Beiträge von Newb

    Newb D.h. Du siehst keinerlei Zusammenhang zwischen expansiver Geldpolitik, Staatsverschuldung und Inflation?

    Nein, das habe ich nicht geschrieben. Ich habe gesagt, dass die Hauptursache der Inflation der letzen Jahre nicht die expansive Geldpolitik der EZB sowie Staatsschulden sind.

    Ich habe nicht behauptet, dass Geldpolitik für Inflation irrelevant sei. Das sind zwei verschiedene Aussagen, die eigentlich nicht so schwer zu differenzieren sind.

    "Im Jahr 2023 wird die Inflation in Deutschland durch eine Kombination von Faktoren verursacht. Einer der Hauptfaktoren ist die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die darauf abzielt, das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln."

    "Die Regierung hat Unternehmen und Haushalte finanziell unterstützt, um ihnen zu helfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu bewältigen. Dieser Ausgabenanstieg kann zu Inflation führen, wenn er nicht durch einen Produktivitätsanstieg ausgeglichen wird."

    https://tfbank.de/blog/inflation-deutschland

    Das kannst Du nicht ernst meinen... Das ist Marketing einer Konsumkredit-Bank, ohne eine einzige Zahl, ohne Quellenangabe, und der Text endet in einer Kreditkarten-Verkaufsanzeige samt der Behauptung, eine Kreditkarte helfe, weil „in Zeiten von Inflation die Kriminalitätsrate steigt".

    Da sind so viele Fehler drin, das es wirklich weh tut. Das beginnt damit, dass ausgerechnet in 2023 die EZB dem Einlagenzinssatz massiv angehoben hat.

    Ich Frage mich wirklich, wie man auf die Idee kommt, sowas als seriöse Quelle anzusehen.

    Schau mal beim statistischen Bundesamt nacht.

    Eben nicht, das gehört zusammen.

    Dann lieder doch bitte einfach eine Auswertung, dass die aktuelle Inflation an den Staatsausgaben hängt. Ich habe Dir eine gegenteilige Quelle geliefert. Ansonsten ist das - wie fast alle Deine "Beiträge" - eine falsche Behauptung mit äußerst lückenhaften Kausalketten.

    Hat sie nicht. Alles ist dem Weltbild geschuldet. Man vergleiche bitte die Situation in verschiedenen Ländern:

    Irland, Schweiz, Spanien. Viel Spaß!

    Natürlich kann sie das nicht, weil es vollkommener Unfug ist. Aber ich dachte aus pädagogischer Sicht, ist es oft besser, dass man sich Wissen selber erarbeitet... Mit der Antwort habe ich allerdings nicht gerechnet ;(

    Ausweitung der Geldmenge ("Geld drucken") ohne entsprechendes Produktivitätswachstum führt zur starker Inflation. Gerne mal hier schauen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation

    Hast Du denn eindeutige Belege dafür, dass dem nicht so ist oder ist es nur ein Bauchgefühl?

    Du hast hier eine Behauptung aufgestellt und bist damit in der Nachweispflicht...

    Du schreibst erst was von Schulden machen als Auslöser nun von Geld drucken. Jetzt kommst Du mit nem Link zu Hyperinflation um die Ecke. Das sind 2 bis 3 verschiedene Sachen. Ich schüttel meinen Kopf nachhaltig.

    Ein bisschen googlen hätte Dich als ersten Treffer zu dem Link geführt. Passt nur leider nicht zu dem was Du behauptest. Da ist Corona noch nichtmal mit betrachtet.

    https://www.deutschlandfunk.de/inflation-waru…preise-100.html

    3 Millionen von 82?

    Für eine Petition ist das so massiv, dass es richtig ist, das mit in den legislativen Prozess mit aufzunehmen ohne direkt Verbotspartei zu schreien... Der Wähler hat ja die Wahl...

