Kfz-Versicherungsvergleich

So findest Du die günstigste Autoversicherung

Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Stand: 14. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Stichtag für die Kündigung der Kfz-Versicherung ist meist der 30. November.
  • Wenn Du ein Auto neu zulässt, kannst Du sofort mit einer neuen, günstigen Versicherung starten.
So gehst Du vor
  • Finanztip-Empfehlung bei der Suche nach einer guten Autoversicherung: Am meisten kannst Du sparen, indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen.
  • Entscheide Dich dann für den Versicherungsvertrag, der den von uns empfohlenen Mindestschutz zum besten Preis bietet.

Die Suche nach einer günstigen Autoversicherung kann anstrengend sein. Das wissen wir – und raten Dir trotzdem, Deinen Vertrag jedes Jahr im Herbst auf die Probe zu stellen. Denn damit kannst Du richtig sparen. Damit Du sowohl Geld als auch Zeit und Nerven sparst, unterstützen wir Dich dabei: Wir analysieren jedes Jahr für Dich in einer großen Untersuchung, wie Du an die beste Kfz-Versicherung kommst.

Wo findest Du die günstigste Kfz-Versicherung?

Unsere Antwort auf die Frage, wie Du die günstigste Autoversicherung findest, ist in diesem Jahr eindeutig: Geh erst über ein Vergleichsportal und hol dann noch ein Angebot bei einem Direktversicherer ein.

Konkret empfehlen wir Dir: Gibt erst einmal alle notwenigen Daten bei Verivox oder bei Check24 ein. Die beiden hatten in der großen Finanztip-Untersuchung zur Kfz-Versicherung unter den Vergleichsportalen die Nase vorn. Und dann, wenn Du alle Infos gerade ohnehin zur Hand hast, gibst Du sie noch auf den Seiten der Huk24 ein und lässt Dir dort ein Angebot unterbreiten. Die Huk24 hatte in unserer Abfrage häufig günstige Angebote – im Vergleich zu den zwei Portalen war bei dem Direktversicherer jedoch auch das Risiko deutlich höher, einen Preisausreißer nach oben zu erwischen.

Du solltest niemals nur bei einer Versicherung nach einem Angebot schauen. Doch auch wenn Du nur über ein Vergleichsportal gehst, stößt Du nicht automatisch auf den günstigsten Tarif. Denn kein Portal listet alle Versicherungen. Die genauen Zahlen aus unserem großen Vergleich und wie wir zu unserer Empfehlung kommen, kannst Du weiter unten im Text nachlesen.

Welche Kfz-Versicherung brauchst Du für Dein Auto?

Nun ist es an der Zeit, sich Gedanken über den konkreten Tarif zu machen, den Du brauchst. Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko? Willst Du mit Deinem Auto auf den Straßen unterwegs sein, brauchst Du mindestens eine Kfz-Haftpflicht. Die kommt für Schäden auf, die Du anderen im Verkehr zufügst – egal ob Sach- oder Personenschäden. Schäden an Deinem eigenen Wagen sind durch die Haftpflicht nicht versichert. Um die mit abzusichern, kannst Du Dir eine Kaskoversicherung zulegen.

Sowohl eine Teilkasko- als auch eine Vollkaskoversicherung kostet jedoch in aller Regel deutlich mehr als die reine Haftpflicht. Überleg also gut, ob Du diesen Zusatzschutz brauchst. Oder ob das schon der erste Punkt ist, an dem Du Geld sparen kannst.

Kaskoschutz jedes Jahr prüfen

Ob für Dich eine Teilkasko oder eine Vollkasko sinnvoll ist, hängt vor allem vom Alter und Wert Deines Autos ab. Für einen Neuwagen ist Vollkasko meist der richtige Schutz. Bei Leasing-Vereinbarungen kann eine Vollkasko sogar Pflicht sein. Hast Du ein eigenes, sehr altes Fahrzeug, brauchst in aller Regel nicht mal eine Teilkaskoversicherung. Wie sich die Kaskotarife genau unterscheiden und welcher Schutz sich für wen lohnt, haben wir für Dich in unserem Ratgeber Teilkasko oder Vollkasko zusammengefasst.

Wenn Du Dich für eine Kaskoversicherung entschieden hast, solltest Du jedes Jahr prüfen, ob der Schutz noch zu Deinem Auto passt. Denn ein Neufahrzeug bleibt nicht neu. Deshalb ist es nach einigen Jahren meist sinnvoll, von der Vollkasko- zur Teilkaskoversicherung zu wechseln – und damit ordentlich Geld zu sparen.

Wie kannst Du in der Autoversicherung sparen?

Wie viel Deine Autoversicherung kostet, hängt vor allem davon ab, wie hoch Versicherer das Risiko einschätzen, dass Du einen Schaden abrechnen wirst. Sie erstellen ein Risikoprofil anhand zahlreicher Informationen, die Du angeben musst. Einige dieser Punkte kannst Du ein Stück weit beeinflussen. Natürlich, ohne falsche Angaben zu machen. Bei vorsätzlichen Falschangaben drohen Dir Vertragsstrafen.

Wir haben die sechs schnellsten und besten Tipps für Dich zusammengestellt:

1. Selbstbeteiligung drückt die Prämie

Entscheidest Du Dich für eine Kaskoversicherung, egal ob Teil- oder Vollkasko, dann hast Du die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Das bedeutet, dass Du kleinere Schäden am Auto selbst bezahlst. Dafür wird Dein jährlicher Beitrag günstiger. In der aktuellen Finanztip-Studie zu Tarifmerkmalen konnten wir durch 150 Euro Selbstbehalt in der Teilkasko fast 20 Prozent sparen. Mit 300 Euro Selbstbeteiligung im Schnitt sogar 25 Prozent. In der Vollkasko empfiehlt sich eine Beteiligung von 300 Euro.

