Beiträge von Micho

    Herr Beck vermarktet sich halt sehr gut. Ich höre Ihm auch ganz gern zu. Nur kaufen tu ich nix. ;)

    Rein rechnerisch macht seine Strategie im GPO keinen Sinn. Und ,,günstig" sieht auch anders aus. Ich denke trotzdem, dass sein Produkt für viele Privatanleger Sinn machen kann. Insbesondere für Unerfahrene oder Anleger, die bisher bei anderen Verwaltern (oder besser Verkäufern) waren. Durch sein regelmäßiges Reporting wird man gut mitgenommen und anscheinend hatte sein GPO während bisheriger Krisen keine Mittelabflüsse. Die Anleger warteten regelrecht darauf, dass in der Krise die Linien für den Nachkauf gerissen werden und sind investiert geblieben. So eine antizyklische Denkweise sieht man selten, wenn die Welt brennt. Psychologisch ist das ziemlich clever.

    Das Video gibt einen guten Überblick über den aktuellen Stand der Kapitalmarktforschung zum Thema ,,Entnahmerate".

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    Es geht ja gerade nicht darum, was „der Brüller“ war, sondern dass man nicht völlig mittellos wird wenn sich der amerikanische Präsident irgendwann entscheidet, nicht nur Kanada und Grönland einzuziehen, sondern auch die von Ausländern gehaltenen Aktien amerikanischer Unternehmen (nur mal so als Beispiel)

    Das war ein bisschen schlecht ausgedrückt von mir. Mit ,,nicht der Brüller" meine ich ,,keine gute Diversifikation gewesen". Gold zum Beispiel ist während heftiger Krisen oft gefallen (auch während der Weltkriege) und konnte das Risiko nicht zuverlässig im Portfolio senken (von einzelnen Zeiträumen abgesehen).

    Welche Assets im welcher Höhe würdest du beimischen?

    (Ich habe mir das schon oft überlegt, bin aber noch zu keiner vernünftigen Lösung gekommen).

    Leider muss ich Wasser in den Wein giessen. Anno 2022 hat er gezeigt, dass er eben auch mal temporär ein Griff ins Klo sein kann. Das war nämlich eines der schlechtesten Jahre der 60/40 Geschichte, wenn nicht gar das schlechteste Jahr ever. Aber irgendwas


    ist bekanntlich immer.

    Die Finanzkrise war schlimmer. Man muss allerdings -30% aushalten können. 60% Aktien sind 60% Aktien und der Anleihe-Teil kann das nur zum Teil auffangen (oder wie in 2022 zu weiteren Verlusten beitragen).

    60/40 war bisher ein stabiles Portfolio. Aber das bedeutet nicht, dass es immer positiv war.

    Das ist meiner Meinung nach keine Frage von Rendite sondern von Diversifikation. Wenn man dicke mehr als genug Mittel hat, warum sollte man dann alles in die Körbe Aktien und Anleihen stecken? Da wäre es doch fast schon fahrlässig, nicht auch in andere Assets zu diversifizieren.

    Für mich stellt sich halt die Frage welche anderen Asset-Klassen es gibt, die

    1. Nicht direkt oder indirekt Eigenkapital oder Fremdkapital zuzuordnen sind und nur einen anderen (fast immer teureren) Mantel als Aktien und Anleihen haben.

    2. Nachweislich die risikoadjustierte Rendite im Portfolio erhöhen bzw. nachweislich das Risiko senken können.

    3. Nicht direkt oder indirekt von der Wertschöpfung der Unternehmen abhängen und sich langfristig losgelöst von dieser besser entwickeln können.

    Die Effekte einer Beimischung von Gold, Immobilien, Private Equity usw. waren ja bisher nicht der Brüller. Kostenbereinigt schon gar nicht. Ea gibt natürlich immer Zeiträume in denen es funktioniert hat. Aber langfristig sind die Vorteile sehr dürftig.

    Das ist dann eine Art Schmalspur-Vermögensverwaltung für halbe Millionäre im Ruhestandsalter. Vielleicht nicht perfekt, kostet aber auch nur 0,25% p.a.

