Beiträge von Grossrat

    Meist liegt der Unterschied zwischen kostenloser und Bezahlversion (wenns nicht um Videos usw. geht) nur darin wie viele Anfragen man pro Tag stellen kann etc..

    Nein, das stimmt nicht. In den Bezahlversionen ist stets das stärkste und neueste KI-Modell verfügbar, das bekommt man „for free“ nicht. Dazu kann man gezielt in den Thinking-Modus gehen und hier zwischen „normal“ und „High“ wählen. Der Unterschied ist also schon sehr deutlich.

    Das habe ich doch auch nie behauptet?

    Selbstverständlich ist das so.

    Aber was möchtest du mir damit sagen?

    Ich zitiere hier dein Statement, auf das sich meine Ausführungen bezogen. Vielleicht hilft das, den Faden wiederzufinden?

    „Auch auf die Gefahr hin, mich wieder unbeliebt zu machen: Belastet werden diejenigen, die Mitglieder des Systems sind. Gutverdiener, Privatiers etc. sind keine Nutznießer des Systems, von daher halte ich es auch für folgerichtig, dass sie nicht mit dessen Kosten belastet werden.“

    Meine Aussage bezog sich auf die Sozialsysteme. Wenn das allgemeine politische System gemeint ist hast du natürlich Recht.

    Hier einfach nochmal der Hinweis: Steuern sind keine persönliche Nutzungsgebühr oder ein skurriler Mitgliedsbeitrag. Und die Sozialsysteme sorgen ohne Zweifel für gesellschaftliche Stabilität.

    14 II GG ist die Grundlage für Auflagen wie z.B. Denkmalschutz oder Immissionsschutz. Daraus eine Verpflichtung zur Finanzierung anderer herzuleiten ist dogmatisch nicht sonderlich stringent.

    Komm schon! Denkmalschutz und Immissionsschutz sind nur Beispiele für die Sozialbindung des Eigentums, keine Begrenzung! Die stärkere Heranziehung wirtschaftlich Leistungsfähiger folgt daher aus dem Zusammenspiel mit Art. 3 und Art. 20 GG.
    Art. 14 ist die Wertentscheidung unserer Verfassung, dass Eigentum schlicht gesellschaftliche Verantwortung begründet und damit der Grundsatz unserer Ordnung ist.
    Mit Verlaub, deine Behauptung, Gutverdiener oder Privatiers seien keine Nutznießer des Systems, ist schlicht Blödsinn. Ihr Vermögen setzt Rechtsstaat, Infrastruktur, Bildung, Eigentumsschutz und gesellschaftliche Stabilität voraus. Darüberhinaus sind Steuern keine persönliche Nutzungsgebühr oder ein skurriler Mitgliedsbeitrag.

    Auch auf die Gefahr hin, mich wieder unbeliebt zu machen: Belastet werden diejenigen, die Mitglieder des Systems sind. Gutverdiener, Privatiers etc. sind keine Nutznießer des Systems, von daher halte ich es auch für folgerichtig, dass sie nicht mit dessen Kosten belastet werden.

    Eine Ansicht, die durchaus gegen die eindeutige Regelung des Art. 14 (2) unserer Verfassung verstößt. 😉

    Es geht um Kritik an der Mogelpackung, an Intransparenz. an Trickserei. Behaupten, es wäre Entlastung, eine Reform - aber gleichzeitig so gut wie nichts an überflüssigen Strukturen ändern wollen, die eigenen Pfründe schützen. Die Einnahmen sind riesig - aber keine Ausgabendisziplin.

    Du bist nicht zufällig Schweizer? Die Verhältnisse dort sind nicht vergleichbar.

    Also eine Reform ist es in jedem Fall, auch wenn es quasi für alle teurer wird, und dass die Notwendigkeit besteht, ist ja auch unbestritten. Ebenfalls verwundert es doch wenig, dass solche Reformen unter einem Kanzler Merz nicht unbedingt den sozialen Ausgleich in den Mittelpunkt stellen, aber die Parteien, die es täten, waren bei den letzten Wahlen ja nicht wirklich die Gewinner.

