Kfz-Versicherungsvergleich

So finden Sie eine günstige Kfz-Versicherung

Kathrin Gotthold
& Co-Autoren
Stand: 11. November 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Stichtag für Ihre Kündigung ist meist der 30. November.
  • Wenn Sie ein Auto neu zulassen, können Sie sofort mit einer günstigen Kfz-Versicherung starten.
So gehen Sie vor
  • Finanztip-Empfehlung bei der Suche nach einer guten Kfz-Versicherung: Am meisten kannst Du sparen, indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen.
  • Schließen Sie den Vertrag bei dem Anbieter, der den von Finanztip empfohlenen Mindestschutz zum besten Preis anbietet.

Steht auch Dein Auto im Zuge der Corona-Pandemie häufiger still als früher? Das kann Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung haben. Wer weniger fährt, baut tendenziell weniger Unfälle. Viele Autofahrer können im kommenden Jahr auf bessere Schadenfreiheitsklassen hoffen. 

Besonders günstige Kfz-Versicherungen finden Sie jedes Jahr vor dem Kündigungstermin 30. November. Gerade wenn Sie in den Vorjahren Ihre Autoversicherung nicht gewechselt haben, können Sie mit unseren Tipps mitunter Hunderte Euro sparen. Wie das geht, erläutern wir in den folgenden sieben Schritten.

Übrigens: Auch im Laufe des Jahres können Sie bereits ordentlich sparen, falls Sie Ihr altes Auto abmelden und ein neues zulassen. Denn dann endet erst einmal auch die alte Kfz-Versicherung und Sie können sich eine neue, günstigere suchen.

Schritt 1: Welche Kfz-Versicherung benötigen Sie?

Jeder Fahrzeughalter in Deutschland muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung haben – sonst wird das Auto nicht zugelassen. Laut Gesetz müssen Personenschäden bis mindestens 7,5 Millionen Euro gedeckt sein, Sachschäden bis 1,12 Millionen Euro und Vermögensschäden bis 50.000 Euro.

Die meisten Versicherer bieten bereits in ihrem Grundtarif eine deutlich höhere Schadenssumme von pauschal 50 oder 100 Millionen Euro an. Bei anderen zahlen Versicherte für die Police mit solchen höheren Deckungssummen einen geringen Aufschlag.

Der eigene Wagen ist durch die Kfz-Haftpflichtversicherung jedoch nicht geschützt. Darum empfiehlt es sich bei vielen Autos, außerdem eine freiwillige Kaskoversicherung abzuschließen. Zur Wahl stehen Teilkasko- und Vollkaskotarife.

Für diese Schäden kommt die Teilkasko auf:

  • Diebstahl,
  • Brand und Explosion,
  • Sturm, Blitzschlag, Hagel und Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild (zum Beispiel Reh oder Wildschwein),
  • Marderbiss an Kabeln, Schläuchen und Leitungen,
  • Glasbruch,
  • Kabelschaden durch Kurzschluss.

Der einfache Schutz der Teilkasko lässt sich erweitern auf Schäden durch Tiere aller Art (etwa bei einem Zusammenstoß mit einem Hund) oder die Folgeschäden durch Marderbiss. Beim Vergleich auf einem Online-Portal können Sie die passenden Einstellungen auswählen.

Die Vollkaskoversicherung bietet den Schutz einer Teilkasko und deckt darüber hinaus einen Schaden am eigenen Fahrzeug durch selbst verschuldete Unfälle sowie durch Vandalismus ab. Dadurch ist die Vollkasko-Police in der Regel der teuerste Schutz.

Ob und welche Kaskoversicherung sinnvoll ist, müssen Sie selbst entscheiden. Bei der Erstattung der Unfallkosten setzt eine Kaskoversicherung den aktuellen Wert des Wagens an. Ist das Auto schon sehr alt und hat nur noch wenige Hundert Euro Restwert, lohnt sich die Teilkaskoversicherung nicht, die Haftpflicht-Police reicht dann in der Regel aus.

Vor allem bei Neuwagen empfiehlt es sich, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Je nach Vertrag ist das bei einigen Leasing-Vereinbarungen sogar Pflicht. Für Fahrer, die bereits drei oder mehr Jahre schadenfrei sind und in einer günstigen Region wohnen, kann ein Vollkaskotarif sogar preiswerter sein als Teilkasko. Denn anders als in der Teilkasko gewährt die Versicherung unfallfreien Fahrern bei einer Vollkasko einen Schadenfreiheitsrabatt.

