Beiträge von Julian-2

    Deine Aktienverluste kannst du nur mit Aktiengewinnen verrechnen. D.h. du brauchst bei einer Bank A z.B. einen gewinnbringenden Verkauf von einer Aktie, um den Aktienverlust von Bank B in der Steuererklärung gegenrechnen zu lassen.

    Das Finanzamt bekommt i.d.R. von den Banken sowieso die Mitteilungen. Bei mir hatten sie 2024 allerdings alle Steuerbescheinigungen der Banken angefordert gehabt - nachgereicht - 1 Woche später Steuerbescheid vorhanden, so wie initial eingetragen.

    Das übersteigt leider meine Rechenkünste, aber sind die Opportunitätskosten so viel höher als die Steuerersparnis, wenn man zumindest einen Teil dee Depots erst in einem halben Jahr verkauft?

    Der Sparerpauschbetrag ist ein nettes Gimmick. Ich finde es erstaunlich, dass sich so viele daran aufhängen und dafür über Jahre strukturelle Prozesse schieben. Wenn er den Fond mit 2,8% TER um 1 Jahr später verkauft.

    Bei 14.800 € Volumen und 2,8% TER = 414 € Gebühren p.a. (kein Wertzuwachs berücksichtigt ; Gebühren steigen im gleichen Maß mit der Rendite mit), um in deiner Theorie 250 € Steuern zu sparen. Letztendlich spart er sich diese auch nicht, denn über die Ausschüttungen und ggfs. anderen Anlagen wird dieser Betrag sowieso schon ausgeschöpft sein.

    Beim Verkauf des Immofonds an der Börse sind Opportunitätskosten dann gut?

    Wir sollten erstmal den Begriff "Oppertunitätskosten" erklären, denn ich habe den Eindruck du hast diesen Begriff nicht verstanden.

    Opportunitätskosten (auch Alternativkosten) sind der entgangene Gewinn oder Nutzen, der entsteht, wenn man sich bei mehreren Möglichkeiten für eine Option entscheidet und dadurch auf die nächstbeste Alternative verzichten muss.

    Das Geld im Immofond hat auf 3 Jahre -18% Performance hingelegt. Wäre das Geld im Welt-ETF gelegen, hätte er +56% Gewinn gemacht. Vereinfacht gerechnet nehmen wir 10.000 € Invest vor 3 Jahren an und vernachlässigen Gebühren!

    UniImmo (-18% in 3 Jahren): 10.000 € * (1-0,18) = 8.200 € Vermögen (da Verlust, keine Steuern)

    Welt-ETF (+56% in 3 Jahren): 10.000 € * (1+0,56) = 15.600 € Vermögen (Brutto, da Gewinne)

    In diesem Szenario sind ohne Betrachtung der zusätzlichen Fondgebühren die Oppertunitätskosten bei 15.600 € - 8.200 € = 7.400 €. Auf 3 Jahre heruntergebrochen sind das ca. 2.500 € pro Jahr, die er "verloren" hat, aufgrund seiner Entscheidung in den UniImmo zu investieren anstatt einem Weltweit gestreuten ETF. Da er ein höheres Anlagevolumen hat, sind seine Kosten noch höher zzgl. den Fondkosten.

    D.h. den 2.500 € Oppertunitätskosten stehen 250 € Steuerersparnis gegenüber. Ich überlasse jedem selbst die Entscheidung, was er machen will.

    Das psychologische Thema wie beim Threadersteller sowie bei dir fabioso sind die unsichtbaren Risiken. Du siehst diese Oppertunitätskosten nicht, aber den Steuerabzug beim Verkauf im Wertpapierdokument sehr wohl. Daher nimmt dein Gehirn diesen Wert als deutlich schmerzhafter wahr. Zusätzliche gehe ich davon aus, dass der Sparerpauschbetrag durch Ausschüttungen (v.a. durch den Fond mit Dividendenfokus) sowieso ausgeschöpft ist.

    Der eigentlich einzige Grund für solch eine 2-ETF-KISS-Lösung ist das manuelle „Ausregeln“ des USA-Anteils in einem Portfolio.

    • Das schon - also eine aktive Marktmeinung zu haben. Die Frage stellt sich dann mir immer: Warum 50% USA, warum 40%, warum nicht 37,8%? An was mache ich das fest? Ich investiere stur nach dem Marktkapitalisierungs-Ansatz und der ETF-Anbieter übernimmt für mich das Balancieren. Letztlich sind wir als Marktteilnehmer diese, welche die Marktkapitalisierung festlegen - also die Marktmeinung aller Teilnehmer. Aber ich verstehe deinen Gedanken und kenne auch die Argumentationen. Das darf jeder für sich entscheiden und umsetzen und umso schöner, dass es diese Möglichkeiten an der Börse für doch sehr günstiges Geld gibt. Dieses Thema ist allerdings nicht Gegenstand dieses Threads und wurde in diversen anderen Bereichen unendlich viel diskutiert mit dem Ergebnis: Es gibt keinen einen richtigen Weg, sondern viele verschiedene.
    • Die Eingangsfrage war allerdings diese, dass man aufgrund der TER Gebühren aus der 2-ETF-Struktur sich einen Welt-ETF mit gleicher Gewichtung nachbauen könnte.