    So bleibt halt aktuell nur, die Systeme an die Wand fahren zu lassen oder die Reformen durchzuziehen mit der Hoffnung, spätere Regierungen schaffen mehr soziale Gerechtigkeit. Ich gebe allerdings zu, dass hier meine Hoffnung nicht sonderlich ausgeprägt ist.
    Seit meiner Geburt lebe ich in Bayern und bin als Linker dadurch zutiefst leidgeprüft 😉 und mit der Schweiz verbinden mich nur regelmäßige Campingurlaube im Schweizer Teil am Lago Maggiore.

    Es ist interessant, wie viele hier die Leistung von KI wie selbstverständlich herabwürdigen. Schon 2024 hat ChatGPT 4.0 das bayerische Abitur mit der Note 2,0 bestanden (ich hatte nur 2,5 🤣 aber früher wars eh viiiiieeeeeel schwerer 😉) und wir sind inzwischen bei Version 5.6.

    Wie gut KI arbeitet, hängt vom Prompt ab, also den „Arbeitsanweisungen“, die der User vorgibt. Beim DAU wirds halt eher schwächer im Ergebnis, mit etwas engagierterer Nutzung aber erheblich besser. Ich würde auch jedem empfehlen, sich mal zumindest einen Monat lang die Bezahlversion zu gönnen, das sind wirklich Welten zu den kostenlosen Angeboten.

    Ich verstehe, dass viele nicht besonders davon begeistert sind, am Ende weniger im Geldbeutel zu haben als vorher, so geht’s mir auch.

    Aber hat hier ernsthaft irgendwer vermutet, dass man Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung stabilisieren, bzw. retten kann, in dem wir alle weniger Steuern und Abgaben bezahlen? So kann das auf keinen Fall funktionieren, das ist doch völlig klar. Eine angemessene Versteuerung von großen Vermögen brächte natürlich viel Geld, genug, um ein System zu retten, aber leider nicht drei.

    Die Steuerreform kann es nur leicht abfedern, aber unterm Strich werden fast alle von uns mehr zahlen müssen. That‘s the simple truth.

    Unabhängig davon, dass ich KI manchmal gerne nutze, um aus gesprochenen Gedanken einen flüssigen Text zu generieren, sollten wir nicht vergessen, dass für viele Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen wie Blindheit, Lähmungen, fehlenden Gliedmaßen usw. KI heutzutage ein stark genutztes Hilfsmittel ist, auch in Foren wie diesen teilzunehmen. Sie lesen nicht nur vor, sondern unterstützen und bereiten Posts vor, fügen ein und veröffentlichen.

    Der Ausschluss von KI-Hilfsmitteln würde doch sehr ausgrenzend wirken. Mag nicht die häufigste Nutzung hier sein, nichts desto trotz sollten wir es berücksichtigen.

    Hab gut gelacht.

    Das ist gut, dass man dich dadurch zumindest noch hören kann, sehen ist in deinen Nebelschwaden nämlich schon viel schwieriger. In der Psychologie nennt man das übrigens „Projektion“ 😜

    Aber was ist denn nun „linkssozialistisch“, außer der traurige Versuch eines Kampfbegriffes?

    Ich denke, ich habe meine Argumente bereits in beinahe epischer Breite vorgebracht und auch in deinem letzten an mich gerichteten Text stand nichts, was ich nicht schon bearbeitet hätte. Aber falls du doch noch einen von mir nicht aufgenommenen Argumentationsfaden finden solltest, hake gerne nach.