    Es gibt schon Unterschiede zwischen den Parteien. Die Grünen gehören definitiv zu den Parteien, die dem Dirigismus stark zuneigen. Auch wenn das leider mittlerweile kein Alleinstellungsmerkmal mehr ist und in den letzten Jahren viele andere Parteien der Illusion erliegen, dass die Welt doch ganz einfach wäre und der Staat diese überblicken und kleinteilig regulieren könnte. Hinterher reibt man sich verwundert die Augen, wenn es zu ungewünschten Effekten kommt. Sei es die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Vermietung möblierter Wohnungen oder der allgemeine Wohnungsmangel aufgrund von Mietpreisbremsen. Seien es kleinteilige Vorgaben zum Spritverbrauch, die uns Motoren gebracht haben, die auf dem Prüfstand immer effizienter wurden und in der Realität bei etwa gleichbleibenden Verbräuchen immer anfälliger. Sei es der Siegeszug von Plugin-Hybriden, die nie elektrisch gefahren werden. Eine Energiewende, in der man die reine Produktion von Strom maximiert hat und sich jetzt wundert, warum die schlecht zum Bedarf passt. Und so weiter. Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen gut gemeint eben das Gegenteil von gut gemacht ist. Und das Problem liegt hier nicht in handwerklichen Fehlern bei den einzelnen Regelungen, sondern schlicht und einfach darin, dass der zentrale Planer eben nie die Realität vollständig überblicken kann.

    Um das Narrativ der Grünen Verbots- und Regulierungspartei zu stärken, führst Du wirklich unglückliche Beispiele auf.

    Die nachfolgende Aufstellung hab ich mit freundlicher KI Unterstützung erstellen lassen. Stimmt inhaltlich mit meiner Erinnerung überein.

    - Mietpreisbremse — 2015, CDU/CSU–SPD (verlängert 2020 und 2025, beide Male CDU/CSU–SPD)

    - CO₂-Flottengrenzwerte / NEFZ — 2009, EU-Recht; - angenommen mit den Stimmen von EVP-ED, SPE und Liberalen. Die Grünen waren dagegen - fairerweise, weil es zu lasch war

    - Umweltbonus für Plug-in-Hybride — 2016, CDU/CSU–SPD; abgeschafft Ende 2022 durch Habeck (SPD–Grüne–FDP)

    - 0,5-%-Dienstwagenregel für PHEV — 2019, CDU/CSU–SPD; gilt weiter bis 2030. Die Grünen wollten sie laut Koalitionsvertrag 2021 an den realen elektrischen Fahranteil koppeln — das scheiterte am FDP-geführten Verkehrsministerium. Habeck fordert, das Dienstwagenprivileg nur noch für emissionsfreie Fahrzeuge gelten zu lassen.

    - EEG — 2000 SPD–Grüne; Novellen 2009 CDU/CSU–SPD, 2012 CDU/CSU–FDP, 2014 und 2017 CDU/CSU–SPD

    Ein probates Mittel zur Begrenzung der Indexmieten wäre es, wenn Politiker Entscheidung treffen würden die nicht weiter die Inflation anheizen. Also nicht immer noch mehr Geld ausgeben sondern mal den Haushalt konsolidieren. In den letzten Jahrzehnten ist jedoch das genaue Gegenteil passiert.

    Spannend. Wie siehst Du die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Inflation und welcher Anteil begründet sich in Corona, Ukraine Krieg und weltweiten Lieferkettenengpässe?

    Sagst du. Ich sehe nichts verwerfliches daran, einmal im Jahr eine handvoll Raketen für weniger als den Preis einer schlecht eingeschenkten Maß Bier hochzujagen.

    Und die Gewerkschaft der Polizei sowie knapp 3 Mio. Unterschriften und vermutlich eine Reihe von Tieren, die sich dadurch leicht gestört fühlen sehen das ähnlich wie ich.

    Jemand anders findet es vermutlich auch in Ordnung, ab und an für den Preis von wenigen Maß Bier auf den Straßenstrich zu gehen, aber die andere Verbotspartei wills verbieten.

    Nachdem man in Zeiten niedriger Inflation für Indexmieten war. Wer konnte auch ahnen, dass die Zeiten nicht ewig anhalten?

    Fakt ist doch, dass Vermieter nicht aus Langeweile vermieten und Indexmieten eine relativ faire Sache sind. Der Vermieter bekommt eine Erhöhung in der Inflationsrate, was auch mittelfristig grob seinen Kostensteigerungen entsprechen sollte. Und der Mieter bekommt langfristig etwa Gehaltserhöhungen in Höhe der Inflationsrate (abzüglich natürlich der kalten Progression sowie der Erhöhung von Steuern und Sozialabgaben...aber das ist Schuld der Politik...) und kann sich eine Mietsteigerung um die Inflationsrate leisten. Aber viele Politiker hätten natürlich gerne, wenn Vermieter gar nichts verdienen wollen.

    Die Deckelung der Indexmieten steht im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD.... Aber die GRÜNEN11!

    Die CDU ist auch die Partei Partei, die in Bayern und Hessen gendern verbietet und die Legalisierung von Leihmutterschaft bundesweit ablehnt. Jedenfalls für die, die nicht reich genug sind, hierfür ins Ausland zu gehen.

