Beiträge von uwerner

    Ich bin jetzt seit rund 15 Jahren in der Sozialwirtschaft unterwegs und auch die Kirchen sind mir in dem Kontext nicht fremd. Den Begriff der Caritas-Legende höre ich allerdings das erste Mal und bin verblüfft, wie das bis jetzt an mir vorübergehen konnte. Und so ganz verstehe ich die Aufregung auch nicht (OK, die Aufregung hat wohl in der 90ern stattgefunden). Jeder AWO-Kindergarten schreibt AWO auf das Türschild und bekommt seine Kosten refinanziert. Jedes DRK-Pflegeheim schreibt DRK oben ran und wird über die Sozialkassen refinanziert. Das kann man jetzt natürlich Etikettenschwindel nennen, oder aber man nennt es Subsidiaritätsprinzip. Dass unser Sozialwesen in dieser Form schon sehr einzigartig ist und mit Sicherheit auch nicht durchgängig schlüssig, sei Mal dahingestellt. Es ist auf jeden Fall kein Thema allein von Diakonie und Caritas und ich erlebe es auch nicht so, dass diese Verbände immer behaupten würden, dass sei alles nur aus der Kirchensteuer finanziert. Aber gut, das mag Andersorts auch anders sein und wer weiß was in den 90ern so los war.

    Wenn die kolportierten 2-6% Eigenanteil aus Kirchensteuermitteln stimmt, dann muss man dazu aber auch wissen, dass die Mittel nicht gießkannenartig über alle Einrichtungen ausgeschüttet werden, sondern dass es Arbeitsfelder gibt, in denen oft sehr hohe Eigenanteile eingebracht werden müssen. Das geht oft nur mit Kirchensteuermitteln und diese fließen da auch rein. Wenn man auf die Angebote verzichten mag, bitte. Aber ich sehe meine Kirchensteuer da gut angelegt. Aber ja, man könnte auch einfach Spenden, wenn man eine Sache gut und unterstützenswert findet. Und sich ehrenamtlich einbringen kann man sich auch.

    Ich mache beides und zahle Kirchensteuer obendrein. Das ist gut fürs Karma, auch wenn das nicht ins christliche Konzept passt8o

    Vollkommen absurd ist halt auch, dass man für eine 5% Anteil ein kirchliches Arbeitsrecht bekommt, mit dem die Belegschaft nach Konfession sieben darf und die Erzieherin entlassen kann, wenn sie sich scheiden lässt...

    Ich bin seit 35 Jahren in einem diakonischen Unternehmen beschäftigt und kann das überhaupt nicht bestätigen. Allein wegen dem Fachkräftemangel kann sich das kein kirchlicher Träger leisten. Bei uns haben gerade mal 10% der Mitarbeitenden einen religiösen Bezug.

    Ja, aber warum dürfen sich dann (zumeist) Kirchen so 'billig' die Trägerschaft der Kindergärten sichern? :/
    Lt. KI übernehmen die kirchlichen Träger von Kindergärten in Deutschland zwischen 5 und max. 30% der Kosten. Finde ich ja ganz nett. Aber Träger des Kindergartens sollte die Institution sein die den größten Teil der Kosten trägt.
    JustMy2Cent

    Also ich habe 12 Kitas in meiner Verantwortung als Vorstand und es ist richtig, dass den größten Teil der Betriebskosten die Kommune bzw. die Eltern übernehmen. Wir finanzieren mit Spendenmitteln unserer Mitglieder (nicht aus der Kirchensteuer) Projekte die von der öffentlichen Hand nicht finanziert werden. Und Träger ist man dann, wenn man bei Ausschreibungen den Zuschlag bekommt. Das große Thema ist Subsidiarität. Eltern entscheiden sich für uns anhand der Konzeption und nicht auf Grund des "Preises" - da gibt es nämlich schon seit langer Zeit kaum noch Unterschiede.

    Wie hoch ist denn der Kostenanteil den die Kirche am 'katholischen Kindergarten' trägt?
    Ich kann mich an die lebhafte Diskussionen in einem Nachbardorf erinnern. Dort wollte die evangelische Kirche die Trägerschaft des Kindergartens übernehmen. Die Kosten des 'evangelischen Kindergartens' sollte aber zu 90% die Gemeinde tragen. :/
    Letztlich übernahm die Gemeinde die Trägerschaft selbst.

