Alles anzeigeneinfach nein....vielleicht verstehst Du es so:
Wie Du evtl. auch schon gelernt hast von Deinem so gerne zitierten Gerd Kommer (der nun wahrlich kein Immobilien"freund" ist), haben Immobilien selbst für Ihn das gleiche Risiko wie ein breit diversifizierter Aktien ETF (bzgl. Wertschwankung/Volatilität, sehe ich das deutlich positiver pro Immobilien, aber glauben wir mal dem guten Gerd)
Nehmen wir mal an, jemand hat sich sein Vermögen (in Summe 4 Mio) über ein breit div. Aktienportfolio aufgebaut und 90% = 3,6 Mio liegen (in Summe 4 Mio) darin. 10% (400k) liegen im cash bzw. in sicheren Geldanlagen.
1.Frage: ist das jetzt auch ein Klumpenrisiko weil 90% seiner Vermögenswerte in Aktien liegen? (GRV etc. jetzt mal außen vor)
Sagen wir, das ist auch ein Klumpenrisiko (weil ja gleich riskant wie die Immobilien lt Kommer) und der Aktien Anleger sieht das auch so und hat jetzt die Wahl:
Entweder er schichtet jetzt sofort um auf z.B. nur noch 30% ETF bzw. 1,2 Mio in Aktien und die anderen 2,4 Mio gehen in Immobilien und Gold und Anleihen und Rolex und was auch immer, muss dafür aber sofort 300k€ Steuern zahlen.
Oder er wartet weitere 5 Jahre und schichtet dann komplett steuerfrei um und spart sich die 300k€.
Du sagst also, der ETF Anleger muss jetzt sofort runter von den 90% weil das Klumpenrisiko der 90% breit gestreuten Aktien (haben lt Gerd ja gleiches Risiko wie Immobilien) und die 300k Steuern sind nachrangig. Merkst Du was?
Ich weiß schon was kommt: Für Dich sind die Immos ein anderes Klumpenrisiko als der ETF...für mich sind die Folgen die gleichen wenn das jeweilige Risiko eintritt. Ich habe sogar lieber 90% in Immos als 90% in Aktien, sehe aber trotzdem das Klumpenrisiko das ich mittelfristig reduzieren werde.
Auf der einen Seite hast du die Entscheidung getroffen dein Vermögen neu zu strukturieren, weil du erkannt hast, dass ein über 90%iger Anteil in einem engen Asset (+in einer Währung +in einer Stadt) ein erhöhtes (Klumpen-)Risiko darstellt. Auf der anderen Seite wartest du mit der Umstrukturierung aus steuerlichen Gründen, weil du denkst, dass dieses Risiko eigentlich ähnlich wie ein diversifiziertes Aktien-Portfolio sei. Das ist ein Widerspruch und ein ziemlich klarer Fall von confirmation bias.
Warum nicht einfach ehrlich sein? Du willst Steuern sparen und wettest darauf, dass sich das (Klumpen-) Risiko bis zum Eintritt der Steuerfreiheit nicht materialisiert. Das passt doch. Es gibt deutlich unsinnigere und kostspieligere Entscheidungen, die in diesem Land wegen der Steuer (oder Zulagen) getroffen wurden und werden, als die Spekulationsfrist auszusitzen. Wie gesagt: Ich würde es nicht machen. Du schon. Das ist doch völlig in Ordnung. Du musst weder mich noch sonst irgendjemanden hier von deinen Entscheidungen überzeugen.