Beiträge von Pfeffersack

    Das schrieb ich ja, da bin ich in einem Dilemma. Man kann sich schwer gegen diesen Vorwurf wehren, ohne diesen zu bestätigen.


    Ich verstehe unter Kritikfähigkeit nicht, dass man alles, was von einem behauptet wird, kommentarlos hinnimmt. Kritikfähigkeit bedeutet für mich auch, dass man Kritik angemessen und respektvoll äußern kann. Das ist Deinen Kollegen:innen in diesem Fall ja offenbar selbst nicht gelungen, denn sie haben Dich nicht direkt angesprochen bzw. Du schreibst uns davon nichts.

    Jetzt hast Du die Chance, Deine Kritikfähigkeit noch einmal ganz sachlich und respektvoll unter Beweis zu stellen und Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen.

    Ich habe da ganz praktisch den Fall vor Augen, dass man deutlich vor dem Rentenalter eine lebenslimitierende Diagnose erhält. Wäre bitter, wenn die letzte große Weltreise, Pflege oder teurere private ärztliche Behandlungen nicht drin sind, weil das Geld in einem Altersvorsorgedepot bis 67 gesperrt ist…

    Soll das Depot eigentlich vererbt werden können? Und was gilt dann an Verfügungsbeschränkungen?

    Förderschädlich soll man ja auch vorzeitig aussteigen können. Interessant ist für mich die Variante, zwei Altersvorsorgedepots aufsetzen zu können. In eines würde ich dann den Mindestbetrag zum Ausreizen der Förderung stecken und das zweite separat besparen (wenn die Kosten es erlauben). Auch beim zweiten Depot profitiert man dann von der Steuerstundung und wenn man vorzeitig an das Geld ran muss, gibt es auch keine Förderung, die man zurückzahlen muss.

    Aber das rechnet sich dann wirklich nur bei geringen Kosten und man muss natürlich in der Lage sein, beide Depots zu besparen. Interessant fände ich das insbesondere, wenn beide Depots dann zum Schonvermögen zählen würden.

    Was mich ehrlich gesagt etwas stutzig macht, ist der Titel dieses Threads "11% Dividende - seriöses Investment oder offensichtlicher Scam (STRC erklärt)" und die dann doch sehr einseitige Argumentation des Threads-Erstellers. Ist das jetzt hier ein Austausch oder ist es (m.W. in diesem Forum unzulässige) Werbung für dieses Produkt?

    Den Notgroschen in dieses Produkt zu stecken, finde ich persönlich auch eine wilde Entscheidung.

    Sie nehmen Kapital am Markt auf und bieten Investoren dafür eine laufende Verzinsung. Dieses Kapital wird genutzt, um Bitcoin zu kaufen. Die Ausschüttung ist also der Preis für das eingesammelte Kapital, nicht das Ergebnis eines klassischen Geschäfts.

    Die Logik dahinter: Wenn Bitcoin langfristig stärker steigt als diese Finanzierungskosten, dann wächst die Aktivseite der Bilanz schneller als die Verpflichtungen. Die „Last“ der Ausschüttungen wird relativ gesehen kleiner, weil das Vermögen schneller wächst. Der Cashflow entsteht also nicht „aus dem Nichts“ und auch nicht aus einem laufenden Geschäft wie bei Coca-Cola. Er wird organisiert über den Kapitalmarkt und die Struktur selbst.

    Und wenn niemand neues mehr die Aktie kauft, woraus erhältst du dann deine Ausschüttung?

    Also wenn der "German Dream" wirklich nur bedeutet, dass man am reichsten ist, wenn man stirbt, fände ich das doch irgendwie beruhigend 😅

    Ansonsten habe ich den Eindruck dass die sogenannten Selbstentscheider, zumindestens hier im Forum, gar nicht so einen ausgeprägten Gestaltungsdrang haben, wie Braun es nahelegt.