    Der Betrieb von Kindergärten ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde und je nach der länderspezifischen Gesetzgebung ist die Kommune dafür auch in der fiskalischen Verantwortung. Dafür erhält sie Zuwendungen vom Land.

    So zumindest bei uns in Thüringen.

    Das stelle ich auch gar nicht in Abrede. Aber sie sind per se nicht notwendig, um sich einem Glauben an eine höhere Macht hinzugeben.

    Das (diese Ansicht) verstehe ich. Aber es gibt auch Menschen, die sind dafür empfänglich. Wenn ich zum Beispiel in einer romanischen Basilika bin, dann nehme ich dieses Bauwerk nicht nur als Bauwerk welches von Menschen erschaffen wurde war. Sondern sehe darin auch immer das Werk der Generationen weit vor uns und die Triebkraft die soetwas hervorgebracht hat.

    Ich bin tatsächlich Mitglied der kath. Kirche und zahle entsprechend Kirchensteuer.

    Dabei bin ich mit 18 ausgetreten, aber da meine Frau unbedingt kirchlich heiraten wollte, bin ich wieder eingetreten (nach "Wiederaufnahmegespräch" mit dem damaligen Pfarrer und diversen Gebeten :D ). Und jetzt zahle ich seit 15 Jahren wieder diese Steuer. <X

    Aber nachdem jetzt alle Kinder mit der hl. Kommunion durch sind, werde ich das Thema wieder ansprechen. Wir sind damals eigentlich so verblieben, dass wir wieder austreten, wenn das durch ist.

    Das wird schwierig - also nicht der Austritt, sondern das Gespräch mit der Gemahlin ;)

    Ich zahle eigentlich ganz gerne Steuern, weil es bedeutet, dass ich erfolgreich war und Gewinne mitgenommen habe.

    Ich bin übrigens auch gerne in der Kirche.

    Religion hat nichts mit Geldanlage zu tun, sondern mit Spiritualität, Gemeinschaft und der Frage nach dem Sinn des Lebens.

    Wenn Du die verfallenden und verlassenen Kirchen in vielen ostdeutschen Dörfern und Kleinstädten siehst, deren zu 90% atheistische Bewohner gleichzeitig ihr imaginäres “Abendland” bedroht sehen und jammern, dass es keine Angebote für Kinder und Jugendliche oder ältere Menschen mehr gibt, ohne sich dabei selbst angesprochen oder in der Verantwortung zu sehen, zB ein Ehrenamt zu übernehmen, weißt Du, was ich meine.

    Und dann gibt es aber auch noch Dörfer (meistens sind es Dörfer) wo die Kirche topp saniert ist, die Orgel erneuert, das Dach gedeckt und die Turmuhr intakt - ohne das es viele Christen bzw. Gottesdienstbesucher gibt. Irgendwie gehört die Kirche dann doch ins (zum) Dorf und die Bewohner sind gern bereit zu spenden oder sich einzubringen. Schreibe ich aus dem Osten...(...)

    Danke für das Update. Da ist tatsächlich guter Rat teuer.

    Immerhin kannst du dir nicht vorwerfen, alles mögliche abgeklärt und abgeklopft zu haben.

    Vielleicht einen privaten "Versuchsballon" auf privater Basis starten... Konkret: du suchst einen privaten Investor. Ihr einigt euch, was der Investor für eine monatliche Zahlung leistet bis zu deinem Ableben (Risiko für euch beide), mit dem Ableben geht das Haus auf den Investor über.

    Das ist eine gute Idee, tatsächlich hatte ich auch schon an sowas gedacht. Sicherlich könnte man das vertraglich und rechtssicher für alle Parteien gestalten. Und der private Investor müsste ja auch nicht unbedingt das Haus übernehmen müssen, sondern m.E. nach am Ertrag aus dem dann zu vollziehenden Verkauf beteiligt werden.