Haben Sie eine Kaskoversicherung abgeschlossen, sollten Sie regelmäßig prüfen, ob der Schutz noch zum Auto passt. Nach einigen Jahren ist es meist sinnvoll, von der Vollkasko- zur Teilkaskoversicherung zu wechseln. Vergleichen Sie dafür die Preise für beide Varianten und setzen Sie die Differenz ins Verhältnis zum Wert des Autos.

Stichtag für einen Wechsel ist in der Regel der 30. November. An diesem Tag müssen Sie die alte Versicherung spätestens gekündigt und den neuen Tarif abgeschlossen haben. Ab 1. Januar beginnt dann die neue Versicherung.

Schritt 2: Was sollte die Autoversicherung abdecken?

Die folgenden Tarifmerkmale sollten Sie auf einem Kfz-Versicherungsrechner auswählen, um sie in jedem Fall in Ihre Kfz-Versicherung einzuschließen:

Erhöhte Deckungssummen - Damit schließen Sie nur Tarife ab, die 50 oder 100 Millionen Euro als Versicherungssumme haben. Mit solchen Deckungssummen sind Sie gegen die finanziellen Folgen auch schwerer Unfälle abgesichert. Eine Finanztip-Studie zeigt, dass die meisten Tarife dieses Merkmal bereits ohne Aufpreis anbieten. Und wer explizit nach einem Tarif mit der niedrigeren gesetzlichen Deckungssumme sucht, findet nur wenige Basis-Tarife. Es lohnt sich daher nicht, auf erhöhte Deckungssummen zu verzichten, zumal die günstigsten Tarife in unserer Studie diese immer anbieten.

Mallorca-Police - Diese Option erhöht die Versicherungssumme für Mietwagen im europäischen Ausland auf deutsches Niveau. Damit sind Sie im Urlaub gut haftpflichtversichert. Die Mallorca-Police kostet laut unserer Studie heute oft keinen Aufschlag mehr. Nur wenige Basis-Tarife verzichten auf die Absicherung. Diese Tarife zählten in der Studie dennoch nicht zu den günstigsten Angeboten.

In der Kaskoversicherung

Grobe Fahrlässigkeit - Verzichtet der Versicherer auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit, kann er seine Leistungen nicht kürzen, falls Sie beispielsweise nach dem Überfahren einer roten Ampel einen Unfall verursachen. Nicht versichert ist das Auto allerdings, wenn Sie unter Alkohol- oder Rauschmitteleinfluss fahren oder den Diebstahl des Wagens grob fahrlässig ermöglicht haben. Tarife, die noch mehr ausschließen, sollten Sie nicht wählen.

Die Finanztip-Studie zeigt: Der Zusatzschutz kostet bei den meisten Tarifen keinen Aufschlag. Auch die günstigsten Tarife hatten grobe Fahrlässigkeit fast immer eingeschlossen.

Marderschäden mit Folgeschäden - Ein Schlauchschaden durch einen Marderbiss kann unangenehm teuer werden, vor allem wenn in der Folge der Motor Schaden nimmt. Marder sind auch in Städten aktiv. Oft ist die Erstattung für Folgeschäden aber auf 3.000 Euro begrenzt. Auch dieses Merkmal schließen die meisten Tarife kostenlos in den Schutz mit ein.

Schritt 3: Was ist bei der Kfz-Versicherung weniger wichtig?

Die folgenden Tarifmerkmale können, je nach der individuellen Situation, eine sinnvolle Ergänzung sein, kosten unter Umständen aber einen deutlichen Aufpreis:

Rabattschutz - Um die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zu halten, zahlt es sich manchmal aus, einen Rabattschutz zu vereinbaren. Allerdings erschwert diese Klausel den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Für den neuen Anbieter gilt der Rabattschutz nämlich nicht und bei der Einstufung zählt bei ihm deshalb auch der Unfall in der Vergangenheit.