    Für mich sind das zwei ganz unterschiedliche Ansätze.

    Wie einige Vorredner geschrieben haben, ist es wichtig sich einen Fahrplan aufzustellen wie du weiter vorgehen willst. Ohne den UniImmo-Fond hast du ca. 18.000 € Gewinne, d.h. 3.300 € Steuerlast (30% Teilfreistellung berücksichtigt).

    Psychologisch ist wichtig zu sehen, die Kosten die du in der Laufzeit bezahlt hast sind weg. Sie kommen nicht wieder. Dein Stand ist heute dieser, was dir dein Depot anzeigt - nicht was du eingezahlt hast.

    Vereinfacht habe ich alle deine 4 Fonds zusammengerechnet:

    • Vermögen: 68.000 €
    • Gewinne: ca. 14.200 € (wenn ich den UniImmo mit einbeziehe)
    • Gewichtete Durchschnittliche Kosten: 2,07 % p.a. (= ~ 1.400 € p.a.)

    Für den überschlägigen Vergleich nehme ich folgendes an:

    • UniImmofond zähle ich wie einen Aktienfond
    • neue Welt-ETF mit 0,2% TER
    • keine Orderkosten
    • Steuer berücksichtigt (30% Teilfreistellung) ; kein Pauschbetrag
    • deine aktuellen Fonds haben die gleiche Rendite wie ein Welt-ETF

    https://www.finanzfluss.de/rechner/etf-wechseln/

    D.h. trotz gezahlten Steuern würde sich die Umschichtung nach 2 Jahren bereits amortisiert haben. Du hast dir den Entschluss gefasst, dass du umschichten möchtest. Baue dir deine Struktur auf: Neues Depot, Auswahl eines Welt-ETFs. Wenn das steht, würde ich alle Fonds verkaufen (auch den Immo Find über die Börse) und das frei gewordene Kapital ohne Zögern in den Welt-ETF stecken.

    UniImmo: Global
    DE0009805556 , 615 Stück, Preis 40,39, aktuell Verlust -3814 (-13,4%)

    - für den Großteil (577St) ist die Sperrfrist vorbei und ich könnte in 12 Monaten zurückgeben, weiss aber dann eben nicht den Preis. Angelegt ist der seit 06/23

    Die 12 Monate Sperrfrist zählt nur, wenn du die Anteile an die Fondgesellschaft zurückgeben willst. Andernfalls über die Börse mit Abschlag.

    Hättest du am Freitag die 1 Jahr Kündigungsfrist hinter dir gehabt:

    • Börsenpreis: 34,60 € (= ca. 16,7 % Abschlag)
    • Fondgesellschaft: 40,38 €

    Auf der anderen Seite ist die Wertentwicklung des Fonds katastrophal. D.h. entscheidest du dich für den Verkauf an der Börse weißt du genau welchen Betrag du "morgen" auf dem Konto hast und du wo anders renditestärker investieren kannst.

    Beim Verkauf über die Fondgesellschaft kennst du erst in 12 Monaten den Preis und wenn davor ein freier Fall wie im Nov. 2024 eintritt (-20%) und zzgl. den Oppertunitätskosten einer alternativen Anlage.

    Während der UniImmo-Global rund -18% in 3 Jahren erzielt hat, hat der Weltmarkt +56% gemacht. Das sind deine Oppertunitätskosten.

    Portfolio A: 100% Xtrackers oder Vanguard FTSE All-World ETF (TER 0,12 bis 0,19%)
    Portfolio B: Kombination aus einem beliebigen USA-ETF (TER 0,03%) und dem Xtrackers FTSE All-World ex-USA ETF (TER 0,15%)

    61,6% USA. Und den Rest von 38,4% in den ex-USA ETF

    Ich finde es spannend sich über sowas in der Theorie einfach mal Gedanken zu machen.

