Beiträge von canuck

    Vielen Dank für eure Rückmeldungen bzw. Einschätzungen hierzu. Meine initiale Überlegung war tatsächlich, dass man ab einem gewissen Ausschütter-Bestand quasi unabhängig von weiteren Zinsentwicklungen (hoch, runter, minus) immer den Freibetrag voll ausschöpft und sich dementsprechend um nichts mehr kümmern muss.

    Weiterhin gefällt mir einfach der Gedanke, dass sich mit Ausschüttern das Steuerthema deutlich weniger komplex gestaltet als mit der Vorabpauschale. Mir geht es also weniger um das letzte Quentchen Optimierung, sondern eher um eine größtmögliche Übersichtlichkeit und "Automatisierung" :)

    Hallo,

    als ich vor einigen Jahren mit einem ETF-Sparplan begonnen habe, habe ich zunächst einen ausschüttenden ETF bespart, um den jährlichen Freibetrag perspektivisch ausschöpfen zu können. Einige Zeit später bin ich dann auf die thesaurierende Variante desselben ETF gewechselt und bislang dabei geblieben. Den Bestand mit dem ausschüttenden ETF habe ich derweil "ruhen" lassen.

    Mit Blick auf perspektivisch weiter sinkende Zinsen überlege ich derzeit, ob ich nicht den "alten" Ausschütter-Bestand vielleicht doch zumindest auf ein so hohes Gesamtvolumen aufstocken sollte, um allein mit diesem den Freibetrag ausschöpfen zu können. Bei sehr niedrigen Zinsen könnte es ja sein, dass man den Freibetrag allein mit der Vorabpauschale beim Thesaurierer und/oder sehr geringen Zinsen beim Tagesgeld nicht mehr ausschöpft.

    Wäre das grundsätzlich durchaus sinnvoll oder habe ich hier einen Denkfehler? Weiterhin bin ich mir gerade unsicher, ob das nachträgliche Aufstocken eines bereits seit einiger Zeit ruhenden ETF-Bestandes sonst noch irgendwelche Nachteile haben könnte (z.B. beim späteren Verkauf)? Vielen Dank vorab für eure Einschätzungen/Anmerkungen!

    Die Finanztip-Redaktion (ganz allgemein die Finanz-Redaktionen) sowie die Suchmaschinen müssen sich an die geänderte Rechtslage erst gewöhnen. Das wird ein Weilchen dauern.

    Ich habe die aktuelle Rechtslage ja deutlich dargestellt. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Du sie verstanden hast.

    Vielen Dank für Deine Erläuterungen, dank derer ich die Argumentation durchaus nachvollziehen kann, wenngleich ich gerne zugebe, dass ich vielleicht noch nicht jede einzelne Nuance des Themas richtig erfasst habe.

    Dass die Finanztip-Redaktion u.a. hier noch "hinterherhinken", finde ich allerdings durchaus seltsam, da die aktuelle Rechtslage ja jetzt auch nicht erst seit ein paar Wochen/Monaten besteht und sie ja auch sonst immer darum bemüht sind, jedes aktuelle Thema irgendwie aufzugreifen. Und insbesonderere für Leute, die gerade kurz vor dem Ersteinsteig ins Investieren per ETF stehen, ist die Auswahl zwischen Ausschütter und Thesaurierer ja eine durchaus grundlegende (wenn vielleicht auch langfristig überbewertete) Frage, die sich viele stellen dürften.

    Bisher galt: Kauf Thesaurierer, Du sparst Dir die Wiederanlage der Ausschüttungen (weil die bei einem Thesaurierer automatisch erfolgt) und Du hast damit automatisch eine nachgelagerte Besteuerung, von der alle Welt bezüglich Altersvorsorgesparen redet.

    Das hat sich mit dem Investmentsteuergesetz punktuell geändert, nämlich ausschließlich für Fonds, nicht für Aktien. Jetzt gilt: Bei Fonds wird über die Haltedauer laufend ein gewisser Teil des Ertrags vorab besteuert, wobei die Steuer auf ausschüttende Fonds dagegengerechnet wird.

    Das dreht die Bewertung: Vorher waren thesaurierende Fonds steuerlich und vom Ablauf her die bessere Wahl, jetzt sind es ausschüttende Fonds.

    Diesen Punkt finde ich interessant, da in meiner Wahrnehmung überall (u.a. auch in den einschlägigen Finanztip-Beiträgen) nach wie vor thesaurierende ETFs aufgrund ihres Steuerstundungseffekts als vorteilhaft gegenüber den ausschüttenden Varianten angesehen werden.

