ATH - was nun?

  • Ist ja spannend, offenbar gibt es doch relativ viele Leute hier, die nach der Safe-Asset-Floor Methode investieren, statt eine fixe Quote zu haben. Ich unterstelle mal, dass viele auch erst im Laufe eines Investorenlebens auf diese Idee kamen und nicht schon vor 10 oder 20 Jahren, so dass sicherlich ausreichend Vermögen vorhanden war, um den Safe Asset Teil gleich ausreichend hoch aufzufüllen.

    Aber was würdet ihr denn einem kompletten Neueinsteiger empfehlen? Ich nehme an, dass doch wahrscheinlich zuerst der Safe Asset Teil aufgefüllt werden soll (daher ja auch "safe", da man ja nicht weiß, wann man das Geld wirklich braucht. Wenn man aber ggf. da von mehreren Monatsgehältern, ggf. sogar 1-2 Jahresgehältern ausgeht, spart man ja jahrelang in einen Geldmarkt-ETF ohne jegliche Rendite und lässt die gewinnbringenden Aktien aussen vor. Was macht ihr also in so einer Situation?

  • Ist ja spannend, offenbar gibt es doch relativ viele Leute hier, die nach der Safe-Asset-Floor Methode investieren, statt eine fixe Quote zu haben ... Wenn man aber ggf. da von mehreren Monatsgehältern, ggf. sogar 1-2 Jahresgehältern ausgeht, spart man ja jahrelang in einen Geldmarkt-ETF ohne jegliche Rendite und lässt die gewinnbringenden Aktien aussen vor. Was macht ihr also in so einer Situation?

    Wie meistens, wenn ich mich so gar nicht entscheiden kann, aber endlich aus dem Quark kommen will: halbe/halbe.

  • Aber was würdet ihr denn einem kompletten Neueinsteiger empfehlen? Ich nehme an, dass doch wahrscheinlich zuerst der Safe Asset Teil aufgefüllt werden soll (daher ja auch "safe", da man ja nicht weiß, wann man das Geld wirklich braucht. Wenn man aber ggf. da von mehreren Monatsgehältern, ggf. sogar 1-2 Jahresgehältern ausgeht, spart man ja jahrelang in einen Geldmarkt-ETF ohne jegliche Rendite und lässt die gewinnbringenden Aktien aussen vor. Was macht ihr also in so einer Situation?

    Meine persönliche Empfehlung an Neueinsteiger: erst mal den Notgroschen füllen. Dann je nach Risikoneigung in Risikoarm/Risikoreich investieren, das kann auch 100/0 sein. Immer mal wieder die Riskoneigung überprüfen und den Notgroschen entsprechend dem Lebensstandard anpassen. Und ehe man sich versieht, ist aus dem Notgroschen ein ausgewachsener Safe-Asset-Floor geworden.

    • Hilfreichste Antwort

    Bei mir war/ist es so:

    Bis zum erreichen des SAF* prozentual nach Risiko Affinität ansparen. Danach bis auf Inflationsausgleich zu 100% in Aktien.

    Inflationsausgleich geht fast automatisch über thesauriesrenden GMF.

    Das reduziert das rebalancing auf ein minimum bzw auf die World/EM Ziel-Verteilung

    *sehr individuell, für mich liegt er bei 2x Jahres Fixkosten.

  • Ist ja spannend, offenbar gibt es doch relativ viele Leute hier, die nach der Safe-Asset-Floor Methode investieren, statt eine fixe Quote zu haben. Ich unterstelle mal, dass viele auch erst im Laufe eines Investorenlebens auf diese Idee kamen und nicht schon vor 10 oder 20 Jahren, so dass sicherlich ausreichend Vermögen vorhanden war, um den Safe Asset Teil gleich ausreichend hoch aufzufüllen.

    Aber was würdet ihr denn einem kompletten Neueinsteiger empfehlen? Ich nehme an, dass doch wahrscheinlich zuerst der Safe Asset Teil aufgefüllt werden soll (daher ja auch "safe", da man ja nicht weiß, wann man das Geld wirklich braucht. Wenn man aber ggf. da von mehreren Monatsgehältern, ggf. sogar 1-2 Jahresgehältern ausgeht, spart man ja jahrelang in einen Geldmarkt-ETF ohne jegliche Rendite und lässt die gewinnbringenden Aktien aussen vor. Was macht ihr also in so einer Situation?

    ich bin da relativ einfach gestrickt. Ein "Notgroschen" von aktuell 4 Netto-Monatsgehältern auf einem Tagesgeld-Konto ("Notgroschen"), das Giro-Konto nach dem Gehaltseingang soweit gefüllt lassen, dass man seine Monatsausgaben gut bewältigen kann plus kleiner Puffer, der Rest geht ins Depot (ETFs). Als Mieter mit vergleichsweise sicherem Job funktioniert das sicherlich ganz gut. Würde ich auch "Neueinsteigern" empfehlen. Also erst Notgroschen aufbauen ("1-2 Jahresgehälter" braucht es dafür definitiv nicht), dann investieren, je nach Risikotragfähigkeit.

