Beiträge von Factfulness

    Factfulness:

    Welcher ETF bietet sich bei kurzlaufenden Staats- und Unternehmensanleihen an?

    Auf Extra-ETF wird man da fündig. Was am Besten passt, muss jeder selbst entscheiden.

    Beipiele:

    Staatsanleihen vieleicht A0X8SK , da sind aber auch andere EU Staaten drin mit schlechterer Bonität. Dafür ist die Rendite leicht höher. Solange es EZB gibt sitzen wir alle eh im gleichen Boot. Man kann aber auf maximale Sicherheit gehen und sich auf deutsche Staatsanleihen beschränken. Das wäre dann vieleicht DBX0C9. Auch bezüglich der Durationen kann man ja nach eigenem Gusto spielen. Zu lange würde ich aber nicht gehen.

    Unternehmensanleihen: A2PA8G, Duration aber ca. 4,5 Jahre. Muss man halt selbst entscheiden. Sonst halt A3DJQH. Ich nutze keinen ETF sondern das Fixed Income One.

    So, wie ich das sehe ist die Mutter geneigt eher nicht an die Erparnisse zu gehen und die Altersbezüge reichen bis zu einer möglichen Pflege und/oder Mobilitätseinschränkungen aus. Daher ist der Anlagezeitraum schon so, dass man gewisse Risiken/Vola tragen kann. Aber auch das muss man im Einzelfall selbst entscheiden.

    Man muss sich aber damit abfinden, dass das Zinsniveau immer noch recht niedrig ist und unabhängig davon eine solche Anleiheallokation eher einen Werterhalt, als eine Wertsteigerung bringen wird. Aber ich denke, dass das im vorliegenden Fall halt in Kauf genommen werden muss. Die Phase des Vermögensaufbau ist vorbei und größte Teile des Vermögens bereits verschenkt.

    Man könnte statt der genannten 50/50 Anleihenallokation auch auf 70/30 oder 80/20 Unternehmensanleihen/Staatsanleihen gehen um etwas mehr Rendite rauszuholen. Beim zu erwartenden Anlagehorizont ist das vertretbar, denke ich.

    Große Sprünge sind da jedoch so oder so nicht zu erwarten. Aber ein aufwändig konstruiertes Laufzeitprodukt bringt hier aus meiner Sicht nix. Während der Laufzeit hast Du dennoch Vola und am Ende das Rollrisiko.

    Schau mal hier:

    Gerd Kommer zu Anleihen bei Focus

    Gerd Kommer Blog zu Anleihen.

    Bei letzterem geht er auch auf das vermeindlich geringere Risiko einzelner Ableihen ein, das so auch in Teilen auf Laufzeitprodukte, wie IBond übertragen werden kann.

    An die iBonds hatte ich im Falle meiner Mutter gedacht wegen der Planbarkeit der Rendite in den nächsten ca. 10 Jahren.

    Also quasi als etwas besseren Ersatz für Festgeld.

    Aber was bringt es Dir? Ist das nicht eine Scheinsicherheit? Das ist, wie der Kauf einer Einzelanleihe: Du kennst die Rendite bis zur Endfälligkeit. Aber was hast Du davon, die Rendite zu kennen?! Es gibt ja keine konkret nominale Verpflichtung genau zur Endfälligkeit. Und dann muss eh gerollt werden.

    Das ist eine Wette auf fallende Zinsen, ob die aufgeht?! Für nich ist das Spekulation.

    Ich würde wahrscheinlich so in die Richtung gehen (wenn es bei ca. 30% Aktienquote bleiben soll, was ich durchaus für vertretbar halte, als Inflationsschutz und einer Restlebenderwartung von ca. 25 Jahren): 12k Rücklagen auf Tagesgeld, der Rest 35% € Staatsanleihen (Laufzeit/Duration 1-3 Jahre vieleicht),35% € Unternehmensanleihen Investment Grade(von Ishares den ETF mit 1-5 Jahre oder ich nutze das Fixed Income One) und die verbleibenden 30% in Aktien (wie aktuell). Man kann mit er Aufteilung ja auch spielen und die nach eigenem Gusto festlegen.

    Wie bei Aktien würde ich einfach die Marktrenditen einsammeln, auch bei Anleihen. Alles andere ist Spekulation. Die kann aufgehen, muss aber nicht.

    Das Studium der Cousine hat recht lang gedauert und dann musste ein Auto gekauft werden (16k). Der Mann hat die 20k angespart. Vielleicht sind es aktuell auch zusammen ca. 25k oder so, aber mehr nicht. Die beiden kaufen sich gerne andere "schöne" Sachen. Die neueste Anschaffung ist ein Flip-Smartphone für 1.300€ ... da müssen die beiden einfach lernen, dass sie eben vielleicht keinen (hohen) Kredit bekommen, wenn sie so wenig Eigenkapital mitbringen, oder weiter sparen.

    Zurück zur Cousine: auch hier ist keine Angst vor eine Baustelle vorhanden, sondern vielmehr die romantische Vorstellung der eigenen vier Wände mit Chance zur Gestaltung.

    So habe ich mir das gedacht. Ein ziemlich schwaches Rücklagenpolster geschaffen und sonst alles verkonsumiert. Aber die romantische Vorstellung von eigenen 4 Wänden egal, wie grottig die sein mögen. Das ist das beste Mindeset sein Leben gegen die Wand zu fahren.

    Strukturiert angehen:

    1.) Romantik und Marketing der Bausparkassen, Banken, Makler etc. die nur ihr bestes wollen über Bord werfen, sich einmal rational mit Vor- und Nachteilen auseinandersetzen und bestenfalls feststellen, dass - zumindest bei den gegebenen wirtschaftlichen Möglichkeiten und dem gelebten Lifestyle - ein eigenes Haus eine ziemlich schlechte Sache sein kann. Wenn der Traum aber dann immer noch besteht, Punkt 2

    2.) Erstmal 150k ansparen. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wenn man das nicht schafft, ist der Traum wohl nicht so wichtig, wie es schien.

    3.) Dann weiterschauen, sich mit Bauthemen auseinandersetzen, Anforderungen definieren usw.

    Eine Immobilie ist für viele die größte einzelne finanzielle Entscheidung. Diese kann zum Desaster werden und einem gehörig das Leben versauen inkl. Partnerschaft.