    Du meintest, dass du anhand der heutigen Gewichtung initial das Verhältnis USA zu Ex-USA einstellst und dann ohne Rebalancing es laufen lässt. Mein Gedanke ist nun: Die meisten arbeiten mit Sparplänen aufgrunddessen, dass ihr Gehalt über die Lebenszeit in Tranchen gezahlt wird :S. D.h. du könntest die das Rebalancing sparen, müsstest quartalsweise dir die Gewichtung USA zu Ex-USA anschauen und entsprechend deine Sparpläne neu gewichten. Nichts anderes passiert im FTSE, denn:

    ...wenn dort die USA plötzlich nur 40% hat, geht die Sparrate ja auch nur zu 40% in USA.

    Das wäre der Punkt, der mir einfällt ansonsten sehe ich keinen Grund ein Rebalancing durchführen zu müssen - oder? In der Theorie sollten sich beide ähnlich einem Welt-ETF entwickeln (hier dann z.B. MSCI-World oder FTSE Developed World).

    In der Praxis sehe ich den Ansatz eher relevant, wenn jemand aktiv eine Marktmeinung hat: weniger USA / mehr Europa und somit entgegen der Marktkapitalisierung gewichten möchte. Für jemand der genau den Industrie-Index nachbauen will, würde ich sagen: Die paar € ist der Aufwand, das Risiko von Anwendungsfehlern, ... nicht wert.

    Ich bin ja selbst erstaunt, wie gut sich das Depot entwickelt hat trotz der zeitweise turbulenten Talfahrten. Aber die Kurse haben sich ja tatsächlich schnell wieder erholt.

    Rendite ist das Schmerzensgeld für das Tragen des Risikos / Schwankung. Ohne Volatilität, ohne die Bereitschaft das Risiko einzugehen, wirst du keine Rendite erhalten. Die Vergangenheit zeigt, dass Aktien/Wertpapiere langfristig realen Vermögenszugewinn erwirtschaften.

    Würdest du jeden Tag die Zick-Zack-Kurs der Inflation sehen oder jeden Tag den Betrag X vom Konto abgebucht bekommen, den die Inflation heute "vernichtet" hat...

    https://de.statista.com/statistik/date…vorjahresmonat/

    Laut Statista sind wir bei 2,9 % Inflation (April '26) angekommen - Tendenz steigend. D.h. du bräuchtest aktuell dauerhaft mind. 4% auf ein Tagesgeld, Festgeld oder andere Cash/Zinsprodukte, um nach Steuern dein Vermögen gleich zu halten. Zinssätze darunter heißt Realen Vermögensverlust - nur eben nicht sichtbar (unsichtbares Risiko).

    Noch eine Ergänzung. Ob es für dich sinnvoll ist oder relevant:
    Bei der Steuererklärung die Günstigerprüfung anwählen, sodass die Kapitalerträge als Einkommen gewertet und mit dem pers. Steuersatz verrechnet werden.

    Das mit den 'nach 15 Jahren ist Alles sicher' sollte man zumindest bei einem Sparplan durchaus kritisch hinterfragen.

    ... jede Sparrate 15 Jahre :thumbup:Nicht mit dem Start der ersten Anlage 15 Jahre für jede Einzahlung. Soweit zumindest die Statistik der 15 Jahre, welche zutrifft. Es gab keinen 15-Jahreszeitraum in dem man negativ rentiert hat.

    D.h. einen Sparplan den ich heute in den ETF schiebe, benötige >15 Jahre Zeit, worum die Sparrate vor 15 Jahren heute ihren Soll erfüllt hat.

    Erwähnungen vom „Klumpenrisiko“ bei der langfristigen Altersvorsorge

    An was machst du ein Klumpenrisiko fest? Wenn ich den "Klumpen" vermeide, schneide ich meine Gewinner und kaufe Verlierer. Die Statistik zeigt, dass die Rendite oft nur von wenigen Unternehmen getragen wird, während die anderen Null oder Negativ laufen. Nur weiß ich eben nicht, welche das sind, darum kaufe ich den Markt. Das schöne am Welt-ETF ist ja, dass er nach den Regeln der Marktkapitalisierung ausbalanciert. Ich kenne die Regeln und wenn diese vom Konzept mir nicht zu sagen, muss ich mir eben etwas anderes suchen. Die Frage ist nur: Welche Risiken hat die Alternative? :thumbup:

    Ich denke, dass bei sehr vielen Menschen ein großer Klumpen in Deutschland steckt (Arbeit, Leben, Wohnen, Altersvorsorge)

    ... und wenn man dann das mit berücksichtigt und nicht nur die blickende Anzeige im Depot. Dann haben die meisten einen ganz anderen Klumpen, inkl. geopolitischen Risken. Die Frage muss jeder für sich beantworten und sich entsprechend aufstellen.

    Ich nutze die kostengünstige Möglichkeit eines Welt-ETFs. Emotionslos, regelbasiert. Nicht die Börse ist dein Feind, sondern du selbst bist deine größte Stolperfalle im Vermögensaufbau.

