Beiträge von Hans Wurst

    Wer sagt denn, dass man sich auf ewig an solche 'Wetten' bindet?

    Wenn diese Wette nicht gerade im Versicherungsmantel stattfindet, kann ein späteres Umschichten bei hohen Gewinnen durch die anfallende Kapitalertragssteuer teuer werden. Bei der Altersvorsoge spielt der Zinseszins-Effekt gerade bei langen Laufzeiten eine große Rolle, vorzeitige Steuerzahlungen können diesen schmälern.

    ist nicht ganz unwichtig

    Stimme ich absolut zu. Eine Anlagestrategie, mit der man sich nicht wohlfühlt, ist langfristig unter anderem aus oben genannten Gründen zum Scheitern verurteilt.

    Und wenn hier auch einmal mehr vom mainstream abweichende Ideen diskutiert werden, ist das eher als positiv zu werten...

    Für erfahrene Anleger stimme ich als Beimischung grundsätzlich zu. Als Basisinvestment würde ich es dem Themenstarter dennoch nicht empfehlen.

    opredeemer du bringst gerade einiges durcheinander, vll war mein Post nicht klar genug differenziert.

    In #1 sprichst du von einer Rürup-Rente und in #6 dann von einer fondsgebundenen Rentenversicherung. Hier Finanztip Altersvorsorge kannst du dich über die verschiedenen "Schichten" oder "Säulen" der Altersvorsorge informieren. Die steuerlichen Behandlungen der einzelnen Schichten sind grundverschieden.

    Dein Link zur Kostenstruktur der mypension ist irreführend. Hier werden die Kosten eines Nettotarifs mit den Bruttotarifen der anderen Gesellschaften verglichen.

    Ich würd dir empfehlen, dich ein bisschen einzulesen, deinen Bedarf zu analysieren und dich dann bei Fragen nochmals zu melden.

    Hans

    Hallo opredeemer,

    die einfache Antwort ist ETF-Sparplan. Steuern zu sparen sollte kein Kriterium für den Abschluss eines Produktes sein.

    Natürlich kann eine Basis-Rente (Rürup) als Netto-Police abgeschlossen werden.

    Bei der Investition in ETF über eine fondsgebundene Rentenversicherung der 3. Schicht lassen sich auch in der Ansparpahse keine Steuern sparen, hier lediglich bei Rentenbezug. Hier kann zu Rentenbeginn zwischen Einmalauszahlung und lebenslanger Rente gewählt werden.

    Grüße Hans

    Die Kombination Versicherungsberater und Versicherungsmakler im Rahmen eines PKV-Abschlusses ergibt meiner Meinung nach schon einen Mehrwert. Es gibt sicherlich Makler die Ihre Sache sehr gut machen aber leider auch einige die das nicht tun. Bei einer häufig lebenslangen „Ehe“ mit einem privaten Krankenversicherer sollte es einem das zusätzliche Honorar wert sein. Wer sich ernsthaft mit dem Abschluss einer PKV befasst, sollte schnell zu der Einsicht kommen, über den Versicherungsberater nichts „sparen“ zu können. Der anfängliche „Sparfaktor“ beim Vergleich PKV vs. GKV sollte ohnehin kein Grund sein in die PKV zu wechseln.

    Die „Honorierung“ des Maklers durch die Gesellschaften würde ich vollkommen unkritisch sehen, wenn die Provisionen jeder Gesellschaft gleich hoch wären. Somit stelle ich mir es durchaus herausfordernd vor, bei einer Courtage von 5500 € von Gesellschaft A trotzdem zu Gesellschaft B zu raten, die aber nur eine Courtage von 4500 € bietet, bei angenommenem ähnlichen Leistungsumfang. Höhere Abschlusskosten müssen keineswegs immer schlecht sein, da sie ja gewisser Maßen auch den Neuzugang in den Kollektiven sichern, sollten aber kritisch hinterfragt werden, das sollte durch einen Versicherungsberater gelingen.

