Beiträge von Micho

    Es gibt eine Faustregel, die besagt man sollte sein Lebensalter von 100 (oder 110 für risikofreudigere Anleger) abziehen und diesen Teil im risikobehafteten Teil (Aktien) investieren.

    Bsp. 50 Jahre alt: 110-50=60, also 60% Aktien-ETF / 40% Geldmarkt.

    Ich persönlich halte von dieser Faustregel nicht viel, weil die richtige Asset-Allokation von vielen Faktoren abhängt. Es gibt 70-jährige, die 90% Aktien halten können und es gibt 60-jährige, die fast alles im Geldmarkt haben müssen. Ganz einfach, weil ihre Vermögenshöhe und ihr Liquiditätsbedarf verschieden sind. Emotionale Faktoren kommen auch noch hinzu.

    Ich habe allerdings mal gelesen, dass diese Faustregel ziemlich oft ins Schwarze treffe und für jemanden, der überhaupt keine Ahnung hat, nicht das Schlechteste sei.

    Man muss halt immer aufpassen, weil viele ,,Weisheiten" bzgl. Asset-Allokation und Investments aus den USA kommen. Die haben allerdings ein ganz anderes Rentensystem und auch andere Möglichkeiten.

    Grundsätzlich gilt: Je höher das Vermögen und je niedriger der Liquiditätsbedarf im Alter, desto unwichtiger ist die Asset-Allokation.

    Ich möchte nochmal ausdrücklich vor dem Produkt iBonds ETF warnen. Insbesondere, wenn sie von jemandem im risikoarmen Teil oder für kurzfristige Finanzziele eingesetzt werden.

    • Fast die Hälfte der Anleihen in den ETFs haben ein Rating von BBB.
    • Sie enthalten 30% Banken (die anfälligsten und am höchsten verschuldeten Unternehmen überhaupt).
    • Die effektive Verzinsung beträgt nur 2,86% p.a. vor Kosten (Laufzeit 2028).
    • Die laufenden Kosten betragen ca. 0,18% p.a.
    • Die Rendite wird sehr wahrscheinlich unter 2,6% liegen, da die ETFs jede auslaufende Anleihe zunächst in Staatsanleihen umschichten.
    • Der SRI ist Stufe 2. Das bedeutet diese Anlage ist nicht für den risikoarmen Teil geeignet.
    • Anleihefonds, die ihre Anleihen bis zur Endfälligkeit halten, senken das Risiko nicht. Das Gegenteil ist der Fall.
    • Das Stressszenario wird mit Minus 17,3% angegeben. Das ist ein unwahrscheinliches aber realistisches Szenario, wenn der Aktienmarkt deutlich einbricht und strukturelle Probleme auftreten (Bsp. Finanzkrise).

    Also ganz so drastisch würde ich es auch nicht sehen. Das Stressszenario aus dem KID ist nicht wirklich ein realistisches Szenario. Schau z.B. mal in das KID des iShares eb.rexx 0-1. Dort wird Minus 3,3% nach einem Jahr und Minus 1,7% nach 3 Jahren angegeben. Den ETF dürfte man demnach auch nicht kaufen.

    Da habe ich eine andere Meinung. Geldmarktfonds sind während der Finanzkrise teilweise um 3-4% eingebrochen. Das ist somit ein nachgewiesenes und realistisches Szenario. Wie kommst du darauf, dass sowas nie passieren kann?

    Zitat von gfusdt5

    Ich finde die iBonds für jemanden der in länger laufende U-Anleihen investieren und sich einen ungefähren Zinssatz bis zum Auslaufen sichern möchte, schon nicht so verkehrt. Immerhin sind die iBonds gut diversifiziert. Allemal besser als sich eine einzelne U-Anleihe ins Depot zu legen. Klar wäre es ärgerlich, wenn ein paar Anleihen ausfallen, aber noch lange nicht das große Verlustszenario.

    Verstehe ich nicht. Warum sollte man mehr Risiko eingehen und weniger Rendite akzeptieren? Festgeld bringt nicht nur mehr, sondern ist auch sicherer.

    Zitat von gfusdt5

    Ob sich das Ganze in der aktuellen Situation renditetechnisch lohnt, ist natürlich wieder eine ganz andere Frage. Wenn es für Festgeld innerhalb der Einlagensicherung mehr gibt, würde ich wahrscheinlich eher dazu greifen. Aber manche wollen halt auch über 100k für eine bestimmte Zeit mit einem fixen Zinssatz anlegen. Und manche greifen dann zu einzelnen U-Anleihe.