    Das kommt aus der Attraktivität der Aktie. Also aus dem Geld das andere anlegen.

    Alles klar, danke. Also eigentlich kein richtiges Geschäftsmodell nach meinem Verständnis.

    Und wenn ich Mal die Wikipedia bemühen darf:

    "Als Schneeballsystem oder Pyramidensystem werden Geschäftsmodelle bezeichnet, die zum Funktionieren eine ständig wachsende Anzahl an Teilnehmern benötigen, einem den Hang hinabrollenden und dabei stetig anwachsenden Schneeball gleichend. Vermeintliche Gewinne oder Renditen, beziehungsweise vielmehr Liquiditätsüberschüsse, entstehen fast ausschließlich dadurch, dass neue Teilnehmer in dem System mitwirken, eigenes Kapital einbringen oder erwirtschaften."

    Ist es nicht genau das?

    Ein Ponzi-System zahlt Renditen ausschließlich aus dem Geld neuer Anleger, ohne dass ein reales Asset oder ein nachvollziehbares Geschäftsmodell dahintersteht. Bei STRC sehe ich das anders. Hinter der Struktur steht erstmal ein börsennotiertes Unternehmen mit einem realen, bilanzierten Asset (dem Bitcoin-Bestand). Die Ausschüttungen sind zudem nicht garantiert, sondern variabel und können jederzeit angepasst werden. Außerdem ist die Funktionsweise transparent und an den Kapitalmarkt gekoppelt.

    Das Modell basiert darauf, dass der Wert des Bitcoin-Bestands langfristig steigt. Wenn Bitcoin stärker im Preis wächst als die Finanzierungskosten (z. B. die Dividenden), verbessert sich die Bilanz automatisch. Die in FIAT denominierten Verpflichtungen verlieren relativ an Gewicht gegenüber dem steigenden Bitcoin-Vermögen. Im Extremfall, also wenn Bitcoin langfristig immer weiter steigt, würde dieses Verhältnis immer günstiger für das Unternehmen werden. Die bestehenden Verpflichtungen würden im Verhältnis zum Vermögen immer kleiner, wodurch das System stabil bleibt bzw. sich sogar selbst verstärkt.


    Ich muss noch einmal nachfragen, weil ich es wirklich nicht verstehe: Die Bilanz kann sich ja verbessern, so sehr sie will, aber wo entsteht denn der Cashflow für die angestrebten 11,5% Rendite, wenn nicht aus dem Verkauf von Bitcoin?

    ...ich habe den Thread jetzt aber auch nicht mehr mit voller Aufmerksamkeit verfolgt. Falls das schon erklärt wurde, tut mir das Leid.

    Mit etwas Verspätung möchte ich gerne unsere Erfahrungen mit einem E-Auto teilen. Seit 2022 besitzen wir einen Dacia Spring. Den hatten wir ursprünglich als Zweitwagen für eine tägliche Pendelstrecke von zwei Mal knapp 40 Kilometer - halb Autobahn, halb Landstraße - geplant. Als eigentliches Familienauto hatten wir einen Kompaktklassekombi mit Verbrennermotor.

    Wir haben eine Wallbox am Haus und ich hatte lange die Möglichkeit auch kostengünstig auf der Arbeit zu laden. Das geht jetzt zwar nicht mehr, die Lademöglichkeit zu Hause ist natürlich famos.

    An dem Spring ist wirklich nicht viel dran, aber er bietet innen mehr Platz, als man vermuten könnte. Tatsächlich nutzen wir den Innerorts auch hauptsächlich, weil der Platz reicht und die Parkplatzsuche deutlich vereinfacht wird. Wir nutzen oft auch die Option, auf Parkplätzen mit Ladestation zu parken und laden dann eben auf, anstatt Parkgebühren zu zahlen. Die entfallen bei uns im Ort während des Ladevorgangs.