    Eins noch, weil es mir doch auffällt. Was soll eigentlich

    linkssozialistisch

    sein? „Sozialistisch“ ist ja schon links, also „linkslinks“ oder „linkser“? So wie „schwangerer“? 😉

    #490

    Du weichst schon wieder zum bequemsten Strohmann aus. Niemand fordert linkssozialistische Planwirtschaft. Dieses Gespenst holst du nur hervor, weil du auf soziale Demokratie keine gute Antwort hast. Es geht nicht um Gleichmacherei, nicht um Staatsvergötterung und nicht um „alle bekommen dasselbe“. Es geht darum, dass Macht kontrolliert werden muss. Und private Marktmacht ist nicht harmloser, nur weil sie keine Behörde ist. Sie ist oft gefährlicher, weil sie sich demokratischer Kontrolle weitgehend entzieht.
    Dein Misstrauen gegenüber dem Staat ist selektiv. Politiker, Beamte und Behörden hältst du für anfällig für Eigennutz, Macht und Lobbyismus. Geschenkt. Aber ausgerechnet Unternehmen, Vermögende, Immobilienfonds, Monopole und Kapitalmärkte sollen dann plötzlich bessere, gerechtere Ergebnisse produzieren? Ernsthaft? Der Staat ist wenigstens an Verfassung, Gesetze, Gerichte, Gewaltenteilung, Wahlen, parlamentarische Kontrolle und öffentliche Rechtfertigung gebunden. Kapital ist das nicht. Kapital muss sich nicht rechtfertigen, es muss Rendite bringen. Unternehmen sind nicht dem Gemeinwohl verpflichtet, sondern ihren Eigentümern. Genau deshalb brauchen wir demokratische Kontrolle. Nicht, weil der Staat heilig ist, sondern weil unkontrollierte Macht immer nach oben füttert und nach unten frisst.

    Und dieses ewige „erst muss erwirtschaftet werden, was verteilt wird“ ist kein Argument, sondern eine Binsenweisheit. Natürlich muss Wohlstand erwirtschaftet werden, niemand bestreitet das. Die eigentliche Frage ist, wer ihn erwirtschaftet, wer ihn besitzt, wer ihn abschöpft und wer am Ende mit der Rechnung dasteht. Wohlstand entsteht nicht allein durch Eigentümer, Aktionäre oder Unternehmermut. Er entsteht durch Arbeit, Bildung, Infrastruktur, öffentliche Forschung, Gerichte, Sicherheit, Gesundheitssystem, Straßen, Stromnetze, Verwaltung und Millionen Menschen, die jeden Tag ihre Lebenszeit verkaufen. Ohne diese öffentliche und gesellschaftliche Vorleistung gäbe es auch die glänzende Privatwirtschaft nicht, die du hier so romantisierst.

    Außerdem wird längst verteilt. Immer. Jeden Tag. Nur nennst du es nicht Verteilung, wenn Geld nach oben fließt. Löhne sind Verteilung. Gewinne sind Verteilung. Mieten sind Verteilung. Zinsen sind Verteilung. Dividenden sind Verteilung. Erbschaften sind Verteilung. Bodenwertsteigerungen sind Verteilung. Wenn Arbeit hoch belastet wird und Besitz geschont bleibt, ist das auch Umverteilung, nur eben nach oben. Sobald man ein paar Brösel zurückholt, schreist du „weg mit mehr Staat“. Wenn nach oben durchgereicht wird, nennst du es Markt.

    Normale Menschen werden nicht mit goldenen Kellen aus dem Leistungstopf gefüttert. Sie zahlen hohe Abgaben auf Arbeit, hohe Mieten, steigende Lebenshaltungskosten und sollen zusätzlich privat vorsorgen, weil angeblich für alles kein Geld da ist. Gleichzeitig bleiben große Vermögen, Erbschaften, Immobiliengewinne und Kapitalerträge politisch auffällig gut geschützt. Das ist keine neutrale Marktwirtschaft. Das ist Klassenpolitik zugunsten derer, die bereits besitzen.
    Auch dein Gerede von gleichen Chancen ist ne leere Phrase, solange du die Startlinien ignorierst. Wer Vermögen erbt, Eigentum besitzt, gute Bildung kaufen kann, in sicheren Wohnlagen lebt und Kapitalerträge kassiert, startet nicht im selben Rennen wie jemand, der mit Miete, Niedriglohn, unsicherem Job und hoher Abgabenlast kämpfen muss. Ohne Umverteilung sind „gleiche Chancen“ nur ein hübsches Statement ohne Substanz.

