Beiträge von JackDawson

    Tut mir leid, aber da betreibst du billigen Populismus und ignorierst den Kern des Arguments. Lobbyisten gibt es nicht nur in Brüssel oder Berlin und nicht jeder arbeitet für einen Großkonzern bzw. entsprechenden finanziell gut ausgestatteten Verband. Was für den einen die gesunde Zivilgesellschaft ist, stellt für den anderen unerwünschten Lobbyismus dar. Der Abmahnverein ist hier ein Paradebeispiel. Aber auch Bürgerinitiativen gegen Windräder, Stromleitungen, Autobahnen, etc. sind abhängig vom Standpunkt gesunde Zivilgesellschaft oder Störfaktor. Ähnlich wie Gewerkschaften oder Kirchen. Aktuell bietet sich auch das Thema Flussvertiefung als Anschauungsmaterial. Viel Spaß beim Versuch einer wasserdichten Definition, welche Seite hier die bösen Lobbyisten sind.

    Es ist vollkommen egal, von welchem Thema wir reden, welche konkreten Auswirkungen das hat und ob jemand explizit dafür bezahlt wird, ein Interesse zu haben. Die Asymmetrie ist da und dominiert die Frage, ob sich jemand für bzw. gegen ein Thema engagiert.

    Ja, das sind alles Lobbyisten (oder im Powi-Deutsch: organisierte Interessen).

    Was ich mit Zivilgesellschaft meine: Der einzelne Bürger hat nur die Möglichkeit, sich zusammenzuschließen, um ein Gegengewicht zu schaffen. Staatliche Regeln, die das verhindern, wird es in absehbarer Zeit nicht geben.

    Ja, aber woher kommt das? Das ist eben die Asymmetrie bei der Arbeit. Egal ob es um das neue Gewerbegebiet geht, das die Firma Müllermeier, großer Arbeitgeber im Ort, für ihren neuen Standort unbedingt sofort erschlossen haben will oder im ganz Großen um Zölle, Förderungen oder gesetzliche Regelungen für ganze Branchen. Milton Friedman hat das sehr schön beschrieben: https://drt.cmc.edu/2025/03/14/milton-friedman-on-tariffs/

    Richtig. Deshalb braucht es Regeln für Lobbyismus und eine Zivilgesellschaft als Gegengewicht.

    Das doktert nur an den Symptomen rum. Kernproblem ist die Asymmetrie, die sich fast immer finden lässt. Für eine gewisse Gruppe geht es um sehr viel...egal ob wir jetzt über Förderungen für energieeffiziente Immobilien reden, Kaufanreize für Elektroautos oder was anderes. Für die Allgemeinheit geht es um relativ wenig...die Elektroförderung beispielsweise sind weniger als 40€ pro Kopf. Und das über mehrere Jahre. Und da reden wir nur über die finanziellen Aspekte, bei vielen Projekten geht es auch um sehr praktische Nachteile. Wer ein über 200m hohes Windrad in 600m Entfernung vom Dorf bekommt...

    Das ist absolut richtig. Dazu kommt noch auf der kommunalen Ebene ein gewisser Pragmatismus. Einer meiner Dozenten hat im Bereich neue Steuerungsinstrumente geforscht. Das Problem ist, dass es da dann Vorgaben gibt, beispielsweise Budgetierung und Prioritätslisten, die Herrn Gemeinderäte sich aber trotzdem davon beeindrucken lassen, dass Einwohner bei ihnen vorsprechen und ihr Problem schnell und unbürokratisch gelöst haben wollen, egal ob Budget dafür da ist oder die interne Priorisierung es nach unten gesetzt hat.

    Haben Wirtschaftswissenschaftler und erst recht Politiker dadurch sehr eingeschränkte Möglichkeiten, überhaupt gestalterisch erfolgreich in dem Bereich tätig zu sein? Müssten sie dann mehrere alternative - vielleicht sogar konträre - Optionen in Betracht ziehen und ausprobieren, die Ergebnisse und Konsequenzen hiervon permanent monitoren und ihre Aktivitäten entsprechend anpassen? Ist ein Politik-Apparat mit den gegebene Verfahren vielleicht sogar zu träge, um auf die raschen Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu reagieren? Oder gibt es auch eindeutige Kriterien, wie die Verteuerung der Energiekosten, die eher einvernehmlich als Standortnachteil gewertet werden können?

    Da gibt es in der Politikwissenschaft sehr viele Theorien dazu, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

    Meiner Ansicht nach ist es so, dass es diese Möglichkeiten zwar gibt, der politische Akteur aber gegen Beharrlichkeitskräfte ankämpfen muss, die umso stärker sind, je länger in diesem konkreten Politikfeld in die gleiche Richtung gefahren wurde.

    Nehmen wir das Beispiel Verteuerung der Energiekosten, weil du es ins Spiel gebracht hast:

    Maßgebliche Akteure sind hier pro Kostensenkung Verbraucher und Wirtschaft, im Contra finden sich Energieunternehmen, Umweltschutzverbände und Klimaschützer.

    Als Politiker findet man sich jetzt sehr schnell in verschiedenen Terminen mit Vertretern dieser Stakeholder, dazu kommt noch, dass mittlerweile schnell und gerne geklagt wird, wenn das Ergebnis nicht den Wünschen entspricht, insbesondere auf der Contra-Seite.