    Oder doch nur ein Teil dem Depot entnehmen und hoffen, dass ich noch was davon habe?

    Du hast ca. 35% in Aktien/ETFs investiert - gegenüber stehen 65% in liquiden Geldanlagen (Tages-/Festgeld). Du argumentierst ein wenig damit, dass du wegen der Steuernachzahlung nun verkaufen willst, aber ...

    Ich habe Tages-und Festgeldkonten überwiegend in Schweden. Daher werden diese Zinsen erst bei der Steuererklärung berücksichtigt.

    ...du keine automatische Steuerabfuhr hast und über die Steuererklärung deinen notwendigen Beitrag entrichten musst. zzgl. zu dem was Tomarcy zur Rente geschrieben hat.

    Beim Depot merke ich aber, dass mich das ganze hin- und her (Politik) mit zum Teil stark fallenden und dann doch wieder steigenden (jetzt sogar höher als vorher) Kursen nervös macht.

    ...wenn du daher deine Risikotoleranz reduzieren willst/musst, solltest du dir eben auch die Frage stellen: Was sind / ist meine Alternative? Mit Cash-Anlagen (Tages-/Festgeld, ...) wirst du langfristig niemals oberhalb der Inflation nach Kosten/nach Steuern liegen. D.h. du verlierst jeden Tag Vermögen, nur ist es unsichtbarer als an der Börse. Daher als Tipp: Recherchiere sichtbare & unsichtbare Risiken am Kapitalmarkt ;) Ein politisches Risiko ist übrigens auch die gesetzliche Rentenversicherung.

    Mit der groben 72er Regel als Annäherung kannst du abschätzen, wie lange es dauert bis sich deine Anlage verdoppelt oder halbiert. 72 geteilt durch Rendite bzw. Inflation.

    • 6% Rendite => 72 / 6 = 12 Jahre bis sich dein Vermögen verdoppelt hat
    • 3% Inflation => 72 / 3 = 24 Jahre bis sich dein Vermögen halbiert hat

    Ich habe interessanterweise vorher eine gute Grafik gesehen. Was du darin erkennen kannst, überlasse ich dir.

    Ich weiß nicht, ob es irgendwo in den Beiträgen schon stand.

    Wenn das Einkommen (Gehalt + Kapitalerträge) sehr niedrig ist, lohnt sich in der Steuererklärung die Günstigerprüfung anzuwählen. Das Finanzamt rechnet dann zwei Modelle:

    1) Gehalt und Kapitalerträge getrennt -> KapSt + Soli + Kirchensteuer

    2) Gehalt und Kapitalerträge als Einkommen -> persönliche Steuersatz

    Aufgrund privater Umstände hatte ich für 2025 die Günstigerprüfung nutzen können und bin etwas besser weggekommen als in 1).

    Julian-2 Vielen Dank für die Auflistung - also macht es doch eher Sinn diesen Vertrag bei der Axa zu kündigen ?!

    Auf den ersten Blick würde ich den Vertrag nicht komplett als "Müll" einstufen. Eine Netto-Police gegenüber einem privaten Depot wird sicherlich vertraglich auch Vorteile mit sich bringen - abgesehen das Thema Steuern. Langlebigkeitsrisiko, Schutz vor Pfändung/Sozialleistungen, Bestandsschutz bei steuerrechtlichen Änderungen, ...? Emittentenrisiko, also was ist wenn der Anbieter z.B. Axa pleite gehen würde = Sondervermögen?

    Ich bin definitiv kein Experte im Bereich der Netto-Police und habe nur anhand einer angegebenen Kosten und unter der Annahme der gleichen Marktrendite eine überschlägige (Kosten-)Vergleichsrechnung angestellt. Diese sollte keinesfalls dein einziger Grund für eine Veränderung der Situation sein (Kündigung, Weiterlaufen, Beitragsfreistellen).

    Für mich persönlich - es gibt sicherlich auch gute Verträge was Netto-Policen angeht, allerdings möchte ich über mein Kapital verfügen können. Alles Vor- und Nachteile, die jeder für sich abwägen muss.

    ich bin ein Neuling im Finanzsegment und wollte sobald wie möglich anfangen Rücklagen in Form von Sparplänen in ETF zu bilden.

    Viele Vorredner haben sehr viel wichtiges bereits erwähnt. Neben den ETFs ist vielleicht ein Investment in deine Finanzbildung auch sehr renditestark. Für Einsteiger kann ich das Buch von Finanztip, Finanzfluss oder z.B. Gerd Kommer ("Souverän investieren für Einsteiger: Wie Sie mit ETFs ein Vermögen bilden") empfehlen. Einen Überblick über die gesamte Materie, sowie grundlegende Begriffe zu bekommen.