    Und ja, linke Politik scheitert manchmal am Menschen. Aber der Markt scheitert ebenfalls am Menschen, nur brutaler und mit weniger Kontrolle. Gier, Eigennutz, Lobbyismus und Machtmissbrauch verschwinden nicht, sobald man sie privatisiert. Dann heißen sie nur Effizienz, Rendite, Standortpolitik oder unternehmerische Freiheit. Genau deshalb ist dein Menschenbild kein Argument gegen soziale Demokratie, sondern ein Argument für sie.
    Der Unterschied zwischen uns ist daher nicht, dass du Freiheit willst und ich Staat. Der Unterschied ist, dass du private Macht willst und sie als Freiheit verkaufst. Ich sehe Macht auch dann als Problem, wenn sie im Konzern, im Immobilienfonds, im Erbvermögen oder am Kapitalmarkt sitzt. Ein demokratischer Staat ist nicht automatisch gerecht. Aber er ist korrigierbar, kontrollierbar und abwählbar. Private Vermögensmacht ist das nicht. Deshalb geht es nicht um mehr Staat um des Staates willen, sondern um einen Staat, der endlich aufhört, Arbeit zu bestrafen und Besitz zu schonen. Wer das nicht sehen will, verteidigt nicht Freiheit, er verteidigt Privilegien und predigt die Ungleichheit.

    #482 (Danke dafür, gute Idee!)