    Was würde helfen? Konsequente Regeln für Lobbyismus, Einschränkungen der Klagemöglichkeiten und Verfahren wie runde Tische. Letztere dauern aber wieder lange.

    Hallo Sovereign

    ich kann Dich beruhigen, es gibt tatsächlch Menschen die POKITIK von der Pike studieren.

    Bestes Beispiel mein Junior, ist 19 und studiert in Wien Politikwissenschaft. Er diskutiert schon jetzt wie "ein Großer".....

    Ob sich dadurch die Qualität der Berufgrupper verbesser bezweifle ich dennoch, 1 Schwalbe macht noch keinen Sommer, Gruss McProfit

    Politik war auch mein Erststudium. Und interessante Statistik: Menschen, die Politik studiert haben, gehen seltener in die Politik. Böse Zungen behaupten, weil sie das Geschäft und seine Mechanismen kennen.

    Das kam mir auch in den Sinn. Aber kann man dann von Wirtschaftswissenschaft sprechen, wenn man sich hier nicht auf eine gemeinsame Erkenntnis/Theorie/Wahrheit einigen kann?

    Spricht man nicht von Wirtschaftswissenschaften? Oder gilt das nur dann, wenn man damit die Kombination BWL/VWL meint?

    Es gibt ein wirklich cooles neues System von Octopus Energy:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Hierbei bekommst du eine 10 KWH Akku ohne Solaranlage in den Keller gestellt und dienst dem Gesamtnetz als Puffer.

    Ich denke, das ist die die Zukunft.

    Puffer über Massen von privaten Akkus im Rahmen der bereist vorhandenen Netze.

    Wenn jetzt nur nicht Elon Musk dahinterstehen würde...

    Nein. In dem PDF auf Seite https://www.bmas.de/DE/Soziales/Re…ssion-2026.html steht

    D.h. bei der "engen Abgrenzung" würde der Bundeszuschuss die versicherungsfremden Leistungen sogar um 16 Milliarden € überscbreiten. Aber bei der "erweiterten Abgrenzung" unterschreitet der Bundeszuschuss die versicherungsfremden Leistungen um 40 Milliarden € (entsprechend den Zahlen für 2023).

    Die Zahlen des BMAS weichen seltsamerweise von denen im Haushalt ab:

    https://www.bundeshaushalt.de/DE/Bundeshaush…lt-digital.html und dann bei der Haushaltsstelle 1102 schauen. Im Haushalt sind sogar 140 Mrd. eingeplant.

    Die Kosten für die versicherungsfremden Leistungen wurden von der Rentenkommission auf bis zu 40 Milliarden € jährlich beziffert. Allerdings gibt es da eine enge Abgrenzung und eine erweiterte Abgrenzung, für die Abschätzung, was überhaupt als "versicherungsfremd" anzusehen ist.

    Dem gegenüber steht ein Bundeszuschuss von 127 Mrd. Euro. Die versicherungsfremden Leistungen sind also auf jeden Fall abgedeckt, egal, welche Definition man anwendet.

    Da wieder von Bürgergeld geschrieben wird. Dieser Punkt mach 4-5% der Sozialleistungen aus und ist damit für das "nicht mehr leisten können" eigentlich irrelevant. Aber es lässt sich gut instrumentalisieren für die angesprochene Neiddebatte.

    Das war ja nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass die Empfänger dieser Leistung ja auch keine Einzahlung in die anderen Systeme tätigen und dementsprechend nicht nur die 4-5% fehlen, sondern dazu noch ein Betrag von x weniger ins System kommt.

    Der Monatsbruttolohn bei der Kanalreinigung liegt bei 2784 €.

    Arbeitskleidung und Reinigung der Arbeitskleidung macht der Betrieb alles fertig. Die Arbeit kann angeblich jeder durchschnittlich gesunde Mensch durchführen.
    Die Firma sucht eigentlich primär, ganz normale Kerle, die arbeiten wollen.

    Es gibt aber keinerlei Bewerber.

    Männer, die das machen könnten, sieht man dafür gemütlich am Vormittag mit ihren ukrainischen Freundinnen oder Kindern bei Lidl und Aldi tiefen-entspannt einkaufen.

    Offenbar ist das Bürgergeld (sorry Grundsicherung) für gesunde Menschen zu hoch.

    Netto wäre 1932 €.

    Dem Netto stehen beim Bürgergeld 506 Euro (plus das gleiche für einen Partner) plus Miete + Heizung entgegen. Die Rechnung könnte aufgehen, auch wenn man das in Teilen der Politik nicht hören möchte.

    Ja, das trifft es in etwa. Wieso soll jemand länger als 45 Jahre arbeiten, wenn wir 3 Millionen Arbeitslose haben?

    P.S. Kanalreinigung" und "tiefenentspannt" - Wortspiel beabsichtigt? ^^

    Genau so sehe ich das auch.

    Leider geht es in der öffentlichen Diskussion dann meistens darum, dass es unter diesen Personen auch Kranke, Behinderte, Pflegende usw. gibt. Ja, mag sein. Sind aber eben nicht alle, und nur Leistungen beziehen ohne Gegenleistung funktioniert in der Masse auf Dauer eben nicht.