    Es gibt auch eine andere schlaue Möglichkeit.
    Den Vanguard FTSE All-World gibt es thesaurierend und ausschüttend.
    Danb einfach ab sofort die andere Variante besparen und das bisherige gemütlich arbeiten lassen.

    Das ist grundsätzlich sicher eine gute Idee, danke. Allerdings habe ich bereits mit dem Ausschütter begonnen und bin nun bereits mit ca. 50k in dem Thesaurierer. Wenn ich nun wieder zurück auf den Ausschütter wechsle (der liegt bei ca. 35k), wird's ja mit dem späteren Verkauf nicht unbedingt einfacher, oder (auch wg. der Übersichtlichkeit).

    (für einen Vergleich ist es immer gut die WKN oder ISIN des jeweiligen ETF zu nennen)

    Ich nehme an, du meinst diese beiden ETF auf den FTSE All World

    Detailvergleich für ETFs | justETF

    Nach mehr als 10 Jahren Vanguard und noch ca. 20 Jahren Ansparphase würde ich wegen der steuerlichen Vorteile beim Verkauf durchaus auf den Invesco wechseln. Das Fondsvolumen des Invesco ist zwar kleiner als beim Vanguard aber absolut im grünen Bereich.

    Alles Gute für deine finanziellen Entscheidungen.

    Vielen Dank. Genau, es geht hier jeweils um die thesaurierende Variante des FTSE All World. Wie in einer obigen Antwort geschrieben, habe ich zuerst den ausschüttenden ETF gewählt und bin dann auf den Thesaurierer umgestiegen. Beide machen insgesamt ca. 80k aus, was natürlich im Vergleich anderen Beispielen hier aus dem Forum nicht besonders viel ist, aber ich möchte auch noch mind. 20 Jahre weiter ansparen mit mind. 1k/Monat. Da der aktuelle Thesaurierer jetzt die 50k erreicht hat, frage ich mich eben, ob ein Wechsel sinnvoll wäre.

    Der Invesco hat in zweieinhalb Jahren zwei Milliarden eingesammelt. Das sieht nicht aus, als wäre der gefährdet. Aber man weiß natürlich nie, was kommt.

    Wer Depotüberträge scheut, für den ist das ETF-Wechseln schon eine steuernsparende Lösung. Lohnt sich das denn schon, was die Gewinnsumme in deinem Vanguard angeht?

    Ja, vielleicht hast du Recht. Zu der Frage: Ich habe ursprünglich mit dem Vanguard All World als Ausschütter begonnen, um den Freibetrag auszunutzen. Als dann die Vorabpauschalen wieder dazu kamen, bin ich auf den Thesaurierer gewechselt. Dieser ist inzwischen bei ca. 50k. Ich weiß, das ist kein riesiges Vermögen, aber ich habe irgendwo mal gelesen, dass der Wechsel evtl. bei dieser Summe schon Sinn machen könnte.

    Hallo zusammen,

    etwa um 2023 hat u.a. ja auch Finanztip auf die (theoretische) Möglichkeit hingewiesen, dass sich durch den Wechsel des ETFs evtl. steuerliche Vorteile beim späteren Verkauf ergeben können (Stichwort: FIFO-Prinzip). Da ich jetzt schon längere Zeit den Vanguard FTSE All-World bespart habe, bin ich am überlegen, ob ich aus dem o.g. Grund evtl. im nächsten Jahr auf einen anderen ETF wechseln sollte. Da ich dem FTSE All World treu bleiben möchte, bliebe hier meines Wissens nur die Alternative von Invesco. Ein bisschen zögere ich noch davor, da u.a. das Fondsvolumen ja erheblich kleiner und der ETF auch noch nicht besonders alt ist. Daher würden mich mal eure Einschätzungen dazu interessieren. Würdet ihr überhaupt allein wegen der Aussicht auf steuerliche Vorteile heute den ETF wechseln, wenn ihr noch mind. 20 weitere Jahre sparen wollt? Und ab welchem Depotwert würdet ihr das tun? Ich weiß, dass hier keine Pauschalantworten möglich sind, da es immer sehr von den individuellen Voraussetzungen/Plänen abhängig ist. Aber dennoch würden mich die Argumente für/wider sehr interessieren. Vielen Dank!