    Du baust dir hier einen Gegensatz, den ich gar nicht aufgemacht habe. Es geht nicht um „mehr Staat“ gegen „weniger Staat“. Es geht um die Frage, für wen dieser Staat arbeitet und wer am Ende die Rechnung bezahlt. Ein großer Sozialstaat widerlegt Neoliberalismus nicht, denn der Sozialstaat ist historisch ja gerade die Antwort auf den freien Neoliberalismus, den enthemmten Kapitalismus, den man früher allerdings anders, nämlich Manchester-Kapitalismus nannte.
    Also auf eine Ordnung, in der der Markt angeblich alles regeln sollte, während normale Menschen mit Armut, Ausbeutung, Wohnungsnot, Krankheit und Alterselend allein blieben. Genau deshalb entstanden Sozialversicherung, Arbeitsrechte, Tarifmacht, öffentliche Infrastruktur und demokratische Regulierung. Nicht als linke Laune, sondern weil der freie Markt für Millionen Menschen eben keine Freiheit bedeutete, sondern Brutale Abhängigkeit und Ausbeutung.
    Du tust so, als wäre jeder Staatseingriff automatisch antineoliberal, aber das ist falsch. Ein Staat kann sehr groß sein und trotzdem neoliberal funktionieren, nämlich dann, wenn er Arbeitende diszipliniert, Risiken sozialisiert, Vermögen schützt, Konzerne gemeinwohlschädlich subventioniert, öffentliche Aufgaben privatisiert und Menschen mit wenig Geld härter kontrolliert als Menschen mit sehr viel Geld. Genau darum geht es nämlich, nicht die Höhe der Staatsquote entscheidet, sondern ihre politische Richtung.
    Und genau deshalb überzeugt dein Hinweis auf Abgaben, Bürokratie und Regulierung nun wirklich nicht. Ja, Deutschland hat ein Effizienzproblem. Ja, Verwaltung, Digitalisierung und Planung sind oft eine Zumutung. Aber daraus folgt nicht, dass wir weniger starken Staat, Sozialstaat, soziale Demokratie brauchen, sondern daraus folgt, dass wir endlich einen besseren, demokratischeren und gerechter finanzierten Staat brauchen. Einen Staat, der Erwerbsarbeit entlastet, große Vermögen, Erbschaften, Bodenrenten und Kapitalerträge stärker heranzieht und nicht immer zuerst bei denen kassiert, die morgens aufstehen und ihre Arbeitskraft „gezwungenermaßen“ verkaufen.
    Du weichst, wie jeder Neoliberale, vor dieser Verteilungsfrage aus. Du redest über „zu viel Staat“, aber nicht darüber, warum Arbeit in Deutschland so hart belastet wird, während Besitz, Dividenden, Immobiliengewinne und große Erbschaften deutlich sanfter behandelt, oder gar ignoriert werden. Du redest über Bürokratie, aber nicht darüber, wer von diesem System profitiert. Du redest über Freiheit, aber meinst am Ende oft die Freiheit des Kapitals, und damit reicher Menschen, sich der Verantwortung für das Gemeinwesen zu entziehen.
    Der starke soziale und demokratische Staat ist nicht das Problem. Er ist die zivilisierte Antwort auf einen Markt, der ohne Regeln auf Kosten von Unten immer nur nach oben verteilt. Märkte können Wohlstand erzeugen, ja, aber sie erzeugen keine Gerechtigkeit. Sie schützen keine Kranken, sie bauen keine bezahlbaren Wohnungen aus Nächstenliebe oder Notwendigkeit, sie verhindern keine Altersarmut und sie investieren nicht automatisch in das, was gesellschaftlich dringend nötig ist, wenn es sich privat nicht schnell genug rentiert.
    Deshalb ist die eigentliche Frage nicht, ob der Staat größer oder kleiner sein soll. Die Frage ist, ob er weiter normale Arbeit übermäßig belastet und Besitz schont, oder ob er endlich die Lasten fair verteilt. Genau da liegt der Unterschied zwischen deiner Erzählung und meiner. Du siehst Staat und rufst warnend „links“. Ich sehe Macht, Eigentum und Verteilung und frage, wem das alles nützt. Wir brauchen tatsächlich endlich mehr „Links“, denn bislang hatten wir davon viel zu wenig.

    Ich finde es ehrlich gesagt erstaunlich, wie man die Realität der letzten Jahre so ausblenden kann.[und diverse weitere ähnliche Posts]

    Ach du liebe Zeit, bei diesem ganzen neoliberalen Thiel’schen Links-Bashing weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll.

