Wir sind verheiratet, haben zwei Kleinkinder, und fahren, seit wir verheiratet sind, ein anderes Modell, das wir von meinen Eltern übernommen haben.
Wir haben ein Gemeinschaftskonto, auf dem alle unsere Einkünfte landen. Dann hat jeder ein eigenes Girokonto, auf dem monatlich ein kleines Taschengeld landet, mit dem dann jeder machen kann, was er will.
Tagesgeld, Festgeld, ETFs laufen dann gemeinschaftlich und gehören uns beiden. Ebenso das Haus.
Weil unsere Einkommen ungleich verteilt sind und meine Frau sich karrieremäßig für die Kinder zurück genommen hat, finden wir die Regelung beide fair. Im Falle einer Scheidung wäre sie aber dennoch benachteiligt, weil man Berufserfahrung und Karriere nur bedingt nachholen kann. Auch das spricht dafür, dass sie gleichberechtigt an meinem Einkommen teilhaben kann.
Soweit, so stimmig - für uns.
Schwieriger ist es bei der Frage, wer sich um Geldangelegenheiten kümmert. Das bin meist ich, weil es mich mehr interessiert und auch Freude bereitet. Weil es aber so ein elementares Thema ist und wir sehr unterschiedlichen Mentalitäten im Umgang mit Geld haben, fühle ich mich damit oft unwohl. Neben dem Interesse und der Freude empfinde ich es nämlich auch als Verantwortung und die sollten wir gemeinsam tragen.
Unsere sehr schöne Lösung dafür: Wir lesen jetzt zusammen das Buch von Saidi und reflektieren das bezogen auf unsere Situation. Das macht Spaß und wir schaffen eine gemeinsame Wissensbasis. Ich trete nicht als der Lehrer auf, sondern wir beschäftigen uns gemeinsam mit der Materie.
Es gibt zugegebenermaßen auch schwache Momente, in denen ich mir wünschte, jeder würde sich selbst um seine Finanzen und um seine Altersvorsorge kümmern
Aber dann frage ich mich auch, was uns das bringt, wenn dann einer im Alter gut aufgestellt ist und der andere nicht. Auch unser Leben im Ruhestand wollen wir ja gemeinsam verbringen und gestalten.