    Bitte korrigiert mich, sollte ich hier völlig falsch liegen ?

    Ein interessanter Artikel erschien neulich auf einigen Portalen für Versicherungsnachrichten. Finanznachrichten Florian Burghardt: PKV für Angestellte: Die Favoriten der VEMA-Makler (procontra-online.de) Eine Versicherungsmakler-Genossenschaft hatte ihre Partnerbetriebe nach der Häufigkeit der vermittelten PKV-Gesellschaften gefragt und zeitgleich um eine Bewertung der Gesellschaften gebeten. Solche Umfragen werfen bei mir Fragen auf. In einem vollkommen unabhängigen Vermittler – Versicherer-Verhältnis müsste nach meinem Verständnis das qualitativ hochwertigste Gesamtpakt (in diesem Fall die Alte Oldenburger) auch am häufigsten vermittelt werden. Leider habe ich die detaillierte Umfrage nicht öffentlich zugänglich finden können, Erklärungen zu der oben genannten Diskrepanz gab es leider nicht. Eventuell hat jemand hier mit tieferem fachlichem Einblick noch ergänzende Informationen.

    Mir würden auf Anhieb noch einige weitere Gesellschaften einfallen, die Sie sich ebenfalls anschauen sollten, z.B. Barmenia, BBKK und Hallesche.

    Ihre Top 3 finde ich sehr spannend. Die Barmenia und die Hallesche scheinen bei vielen Maklern auf den vorderen Plätzen zu liegen. Die BBKK nimmt in der öffentlichen Wahrnehmung eher ein Schattendasein ein. Die Beamtentarife scheinen von den Prämien im Rahmen der Mitbewerber zu liegen. Anders sieht es bei den Angestellten-Tarifen aus, hier schein sehr viel Leistung für recht wenig Geld zu haben zu sein. Sehen sie diese Tarife auch als nachhaltig kalkuliert an? Was ist Ihre generelle Erfahrung mit der BBKK als Versicherer?

    Einen schönen Sommerabend!

    Ich würde in deiner Konstellation von einem Beitragsentlastungstarif abraten. Dieser ergibt allenfalls bei Angestellten Sinn, die den vollen Arbeitgeber-Zuschuss zur PKV noch nicht ausgeschöpft haben. Investiere das im Vergleich zur GKV gesparte Geld lieber in einen ETF und falls es wirklich später eine lebenslange Rente sein soll ggf. auch in eine gute Netto-Fondspolice.

    Die Frage wäre, wie hoch die Kosten der Versicherung sind. Ich habe noch eine alte KLV und eine stillgelegte bAV mit heutzutage undenkbarer Garantieverzinsung. So 0,5-0,9% der Rendite zwackt sich jeweils die Versicherung an Kosten ab.

    Es steht nichts zu den Kosten der bAV. Hast du dich da erkundigt? Das könnte die Rendite etwas schmälern.

    Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen! Ich habe gerade nochmals nachgeschaut, Kosten fallen bei der Direktzusage tatsächlich nicht an. Die oben angesprochene Direktversicherung hat deutlich höhere Kosten wie die von die angesprochenen Effektivkosten von 0,5 - 0,9 %, genaue Werte habe ich nicht zur Hand.

    Eigenartig, dass die über 5 Jahre (statt 3) auszahlen. Dadurch wird es m.E. zu einer befristeten Rentenzahlung, die der gesetzlichen Rentenanpassungsverpflichtung unterliegt.

    Es wird in den Bedingungen von bis zu 5 Jahresraten gesprochen, das ist zu Rentenbeginn frei wählbar. Was für Konsequenzen hätte die gesetzliche Rentenanpassungsverpflichtung bei der Wahl von 5 Raten?

