Beiträge von WorriedDad

    Kann sich der Kurs einer solchen 0%-Anleihe bei Zinsänderungen überhaupt bewegen? Oder anders gefragt: was würde einen Rückgang des Kurses von 100 auf 88 bewirken? Gibt es auch Szenarien, in denen der Kurs über 100 steigen kann?

    Zu Deinen Fragen:


    Ja,

    ein Steigen der Zinsen,

    ja.


    Konretes, also die Details hängen von der Laufzeit der Anleihe ab.

    Was bedeutete das für ein Depot?

    Gute Frage, auch wenn Du sie zurückgezogen hast. Kurz gesagt: wie man will - von nichts über wenig bis (sehr) viel.

    Niemand weiß, ob sich Faktorprämien innerhalb des eigenen Anlagehorizonts realisieren. Von daher muss jeder für sich selbst die Frage beantworten, ob er auf dieses Pferd setzen möchte: Die Wette kann aufgehen, sie muss aber nicht aufgehen. Wenn sie aufgeht, darf man davon ausgehen, dass sie im Vergleich zu einem 08/15-MCAP-ETF nicht den Unterschied zwischen zwischen Leiterwägelchen und Lambo macht.

    (Disclaimer: Ich setze in meinem Depot relativ stark auf Faktorprämien und Faktor-ETFs.)

    Ich rate im Übrigen dringend, die Ausführungen von @Irvingauch zum Thema Faktoren nicht ungeprüft und unreflektiert zu glauben, da er wissenschaftliche Erkenntnisse, die seinen Glaubenssätzen zuwiderlaufen, ebenso wie kritische Gegenrede üblicherweise einfach ausblendet und ignoriert. Mit Blick auf die Wirkung von Faktoren gibt es ernstzunehmende wissenschaftliche Untersuchungen, die ggü. dem Fortbestand einer Faktorprämie nach ihrer Entdeckung skeptisch sind. Und, wie gesagt, das sage ich als jemand, der selbst auf Faktoren setzt. @Irving hingegen ignoriert das, nach allem, was man hier liest, einfach.

    In dem Zusammenhang mit Blick auf den Kommer-ETF: Dessen Performance-Unterschiede zu einem 08/15-MCAP-ETF beruhen nicht so sehr auf den Einfluss der Faktoren, sondern wegen der deutlich abweichenden Ländergewichtung und dem Deckel auf den ganz großen Unternehmen.

    Mal von Gefühlen zu Zahlen aus der Praxis.

    Ich betreue ein Depot, in das seit Mitte Februar 2025 regelmäßig via Sparplan bei der ING je 13.500 Euro auf den Kommer-ETF und den SPDR ACWI IMI (jeweils thesaurierend) eingezahlt wurden. Der Stand heute Morgen:

    • In absoluten Zahlen liegt der MSCI ACWI IMI vorne: 15.555,91 vs. 15.419,57 Euro.
    • Gemessen an der TTWROR liegt der Kommer vorne: 11,55 vs. 11,30 Prozent
    • Gemessen am IZF liegt der MSCI ACWI IMI vorne: 19,33 vs. 18,04 Prozent.

    Welche wichtigen Schlussfolgerungen lassen sich daraus für das eigene Anlageverhalten ziehen? - Keine. Renditen der Vergangenheit sagen nichts über Renditen der Zukunft. Beides sind 1-ETF-Lösungen, die einfach funktionieren (im Sinne von: dem Anleger kein Handeln abverlangen). Welche Wette - die v. a. auf unterschiedliche Ländergewichtungen und die Gewichtung der ganz großen Unternehmen eingegangen wird - aufgehen wird, weiß man am Ende der persönlichen Anlagezeit.

    Wenn Dir nicht behagt, wie ich Dich verstehe, dann ist das nicht mein Problem.

    Da hast Du absolut und völlig recht, und ich hatte Dir auch unter Verweis auf Roland Barthes deutlich weiter oben zugestanden, dass Du mich verstehen kannst, wie Du lustig bist.

    Genauso kannst Du aber keine vernünftige Diskussion erwarten, wenn Du abstruse Schlussfolgerungen aus den Argumenten Anderer ziehst und Dich darauf beschränkst, die in den Raum zu stellen, ohne selbst fundiert zu argumentieren.

    Gebe ich dir natürlich im allgemeinen Recht. Aber nein du hast mich missverstanden. Mir geht es nicht um die doch teilweise unfairen Lohnunterschiede, sondern vielmehr darum wie man Leistung bzw Fleiß im allgemeinen definiert.


    Wenn ich mir die heutige Jugend anschaue – und ich bin selbst noch nicht besonders alt – habe ich zu oft den Eindruck, dass viele studieren wollen, vor allem um nicht direkt arbeiten zu müssen. Gefühlt entscheiden sich sehr viele dafür, und ebenso viele schaffen es auch, weil die Anforderungen meiner Meinung nach gesunken sind(früher konnte nicht jeder Vollpfosten auf das Gymnsaium oder die Uni gehen) Am Ende haben sie dann mit etwas Glück einen Abschluss in der Tasche.

