Beiträge von dude

    Frugalismus kann genauso ungesund sein, wie unkontrollierter Konsum. Ein Mittelding, was sich eher Richtung Frugalismus orientiert ist für mich der Königsweg.

    Ich als Finanzbeamter fände es eher gut, wenn man mal die Ausgabenseite angeht. Wir haben bei knapp einer Billion kein Einnahmeproblem.

    Hier im Finanzamt wird das tatsächlich auch mehrheitlich so gesehen.

    Finde es immer erstaunlich, was die Leute alles so vermeintlich rauslesen aus meinen Beiträgen. Dass die Einnahmenseite die einzige Stellschraube ist, hab ich nie behauptet und auch nicht ansatzweise angedeutet. Aus meiner Sicht lassen sich die Probleme unseres Staatshaushaltes nur beidseitig lösen.

    Einundzwanzig

    Ich sage ja: Ob Bitcoin bzw. Kryptobesteuerung nun das richtige Thema zur richtigen Zeit ist, will ich erstmal gar nicht bewerten. Klar ist auch, dass jede Änderung der Besteuerung nicht "perfekt" ist. Wo wir uns sicherlich einig sind, ist die Überschätzung der Effekte, die diese Steuerpolitik mit sich bringen würde.

    Normalerweise lese ich die Beiträge von Mischu nicht mehr, weil er auf der Blockierliste ist. Aber hier nochmal ganz allgemein:

    Es geht bei der Haltefrist darum, ob die (einseitige) Abschaffung der Haltefrist bei Kryptowerten und die gleichzeitige Beibehaltung der Haltefrist bei Gold steuerlich zu halten ist. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und stelle die These auf, dass 99% der User im Forum nicht im Ansatz die Expertise haben, um das einzuschätzen. Ich maße mir nicht an zu behaupten, dass ich sie hätte. Wo ich definitiv ein Problem sehe: Bisher wurden Kryptowerte unter §23 des Einkommensteuergesetzes abgewickelt. Es muss rechtlich schon sehr wasserdicht sein, wenn man jetzt argumentiert, dass Kryptowerte plötzlich doch nicht unter §23 fallen als sog. "andere Wirtschaftsgüter". Insbesondere, wenn das weiterhin für Gold gelten soll. Das hat erstmal gar nichts damit zu tun, wie ich das finde, sondern entsteht aus der Tatsache, dass man nicht willkürlich ohne Begründung Dinge zukünftig einseitig anders machen kann. Auch nicht, wenn man dazu ein Gesetz erlässt. Da ich nicht glaube, dass die Haltefrist von Gold angetastet wird, glaube ich daher auch nicht, dass die von Kryptowerten wegfällt (ohne weitere Regelungen).

    Rechtlich kann ich mir eigentlich nur vorstellen, dass Kryptowerte mit anderen Kapitalerträgen gleichgestellt werden und mit der Kapitalertragsteuer besteuert werden, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt eher bei den Aktien, als beim Gold zu verorten wären. Ob das dann reicht, dass man das rechtlich durchbekommt (ohne, dass erfolgreich dagegen geklagt wird)? who knows.

    Meine Wunschlösung (die nicht kommen wird): Bitcoin weiterhin mit Haltefrist, restliche Kryptos mit Kapitalertragsteuer. Gold weiterhin auch mit Haltefrist.

    Gemeinschaftsdepot ist bei größeren Beträgen aus meiner Sicht zunehmend kompliziert, wenn der 10jährige Schenkungsfreibetrag in greifbare Nähe rutscht. Darüber hinaus halte ich einen ETF, der mit zunehmendem Alter die Aktienquote verringert, für einen falschen Ansatz. (edit: Lifestrategy 60 hat ja direkt nur 60% Aktienquote, halte ich persönlich für Käse)

    Wenn die Alternative wäre "ich mach nichts", machen. Die Faktenlage ist klar: Höhere Aktienquote ergibt höhere Gesamtrendite. Erst recht beim Vermögensaufbau zu Beginn.

    Wenn einem das wichtig ist eine Sicherheit zu haben, würde ich persönlich ab nem gewissen Zeitpunkt vor der Rente nur noch in einen Geldmarkt ETF investieren (vorher all in WELT ETF abseits Notgroschen oder sonstiger kurz- bis mittelfristiger Liquiditätserfordernisse).

    Die SPD sucht halt nach allem, womit man die Staatsquote noch erhöhen kann.

