Beiträge von Dongfang

    ich möchte evtl aus der PKV in die GKV da ich Bedenken habe dass mich das im Rentenalter überfordert. Ich habe gelesen dass das in meinem Alter fast unmöglich ist.

    Im Prinzip korrekt. Aus der PKV kommt man jederzeit raus, dummerweise aber in dem Alter nicht in die GKV rein. Ein Mitteilungspflicht der PKV, wenn man 55 wird, gibt es nicht.

    PKV muss man sich als Rentner leisten können. Wenn man einen ungünstigen Vertrag hat, können das schon mal bis zu €1000 pro Monat sein. Aber man sollte nicht in Panik verfallen.

    Zunächst einmal bieten viele PKVen Tarifwechsel, z.T. auch ohne erneute Gesundheitsprüfung an. Das würde ich erst einmal prüfen. Ab 60 fällt die 10%-ige Altersrückstellung weg. Wenn man in Rente geht, braucht man auch nicht mehr die Tagegeldversicherung ab dem 43. Tag. Bei manchen Tarifen gibt es Einsparpotential durch Selbstbeteiligung. Und zu guter Letzt bekommt man von der GRV zur gesetzlichen Rente noch 8,15% Zuschuss als PKV-Kunde. Um mal eine Orientierung zu geben: ich zahle als Rentner unter €400 pro Monat für meine PKV-Vollversicherung mit sehr guten Leistungen. Bis heute gab es nicht eine Rechnung, die die nicht bezahlt hätten.

    Was man aktuell und wahrscheinlich auch in Zukunft nicht vernachlässigen sollte, sind Selbstzahlerkosten für gesetzliche Versicherte. Gerade bei Fachärzten bekommt man heutzutage einen zeitnahen Termin häufig nur noch, wenn man selbst zahlt. Das können dann schon mal je nach Fachrichtung 300-500€ pro Besuch sein.

    Gibt es eine Faustformel, was es grob an Steuerersparnis bringt?

    Ganz einfach. Die Steuerersparnis ist Null. Man kann dadurch lediglich einen Stundungseffekt erreichen. Dem hat man aber zumindest teilweise durch die Vorabpauschale einen Riegel vorgeschoben. Ob diese Vorgehensweise überhaupt einen positiven Effekt hat, ist kaum vorauszusagen, da die Vorabpauschale wiederum vom Leitzins abhängig ist.

    Auch sollte man daran denken, dass man im Rentenalter, wenn man entspart, in den meisten Fällen nicht mehr 26,375% Steuern auf Kapitalerträge zahlt. Vielleicht kann man tatsächlich etwas Plus machen, aber mir wäre der Aufwand dafür viel zu hoch.

    Der Ablauf der Versicherung ist erst in 5 Jahren (Vorher gibt es nur Abrufoptionen). Daher gilt der Garantiezins weiterhin.

    In der Tat ist der Garantiezins aber vor Kosten. Also nehme Dir die letzten beiden Standmitteilungen und rechne Dir Deine tatsächliche Rendite aus (grob z.B. ((Stand 2023) / (Stand 2022 + Beiträge 1 Jahr) - 1) * 100%. Da kommt vermutlich ca. 3% Rendite heraus, je nach Anbieter.

    Wenn Du eine sichere, risikolose Geldanlage suchst, wirst Du kaum eine bessere Nachsteuerrendite erreichen können. Dabei gehe ich davon aus, dass Dein FSA bereits verbraucht ist.

    Das solltest Du jedes Jahr erneut prüfen.

    Richtig beschrieben, vielen Dank. Die jährliche Mitteilung heißt zwar "Standmitteilung". Was allerdings der wirkliche Stand ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Für die Berechnung habe ich einfach mal den Rückkaufwert genommen. Da kommt dann tatsächlich ziemlich genau 3% heraus. Das ergäbe dann eine wegen der Steuerfreiheit eine Rendite 4%, die ich bei einer anderen Anlage erzielen müsste.

    Bekommst Du denn auch nach Ablauf der Police weiter den Garantiezins von 3,25% p.a.?

    Die 3,25% p.a. dürfte die Verzinsung vor Kosten/Gebühren der Versicherung sein. Wie hoch ist denn die reale Rendite nach Kosten/Gebühren?

    Die Police läuft nicht ab, sondern hat einen "Abrufbereich" von 5 Jahren. Wenn ich jetzt nichts mache, läuft sie zu den genannten Bedingungen weiter. Das mit der realen Rendite ist nicht so ohne weiteres zu ermitteln, da die jährlich erstellten Standmitteilungen für mich eher verwirrend sind. Die Begrifflichkeiten sind nur schwammig definiert, explizite Informationen zu Kosten und Gebühren gibt es nicht.

    Die reale Rendite kann ich daher nur unscharf ermitteln. Auf Basis der geleisteten Einzahlungen dürfte die Rendite bei ca. 2,7% liegen, rechnet man das bisher angefallene Gewinnguthaben dazu, kommt man auf ca. 3,0%. Legt man die 2,7% zugrunde, dann wären das unter dem Aspekt der Steuerfreiheit ca. 3,5%. Das läge schon eher im Bereich einer Festgeldanlage, bei der man deutlich mehr Transparenz hätte als bei einer Versicherung.

    Hallo zusammen,

    ich habe in diesem Jahr die Möglichkeit, mir in diesem Jahr eine alte Direktversicherung mit einer Garantieverzinsung von 3,25% auszahlen zu lassen. Dabei dürfte ein mittlerer fünfstelliger Betrag herauskommen. Steuern und Sozialabgaben fallen nicht an. Alternativ besteht die Möglichkeit, den Vertrag weitere 5 Jahre laufen zu lassen, wobei er nun jährlich abrufbar ist, quasi Festgeld mit einem Jahr Laufzeit. Ursprünglich hatte ich vor, das Geld auszahlen zu lassen, um es anders anzulegen. Eine Anlage in ETF ziehe ich nicht in Betracht, da ich schon etwas älter bin. Nun hört sich 3,25% bescheiden an, allerdings ist dabei noch nicht die Steuerfreiheit berücksichtigt. Würde ich das Geld in Tages- oder Festgeld anlegen, müsste ich die Erträge versteuern, da der Freibetrag durch andere Kapitaleinkünfte aufgebraucht ist. Um also eine vergleichbare Verzinsung bei einer anderen Anlage zu erzielen, müsste der Zinssatz dort bei ca. 4,4% liegen (3,25%/0,73625). Weiterhin würde auch die Steuerermäßigung auf die bei einem Weiterlaufen der Versicherung zu zahlenden Beiträge (pauschal 20%) wegfallen, was bezogen auf das angesparte Kapital auch noch einmal ca. 0,5% ausmacht.

    Eine sichere Geldanlage mit 4,5-5% habe ich aktuell nicht gefunden. Die üblichen Vergleichsportale weisen selbst maximal 3,5% bei Banken, von denen ich noch nie gehört habe, aus. Eine Anlage dort kommt für mich genau so wenig in Frage wie bei Trade Republic mit ihrem 4%-Lockangebot, wo man nicht einmal so genau weiß, auf welcher Bank das Geld liegen wird und wem es man wirklich geliehen hat.

    Aktuell tendiere ich dazu, das Geld bei der Versicherung liegen zu lassen, da das für mich die beste Rendite bei hoher Sicherheit verspricht. Habe ich da was übersehen?