    Kind ist auf dem Weg (hätte ich vielleicht schreiben können, sorry). Termin ist im Juni 2024.

    Na, toll. Die letzten 3 Dekaden 20k auf Seite geschafft (also gerade mal neue Kinderzimmereinrichtung und 12 Monate die Differenz von Einkommen zu Elterngeld). Nun aber mit absehbar höheren Kosten bei geringeren Einnahmen mal eben verschulden für ein paar Steine und extreme Heizkosten. Wovon wird das neue Auto bezahlt, die Kita Gebühren, die neue Küche oder so angenehme Dinge, wie dichte Fenster, Dämmung, Heizung, Elektrik auf neuem Stand, ein dichtes Dach oder vieleicht auch mal ein Urlaub????

    Das ist ein Luftschloss, wenn Du mich fragst. Kann sein, dass eine Bank da mitspielt, aber dann wirds übel. Sowas kann unter Umständen dann auch das kommende Ende der Ehe darstellen.

    Nur meine Meinung. Ich frage mich bei sowas immer: warum? Die Menschen haben einen Lifestyle, der sich mit einer Immobilie rein garnicht vereinbaren lässt, kaum was auf Tasche und dennoch laufen sie aus romantischen, emotionalen Gründen diesem "Traum" nach. In einem Land mit den besten Mieterschutzgesetzen... Ohne Grund...

    Nur meine Meinung, ohne alle Details zu kennen. Aber wirklich mal das Kommer Buch zu Immos wälzen. Bin seit 20 Jahren in der Branche und teile wirklich einige Seiner Ansichten.

    Aus meiner Sicht ist die private Immobilie eine Sache, die man sich leisten kann, wenn man sie sich leisten kann. Ich würde mein Lebensglück und auch meine Lebensplanung nie an so einer Sache festmachen. Der Traum von der eigenen Immobilie kann schon teuer werden, bis überhaupt der Tag da ist. Da wird jahrelang sicherheitsgespart und gegen die Inflation angekämpft, Risiken in der Kapitalanlage vermieden und damit gute 5 bis 6 stellige Beträge verschenkt, bevor es überhaupt zum Kauf kommt. Im Zweifel wird so die eigene Immobilie selbst dann ein sehr teurer Spaß, wenn man sie nie kauft.

    Sich daher einmal dezidiert damit auseinanderzusetzen, auch abseits der emotionen, Vorstellungen und Träume kann und ist da keine schlechte Sache, wie ich finde. Ich würde mein Leben nicht daran ausrichten, aber wenn irgendwann mal wirklich Geld da ist (Kapitalanlagen liefen gut, Einkommen sind gestiegen, Erbschaft) und man mal eben ein paar hundert k locker machen kann um dann mit 60 oder 70% Beleihungsauslauf zu finanzieren und dennoch noch Vermögen im Rücken zu haben, dannn Feuer frei (wenn man will).

    Sind halt hauptsächlich Unternehmens Anleihen, geg. Wäre ein €str oder ein Tagesgeld mit vernünftigen dauerhaften Konditionen besser….

    Die künftigen Konditionen von GM, Tagesgeld etc sind ja nicht prognostizierbar. Aber ja, ich würde auch vom IBond Abstand nehmen. Das ist eine Scheinsicherheit. Der TE sollte sich hier nochmals mit dem Thema Anleihen auseinandersetzen, denke ich.

    achso: Die Versicherung genau prüfen um was es da geht. Aber jetzt wo die Leistungsphase bevorsteht, Leistungsansprüche zu kürzen, nur weil man das Geld an Kinder verschenkte und an Enkel verschenken will, das sollte vermieden werden.

    Warum den IBond???? Wäre nicht meine Wahl. Für unbestimmte Zeit erst recht nicht. Lieber ein Portfolio aus GM, Staats- und Unternehmensanleihen mit überschaubarer Duration. Was soll das IBond Konstrukt für Vorteile bieten???

    Das ist ein Phänomen, dass ich bereits häufiger sah. Eltern neigen dazu - gerade in fortgeschrittenem - Alter ihren Kindern und Enkeln etwas "Gutes" tun zu wollen. Fühlen sich reicher als sie objektiv gesehen sind, schätzen ihren eigenen künftigen Finanzbedarf tendenziell zu gering ein und finden, dass das Geld in den jüngeren Generationen besser aufgehoben ist. Auch das Bilden von Töpfen (das ist für die Enkel, das für die Kinder usw.) kann man regelmäßig beobachten.

    Von Kindern werden diese Zuwendungen dann aber gerne genommen, denn so ist der Traum vom Haus näher und die Eltern können eh nicht viel damit anfangen und legen das Geld wohlmöglich "schlecht" an.

    Auch wollen sich nicht alle Menschen, die sich 50 Jahre schlicht nicht mit Kapitalmarktthemen auseinander gesetzt haben das im Alter ändern. Narrative und Anschauungen sind verfestigt.

    Die Verantwortung nun in der Familie zu delegieren birgt einiges an Streitpotenzial. Schichten Du jetzt in günstige ETF um und die Börsen laufen einige Zeit schlecht, hast Du das Geld der Enkel in den Sand gesetzt. Usw. Ich würde dazu tendieren möglichst wenig zu ändern. Aktuell liegt die Aktienquote bei ca. 30%. Immerhin. Den Rest in kurzlaufende Staats- und Unternehmensanleihen, sowie den gewünschten Puffer auf dem Tagesgeld. Bausparer in Anleihen packen, wenn sie einverstanden ist (bessere Zinsen vorrechnen) Die Fonds sind teuer, aber sooo schlecht laufen die nicht, da gibts leider noch schlimmere. Ich würde da nicht nur wegen der Steuern die Finger von lassen, aber künftige Sparraten vieleicht in ETF lenken. Wenn, dann Häppchenweise umschichten.

    Wichtiger ist ab sofort die Banken von der Mutter fern zu halten, damit kein Unfug besteht. Dann dafür sorgen, dass der Topf "Enkel" erst bei Ableben auf die Enkel geht (Testament, Vermächtnis). Bis dahin kann sie den mental den Enkeln zuschreiben, Du aber behandelst ihn als Teil der Gesamtvermögensallokation.