  • Aber was würdet ihr denn einem kompletten Neueinsteiger empfehlen? Ich nehme an, dass doch wahrscheinlich zuerst der Safe Asset Teil aufgefüllt werden soll (daher ja auch "safe", da man ja nicht weiß, wann man das Geld wirklich braucht. Wenn man aber ggf. da von mehreren Monatsgehältern, ggf. sogar 1-2 Jahresgehältern ausgeht, spart man ja jahrelang in einen Geldmarkt-ETF ohne jegliche Rendite und lässt die gewinnbringenden Aktien aussen vor. Was macht ihr also in so einer Situation?

    Ich sehe es so wie fabioso beschrieben hat.

    Es kommt auch darauf an welchen Liquiditäts-Bedarf du in der jeweiligen Lebensphase für die nächsten wenigen Jahre hast. Und ob du noch in der Vermögensaufbau- oder bereits Entnahmephase bist. Die Idee dahinter ist, alles was nicht benötigt wird vollständig in Aktien zu investieren und nur den kurzfristigen Bedarf in sicheren und liquiden Anlagen wie Tagesgeld oder Kurzläufer-Anleihen. Such dazu gerne mal nach dem Stichwort "Cederburg-Studie".

    Vielleicht hilft dir auch dieses Video:

    Anleihen - Sicherheit oder Renditefresser?

    Der relevante Teil ab Minute 20:25

  • Ist ja spannend, offenbar gibt es doch relativ viele Leute hier, die nach der Safe-Asset-Floor Methode investieren, statt eine fixe Quote zu haben. Ich unterstelle mal, dass viele auch erst im Laufe eines Investorenlebens auf diese Idee kamen und nicht schon vor 10 oder 20 Jahren, so dass sicherlich ausreichend Vermögen vorhanden war, um den Safe Asset Teil gleich ausreichend hoch aufzufüllen.

    Vor 6 Jahren ☺️

  • Danke für die spannende Diskussion. Ich bin auch schon seit paar Jahren dabei, noch ca. 10 bis 15 Jahre in der Aufbauphase, bislang mit einem festen 60/40 Depot. Bin jetzt auch ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht auf die SAF Variante umbauen sollte, da bin ich in der angestrebten Höhe aber auch eher bei einem Jahresgehalt - nicht zuletzt auch um die Depotschwankungen etwas zu minimieren. 100% Aktien halte ich nicht aus :)

  • Wir sind doch alle auf der Reise, nach einem ATH kommt wieder ein Dip oder low um dann wieder auf dem Weg der weltweiten Entwicklung und Entdeckungen, die wir uns heute vielleicht noch nicht vorstellen können, weiter zu wachsen.

    Insofern: unter der Annahme, dass der Zenit erreicht ist, würde ich von einem ATH sprechen. Ich hoffe und bin sicher, dass das noch nicht erreicht ist…

  • Danke für die spannende Diskussion. Ich bin auch schon seit paar Jahren dabei, noch ca. 10 bis 15 Jahre in der Aufbauphase, bislang mit einem festen 60/40 Depot. Bin jetzt auch ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht auf die SAF Variante umbauen sollte, da bin ich in der angestrebten Höhe aber auch eher bei einem Jahresgehalt - nicht zuletzt auch um die Depotschwankungen etwas zu minimieren. 100% Aktien halte ich nicht aus :)

    Das verstehe ich nicht ganz.

    Die fixe Assetallokation ist ja gerade dafür da, die Depotschwankungen zu reduzieren. Bei einem festen sicheren Anteil erhöhen sich die Depotschwankungen ja mit der Zeit, wenn der Aktienmarkt langfristig steigt, was mir ja alle hoffen.

  • Danke für die spannende Diskussion. Ich bin auch schon seit paar Jahren dabei, noch ca. 10 bis 15 Jahre in der Aufbauphase, bislang mit einem festen 60/40 Depot. Bin jetzt auch ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht auf die SAF Variante umbauen sollte, da bin ich in der angestrebten Höhe aber auch eher bei einem Jahresgehalt - nicht zuletzt auch um die Depotschwankungen etwas zu minimieren.

    Ich bin Mitte 50 und habe mich in den 6,5 Jahren seit ich investiere von 0% Aktienquote auf inzwischen 79% im Risikoteil 'hochinvestiert.'
    Insofern war es gut für mich, dass nach meinem Start im Dezember 2019 im März 2020 Corona begann. Ich habe so gemerkt, was mir der 'Verlust' von 30% meines im Dezember 19 investierten Geldes ausgemacht hat. Nix! ;)
    Wenn ich aber auch noch meine Rentenanwartschaft, mein Erbteil und mein pot. Restsparpotential bis zum 63 Lebensjahr einbeziehe liege ich doch 'nur bei einem Risikoanteil von ca. 23%.
    Allein die Rentenansprüche sind ja nicht unerheblich und man sollte das unbedingt auch berücksichtigen.