    Ne ich glaube die SPD sucht händeringend eine Möglichkeit Einnahmen zu generieren. Man kann darüber spekulieren, ob die SPD dabei die richtigen Dinge anpackt und ob es gut kommuniziert wird, aber Fakt ist, dass die SPD das Finanzministerium inne hat und damit maßgeblich für die Einnahmen in Deutschland als Staat verantwortlich ist bzw. die besten Möglichkeiten hat, hier was zu ändern.

    Aus Sicht eines Finanzbeamten finde ich es grds. gut, wenn der Staat sich Gedanken macht, ob und wie er Einnahmen generiert, aber die Abschaffung der Haltefrist (allein) wird es nicht regeln. Aus dem Bauch heraus glaub ich auch, dass der Staat damit weniger Einnahmen erzielen wird, als gerade hochgerechnet wird. Die Anzahl an Menschen, die Kryptowerte als Kurzzeit-Asset nutzen werden, wird da definitiv geringer werden. Spürbar geringer. Und HODLer werden 3 mal abwägen, ob die Realisierung von "Zwischengewinnen" ratsam ist.

    Die generelle Problematik, dass die Haltefrist für Gold erhalten bleiben soll und welche rechtlichen Risiken das birgt in Bezug auf Kryptowerte, hab ich bereits hier im Thread und an anderer Stelle betont.

    Insbesondere die Finanzverwaltung hat ein zunehmend wachsendes Problem von fehlendem Personal. Eine komplizierte Lösung für Kryptowerte (nur Wegfall der Haltefrist, persönliche Berechnung des Ertrages) wäre eine zusätzliche Belastung für die Finanzverwaltung, die jetzt schon schauen muss, wie sie den Wegfall von Expertise und Personal aufgefangen bekommt.

    Bei der Übermittlung von elektronischen Daten durch die Plattformen ist dann (ohne Nachfrage) der Abgang von einer wallet erstmal genauso zu prüfen, wie der Verkauf, da nicht klar ist, was danach mit dem Kryptobestand passiert ist. Für Leute mit Selbstverwahrung ohne nachvollziehbare Transaktionshistorie wird das der Supergau.

    Ja, der investierte Betrag ist noch nicht viel höher als eine überteuerte Hardware-Wallet kosten würde. Aber schon interessant: Ohne Emittentenrisiko fühlt es sich schon mal besser an :)

    Ich bin aktuell 37% in den miesen. Rückwirkend betrachtet einer der schlechtesten Einstiegszeitpunkte, die man so haben konnte. Liegt aber gut auf der hardware wallet und wird weiter bespart. Bei bitvavo ist es auf jeden Fall sicherer, als bei dubiosen Auslandsbörsen. :)

    Ich habe etwas umsortiert, den ETP verkauft und bei bitvavo angelegt, da gibt es ja doch mehr Optionen, und auch ein Schritt zur Wallet wäre kürzer. Die ursprünglich investierte Summe hatte ich eh abgeschrieben, und so geistert sie nicht mehr im ausgeblendeten ETF-Depot umher. Die Orderkosten habe ich durch die Neukundenprämie wieder reingeholt.

    Nächstes Jahr dann Verlustvortrag, richtig?

    Wenn du jetzt einen Bitcoin ETP verkauf hast und Verluste innerhalb eines Jahres realisiert hast, kannst du das als privates Veräußerungsgeschäft in der Steuererklärung 2026 angeben. Problematisch könnte es werden, wenn jetzt die Haltefrist fällt und Kryptogewinne z.b. unter die Kapitalertragsteuer fallen würden (wäre aus meiner Sicht die realistischste Änderung). Dann wäre es denkbar, dass der Verlust dann als "privates Veräußerungsgeschäft" vorgetragen wird und zukünftige Bitcoingewinne als "neue" Kryptogewinne mit Kapitalertragsteuer versteuert werden ohne Anrechnung. Könnte mir zwar vorstellen, dass dagegen geklagt werden würde, aber ob und wann und es sind generell zu viel "was wäre wenn". Verlust sichern in der Steuererklärung ist dann erstmal wichtig. Rest wird sich zeigen. Theoretisch hat man auch eine Auslieferungsoption bei (manchen?) ETPs, aber ich glaube, das ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Bei bitvavo bist du auf jeden Fall gut unterwegs. Je nach Höhe könnte man dann über die Anschaffung einer hardware wallet nachdenken. Aber das macht eigentlich nur Sinn, wenn man jetzt häufiger kaufen will und "nennenswerte" Beträge in Bitcoin investiert hat. Börseninsolvenz dürfte eine zunehmend kleineres Thema sein, aber ganz vom Tisch ist das nicht, auch wenn die Absicherung angeblich insolvenzsicher sein soll, wenn ich richtig informiert bin. Damit habe ich mich aber nicht tragfähig auseinander gesetzt wegen self custody.