    Ich habe den Vertrag jetzt laufen lassen, werde die Abschläge im Auge behalten und ggf. nach der ersten Abrechnung eine erneute Anpassung vornehmen lassen. Immerhin hab' ich jetzt wieder was dazugelernt und werde künftig auch noch zusätzlich auf die garantierten Abschlagshöhen achten, wenn ich den nächsten Vertrag auswähle. Ich werde berichten, sollten sich hier noch weitere Auffälligkeiten ergeben. Mir ging es hier auch weniger um den konkreten Vertrag, sondern vielmehr darum, dass mir diese Vorgehensweise bislang nicht bekannt war. Daher wollte ich v.a. erfahren, ob das inzwischen verbreitet oder doch noch eher die Ausnahme ist.

    Ah, das ist interessant. Also ist das bei eprimo doch nicht eine völlig neue Entwicklung. Ich war vor ein paar Jahren auch schon einmal Gas-Kunde bei eprimo, da gab es das noch nicht. Der Umstand, dass bei den Vergleichsportalen inzwischen auch der "garantierte Abschlag" als besonderes Feature eines Vertrags verkauft wird, deutet aber wohl recht deutlich darauf hin, dass eprimo hier kein Sonderfall sein dürfte.

    Mir ist leider erst infolge der aktuellen Erfahrungen mit eprimo aufgefallen, dass auf Check24 inzwischen bei vielen Anbietern mit "garantierten" Abschlagszahlungen in einer bestimmten Höhe geworben wird. Wenn das inzwischen schon extra hervorgehoben wird, muss man wohl davon ausgehen, dass dieses Vorgehen auch bei anderen Anbietern beliebt ist oder beliebter wird. Jetzt mag man natürlich über meine Naivität etc. die Stirn runzeln, da ich mich bislang immer nur auf Grund- und Arbeitspreis sowie Preisgarantie bei der Auswahl fixiert hatte. Aber ein eigentlich simpler Vorgang - der jährliche Wechsel eines Versorgers - wird hierdurch ja immer komplizierter, weil man immer mehr Faktoren und in schöne Worte gekleidete Bedingungen berücksichtigen muss. Das wird dann alles immer als Transparenz verkauft, ist aber eher das Gegenteil.

    Achim Weiss Ja, Du hast mit Deinen Aussagen natürlich Recht und ich bin auch dankbar für die Ausführungen. Ich schrieb ja zuvor bereits, dass ich daraus auch keine Wissenschaft machen möchte. Dennoch reizt mich das Ganze insofern, als es wirklich das erste Mal - seit vielen eigenständigen Wechseln - ist, dass ich mit dieser Vorgehensweise seitens eines Versorgers konfrontiert werde. Insofern möchte ich einfach mehr zu den Hintergründen und insbesondere (siehe Ausgangsfrage des Threads) dazu erfahren, inwiefern auch andere Anbieter diese Praxis nun fahren.

    An deiner Stelle würde ich widerrufen, eprimo kann schwierig werden, meiner Erfahrung nach. Den absehbaren Streß würde ich von vornerein vermeiden an deiner Stelle.

    Was meinst du konkret mit "schwierig werden"? Ich habe zwar noch eine gute Woche die Möglichkeit des Widerrufs (und will daraus jetzt natürlich auch keine Wissenschaft machen), aber habe etwas bedenken, ob der nächste Anbieter dann auch rechtzeitig alles abwickelt, so dass man wegen dieser Sache nicht noch zusätzlich in die Grundversorgung rutscht.

    Ich hab beim aktuellen Gasanbieterwechsel das gleiche erlebt: Mitgas hat den Abschlag auch extrem hoch angesetzt und die Begründung ist gleichlautend. Scheint E.ON wohl nun so zu handhaben...
    Ich habe den Abschlag im Portal auf die realistischen Jahrespreis/12 geändert, was vom System "vorgemerkt" wurde. Auf die Bestätigung warte ich noch (1 Woche - dann ruf ich da an)...

    Vielen Dank für diese Info, dann ist das also kein eprimo-exklusiver "Kundenservice". Bei eprimo kann man dan Abschlag auch tatsächlich nur über die Hotline auf Durchschnittsbetrag setzen lassen. Das Webformular erlaubt nur eine leichte Anpassung um 10 oder 20% des von eprimo vorgegebenen Ausgangsbetrags.
    Auch wurde bereits angekündigt, dass nach der ersten Abrechnung (Jahresendabrechnung Ende Dezember) der Wert wieder automatisch nach oben gesetzt würde, also ggf. wieder erneut angepasst werden muss.

    Interessant wäre vor diesem Hintergrund, inwiefern der hohe Abschlagswert bei ausbleibender Anpassung eigentlich überhaupt angepasst würde? Wird der hohe Wert einfach für alle 12 Monate "durchgezogen", müsste am Ende im Regelfall ja eine dicke Auszahlung an den Kunden warten. Da sind die bisherigen Unterlagen und die Kommunikation leider auch sehr intransparent: Es wird immer vom monatlichen Abschlag geredet und nicht etwa davon, dass es um einen höheren Abschlag aufgrund der Heizperiode ginge. Insofern befürchte ich fast, dass die den hohen Abschlag ohne Kundenrückmeldung tatsächlich für jeden Monat berechnen würden.