Erweiterte Wildschäden - Standardmäßig zahlt die Teilkasko nur bei Unfällen mit Haarwild, also vor allem mit Rehen und Wildschweinen. Gerade in ländlichen Gegenden lohnt sich die Option „erweiterte Wildschäden“, die dann beispielsweise auch Zusammenstöße mit Kühen oder Pferden abdeckt. Die Option „Tiere aller Art“ zahlt bei Unfällen mit allen Tieren. Diese Klausel ist inzwischen Standard.

Autoschutzbrief - Mit einem Autoschutzbrief bekommen Sie Hilfe nach einer Autopanne. Dabei übernimmt der Anbieter etwa die Abschlepp- und Übernachtungskosten, wenn Sie das Auto nach einem Unfall nicht nutzen können. Einige Schutzbriefe bezahlen auch einen Mietwagen und bieten personenbezogene Leistungen wie Krankenrücktransport, Medikamentenversorgung im Ausland und im Todesfall die Übernahme der Bestattungs- oder Überführungskosten.

Pannendienst oder Abschlepphilfe können Sie notfalls auch selbst bezahlen. Wer sich dennoch dagegen absichern möchte, muss sich zwischen Kfz-Schutzbrief und Automobilklub entscheiden. Der Schutzbrief ist laut Finanztip-Studie vergleichbar günstig.

Bei Neuwagen können Sie auf einen Schutzbrief oder den Automobilklub verzichten, denn dann greift meist die Mobilitätsgarantie des Herstellers.

Fahrerschutzversicherung - Für Versicherte, die keine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung haben und Vielfahrer sind, kommt eine Fahrerschutzversicherung infrage. Sie begleicht den Verdienstausfall und zahlt Schmerzensgeld bei einem selbst- oder mitverschuldeten Unfall. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Fahrer-Unfallversicherung, von der wir abraten.

Darauf können Sie bei der Kfz-Versicherung verzichten

Insassen-Unfallversicherung - Die Insassen-Unfallversicherung übernimmt die Kosten, wenn einer Ihrer Mitfahrer verletzt oder getötet wird. Doch solche Schäden sind ohnehin entweder durch die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers oder durch Ihre eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt, falls Sie den Unfall bauen. Die Insassen-Unfallversicherung springt praktisch nur dann ein, wenn nach einem Unfall die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden zum Beispiel wegen Fahrerflucht nicht deckt. In solchen Fällen hilft aber auch die Verkehrsopferhilfe.

Fahrer-Unfallversicherung - Sie umfasst ähnliche Leistungen wie eine Fahrerschutzversicherung. Wie viel Geld Sie nach einem Unfall erhalten, hängt aber von der gewählten Deckungssumme und dem Grad einer möglichen Invalidität ab – und nicht vom tatsächlichen Schaden. Wer sichergehen will, dass er bei einem Autounfall in vollem Umfang abgesichert ist, sollte daher eine Fahrerschutzversicherung abschließen. Gegen Unfälle nicht nur im Auto schützt eine private Unfallversicherung besser. Doch auch diese eignet sich nicht für jeden.

Freie Werkstattwahl - Es zahlt sich aus, wenn die Versicherung die Werkstatt bestimmen darf – der Versicherungsbeitrag ist dann niedriger. Besitzer von Fahrzeugen mit noch gültiger Herstellergarantie oder mit Leasing sollten aber auf jeden Fall auf die freie Werkstattwahl achten.

Schritt 4: Wie funktioniert der Kfz-Versicherungsvergleich?

Ohne Vergleichsportal ähnelt die Suche nach einer günstigen Kfz-Versicherung der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Wer bei mehreren Versicherern Preise abfragt, bekommt von jedem einen anderen Betrag genannt. Diese können beträchtlich voneinander abweichen. 

Abhilfe versprechen die Kfz-Versicherungsrechner der Vergleichsportale: Weil jeder Versicherer das Risiko eines Fahrers anders bewertet, bieten sie mit nur einer Eingabe aller relevanten Daten eine nützliche Übersicht über die Preise vieler Anbieter – aber nicht aller Anbieter. 

Denn kein Portal listet die Preise aller Versicherungen: Einige Anbieter haben nur mit einem der vielen Portale einen Vertrag, andere erscheinen auf gar keinem Vergleichsportal. Wer sich auf ein einziges Vergleichsportal verlässt, findet dort nur selten den günstigsten Tarif. Das wird in unserer Untersuchung deutlich: Das beste Portal lieferte nicht einmal bei jeder zweiten Abfrage den niedrigsten Preis.

