Schildermacher
Bild: IMAGO / Rolf Kremming

Dass es weg ist, fällt oft erst auf den zweiten Blick auf: Wenn vorne an der Stoßstange das Kennzeichen fehlt, ist der Schreck groß. Manchmal fällt es ab, etwa beim ruppigen Einparken. Wenn es vorne wie hinten fehlt, ist das dagegen selten Zufall – Diebstahl ist wahrscheinlicher. Dem ADAC zufolge werden pro Jahr rund 160.000 Nummernschilder gestohlen.

Wir erklären Dir in sieben Schritten, was in solch einem Fall zu tun ist.

Schritt 1: Polizei verständigen

Ist Dein Kennzeichen weg, verständige umgehend die Polizei. Du brauchst die Verlust- oder Diebstahlsmeldung, um neue Kennzeichen zu beantragen. Außerdem wird die verschwundene Nummer für zehn Jahre gesperrt, Du bekommst also eine neue.

Sollte Dein bisheriges Kennzeichen irgendwo auftauchen, zum Beispiel beim Spritdiebstahl oder einem Banküberfall, weiß die Polizei sofort, dass die Schilder gestohlen sind – und Du nicht verantwortlich bist.

Schritt 2: Versicherung verständigen

Als nächstes gibst Du Deiner Kfz-Versicherung Bescheid. So ist auch dort klar, dass Du nicht schuld bist, falls ein Wagen mit Deinem alten Kennzeichen einen Schaden verursacht.

Wichtig: Fahren solltest Du mit dem kennzeichenlosen Auto nicht mehr. Allerhöchstens bis zum Straßenverkehrsamt, um ein neues Nummernschild zu besorgen. Sonst drohen 60 Euro Bußgeld.

Schritt 3: Termin bei der Zulassungsstelle vereinbaren

Aktuell einen Termin bei der Zulassungsstelle zu bekommen, ist in vielen Städten eine Herausforderung. Zuständig ist die Behörde, in deren Bezirk der Hauptwohnsitz des Fahrzeughalters liegt. Meist kannst Du online nach einem freien Termin suchen und mancherorts sogar alles online erledigen („internetbasierte Fahrzeuganmeldung“, kurz i-Kfz).

Je nach Kommune befindet sich die Zulassungsstelle beim Straßenverkehrs-, Bürger- oder Landratsamt. Mal heißt die Dienstleistung „Kraftfahrzeugkennzeichen ersetzen“, mal „Umkennzeichnung eines Kfz (auch wegen Diebstahl)“.

Nummernschild
Bild: IMAGO / Marc Schüler

Schritt 4: Wunschkennzeichen sichern

Vielerorts ist es möglich, online ein Wunschkennzeichen zu reservieren. Das Wunschkennzeichen kostet bundeseinheitlich 10,20 Euro, das Reservieren 2,60 Euro extra. Vorteil: Du kannst die Schilder vorher anfertigen und sie beim Amt direkt bekleben lassen. Bestellst Du sie online, kommst Du meist billiger weg, als wenn Du sie in der Nähe der Zulassungsstelle prägen lässt (siehe Schritt 6).

Schritt 5: Unterlagen zusammentragen

Auf der Zulassungsstelle brauchst Du außer Deinem Ausweis die Diebstahlsanzeige der Polizei, Fahrzeugschein sowie Fahrzeugbrief (im Amtsdeutsch: Zulassungsbescheinigung Teil I und II) und den Nachweis über die jüngste Hauptuntersuchung (HU). Falls das Auto nicht auf Dich zugelassen ist, brauchst Du eine schriftliche Vollmacht der Halterin und eine Kopie ihres Ausweises.

Die Gebühren für die Ersatzkennzeichen liegen bei mindestens 27 Euro, in manchen Kommunen auch deutlich darüber. Hinzu kommen schätzungsweise 5 bis 8 Euro für eine neue Feinstaubplakette.

Schritt 6: Kennzeichen prägen

Die Anbieter, die direkt im oder am Straßenverkehrsamt sitzen, nehmen mehr Geld fürs Prägen von Nummernschildern als die Konkurrenz ein paar Häuser weiter. Meist sind es nur wenige Schritte, mit denen Du gut die Hälfte der Kosten sparst. Tipp: Akzeptiere nicht den ersten Preis. Meist lassen die Verkäufer mit sich verhandeln. Die Erfahrung zeigt, dass der Endpreis bei 30 Euro liegen kann, in manchen Städten und online geht es noch preiswerter. Hast Du Dein Wunschkennzeichen vorab reserviert, kannst Du die passenden Schilder rechtzeitig vor Deinem Behördentermin im Internet bestellen.

Schritt 7: Plaketten anbringen und Schilder montieren

Sobald das neue Kennzeichen feststeht und Du die Schilder dazu hast, kann die Zulassungsbehörde die Plaketten für die Hauptuntersuchung und den Zulassungsbezirk anbringen – und Du die Schilder dann an Deinem Wagen.

Übrigens: Schwieriger stehlen lassen sich die Kennzeichen, wenn sie am Wagen festgeschraubt und nicht nur in eine Halterung eingeklickt sind.

Gute Fahrt!

Nina C. Zimmermann
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