    Mir geht es nicht darum, jetzt die einzelnen Punkte zu diskutieren, sondern aufzuzeigen, dass es ziemlich albern ist, hier mit irgendwelchen Beispielen ein Narrativ der Grünen Verbotspartei zu bedienen.

    Verbote finden sich parteiübergreifend in Abhängigkeit der jeweiligen politischen Ausrichtung. Das ist auch logisch, da Verbote ein Teil der Gesetzgebung sind. Und dafür ist der Gesetzgeber halt da.

    Im Wahlprogramm für die Berlinwahl wollen sie auch nur noch Feuerwerk und Indexmieten verbieten.

    Feuerwerk ist auch so mit eines der dümmsten Sachen die es gibt. Indexmieten sind aktuell ein Problem. Nicht umsonst beschäftigt sich damit auch die Bundesregierung.

    Die Verbotspartei CDU will Handys an Grundschulen und Straßenprostitution verbieten... Sollen wir jetzt ne Liste machen, welche Partei wie viele Verbote fordert und die stumpf immer aufschreiben und das Narrativ von Verbotspartei verbreiten, ohne sich mit einzelnen Punkten mal inhaltlich auseinander zu setzen?

    Wenn man sich die Wahlprogramme nach diesen Kriterien ansieht, kann man eh nur das Land verlassen und ein eigenes Gründen. Wenn man auf einem kleinen Punkt in einem Wahlprogramm ne wochenlangen Kampagne zu fahren, sieht man ja was bei rumkommt. Die Grünen sind jetzt die Verbotspartei seit bald 15 Jahren. Wenn dieses Käseblatt auch nur annähernd solche Kampagnen gegen andere Parteien fahren würde, wären die Sichtweisen vermutlich weniger eng gestaltet😉

    Das ist genau der Punkt. Wenn ein konservativer Kanzlerkandidat Millionen von Bürgern beschimpft heißt es, "der Ton war schon immer rauh", wenn er offensichtlich lügt, heißt es "naja, das haben die konservativen schon immer gemacht", wenn Millionen € im Maskenskandal veruntreut werden, "naja, war halt ne schwierige Zeit.... Aber wenn die Grünen von 15 Jahren im Wahlprogramm den Fleischkonsum reduzieren wollen ist die "Ich lasse mir mein Schnitzel nicht wegnehmen Fraktion" auf der Straße.

    Die aktuelle Kraftwerkstrategie geht im Kern auf Habeck zurück. Das hat einen guten Grund.

    Trader42 Meinst Du nicht, es wird sinnvoll sein, erstmal andere Bereiche wie die Stahl- oder Chemieindustrie anzugehen, anstatt Unmengen an elektrischer Speicherkapazität bereitzustellen, die auf wenige Volllaststunden kommen, nur um die letzten Prozente im Strommix rauszukitzeln? Die Kosteneffizienz ist hier um Größenordnungen besser.

    Wie kommst du zu dieser steilen These? Pumpspeicherwerke bspw sind zwar relativ teuer beim Bau aber im Betrieb weit unter jedem fossilen Kraftwerk.

    Ich halte Wasserstoff zur Stromproduktion für das normale Stromnetz für einen fatalen Irrweg. Wir werden Unmengen Wasserstoff an Orten benötigen an denen es kein Netz gibt und allein diese Mengen bereitzustellen wird schon ein Kraftakt. Das ganze Gelaber von wegen Gaskraftwerken die man angeblich auf Wasserstoff umrüsten wird ist IMO völliger Quatsch (Ausnahme: Wir finden tatsächlich große Wasserstoff Quellen die sich wie Erdgas fördern lassen, glaube ich eher nicht dran aber ich erwähne es mal der Vollständigkeit halber). Ebenso wie Wasserstoff Autos völliger Quatsch sind.

    Potentielle Energie= m*g*h.... Da ist kein ^2 drin, wie bspw. bei kinetischer Energie. Überschlag doch mal, wie viel Liter Wasser in welcher Höhe man denn so braucht, um wesentliche Mengen Lageenergie für eine saisonale Speicherung zu verwenden. Und saisonal ist sowieso albern... Dann hast Du einen riesigen (räumlich) Energiespeicher, mit unfassbar vielen Pumpen/Turbinen für die notwendige Leistung für einen Lade- und Entladezyklus pro Jahr. Wozu eigentlich? Im Winter weht auch Wind.

