenfaktor 17,69 Euro je 10000 Euro Kapital


    Insgesamt sieht es mit diesen Rentenfaktoren deutlich schlechter für die Riesterversicherung aus und selbst bei einer kurzen Laufzeit würde ich den ETF-Sparplan vorne sehen.

    Du warst ja anscheinend erst 22 Jahre alt, als dir diese Versicherung verkauft wurde. Wenn du nicht gerade ein Selbständiger mit stabilen Verhältnissen (Firma läuft seit mehreren Jahren stabil) oder jemand mit einem Gehalt oberhalb der BBG von damals ca. 55000 Euro zum Zeitpunkt des Abschlusses warst, dann könnte es sich um ein ungeeignetes Produkt für dich handeln. Darauf hätte dich der "Berater" hinweisen müssen.

    Schau mal was in deiner Beratungsdokumentation steht. Falls diese fehlt, dann muss der Berater nachweisen, dass er dich richtig beraten hat. Falls da drin steht, dass dir der Berater dieses Produkt nicht empfiehlt, dann ist er fein raus.

    Schau dir mal das Urlteil Az. 9 U 97/19 des OLG Karlsruhe an (vom 7.12.2021)

    https://openjur.de/u/2390460.html

    Da wurde festgestellt, dass eine Basisrente für einen 41-jährigen Selbstständigen ungeeignet sein kann. Dem Kläger wurde in dem Urteil sein Geld + Zinsen zugesprochen.

    Meine Empfehlung: lass dich mal von der Verbraucherzentrale oder einem Anwalt beraten. Vielleicht kommst du noch an dein Geld ran.

    pok

    Danke für die Rechnung, das ist sehr interessant. Gibt es dazu einen Rechner mit dem man das mal durchspielen kann, oder sind das deine eigenen Rechnungen? Habe mich schon immer gewundert, worauf die Aussagen basieren wann sich Riester eher lohnt...

    Ich kann dir gerne Zugriff auf den Rechner geben. Schreib mir einfach eine Nachricht. Ich hatte jedenfalls viele neue Erkenntnisse, als ich damit unterschiedliche Szenarien durchgerechnet habe.

    Vielleicht magst Du eine vergleichbare Rechnung für z.B. max. 15 Jahre danebenstellen?

    Hier ist eine Beispielrechnung mit 14 Jahren und 7 Monaten. Ansonsten gleichen Parametern und zum Renteneintritt der gleichen gesetzlichen Rente: https://bit.ly/3zFD0Pp

    Durch die kürzere Laufzeit ist logischerweise weniger Kapital zusammen gekommen:

    Riester: 28.443 Euro

    Depot: 20.038 Euro

    (Beides inflationsbereinigt)

    Riester liegt also bei einer kürzeren Laufzeit deutlich vorne (bei diesen Annahmen, die vielleicht zu optimistisch sind bei dieser Laufzeit. Dazu mehr weiter unten). Das liegt an den höheren Einzahlungen durch die Zulagen und Steuervorteile in der Ansparphase. Eine bessere Performance beim Depot erfordert eine längere Laufzeit.

    Wenn man sich die Steuer anschaut, dann sieht man noch immer die Vorteile einen ETFs in der Entnahmephase:

    Auf die Rente fallen ca. 27% auf die Rentenzahlungen an (also nur einen Prozent-Punkt geringer als beim vorherigen Beispiel mit höherer Riester-Rente)

    Mit den Annahmen kommt man auf eine Riester-Rente (netto, inflationsbereinigt) in Höhe von 72.68 Euro.

    D.h. man müsste netto 872.16 Euro jedes Jahr aus dem Depot entnehmen, um auf den selben Wert zu kommen.

    Beim Depot liegt die Steuer auf die Gewinne weiterhin bei ca. 18.5%

    Wie man erkennen kann lässt sich der benötigte Betrag dank des Sparerpauschbetrag sogar komplett steuerfrei entnehmen. Sollte der Sparerpauschbetrag bereits aufgebraucht sein, dann ist liegt die durchschnittliche Steuerbelastung auf die Entnahme aus dem Depot bei ca. 7.5% (ca. 40% sind Gewinne; Steuer dank Teilfreistellung bei ca. 18.5%; Wenn man die Vorabpauschale nicht mehr bei 0 liegt, dann sinkt die Steuerbelastung auf den ETF noch weiter oder man könnte sie mit Ausnutzung des Sparerpauschbetrags noch weiter reduzieren) Man müsste also ca. 938 Euro pro Jahr entnehmen, wenn der Sparerpauschbetrag bereits verbraucht ist.

    Dies entspricht einer Entnahme von ca. 4.7% p.a. (Falls der Sparerpauschbetrag ausgenutzt werden kann sind es noch immer ca. 4.4%) Hier ist es also unwahrscheinlich, dass es gut geht.

    Bei kurzen Laufzeiten könnte ein Riestervertrag trotz hoher Kosten und Steuernachteile in der Entsparphase etwas besser sein.


    Die Frage, die sich bei so "kurzen" Laufzeiten stellt: wie realistisch sind die Annahmen?

    1) DWS (und jeder andere Anbieter eines Garantieproduktes) wird vermutlich die Aktienquote reduzieren, wenn man sich der Entsparphase nähert. Die 4% wie oben angenommen sind also beim Riester eher sehr unwahrscheinlich. Hier sollte man vielleicht die Hälfte annehmen. (Bei Union Investment liegt die niedrigste Aktienquote bei nur 10% wenn man älter als 37 Jahre ist. Siehe https://www.finanztip.de/riester/unipro…%20neue%20Quote. Die Laufzeit muss mindestens 20 Jahre betragen. Informationen zum DWS Produkt sind mir nicht bekannt)

    2) Beim Depot: Anleger könnten bei einer 100%-igen Aktienquote unruhig werden, wenn man sich der Rentenphase nähert. Allerdings hat man das selber im Griff. Nur sollte man sich schlaflose Nächte ersparen, indem man die eigene Risikotragfähigkeit nicht überschreitet.

    Was man sich bei Laufzeiten unter 10 Jahren anschauen könnte sind z.B. freiwillige Einzahlungen in die GRV.

    Am Ende muss jeder einen sinnvollen Mix für sich finden. Und der könnte aus Riester (so lange es viele Zulagen gibt), GRV, bAV und ETF-Depot bestehen.