    Du nennst einfach alles links, was Staat ist, und glaubst dann, damit sei irgendwas erklärt, ist es aber nicht.
    Deutschland ist nicht an linker Politik gescheitert, sondern an konservativem Stillstand, neoliberaler Kürzungslogik und offenem Marktversagen.
    Auch deine Staatsquoten Erzählung zieht nicht. Deutschland lag 2024 bei 49,5 Prozent und damit praktisch beim EUDurchschnitt von 49,2 Prozent. Das ist doch nun wirklich kein sozialistischer Sonderweg! Und ein großer Teil dieser Ausgaben ist dazu nicht linke Utopie, sondern Rente, Pflege, Gesundheit und soziale Sicherung in einer alternden Gesellschaft.
    Allein der Etat für Arbeit und Soziales liegt 2026 bei rund 197 Milliarden Euro und macht etwa 38 Prozent des Bundeshaushalts aus. Die Leistungen an die Rentenversicherung liegen bei rund 127 Milliarden Euro. Dazu kommt jetzt Aufrüstung. Für 2026 stehen 82,69 Milliarden Euro im regulären Verteidigungsetat und weitere 25,51 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Wenn du steigende Staatsausgaben siehst und reflexhaft „links“ rufst, blendest du also aus, was diese Ausgaben tatsächlich treibt.
    Bei der Energie ist es genauso eindeutig. Sozialdemokratische und grüne Politik wollte die Abhängigkeit von fossilen Importen durch erneuerbare Energien beenden. Konservative haben Ausbau, Netze, Speicher und Industriepolitik jahrelang gebremst, während Deutschland 2021 noch 52 Prozent seines importierten Erdgases aus Russland bezog. Das war doch nicht links, das war fossile Besitzstandspolitik und „Geiz ist geil“.
    Auch die Autoindustrie wurde nicht von linker Politik gezwungen, Batterien, Software und bezahlbare Elektroautos zu verschlafen. Weltweit wurden 2025 über 20 Millionen Elektroautos verkauft, jedes vierte neue Auto war elektrisch. Der Markt hat sich gedreht, China hat geliefert, deutsche Konzerne haben zu lange Dieselromantik gepflegt. Das ist Managementversagen, kein Sozialismus.
    Beim Wohnen sieht man das Marktversagen noch klarer. In Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen. Nicht, weil es zu viel linke Politik gab, sondern weil der Markt dort baut, wo Rendite winkt, nicht dort, wo Menschen mit normalem Einkommen wohnen müssen.
    Mehr? Gerne. Die Infrastruktur wurde über Jahrzehnte kaputtgespart. IW und IMK beziffern den zusätzlichen öffentlichen Investitionsbedarf auf knapp 600 Milliarden Euro in zehn Jahren. Das war kein linker Investitionsrausch mit Arbeiterchor, sondern bürgerliche Substanzvernichtung im Namen der schwarzen Null.
    Genauso Hartz, Minijobs und Niedriglohn. Das wurde als Flexibilisierung verkauft, hat aber Druck nach unten erzeugt. Studien zeigen sinkende Reallöhne und mehr Ungleichheit. Menschen wurden nicht befreit, sie wurden diszipliniert. Und nein, der freie Markt löst Armut nicht. Der Markt reagiert auf Kaufkraft, nicht auf Bedürftigkeit. Wer kein Geld hat, ist im Markt nicht frei, sondern irrelevant.
    2025 waren in Deutschland 17,6 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, also 21 Prozent der Bevölkerung. Armut wird nicht kleiner, wenn man den Staat schwächt, sie wird nur härter, sichtbarer und vererbbarer.
    Deutschland hat ganz sicher nicht zu viel linke Politik. Deutschland hat zu lange Besitz geschützt, Arbeit belastet, Investitionen verschoben, fossile Abhängigkeit konserviert und Marktversagen romantisiert. Wenn du das alles „links“ nennst, beschreibst du nicht Deutschland, sondern deine ideologische Brille.

    Und was bedeutet Neoliberalismus wirklich für normale, nicht reiche Menschen? Er bedeutet, dass dein Lohn möglichst flexibel sein soll, deine Miete aber nicht. Dass du privat vorsorgen sollst, obwohl dein Gehalt kaum reicht. Dass Schulen, Bahn, Pflege und Verwaltung kaputtgespart werden und du dann hören darfst, der Staat funktioniere halt nicht. Dass Gewinne privatisiert werden, während Risiken, Krisen und Folgekosten bei der Allgemeinheit landen. Dass Arbeit hoch belastet wird, Vermögen aber geschont bleibt. Dass man dir Freiheit verspricht, aber am Ende vor allem Unsicherheit liefert. Für Reiche ist Neoliberalismus Wahlfreiheit. Für normale Menschen ist er meistens nur Druck, Mangelverwaltung und die permanente Drohung, selbst schuld zu sein. Genau deshalb ist dieses „der Markt wird es schon richten“ kein Freiheitsversprechen, sondern eine politische Ausrede. Der Markt rettet nicht die, die wenig haben, er bedient die, die zahlen können.

    Der durchschnittliche Einkaufspreis ist für Strategy nicht die entscheidende Kennzahl.

    Genau das sehe ich tatsächlich anders.
    Market Timing ist egal ist bei einem ETF-Sparplan vernünftig. Bei einem Unternehmen, das Milliarden hebelt, Preferreds ausgibt und inzwischen sogar BTC verkaufen muss, weil laufende Verpflichtungen bedient werden müssen, finde ich Timing dagegen eigentlich ziemlich relevant.