    Es geht beim TE um 20.000 Euro. Aber auch wenn es mehr als 100k sind, halte ich Unternehmensanleihen für 2-4 Jahre zu riskant. Nur weil der ETF die Anleihen auslaufen lässt, ändert sich das Risiko nicht. Ganz im Gegenteil. Unternehmensanleihen sind nachweislich in den letzten Monaten vor dem Auslaufen am riskantesten. Im Vergleich zu einer einzelnen Anleihe sind die iBonds besser. Aber ich finde ,,es gibt noch Schlechteres" kein gutes Argument. Bei dem Spread ist das Risiko m.E. zu hoch. Nochmal: Nur weil die iBonds ihre Anleihen auslaufen lassen, sinkt das Risiko nicht. Man könnte genauso gut einen normalen Anleihenfonds nehmen. Das macht aber kein rationaler Anleger, weil er weiß, dass die Risiken zu hoch sind. Ich denke die feste Laufzeit gaukelt eine Scheinsicherheit vor, die es nicht gibt. Das wird im Fondsprospekt ausdrücklich erwähnt. Sollten wir in eine Krise wie 2008 rutschen, sacken die iBond-ETFs ziemlich sicher um 10-15% ab. Diese Risiken werden in den Unterlagen klar benannt. Ich glaube, dass Anleger diese Risiken bewusst ausblenden, weil der Fokus auf der festen Ablaufzeit liegt.

    Prinzipiell ist es ja auch gut gemeint, da IE-Fonds derzeit steuerlich besser sind, als LU-Fonds.

    War das bei Auflegung des LU-Fonds anders? Falls nein, warum wurde er dann in LU aufgelegt?

    So weit ich weiß, gilt diese Regelung seit 1998. Also fast 20 Jahre vor Fondsauflegung. Scheint ziemlich kompetent zu sein, diese Firma. Oder gibt es für den Anleger irgendwelche Vorteile?

    Kann es wirklich sein, dass Anleger 7 Mrd. Euro in einen steuerlich nachteiligen Fonds pumpen obwohl es Alternativen gab?

    Zweitens, wenn ich mir schon die Finanztip-Empfehlungen für dreijähriges Festgeld anschaue, bei denen ich aufgrund der Empfehlung noch eine gewisse Seriosität voraussetze, wird mir schon schwummrig. Einem einzelnen der genannten Institute würde ich weniger gerne Festgeld anvertrauen wollen als einem diversifizierten Korb unterschiedlicher Euro-Unternehmensanleihen im IG-Bereich. Zudem: 2,8 Prozent auf drei Jahre sind was anderes als 3 Prozent auf vier Jahre. Da darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber genau nachschauen sollte man schon.

    Die Effektivverzinsung des ibonds Dec28 liegt bei 2,86% vor Kosten. Also 2,74% nach TER. Zieht man davon noch die Handelskosten im Fonds und die letzten Monate in Staatsanleihen ab, kommen wir auf eine Rendite von 2,5-2,6%. Das ist weniger als Festgeld. Ob es dir bei der deutschen Einlagensicherung ,,schwummrig wird" ist irrelevant. Risiken sind quantifizierbar und die Risiken des Produkts ibonds stehen in keinem Verhältnis zur Rendite.

    Das Stressszenario bei den ibonds wird mit Minus 17,3% in einem Jahr und Minus 8,3% nach 4 Jahren angegeben.

    Ich wiederhole mich:

    • Unternehmensanleihen gehören nicht in den risikoarmen Teil des Portfolios.
    • Unternehmensanleihen haben nichts verloren bei kurzfristigen Finanzzielen.
    • Unternehmensanleihen haben eine Berechtigung im risikobehafteten Teil des Portfolios.

    Bei 4 Jahren bietet sich z.B. die WKN 110246 an. Rendite (vor Handelskosten) aktuell 2,07%. Renditeschwach, aber sicher.

    Das wäre eine sinnvolle Möglichkeit. Bei einer schwammigen Frist von 2-4 Jahren würde ich trotzdem zu Geldmarkt-ETFs tendieren. Beim TE mit seinen 20.000 Euro wäre bei einer festen Frist auch Festgeld eine Alternative. Das bringt gleich oder mehr Rendite als ein Anleihe-ETF und ist sicherer:

    Link Festgeldvergleich

    Zitat von Hornie

    Das sehe ich auch so.

