Vorläufig zusammenfassend kann ich sagen: Am Ende läuft die Reform darauf hinaus, dass die Beiträge steigen und die Leistungen sinken. Damit bestätigt sich letztlich das, was ohnehin zu erwarten war. Das Umlagesystem stößt aufgrund der demografischen Entwicklung an seine Grenzen. Statt die strukturellen Probleme zu lösen, wird sein schleichender Niedergang lediglich verlängert.
Auch die geplante Kapitalrente überzeugt mich nicht. Ich befürchte, dass sie sich als Mogelpackung erweisen wird. Ich verstehe daher nicht, warum Finanztip die Reform insgesamt so positiv bewertet (https://www.finanztip.de/newsletter/archiv/nl-2026kw26)
Mit dem Altersvorsorgedepot existiert (bald) ein Instrument für die private kapitalgedeckte Altersvorsorge (Vererbbar, kein Zugriff des Staates, etc.). Warum muss nun zusätzlich eine verpflichtende Kapitalrente nahe am Umlagessytem eingeführt werden, die die Lohnnebenkosten weiter erhöht? Für mich liegt der Verdacht nahe, dass das eigentliche Ziel weniger die langfristige Stabilisierung der Beiträge ist, sondern vielmehr zusätzlicher Cashflow für das bestehende System. Die Kapitalrente verteuert Arbeit bereits heute, damit das derzeitige Rentenniveau für die Babyboomer möglichst lange finanziert werden kann.
Eine echte Reform hätte aus meiner Sicht mit Ehrlichkeit begonnen: Das Umlagesystem hat Leistungsversprechen abgegeben, die unter den heutigen demografischen und wirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr eingehalten werden können. Es gibt immer weniger Beitragszahler pro Rentner, während die erhofften Produktivitätssteigerungen ausbleiben. Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden. Das wird versäumt!
Die Kosten der Anpassung dürfen nicht einseitig den jüngeren Generationen aufgebürdet werden. Dass viele ältere Menschen auf die Versprechen der Politik vertraut haben, ist nachvollziehbar. Dennoch rechtfertigt das nicht, die finanziellen Lasten dauerhaft auf diejenigen abzuwälzen, die heute arbeiten und künftig noch höhere Beiträge bei gleichzeitig geringeren Leistungen erwarten müssen. Die Jungen werden eh mit den Füßen abstimmen... man kann die Ökonomie nicht "wegregulieren".
ein kritisches Video dazu auf YouTube ist: