Beiträge von 90 Prozent Aktien

    Nein, der verständige Leser würde erkennen, dass das eine triviale Erkenntnis ist, die niemanden etwas bringt außer eine vorzeitige Steuerpflicht.

    Vielleicht wäre es kein Fehler gewesen den Artikel zu lesen, wenn man ihn kritisieren möchte.

    Wenn das Geld nicht ausgeschüttet wird, ist es nicht weg, sondern es ist noch immer da.

    In dem Artikel geht es um den Vergleich von Aktien mit hoher und niedriger Ausschüttung. Es geht nicht um die Frage, ob das Geld geschenkt oder sonst was ist.

    Zum dritten Mal:

    Dividenden sind kein Zubrot!

    Das ist der Fehler.

    Das ist nicht Gegenstand des Artikels. Aber manche müssen nicht mal lesen, um zu wissen, was andere schreiben.

    Im Vermögensaufbau ist die Situation anders als in der Entnahme. Das zu vermischen ist schwierig.

    Es fehlen

    5. Mehr Liquidität zum Rebalancing

    6. Weniger Liquiditätsprobleme am Jahresanfang wegen Besteuerung der Vorabpauschale.

    zu 1) wäre mir egal aber es mag Leute geben, denen es hilft. Ausgesprochene Dividenden ETFs mit sehr hohen Ausschüttungen sind ein eigenes Thema und meiner Einschätzung nach nachteilig aufgrund der Aktienselektion. Moderate Dividendenfonds können dagegen auch Risiken reduzieren und damit dem Portfolio gut tun.

    zu 2) Der Rückblick zeigt, dass Ausschüttungen weniger stark schwanken als Kurse in Krisensituationen. Das mit der mangelnden Planbarkeit stimmt nur teilweise. In der Entnahme hat es sogar Vorteile, weil man dann automatisch weniger entnimmt, was man sonst über den Kopf steuern müsste.

    zu 3) Es spart nicht nur Verkaufskosten sondern auch damit verbundene Steuerzahlungen.

    zu 4) Ich kann nicht wirklich große Probleme erkennen. Wenn man zu wenig Ausschüttungen hat, kann man weiterhin Anteile verkaufen für den zusätzlichen Bedarf. Wenn man zu viele Ausschüttungen hat, gehen die ins Rebalancing. Genau passende Ausschüttungen kann man schwerlich planen aber sind auch nicht nötig.

    Wesentlich unter 50 % USA würde ich nicht runter gehen. Wenn ich heute ein jungfräuliches Depot einrichten wollte, würde ich über die folgenden Aufteilungen nachdenken

    Gegenvorschlag 1
    20 % S&P 500 Equal Weight
    30 % S&P 500
    35 % MSCI ex USA
    15 % MSCI EM oder MSCI EM IMI

    Gegenvorschlag 2
    60 % MSCI ACWI IMI
    30 % Invesco RAFI 3000 / Kommer ETF
    5 % MSCI ex USA
    5 % MSCI EM ex China

    Gegenvorschlag 3
    80 % MSCI ACWI IMI
    10 % MSCI ex USA
    10 % MSCI EM ex China

    Gegenvorschlag 4
    90 % MSCI ACWI IMI
    5 % MSCI ex USA
    5 % MSCI EM ex China

    Gegenvorschlag 5
    20 % S&P 500 Equal Weight
    25 % S&P 500
    30 % MSCI ex USA
    10 % MSCI World Small Cap
    15 % MSCI EM IMI

    usw.

    Laut Internet soll es 470 sparplanfähige ETFs geben bei der Postbank. Davon sind einige aber Anleihen oder Mischfonds. Mir wäre die Auswahl auch etwas klein.

    Welchen ETF wolltest Du besparen und hast Du geprüft ob er zu den 470 ETFs gehört?