    Bei 4 Jahren z.B. eine Bankanleihe wie die WKN HLB7BF, Rendite aktuell 2,98%.

    Sicherlich etwas risikoreicher, aber für mich sicher genug. Die Mehrrendite gleicht m.E. den Nachteil mehr als aus.

    Aber warum sollte man einer Bank unbesichert Geld leihen, wenn man innerhalb der staatlichen Einlagensicherung z.B. auf 3 Jahre 2,8% ohne Kosten bekommt (Festgeld)? Oder im Geldmarkt mit 2,5-2,6% flexibel bleibt?

    Zitat von Hornie

    Hier kommt als zusätzlicher Vorteil die Emittenten-Diversifizierung dazu. Nachteil sind zusätzliche Fondskosten und eine geringe Auswahl an passenden Ablaufdaten.

    Ein Problem bei den ibonds ist, dass dem Anleger eine Sicherheit durch das feste Ablaufdatum vorgegaukelt wird. Die gibt es nicht. In der Krise sackt der ETF 5-10% ab und dann kann man nur hoffen, dass kaum eine ausfällt. Unternehmen fallen nämlich meistens dann aus, wenn ihre Anleihen auslaufen. Das ist ein völlig unnötiges Risiko bei der geringen Rendite. Ich bin kein Anleihe-Gegner. Ich halte selbst sechsstellig den Fixed Income One. Aber das dient der Diversifikation im risikobehafteten Teil. Sowas hat nichts im risikoarmen Teil oder bei einem kurzfristigen Sparziel zu suchen. Da gibt es bessere Alternativen.

    Oh, YouTube-Videos zu iBonds muss ich mal anschauen, habe ich noch nie gemacht. Danke für den Tipp, mein Lieber.

    Noch faszinierender finde ich, dass Du anscheinend weißt, wie hoch ein Geldmarktfonds in sechs Monaten, in einem Jahr, in zwei, drei, vier Jahren verzinst.

    Verrätst Du uns hier, wie hoch so ein Geldmarktfonds künftig rentiert … und woher Du es weißt?

    Das spielt überhaupt keine Rolle. Ein Unternehmensanleihen-ETF mit dem Rating hat nichts in einem Zeitfenster von 2-4 Jahren verloren. Die strukturellen Schwächen der ibonds sind diesbezüglich nur ein negativer Bonus. Wenn du das mit deinem Geld machen willst, dann mach es. Aber bitte hör auf Anfänger so einen Mist zu empfehlen. Diese Diskussion ist hiermit beendet.

    PS: Einfach mal die Renditen von zeitlich ähnlich auslaufenden Bundesanleihen und einem Laufzeit-Unternehmensanleihen-ETF anschauen. Unternehmensanleihen sind nix, vor dem man Angst haben muss. ;)

    Sind sie auch nicht. Aber nicht auf 2-4 Jahre mit einem Spread zum Geldmarkt von nur 0,3%. Zumal die iBond-ETFs bereits lange vor Laufzeitende die U.Anleihen in Staatsanleihen umschichten. Um das zu verstehen muss man allerdings die Prospekte vernünftig durchlesen und nicht nur YouTube-Videos nachplappern.

    :*

    Auf gar keinen Fall. Würde mir in so einem Fall einen iBond-ETF auf Euro-Unternehmensanleihen mit passendem Ablaufdatum anschauen: deutlich sicherer, breit diversifiziert, Rendite absehbar.

    iBond-ETFs sind typische Marketing-Produkte, die das tiefe Bedürfnis der Privatanleger nach Planbarkeit bedienen. Meine Meinung: Völliger Unsinn. Die Effektivverzinsung liegt deutlich unter 3% vor Kosten, man holt sich 30% Banken-Anleihen ins Portfolio und geht deutlich mit dem Rating runter. Ein ETF mit Unternehmensanleihen eben. Aufgrund der festen Laufzeit ist die Auswahl an geeigneten Anleihen allerdings sehr eng. Das bedeutet immer Qualitätsverluste.

    Keine Ahnung wer sowas kauft. Wegen 0,2-0,3% mehr Rendite im Vergleich zu AAA Staatsanleihen geht man unverhältnismäßig hohe Risiken ein. Mein Rat: Finger weg!