    Ein bisschen was tun, damit sie sich wohlfühlt ("gut, dass er sich jetzt kümmert, jetzt bekomme ich mehr Zinsen"), die Finanzen aus ihrem Kopf streichen kann und, dass sie nie auf die Idee kommt wirklich schlechte Anlageprodukte zu kaufen oder/und sich umbetten zu lassen.

    Aktuell sind da nach meiner Berechnung 140k. Das ist nicht viel. Pflege, Haushaltshilfe usw. kommen in den nächsten Jahren. Dann ist so ein Betrag schnell weg.

    Also mein Rat: Den gröbsten Unfug verhindern (Schenkung, Bausparer...), sie abschirmen von Verkäufern, ihr ein gutes Gefühl geben, aber nicht versuchen jetzt noch alles retten zu wollen. Das ist manchmal schwierig, weil man selbst vieleicht mit seinen Finanzen anders handeln würde.

    Und alles so, dass es wenig Anlass für Unmut oder Streit bietet. Veileicht aber mal die Dringlichkeit klar machen, das Geld jetzt zusammen zu halten. Vieleicht ist es ja auch eine Möglichkeit, dass Du und Dein Geschwister den Enkeln ETF in der Höhe der aktiven Fonds der Mutter - quasi aus Eurem Erbe- zukommen lasst, damit die Mutter beruhigt ist, dass sie auch das bekamen, was sie sich wünschte?

    Das Geld muss nun zusammengehalten werden. Die maximal beste Anlage ist sekundär. Bloß keinen Mist machen und nichts verschenken...

    Meine Meinung.

    Magst du das für einen Neuling wie mich etwas ausführen? Meine Netzsuche mit den Begriffen Kommer/Walz und Beck/Vanguard hat so viel ausgespukt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

    Es geht darum, ob der Anleihemarkt lohnenswert ist in diesen zu investieren oder, ob man sein Portfolio "nur" aus Aktien und einem möglichst risikoarmen Teil (Geldmarkt oder Tagesgeld) stricken sollte. Hier gehen die Meinungen auseinander.

    Ich bin der Meinung, dass der Anleihemarkt (größer als der Aktienmarkt) halt eine Assetklasse ist, die - sofern man nicht wie ein paar wenige Mitglieder hier an den Untergang glaubt, - durchaus überlegenswert ist. Die Fremdkapitalfinanzierung ist wesentlicher Bestandteil unserer Wirtschaft bzw. unserer Welt. Die Zinsen waren und sind aktuell nicht besonders hoch, dennoch funktioniert dieser Markt und meiner Meinung nach wird er es auch weiter tun. Denn es besteht seitens Staaten, aber auch Unternehmen stets eine Nachfrage und so wird sich immer ein Marktpreis bilden. Der Anleihemarkt ist hochprofessionell belegt und da glaube ich halt an die Marktmechanismen im Wesentlichen. Ausnahmen bestehen natürlich auch hier (Aufkaufprogramme von Staaten etc.). Aber, wenn es für den Gläubiger kein Geschäft mehr ist, dann wird sich ein anderer Preis finden oder die Welt geht unter. Kommt der Markt zum Erliegen sieht es wahrscheinlich auch mit unserem Eigenkapital ziemlich düster aus. Natürlich unterliegen Nominalanlagen auch Risiken (Inflation...), jedoch sind diese mitunter halt andere. Nichts ist ohne Risiko und es geht aus meiner Sicht vielmehr darum verschiedene Risiken sinnvoll zu kombinieren, damit sie sich etwas ausgleichen können. Wir können die meisten Risiken des Aktienmarktes wegdiversifizieren, es bleibt dann das Aktienmarktrisiko, welches der Renditebringer ist und sich nur durch eine geringere Aktienquote reduzieren lässt, was jedoch dann auch mit niedrigerem Erwartunsgwert einhergeht. Man kann jedoch neben dem Aktienmarktrisiko das Anleihemarktrisiko hinzufügen. In manchen Marktphasen entwickeln sich diese Anlageklassen unterschiedlich (Korrelation). So diversifiziert man seine Risiken. Man kann jedoch auch - und das vertreten Kommer, Beck usw. - die Risiken nur bei Aktien suchen und sich zur Risikosenkung einen risikoarmen Teil im Geldmarkt oder Tagesgeld aufbauen. Risikofrei ist dieser auch nicht, da die Inflation dran nagt, aber man vermeidet Volatilität.

    Wir haben hier aber bereits im Thread erkannt, dass die Unterschiede in den letzten Jahren nicht so signifikant waren, ob man den Nicht-Aktienteil in GM oder Staats- und Unternehmensanleihen oder gar den Gesamtanleihemarkt investiert. Dennoch weisen Mischportfolios regelmäßig höhere risikoadjustierte Renditen auf und etwas längere Durationen und Unternehmensanleihen bringen auf lange Sicht meist mehr Rendite als Tagesgeld oder kurzlaufende Staatsanleihen. Da die Zukunft ungewiss ist und ich persönlich mich nicht auf eine eizige Assetklasse (von der ich jedoch sehr überzeugt bin) verlassen will, diversifiziere ich halt. Andere machen es anders.

    Was Tangible Assets angeht, so ist das auch eine Frage der persönlichen Überzeugungen. Hier hofft man, dass andere - auch in Krisenphasen - mehr bereit sind zu zahlen, als ich gezahlt habe. Laufende Kosten kommen da noch dazu. Kenne Leute, die mit Oldtimern 6-stellige Summen versenkten, aber auch solche bei denen der ein oder andere Deal aufgegangen ist. "Vorteil" ist halt, dass es keine sekündliche Preisfestellung gibt und man jahrelang im Glauben einer tollen Investionen zufrieden sein kann, bis dann der Verkaufsprozess angestoßen wird und die Realität einzug erhält. Auch mit Uhren haben einige Menschen gutes Geld gemacht, andere hingegen Geld verloren. Ob bei einem Zusammenbruch des Weltfinanzsystems dann die Nachfrage nach Oldtimern nachhaltig steigt? Man wird sehen, oder hoffentlich nicht.

    Was diese Sachwertediskussion angeht, weil ja die nominalen Papier-Assets so böse sind hier mal ein Blogbeitrag von Kommer. Eigentum ist aus meiner Sicht immer ein Papier-Asset, auch eine Immobilie ist nur ein Eintrag in einem Grundbuch.