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    Da gehen aber nicht selten noch weitere Beträge ab wie beispielsweise haushaltsnahe Dienstleistungen und Teile von Handwerkerrechnungen. Mit wachsendem Alter kommt auch einiges an Gesundheitsausgaben zusammen. Bei mir kommen noch Spenden dazu und eine Schwerbehinderung und der kleiner werdende Altersentlastungsbetrag. Das kann sich schon noch läppern. auch wenn man 2.500 Euro Bruttorente hat.

    Der Rechner sieht tatsächlich ganz fein aus, aber er scheint die Schwerbehinderung nicht zu berücksichtigen obwohl abgefragt.

    Davon abgesehen liegt die Durchschnittsrente deutlich unter 2.000 Euro pro Monat.

    Kurzfristige Stabilität im Portfolio ist ja auch ehrlich nur mentale Beruhigung.

    Das ist in der Entnahmephase ein klarer Irrtum. Es gibt Untersuchungen, die nachgewiesen haben, dass eine hohe Volatilität im Depot das SORR deutlich erhöht. Sprich ein weniger volatiles Depot führt in Krisen seltener zu vorzeitigen Kapitalverzehr. Es geht hier keineswegs nur um den gesunden Nachtschlaf oder die Aktivierung des Belohnungssystems.

    Finanziell sollte das Thema sicher machbar sein. Vielleicht noch ein oder zwei Jahre EK erhöhen und sollte das klappen. Die Frage ist mehr, ob es Sinn für Euch macht. Wichtige Fragen in dem Zusammenhang sind (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

    • Wollen wir die nächsten 20/30 Jahre hier leben?
    • Wie wichtig ist es für Euch, ein unkündbares Nest aufzubauen?
    • Bekommen wir zusätzlich zur Immobilie noch eine Altersvorsorge hin?
    • Kann das Thema Kinderunterhalt die finanzielle Planung gefährden?
    • Schränkt uns die Immobilie bei der Gestaltung unseres Lebensplans ein?

    Grundsätzlich sehe ich wenig Probleme, bei Eurem Einkommen eine schöne Wohnung mieten oder kaufen zu können. Ihr habt hier denke ich wirklich die freie Wahl und solltet versuchen Eure Prioritäten zu sortieren.

    Unabhängig davon solltet ihr schauen, wo aktuell bei Euch das Geld hingeht und was eine realistische Sparrate ist.

    Beim Investmentsteuergesetz könnte man sicher nachbessern. Eine spätere Abbuchung mit Vorankündigung wäre sicher eine Möglichkeit. Je nachdem was man sonst noch an steuerpflichtigen Erträgen hat bis zu dem Moment belasten dann allerdings den Pauschbetrag und man muss für den spätere Zahltag möglicherweise mehr Cash vorhalten als zu Anfang Januar.

    Mehr stört mich persönlich die mangelnde Transparenz der Abrechnungen, bzw. das teilweise völlige Fehlen. Bei meiner Bank bekomme ich grundsätzlich keine Abrechnungen, wenn es nicht zu einer Steuerzahlung kommt und dann ist immer noch völlig intransparent, wie hoch die Vorabpauschale im jeweiligen Jahr ist. Die Daten liegen bei den Banken vor, man müsste sie nur verpflichten sie auch transparent darzustellen. Ein paar ganz wenige Banken (Flatex?) machen das sogar freiwillig. Von den Anlegern zu verlangen, dass sie Unterlagen für mehrere Jahrzehnte vorhalten ist einfach zu viel und im Erbfall wird das praktisch unmöglich.

    Aber statt hier einfach nur zu weinen, sollten wir vielleicht alle mal unseren Abgeordneten kontaktieren und für das Thema sensibilisieren.

    VORSICHT!!

    Zur Vermeidung einer teuren Pauschalbesteuerung muss man in Österreich darauf achten, dass es sich um Meldefonds handelt. In dem Zusammenhang wird oft von "steuereinfach" gesprochen. Ob die Lifestrategy diese Anforderung erfüllen, kann ich nicht sagen. Angeblich kann man es auf dieser Seite nachschauen mit der ISIN

    OeKB Kundenportal | Kapitalmarkt Services

    Zudem muss man bei einem inländischen Broker anlegen, der die steuerlichen Dinge ordentlich abwickelt. Nicht bei allen Onlinebrokern funktioniert das ordentlich.