    Vielen Dank für die nette Reaktion bzw. Einschätzung und den Einblick auf das eigene Depot. Mich beruhigt es, dass es beim Anfängerfehler geblieben ist. Jetzt kann ich immer noch überlegen, ob ich später die kleinteiligen ETF´s zu einem Großen zusammenführe. Wirkliche Not habe ich ja nicht. Ich (64) gehe in sieben Monaten in Pension, habe eine recht annehmbare Pension und auch eine betriebliche Altersvorsorge. Einen ETF Sparplan habe ich bisher noch nicht in Erwägung gezogen. Die ETF`s im Depot können erst mal liegen bleiben und sich entwickeln. Von daher ist meine Situation recht komfortabel, was ich auch zu schätzen weiß und wofür ich dankbar bin. Auch für den Austausch hier.

    Ja, man kann natürlich auch den ETF-Finder anwerfen und in alle ETFs investieren, die Finanztip empfiehlt. Eine Finanztip-Empfehlung ist das dann aber nicht. Aber wenn es ihn nicht stört …

    Mit Gestaltungsdrang hat es aber nichts zu tun.

    Für den Gestaltungsdrang fehlt mir momentan noch der Drang bzw. die Expertise. Ich wollte einfach nur weg von den konventionellen Bank und Versicherungsprodukten und es hat sich jetzt bereits gelohnt.

    Finde ich gut, dass du dich traust. Es ist vermutlich auch um Längen besser als das was du zuvor hattest. Du bist nur etwas übers Ziel hinausgeschossen.

    Sag Bescheid wenn du trotzdem ein wenig aufräumen willst ;)

    EDIT: dann aber am besten in einem neuen Thread

    Vielen Dank, mir ging es auch um die Einschätzung/Expertise der alten Hasen. Gern nehme ich das Angebot an - in einem neuen Tread.

    Magst du erzählen, aus welchem Grund du allein schon sieben ETFs auf den MSCI World hast, die jeweils einen Anteil von knapp über 4% haben? Ich verstehe es beim besten Willen nicht.

    Ich meine da was in Richtung von "1 ETF reicht" gelesen zu haben.

    Nun ja, wie hier an anderer Stelle schon beschrieben: ein Anfängerfehler - mit der Diversifikation bissel übers Ziel hinausgeschossen.

    Ich traue mich auch mal, bin erst seit 18 Monaten mit ETFs befasst, zuvor nur die klassischen Bankprodukte.

    AM.MSCI WLD SW.II D - 4,16%

    Fast Global FD APFACCEO - 6,67%

    HSBC ETF World DLA - 4,34%

    HSBC MSCI World UCITS ETF - 4,33%

    ISHSIII CORE MSCI WLD DLA - 4,28%

    SPDR MSCI WORLD UE DLUA - 4,34%

    VA.FTSE A.W.H.D.Y.UETFDLD - 4,21%

    VANG.FTSE A.-WO.U.ETF DLD - 15,17%

    VANG.FTSE DEV.W.U.ETF DLD - 4,2%

    VANG.FTSE N.AME.U.ETF DLD - 4,38%

    X(I)-AI+BIG DATA ETF 1CDL - 15,74%

    X(IE)-MSCI WORLD 1C - 8,73%

    X(IE)-RUSELL 2000 1CDL - 8,76%

    XTR.DAX 1C - 10,62%

    Wertentwicklung per annum: 23,8%

    Bei der Zusammenstellung habe ich mich ausschließlich von den FT Empfehlungen leiten lassen und bin im Großen und Ganzen recht zufrieden.

    Vielleicht ein wenig kleinteilig?

    LG

    UW

    Was genau ist das? Habe ich noch nie gehört. 😀

    Das ist ein Projekt der Johanniter in Altenburg. Dort treffen sich regelmäßig Kinder und Jugendliche aus einem Plattenbaugebiet. Trommeln miteinander und werden oft auch für Auftritte gebucht. Im Netz zu finden unter "Como vento" (wie der Wind)

    Ich spiele kein Lotto profitiere aber trotzdem davon. Wie geht das? Okay - also ich nicht unmittelbar. Mein Unternehmen (Hilfsorganisation) für die ich Verantwortung trage, bekommt immer mal wieder Ausschüttungen von Lotterien. So bekamen wir schon Geld für die Rettungshundestaffel, für Kitas oder für ein inklusives Straßensambaprokjekt. Von daher kann ich das Lottospielen nur empfehlen. :*