    Mehr möchte ich hier aber nicht auf die teils sehr skurilen Ansichten einzelner Mitglieder eingehen. Jedem seine Überzeugung.

    Sorry, einige meiner überschläglichen Kalkulationen sind unsinn glaube ich. Rechne mal selbst anhand Deiner Daten ein paar Szenarien aus. An meiner Grundaussage ändert das aber nichts. Die PV ist ein ziemlich sicheres Vehikel mit relativ gut planbaren Erträgen und auch ein Strompreisrückgang um 20% haut einen da nicht aus der Bahn. Aber mit den Strompreisänderungen und den Auswirkungen auf die Rendite habe ich mich etwas verhauen, glaube ich.

    Aber wie gesagt: Wenn Deine Angaben korrekt ermittelt sind, dann wäre das für mich ein No Brainer. PV Anlage aufs Dach und Sparplan in Aktien-ETF. Und: Gesamtvermögensallokation einmal ansehen und überdenken. Helfen können die Bücher von Prof. Walz, Gerd Kommer, John Bogle und auch Andreas Beck. Viel Erfolg!

    Es wird von manchen immer gebetsmühlenartig auf die Wiederanlage von Ausschüttungen hingewiesen.

    Ein intelligenter Anleger hat damit keine Probleme und kann das gut managen, wie er selbst möchte.

    Ich tue das aus gutem Grund. Wir sind hier mitunter in einer Bubble und - zumindest im hier und jetzt - managen hier viele ihre Finanzen mit Leidenschaft intensiv. Da draußen und auf lange Zeiträume sieht das ganze etwas anders aus. Auch kommen Verhaltensökonomische Aspekte hinzu. Jetzt hat man vieleicht Lust und Spaß daran die Ausschüttungstermine zu beachten und dann umgehend die Ausschüttungen wieder zu investieren. Bei einigen kommen dann aber irgendwann neue Hobbies, Familie, Beruf in die Quere und ins Depot schaut man nicht mehr. Wenn sich da dann über Jahre die Ausschüttungen unverzinst auf dem Verrechnungskonto anhäufen ist das nicht so gut. Ausschüttungen verleiten auch oft zu mentaler Buchführung und man neigt dazu diese eher mal nicht zu investieren, sondern auszugeben.

    Ich kenne einen Fall, da entschied man sich die Ausschüttungen aus einem 6-stelligen Betrag in Immofonds (Finger weg!) auszugeben ohne, dass dies notwenig gewesen wäre, einfach nur, weil das Geld ja da war. Das ansich ist noch garnicht so schlimm, jedoch merkte man nicht, dass es dort zu Substanzausschüttungen kam, da der Fonds abgewickelt wurde. Man freute sich über die üppigen Zahlungen und verballerte diese ziemlich sinnlos, waren es ja schließlich (vermeindlich) "nur" Erträge. Später dann fiel auf, dass man unbemerkt die Substanz dieses Vermögensanteiles großzügig für Mist ausgegeben hat und es dann fehlte, als es benötigt wurde. Natürlich ist das eigene Doofheit, aber wir Menschen sind keine homo oeconomicus und wir machen Fehler.

    Jeder kann das händeln, wie er möchte. Ich - und auch alle anderen - äußern hier nur ihre Meinungen. Meine Meinung ist halt, dass - bis auf die beiden mir bekannten Ausnahmen - es im zweifelsfall eher ratsam ist einfach auf Thesauerierer zu setzten. Die Vorabpauschale macht das ganze zwar unbequemer, aber unter dem Strich immer noch komfortabler.

    Spannend wir es in der Entnahmephase. Da alle erwarteten Ausschüttungen und deren Ausschüttungszeitpunkte zu berücksichtigen wird schnell zur Sysiphos-Aufgabe. Nehmen wir an Du möchtest 3,5% entnehmen und diese Entnahmen auf alle 12 Monate des Jahres gleich verteilen. Das wird zur Denksportaufgabe, erst recht, wenn man im Alter vieleicht 60/40 fährt und in dem Verhältnis entnehmen möchte und vieleicht auch mehrere ETF mit unterschiedlichen Auszahlungszeitpunkten und Höhen hat. Ja, ein intelligenter Anleger kann das, solange es die geistigen Fähigkeiten noch zulassen. Aber muss das sein? Gerade im Anleiheteil muss man mit Ausschüttungen bzw. Kupons sehr vorsichtig sein, da diese auch schnell zu ungewolltem Substanzverzehr führen können, egal ob ETF oder direkt gehalten. Aktuell bekommst Du eine Bundesanleihe mit 5 Jahren Restlaufzeit und 6,25% Kupon für ca. 119. Wenn Du diesen Kupon dann in Deine Entnahmen integrierst, dann verlierst Du in 5 Jahren 19%, ohne, dass es vieleicht auffällt. Du müsstest halt jetzt 2,75% wieder investieren um auf die 3,5% Entnahme zu kommen. Jetzt hast Du aber 5 oder 10 Anleihen im Portfolio. Jetzt kann man natürlich versuchen Anleihen zu finden, deren Kupon zur gewünschten Entnahmequote oder zur Umlaufrendite passt, aber das ist nicht immer möglich, in ETF hast Du da schlicht keinen Einfluss drauf. Dazu kommt, das bei Anleihe ETF unterschiedliche Anleihen enthalten sind und diese gerollt werden. Da passen die Ausschüttungen nie zur Umlaufrendite, zur gewünschten Entnahmerate zu 99% auch nicht.

    Ich teile hier meine Meinung mit um dazu beizutragen, dass sich jeder seine eigene bildet, so, wie Du halt auch. Dann hat der TE zwei konträre Meinungen - bestenfalls mit Begründung - und kann dann versuchen das beste draus zu machen. Wenn jemand dann eine fundierte Entscheidung trifft ist das doch gut, egal, wie sie ausfällt. Wer aber uninformiert seine gesamte Altersvororge auf ausschütter aufbaut, kann mitunter mit Beginn der Entnahmephase nicht nur auf Grund des Alters graue Haare bekommen. Das dann zu ändern ist mit hohen Steuern verbunden. Daher ist das schon gut sich zu Beginn an mit der Fragestellung auseinander zu setzen und die Vor- und Nachteile zu beleuchten.