    Die Vorredner haben schon viele gesagt und ich ergänze nur folgendes. Stelle dir die Fragen und überlege dir deine Antworten dazu:

    • Warum möchte ich Regionen selbst zueinander gewichten?
    • Welchen Vorteil sehe ich in der eigenen Gewichtung und aufgrund welcher Datenlage wähle ich die Gewichtung?
    • Bei höheren Kosten (die ETFs sind teurer als ein einfacher Welt-ETF), muss ich mehr Rendite erwirtschaften, allerdings beinhalten deine ETFs das gleiche wie der kostengünstige Welt-ETF. Warum also den Aufwand?
    • Wie gestalte ich das Rebalancing? Bei welchen Grenzwerten? Warum? Negativeinfluss des Rebalancing durch Steuerereignisse, schmälern den Zinses-Zins und somit auch deine Rendite. Das muss gegenüber dem Welt-ETF berücksichtigt werden.
    • Was erhoffe ich mir mit den Sektorwetten, und warum erreichen genau diese Sektoren eine Outperformance gegenüber dem Markt? Was ist mein Investmentcase? Gewichtung der Sektorwetten im Depot? (Laut deiner Übersicht = 30% in Sektorwetten)
      Weiterhin - wenn die Sektoren eine stärkere Performance als andere hinlegen, werden sie im marktkapitalisierten Welt-ETF automatisch höher gewichtet.
    • 4% Gold? Eher homöopathische Wirkung. Ich gehe davon aus, dass du das Gold als Zertifikat erwerben willst, also als strategisches Investment. Was erwartest du bei dieser Gewichtung vom Gold-Asset? Bei Physischem Gold sehe ich andere Gründe noch als valide, wodurch eine "geringere" Gewichtung im Gesamtvermögen auch sinnvoll ist.

    Abschließend würde ich sagen, dass du im Bereich des Overengineering bist. Du setzt rein auf marktkapitalisierte ETFs, welche Regionen bzw. Sektoren abdeckt, d.h. aus meiner Sicht wirst du mit einem normalen Welt-ETF (z.B. inkl. Schwellenländer und ggfs. inkl. SmallCaps) nach Kosten, nach Steuern deutlich besser abschneiden. Dein größtes Problem sehe ich im Rebalancing und ständiger Gewichtung der Regionen zueinander.

    Mögliche Welt-ETFs auf einen der folgenden Indizes sollte deine oben genannten Aufteilungen erfüllen:

    • FTSE All World
    • ACWI / ACWI IMI
    • Prime All Country World

    Zu diesen Indizes wirst du jeweils verschiedene ETFs von verschiedenen Anbietern finden. Dann kannst du immer noch moderat deine Sektor-ETFs dazu mischen, wenn du der Meinung bist. Ich würde allerdings deren Gesamt-% auf max. 20% vom Depot & max. 5% Einzelgewicht begrenzen, denn wie gesagt: i.d.R. sind diese bereits im Welt-Index enthalten.

    IE00BGPP6697

    Link zu extra-ETF von IE00BGPP6697

    Der ETF beinhaltete US-Bonds (also US-Anleihen) mit einer Laufzeit von 7 - 10 Jahren. Dort hast du ein starkes Zinsänderungsrisiko und zudem ein Wechselkursrisiko (USD-EUR). Der USD hat gegenüber dem EUR abgewertet, somit sinkt der Kurs deiner Anleihen (in EUR gesehen). Edit: Die US-Treasuries sind EUR-hedged.

    Ich selbst kenne mich in dem Thema Anleihen nicht sonderlich aus. Kurzlaufende Staatsanleihen (max. 2 Jahre, in €) wie sie in Geldmarkt-ETFs vorkommen sind das einzige, das ich grob überblicke (Ersatz für Tagesgeld). Ansonsten finde ich das Thema Anleihen sehr komplex und hat andere Risiken als Aktien. Eine grobe Faustformel ist:

    Prozentuale Kursänderung = Duration * Zinsänderung

    D.h. wenn der Marktzins (z.B. FED) von 3,5 % auf 4,5% steigt und du eine Duration von 10 Jahren hast. Kursverlust von -> -10% = 10 Jahre * 1 %
    (Also bezogen auf eine 3,5%-ige Anleihe die du aktuell hast und sich das Zinsumfeld ändert)

    In den USA steigen, bzw. halten sich die Zinsen. Senkung eher nicht in Aussicht. Mit diesen mittellanglaufenden Staatsanleihen der USA spielst du ein wenig mit der Zinskurve. Ich selbst kratze mit meinem Wissen nur an der Oberfläche und es gibt hier sicherlich viel kompetentere Personen, die zu dem Thema Anleihen mehr sagen können. Ich kürze es ab: Verstehst du es voll umfänglich? Deine Risiken?