    100% Aktien halte ich nicht aus :)

    Wenn man das weiß, sollte man sich daran halten!
    Irgendwann wird die Börse auch mal einige Jahre eine Pause einlegen. Und dann wird man sehen, ob alle mir Ihrer hohen Aktienquote klar kommen.:/
    Eine mehrjährige Flaute an der Börse mit großen Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat wohl kaum ein Anleger mit hohen Depotwerten schon mal erlebt. Ich auch nicht!
    Aber ich spiele von Zeit zu Zeit mal 50% Buchverlust im Depot durch und gehe dann in mich ob es noch für mich passt.

  • Danke für die spannende Diskussion. Ich bin auch schon seit paar Jahren dabei, noch ca. 10 bis 15 Jahre in der Aufbauphase, bislang mit einem festen 60/40 Depot. Bin jetzt auch ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht auf die SAF Variante umbauen sollte, da bin ich in der angestrebten Höhe aber auch eher bei einem Jahresgehalt - nicht zuletzt auch um die Depotschwankungen etwas zu minimieren. 100% Aktien halte ich nicht aus :)

    Vielleicht überlegst du dir mal, ob es jetzt nicht Zeit wird, den Fokus auf ausschüttende ETF's zu lenken? Man könnte die entsprechende Sparrate ja hälfteln. Aber es ist natürlich Geschmackssache.

  • Das hilft nun aber nicht jedem weiter, weil es auch ein bisschen von der Risikoaffinität abhängt. Interessant, dass so viele hier das (offenbar nicht nur für sich) als besser ansehen, aber Elgob fragt keiner.

    Die Frage von Elgob war, ob wir keine fixe Asset Allocation haben. Darauf hab ich geantwortet. Ob sie das für sich auch so macht oder andere Foristen, ist immer die eigene Entscheidung.

  • Eine mehrjährige Flaute an der Börse mit großen Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat wohl kaum ein Anleger mit hohen Depotwerten schon mal erlebt.

    Da ist was dran! Die "kleineren", die ich miterlebt habe (2008, Corona, ersten Jahre Ukraine, Zoll-Krieg) haben mir aber auch gezeigt, dass ich einigermaßen volatitilitätsrobust bin. Und bisher gab es auch noch nie den Fall, dass ich mal an die Depotwerte ran musste. Notgroschen und stabilem Gehalt sei Dank. Der Notgroschen hat sich kaum erhöht, der ETF/Aktien-Anteil ist dann einfach mit mit der Zeit von 2% in 2003 auf aktuell 88% gewachsen. Wenn ich die Rentenanwartschaften berücksichtige, liegt der "unsichere" Anteil bei 58%.

  • Elgob 27. Mai 2026 um 19:13

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Nur am Rande aber in dem Kontext:

    Eine mehrjährige Flaute an der Börse mit großen Auswirkungen auf die Realwirtschaft hat wohl kaum ein Anleger mit hohen Depotwerten schon mal erlebt.

    Da erlaube ich mir die Betonung auf Deine Formulierung "kaum ein Anleger" und meine Präzisierung "jedenfalls in diesem Forum" - zu legen.

    Für meinen Teil beispielsweise war ich nämlich mit relevanten Volumina sprich Depotwerten sowohl in 2000 ff (Platzen Dotcom-Blase) als auch in 2008 ff (Weltfinanzkrise) live dabei als sozusagen "Betroffener". Das schärft den Blick und das Bewußtsein.

    Ob beides schon Deine oben genannten Kriterien erfüllt, weiß ich nicht. Für meinen Teil fand ich es bereits heftig genug ...

    Insbesondere in 2000 ff - und dem zusätzlichen Katalysator 9/11 in 2001 - hat es diverse Protagonisten im meinem näheren und weiteren Umfeld ziemlich erwischt, durchgerüttelt und erschüttert - einige hat es dabei für immer aus den Aktienmärkten rausgekegelt ...

    Aber ich spiele von Zeit zu Zeit mal 50% Buchverlust im Depot durch und gehe dann in mich ob es noch für mich passt.

    Für so manche tun sich zwischen nur theoretisch durchgespielten Verlusten und solchen in der Realität (auch ein Buchverlust ist aus meiner Sicht ein Verlust) in Wahrnehmung und Verhalten gewisse bis signifikante Unterschiede auf. Ein gestiegenes Alter bei tendenziell abnehmendem Humankapital muß nicht, kann aber die Sensibilität bei derart heftigen Rücksetzern zusätzlich erhöhen.

    Die Anmerkungen erlaube ich mir vor dem Hintergrund

    Ich bin Mitte 50 und habe mich in den 6,5 Jahren seit ich investiere ...

    als der deutlich noch ältere von uns beiden und als jemand, der seit gut 50 Jahren (u. a.) in Aktien investiert ist.

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