    Cashpuffer von gut/rund 20% des Portfolios, dann wären 3 Jahre "sichere Entnahme".
    Aber nur wenn sich der Markt nicht mit 7% entwickelt, zusätzliche Entnahme aus dem Puffer.
    Puffer wird im Laufe der Jahre verbraucht und NICHT wieder aufgefüllt.
    Und danach dynamische Entnahmeraten: jedes Jahr 7% des zur verfügung stehenden Portfolios.
    Also jedes Jahr neu rechnen.
    Wäre auch eine Grundeinstellung. Warum nicht?8)

    Ich hoffe Du hast noch ein paar Jahre bevor Du damit startest. Dein Vorschlag ist zu pauschal und selbst im Standardfall eher nicht optimal. Bei einer 7 % Entnahme wird das Restkapital kaum 30 Jahre durchhalten. Aber vielleicht willst Du ja erst mit 75 in Rente gehen. Dann könnte es gut hinkommen.

    Ich weiß es kribbelt in den Fingern. Ich bin auch nicht dagegen, dass Du kleinere Übungsbeträge investierst auch um den Umgang mit Brokern kennenzulernen. Völlig unkritisch sind Aktivitäten im Bereich liquider risikoarmer Anlagen. Aber für den hoffentlich langfristigen Plan solltest Du unbedingt noch eine bessere Wissensbasis schaffen und Dich nicht jetzt bereits auf irgendwelche Produkte festlegen. Spätere Änderungen der Struktur sind mit Kosten verbunden.

    Wenn Deine Frau ebenfalls keinen Draht zu Finanzen hat, ist eine einfache Depotgestaltung noch wichtiger. Wie Du völlig richtig festgestellt hast, ist der LS40 gegenüber dem LS60 nachteilig wegen der schlechteren steuerlichen Stellung. Sofern Du Dich für so ein Mischprodukt entscheidest, kannst Du das Gesamtrisiko durch Ergänzung mit risikoarmen Anlagen (Tagesgeld, Geldmarktfonds etc.) in der Gesamtheit auf das gewünschte Niveau drücken. Bei den risikoarmen Anlagen gibt es keine Teilfreistellung.

    Deine Tabelle ist der Versuch Rendite und Risiko gegenüber zu stellen. Das ist ein guter Weg. Bedenke aber, dass wir seit 2009 eine "Schönwetterperiode" an der Börse hatten. Das kann auch mal deutlich unfreundlicher zugehen und der beobachtete maximale Verlust von 15 % beim LS60 kann sich in solchen Phasen gut verdoppeln.

    Ein anderer Punkt ist es, nicht nur auf die vergangene Rendite zu schauen. Keiner weiß welche Region/Branche etc. in Zukunft gut performen wird. Es gilt allgemein als solide, das Risiko zu streuen. D.h. lieber die ganze Welt kaufen, als auf einzelne Regionen oder Themen zu wetten. Das gilt umso mehr, desto weniger Ahnung man von der Materie hat. Die Rendite setzt sich am Ende aus Ausschüttung + Kursentwicklung abzüglich Steuern zusammen.

    darf ich fragen warum? Ich kann ja bei Bedarf Anteile verkaufen...

    Wie bereits häufiger hier diskutiert. Du zahlst bei Thesaurierern Steuern auf die Vorabpauschale und Steuern auf die Gewinnanteile beim Verkauf. Damit zahlst Du in normalen Jahren mehr Steuern als bei einer Ausschüttung. Dabei ist noch nicht mal berücksichtigt, dass die Besteuerung der Vorabpauschale zusätzlich zum Kapitalabfluss führt, wofür Du möglicherweise noch weitere Anteile verkaufen musst.