Beiträge von Evaluise

    Du sagst, dass Du aus der Smartvermögen-Geschichte wieder rauskommst: dann geh raus. Und lass Dir von der Sparkasse nix erzählen von wegen Steuern sparen ... ich hab's nicht ausgerechnet, aber wenn 1.700,- monatlich netto rauskommen, sind Steuern für Dich eher nicht so'n riesiges Problem.

    Bei - jetzt bitte nicht beleidigt sein, ich weiß: wir haben alle mal angefangen - der Größe Deines Vermögens brauchst Du bis auf weiteres keine Diversifizierung beim ETF (ich schließe mich Tomarcy an: das Problem, sofern es überhaupt eins ist, kannst Du angehen, wenn das Depot sechsstellig ist) und schon gar nicht die ach so professionelle und auch so smarte Vermögensverwaltung, die Dir von der Sparkasse angedreht worden ist. Mag sein, dass sowas für Leute nützlich ist, die einen tollen Betrag erben, aber in puncto Finanzen nie übers Postsparbuch rausgekommen sind und sich vor allem anderen eher gruseln, aber in der Situation bist Du ja nicht.

    etf vanguard ftse all world habe ich gekauft

    Ist schonmal nicht falsch.

    Zur Zeit hast Du 5.000 + 2.000 = 7.000, die kurzfristig flüssigzumachen sind. Reicht Dir das als Notgroschen? Falls nein (würde Dein Vater auch evtl. notwendige Reparaturen übernehmen, wenn sowas anfällt?), würde ich hier erstmal aufstocken.

    Wie wird das Tagesgeld verzinst? Vermutlich lausig, wenn es bei der Sparkasse liegt. Evtl. woandershin wechseln?

    Wenn Dir die 7.000 als Notgroschen schon reichen: Sparplan auf den gewählten Vanguard-ETF laufen lassen und ggf. Nerven behalten.

    Kommst Du aus der Smartvermögen-Geschichte ohne Verlust wieder raus?

    Der Grundbucheintrag stimmt doch gar nicht mehr.

    Stimmt, aber wenn das Haus schnell verkauft wird, kann man sich die Umschreibung sparen und quasi direkt von der Verstorbenen auf die Käuferin umschreiben. Die entsprechende Vorschrift legt zwar nicht fest, was als schnell gilt, aber beim zuständigen Grundbuchamt sagte man mir, das sehe man nicht eng.

    Ich bin eine von drei ErbInnen, aber es war von vornherein klar, dass die Bürokratie auf mir hängenbleiben würde, so dass ich auch diejenige bin, die von vornherein mit Vollmachten ausgestattet war. Bloß ist eben keine davon notariell.

    => Hans 2204 bzw. Naseweis:

    Überraschenderweise sah der Notar da kein Problem; ihm reichte eine Kopie des Berliner, also gemeinschaftlichen Testaments, wie es 2006 eröffnet wurde. Hat mich auch gewundert.

    General- und Vorsorgevollmacht ist vorhanden, leider aber nicht notariell, obwohl ich wg. Immobilie mehrfach drum gebeten hatte. Die Verstorbene hat sich aber weiß der Geier wo informiert und meinte hartnäckig, das sei nicht nötig. Erst kurz vor ihrem Tod stimmte sie zu, doch mal zum Notariat zu gehen ... aber kurz darauf war's zu spät.

    Der Bevollmächtigte kann aber weiterhin mit seiner eigenen Karte und seinem eigenen online Zugang über das Konto verfügen, denn die Vollmachten bei den Banken gelten über den Tod des Kontoinhabers hinaus.

    Hab ich auch gedacht, bei der ING gibt es eben keinen eigenen online-Zugang für Bevollmächtigte! Laut einem Telefonat im letzten Jahr wird drüber nachgedacht, das vielleicht im Laufe des Jahres 2026 zu ändern, aber das nützte mir damals nichts.

    Immerhin scheint hier einhellige Meinung zu sein, dass die Trödelei des Nachlassgerichts in puncto erneute Testamentseröffnung nichts mit der fehlenden Todesfallmeldung bei der Bank zu tun hat => mir ist jetzt schon ein bisschen wohler und ich danke Euch allen. Ich bin nämlich inzwischen schon in der Phase, in der ich nachts öfter aufwache und denke "auweia, hab ich jetzt alles verbockt?"

    Sind hier Banker oder Leute, die sich mit Nachlassgerichten auskennen? Folgendes Problem:

    Nach einem Todesfall in der Familie habe ich den Tod zwar dem Nachlassgericht, nicht aber der Bank gemeldet, bei dem die Verstorbene Konten & Depot hatte, nämlich der ING. Da die beiden anderen Erben es so gar nicht mit Bürokratie haben, haben sie mich zur Vertretung der Erbengemeinschaft bevollmächtigt - und ich hab mit sowas bisher so gar keine Übung.

    Zwar habe ich schon lange eine Vollmacht für die Konten, aber die ING gibt Bevollmächtigten bisher keinen eigenen Onlinezugriff, so dass die Vollmacht eher nutzlos ist. Nach Meldung des Todesfalls würde das Konto gesperrt, so dass zwar noch Lastschriften möglich sind, aber keine Überweisungen mehr. Es waren aber noch Arzt-, Krankenhaus- und Handwerkerrechnungen zu erwarten und es sind auch noch weiter Überweisungen nötig, die mit dem Haus und der Eigentumswohnung der Verstorbenen zusammenhängen. Also nutze ich zur Zeit den mir glücklicherweise bekannten Onlinezugang der Verstorbenen.