    Was mich bei dieser einfachen Lösung fasziniert ist die Tatsache, dass sie primitiv aussieht und man denkt, dass sie für ,,Normalos" schon ausreiche, aber mit größerem Vermögen andere Ansätze notwendig wären (und vorhanden sind). Bohrt man allerdings tiefer, erkennt man, dass es so gut wie kein Vermögensverwalter und kein Family Office schafft diese Allokation zu schlagen. Andreas Beck hatte diesbezüglich mal einen Vortrag gehalten. Die Verwalter für die ,,oberen Zehntausend" bauen die Portfolios natürlich ganz anders auf. EM-Bonds, Hedge-Fonds, Edelmetalle, komplizierte Anleihen-Kombinationen, um die Zinskurve ideal abzubilden,.... Und dann? Nach 10 Jahren liegen sie fast alle hinter einem 60/40. Auch risikoadjustiert. Sogar Andreas Beck selbst.

    Das Thema ,,die Benchmark nicht schlagen können" zieht sich durch die gesamte Finanzindustrie. Egal wie groß oder klein das Haus und egal wie viele Analysten und Experten. Es hört sich alles rational an und mach alles Sinn . . . aber am Ende kommen sie doch nicht raus. Vermutlich auch wegen den Kosten.

    Kann gut sein, dass selbst sehr vermögende Menschen mit solch einfachen Produkten genauso gut oder besser fahren. Zumindest habe ich noch nie gehört, dass sich eine vermögende Person bei einer einfachen 60/40 Aufteilung überhoben hat. Bei anderen, komplizierten Strategien allerdings schon öfters.

    Das Ganze ist halt unglaublich kontraintuitiv. Man kann oder will einfach nicht glauben, dass so viele Tausend ,,Experten" ein so simples Produkt nicht schlagen können. Man benötigt Null Wissen. Man muss nie was machen. Man könnte theoretisch die ganze Zeit pennen und schlägt trotzdem die Besten der Besten der Finanzindustrie, die sich täglich einen Ast an den Arm analysieren.

    Der typische Rentner (oder gar gering finanzaffine Witwe/r) ist bereits ausreichend damit beschäftigt, nicht in Panik alles zu verkaufen. Er macht dann bestenfalls "einseitiges Rebalancing" und lässt die Aktien einfach liegen. Im Crash die Aktienquote hingegen zu erhöhen halte ich für blanke Theorie. Das sieht im Voraus in der Excel-Simulation oder später in der Rückschau super aus. Aber wenn um dich herum die Welt unterzugehen scheint, als vielleicht 68-jähriger mal eben den Sicherheitsbaustein fröhlich in Aktien umschichten? Puh...

    Daher braucht es für dauerhaft funktionierende Entahmestrategien m.E. ein paar pragmatischere Ansätze.

    Die Daten von den brokern und Fondsgesellschaften belegen deine Aussage eindeutig. Prozyklisches Verhalten ist die Norm. Die Medien und Vermögensverwalter befeuern das Verhalten noch, weil sie nur so eine Daseinsberechtigung haben. Ich denke, dass automatisches Rebalancing in einem Multi-Asset-Mantel bereits die halbe Miete ist. Wenn man nur ein Produkt hat, kann man relativ wenig falsch machen. In Kombination mit einer höchst möglichen Automatisierung (z.B. Auszahlplan) ist das sehr wahrscheinlich nicht die idealste Lösung in Punkto Rendite/Risiko, schützt einen selbst oder weniger finanzaffine Familienmitglieder aber vor den ganz großen Fehlern.

    Taust: Komm mal wieder runter. Wenn dir meine Beiträge nicht passen und du andere Meinungen nicht aushalten kannst, dann blockiere mich. Akzeptieren muss ich gar nichts. Ich schreibe auch weiterhin was ich will.. :*

    Doch, genau tust Du die ganze Zeit, keine Ahnung warum.

    Du merkst es selber, deswegen sagst Du dauernd dass Du mich nicht provozieren willst, mir nicht an den Karren fahren willst usw, tust es aber trotzdem ständig. Ich bin lange ruhig geblieben, aber jetzt ists mal gut.

    Ich denke es ist kein gutes Zeichen, wenn dich bereits die Meinungen (unbekannter) anderer bzgl. deines Vermögensaufbaus emotional belasten. Du solltest dich davon unabhängig machen. Insbesondere am Aktienmarkt ist emotionale Stabilität sehr wichtig.

    Zitat von Taust

    Wenn ich Dir sage, für MICH war der Weg zum Vermögensaufbau über Immobilien besser und sicherer als mit Aktien, dann könntest Du das einfach mal so hinnehmen.