    Wasserstoff ist der aktuell einzige Energiespeicher, der die notwendige Energiedichte und Menge für eine saisonale Speicherung bieten würde. Und da hast Du ja bereits erkannt, wie ineffzient das zur Verstromung ist.

    Wir brauchen (noch) Fossil um Dunkelflauten/Winter zu überbrücken und eine staatliche Förderung für die etlichen theoretisch vorhanden Möglichkeiten Großspeicher zu bauen die sich im Gegensatz zu Akkus eignen um PV auch für den Winter zu speichern... Es ist langfristig deutlich billiger im Sommer eine "über Produktion" an PV+Windkraft zu haben und diese in den Winter zu retten, als für den Winter Gaskraftwerke zu errichten, die dann um die sowieso schon knappe Ressource zum Heizen konkurrieren.

    An der Stelle bin ich sehr skeptisch. Strom vom Sommer in den Winter zu retten ist ökonomisch fast unmöglich. Die einzige skalierbare Technologie hierfür wäre Wasserstoff. Bevor Wasserstoff zur Verstromung genutzt wird, ist es allemal effizienter, erstmal die Stahlindustrie auf Wasserstoff umzustellen.

    Das ist ein fernes Zukunftsszenario. Bis dahin werden fossile Energieträger gebraucht, die vielleicht nicht mehr Tag und Nacht, aber die Dunkelflaute uberbrücken müssen. Und alleine die Bereitstellung kostet Geld, dass man den Erneuerbaren durchaus zurechnen muss.

    Es hat ja seinen Grund, warum auch Habeck Gaskraftwerke errichten lassen wollte.

    Aber was heißt die Erkenntnis für 2026? Nix! Erneuerbare müssen trotzdem ausgebaut werden, Netze und Speichermöglichkeiten auch. Wir sollten endlich unser Stromnetz in flexible Preiszonen unterteilen. Und dann müssen wir ein bisschen auf Sicht fahren, wo wir raus kommen.

    Das ist nicht ganz trivial und ich hoffe, ich kriege es als "interessierter Laie" richtig zusammen. Fangen wir mit der Geldmenge an.

    In der Theorie sollte sich die Geldmenge analog zur Wirtschaftsleistung steigern – bzw. gesteigert werden. Das passiert dann nicht über Geld drucken, sondern die Giralgeldschöpfung, die im Wesentlichen über den Zins bei uns durch die EZB gesteuert wird. Da man Deflatiion vermeiden will (und vielleicht auch Staaten entschulden möchte), liegt die Steigerung der Geldmenge immer etwas über dem Wirtschaftswachstum und es kommt zur Inflation. Theoretisch wäre es aber möglich, die Geldmenge bei steigender Wirtschaftsleistung zu erhöhen, ohne, dass sich eine Inflation ergibt.


    Als Verbindung zwischen BIP und der Geldmenge kommt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ins Spiel. Ob Staatsverschuldung der Wirtschaft Kapital entzieht, hängt vom Auslastungsgrad ab: Bei ungenutzten Kapazitäten aktiviert der Staat ungenutztes Kapital – dann steigt als Folge auch die Umlaufgeschwindigkeit, ohne dass der Wirtschaft etwas fehlt. Bei Vollauslastung konkurriert der Staat direkt um knappes Kapital, meist über steigende Zinsen.

    Dann hast Du Recht, damit der Staat Schulden machen kann, muss jemand dem Staat Geld leihen. Das ist aber ein Featurre und kein Bug. Denn wenn die Bevölkerung netto sparen soll, gibt es nicht so viele Möglichkeiten. Eine positive Handelsbilanz oder eben Kreditvergabe an den Staat. Dem Staat geliehenes Geld wird aber andernfalls nicht zu 100 % konsumiert. (Wertteigerung von Vermögenswerten mal ignoriert)

    Lange Rede, kurzer Sinn. Es mag sein, dass ein Teil von Staatsschulden der Wirtschaft als Liquidität entzogen wird. Das ist aber genauso wenig absolut und zwingend, wie dass Staatsschulden 1:1 in zusätzlicher Liquidität im Markt enden. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Aus meiner Sicht deutlich näher im Bereich der höheren Liquidität.