    Für 2-4 Jahre gibt es neben Fest- und Tagesgeld nur eins: Geldmarkt oder kurzlaufende Staatsanleihen bester Bonität. Beispiele:

    Xtrackers II Germany Government Bond 0-1 UCITS ETF 1C | Xtrackers by DWS

    https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/251779/ishares-ebrexx-government-germany-0-1yr-ucits-etf-de-fund

    https://www.fondsweb.com/de/IE000MOGYP77

    Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF | LU0290358497 | DBX0AN | Finanzfluss
    Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF: Kurs-Chart, Kosten, Performance, Zusammensetzung & mehr! ISIN: LU0290358497 | WKN: DBX0AN
    www.finanzfluss.de

    gga333 Diese Meinung ist zwar nicht sehr beliebt in diesem Forum, aber ich möchte dir sagen wie ich es mache:

    Ich habe mich bewusst gegen neobroker entschieden, weil die teilweise ihre Prozesse noch nicht im Griff haben und es immer wieder Probleme zu geben scheint. Beim Service sowieso. Ich sehe auch keine Vorteile, da man ETFs auch bei anderen (Direkt-) Banken kostenlos besparen kann.

    • Fonds, wie den Fixed Income One, kaufe ich immer bei der Gesellschaft direkt. Das kostet nichts beim Kauf und Verkauf. Außerdem gibt es keinen Spread. Das geht bei neobrokern meines Wissens nicht.
    • Für den risikoarmen Teil nutze ich ebenfalls klassische Fonds mit sehr niedriger TER. Kostet wieder nichts beim Kauf und Verkauf. Außerdem gibt es keinen Spread.
    • Für den risikobehafteten Teil kaufe ich die großen Flagschiff-ETFs (z.B. von Vanguard) im Sparplan. Das kostet wieder nichts und die Spreads sind bei allen Banken und Brokern sehr eng. Die Verkaufskosten liegen in ferner Zukunft.

    Für mich gibt es keinen Grund neobroker zu nutzen.

    Andreas Beck hat mit seiner Index Capital vor einigen Jahren eine Untersuchung durchgeführt wie sich die TER auf die Performance auswirkt. Anscheinend ist herausgekommen, dass mittlerweile die meisten ETFs grundsätzlich so billig sind, dass man keine Unterschiede mehr feststellen kann. Das bedeutet, dass ein ETF mit TER 0,25% nicht unbedingt schlechter laufen muss als ein ETF mit 0,15%. Auch sehr langfristig. Die Vanguard-ETFs in Deutschland zum Beispiel laufen teilweise besser als der Index. Nach Kosten! Es spielt schlichtweg keine Rolle mehr. Ich würde deshalb auch nie einen ETF nach der TER auswählen oder gar umschichten, weil ein anderen minimal günstiger ist.

    Erstens hatte ich bei dem Test und seinen Fragen gar nicht das Gefühl, dass eruiert wird, wie viel Volatilität jemand aushält, sondern wie sehr er - salopp gesagt - Zocker-Persönlichkeit ist.

    Es geht um die ,,financial risk tolerance". Das bedeutet es geht um die Volatilität und wie viel man davon aushält. Übrigens geht es auch bei ,,Zocker-Persönlichkeit" um die Volatilität. Die Vola beim Roulette zum Beispiel ist ziemlich hoch.

    Zitat von WorriedDad

    Zweitens geht es in der üblichen Verwendung, wie viel Risiko jemand tragen kann, eben nicht um eine rationale Frage, sondern eine emotionale: Ab wann wird jemand unglücklich oder nervös oder neigt zu (schädlichen) Kurzschlussreaktionen? Und gerade die Schwankungen, wenn man von 500.000 Euro vielleicht mal 100.000 oder 200.000 weniger im Depot sieht, sind die belastenden, die zu sowas führen.

    Meine Erfahrung ist, dass emotionale Fragen immer dann in den Vordergrund rücken, wenn Wissen fehlt. Eine Fokussierung auf Volatilität als Hauptrisiko, obwohl man in einem ausfallsicheren Asset investiert ist und die Missachtung von anderen (deutlich wichtigeren) Risiken, ist einer der Hauptfehler, den Privatanleger machen. Die meisten Anleger müssten für große Krisen beten, weil sie nur dadurch ihre Rendite steigern können. Meistens machen sie das Gegenteil. Ja, das sind Emotionen. Aber die kann man mit Wissen und Erfahrung zumindest einigermaßen unter Kontrolle bekommen.

    Zitat von WorriedDad

    Ja, die Fragen sind sicher auch entscheidend wichtig, zielen bei der Bearbeitung der Frage, mit welcher Asset Allocation man sich aufstellt, aber in eine völlig andere Richtung. Sich nur auf die zu fokussieren, wäre unterkomplex.

