Beiträge von Micho

    Ja am 13. Februar bekomme ich das Buch. In dieser Auflage geht er auch speziell auf Tech und Anleihen ein. Bin gespannt seine Meinung dazu zu lesen auch wenn ich seine bezüglich zu Anleihen ("keine Anleihen sondern höhere Aktienquote und für kurzfristig Geldmarktfonds") aus Interviews schon kenne. Trotzdem herrscht Freude bei mir.

    Ansonsten fand ich John Bogle (Das kleine Handbuch des vernünftigen Investierens), JL Collins (Der einfache Weg zum Reichtum), Ellis und Malkiel (Die Grundlagen der Geldanlage) sowie Hartmut Walz (Einfach genial entscheiden im Falle einer Finanzkrise) und Burton Malkiel (A random walk down the Wallstreet) lesenswert. Vorallem aber die ganzen Interviews mit Charles Ellis. Aus diesen konnte ich sehr viel lernen.

    Auch die Grundsätze bzw Philosophie von John Bogle himself als Reminder dass man keinen Blödsinn macht und sich auf das langfristig Ziel nur fokussieren und "stay the course" sollte.

    A random walk down Wallstreet war wirklich eine Offenbarung. Damals hatte ich noch aktive Fonds und Einzelaktien. Als ich das Buch gelesen habe, hat mich fast der Blitz getroffen. Das war wie ,,Es-gibt-keinen-Weihnachtsmann" in vierfacher Dosis.

    Auch vor dem Hintergrund ist ein Vorschlag wie der eines Herrn Habeck unter "kontraproduktiv" einzuordnen.

    Wobei man dazu sagen muss, dass bisher alle Entscheidungen von jeder deutschen Regierung diesbezüglich nicht gerade produktiv waren.

    Ich will es einfach nur verstehen. Habeck hat ja einen Punkt, wenn er sagt, dass z.B. die GKV hauptsächlich vom Lohn finanziert wird und das nicht fair sei. Aber was jetzt? Man nimmt alle, die für die Rente ansparen raus. Man nimmt alle kleinen und mittleren Vermögen raus. Und man konzentriert sich auf nur eine Personengruppe: Sehr vermögende Menschen. Die einzige Personengruppe, die ohne Mühe und praktisch in 24 Stunden ihr Geld in einem Unternehmen oder im Ausland verwalten kann. Das muss er doch erklären wie er da ran will. Das ist doch keine Nebensächlichkeit, sondern das zentrale Problem des Vorschlags. Ich kann doch nicht einfach einen unmöglichen Vorschlag bringen und auf Nachfrage sagen: ,,Das geht schon irgendwie". Der Mann ist Vizekanzler, mein Gott. Für den arbeiten über 2000 Leute.

    Mein Problem ist, dass medial-öffentlich Menschen es sich zum Ziel machen Personen, die einen Vorschlag machen zu zerstören/verächtlich zu machen, etc. anstatt ein eigenes, besseres Programm/Idee dem gegenüber zu stellen.

    Du bist mündig, ich auch. Lass uns doch bitte aus den besten Konzepten und Ideen wählen.

    Das Problem ist, dass es kein Konzept ist. Es ist auch kein Programm. Und es ist auch keine Idee. Nochmal: Es geht nicht! Das weiß ich. Das wissen alle Steuerberater und das weiß auch Habeck. Man kann nicht einfach eine Idee raushauen, die unmöglich ist und dann wenn nachgehakt wird, sagen, dass man das schon noch irgendwie geregelt bekomme. Warum ist es eine persönliche Attacke, wenn man vom Wirtschaftsminister wissen will, wie er seine Aussage meint?

    Aber wie wäre es denn, wenn wir mal den Punkt diskutieren? Du scheinst ja grundsätzlich nicht abgeneigt zu sein (so zumindest mein Eindruck). Erklär uns doch mal wie du es machen würdest...

    Ich hab mir dann mal die Mühe gemacht und mir den entsprechenden Ausschnitt angeschaut. Habeck sagt gar nix zu 30.000 €. Also was meinst Du genau? Oder verbreitest Du einfach mal wieder irgendeinen Quark ohne selber so genau zu verstehen, was Du da eigentlich verbreitest? Stichwort "Medienkompetenz"?

    Ich habe nicht einmal geschrieben, dass Habeck etwas zu 30.000 Euro gesagt hat. Das warst du. Deiner Art der ,,Argumentation" ist mir zu primitiv. Ich bin raus.

    Was hat er denn nun zu den 30.000€ gesagt?

    Schau es dir an, dann weißt du es. Deine Stöckchen kannst du dir sparen.

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    Ist dir eigentlich klar, dass man Gesetze und Rahmenbedingungen ändern kann?