    50 Euro in den Scalable Xtrackers All World ACWI AC ETF, in der Hoffnung das er als brandneuer ETF besser als die anderen performen wird

    Auch von mir der Ratschlag sich nochmals intensiv mit solidem Basiswissen bezgl. des Kapitalmarktes zu beschäftigen!!!!

    Hier liegt ein merkwürdiges Verständnis bezüglich ETF vor, finde ich!

    Was ist das für eine Assetallocation? Du hast Deinem Sparplan nun 2,5% Emerging Markets hinzugefügt. Zum Einen ist diese Quote nicht geeignet das Gesamtergebnis signifikant zu verändern, zum Anderen ist es auf Grund höherer Diversifikation nun nicht riskanter, sondern weniger riskant.

    Wenn es um die 0% TER geht, so ist diese nur 1 Jahr gegeben, danach steigt sie auf die Höhe es bereits langfristig existierenden SPDR MSCI ACWI IMI, der bereits einen gewissen Trackrecord besitzt. Am Ende kommt es auf die TD an, die ist bei einem neuen Produkt eher ungewiss. Darüber hinaus ist der hybrid, also teilweise als Dachfonds aufgebaut. Soweit ich das verstehe, kommen daher die Kosten der gehaltenen ETF noch hinzu.

    Riskanter bist Du also nur bezüglich des Vehikels unterwegs. Ein unsystematisches Risiko, das nicht prämiert wird. Bezüglich der Assetklasse Aktien bist Du (minimal) risikoärmer unterwegs.

    Aber Sinn ergibt die Aufteilung des Sparplanes nicht.

    Bitte beschäftige Dich nochmals mit den Basics. Die aktuell - auf ggfls. falschen Annahmen und Schlussfolgerungen - getätigten Aktionen gefährden das Gesamtergebnis sicher nicht signifikant, aber wer weiß zu was diese falschen Ansichten bzw. mangelnden Kenntnisse noch führen???

    Hier noch ein Zitat und interessanter Gedanke von Bill Bernstein. Aus Vereinfachung wieder mit Google übersetzt:


    "Sie wollen Bargeld und kurzlaufende Staatsanleihen nicht nur als Elixier der Gelassenheit, sondern auch, um „Aktien zu kaufen, wenn sie billig sind, um das begehrte Eckgrundstück Ihres überschuldeten Nachbarn zu ergattern oder einfach nur, um Lebensmittel und Miete zu bezahlen, nachdem Sie entlassen wurden. Aktien zu kaufen, wenn ein Bärenmarkt herrscht, ist nie ein gutes Gefühl; es fühlt sich noch schlimmer an, wenn die Anleihen, die Sie verkaufen, um dies zu tun, im Ausverkaufsregal gelandet sind."

    Das ist natürlich richtig. Wenn ich Geld für Investitionsgelegenheiten vorhalte, dann sollte dieses natürlich sicher sein. Aber dann muss ich mit Opportunitätskosten leben. Das ist ja so ein wenig das Beck-Prinzip. Ob sich das ausgeht oder sich nur emotional besser anfühlt, wird die Zeit zeigen. Wenn aber die Opportunität oder Krise dann 5, 10 oder mehr Jahre auf sich warten lässt und man in dieser Zeit 1,5-2% p.a. Rendite liegen gelassen hat, dann ist auch ein Drawdown von 5% vieleicht verkraftbar (so war es bei 1-5 jährigen IG €-Unternehmensanleihen im Covid-Crash). Es fühlt sich wahrscheinlich nicht gut an, sich von Anlagen zu trennen, die gerade Kurseinbußen erlitten haben, aber ob es deshalb die rational bessere Wahl ist hier auf absolute "Sicherheit" zu gehen? Da sind wir dann wieder im Bereich der Verhaltensökonomie. Was da am Ende "richtig" ist?

    Naja, sicher ist die schonmal gar nicht. Es wird genauso über den zukünftigen Strompreis spekuliert wie über Unternehmensbewertungen...

    Sicher ist nichts im Leben, dass stimmt. In der Kapitalmarktanlage erstmal recht nicht. Selbst Leistungen aus einer Rentenversicherungen können bei Schwierigkeiten gesenkt werden und da es sich um nominale Versprechen handelt ist der reale Wert bei Auszahlung absolut ungewiss. Sorry, da war ich zu müde und bin etwas über das Ziel hinaus geschossen.

    Es handelt sich um nach gängigem Risikoverständnis relativ sichere und planbare Cashflows, nicht um absolut sichere. Sicherheit gibt es nirgends.

    Ist der zugrundeliegende Strompreis realistisch geschätzt?

    Ist die Eigenverbrauchsqoute realistisch geschätzt?

    Ich bin davon ausgegangen, dass die Kalkulation und die Zahlen des TE stimmen.

    Aber relativ sicher ist das ganze schon:

    Die Einspeisevergütung (wieviel % der produzierten Menge, wird hier zugrunde gelegt?) ist vertraglich für die Abschreibungsdauer festgeschrieben.

    Der Verbraucherstrompreis schwankt, aber mit Aktien-Vola bzw. Maximum Drawdown und Verlustphasen (bis zu 14 Jahre beim MSCI World) ist das eher nicht vergleichbar, siehe hier Strompreise über die Zeit

    Auf Null wird der Strompreis nicht fallen, ich denke, das wäre unrealistisch. Wenn er sich halbiert (wer glaubt auf 20 Jahre daran?) sinkt die Ersparnis selbst bei 50% Eigenverbrauch um 25% ab diesem Zeitpunkt, also aus 11,6% jährlichem "Cashflow" werden 8,6% p.a. Immer noch ausreichend.

    Bei einem MSCI World liegen die historischen Durchschnitts-Renditen auf 20 Jahre gesehen zwischen ca. 2% und 16% p.a.

    Für mich ist das ein No-Brainer (wenn die Angaben stimmen). Natürlich bleiben Risiken. Zum Beispiel das der Zerstörung der Anlage durch nicht versicherte Ereignisse (Kriege..) oder drastische Strompreissenkungen in der Zukunft. Aber unter landläufiger Definition ist der Cashflow aus der PV ziemlich sicher.