    Das habe ich nie behauptet. Ich behaupte, dass fast ausschließlich Risiko mit Vola übersetzt wird und sich fast jede Anleger (Medien, Verwalter,....) auf dieses Thema fokussiert. Das ist kontraproduktiv und . . .unterkomplex.

    Zitat von WorriedDad

    Beide Richtungen und Dimensionen haben ihre Berechtigung und sind wichtig. Sie in Einklang zu bringen oder auszubalancieren, das ist die Herausforderung. Ich muss wissen, was ich rational brauche; ich muss aber auch wissen, welchen Weg ich emotional aushalte. Und wenn beides nicht zusammenpasst, muss ich halt entweder genügsamer oder robuster werden.

    Man kann aber auch an seinem mindset arbeiten. Emotionale Stabilität fällt ja nicht vom Himmel. Es hat schon einen Grund warum erfahrende Anleger anders agieren. Einfach nur zu sagen ,,ich bin halt so - also verdiene ich weniger" ist für mich nicht der richtige Weg.

    Dividenden hat doch fast jeder im Depot. Die einen sehen sie nur indirekt im Kursanstieg, die anderen via Ausschütter oder Einzelaktien direkt als Cash.

    In Krisenzeiten haben Ausschüttungen/Dividenden eine blutdrucksenkende Wirkung. Während der Jahre 2008 - 2011 (-38,2%, -11,6%, -2,3% und -2,4%%) konnte man mit Blick auf das ausschüttungsfreie Depot schon Beklemmungen bekommen. el cheffe fährt aber weiterhin dank seinem Depot in den Urlaub. ;)

    Die emotionalen Vorteile von Dividenden kann man nicht abstreiten. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass ein Dividendenfokus oder eine Dividendenstrategie risikoadjustiert sehr schlechte Strategien sind. Wie Religion. Selbstbetrug, der sich gut anfühlt - aber nicht den Tatsachen entspricht. Während der Finanzkrise haben Aktien mit hoher Dividendenrendite mehr nachgegeben als der breite Markt. Das würde ich nicht als blutdrucksenkend empfinden.

    Dividenden­strategien: Fakten und Fantasien – Gerd Kommer
    In diesem Artikel zeigen wir, dass Aktien mit hoher Dividende keine systematisch attraktive Risiko-Rendite-Kombination darstellen.
    gerd-kommer.de

    Einzelaktien, wir wissen auch das diese Einzelaktien auch im World ETF vertreten sind aber wir finden es gut das hier die Dividenden reinkommen und wir damit das Portfolio weiter erhöhen.

    Am Tag der Dividendenzahlung sinkt der Wert der Aktie exakt um den Wert der Ausschüttung. Eine Dividendenzahlung erhöht somit das Portfolio nicht ,,weiter".

    Dividenden sind Teil der Gesamtrendite. Grundsätzlich gilt: Je höher die Dividende, desto weniger risikoadjustierte Gesamtrendite.

    Das grundsätzliche Problem bei solchen Tests und der eigenen Risikotragfähigkeit ist, dass der Begriff ,,Risiko" immer mit ,,Volatilität" übersetzt wird. Man fokussiert sich auf die Frage wie viel Buchverluste man ,,aushalten kann". Das ist eigentlich völlig irrational.

    • Das höhere Risiko in Form von Volatilität ist der einzige Grund warum es überhaupt eine Equity Prämie gibt und sich Aktien real positiv rentieren
    • Breite ETFs sind ausfallsicher.
    • Risiken wie Inflation, Langlebigkeit, unzureichendes Vermögen im Alter, Länder-, Asset- und Währungsklumpen,... sind deutlich relevanter.

    Wir können uns als Fluchttier kaum vor diesen (irrationalen) Emotionen schützen. Trotzdem sollte man versuchen alle Risken zu beachten und sich in Krisen klarzumachen, dass es ohne diese Krisen keine real positive Rendite bei Aktien gäbe und damit der Grund sind, dass die wirklich wichtigen Risiken abgedeckt sind.

    Die Frage sollte nicht sein: ,,Wie viel temporäre Buchverluste halte ich aus?", sondern ,,Mit wie wenig Vermögen kann ich auskommen?" oder ,,Wie viel Inflation halte ich aus?"

    anscheinend bemerken auch andere die Renditeschwäche der Welt ETFs...

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    :D :D :D  :D

    Okay. Das ist das coolste Video, das ich seit langem gesehen habe. :D