    Habe da nun ein paar Rohstoffe und Rentenfonds

    Wichtig ist es, immer in der gesamt Allokation zu betrachten. Sowohl deine liquiden Rücklagen (wie TGs, FGs, ...) und dein Gesamtdepot betrachten. Die Frage ist dabei auch: Was ist dein Ziel mit den Rohstoffen, sowie Rentenfonds? Warum hast du die in dein Depot mit aufgenommen?

    (Als Erinnerung: Das Wort "Rente" in diesem Kontext meint festverzinsliche Anleihen (Staats-/Unternehmensanleihen))

    Ein Investmentgrund muss es gegeben haben, dass du es gekauft hast. Mit ISINs würde es sich einfache arbeiten lassen, was du in deinem Depot liegen hast.

    Rheinmetall:
    2020 - für ca. 79€ / Aktie gekauft
    2022 - für ca. 200 € / Aktie verkauft

    ...wollte mich davor schützen, dass ich keinen Tenbagger im Portfolio habe 8| Heutiger Vermögenswert wären so um die 15.000 €.

    Ansonsten noch laufende "Glücksgriffe":
    Siemens und Alphabet seit > 3 Jahren im Depot

    Wir zahlen keine Gelder an Spanien, um spanische Renten zu erhöhen (Falschbehauptung!), sondern wir beteiligen uns am EU-Haushalt

    EU-Gelder sind in der spanischen Rentenkasse gelandet...

    Es ist richtig, dass die EU-Gelder nicht für sowas vorgesehen sind, dennoch machen es die EU-Mitgliedsstaaten. Wir als Nation sind einer der größten Geldgeber.

    Dass ausgerechnet ein Ingenieur in diesem Forum das nicht bedenkt, wundert mich.

    Ich sehe, wie unsere Wirtschaft mit unseren Geldern in anderen EU-Ländern gefördert und hier abgebaut wird. MAN schließt in DE ein Werk, baut mit EU-Geldern in Polen ein Neues. Die großen Automobilfirmen (VW, Audi, BMW, Mercedes, ...) haben in Ungarn mit Steuergeldern große Werke hingebaut - dafür in DE Arbeitsplätze reduziert.

    Wir im Ingenieursbereich müssen beim Gehalt uns fast täglich vorwerfen lassen, dass wir zu teuer sind und man mit den Lohnpreisen aus China konkurrieren müssen - ergo Gehaltskürzungen - trotzdem die Qualität und Erfüllung aller bürokratischen Maßnahmen erwartet wird. Ich sehe wie jeden Tag mein Arbeitsplatz noch gefährdeter ist, als am Tag zu vor - und aktuell ist es unklar wie lange dieser Arbeitsplatz besteht, ob er das Jahr überlebt. Ich sehe das Problem, dass unsere Regierung die Sorgen und Ängste der Menschen nicht mehr wahrnimmt und entgegen wie du es auch einfach mal sachlich erklärt - ohne in jedem 2. Satz sie als "faul" oder "zu teuer" zu bezeichnen. Darum, vielen Dank!

    von denen wir potenziell und langfristig auch profitieren können (Solar-, Windenergie, transeuropäische Netze, Stärkung des Binnenmarktes, Anschluss benachteiligter Regionen etc.)

    Benachteiligte Regionen sind wir in DE auch, Menschen im ländlichen Raum. Solar- und Windenergie. Dafür wird bei uns fröhlich der Wald gerodet um in "Niedrigwindbereichen" hochsubventionierte Windräder zu bauen, dafür Tonnen von Stahlbeton in den Boden pumpen und am Ende das Windrad aufgrund der nicht vorhandenen Netzinfrastruktur nicht anschließen.

    Ich bin bei dir, wir würden und müssen die erneuerbaren Energien, sowie Infrastruktur deutlich ausbauen und verbessern. Uns unabhängiger von den Staaten wie Sudan oder Südamerika machen, bzw. die Rohstoffe die wir dort benötigen für "sinnvolles" verwenden, anstatt täglich in den Tank zu kippen. Dafür bräuchte es einen Fahrplan, Meilensteine, ein strukturiertes, transparentes Vorgehen seitens unserer Regierung. Dokumentationen zeigen das Gegenteil.

    Auch der deutsche Osten profitiert von EU-Geldern.

    ...trotzdem ist er meilenweit abgehängt und wir von unserer Regierung nicht "wahr genommen". Die Insolvenzwelle dort drüben rollt fleißig voran, ebenso in allen anderen Bereichen in DE. Industrie streicht munter fröhlich Stellen, Kurzarbeit. Anstatt das Geld über die EU in unseren Osten zu schieben, könnte man auch direkt dort Projekte fördern. Dafür brauchen wir keine Erlaubnis der EU.