    Ob für dich Immobilien, Einzelaktien oder Lottospielen der richtige Weg zum Vermögensaufbau war hat meines Erachtens wenig damit zu tun wie man für die Zukunft Vermögensaufbau und -erhalt betreiben sollte. (Klumpen-) Risiken sind nicht weniger vorhanden, weil sie sich (noch) nicht materialisiert haben. Und Wahrscheinlichkeiten ändern sich nicht deshalb, weil bisher weniger Wahrscheinliches eingetreten ist. Ich werde auch weiterhin meine Meinung sagen. Das kannst du akzeptieren oder nicht. Ich denke das sollte man aushalten können. Insbesondere in einem Forum. ;)

    Zitat von monstermania

    Welche 'wissenschaftliche' Basis braucht es denn für den Aktienmarkt bzw. die Weltwirtschaft!?

    Meine Kritik bzgl. des Blogbeitrags von Georg bezieht sich nicht auf die grundsätzliche Annahme, dass die Weltwirtschaft weiterhin funktionieren wird und wir auch weiterhin eine überdurchschnittliche Rendite am Aktienmarkt erwarten können. Das kann man nicht nur aus den Kursdaten der Vergangenheit herleiten, sondern auch aus der Funktionsweise des Kapitalmarktes.

    Seine Ergebnisse bei der Cash-Puffer-Strategie sind für mich wenig nachvollziehbar. Die verwendeten Zahlen sind einigermaßen willkürlich gewählt bzw. so gewählt, dass die Rechnung aufgeht. Warum bei -20%? Warum 24 Monate? Warum 1975 - 2022?

    Man kann sich durch selektives data mining und backtests relativ einfach ein ideales Portfolio zusammenbauen oder (wie hier) die sichere Entnahmerate nach oben schrauben.

    Ich halte davon nichts, weil solche System bei relativ kleinen Abweichungen in der Zukunft in sich zusammenbrechen. Mindestens wäre ich vorsichtig und würde die Begriffe ,,bombensicher" und ,,lebenslang" nicht verwenden.

    Die Blogbeiträge von Georg sind sehr lesenswert und man kann viel von ihn lernen. Einen Heiligenschein sollte man seinen ,,Analysen" jedoch nicht verpassen.

    Für den Ruhestand gibts ja die wildesten Dinge, aber jeder schreibt etwas anderes und belegt es mit irgendwelchen Zahlen.

    Das habe ich mir auch gedacht. Mit dem Blog-Beitrag von Georg werde ich irgendwie nicht warm. Die Idee kam von einem Kommentar auf seinem Blog. Mir sieht das zu sehr nach selektivem data mining aus. Warum bei minus 20%? Warum 24 Monate? Warum 1975-2022? Im Endeffekt kann man sich mit den Daten aus der Vergangenheit relativ einfach ein Portfolio oder eine Strategie mit einem besseren Risiko-/Renditeverhältnis zusammenbasteln oder die sichere Entnahmerate hochschrauben. Ich habe da schon die tollsten backtests gesehen. Mit 50% Gold, verschiedenen Levels und automatischer Erhöhung der Aktienquote,... das geht so weit, dass man nie ein Verlustjahr hat und trotzdem mehr verdient als beim FTSE All-World. Alles kein Problem! Wenn man in der Vergangenheit bleibt.

    Eigentlich fallen alle Systeme sehr schnell in sich zusammen, weil sich die Renditereihenfolge und die Häufigkeit und Schärfe der Krisen nicht vorhersagen lässt.

    Man sollte deshalb neben den (durchaus wichtigen) Daten aus der Vergangenheit auch von anderen Seiten kommen, sich z.B. über die Quellen der Renditen Gedanken machen und sich darauf konzentrieren was man eigentlich an Finanzbedarf hat und darauf eine simple, kostengünstige Asset-Allokation festlegen, die nur so riskant ist, wie sie sein muss.

    Wie kann es "Sicherheits"sparer geben, wenn in dem Bereich Finanzen überhaupt keine "Sicherheiten" existieren - nur mehr oder weniger "risikoarme" und "risikoreiche" Vorgehensweisen und Anlageklassen ... ?!

    Wie kann es einen "Sicherheits"gurt geben, wenn in dem Bereich Straßenverkehr überhaupt keine ,,Sicherheiten" existieren? :/

    Wir sollten ihn unbedingt umbenennen in "Gurt zur risikoärmeren Fahrweise". ;)

    So heißt der Blogtitel

    Entnahmestrategien optimieren – mit dem C(r)ash Puffer ist die 4%-Regel bombensicher!

    Und wenn für Dich 55 Entnahmejahre nicht lebenslang sind, dann ist das halt so.

