Beiträge von st55

    Was Ulrike Herrman anbelangt, gebe ich Dir hinsichtlich der An-/ Anführungszeichen insofern Recht, wenn man das als sogenannte Expertin versteht. Ich habe mal einen Vortrag von ihr gehört (mehr oder weniger unfreiwillig, auf einem Kongress) und war mir nicht sicher, ob ich einfach nur den Kopf schütteln oder ihr widersprechen soll.

    In der Studie wurden auch Anfangsalter abweichend von 65 betrachtet. Einfach mal reinschauen. Auch zum Thema Bedeutung von Anleihen zu Beginn des Rentenalters haben sie die Auswirkung recht detailliert angeschaut. Die spezielle steuerliche Situation in Deutschland wurde nicht berücksichtigt.

    Auch hier: die Studie kenne ich. Bei den 65 Jahren gings mir um die knapp 30% liquide Mittel, das scheint mir ziemlich eindeutig auf diesen Mittelwert bezogen. Daher meine Frage, ob sich das so einfach verallgemeinern lässt.

    Und genau deshalb solltest du die Cederburg Studie lesen oder die Videos anschauen. Es gab in den letzten 130 Jahren keinen für Privatableger relevanten Zeitraum (in keinem Land) in dem man mit Anleihen nach Inflation besser dagestanden hätte als mit einem global diversifizierten Aktien-Portfolio. Und zwar nicht nur beim Thema Gesamtrendite. Selbst wenn du die ungünstigen Einstiegszeitpunkte bei Aktien gehabt hättest, wären Anleihen nach Inflation immer noch die schlechtere Wahl gewesen. Eben weil sie langfristig sehr stark mit Aktien korrelieren. Es gibt nur einen sehr schmalen Korridor von wenigen Jahren um den Rentenbeginn in dem eine Beimischung von Geldmarkt zu einem besseren (=sichereren) Ergebnis führt.

    Die Studie habe ich gelesen (sonst würde ich ja, wie oben keine Anmerkungen dazu machen). Was ich meine, ist, aus der retrospektiven Betrachtung lassen sich keine Gesetzmäßigkeiten ableiten, sondern allenfalls Wahrscheinlichkeiten.

    Mit 64,7 kommt das aktuelle durchschnittliche Renteneintrittsalter dem aber schon recht nahe.

    Was die 30 % angeht war das meiner Erinnerung eine Option und nicht zwingend aber vielleicht müsste jetzt ich noch mal nachrechnen. Ein steuerschädlicher Verkauf macht wenig Sinn. Wer unbedingt einen Puffer haben will zum Renteneintritt kann einfach in den letzten Jahren die Sparraten auf den Aktienteil aussetzen zugunsten des risikoarmen Teils.

    Mir ging es eher um statistische Fragen, als um praktische, also bspw. den Effekt der Standardabweichung um das Durchschnittsalter auf die "optimale" Aktienquote vor Renteneintritt. Was den Cash-Puffer anbelangt, habe ich mich auch gefragt, wo der herkommen soll, wenn nicht durch Verkauf aus den Aktien. Einr Berechnung dazu, habe ich nicht gelesen.

    Ich habe zu der Studie im Beitrag 1537 60/40 Portfolio mit mehreren ETFs vs. Vanguard Lifestrategy 60 schonmal angemerkt, dass zum Renteneintritt ein nicht unerheblicher Anteil an liquiden Mitteln empfohlen wird, der erst nach Renteneintritt wieder reinvestiert wird, und dass die Voraussetzung, dass das Renteneintrittsalter mit 65 angenommen wird, im historischen und im internationalen Vergleich ja nicht hinkommt, und deshalb zum einen, die Schlussfolgerung 100% Aktien so nicht ganz richtig ist, und zum anderen die Aussagereichweite m.E. eingeschränkt ist. Vielleicht habe ich das Paper aber auch falsch interpretiert.