    Ich bin ein Fan von Thesaurierern, in jeder Lebensphase. So hat man Ausschütungen selbst im Griff. Das nicht Ausnutzen des Sparerpauschbetrages ist ein vorübergehendes Phänomen. Wenn Du bereits 25% ausnutzt bleiben noch 75% übrig, diese würdes Du alleine mit 57k in Aktien-ETF durch die Vorabpauschale ausnutzen.

    Ob 100% Aktien für Dich die richtige/passende Quote sind, kannst nur Du beantworten. Mir wäre das too much. Hast Du keine 100% Aktienquote im langfristigen Bereich, so kommt noch Rebalancing hinzu. Den Sparerpauschbetrag wirst Du, sofern Du die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau ausschließlich am Kapitalmarkt vonimmst also über kurz oder lang ohnehin ausschöpfen. Bis dahin kann man das über Teilverkäufe manuell erreichen.

    Kommst Du in eine Phase, wo der Aktienanteil reduziert werden soll und entspechende Summen vorhanden sind, sind die Ausschüttungen nur noch lästig. Ohnehin musst Du Dich ja dann die gesamte Ansparphase um die Wiederanlage kümmern und in der Entnahmephase die automatischen Ausschüttungen prognostizieren und in den Entnahmeplan integrieren.

    Ich finde das sehr unkomfortabel. Es gibt aus meiner Sicht nur zwei Gründe für Ausschütter:

    1.) Man benötigt einen Nachweis laufender unendlicher Einnahmen. Zum Beispiel bei Auswanderung. Da werden Dividenden bzw. Ausschüttung manchmal anerkannt, Selbstentnahmen jedoch nicht oder nur schwer.

    2.) Bei Übertragung der Wertpapiere zu Lebzeiten mit Nießbrauchsrecht.

    Ansonsten finde ich Thesaurierer halt für den Privaten einfacherer.

    Ich denke es geben eher unzufriedene Kunden Internetbewertungen ab, als es zufriedene tun. Auch sehe ich es, wie die Vorredner: Je größer das Leistungsspektrum der Bank, desto höher die Wahrscheinlichkeit unzufriedener Kunden.

    Aber genau um Probleme aller Art zu vermeiden gehe ich strikt nach dem KISS Prinzip vor. Ich konzentriere mich bei der Geldanlage auf die beiden Anlageklassen Aktien und Anleihen. Dabei nehme ich so wenig Verpackung wie möglich und so viel wie nötig. Zwischenstationen, Umverpackung, komplexe ukd kreative Finanzprodukte usw. lasse ich weg. Meine Bank nutze ich zur Abwicklung von giralen Geldverkehr und zur kurzfristigen Geldaufbewahrung. Zur Geldanlage nutze ich ein Depot und den Kapitalmarkt.

    Ich habe schlicht keine Lust, ständig nach Angeboten zu suchen und neue Geschäftsbeziehungen einzugehen. Auf Grund der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es kein wirkliches existenzielles Kontrahendenrisiko bei Tagesgeld in Deutschland. Aber die Risiken, dass ich vom neuen Anbieter mit Werbung überhäuft werde, dass ich Klauseln (automatische Wiederanlage oder irgendwas) übersehen habe, ich doch mit dem Service unzufrieden bin, usw. bleibt. Und wofür 6 Monate etwas mehr Zinsen. Auf welchen Betrag? Wieviel mehr? Über welchen absoluten Betrag reden wir?

    Wenn ichs maximal sicher (100% gibt es nie, wie definieren ich Sicherheit?) will dann € Aaa Staatsanleihen mit sehr kurzer Duration. Wenn ich etwas mehr Rendite möchte, dann (zusätzlich) IG € Unternehmensanleihen mit sehr kurzer Duration. Wer die synthetische Abbildung des Produktes nicht scheut kann den vielbeschworenen Xtrackers €Str Etf nehmen. Soll das Geld für länger liegen, kann man die Durationen etwas erhöhen.

    Bei meiner Hausbank liegen nur permanent 6 Monatsbedarfe, davon 5 auf dem Tagesgeld. Da sind mir die Zinsen egal, das Geld ist instant verfügbar und dafür zahle ich gerne etwas mit Minderrendite. Für 100 oder auch 200€ mehr pro Jahr ist mir der Aufwand schlicht zu groß und die sofortige Verfügbarkeit wäre nicht mehr gegeben. Alles, was nicht absolut sofort verfügbar sein muss, kommt eh an den Kapitalmarkt.

    Ich kann dieses Tagesgeldhopping nicht verstehen. Manchmal betreiben das Menschen mit gerade einmal 5 oder 10k und für 1 bis 1,5% p.a. mehr und das dann noch befristet für 6 Monate. Da reden wir über 25 bis 75€...

    Dafür wäre mir die Lebenszeit und meine Daten zu schade. Wichtig ist ein solides, passendes und möglichst rationales Gesamtfinanzkonzept für das ganze Vermögen.

    Du darfst die Abschreibung nicht vergessen. Wenn Du auf 20 oder 25 Jahre Abschreibung, sind das 4 oder 5% im Jahr. Schließlich bekommst Du die Investitionskosten nicht zurück. Instandsetzung (also ein neuer Wechselrichter auf die Zeit...) kämen auch dazu. 11,65% CashFlow minus 5% Abschreibung kommst Du auf eine Nettorendite vom 6,65%.

    Ich würde in jedem Fall die PV Anlage bevorzugen (und die Erträge in ETF und auch sonst noch was stecken). Die Erträge der PV sind "sicher" und schwanken nur um den Strompreis (welcher auf lange Sich aber eher nicht signifikant sinken wird).

    Finanzentscheidungen aber immer ganzheitlich treffen. Singuläre Entscheidungen führen meist nicht zum Ziel.

    Wie ist das sonstige Vermögen allokiert? Wie ist die Altersvorsorge aufgebaut usw.

    Aber eine sichere Rendite von über 6% würde ich mir nicht entgehen lassen. Es kann Dir niemand versprechen, dass Du auf 20 Jahre mit einem Weltaktien-ETF da mehr Rendite machen wirst.

    Das Problem an der PV ist, dass Du die Erträge nicht thesaurieren kannst, also wieder in der Anlage anlegen und vom Zinseszins profitieren kannst. Wenn Du diese aber in einen ETF packst (monatlich), dann wäre das auch gelöst. Ich denke, das wäre mein Weg.