Wir haben uns im September 2019 vor der Kfz-Wechselsaison etwa 40 Vergleichsseiten angeschaut. Bei drei Vergleichsrechnern haben wir dann Beiträge anhand von 32 Test-Nutzern abgefragt. Im Vergleich lieferten die Portale Verivox und Check24 die besten Ergebnisse. Eine zweite Portalabfrage haben wir im Oktober durchgeführt. Damit haben wir für unsere 32 Profile auch Tarife zur Wechselsaison abgefragt. Auch in diesem Vergleich unter den Portalen lieferten Verivox und Check24 die besten Ergebnisse.

Einzelheiten zur Vorauswahl der Portale und zu unserer Auswertung erfahren Sie am Ende des Textes

Um die Portale bewerten zu können, wählten wir folgendes Vorgehen: Für jedes Profil schauten wir uns das beste Angebot des Portals und das insgesamt günstigste gefundene Angebot an. Je weniger die Kfz-Vergleichsrechner über dem Bestpreis lagen, desto besser. Zusätzlich zum durchschnittlichen Preisaufschlag betrachteten wir in unserer Untersuchung auch die maximale Abweichung vom günstigsten Preis. Denn für den Versicherungskunden ist es besonders ungünstig, das eine Angebot zu erwischen, das beispielsweise ein Viertel teurer ist als der günstigste Tarif.

Sonderfall Huk24

Zusätzlich haben wir Daten bei der Huk24 erhoben. Die Huk24 ist ein reiner Direktversicherer und eine der größten Kfz-Versicherungen. Allerdings ist sie auf den Portalen nicht vertreten. Daher ist es sinnvoll, auch diesen oft sehr günstigen Direktversicherer in den Preisvergleich miteinzubeziehen.

Vergleichsportal und Direktversicherer kombinieren

Unsere Empfehlung lautet daher: Machen Sie zwei Vergleiche. Berechnen Sie zunächst ein Angebot auf einem der beiden Vergleichsportale. Machen Sie dann eine Abfrage bei der Huk24, um zu sehen, ob es dort einen noch günstigeren Tarif gibt.

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung
Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf dem Portal
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist teure „Maklerempfehlung“
Huk24
Kfz-Versicherung
  • zeigte in der Finanztip-Untersuchung im Oktober 2019 in 14 von 32 Fällen den niedrigsten Preis
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • ist nicht auf den gängigen Vergleichsportalen vertreten
  • hohe Aufschläge bei einzelnen Beispielkunden
  • ein zusätzlicher Preisvergleich auf einem Vergleichsportal ist daher nötig

Schritt 5: Wie gehen Sie beim Kfz-Versicherungsvergleich vor?

Den neuen Tarif finden Sie so: Öffnen Sie auf Ihrem Computer zwei Browserfenster und platzieren Sie sie nebeneinander auf Ihrem Bildschirm. In den gleichzeitig geöffneten Fenstern lassen sich die Ergebnisse am besten vergleichen. Orientieren Sie sich bei den Eingaben an unseren obigen Empfehlungen und den folgenden Anleitungen für Verivox, Check24 und Huk24

Beachten Sie, dass auf einem Portal der Vergleich erst komplett ist, wenn Sie auch neben der ersten Ergebnisübersicht weitere Merkmale ausgewählt haben. An dieser Stelle fragen viele Portale erst nach Zusatzschutz wie „Marderschäden mit Folgeschäden“ oder „erhöhte Deckungssummen“. Überprüfen Sie auch, ob die Tarifdetails, die wir im Schritt 6 dieses Textes beschreiben, für Sie infrage kommen.

Vergleichsportal und Direktversicherung

Wir schauen uns das für Dich ganz genau an
32
Autofahrer

Für 32 verschiedene Fahrer und ihre Autos haben wir die je 10 günstigsten Tarife rausgesucht. Alle Angebote mussten Mindestkriterien erfüllen.

320
Preisabfragen

Im September und Oktober haben wir 320 mal Preise auf Portalen und Direktversicherungen abgefragt, um den besten Weg zur Kfz-Versicherung zu finden.   

2+1
Empfehlung

Die günstigsten Tarife findest Du, wenn Du zuerst bei Verivox oder Check24 nachschaust – und Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen lässt.

Schritt 6: Auf welche Tarifmerkmale sollten Sie achten?