    Insgesamt sind wir ziemlich begeistert von dem Auto, was vor allem auch daran liegt, dass man kaum günstiger Auto fahren kann (wenn es ein Neuwagen sein soll zumindest). So rechnet es auch der ADAC vor.

    Nun aber zu den eigentlichen Fragen rund um Elektromobilität: Die Reichweite vom Spring ist sehr begrenzt und liegt je nach Witterungsverhältnissen und der Fahrweise manchmal nur bei rund 100 Kilometern. Wir haben auf die Schnellladefunktion verzichtet, weil sie nicht zu unserem Nutzungsprofil passt, aber das bedeutet, dass der Spring im Winter auch real acht bis neun Stunden an der Wallbox braucht, bis er wieder voll ist. Das ist über Nacht kein Problem, aber schnell und flexibel ist eben anders.

    Wir haben jetzt unseren eigentlichen Familienwagen ausgetauscht und haben lange überlegt, ob wir da auch einen Vollelektronischen kaufen, haben uns dann aber dagegen entschieden. In unserer Preisklasse gab es dann doch zu viele Haken und Einschränkungen. Letztlich ist es da nun ein Hybridauto geworden (ohne Plug In), der insgesamt wenig verbraucht und vor allem Innerorts vergleichsweise sparsam unterwegs ist. Dort sind wir im Alltag eben mit beiden Autos am meisten unterwegs. Wäre ich weniger sparsam orientiert, hätten wir uns den ID 7 als Kombi zugelegt. Der hätte alle Ansprüche erfüllt, kostet aber entsprechend.

    Hast du dir überlegt das zu simulieren bis zum Rentenalter - um das als Teil deiner Altersversorgung mitzuberücksichtigen?

    Wäre schön mal zu erfahren wie es angelegt ist und ob es Bestandsverzinsung gibt.. in meiner bAV wird auch voll vom AG übernommen (glücklicherweise) aber leider gar nicht angelegt. Es gibt nur einen Altersfaktor mit dem die jährliche Einzahlung multipliziert wird 💡

    Ich bekomme jährliche eine Auskunft analog zur jährlichen Rentenauskunft der Deutschen Rentenversicherung. Da wird dann ganz ähnlich prognostiziert, was später rumkommt, wenn man weiterhin so verdient und dabei einen Inflationsausgleich berücksichtigt.

    Für die Altersvorsorge berücksichtige ich das. Allerdings momentan nur r, in dem ich meinen Eigenanteil in meine Sparquote mit einbeziehe. Für das Berechnen der Rentenlücke gibt es momentan noch zu viele unsichere Faktoren und wir begegnen dem momentan mit einer potentiell zu hohen Sparquote. In zehn Jahren wird dann spitz abgerechnet :)

    Bin genauso wie Pfeffersack in der VBL. Kann ich mich nicht gegen wehren.

    Gibt auch einen ganz brauchbaren Rechner auf bei der VBL und Kundenportal kann man sich auch seine persönliche Hochrechnung erstellen lassen.

    VBL. Betriebsrentenrechner

    Nur wie und wo das ganze Angelegt ist geht auch aus dem Geschäftsbericht der VBL nicht hervor. Das ganze ist eine "Black Box" .

    Ich bin sehr dankbar für deinen Beitrag, weil ich mich jetzt schon fast an die Recherche gemacht hätte 😅 Aber das deckt sich mit meinem bisherigen Eindruck: Durchschaubar ist anders.

    Zur "Rendite" habe ich auf der Homepage der VBL folgendes gefunden:


    "Neben den Versorgungspunkten für zusatzversorgungspflichtiges Entgelt sowie den möglichen Versorgungspunkten für soziale Komponenten werden dem Versorgungskonto im Rahmen der Überschussverteilung gegebenenfalls noch so genannte Bonuspunkte (Überschussanteile; VBL-Satzung § 68) gutgeschrieben.