    Klar. Man kann auch eine Mauer bauen und jeden erschießen, der raus will.

    Denk das doch mal zu Ende. Man müsste das Unternehmenssteuerrecht ändern und direkt die Gewinne der Unternehmen mit Sozialbeiträgen belegen. Anders käme man an ,,die Reichen" nämlich nicht ran. Selbst das würde nicht funktionieren, weil sie dann das Geld ins Ausland bringen würden. Aber nehmen wir einmal an, man würde es machen. Das wäre der Todesstoß für den Standort Deutschland. Nochmal: Das geht nicht! Das weiß jeder Steuerberater in diesem Land. Das weiß auch Habeck. Deshalb hat es mehrfach ziemlich deutlich und sauber den Begriff ,,private Kapitalerträge" gebracht. Olaf Scholz hat es sehr treffend gesagt: ,,Ein alter Hut. Das hat noch nie funktioniert".

    Die Intention des Anliegens von Habeck war von Anfang an klar und die Erklärung, warum man noch keine konkreten Zahlen hat, war zumindest mal hinnehmbar.


    Ob man das gut findet im Inhalt oder Art und Weise kann man so oder so empfinden und dementsprechend seine Wahlentscheidung treffen.

    Was da aber passiert ist, hier und medial-öffentlich ist unredlich, weil es nur darum ging den politischen Konkurrenten zu diskreditieren.

    Wenn der Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland vorschlägt, dass Kapitalerträge nur von den Reichen zur Finanzierung der Sozialkassen herangezogen werden sollen und diese Möglichkeit in der Praxis nicht besteht und nie bestehen kann (VV GmbH usw.), ist das entweder bewusst gelogen oder inkompetent. Ich denke, dass es eine Mischung aus beidem ist. Habeck wollte mit linkem Geblubber den Neid-Bürger triggern und Wähler fangen. Leider ist der Wähler nicht so dumm. Die Interviews mit maischberger und Misosga haben klar gezeigt, dass er keine Ahnung von der Materie hat. Er wurde und wird zurecht kritisiert.

    Zitat von Rojiblanco

    Destruktivität löst keine Probleme.

    Forderungen aus der Fabelwelt allerdings auch nicht.

    Eine gute Zusammenfassung bzgl. der Sinnhaftigkeit von EM-Aktien bietet dieses Video.

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    In den USA ist das investorenfreundlicher geregelt, aber dort gibt es eben auch weniger soziale Sicherungssysteme und wenn du da 3 Kinder durch das Universitätssystem bringst, hast du auch ganz gut Kosten an der Backe während es das in Deutschland einfach umsonst gibt. Nur als ein Beispiel.

    Man kann das Thema ewig diskutieren und ich will Deutschland nicht schlechter reden als es ist. Fakt ist und bleibt, dass wir bereits vor Jahrzehnten hätten umschwenken müssen. Das sagen (und sagten!) eigentlich alle Experten. Auch die Berater der Regierung(en). Man ignoriert sie. Schweden und andere haben das nicht getan. Das Ding fällt uns jetzt auf die Füße. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen ja jetzt erst in Rente und das System ist ja praktisch jetzt schon nicht mehr tragfähig (120 Mrd. Euro müssen aus dem Steuersäckel zugeschossen werden - das wird sich über kurz oder lang vervielfachen). Was da gerade passiert ist eigentlich ein Verbrechen an der jungen Generation. Alternative Systeme gibt es schon sehr lange und sie funktionieren. Selbst eine schrittweise Implementierung findet nicht statt und das kostet unglaublich viel Geld. Und was ist die Vorabpauschale? Sie ist genau das Gegenteil von dem was man machen müsste. Das ist auf so vielen Ebenen einfach schäbig. Ich weiß, dass sie nicht viel ist, aber sie zeigt wie in diesem Land gedacht wird.

    Das ist tatsächlich ein sehr großer Nachteil der deutschen Besteuerung. Man hat einfach einen ewigen lock-in Effekt, wenn man einmal investiert ist. Reagieren auf Marktänderungen? Nur mit 18,5 bis 26,375% Abschlag.. Riesiger Fail.

    Überleg' mal wir hätten Depots wie in den USA und man könnte das Depot einfach umschichten. Ohne Kosten und Steuern. Wahnsinn! Und hier rechnet man halt (zurecht). Wenigstens die Steuerstundung hätten sie uns lassen können. Aber nein, es könnte ja was hängen bleiben . . . :cursing:

    Na ja, auf dem Extra-Konto bei der ING gibt es momentan 1%. Für 10.000 ist der nach-Steuer Zinsunterschied zu einer Anlage mit 3,5% etwa 190 EUR pro Jahr. Das ist zwar ein Verlust, aber wenn ich mit Steuern auf Vorabpauschale von 3000-4000 EUR rechne, dann habe ich heute wohl ein Depotvolumen um die 1,5 Mio? Da ist das doch wirklich Peanuts und kein Grund sich den Tag zu verderben.