    Abgesehen von zwei Büchern von Gerd Kommer über Index-ETFs und allgemeines Wissen zu Finanzen/Börse/Risiken/Mechanismen/Zusammenhänge habe ich vor kurzem ein etwas anderes Buch zu Finanzen gelesen. Grund dafür war unter anderem, dass sich die anderen Bücher (Gerd Kommer, Finanzfluss, Finanztipp, ...) eher um das gleiche Thema drehen & diesen Schritt habe ich so gesehen schon hinter mir. Darum bin ich mittlerweile eher in eine etwas andere Richtung unterwegs, welche nicht direkt nur auf die "Zahlen der Börse" abzielt. Deswegen ein Buch über/zu Finanzen, aber aus einer anderen Perspektive:

    • Über die Psychologie des Geldes - von Morgan Housel

    Ein Taschenbuch mit ca. 220 Seiten zum Lesen für ein paar € erwerbbar. Mir hat es gefallen, da es eine ganz andere Sichtweise auf die Finanzen lenkt, trotzdem das Thema Börse beleuchtet.

    https://www.merkur.de/politik/millia…r-94258973.html Dort steht nicht, dass es von D finanziert wird.

    Ich korrigiere meine Aussage, dass Deutschland nicht alleine die > 2 Mrd. € Hilfen für den Sudan leistet. Deutschland beteiligt sich nach dem Artikel mit rund 230 Mio. € (dieses Jahr).

    Hilfen sind wichtig und richtig. Allerdings können wir nur helfen, wenn es uns auch möglich ist zu helfen... Wir als Nation verglichen mit dem Sudan haben es noch sehr gut, aber das darf und kann nicht unser Anspruch sein.

    Ich sehe die allgemeine Entwicklung kritisch, dass Geld für viele Projekte im In- und Ausland vorhanden ist, bei denen ich die Sinnhaftigkeit stark bezweifle. Auf der anderen Seite sollen wir ständig Einsparungen hinnehmen, in der GKV, in der Pflege, im Alltag, bei Wohnungen, ... Das funktioniert auf Dauer nicht und spiegelt sich in den aktuellen Wahlumfragen wider. Die Bevölkerung möchte diese Entwicklung nicht.

    gegenüber sanierten Schulen

    Bei mir im Landkreis fallen die Schulen auseinander. Sanitäteranlagen sind älter als 25 Jahre, ... Fenster pfeift der Wind durch, Dach undicht, Sporthalle Wasserschaden.

    Weiterhin Insolvenzverfahren vom Krankenhaus im Landkreis. Bedeutet bei Notfällen demnächst Fahrten mit dem Rettungswagen von >25 Minuten in die Kliniken in den Nachbarlandkreisen. Geburtsstationen werden geschlossen, Hebammen entlassen, Geburtshilfekurse Mangelware, ...

    Bei unserer Infrastruktur von Internet, Mobilnetz, Nahverkehr und Zugverbindungen im ländlichen Raum fange ich gar nicht an. Ohne Auto bist du verloren.

    • Notgroschen: Youtube-Kanal
      Betrachtet verschiedene Themen um den Finanzmarkt (besonders ETFs) aus einer sehr analytischen Sichtweise. Er hat u.a. das Thema Leverage mit S&P500 und dem neuen MSCI betrachtet, sowie schaut er sich auch Depotstrukturen/Portfolio-Strukturen anhand von Realdaten als Monte-Carlo-Simulation an.
    • Parqet: Youtube-Kanal
      Reine Unterhaltung. Analysieren verschiedene Depots, wobei der Fokus/Drang eher zu Einzelaktien geht. Das liegt vrmtl. auch am Hintergrund der beiden. Einer davon hat als Business einen Blog/Homepage auf dem er Aktienanalysen vorstellt (Link zu Blog).
    • Podcast von "Scaleable Capital" -> Asset Class (u.a. bei spotify)

    Du kannst die Kurse über die ISIN einsehen. Am besten über 3. Portale, also über deinen Browser suchen gehen.

    Im Depot vermute ich, dass du die Rücknahmepreise der Fondgesellschaft angezeigt bekommst, da diese i.d.R. deutlich oberhalb des Börsenpreis liegen und somit der Kunde einen höheren Vermögensstand sieht (bzw. weniger Verlust zum EK). Der Abschlag bedeutet umgedreht, dass die Schwarmintelligenz "Börse" den realen/fairen Preis für diese Immofonds deutlich unter dem Preis einstuft, was die Fondgesellschaft sagt.