    Mich wundert einfach, wie man seit August 2020 kaufen kann und am Ende trotzdem bei rund 75000$ Durchschnitt landet. Das sieht für mich weniger nach einer genialen Strategie aus als nach konsequentem Kaufen in Hochpreisphasen. Die Tiefs scheinen dagegen erstaunlich selten genutzt worden zu sein. Gerade jemand, der so überzeugt von BTC, Halving und Vierjahreszyklen ist, hätte doch zumindest versuchen können, nicht ausgerechnet die teuersten Phasen so massiv zu hebeln.

    Man kann ja über BTC wirklich denken was man will, aber ich halte Strategy nicht für etwas Gutes. Scheitert sie, und diese Gefahr ist eben höchst real, gerade weil das Geschäftsgebaren so schlecht ist, zieht sie Bitcoin in den Abgrund und mit ihm gleich den Großteil des ganzen Kryptomarktes. Und wem damit gedient sein soll, konnte mir bislang auch niemand sagen.

    […] anders ausgedrückt: Stand heute hält man mehr BTC als zu Beginn des letzten Monats.

    Es ist schon bemerkenswert, wie zuverlässig du ausweichst. Man erkennt ja deine Antworten inzwischen daran, dass sie fast nie den eigentlichen Kritikpunkt behandeln, sondern einen neuen aufmachen, den vorher niemand behauptet hat. Das nennt man nicht Gegenargument, das ist Ablenkung.

    Die Frage war nicht, ob Strategy im Juni netto Käufer oder Verkäufer war. Die Frage war, warum ausgerechnet der größte HODL-Prediger inzwischen BTC verkauft und nach fast sechs Jahren trotzdem einen geradezu erbärmlichen Durchschnitts-EK von rund 75000 Dollar hat.

    Wenn du darauf irgendwann einmal mal antwortest solltest, haben wir vielleicht tatsächlich eine Diskussion. Bis dahin produzierst du vor allem eins, Nebel.

    Aus aktuellem Anlass, weil Strategy mal wieder BTC verkauft statt HODLt, weil offenbar Geld für Verpflichtungen gebraucht wird:

    Strategy kauft seit August 2020 Bitcoin. Seit fast sechs Jahren. Und trotzdem liegt der durchschnittliche Einstieg inzwischen irgendwo im Bereich von rund 75.000 Dollar pro BTC. das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    Wer 2020 angefangen hat, Bitcoin zu kaufen, hätte eigentlich einen historischen Frühstarter-Vorteil haben müssen. Damals lag BTC noch grob bei 10.000 bis 12.000 Dollar, Ende 2020 hatte MicroStrategy sogar einen Durchschnittspreis von unter 16.000 Dollar. Und heute steht man nach Jahren des angeblich genialen HODL-Managements bei einem Durchschnitts-EK, der eher nach spätem FOMO aussieht als nach strategischer Brillanz.

    Das Problem war also offenbar nicht, dass Strategy zu wenig an Bitcoin geglaubt hat. Das Problem war eher, dass sie ihre eigene Predigt immer weiter gekauft haben, auch als der Preis längst absurd heiß war.Und jetzt wird es richtig fies: Ausgerechnet dieses Unternehmen, das jahrelang als heiliger HODL-Tresor verkauft wurde, verkauft nun BTC. Natürlich nicht, weil Bitcoin plötzlich doch nur ein hochvolatiles Spekulationsobjekt ist, nein nein, sondern wegen Liquidität, Finanzierung, Dividenden, Kapitalmarktlogik und all den anderen schnöden Fiat-Kram, der im Maximalisten-Nebel sonst immer als Krankheit des alten Systems gelten.
    Erst kauft man sich den Durchschnitts-ek auf erbärmliche 75.000 Dollar hoch, dann verkauft man bei deutlich tieferen Kursen wieder Stücke davon. Und das soll jetzt kein Problem sein, sondern nur ein Nebensatz, und natürlich ist es irgendwie genial…