In den Portalen befindet sich oberhalb der Ergebnislisten ein Link „Tarife vergleichen“. Dort finden Sie detaillierte Leistungsbeschreibungen. Achten Sie dort auf folgende Merkmale, sofern diese für Sie von Interesse sind.

Sonderausstattung - Wenn das Fahrzeug über umfangreiche Extras verfügt, sollte der Tarif Sonderausstattungen im erforderlichen Umfang abdecken. Was genau als Sonderausstattung definiert ist, legt die Versicherung in den Bedingungen fest. In der Finanztip-Studie 2016 zeigte sich, dass die meisten Anbieter Sonderausstattungen bis 5.000 oder 10.000 Euro ohne Aufschlag mitversichern. 

Verzicht auf Abzug neu für alt - Vor allem bei älteren Autos ist es ärgerlich, wenn die Versicherung im Schadensfall die Kosten für neue Verschleißteile wie Reifen nicht übernimmt. Verzichtet sie auf den Abzug, schließt der Versicherungsschutz die Kosten für alle Ersatzteile ein. Oft gilt der Verzicht aber gerade nicht für ältere Autos. 

Erweiterte Elementarschäden - Wer in einer Bergregion oder an einem Hang wohnt, schützt mit dieser Option sein Auto vor einem Schaden durch Lawinen und Muren. Wie sehr sich die Kasko-Versicherung durch diese Klausel verteuert, ist abhängig vom Wohnort. In gefährdeten Regionen schlagen Versicherungen bei den Beiträgen deutlich höher auf als in anderen Gegenden. Im Durchschnitt kosteten Tarife mit erweiterter Elementarschadenabdeckung in unserer Studie 2016 gut 28 Prozent mehr. Die Spanne lag bei den von uns getesteten Profilen allerdings zwischen 0 und 45 Prozent. Auffällig ist außerdem, dass nur wenige Anbieter diesen Zusatzschutz überhaupt anbieten. Wer nach einer Versicherung mit Elementarschutz sucht, hat dann oft deutlich weniger Tarife zur Auswahl. 

Neuwert-Entschädigung - Wer ein Neufahrzeug versichert, sollte darauf achten, dass der Anbieter bei einem Totalschaden möglichst lange den Neuwert des Fahrzeugs zahlt. Sehr gut ist es, wenn die Versicherung bis 24 Monate nach Erstzulassung dafür aufkommt. Ansonsten erhalten Sie nur den Zeitwert, der besonders bei Neufahrzeugen sehr schnell sinkt. 

Die Finanztip-Erhebung 2016 hat gezeigt: Für Tarife mit einer Neupreis-Entschädigung zahlen Sie durchschnittlich 10 Prozent mehr als für Tarife ohne Neupreis-Entschädigung. Schaut man sich hingegen nur die jeweils günstigsten Tarife für unsere Musterprofile an, ergibt sich ein anderes Bild: Dort lag der Aufschlag im Schnitt nur noch bei 1,6 Prozent. 

In den meisten Fällen versichern gute und trotzdem günstige Vollkasko-Tarife eine Neupreis-Entschädigung für mindestens zwölf Monate kostenfrei mit. Wer Wert auf eine längere Neupreisentschädigung legt, sollte gezielt vergleichen.

Schritt 7: Wie können Sie bei der Autoversicherung sparen?

Wie viel die Autoversicherung kostet, hängt davon ab, wie die Anbieter Ihr individuelles Schadensrisiko einschätzen. Die Versicherungen erstellen ein Risikoprofil anhand zahlreicher Informationen, die jeder Kunde angeben muss, wenn er einen Antrag stellt. Bei vielen dieser Angaben können Sie mit der richtigen Einstellung sparen.

Falsche Angaben sollten Sie aber nicht machen. Bei Vorsatz drohen Vertragsstrafen. Melden Sie Ihrer Versicherung außerdem, sobald sich ein Merkmal ändert. Dann berechnet diese den Beitrag neu.

Selbstbeteiligung: Eigenanteil drückt die Prämie

Durch die Selbstbeteiligung (SB) tragen Sie als Versicherter einen kleineren Schaden am Auto selbst. Für die Versicherungsgesellschaft fallen dadurch Verwaltungskosten weg, was sie an ihre Kunden als kleinen Beitragsrabatt weitergibt. 