    Dass Du Immobilien als Investment nicht so sinnvoll siehst wie Aktien, habe ich jetzt schon verstanden. Ich hab trotzdem darüber mein Vermögen aufgebaut, mir egal was darüber denkst.

    Du bist offensichtlich auf der Suche nach absoluten Wahrheiten und Gewissheiten. Die gibt es bei der Kapitalanlage nicht. Ich wäre vorsichtig, wenn jemand im Titel von ,,bombensicher" schreibt und daraus im Fazit ,,Pleitewahrscheinlichkeit ist fast Null" wird. Und wo kommt der Zeitraum 1975 bis 2022 her? Und warum der S&P500 und der MSCI World?

    Ich wiederhole mich: Sei vorsichtig mit Nachkarteln, selektivem data mining und cherry picking. Daraus ergibt sich eine Scheinsicherheit.

    Ich glaube auch nicht, dass Georg hier eine absolute Sicherheit suggerieren wollte. Ich würde seine Blogbeiträge eher als Anregung zum Nachdenken sehen. Eine Meinung von jemandem, der sich mit dem Thema beschäftigt. Mehr aber auch nicht. Wissenschaftlich fundiert sind sie auf jeden Fall nicht (und selbst das wäre ja keine 100%ige Sicherheit).

    Übrigens: Georg schreibt auch einiges über Immobilien. Das solltest du dir mal durchlesen. Wir wollen ja nicht dem confirmation bias unterliegen. ;)

    Ich weiß, du tust dir manchmal ein bisschen schwer, wenn dir jemand nicht nach dem Mund redet und eine andere Meinung vertritt. Das musst du aber in diesem Forum aushalten. Ich finde das sehr bereichernd. Ich will dich auch nicht provozieren, sondern nur dazu bringen ein bisschen über den Tellerrand zu schauen.

    Ich kann mich nur wiederholen. Bzgl Erbe lege ich vor der Entnahme fest, wieviel die Kinder sicher bekommen sollen und das wird zu Lebzeiten übergeben. Das selbstbewohnte Eigenheim zb wird schon jetzt mit Niesbrauch überschrieben und in ein paar Jahren gibt es eine feste Summe aus Cash/ETF. Das was dann bleibt ist erst mal für mich und meine Frau. Dann macht man zu Beginn der Entnahmephase eine c(r)ash puffer Strategie (da ist man ja noch fit) die dann nach zb 3 Jahren komplett in 100% Aktien übergeht. Damit kann man statistisch nach Historie bombensicher lebenslang 4%/a entnehmen ohne pleite zu gehen und das kann man ja automatisieren. Braucht man weniger, hat man entweder zu wenig vorher vererbt/verschenkt oder man gibt es eben dann stückweise den Erben oder man reduziert die Entnahme. WENN am Ende noch was bleibt, auch gut für die Erben, wenn nicht, dann nicht.

    Auch wenn ich es grundsätzlich begrüße wenn Sicherheitssparer und Immo-Investoren in relativ kurzer Zeit zu Aktien-Befürwortern werden, wäre ich vorsichtig einfach Meinungen zu übernehmen (hier von Georg). Einmal ganz davon abgesehen, dass er weder von ,,lebenslang" noch von ,,bombensicher" schreibt (außer im Titel), sind die Aussagen auf seinem Blog eher als Anregung und persönlicher Meinung zu sehen. Es gibt weder eine wissenschaftliche Basis für seine Aussagen, noch eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dies weiterhin funktionieren wird. Insbesondere die Indizes und Zeiträume seiner Berechnungen sind einigermaßen willkürlich gewählt. Sein Blog ist trotzdem erstklassig und man kann viel lernen. Ich wäre trotzdem vorsichtig.

    Ja....ich denke da immer an warren buffett und wieviel er hinterlässt. Für manche langt der Lebensstil wie er ist. Der Tag hat auch nur 24 Stunden und mehr wie dreimal am Tag kann ich eh nicht essen. Und für Leben und Reisen usw. da sollte schon die Summe aus 3% Entnahme Aktien ETF, Cashpuffer, Tagesgeldzinsen, Anleihenkupons und Rentenzahlungen reichen. Wenn das nicht langt dann weiß ich auch nicht. Aber bis es soweit ist wird sich noch vieles ändern. Von daher bleibe ich bei meinem ursprünglichen Plan. Danke!

    Interessant wird diese Strategie, wenn sich das Renditereihenfolgerisiko nicht materialisiert.