    Interessant, oder? 😉

    Vielleicht war Strategy ja nie der geniale Bitcoin-Tresor, sondern einfach Ur der größte FOMO-Käufer im Wolf of Wallstreet-Outfit.
    Aus „immer nur kaufen, niemals verkaufen“ wurde jedenfalls erstaunlich schnell: „Man kann ja noch ziemlich lange verkaufen.“

    Die „schlechte Jugend von heute“, ein Dauerbrenner seit 4.000 Jahren.

    • Ca. 2000 v. Chr. (Altes Ägypten):
      „Die Jugend hat heute überhaupt kein Pflichtbewusstsein mehr. Sie ist von Grund auf verdorben, böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vor ihr, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten.“ (Gefunden auf einer altägyptischen Tonscherbe)
    • Ca. 700 v. Chr. (Hesiod, griechischer Dichter):
      „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Landes, wenn die Jugend von heute morgen an die Macht kommt. Diese Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich.“
    • Ca. 400 v. Chr. (Sokrates, griechischer Philosoph):
      „Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern und tyrannisieren ihre Lehrer.“
    • Ca. 350 v. Chr. (Aristoteles, griechischer Philosoph):
      „Die Jugend von heute ist von Grund auf verdorben. Sie ist ungestüm, will alles besser wissen und duldet keinen Widerspruch.“
    • Ca. 1274 (Peter von Amiens, Priester):
      „Die Welt befindet sich in einer Übergangsphase. Unsere Jugend hat keinen Respekt mehr vor dem Alter, sie ist ungezogen, ungläubig und liederlich in ihren Sitten.“
    • 1624 (Aus einer Predigt in Deutschland):
      „Die Jugend von heute will nicht mehr lernen. Sie treibt sich nur noch herum, kleidet sich hochmütig und verachtet die Zucht und Ordnung der Kirche.“
    • 1790 (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter):
      „Die Jugend von heute hört auf niemanden mehr. Sie glaubt, alles selbst am besten zu wissen, und rennt blindlings in ihr Unglück.“
    • 1854 (Aus einem deutschen Pädagogik-Magazin):
      „Das übermäßige Lesen von Romanen und die allgemeine Vergnügungssucht zerstören den Charakter unserer Jugend. Sie wollen keine harte Arbeit mehr leisten.“
    • 1920 (Aus einer deutschen Tageszeitung):
      „Der Einfluss des Kinos und der modernen Tanzmusik verdirbt die Sitten der jungen Generation vollkommen. Sie kennen keine Scham und keinen Anstand mehr.“
    • 1980er Jahre (Aus der Wirtschaft zum Thema Ausbildung):
      „Die Jugendlichen, die sich heute um eine Lehrstelle bewerben, können weder richtig schreiben noch rechnen. Es fehlt ihnen völlig an Disziplin und Leistungsbereitschaft.“
    • Heute (Moderne Arbeitswelt):
      „Die Gen Z will gar nicht mehr richtig arbeiten. Sie fordert sofort eine Vier-Tage-Woche, Homeoffice und fordert Chefs heraus, ohne selbst etwas geleistet zu haben.“

    Das Ende ist nah! 😱😉

    ich halte es auch für kindlich alle über 40 millionen arbtienehme runter genral verdacht zu stellen.

    man erntet was man sät.

    Das halte ich tatsächlich absolut nicht für kindlich, sondern eher schon für ziemlich heftig und völlig unnötig.

    Meine geringe Empörung resultiert wahrscheinlich daher, dass ich noch nie die telefonische AU genutzt habe, sondern von Anfang an die Video-Doc-Funktion. Ich fand das einfach schon immer besser, und das bleibt uns ja uneingeschränkt erhalten.