Ich habe nun nur einen Teil der Kommentare gelesen. Möchte aber meine Meinung mal mitteilen, auch wenn ich nicht die Meinung der Mehrheit hier im Board vertrete.
In Zeiten der klammen Krankenkassen- und Pflegekassen-Finanzen halte ich eigentlich den Vorschlag, dass ALLE Einkunftsarten verbeitragt werden, für sinnvoll und gerecht. Denn warum soll ein vollzeitbeschäftigter Arbeiter höhere GKV-/SPV-Beiträge zahlen als jemand, der reich geerbt hat und in erster Linie von den Kapitaleinkünften aus seinem Vermögen lebt. Meiner Meinung nach sollten bei der Verbeitragung alle Einkunftsarten gleichgestellt werden, also z. B. Gehalt/Lohn, Renten, Zinsen und andere Kapitaleinkünfte, Mieteinnahmen und sonstige Spekulationsgewinne. Niemandem wird dadurch etwas von dem Kapital (Finanz- oder Humankapital) genommen, das man investiert hat. Aber jedem wird ein bestimmter Prozentsatz aus den generierten Erträgen genommen.
Und bevor ich nun eine Diskussionswelle anstoße: Ja, mir ist klar, dass es Menschen gibt, die seit Jahrzehnten fürs Alter vorsorgen, indem sie sicherstellen, dass sie im Alter über Mieteinnahmen und/oder Kapitaleinkünfte ihren Lebensunterhalt bestreiten können (z. B. Selbständige). Mir ist auch klar, dass es genügend Menschen gibt, deren Rentenansprüche so gering sind, dass sie sich nebenbei etwas aufbauen mussten (z. B. ETF-Depot). Hier sollten dann irgendwelche Lösungen (z. B. angemessene Freibeträge) geschaffen werden, dass die Einschnitte für diese Personen nicht zu groß sind.
Ziel sollte sein, dass die Beitragssätze noch vor dem Zuschlagen des demographischen Effekts stabilisiert werden. Denn sollten die Beitragssätze weiter steigen, wird das gerade den Geringverdienern und älteren Personen mit geringer Rente immer mehr weh tun.
Leider erschwert es das Nebeneinander von PKV und GKV auch, dass manche vielleicht guten Vorschläge für die Einnahmenseite erst gar nicht auf den Tisch kommen oder bis zum Ende gedacht werden. Hätten wir ein einheitliches Gesundheitssystem, dann würde meiner Meinung auch nichts dagegen sprechen, dass die BBG abgeschafft wird.
Und ja, in unserem Gesundheitssystem sollte man vor allem auch auf der Ausgabenseite Verbesserungen schaffen. Unser Gesundheitssystem ist ineffizient (teilweise Überversorgung, hoher Verwaltungsaufwand auch durch PKV-/GKV-Strukturen, fehlende Digitalisierung, fehlende Präventionsmaßnahmen) und das drittteuerste (nach USA und Kanada) auf der Welt.
Meiner Meinung nach sollten auf beiden Seiten Verbesserungen eingeführt werden: auf der Eingaben- und Ausgabenseite.