    Hierzu wird jährlich bis zum Jahresende für das vorangegangene Geschäftsjahr festgestellt, ob und in welchem Umfang Bonuspunkte vergeben werden können. Grundlage für die Berechnung der Bonuspunkte ist eine versicherungstechnische Bilanz, in der ein tatsächlicher (Abrechnungsverband Ost) bzw. fiktiv (Abrechnungsverband West) errechneter Überschuss aus Kapitalerträgen errechnet wird.

    Soweit keine Kapitaldeckung vorhanden ist, sondern die Leistungen aus den laufenden Umlagen finanziert werden, wird die durchschnittliche laufende Verzinsung der zehn größten Pensionskassen in der Bundesrepublik Deutschland als unterstellte Verzinsung zugrunde gelegt.

    Der so ermittelte Überschuss wird um den Aufwand für die sozialen Komponenten und die Verwaltungskosten vermindert. Ein gegebenenfalls verbleibender Überschuss fließt den Versorgungskonten der Versicherten in Form von Bonuspunkten zu. Voraussetzung ist ein entsprechender Beschluss des Verwaltungsrates der VBL auf Vorschlag des Verantwortlichen Aktuars. Bonuspunkte für ein abgeschlossenes Kalenderjahr können für die Versicherten vergeben werden, die am Ende des folgenden Geschäftsjahres

    • pflichtversichert sind oder
    • beitragsfrei versichert sind und eine Wartezeit von 120 Umlage-/Beitragsmonaten erfüllt haben."

    Also grundsätzlich gibt es Versorgungspunkte, die einen garantierten Rentenbetrag versprechen. Rendite gibt es dann in Form von Bonuspunkten, wenn es gerade gut läuft.

    Ich bin quasi pflichtversichert über die VBL. Der Arbeitgeber zahlt monatlich 5,49%, ich 1,81% meines Bruttos dort ein. Und dann gibt es eine Punktesystem analog zur Deutschen Rentenversicherung. Ich bin nie tiefer eingestiegen, was mit den Beiträgen eigentlich passiert. Weil der AG-Anteil aber so groß ist und ich ohnehin kein Wahl habe, bleibe ich einfach gespannt, was am Ende rauskommt. Die jährliche Übersicht, die ich diesbezüglich zugeschickt bekomme, stimmt mich erst einmal positiv.

    Wir sind verheiratet, haben zwei Kleinkinder, und fahren, seit wir verheiratet sind, ein anderes Modell, das wir von meinen Eltern übernommen haben.

    Wir haben ein Gemeinschaftskonto, auf dem alle unsere Einkünfte landen. Dann hat jeder ein eigenes Girokonto, auf dem monatlich ein kleines Taschengeld landet, mit dem dann jeder machen kann, was er will.

    Tagesgeld, Festgeld, ETFs laufen dann gemeinschaftlich und gehören uns beiden. Ebenso das Haus.

    Weil unsere Einkommen ungleich verteilt sind und meine Frau sich karrieremäßig für die Kinder zurück genommen hat, finden wir die Regelung beide fair. Im Falle einer Scheidung wäre sie aber dennoch benachteiligt, weil man Berufserfahrung und Karriere nur bedingt nachholen kann. Auch das spricht dafür, dass sie gleichberechtigt an meinem Einkommen teilhaben kann.

    Soweit, so stimmig - für uns.

    Schwieriger ist es bei der Frage, wer sich um Geldangelegenheiten kümmert. Das bin meist ich, weil es mich mehr interessiert und auch Freude bereitet. Weil es aber so ein elementares Thema ist und wir sehr unterschiedlichen Mentalitäten im Umgang mit Geld haben, fühle ich mich damit oft unwohl. Neben dem Interesse und der Freude empfinde ich es nämlich auch als Verantwortung und die sollten wir gemeinsam tragen.

    Unsere sehr schöne Lösung dafür: Wir lesen jetzt zusammen das Buch von Saidi und reflektieren das bezogen auf unsere Situation. Das macht Spaß und wir schaffen eine gemeinsame Wissensbasis. Ich trete nicht als der Lehrer auf, sondern wir beschäftigen uns gemeinsam mit der Materie.