    Wenn Du jetzt 20k in den FTSE All World packst und er auf 20 Jahre tatsächlich die vielbeschworenen 7% p.a. bringt hättest Du nach 20 Jahren ca. 71k. Investierst Du die 20k in die PV und machst einen Sparplan in Höhe von 200€ mtl (also die Gesamterträge) auf den FTSE All World und er bringt die 7% p.a. hättest Du nach 20 Jahren über 100k und eine PV die immernoch Strom produziert.

    Leider ist es bei Anleihe ETF mit dem Aussitzen nicht so einfach wie bei Anleihen, die man sich ins Depot geholt hat und dann einfach abwartet, bis es die 100 zurück gibt.

    Das sehe ich etwas anders. Hätte er vor 3 Jahren eine Anleihe mit 7 Jahren Restlaufzeit erworben, würde er in 4 Jahren halt hundert zurück erhalten, hätte dann aber dann auf die gesamten Jahre, also auch auf die verbleibenden 4 Jahre nur die ursprüngliche und damit geringe Rendite erzielt. Stand heute wäre er ebenso im Minus. In 4 Jahren müsste er dann in eine neue Anleihe gehen, deren Umlaufrendite heute nicht bekannt ist. Außerdem ist das der gleiche emotionale Fehler, wie die Betrachtung der persönlichen Dividendenrendite. Es zählt immer das aktuelle Vermögen bzw der aktuelle Wert und die hierauf in die Zukunft gerichtete Anlagestrategie. Und jetzt hätte er halt noch eine Anleihe mit 4 Jahren Restlaufzeit und entsprechendem Kurs.

    Im ETF nimmt er ab sofort die neuen Zinsen mit und hält die Duration konstant. Wenn der Fonds die Anleihen rollt, kauft er ja auch die neuen dann zu den dann gültigen Kursen, also in diesem Fall halt auch günstiger bzw. mit neuer Umlaufrendite.

    Eine einzelne Anleihe ist aus meiner Sicht nur dann vorteilhaft, wenn ich zu einem konkreten Zeitpunkt einen genau definierten Nominalbetrag erreichen muss. In diesem Fall wäre diese Gewissheit dann mit niedrigeren, als aktuell gültigen Zinsen erkauft gewesen. Wenn man aber mittel- oder langfristig die Anleiherenditen vereinnahmen möchte sind Anleihe-Fonds bzw ETF ein passendes Vehikel. Unsicherer sind die dann nicht.

    Ich persönlich glaube, dass dieses "Hauptsache 100% zurück erhalten" eine Scheinsicherheit ist. Ich weiß zwar, dass ich 100 zurück erhalte, aber dafür lasse ich dann ggfls. Rendite liegen und habe Opportunitätskosten. Auch ist ja garnicht klar, zu welchem Kurs und mit welchem Kupon die Anleihen erworben wurden. Vor 3 Jahren handelte eine Bundesanleihe mit 5% Kupon und 7 Jahren Restlaufzeit bei ca. 135%.

    Nehmen wir an Du hättest 2020 eine 10 jährige Bundesanleihe zur Emission zu 100 gekauft. Kupon war 0. Dann bekommst Du 2030 deine 100 zurück. Dann hast Du zwar die versprochene Rendite von 0% auf 10 Jahre bekommen, aber was hast Du davon? Defacto stehst Du heute bei ca. 10% Verlust und einer Rendite in den kommenden ca. 5 Jahren von ca. 2% p.a.

    Dieses Fixieren auf die 100 ist meiner Meinung nach wenig konstruktiv.

    Das Aussitzen sollte daher mit einer Einzelanleihe genau das selbe sein, wie mit einem ETF. Im vorliegenden Fall ist es hakt die Duration, die das etwas erschwert (und das Wechselkursrisiko).

    Die 100 (die auch nicht unbedingt der Kaufkurs sein müssen) bringen einem rein garnichts, wenn man am Ende dann die Rückzahlung wieder investieren muss/möchte.

    Die Frage, die sich dem TE lediglich stellen sollte, ist die, ob er auf diese Weise in den Weltanleihemarkt investieren will. Wenn ja, wäre es zyklisch und grotesk das Ding jetzt, wo es besser verzinst ist, rauszuhauen. Ein Aggregate Bond unterliegt einer gewissen Vola. Wenn man das nicht will bleibt nur Geldmarkt oder sehr kurzfristige Staatsanleihen. Die künftige Wertentwicklung steht aber auch da in den Sternen. Sie wird jedoch geringer sein, als bei Aggregate Bonds. Ob das der eigenen Definition von "Sicherheit" gerecht wird (nominal und real) kann nur jeder für sich beurteilen. Sowohl die Zinsentwicklun, wie auch die Inflation bleiben ungewiss und ein Vermögensendwert zu einem definierten Zeitpunkt ist weder real, noch nominal verlässlich zu prognostizieren.

    Aktuell ist die Zinsstrukturkurve noch recht "anormal" und Laufzeiten werden nicht besonders gut prämiert. Dennoch liegt die Umlaufrendite des Aggregate Bond ca. 1% und damit ca. 38% über dem der kurzlaufenden Bundesanleihen. Natürlich kann man sich auf der Anleihenseite in Market Timing und Zinsspekulationen üben, aber ob das zuverlässig klappt? Prognosefrei wäre es den Markt zu kaufen und laufen zu lassen, also einen Aggregate Bond ETF zu halten/kaufen. Wer keine Schwankungen im Anleihe-/Nominalteil des Portfolios ertragen will, für den ist das natürlich nichts. Dann muss man aber auch mit weniger Rendite rechnen.

    Das Einzelanleihen (im Falle des Aggregate Bond auch Unternehmensanleihen!) "sicherer" sind, dem widerspreche ich. Unternehmensanleihen gehören gestreut, finde ich. Und bei Einzelanleihen habe ich eine fortlaufende Durationsänderung und damit auch eine Veränderung des Risikos.

    Ich finde es merkwürdig, dass hier bezüglich Aktien immer argumentiert wird, dass man den Markt weder schlagen noch timen kann, bei Anleihen aber davon ausgegangen wird, dass man das schon könnte.