    Was einmal gebaut ist, steht unter Bestandsschutz. Da geht auch keiner ran. Sicherlich würde konsistentere Politik helfen, aber das Kernproblem bei EE ist, dass sie nur dann günstig sind, wenn man sich die Rosinen pickt. Für einen 24/7/365 Betrieb brauchen wir auf absehbare Zeit die fossilen Energien und selbst wenn das von der Größenordnung her mal technisch realistisch ist, bleibt die Problematik, dass es extrem teuer wird, die letzten paar Prozent auf EE umzustellen. Das ist einfache Physik und Marktwirtschaft

    Da gebe ich Dir Recht. Es ist alles etwas zu komplex, um das komplett zu überblicken. Aber vom Gefühl her sollten wir nicht auf 100%, sondern eher auf 90% EE im Strommix zielen. Wegen mir, sofern technisch möglich, auch einen Teil der letzten paar Prozent mit Kohle. Einfach der politischen Weltlage geschuldet.

    Die letzten Prozent Erneuerbare im Strommix werden so teuer werden, dass man den nächsten Euro vermutlich eher in anderen Bereichen zur Defossilisierung nutzt.

    Was Speichermöglichkeiten angeht, bin ich positiv optimistisch. Es gibt mittlerweile Anbieter, die bewusst auf größere Konzerne zugehen und nach ungenutzten Einspeisekapazitäten ins Stromnetz fragen, um diese für die Nutzung von Batteriespeichern zu mieten. Es scheint, als würde das ein Business Case werden.

    Wir drehen uns etwas im Kreis.

    Da hast Du Recht. Ich hatte den Satz eben auch schon getippt, aber wieder gelöscht. Ich versuche Mal eine Ausfahrt zu nehmen, dass wir vielleicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

    Die Spezialfirmen für den Bau von Bahnstrecken sind sehr gut ausgelastet, die Diskussion dreht sich hier eher um die Frage, ob die das ganze Geld überhaupt sinnvoll verbauen können. "Die Wirtschaft" ist kein homogenes Gebilde und staatliche Aufträge betreffen erstmal immer nur einen spezifischen Teil der Wirtschaft. Es ist sehr leicht, mit einem Staatseingriff die Wirtschaft an einer Stelle zu überhitzen während anderswo die Lage schlecht ist. Die Autos sogenannter Premium-Hersteller werden nicht automatisch dadurch attraktiver, dass der Staat massenhaft Autobahnbrücken ersetzt.

    Mir ging es erstmal darum, dass zusätzliche Staatsverschuldung in einer Flaute automatisch 1:1 andere Verwendungen verdrängt. Das ist nicht so. Aber du hast Recht, dass die Wirtschaft nicht homogen ist und wenn ich mit einer Auslastung des Baugewerbes argumentiere, das nicht ebenfalls auf das gesamte Gewerbe zutrifft.

    Daher kann ich Dir Recht geben, dass nicht jeder weitere Euro Staatsverschuldung automatisch 1 Euro Wachstum des BIP ergibt. Es ist aber auf der anderen Seite auch nicht 0.

    Bedeutet das auch, dass der Staat alternativ - ohne selber mehr Schulden aufzunehmen - das Konsumvolumen einer Gesellschaft erhöhen kann, wenn er dem Bürger A Geldmittel für den Konsum gibt, die (Geldmittel) er dem Bürger B abnimmt?

    Nein, das bedeutet das nicht.

    Unabhängig davon neigen Bürger mit niedrigerem Einkommen zu einer höheren Konsumquote. Das bedeutet eine Umverteilung von oben nach unten sollte den Konsum in der Regel erhöhen.

    Geld alleine schafft nichts. Wenn du Bahnstrecken, Autobahnen oder Schulen sanieren willst, Güter und Dienstleistungen. Ein Großteil davon, vor allem der Arbeit, muss aus dem Inland kommen. Mehr Geld führt nicht dazu, dass du mehr Ingenieure oder Bauarbeiter hast. Das geht nur, wenn du Leute von anderen Arbeiten abziehst.

    Deine Annahme gilt nur für Vollauslastung. Nicht für die Flaute, die Du unten ja selber nennst. Im Zweifelsfall hast Du Bauarbeiter, die gerade nix tun und dann wieder BIP erwirtschaften.

    Geld dient vor allem dazu, das Wirtschaften zu vereinfachen. Zum einen als glorifiziertes Tauschmittel, zum anderen für die Preissignale.

    Wenn der Staat jetzt mehr Schulden aufnimmt, muss das Geld dafür irgendwo anders abgezogen werden. Entweder bei Investitionen in der Privatwirtschaft, beim Konsum oder es muss sich die Außenhandelsbilanz anpassen. Und da sieht man eben sehr schön, dass der Staat die Wirtschaft nicht aus der Flaute ziehen kann, indem er massiv Schulden aufnimmt. Bei konstanter Geldmenge zieht er das Geld nur woanders ab.

    Die Geldmenge ist aber nicht konstant.