Für die Teilkasko empfehlen wir 150 Euro Selbstbehalt, da sich das im Durchschnitt für die meisten Autofahrer lohnt, wie unsere Rechnung zeigt. 

Für die Vollkasko wählen die meisten Autofahrer 300 Euro Selbstbehalt. Damit machen sie grundsätzlich nichts falsch. Finanztip hat aber ausgerechnet, dass es sich auch lohnen kann, eine höhere Selbstbeteiligung in der Vollkasko zu vereinbaren.

Halten Sie den Fahrerkreis so klein wie möglich

Der Ehe- oder Lebenspartner ist laut einer Finanztip-Studie mitversichert, ohne dass der Beitrag steigt. Darüber hinaus gilt: Je größer der Fahrerkreis in der Kfz-Haftpflicht- und Vollkasko-Police ist, desto teurer wird es. In wenigen Fällen lohnt es sich allerdings, den Fahrerkreis möglichst ungenau anzugeben. 

Jährliche Fahrleistung realistisch schätzen

Je länger die gefahrenen Strecken sind, desto größer ist die Gefahr, dass ein Unfall passiert. Bei der Kilometerleistung lohnt es dennoch, eher defensiv zu schätzen als großzügig draufzuschlagen. Denn je mehr Kilometer Sie angeben, desto teurer wird der Versicherungsbeitrag. Und nachmelden können Sie immer. 15.000 Kilometer im Jahr kosten durchschnittlich 8 Prozent mehr als 10.000 Kilometer. 20.000 sind durchschnittlich 12 Prozent teurer als 15.000 Kilometer, und 25.000 kosten nochmal 13 Prozent mehr als 20.000 Kilometer Jahresfahrleistung. Das ergab unsere Merkmalsstudie vom August 2019.

Beitrag jährlich zahlen

Die jährliche Zahlweise ist mit Abstand günstiger als eine halb- oder vierteljährliche Zahlung.

Es gibt einige Versicherungen, die ihre Tarife nicht mit monatlicher Zahlweise anbieten. Wer dennoch jeden Monat zahlen will, hat weniger Auswahl – einige günstige Angebote tauchen dann nicht in den Vergleichsergebnissen auf. So kosteten die jeweils günstigsten abschließbaren Tarife bei monatlicher Zahlweise in unserer Studie knapp 15 Prozent mehr als die günstigsten Tarife mit jährlicher Zahlweise.

Nutzen Sie Sonderkonditionen für Mitarbeiter bestimmter Firmen

Einige Versicherer bieten Mitarbeitern bestimmter Firmen Sonderkonditionen an. Wenn im Vergleichsportal Ihr Arbeitgeber in der entsprechenden Auswahlliste angezeigt wird, sollten Sie ihn angeben.

Als Fahranfänger über die Eltern versichern

Fahranfänger werden in die ungünstigste Schadenfreiheitsklasse SF 0 eingestuft und zahlen deshalb vergleichsweise hohe Beiträge. Es kann sich daher lohnen, das eigene Auto als Zweitwagen der Eltern anzumelden. Später können Sie die Schadenfreiheitsklasse übertragen lassen.

Telematik kann sich für junge Fahrer lohnen

Bei Telematik-Tarifen beeinflusst das Fahrverhalten, wie viel ein Kunde für die Autoversicherung zahlt. Je umsichtiger er unterwegs ist, desto günstiger ist die Versicherung – einige Anbieter locken mit bis zu 30 Prozent Nachlass. Doch die maximalen Rabatte sind auch beim besten Fahrstil kaum zu erreichen. Denn neben hartem Bremsen, überhöhter Geschwindigkeit und schneller Beschleunigung rechnen Versicherungen häufig auch Faktoren mit ein, die der Autofahrer kaum beeinflussen kann, wie etwa Nachtfahrten.

Für junge Fahrer kann sich der Telematik-Rabatt trotzdem lohnen: Sind Sie sicher hinter dem Lenkrad, wird ein günstiger Tarif so noch etwas preiswerter. Sie sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Sie zahlreiche Fahrdaten von sich preisgeben – auch wenn diese anonymisiert ausgewertet werden. Nur wegen Telematik die Versicherung zu wechseln, lohnt sich in den seltensten Fällen.