    Ich habe 35 Jahre beim DRK hauptamtlich gerettet. Der DRK-Hausnotrufhelfer ruft mitnichten erstmal alle hinterlegten Telefonnummern an, sondern fährt erstmal hin und guckt, schätzt die Situation ein und handelt dann, ggf. schickt die Leitstelle auch parallel den Rettungsdienst mit zur Einsatzstelle, falls es die Meldelage ergibt, bei ausgelöstem Notruf und keiner Antwort beispielsweise auch gleich noch den Notarzt!
    Wenn das bei deinem HNR-Anbieter nicht so ist, dann ist der schlicht schlecht! 8)

    Absolut richtig, die Fragen über den an den Notruf angeschlossenen Gegensprecher nach, und wenn niemand antwortet oder jemand Hilfe sagt, fahren sie hin. "Das Problem" beginnt aber dann, wenn es darum geht, das jemand Verantwortung übernehmen soll, wenn entgegen dem Rat die betreffende Person sagt, dass sie nicht mitgenommen werden will. Da hilft auch der Notarzt nicht. Einfach wieder wegfahren können die aber auch nicht. Und wenn sie die Situation so einschätzen, dass sie wieder gehen können, dann rufen sie in jedem Fall jemanden an, damit man Bescheid weiß, alleine schon aus Haftungsgründen. Ich will den Dienst gar nicht schlecht reden, und verstehe die Zwickmühle vollkommen. Letztlich ist das ja dann die Funktion von betreuenden Personen, hier zu schauen, wie man einerseits den medizinischen Notwendigkeiten und andererseits dem Willen der Betroffenen gerecht werden kann. Und dafür muss man eben (meistens) vor Ort sein. Meine Erfahrung ist die, dass man am besten hin(fahren) muss, um die Sache zu bereden und zu einer Lösung zu kommen. (Jetzt ist doch aber wirklich mal genug mit der OT Diskussion)

    Ein letztes Mal OT

    Ja, Familie, Betreuung, Vollmacht, das kenne ich auch alles. Nach meiner Beobachtung gibt es leider immer mehr Hochaltrige, die niemanden haben, der sich kümmert und die auch vereinsamen. Die eigenen vier Wände sind der vermeintlich einzig sichere Ort.

    Ihr kennt Euch leider nur bedingt aus. Hausnotrufe sind bekannt und vorhanden. Die Malteser oder welcher Dienst auch immer dann anrückt, rufen in so einem Fall dann die hinterlegten Kontakte an. Wenn sie niemanden erreichen, packen sie die Person ein und fahren in die nächste Ambulanz (die dann wieder die Kontakte anruft). Wenn aber die Leute partout nicht ins Krankenhaus wollen, was passiert wohl dann? Richtig, dann muss da jemand hinfahren. Ich bin auch schon ins Krankenhaus gefahren (mit dem Rad), da hat man mir gesagt, Sie können den wieder mitnehmen, ist nichts gebrochen. Ich: Soll ich ihn auf den Gepäckträger schnallen? Die Situation ist einfach komplexer, als man sich das vielleicht vorstellt. Aber egal, ist auch nur meine Sicht auf das Thema Stellplatz und Auto.

    OT macht nix, der Faden war von vornherein schwachsinnig ;).

    Ich fand den Beitrag ganz gut, da ich da noch nie drüber nachgedacht hätte. Aber öffentliches Parken ist tatsächlich eine riesen Steuersubvention. Das würde ich erstmal emotionslos anerkennen.

    Unabhängig davon hast Du natürlich recht, dass es für viele, insbesondere alt Eingesessene ein unumgängliches Konstrukt ist, das man nicht so ohne weiteres auflösen kann. Das macht es aber nicht zwingend fair

    So ne innerstädtische Tiefgarage macht schnell mehr als 10 Prozent der Baukosten aus. Außer dem Verzicht auf einen Aufzug fehlt mir wirklich die Phantasie an welcher Stelle man noch merkbar einsparen könnte, wenn die Gesetzgebung nur das "zweit- oder drittbeste" fordern würde.