    Theoretisch wäre es sogar so, wenn du unbedingt den Immofond im Depot haben wollen würdest. Du könntest auch direkt an der Börse kaufen, also du würdest beim WestInvest nur 45,42€ / Anteil zahlen, während die Fondgesellschaft 51,35 € (= Ausgabepreis) sehen will. D.h. dieser "Spread" ist sogar bei 13% (statt 7,5%). Zzgl. den Ausgabeaufschlag. Damit siehst du mal, wie transparent dein Bankverkäufer arbeitet, denn wenn er seiner Argumentation folgen würde und dir das Produkt wärmstens ans Herz als Portfolioergänzung legt - hätte er dir aus Renditesicht den Börsenpunkt vorschlagen müssen. Da das nicht der Fall ist, siehst du selbst, was du von seiner Argumentation halten kannst.

    WesInvest InterSelect = DE0009801423

    = 45,42 € (Börse) / 48,78 € (Fondgesellschaft) = ca. 7,5% Abschlag

    Deka-ImmobilienGlobal = DE0007483612

    = 50,68 € (Börse) / 54,79 € (Fondgesellschaft) = ca. 9% Abschlag

    Deka-Immobilien Europa = DE0009809566

    = 44,95 € (Börse) / 47,87 € (Fondgesellschaft) = ca. 6,5 % Abschlag


    Bei Portalen/Webseiten wie Finanzen.net kannst du die Preise usw. einsehen. Beispielhaft einen deiner Fonds. Es wird dir der Börsenpreis und Rücknahmepreis der Fondgesellschaft angezeigt.

    Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht. Zwischendurch kommt dann noch wer, der AfD-Umfragen zeigt.

    Noch als Ergänzung:

    Die Vergütung in der Psycho- und Physiotherapie wurde um 5% gekürzt. D.h. jeder Physiotherapeut erhält ab sofort 5% weniger Gehalt.

    Jetzt versuche dieser Person zu erklären, dass das notwendig ist und sie mit großer Freude, Motivation und der Bereitschaft zu unbezahlten Stunden jeden Tag zur Arbeit gehen soll. Ein direktes Beispiel aus dem Umfeld. Für die Person bedeutet das direkte Einschnitte im täglichen Alltag, denn das sind genau die Berufszweige, die schon sowieso wenig erhalten. Wie wäre deine Argumentation, dass diese Einsparung im Gesundheitswesen notwendig sind, um die Entwicklungshilfe für den Sudan (2 Mrd. €) zu finanzieren. Denn interessanterweise ist die Einsparung bei der GKV genau so groß wie der Sudan bekommt. D.h. viele Bürger fragen sich: Diese Zahlung einstellen, dafür in die GKV und ich habe keine 5% Lohnkürzung.

    Wenn man hier wirklich Interesse an einer Diskussion hätte, würde man sich einzelne Punkte rausnehmen und darüber sachlich sprechen.

    Also wenn ich das richtig verstehe, möchtest du nur die Punkte herausnehmen, die du diskutieren willst?

    Ich bin kein AfD-Wähler und sehe die Entwicklung mehr als kritisch. Ich finde es dennoch schade, dass du meine Gesichtspunkte und Erkenntnisse aus meinem Privaten Umfeld als "Stimmungsmache" ansiehst. Das ist leider genau das Problem mittlerweile: Man wird direkt als Rechter abgestempelt und einem das Schild vorgehoben: "Deine Meinung und Anliegen interessieren nicht."

    Weiterhin sehe ich es für falsch, einzelne Punkte herauszunehmen ohne das Ganze zu betrachten und dabei gehört definitiv Zahlungen ins Ausland und das Rentenniveau zusammen. Wir zahlen an die EU Gelder, womit Spanien ihr Rentenniveau aufbessert. Dafür sollen wir höhere Beiträge, bei weniger Rente zahlen und gleichzeitig länger arbeiten gehen. Nun sagst du mir, dass ich diese zwei Dinge getrennt betrachten soll ...

    Es ist ein massives „Flood the zone with shit“, das eine wirkliche Diskussion unmöglich macht.

    Wie siehst du denn das dann, dass wir Unmengen an Entwicklungshilfen, sonstige Gelder ins Ausland in schwierige Staaten schicken, gleichzeitig im eigenen Land jeden Tag aufs Neue Einschnitte bei höheren Ausgaben vorhanden sind?

    Entwicklungshilfe gegen das Rentenniveau

    Wenn bei uns alles bestens laufen würde, dann habe ich kein Problem damit, dass wir in gewissen Ländern sinnvolle Projekte fördern. Allerdings haben wir bei mir im Landkreis so einen massiven Investitionsmangel was u.a. Radwege betrifft, die sich die Bürger wünschen! Dafür ist kein Geld vorhanden, und wie gesagt: In Peru zimmern wir sind hin, die keiner will.