    Es gibt zugegebenermaßen auch schwache Momente, in denen ich mir wünschte, jeder würde sich selbst um seine Finanzen und um seine Altersvorsorge kümmern :D Aber dann frage ich mich auch, was uns das bringt, wenn dann einer im Alter gut aufgestellt ist und der andere nicht. Auch unser Leben im Ruhestand wollen wir ja gemeinsam verbringen und gestalten.

    Ich muss immer wieder an die Nachkriegsgeneration denken, der wir das Wirtschaftswunder zu verdanken haben. Jene Generation, die dieses Land aus einem Trümmerfeld zu einer der reichsten Nationen der Welt aufgebaut hat. Zahlreiche Patente, Weltmarktführer, das „Land der Dichter und Denker“, die besten Maschinen und Autos,...

    Was das Wirtschaftswunder angeht, bin ich ganz bei Dir. Was die Nachkriegsgeneration da unter widrigsten Bedingungen geschaffen hat, ist in der Tat beeindruckend. Damit man aber nicht in eine verklärende Nostalgie verfällt, die ich dir nicht unterstelle und auch nicht bei dir rauslese, will ich daran erinnern, dass nicht nur die Nachkriegsgeneration am Wirtschaftswunder mitgewirkt hat, sondern auch ältere Generationen und dass man Deutschland ab 1933 sicher treffender charakterisieren kann, als das "Land der Dichter und Denker".

    Das 4-Töpfe Prinzip zielt mit dem Tagesgeld/Geldmarkt-ETF genau darauf ab, nicht nur fürs Alter zu sparen.

    "Außerdem gilt Dein Tagesgeld auch als Sparkonto, z. B. für Deinen Urlaub"
    https://www.finanztip.de/daily/finanzti…toepfe-prinzip/

    Ich käme nicht auf die Idee, für meine nächste Hobby-Ausrüstung oder den nächsten PC im Welt-ETF zu sparen.

    Ja, das stimmt, aber das wollte ich auch nicht Abrede stellen. Es ging mir um die Frage, wie man die Sparquote gestaltet und dass Sparen für mich und meines Erachtens auch für Finanztip kein Selbszweck ist. Und da lautet die Empfehlung von Finanztip dann, dass man eben rund 20% Sparquote anstreben sollte. Das verstehe ich so, dass man Gehaltssteigerungen dann aber auch entsprechend der 50:30:20-Regel verteilen kann und nicht alles auf Krampf in die Sparquote stecken muss.

    Ich verstehe nicht so ganz, wie der Eindruck entstehen konnte, ich würde statt Tagesgeld ETFs zum Ansparen für Urlaube und Hobbies empfehlen. Aber es ist ja egal - ich sehe das nicht so :)

    Da hast du schon recht aber als Single muss ich eben auch alles allein zahlen, würde man zu zweit wohnen (ohne Kinder) könnte man sich die Wohnkosten aufteilen und hätte viel mehr Geld übrig.

    Lifestyle Inflation bedeutet halt das man auch viel mehr sparen muss, bzw. ganz andere Sparvermögen braucht. Sparen ist ja kein Selbstzweck, deswegen finde ich es so schade das da immer nur von Altersvorsorge und Rentenlücke geredet wird. Das ist unsexy.


    Würde ich 10-20% sparen und ordentlich Lifestyle Inflation haben, hab ich viel größere Ausgaben, muss immer voll Arbeiten und sparen. Ich hab da lieber gemäßigte, sinnvollere statt unnötig hohe Ausgaben, spare über 50% und kann frühzeitig meine Arbeitsstunden drastisch reduzieren und in vorzeitige Rente gehn wann ich es will und nicht wann der Staat sagt.