    Man könnte vielleicht noch über Höhenbegrenzungen, Ausnutzungszahlen oder Abstandsflächen diskutieren.

    Mir ging es einfach darum, darauf aufmerksam zu machen, dass pauschale Aussagen der Lebensrealität vieler Menschen nicht gerecht werden. In meinem Fall wäre die "Subventionen" nicht meiner Bequemlichkeit oder meinem Anspruch geschuldet, jederzeit vor dem Haus ein Auto abstellen zu können (das geht sowieso nicht, weil da die SUVs der Nachbarn dauerparken), sondern, dass ich bspw. im Notfall schnell zu pflegebedürftigen oder hochaltrigen Freunden gelangen kann, wenn die anrufen, weil sie wieder mal gestürzt sind und hilflos am Boden liegen, ohne alleine wieder hochzukommen. Da dauert es mit dem Fahrrad oder ÖPNV einfach zu lange. Wenn so eine Art freiwilliges Engagement sozusagen quersubventioniert wird, dann soll es mir recht sein. (und @St. Irving da zähle ich sicher zu einer Deiner "Randgruppen) Das ist aber lediglich anekdotische Evidenz. Mir geht's darum, dass man differenzierter auf dieses Stellplatz Thema schauen sollte.

    Niemand wird gezwungen, in die Altstadt zu ziehen. Wobei man dort auch im Alltag kein Auto braucht. Es gibt genug Wohnungen und Häuser mit ausreichend Stellplätzen. Alles eine Frage der Prioritäten. Ich weiß nicht, woher die Anspruchshaltung kommt, dass jeder einen gratis oder fast gratis (30€ Anwohnerparken pro Jahr) Stellplatz direkt vor der Haustür hat. Kostenloser Parkraum in Städten ist eine der größten Subventionen aus der Gießkanne.

    Mir ist auch vollkommen schleierhaft, warum Laternenparker die Diskussion so dominieren, wo sie über die ganze Republik nur 20% der Autos ausmachen und selbst in Metropolen nur eine Minderheit sind.

    OT (ich weiß wirklicht nicht, was das noch mit dem Thema zu tun haben soll, aber so einem Unisinn muss ich einfach etwas entgegen setzen)

    Stell Dir vor, es gibt auch Menschen, die ziehen nicht in die Altstadt, sondern wohnen da seit 35 Jahren, und benötigen trotzdem auch mal ein Auto, obwohl sie sonst im Alltag mit den Rad fahren. Und Anwohnerparken ist keineswegs überall so billig, wie Du meinst. Das als Laternenparker zu diskreditieren geht an der Lebensrealität vollkommen vorbei. Du kannst ja wohnen, wo Du willst, aber stell einfach mal in Rechnung, dass die Situation nicht so unterkomplex ist, wie Du vielleicht meinst.

    Der Kipppunkt Diskurs bezieht sich doch auf natürliche Gleichgewichte, oder täusche ich mich? Da passen Finanzmärkte irgendwie nicht dazu.

    Da erlaube ich mir eine Nachfrage, obwohl ich nicht der TE bin. Wir haben auch so einen "alten" Fonds im Depot (der allerdings viel besser dasteht, was die Rendite anbelangt), der über die Jahre (ca 25) per Sparplan gekauft wurde. Also die zweite von Dir angesprochene Variante. Was sollte man bei so einem Fonds abwägen, wenn man mit der TER hadert? Danke für einen Hinweis.

    Wirtschaftlich ist Argentinien aktuell genau das Vorbild das wir uns nehmen sollten. Merz mit Kettensäge und es würde uns allen besser gehen.

    Von wegen. Milei lässt die Armutsdaten schönrechnen, und behauptet, Armut reduziert zu haben. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung profitiert von seiner Politik, nämlich die obere Mittel- und die Oberschicht. Die anderen zwei Drittel nicht. Wenn Du allerdings mit "uns allen" die Bessergestellten meinst, dann würde das Bild passen.