    Wenn man weniger im Depot hat, braucht man ja auch weniger vorzuhalten.

    Du hast da schon recht. Mich regt auch weniger das handling auf, als die Tatsache, dass dieses Land mit solch aberwitzigen und unnötig komplizierten Regelungen völlig in die falsche Richtung läuft. Die jährliche Vorabpauschale erinnert mich einfach daran. In anderen Ländern kann man 70.000 Euro im Jahr steuerfrei anlegen, das komplette Depot so oft man will steuerfrei neu ausrichten oder rebalancen, bekommt alles oder große Teile steuerfrei raus, usw.

    Und bei uns? Holt man sich auch noch die letzten paar Cent Steuerstundungseffekt, obwohl private Vorsorge so wichtig ist, weil uns die GRV bald um die Ohren fliegt. Das ist nur noch zum Weinen. Ich weiß gar nicht warum das hier so schief läuft. Selbst europäische Länder haben schon vor Jahrzehnten umgestellt. Nur bei uns kommt wirklich gar nix. Obwohl es uns sogar vorgeschlagen wurde. Intern wie extern. Das macht einfach fassungslos...

    Dass er ggf. das Geschäftsmodell seines Arbeitgebers gefährdet sieht verwundert jetzt nicht, aber müsste er nicht eher vom Firmen-Account schreiben?

    Ich mag ad hominem nicht besonders. Dafür ist das Thema zu ernst.

    Habeck will nur Millionäre belangen. Ich glaube viele wissen gar nicht, dass sie genau das werden müssen, um später die Rentenlücke schließen zu können. 30.000 Euro sind einfach nur lächerlich.

    Ich verstehe immer nicht, wo die Angst vor Unternehmensanleihen herkommt, zumal bei Aktienanlegern.

    Ist denn ein AA-Staat sicherer, als ein AA-Unternehmen?

    Ja. Das kann man am Renditeunterschied sehen. Wäre dem nicht so, würde sich das sofort abgleichen. Man kann es auch sachlogisch erklären. Ich habe keine Angst vor Unternehmensanleihen und halte sie im risikobehafteten Teil. Für den risikoarmen Teil sind sie für mich nicht geeignet, weil für mich das Renditeplus zu gering ist.

    Zitat von Hornie

    Zumal, wenn dann...

    Geldmarktprodukte natürlich von Unternehmen sind, geswapt von einem Unternehmen, in einen Fonds gemanagt von einem Unternehmen, verwahrt von einem Unternehmen etc.

    Die rechtlichen Verpflichtungen sind andere. Ein Arbeitnehmer arbeitet auch in einem Unternehmen. Er verliert im Falle eine Pleite trotzdem sein Privatvermögen nicht. Aber du hast natürlich recht: die letzten Zentimeter Sicherheit würde man nur erhalten, wenn man Staatsanleihen direkt kauft.

    Weil sich in den Studien herausgestellt hat, dass selbst bei einer Entnahmerate von 4% (ohne Steuern, Gebühren usw) das Pleiterisiko bei 100% Aktien gegenüber einem Mischportfolio am geringsten war.

    Dies galt allerdings nur, wenn man innerhalb der Assetklassen Aktien weltweit (developed world) diversifiziert hat. Wer EM hinzu nimmt, erreicht ein nochmals geringeres Pleiterisiko.

    In welchen Studien? :/

    Nach meinen Infos haben 4% eine relativ hohe Pleitewahrscheinlichkeit. Egal welche Asset-Allokation. Es sei denn man entnimmt variabel oder deutlich komplizierter....

    Das deckt sich mit meinen Informationen. Ben Felix hat dazu mal ein relativ langes Interview geführt (leider weiß ich nicht mehr mit wem). In dem wurden sehr lange Datenreihen betrachtet. Mit EM muss nicht die beste Rendite rauskommen, aber es gab kaum einen längeren Zeitraum in dem es keine bessere risikoadjustierte Rendite gab. Breite Streuung wirkt und sollte auch wirklich beherzigt werden. Auch wenn man damit mal 10 Jahre underperformed.

    Mir gehts da eher um das Thema Einlagensicherung vs Sondervermögen

    Ich denke, dass Staatsanleihen schon sicherer sind als die Einlagensicherung. Aber das sind extreme Gedankenspiele. Wenn die Einlagensicherung ausfallen sollte oder Deutschland deutlich abwertet, ist es ohnehin egal. Man legt einfach den riskoarmen Teil so sicher an wie es geht und fertig. Alles andere soll kommen wie es kommen will...