    Nun kommt aber das Nachlassgericht nicht in die Gänge - nach einem Fragebogen, in dem nach der Zusammensetzung und dem geschätzten Wert des Erbes gefragt wurde und den ich postwendend beantwortet habe, kommt jetzt schon seit Monaten nichts mehr. Uns pressiert es jetzt aber doch, weil das Haus inzwischen verkauft ist, die Käuferin schnell einziehen bzw. umbauen will, der Kaufvertrag aber erst wirksam werden kann, wenn das Testament eröffnet ist; es ist ein sog. Berliner Testament, das erstmals vor fast 20 Jahren nach dem Tod des Ehemannes eröffnet und seitdem nicht verändert wurde.

    Kann die Verzögerung damit zusammenhängen, dass ich den Todesfall der Bank nicht gemeldet habe?

    Und wer einen Crash Puffer anlegt, sollte sich vorher Gedanken darüber machen, unter welchen Umständen er den angeht und wann er den wieder auffüllt. Eine einzelne Zahl wie 40%, 90% oder 60 Monate sagt gar nichts

    Och ich finde, 60 Monate sagt schon was, und naheliegenderweise nehm ich da was raus, wenn ich's brauche (und das wird meistens nicht so viel sein, wie ich als monatliche Rentenlücke großzügig geschätzt habe), und fülle den Puffer wieder auf, wenn's am Aktienmarkt gut gelaufen ist und ich Gewinne abschöpfen oder Nichtsogutgelaufenes verkaufen kann.

    40 % oder 90 % oder wasweißichwieviel % sagen dagegen tatsächlich nix: Wenn ich nur das Verfügbare angucke, liegt die Aktienquote vielleicht bei 50 %. Wenn ich Rentenansprüche mit reinrechne, liegt der Anteil sehr viel niedriger. Rechne ich das Grundstück mit Haus im Speckgürtel rein, sinkt der Prozentsatz weiter. Wenn's mich interessieren würde, könnte ich auch noch alles dazurechnen, was sich im Notfall zu Geld machen ließe.

    Das Schöne an meiner Berechnungsweise ist aber, dass ich mir die ganze kunstvolle Rumrechnerei sparen und es mir egal sein kann, welcher Prozentsatz von was in welchem wie auch immer berechneten Vermögen steckt. Wüsste ich es, machte mich das weder reicher noch klüger, also was soll's?!

    Willst du dabei noch eventuelle Ansprüche mit einrechnen...sei es jetzt als Barwert oder als Cashflow?

    Brauch ich doch gar nicht so kompliziert zu machen ... ich rechne großzügig kalkulierte Rentenlücke mal 60 Monate plus 20 % für shit happens und lege das "sicher" an. Der Rest geht hauptsächlich in ETFs - zugegebenermaßen mit der Spekulation, dass der nächste Crash sich innerhalb von fünf Jahren wieder erholt. Tut er das nicht, muss ich halt die ETFs anknabbern, aber auf Null werden die auch nicht gefallen sein.

    Aber wenn Du zum Kauf egal welchen Autos das Ersparte anknabberst, könnten Überschüsse wieder ins Ersparte fließen statt als Sonderzahlung an die ING. Dann wäre das Problem, dass Du nicht so gerne ans Sparguthaben gehst, vermutlich auch bald behoben.


    Hälfte defensiver Mischfonds (z.B. Vanguard Lifestrategy 40)
    Hälfte Tagesgeld

    So würde ich es machen, wenn auch mit leichten Variationen: Mutigerweise Vanguard Lifestrategy 60 (oder gar 80), also mit höherem Aktienanteil. Und von der anderen Hälfte würde ich 25.000 im Tagesgeld lassen als shit-happens-Bunker und die restlichen 75.000 in einer Festgeldleiter so anlegen, dass monatlich 2.000 frei werden (viele Banken erlauben Festgeld allerdings erst ab 5.000 - na schön, dann sollen eben quartalsweise 6.000 frei werden). Wenn Du davon was brauchst, nimmst Du es, wenn Du's nicht brauchst, legst Du es wieder fest.

    Und verschenken würde ich gar nichts. Wenn die Gesundheit mal nicht mehr mitspielt und Du für alles mögliche, was Du bisher locker alleine erledigst, Unterstützung brauchst, wirst Du das Geld brauchen.

    Die Maklerin sagt sie erhalte noch eine Information über die Höhe der IH-Rücklage. Zu den Sanierungsmaßnahmen gäbe es keine fundierten Informationen von der Hausverwaltung.

    Scheint mir keine sonderlich kompetente Hausverwaltung zu sein - wenn da nichts kommt, lass besser die Finger weg. Meine Mutter hatte solch eine Eigentumswohnung in einem Gebäude mit Hausverwaltung, die sich kaum gekümmert hat. Was da an Sonderzahlungen anfiel, als dann endlich eine andere Hausverwaltung beauftragt wurde ... jahrelanges Verlustgeschäft.

    Jedenfalls bin ich dankbar für diesen Thread! Ich hatte den Artikel nämlich auch gelesen und fand ihn zunächst plausibel, hatte allerdings schon das Gefühl, dass da irgendwas nicht hinhauen kann. Klarer Denkfehler: Wenn der MSCI oder welcher Index auch immer um 20 % sinkt, ist ja (glücklicherweise) kein Verlass drauf, dass er noch weiter sinkt und man dann günstig zurückkaufen kann.