Die Problematik bei solchen Konten ist, dass die Zeit, die man einzahlt zu dem zum Einzahlungszeitpunkt geltenden Stundenlohnsatz geschieht. Es wird also nicht Zeit angespart, sondern die Zeit wird in Geld (bezogen auf den aktuellen Stundenlohn) umgerechnet. Beispiel: 1 Std = 40€
Steigt im laufe der Zeit dein Stundenlohn durch Tariferhöhungen an (z.B. von 40 auf 45€ pro Std.) und du willst aus diesem Konto Zeit entnehmen, wird der zum der zum Zeitpunkt der Entnahme geltende Stundenlohn zur Berechnung herangezogen. Die Stunde die du jetzt entnehmen willst, kostet dich jetzt 45€, hast aber nur 40€ eingezahlt, somit ist dein Guthaben nur noch 0,88 Std wert.
Sprich: Dein Guthaben wird durch deine Gehaltserhöhungen entwertet, da du weniger Zeit rechnerisch heraus bekommst als du eingezahlt hast. Durch Zuschüsse vom Arbeitgeber kann dieser Effekt womöglich ausgeglichen werden, da dieser auch Sozialabgaben spart, wenn du in solch ein Konto einzahlst.
In meinen Augen macht so ein Konto nur Sinn, wenn man unbedingt ein Zeitkonto führen möchte und einem der mögliche finanzielle Nachteil nicht so wichtig ist. Stichwort: Zeit ansparen fürs frühere Ausscheiden aus der Firma. Aber das kann man evtl auch relativ kurz vor dem Ausscheiden durch hohe Einmalzahlungen regeln, da müsstest du in deine Bedingungen reinschauen, was da möglich ist.
Vorteil: Das Geld liegt nicht nahezu unverzinst in dem Zeitkonto und kann nicht durch die Tarifsteigerungen entwertet werden.