    Lieber Namens-Kollege,

    wie so oft bei Versicherungen ist auch die Absicherung der Höhe von Steigerungssätzen eine Frage der persönlichen Risikotoleranz. Der Verband der Privaten Krankenversicherung hat 2019 die Verteilung der Steigerungssätze nach Analyse von Arzt- und Zahnarztrechnungen ausgewertet (2020-12_PKV-Zahlenbericht_2019.pdf, Seite 79). Eventuell gib es hierzu auch schon irgendwo neuere Zahlen. Eine Abrechnung über dem Höchstsatz ist folglich sehr selten. "Puhlende" Zahnärzte scheinen der Auswertung nach besonders anfällig zu sein ;)

    Aber wie oben schon angesprochen... wer den Extremfall absichern möchte - warum nicht!

    Liebes Forum,

    ich lese nun schon eine Weile relativ stumm mit und wage mich nun mal aus der Deckung.

    Es ist zwar gefühlt der 1000. Thread zum Thema betriebliche Altersvorsorge, ich würde dennoch gerne kurz meine Gedanken über meine eigene bAV mit euch teilen und euch um eure Einschätzung bitten.

    Kurz zu mir: 33, angestellt, PKV, Gehalt über BBG der gesetzlichen Rentenversicherung. Private Altersvorsorge bisher über einen ETF (Vanguard FTSE All World), eine Netto-Fondspolice (70 % MSCI World & 30 % MSCI EM IMI) und die unten beschriebene bAV.

    Nun zu der bAV. Neben einer Direktversicherung (hierzu wurde im Forum schon sehr viel diskutiert, sofern es sich nicht um eine gute Netto-Police handelt, sehe ich diese auch als nicht geeignet an) habe ich eine Direktzusage zur Auswahl. Hier wird das Kapital mit 1,75 % p.a. verzinst und zu Rentenbeginn komplett über fünf Jahresraten ausbezahlt. Im ersten Moment hört sich 1,75 % Verzinsung mehr als mickrig an. Interessant wir es m.E. nun mit der durch den AG gewährten Förderung. Ich wandle jährlich 2450 € um, mit einer enthaltenen Förderung von ca. 820 €. In 34 Jahren würden mir so rund 74.425 € nach Steuer (114.500 € x angenommener Steuersatz von 35 %) zur Verfügung stehen.

    Um mit einer Alternativanlage mit dem vom Brutto-Eigenanteil abgeleiteten Netto von ca. 912 € die gleiche Summe zu erreichen, müsste ich eine Rendite von grob 5,4 % p.a. erwirtschaften (Annahme: Thesaurierender ETF, TER 0,22%, Teilfreistellung 30 % und rund 26 % Kapitalertragssteuer). Mit Aktien-ETF in einem guten Szenario Fall wohl möglich aber mit deutlich höherem Risiko.


    Ich möchte kurz auf die "Haken" des von monstermania geposteten Blogbeitrages von Prof. Walz eingehen:

    Erster Haken: Hier keine (erhöhten) Sozialversicherungsbeiträge aufgrund PKV, Steuer fällt natürlich im Alter an, diese wird auch höher als die momentane Kapitalertragssteuer sein und auf die vollen Auszahlungen fällig. Beim Punkt Versteuerung bin ich nicht sicher, ob ich hier oben richtig vergleiche.

    Zweiter Haken: Eine Senkung der gesetzlichen Rente findet bei mir nicht statt, da Verdienst über BBG RV

    Dritter Haken: Eine Verrentung findet nicht statt, Kapital wird in 5-Jahresraten vollständig ausbezahlt

    Kosten-Haken: Es findet kein Kostenabzug innerhalb der Direktzusage statt

    Ich sehe diese Art der bAV nicht als Ersatz für eine ETF-basierte Vorsorge, sondern eher als weitere Diversifikation und Baustein mit geringem Risiko zur Ergänzung des bisher sehr aktienlastigen AV-Portfolios.

    Und nun Feuer frei - ich bin sehr gespannt auf eure Meinungen und auch auf evtl. aufgedeckte Denkfehler!

    Hans