    Wenn ich gleichzeitig sehe, dass jemand der ja eigentlich aus Faulheit zur Uni gegangen ist dann irgendwann im Büro sitzt, mit dem Chef entspannt ein Bierchen zischt und trotzdem ein sehr gutes Gehalt bekommt, wirkt das auf mich schwer nachvollziehbar. Da frage ich mich doch wo bleibt dabei eigentlich der Gedanke von Fleiß und Leistung?

    Okay, ja. Da magst Du einen Punkt haben, bezogen auf manche Einzelfälle. Solche gibt es bestimmt immer … Ich nehme neben Vielen, die mit dem Leistungsgedanken nichts anfangen können, aber auch viele wahr, die Leistung bringen wollen.

    Bei dem, was Du ansprichst, sehe ich aber nicht, wie man es mit dem Steuersystem richten oder auch nur dezent lenken könnte. Eigentlich müsste es ja im Interesse des jeweiligen Arbeitgebers liegen, Fleißige zu belohnen und Underperformer zu motivieren, besser zu werden …

    Gut man muss auch dieses Leistungsprinzip irgendwann mal hinterfragen mMn.
    ich kenne Leute die im Büro sitzen und mit ihrem Chef Bier saufen und dafür richtig Asche verdienen. Und ich kenne Leute die jeden Tag hart auf der Baustelle arbeiten. Wer leistet denn jetzt in deinen Augen mehr ?

    Absolut einverstanden! Da sind wir aber bei einem anderen Aspekt … bei dem von Dir angesprochenen geht es um die Frage der absoluten Höhe bei verschiedenen Personen - also wieso die Pflegerin im Altersheim bei strapaziöserer Arbeit weniger verdient als irgendeiner an irgendeinem Schreibtisch.

    Bei der Frage, ab wann der Spitzensteuersatz gilt, geht es in meiner Argumentation darum, dass ich es als wenig motivierend ansehe, dass ein fleißiger Mensch mit bspw. 70.000 Euro Jahresbrutto weiß, dass ihm von jedem Euro, für den er sich nun extra anstrengt, im Höchststeuersatz 42 Cent abgezogen werden.

    Wenn das Einkommen stimmt, warum sollte ein Ungelernter dann keine 42% auf den letzten Euro zahlen müssen?

    Wie gesagt: Weil es Menschen, die dem Leistungsprinzip etwas abgewinnen können, sehr seltsam vorkommt, wenn bereits ab einer unter 70.000 Euro zu versteuerndes Einkommen liegenden Grenze jeder durch zusätzliche Arbeit und zusätzliches Engagement verdiente Euro maximal besteuert wird.

    Wer sowieso lieber in der Hängematte liegt und überobligatorische Arbeit suspekt findet, wird den Gedanken natürlich befremdlich finden.

    Den Groll lese ich zwischen Zeilen heraus.

    Nach Barthes‘ Konzept vom Tod des Autors und seiner Idee, der Autor hat keine Herrschaft im Sinne einer Interpretationshoheit über den Text, muss ich Dir natürlich zugestehen, dass Du sowas zwischen den Zeilen lesen kannst.

    Groll hege ich aber trotzdem nicht.

    Recht eigentlich betrachtet, hat es sehr wenig mit Groll zu tun, wenn man benennt, was man normativ nicht für richtig erachtet und was man daher für verbesserungswürdig hält.

    Es gibt aber überall Menschen, die mit einem „Nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte!“ nichts anfangen können, sondern lieber phlegmatisch-lethargisch entschiedene Verfechter des „Das haben wir schon immer so gemacht, so sind halt die Regeln!“ sind.

    "mühsam erarbeitet" taucht als Terminus in der gesamten Abgabenordnung oder im Einkommenssteuergesetz nicht einmal auf. Für die Besteuerung macht die Mühe keinen Unterschied, es kommt auf die Höhe des Arbeitsentgeltes an. Daher empfehle ich, das Thema nicht unnötig emotional aufzuladen.

    Am Grenzsteuersatz mag man sich bei der ersten veränderten Gehaltsabrechnung stören, aber die veränderten Werte sind doch ab dem Folgemonat das neue "Normal". Wer den Groll länger als fünf Minuten mit sich trägt, dessen Problem liegt nicht im Steuerrecht. Und wenn man den Groll auch noch für andere in Stellvertetung ohne Auftrag empfindet, dann ...

    Wo findest Du in meinen Worten „Groll“?

    Und besteht für Dich das Leben nur im Umsetzen von Verwaltungsvorschriften und gesetzlichen Regelungen? Darf nicht auch mal darüber nachgedacht werden, wie ein System verbessert werden könnte, weil das bisherige Fehlanreize setzt?


    Wie auch immer, danke für Deinen Beitrag zu meiner Zeitersparnis. Wenn ich die Predigt hier bekomme, kann ich mir den Kirchgang sparen, und gehe jetzt direkt in den Wald zum Laufen.

    Als Berechnungsgrundlage müsste man noch wissen, was in Deinem Beispiel Dein Dödel verdienen soll. Oder?