    Gut, das hängt von der finanziellen Gesamtsituation ab und nicht nur vom verfügbaren Monatseinkommen. Und auch vom Lebensentwurf.

    Es soll ja auch Menschen geben, die quasi bewusst auf eine heftige Lifestyle Deflation im Alter zusteuern, weil YOLO. Wäre jetzt auch nicht mein Vorgehen 😉

    Wenn dann hier Leute aber das doppelte oder teils noch viel mehr verdienen dann haben die am Monatsende nach meinem Gefühl wohl auch nicht wirklich mehr über. Mir scheint die Lifestyle Inflation schlägt da meist hart zu. Oder was machen die Leute mit dem Geld? Ich mein allein ein Haus kostet eben ordentlich - macht aber auch eben viel Arbeit! Meine gut dimensionierte 2 Zimmer Wohnung hat Full Service, Hecken, Flurlichter, Flur kehren, Schnee schippen, Mülltonnen - ich muss absolut nichts machen und auch meinen gelben Sack nicht selbst mit dem Auto irgend wo hin fahren wie so manch einer.


    Neben dem Umstand, das Lebenshaltungskosten regional doch sehr unterschiedlich sein können, spielt die Haushaltsgröße natürlich eine Rolle. Wenn man mit dem doppelten Einkommen die vierfache Anzahl an Personen durchbringen muss, relativiert sich das hohe Einkommen etwas. Und wenn man halbwegs konsequent nach der 50:30:20-Regel lebt, bleibt nichts übrig und man hat ja trotzdem anständig etwas zur Seite gelegt.

    An sich ist die Lifestyle Inflation kein Problem, wenn sich das Einkommensniveau halten lässt. Und eine höhere Sparquote lässt sich auch realisieren, aber die Frage ist auch: Wofür? Wir fahren eine Sparquote von deutlich über 20% (wobei sich die Geister scheiden, was man alles in die Sparquote reinzählt). Das ist aber eher meinem Bedürfnis geschuldet, den Lebenswandel nicht ausufern zu lassen, als dass es mit Blick auf die Altersvorsorge nötig wäre. Sparen, Investieren und Vorsorgen sind ja auch kein Selbstzweck.

    Ich denke, das hat auch immer viel mit der "hedonistischen Tretmühle" zu tun. Vor Jahren hätte ich wahrscheinlich noch gesagt, das Geld was ich heute zur Verfügung habe, wäre ein Traum.

    Heute denke ich wieder, es dürfte gerne mehr sein, wenn nach Rate für die ETW, sonstigen Fixkosten, den Sparraten, Sicherheitsbaustein nicht mehr wirklich was übrig bleibt.

    Das kann ich gut nachempfinden. Ich sorge mich zusätzlich immer um die sogenannte Lifestyle Inflation. Allerdings weniger meinetwegen, sondern eher wegen meiner Familie. Finanziell habe ich nie so unbeschwert gelebt, wie als Junggeselle mit Teilzeitanstellung und günstigem WG-Zimmer. Insofern bin ich sicher, dass ich auch mit deutlich weniger zufrieden sein könnte. Ob das bei meinen Kindern und meiner Frau auch so wäre? Da bin ich mir nicht so sicher. Es fällt uns jedenfalls nicht schwer, das Familieneinkommen gut unters Volk zu bringen und mehr ausgeben würden wir sicher auch schaffen, ohne uns groß anzustrengen ^^

    Ich bekomme 99k brutto plus einen hohen Zuschuss zur bAV im oberen Management in der Sozial- und Gesundheitsbranche. Ich bin Mitte 30 und bin sehr zufrieden mit dem Gehalt. Zusammen mit dem Gehalt meiner Frau auf einer 50%-Stelle und dem Kindergeld für zwei kleine Kinder kommen wir auf gut 7.000€ netto im Monat (und dann noch Weihnachts- und Urlaubsgeld). Wir können gut fürs Alter vorsorgen und entspannt das Haus abzahlen.