    Wäre es dann nicht einfacher und renditeträchtiger ist, wenn man ein für sich passendes Verhältnis festlegt (60/40, 80/20, etc) und entsprechend die größeren Ausgaben daraus entnimmt?

    Ich denke, das lässt sich nicht abschließend allgemeingültig sagen. Es kommt darauf an, wie oft man wieviel entnimmt, wie die Renditereihenfolge und die Entnahmen zusammenpassen. Aber im Endeffekt macht man es in der Entnahmephase ja auch so (Entnahmen aus der Gesamtallokation).

    Ich für mich habe mich für diesen Weg entschieden. Fast alles, was ich benötige kann ich aus den laufenden Einnahmen bestreiten oder binnen kurzer Zeit daraus ansparen. Daneben habe ich meine persönliche Allokation, aus der ich alles andere und auch die Zeit nach dem Erwerbseinkommen bestreite. Größere Anschaffungen oder Ausgaben, wie zum Beispiel ein Haus oder ein Sabatical usw. würde ich dann auch immer ein wenig von meinem zum konkreten Zeitpunkt vorhandenen Vermögen abhängig machen. Wenn da gerade die Börsen am Boden sind, wenn der Wunsch nach einem eigenen Haus aufkommt, dann wird dieser Wunsch halt vieleicht vertagt.

    Die letzte etwas größere Anschaffung war der Zweitwagen für die Frau. Hier habe ich das Geld in der Nullzinsphase aus dem risikoärmern Teil entnommen, quasi als Eigenkredit, und diesen dann peu a peu wieder aufgefüllt. Im Vergleich zu Leasing oder Finanzierung waren das sichere Zinsen in bedeutender Höhe, die ich so sparte/erzielte. Aber dieses Vorgehen könnte auch mental Accounting sein oder eher dem Ansatz der Fristigkeit entsprechen weil ja nicht aus der Gesamtvermögensallokation entnommen, sondern nur aus dem Anleiheteil. Aber die ersparten Zinsen sind 100% sicher und der jeweilige Restwert steht ja auch dagegen. Keine Ahnung, ob das rational richtig ist?

    Aber gerade, weil ich mein Vermögen nicht nur für viel später sehe, bin ich bei der Allokation hakt etwas defensiver unterwegs, als andere, die beabsichtigten da lange, lange nicht ran zu gehen.

    Ich hatte es aber schon einmal geschrieben: Egal ob ein, zwei, drei oder mehr Töpfe. Am Ende steht da stets eine Gesamtvermögensallokation. Ob jetzt 10% Unternehmensanleihen für die mittlere Frist und 80/20 für die lange, oder gleich 70/30 für alles oder wie auch immer. Es gibt am Ende eine Aktienquote und eine Anleihequote. Wie man die beide Teile umsetzt muss dann jeder für sich entscheiden. Bei einigen kommt dann noch Gold und/oder Immobilien dazu und streng genommen auch noch Ansprüche gegenüber der GRV und das Humankapital.

    Verhaltensökonomisch ist es aber meines Erachtens so, dass viele den langfristigen Vermögensaufbau mental und physisch vom sonstigen Ansparen trennen (möchten). Aber auch hierbei sollte man die Gesamtallokation im Auge behalten, sonst hat man schnell 10% im kurzfristigen, 40% im mittleren und 50% im langfristigen Topf. Wenn man da dann auch "nur" 60/40 fährt liegt die Aktienquote ziemlich niedrig (30%). Dann wirds mit Rendite schwierig und mit GRV Ansprüchen ist man da dann schnell zu 90% in Nominalwerten und Zinspapieren unterwegs.

    Für mich ist die 1 Depot und 1 Allokation Lösung am bequemsten. Ich weiß bei Einzahlungen immer, wohin die gehen müssen und Tagesgeldhopping, Festgeldsuche usw. bleiben mir erpart.

    Aber ich habe auch keine absehbaren materiellen Wünsche. Sollte ich auf ein Ferienhaus oder etwas anderes hinsparen wollen, das in 3 bis 5 Jahren verbindlich realisiert werden soll, dann würde ich dafür vielleicht doch einen Fristigkeitstopf aufmachen? Ob das aber klug ist oder nicht, darüber bin ich mir nicht sicher.

    Also als es kaum Zinsen gab, investiertest Du in Zinspapiere und jetzt, wo die Zinsen höher sind, möchtest Du da wieder raus?! Andersherum wäre vieleicht besser gewesen.

    Zu Aggregate Bonds wird aktuell an anderer Stelle hier intensiv diskutiert.

    So, wie ich das sehe handelt es sich bei Deiner Wahl um ungehedgte globale Anleihen. Was war der Grund dieses Investment zu tätigen. Hat sich dieser Grund nun erledigt?

    Aggregate Bond ETF haben für mich persönlich etwas zu lange Duration. Ob man das Währungsrisiko und die Währungschance eines ungehedgten Investments eingehen will, muss man auch selbst entscheiden.

    Wenn sich Deine Anlagestrategie geändert hat und der ETF da nicht reinpasst, dann weg, wenn nicht, dann bestehen lassen. So würde ich das machen. Man würde ja auch einen ACWI IMI nicht veräußern, wenn er eine Zeit lang negativ rentierte, oder?

    Ich habe heute mit folgenden Zahlen beim Eurojackpot für das Spiel am Freitag einen Schein gelöst: 2,6,11,40,41 Eurozahlen 2 und 22.

    Jetzt habe ich aber gerade gesehen, dass die Zahlen 9,15,28,36,39 und die Eurozahlen 6 und 7 ja viel mehr Gewinn brachten! Mist. Werde jetzt schnell noch einen Schein mit diesen Zahlen lösen, will ja nicht wieder leer ausgehen. Warum den Gewinn liegen lassen??

    Wie funktioniert das mit dem Hebel bei heftigen Abstürzen? Minus 40% bei dreifachem Hebel = minus 120%? Muss man da was nachschießen, oder wie kann ich mir das vorstellen?

    Das wird ja auf täglicher Basis festgelegt. Dass es an einem Tag um 33% und mehr (beim 3 Fach gehebelten) runter geht ist eher unwahrscheinlich. Daher aber auch das Problem mit der Pfadabhängikeit.

    Frohe Weihnachten Euch allen!