Same_but_different
Du sagst, ihr beide habt ein ähnliches Gehalt, wenn beide Vollzeit arbeiten. Wegen der Kinder hast du in der Ehe zurückgesteckt und nur Teilzeit gearbeitet und Elternzeit genommen.
Wie war in dieser Zeit die Aufteilung des gesamten Monatseinkommens in mein, dein, unser? Hattest du auf genauso viel Geld zur freien Verfügung wie er? Oder habt ihr beide gleich viel auf das Gemeinschaftskonto eingezahlt (wie vor den Kindern), sodass ihm deutlich mehr Geld blieb zum Sparen/Investieren?
Mein größer Fehler war, dass ich mein Geld lange nicht investiert hatte. Erst seit 5 Jahren kümmere ich mich darum. Rund 20 Prozent meines Vermögens ist Rendite. Ich hatte in den ersten Jahren der Ehe aber auch kaum etwas sparen können durch Elternzeit/Teilzeit und damals noch niedriges Gehalt. Es war so wenig, dass ich mich nicht getraut hatte, es anzulegen. Im Nachhinein hätte ich viel mutiger sein sollen.
Auf der anderen Seite hatte mein Mann auch viel früher und mehr zur Seite legen können und hatte damit auch genügend "Spielgeld", um mutiger zu sein. Finde ich.
Fair wäre eine Aufteilung, die beiden gleich viel Geld zugesteht. Irgendwie muss die unbezahlte Carearbeit erledigt werden. Wenn du das nicht übernommen hättest, hätte auch er beruflich zurückstecken müssen. Falls er damals meinte: Das habe ich mir erarbeitet, also gehört es mir (und nicht uns), ist diese Einstellung zutiefst unfair.
Es sind EURE Kinder, die dadurch entstehenden Belastungen solltet ihr gemeinsam ZU GLEICHEN TEILEN tragen.
Zusätzlich sind dir durch deinen Verdienstverzicht auch Reduzierungen bei den Rentenansprüchen entstanden. Auch hier hätte Ausgleich stattfinden sollen, z.B. dir ermöglichen stattdessen mehr privat vorzusorgen. Bei einer Scheidung soll dies durch die Umverteilung der Rentenpunkte berücksichtigt werden.
Meine (weibliche) Meinung, mit Familie, ohne Scheidungserfahrung:
Wenn nicht grundsätzlich unterschiedliche Meinungen bezüglich Sparen/Investieren vs. Konsum bestehen, sind die bestehenden gesetzlichen Regeln fair, gerade für Familien mit Kindern. Denn sie gleichen die Nachteile aus, die durch Kindererziehung, unbezahlte Carearbeit, Teilzeit etc. entstehen. Lass dir nichts anderes einreden.
Kämpfe für deine Rechte, für deinen Anteil des Zugewinns und für deinen Anteil an den Rentenpunkten. Du hast durch deine Carearbeit (und den Job) einen ebenso wichtigen Beitrag zum ehelichen Vermögen geleistet wie dein Mann durch seinen Job.
Lass dich nicht erpressen und die Kinder als Druckmittel missbrauchen. Dein Entgegenkommen wird nie groß genug sein, wird nicht zu "Frieden" und "Trennung in Freundschaft" führen. Er wird immer noch verletzt sein, nur ggf. das Gefühl haben, dass er sich rächen konnte für die Trennung.
Deine Kinder sind alt genug, haben vielleicht selbst schon mal Liebeskummer gehabt. So können sie vielleicht schon nachvollziehen, wieso ihr zur Zeit nur schwer miteinander reden könnt und ggf. schlecht über den anderen redet. Schwer ist es für die Kinder sicher trotzdem, aber vielleicht sind sie weniger empfänglich für Manipulationsversuche und Stimmungsmache.