    Du kannst dich mit 70-75 vor Geld kaum retten. :D

    Die Verbindung aus hoher Aktienquote und bescheidenem Lebensstil ist unschlagbar.

    Ja Renditereihenfolgerisiko....Aber was wäre denn die Alternative? Ist das keine Möglichkeit dass im Akter so pflegeleicht hanzuhaben ?

    Das Renditereihenfolgerisiko ist schon ein Problem. Du kannst das natürlich durch (d)eine geringe Entnahme von 3% oder (besser) weniger fast auf Null drücken, aber dadurch entscheidest du dich automatisch dafür sehr wenig zu entnehmen und mit hoher Wahrscheinlichkeit ein größeres Vermögen zu hinterlassen, als zu Beginn der Rente vorhanden war. Vermutlich sogar ein Vielfaches. Das muss nicht schlecht sein, wenn einem das Geld reicht und man viel vererben möchte. Wer aber mehr planbares Geld aus seinem Vermögen ziehen will oder (meistens) muss, kann eigentlich nur die Aktienquote deutlich senken und/oder mit anderen Verfahren das Depot entsparen.

    Hier nochmal das Dokument von Prof. Weber.

    (Ich weiß - pflegeleicht sieht anders aus)

    Ich denke, dass bei einer geringen Entnahmerate es ziemlich egal ist wie man sein Vermögen strukturiert. Man wird das Ende des Vermögens nicht erleben. Interessant wird es erst wenn man deutlich über 4% entnehmen oder einen Großteil hinterlassen will.

    Entnahmestrategien können endlos kompliziert sein. Es gibt derart viele Parameter die sich gegenseitig beeinflussen... Wenn man aber auf der Suche nach einer einfachen und hochautomatisierten Lösung unter weitgehendem Kapitalerhalt ist, halte ich das für eine gute Variante. 100% automatisiert dürfte nicht gehen. Man kann dann höchstens noch einen unverzinsten Cash-Puffer auf dem Girokonto vorhalten und diesen in größeren Abständen mit Entnahmen aus Teilverkäufen wieder auffüllen. Das kostet etwas Rendite. Und irgendjemand muss das dann ausführen.

    Vielleicht macht man es sich auch zu kompliziert. Unser Ausgabenverhalten ist (auch ohne Haushaltsbuch) relativ konstant und hat keine Ausreißer. Ich glaube auch nicht, dass dies im Rentenbezug anders sein wird.

    Wenn man nur das gesamte liquide Vermögen in den thesaurierenden LS60 investiert, das Girokonto als Verrechnungskonto einstellt und dem nicht finanzaffinen Partner sagt, dass er oder sie immer dann 100 Anteile von diesem einen Investment verkaufen soll, wenn das Girokonto unter 5000 Euro rutscht, dürfte das zu managen sein. Es hätte auf jeden Fall steuerliche Vorteile und man würde vermeiden, dass immer relativ viel Geld ,,ungenutzt" auf irgendwelchen Konten liegt.

    • Die 5000 Euro und der Freistellungsauftrag reichen auch bei 1 Mio. um die Steuer auf die Vorabpauschale im Januar abzufangen.
    • Der Spread ist so gering, dass man auch ohne Limit einfach 100 Anteile verkaufen kann. Da kann man wenig falsch machen.

    Und wenn man selbst das nicht mehr (geistig) leisten kann, ist es vielleicht ohnehin an der Zeit, dass eine Vertrauensperson mit ins Boot geholt wird.

    @Saarlaender: Sehr guter Beitrag. Ich hatte einen ähnlichen Gedanken (allerdings ohne die 10% Geldmarkt).

    Wie bereits erwähnt ist der geringe ,,Ertrag" das Hauptproblem. Selbst bei 1 Mio. im Depot kann sich der nicht finanzaffine Partner auf etwas mehr als 1000 Euro im Monat nach Steuern freuen. Die Erben dafür auf mehrere Millionen Vermögen. Andere (komplizierte) Entnahmestrategien mit einem teilweise Verbrauch des Vermögens (Prof. Weber, Nikolaus Braun,...) kommen da auf 3000-4000 Euro (und mehr) im Monat. Das macht für normal Sterbliche schon einen Unterschied.

    Ich kenne aber keine Lösung wie man ,,100% Automatismus" mit mehr Entnahmen realisieren könnte. Ein automatischer Entnahmeplan hat auch seine Schwächen. Ich hoffe da kommt noch was aus der Finanzindustrie. . .