    Ich habe über die Hotline konkret erfragt, warum sie so verfahren. Es geht wohl v.a. darum, dass sie immer eine Jahresendrechnung erstellen, auch wenn der Vertrag erst seit eineinhalb Monaten läuft. Da kommt dann natürlich bei einem auf das Jahr gerechneten Durchschnittsabschlag ein deutlich höherer Rechnungsbetrag für diesen Zeitraum zustande. Es ist allerdings das erste Mal, dass ein Anbieter bei mir vor Ablauf der Vertragslaufzeit eine solche Jahresendabrechnung erstellt. Machen andere das auch?

    Kann es sein, dass du einen variablen Tarif mit monatlicher Abrechnung gewählt hast? Das würde den Tarif unnötig teuer machen!

    Nein, das habe ich nicht. Mir war es wichtig, dass ich eine Preisfixierung oder Nettopreisgarantie für 12 Monate habe und sich der Preis ungefähr im gleichen Bereich wie beim vorherigen Anbieter bewegt.

    Ich war in der Vergangenheit bereits mehrfach auch bei eprimo Gas-Kunde (aktuell bin ich auch als Strom-Kunde dort) und hatte Abschlagsspielchen nicht.

    Ich verstehe auch nach wie vor nicht ganz den Sinn dahinter: Ja, mir ist klar, dass die Verbräuche über das Jahr hinweg stark schwanken. Wenn ich aber einen Vertrag mit einer garantierten (für beide Seiten) Laufzeit von 12 Monaten abschließe, dann sollte es am Ende - unabhängig von der monatlichen Verteilung - ja immer auf dieselbe Summe hinauslaufen. Mir ist klar, dass der Anbieter natürlich gern schon vorher mehr Geld hätte, halte das aber im Hinblick auf die Kundenzufriedenheit für ein sehr fragwürdiges Vorgehen. Auch gehört eprimo wohl zu eon, weshalb ich nicht glaube, dass die auf jeden Cent unmittelbar angewiesen sind.

    Da hat man Dich aber schön angeschwindelt! Der Anbieter will schneller Geld vom Kunden sehen, als er es bei gleichmäßigen Abschlägen bekäme. Ich würde das vermutlich nicht machen.

    Ich frage regelmäßig bei Check24 Preise ab, um die Entwicklung derselben zu verfolgen. Wechseln kann ich gerade nicht, werde ich aber wieder tun, wenn die Mindestvertragslaufzeit abgelaufen ist. eprimo ist mir heute aufgefallen, steht recht hoch in der Rangliste, die aber insgesamt recht flach ist. Bei mir tummeln sich etwa 20 Anbieter in einer Spanne von 50 € beim Jahrespreis. Wenn ich da von einem dieser Liste (bei mir ist eprimo auch drin) so etwas lese, was Du schreibst, dann muß ich ja nicht gerade diesen Anbieter wählen. Bei mir stehen an Rang 2 und 3 zwei Unternehmen, die mir massiv Schwierigkeiten gemacht haben (Zu hohe Abschläge, Zirkus bei der Rückzahlung des Guthabens). Check24 bewertet deren Tarifbedingungen denn auch nur als "ausreichend" oder gar "enttäuschend". Die werde ich in Zukunft auch nicht mehr berücksichtigen.

    Vielen Dank für deine Ausführungen. Das erläutert nachvollziehbar die Hintergründe dieser Praxis. Mein Vertrauen in Check24 hat jetzt nach einigen Jahren durch diese "Empfehlung" eine echte Delle bekommen. Ich sortiere ohnehin immer bereits Bonus-Angebote etc. aus und gehe allein nach dem für mich entscheidenden Arbeitspreis und dann nach dem Grundpreis. Wenn im Check24-Vergleich mit einer monatlichen Abschlagszahlung in konkreter Höhe "geworben" wird, dann gehe ich erstmal davon aus, dass dieser Betrag (wie in der Vergangenheit) auch tatsächlich der ist, der dann monatlich abgerechnet wird. Das hinterlässt schon einen sehr faden Beigeschmack, wenn gleich die erste Abschlagssumme dann z.B. 230 EUR anstelle von 93 EUR ist. Ich empfinde das als Irreführung und denke, dass so etwas kenntlich gemacht werden müsste.