Alles anzeigenDein Pseudonym scheint gut gewählt: No worries. Die finanzielle Lage bei Euch sieht ja nicht schlecht aus.
Viel wichtiger ist für Dich Deine Gesundheit. Ohne Gesundheit hilft Geld nichts.
Was die Geldanlage anlangt: Zurückschauen bringt nichts. Planen kannst Du nur für die Zukunft. Das willst Du ja auch, deswegen bist Du hier.
Die Zinskrise ist nicht überwunden. Es gibt zwar wieder ein bißchen Zinsen, aber die Zinsstrukturkurve ist invers, das heißt: Wir haben pathologische Verhältnisse. Früher war es so, daß man bei längerer Bindefrist einen höheren Zins bekam als bei einer kürzeren. Heute bekommt man umso weniger Zins, je länger man sein Geld festlegt. Die Legende von den ultrasicheren Rentenanlagen funktioniert nicht mehr.
Beim Aufstellen seiner Vermögensbilanz vergißt der Durchschnittsdeutsche oft sein Haus, in jedem Fall aber seine Rentenansprüche. Ihr habt 3000 € pro Monat zu erwarten. Wenn man nur mit 20 Jahren Laufzeit rechnet, also bis zu Eurem 83. Lebensjahr (Vermutlich geht es länger!), dann sind das 20 x 12 x 3000 = 720 T€. Bei aller Unkerei ist die Rendä sischä, sischärä jedenfalls als die vermeintlich ultrasicheren Festverzinslichen.
Ich persönlich habe überhaupt keine "Sicherheitsbausteine" (außer den Rentenansprüchen). Seit etlichen Jahren bin ich mit dieser Vermögensmischung auf der Sonnenseite. Wie es weitergeht, weiß natürlich keiner, aber selbst mit einem mäßigen Rückgang würde ich mich über mehrere Jahre gerechnet immer noch besser stellen, als wenn ich mein Geld zur Hälfte in ultrasicheres Festgeld gesteckt hätte.
Den Weg muß niemand mit mir gehen, aber jeder sollte überlegen, wieviel vermeintliche Sicherheit er in sein Depot stapelt.
Von einem Depot von einigen Hunderttausend kann man einige Urlaube bezahlen.
Es gibt meterweise Literatur zu Entnahmestrategien. Die Stiftung Warentest hat im Heft 11/2023 relativ einfache Methoden vorgestellt. Generell: Von 63 an läuft eine Rente mindestens noch 20 Jahre, und das Geld, das man mit Anfang 80 fürs Altersheim braucht, sollte man meines Erachtens mit Anfang 60 noch vor der Inflation schützen.
Wenn Du schon Festgeldern nachhängst, um die Rente aufzupolstern, könntest Du erwägen, freiwillige Rentenbeiträge zu leisten. Von der gesetzlichen Rente halte ich - anders als Du! - mehr als von allem Riester und Rürup, privaten und betrieblichen Rentenversicherungen zusammen. Leider ist diese Möglichkeit an strenge Voraussetzungen gebunden, und man kann auch nicht viel Geld so unterbringen.
Hier wird immer wieder von angeblichen Bankberatern geschrieben. Hartmut Walz nennt sie deutlich treffender Finanzprodukteverkäufer.
Ein Literaturtip zum Schluß: Gerd Kommer - Souverän investieren vor und im Ruhestand.
Schau doch mal rein! Vielleicht hat ja sogar Eure Stadtbücherei dieses Buch.
Danke für den Literaturtip!
Was das Festgeld betrifft, so habe ich auch schon darüber nachgedacht, nur 20% darin anzulegen, aber da habe ich keine Chance gegen meinen Mann. Er steht der Börse sehr skeptisch gegenüber und hat dahin schon einen großen Schritt gemacht, 50% in einen ETF anzulegen. 😊 Aber das kann sich ja noch entwickeln, mal sehen….