Wem 80% Prozent vom Netto nicht reichen, der ist - mal grob überschlagen - in diesem Forum fehl am Platz. Der bläst das Geld nämlich so raus, dass nichts zum Sparen übrig bleibt.
wenn ich heute BU werden würde (und zwar im Worst Case so, dass ich laut Gutachter noch > 3h als Regalauffüller oder Pausenaufsicht täglich arbeiten kann (=keine EU-Rente), was aber aufgrund ständiger Arztbesuche unpraktikabel ist, müsste / wollte ich
- mein Haus weiter abzahlen
- die Leasingrate für das Auto bedienen
- weiterhin etwas in den Sparplan meiner Kindern einzahlen
- mittel bis kurzfristig die Kinder beim Studium finanziell unterstützen
- allgemeine Lebenshaltungskosten weiterhin tragen (Versicherungen, Strom / Wasser, Streaming & Co., Lebensmitteln, Handy ...)
- meinen ETF für das Alter weiter bedienen
entfallen könnten
- im Regelfall die Beiträge zur BU selber (Beitragsfreiheit ist meist mitversichert)
- das Zweitauto, wenn ich fahruntauglich bin
- Urlaubsreisen (wobei ich auch Schwerkranke kennen, die nochmal das Leben leben wollen, wenn sie gerade eine gute Phase haben)
- andere Freizeitausgaben, wenn ich ein geselliger Mensch war, mich jetzt aber einschränken muss (weniger als Nerd und viele finden auch andere Hobbies)
hinzukommen könnten
- Kosten behindertengerechte Umbaumaßnahmen an Haus / Auto
- Umzug in eine geeignete Wohnung mit entsprechend höherer Miete
- Kosten für Medikamente, Arztbesuche (ggf. mit Taxi), Behandlungen, orthopädische oder sonstige Hilfsmittel, Pflegeprodukte, u.U. spezielle Diäten
- Kosten für Pflegedienste / Haushaltshilfen
- Aufstockung der eigenen Altersvorsorge, da ich ja nur noch reduziert arbeiten kann und somit meine zu erwartende Rente im Alter stark sinkt
Nicht verweisen kann/darf man auf das Einkommen oder die Hilfe des Partners oder gar der Kinder (wäre ziemlich unfair denen gegenüber).
Den Partner kann man auch ohne BU jederzeit verlieren oder er hält es nicht mehr mit einer pflegebedürftigen Person aus oder flieht zwecks Selbstschutz, weil man aus psychischen Gründen / aufgrund einer Sucht BU geworden ist.
Oder er saß im Fall eines Unfalls im gleichen Auto und ist jetzt ebenfalls BU oder im schlimmsten Fall sogar tot. Auch unabhängig von Unfällen kann der Partner natürlich auch jederzeit selber schwer erkranken und somit zeitgleich ausgefallen sein.
Hmpf sicher, dass Du das alles mit nur noch 1/3 Deines bisherigen Einkommen stemmen kannst, ohne Deine Reserven aufzubrauchen und langfristig in die Altersarmut abzurutschen?
PS: natürlich übernimmt die Krankenkasse einige der Kosten, aber nicht immer / in jedem Fall, einfach weil sie bzw. die Gutachter anderer Meinung wie Du sind, was notwendig für ein vernünftiges Leben sind.