Akzeptieren Sie eine Werkstattbindung

Eine Werkstattbindung bringt bei einer Kaskoversicherung im Durchschnitt fast 10 Prozent Rabatt auf den Beitrag. Im Gegenzug verpflichten Sie sich als Versicherungskunde, Ihr Fahrzeug nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren zu lassen. Prüfen Sie vor Abschluss der Werkstattbindung, wo die nächste Partnerwerkstatt Ihrer Versicherung ist.

Vorsicht bei Neufahrzeugen: Verwendet die Werkstatt bei der Reparatur keine Original-Ersatzteile, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Daher sollten Sie bei Neuwagen gegebenenfalls auf die Werkstattbindung verzichten. Falls das Fahrzeug geleast oder fremdfinanziert ist, zum Beispiel durch eine Autobank, scheidet eine Werkstattbindung ohnehin meist aus. Leasing- oder Finanzierungsverträge legen normalerweise fest, dass Reparaturen nur in Werkstätten erfolgen dürfen, die der Hersteller autorisiert hat.

Den Schadenfreiheitsrabatt reaktivieren

Wer nach langer Pause wieder ein Auto versichert, kann oft seinen alten Schadenfreiheitsrabatt reaktivieren. Die Frist für die Wiederbelebung fällt bei den Versicherungen unterschiedlich lang aus.

Warum sollten Sie keine falschen Angaben machen?

Bei Versicherungen gilt grundsätzlich: Sagen Sie die Wahrheit. Falsche Angaben in Versicherungsfragen sind kein Kavaliersdelikt, sondern können Betrug sein. Wer die sogenannten vorvertraglichen Anzeigepflichten verletzt, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Außerdem verlangen viele Versicherungen als Entschädigung einen vollen Jahresbeitrag.

Falsche Angaben können Sie obendrein Ihren aktuellen Versicherungsschutz kosten. Kündigt der Anbieter deswegen die Police oder werden Sie gar wegen Versicherungsbetrugs verurteilt, haben Sie schlechte Chancen, bei anderen Anbietern noch eine Autoversicherung zu bekommen.

Was tun, wenn Sie keine Kfz-Versicherung bekommen?

Fahrer, bei denen Versicherungen mit hohen Kosten beziehungsweise häufigen Schäden rechnen, bekommen über Vergleichsportale und Direktversicherer auch gegen einen hohen Beitrag mitunter keinen Kaskoschutz. Das kann ebenfalls passieren, wenn ein besonders teures Autos versichert werden soll.

Schwer zu versichern sind vor allem Fahrzeugtypen, die häufig Schäden haben, etwa Sportwagen. Problematisch kann es auch werden, wenn die Versicherung ihrem Kunden wegen häufiger Schäden oder unrichtiger Angaben gekündigt hat. Manchmal entdeckt in solchen Fällen ein Versicherungsmakler einen Anbieter, der das Risiko dennoch übernimmt – oft allerdings nur gegen einen sehr hohen Beitrag. Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kann helfen, so einen Vermittler zu finden.

So haben wir getestet

Kfz-Versicherungsvergleich 2019

Wir haben 32 Musterprofile erstellt, die sich an Beispielen der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), dem Verband der Versicherungsmathematiker, orientieren. Außerdem berücksichtigen die Profile:

  • eine deutschlandweite Verteilung und damit Abdeckung aller Regionalklassen,
  • Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes und destatis zur Verteilung der Hersteller, des Fahrzeugalters, der Autoklassen und des Alters der Autobesitzer.

Wir haben folgende in den Vergleichsportalen anwählbare oder fest voreingestellte Mindestkriterien für die Kfz-Tarife angesetzt:

  • erhöhte Deckungssummen,
  • Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit,
  • Abdeckung von Marderbissen und deren Folgeschäden,
  • auf alle Tiere erweiterte Wildschadendeckung,
  • Mallorca-Police inklusive.

Dadurch schließen wir nicht empfehlenswerte Billigtarife aus. Diese Kriterien sollten auch Sie bei Ihren Vergleichen einstellen, um verbraucherfreundliche Ergebnisse zu erzielen. Wenn sich der beste Tarif auf zwei Portalen um weniger als 50 Cent unterschied, haben wir beiden Portalen den ersten Platz zugerechnet.

Auswahl der Grundgesamtheit

Um Portale empfehlen zu können, haben wir zunächst eine Grundgesamtheit erstellt. Wir haben dafür mit den Suchbegriffen „Kfz Versicherung“, „Kfz Versicherung Vergleich“, „Kfz Versicherungsrechner“, „Autoversicherung“, „Autoversicherung Vergleich“ die ersten zwei bis fünf Google-Seiten durchsucht und alle rund 40 dort gefundenen Vergleichsseiten überprüft. Kopien von Originalrechnern haben wir aussortiert, außerdem Vergleichsportale, die eine Adresseingabe fordern, bevor das Ergebnis angezeigt wird.

Zusätzlich haben wir vorausgesetzt, dass Tarife auf dem Portal abschließbar sein müssen. Und es musste auf den Rechnern möglich sein, in der Suchmaske unsere Mindestkriterien verbindlich festzulegen.

Das in den Vorjahren mituntersuchte Portal autoversicherung.de tauchte bei der Google-Abfrage in diesem Jahr nicht auf. Wir haben es daher nicht in unsere Grundgesamtheit aufgenommen. Die Portale Verivox, Check24 und Ino24 erschienen in der Google-Suche und erfüllten zudem alle Anforderungen. Die Werte von Ino24 waren sowohl in der September- als auch in der Oktober-Abfrage bei mittlerer (14 %, 13 %) und höchster Abweichung (36 %, 35 %) relativ hoch. So dass wir Ino24 nicht empfehlen können, um den günstigsten Preis zu finden.

Sonderfall Nafi: Der Vergleichsrechner Nafi-Auto bietet keine Abschlussmöglichkeit. Der Preisvergleich ist zudem wegen der umfassenden Datenabfrage kompliziert. Dennoch ließen wir die Ergebnisse dieses Rechners außer Konkurrenz mitlaufen. Denn das Portal, das sich vorwiegend an Makler richtet, bietet den größten Marktüberblick, auch wenn dort nicht mehr alle Versicherer aufgelistet sind.

Wie auch in den vergangenen Jahren erhoben wir zusätzlich Preise bei dem Direktanbieter Huk24. Denn dieser günstige Versicherer hat einen hohen Marktanteil, ist aber auf den gängigen Vergleichsportalen nicht verfügbar.

Um sicherzustellen, dass wir keinen anderen günstigen Anbieter übersehen, glichen wir außerdem eine Gesamtliste des Deutschen Büros der Grünen Karte (einer Einrichtung der Kfz-Haftpflichtversicherer in Deutschland) mit den Teilnehmern der Vergleichsportale ab. Nach unserer Auffassung haben wir alle Anbieter erfasst, die online abschließbar sind und eine hohe Marktrelevanz aufweisen.

So sind wir zu unserer Empfehlung gekommen

Wenn Sie sich bei Ihrer Suche auf eine Preisabfrage verlassen, zahlen Sie schnell zu teure Beiträge. Denn kein Vergleichsportal listet alle Anbieter. Setzen Sie hingegen nur auf einzelne Anbieter – auch wenn sie insgesamt günstig sind – laufen Sie immer Gefahr, einen ausnahmsweise schlechteren Tarif zu erwischen.

Unsere Testreihen zeigen, dass Sie mit zwei Vergleichen das Risiko von Tarifausreißern senken. Und Sie finden so einen Tarif, der entweder bereits der günstigste am Markt ist oder zumindest sehr nah am günstigsten Tarif liegt. Beide Risiken minimieren Sie über die Kombination von Portal und Direktanbieter.

Als wesentlichen Direktversicherer haben wir die Huk24 identifiziert. Deren Tarife können Sie aber auf keinem Vergleichsportal abschließen. Andererseits bietet die Huk24 nicht für alle Musterprofile den niedrigsten Preis; auch wenn sich der Aufschlag für einen Ausreißer nach oben zwischen September und Oktober verringert hat. Das liegt daran, dass die Huk24 nur einmal jährlich im Oktober ihre Tarife anpasst.

Weitere Details zu den Untersuchungskriterien lesen Sie in unserem Testartikel Kfz-Versicherung.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko?

Was sollte die Autoversicherung abdecken?

Wie funktioniert der Kfz-Versicherungsvergleich?

Wann sollte man wechseln?

Wie kann ich bei der Autoversicherung sparen?

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autoren
Dirk Eilinghoff , Annika Krempel

Stand: 11. November 2019


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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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