2. Beitrag jährlich zahlen

Wenn Du Deinen Beitrag jährlich statt monatlich zahlst, kannst Du deutlich sparen. Also stell auf eine jährliche Zahlweise um. Begleichst Du Deinen Versicherungsbeitrag auf einen Schlag statt halbjährlich zu zahlen, sparst Du fast 4 Prozent. Zahlst Du bislang quartalsmäßig, sind 8 Prozent Ersparnis drin. Und gegenüber monatlichem Abstottern fast 10 Prozent.
Es gibt zudem einige Versicherungen, die ihre Tarife nicht mit monatlicher Zahlweise anbieten. Darunter auch günstige Anbieter. Wenn Du Deine Suche einschränkst, weil Du monatlich zahlen möchtest, hast Du weniger Anbieter zur Auswahl.

3. Fahrerkreis so klein wie möglich halten

Dein Ehe- oder Lebenspartner ist in aller Regel als Fahrer mitversichert, ohne dass der Beitrag steigt. Unsere Studie von August 2020 hat das bestätigt. Darüber hinaus gilt aber: Je größer Du Deinen Fahrerkreis wählst, desto teurer wird es. Fahranfänger sorgen für die höchsten Aufschläge. Unsere aktuelle Finanztip-Studie zeigte einen durchschnittlichen Aufschlag über 100 Prozent.

4. Jährliche Fahrleistung realistisch schätzen

Wie viele Kilometer Du wahrscheinlich fahren wirst – Versicherer nennen das Fahrleistung – solltest Du immer eher defensiv schätzen. Je mehr Kilometer Du angibst, desto teurer wird Dein Versicherungsbeitrag. Und Kilometer nachmelden kannst Du immer. Folgende Durchschnittswerte hat die Finanztip-Studie von August 2020 ergeben:

  • 5.000 Kilometer kosteten bei unserer Untersuchung im Schnitt 8 Prozent mehr als 2.000 Kilometer Jahresfahrleistung
  • 10.000 Kilometer kosteten 13 Prozent mehr als 5.000 Kilometer
  • 15.000 Kilometer kosteten 9 Prozent mehr als 10.000 Kilometer
  • 20.000 Kilometer kosteten 12 Prozent mehr als 15.000 Kilometer
  • 25.000 Kilometer kosteten 13 Prozent mehr als 20.000 Kilometer

5. Vereinbare eine Werkstattbindung

Eine Werkstattbindung bringt bei einer Kaskoversicherung im Durchschnitt fast 10 Prozent Rabatt auf den Beitrag. Du musst dann im Gegenzug Deinen Wagen nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren lassen. Bevor Du das vereinbarst, solltest Du aber prüfen, wo die nächste Partnerwerkstatt Deiner Versicherung ist.

Vorsicht bei Neufahrzeugen: Verwendet die Werkstatt bei der Reparatur keine Original-Ersatzteile, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Daher solltest Du bei Neuwagen gegebenenfalls auf die Werkstattbindung verzichten. Falls Dein Fahrzeug geleast oder fremdfinanziert ist, zum Beispiel durch eine Autobank, scheidet eine Werkstattbindung ohnehin meist aus. Leasing- oder Finanzierungsverträge legen normalerweise fest, dass Reparaturen nur in Werkstätten erfolgen dürfen, die der Hersteller autorisiert hat.

6. Als junger Fahrer besonders sparen

Für junge Fahrer ist die Autoversicherung oft besonders teuer. Wie Du als junger Mensch trotzdem sparst, kannst Du nachlesen in unseren Ratgebern Fahranfänger und Schadenfreiheitsklasse übertragen lassen. Außerdem kann sich ein Telematik-Tarif für Dich lohnen.

Welche Schäden zahlt eine gute Autoversicherung?

Es gibt Mindeststandards, unter die solltest Du in der Kfz-Versicherung nicht gehen. Wir empfehlen Dir, bei der Suche nach dem besten Tarif darauf zu achten, die folgenden Tarifmerkmale auszuwählen. Dann erfüllt Deine Autoversicherung folgende fünf Mindestkriterien.

Wichtig für Haftpflicht- und Kasko-Tarife:

Erhöhte Deckungssummen: Damit bekommst Du nur Tarife, die 50 Millionen oder 100 Millionen Euro als Versicherungssumme haben. Der Versicherer spricht in diesem Zusammenhang auch von Deckungssummen und meint damit den Wert, bis zu dem er für Schäden einspringt. Mit einem Vertrag, der diesen Standard erfüllt, bist Du auch gegen die finanziellen Folgen schwerer Unfälle abgesichert. Eine Finanztip-Studie zeigt, dass die meisten Tarife dieses Merkmal ohne Aufpreis anbieten.

Mallorca-Police: Diese Option erhöht die Versicherungssumme für Mietwagen im europäischen Ausland auf deutsches Niveau. Damit bist Du auch im Urlaub gut haftpflichtversichert. Laut unserer Studie kostet das heute oft keinen Aufschlag mehr. Nur wenige Tarife verzichten auf diese Absicherung - in einer unserer Untersuchungen aus den Vorjahren waren diese Tarife jedoch nicht automatisch auch die günstigsten Angebote. Verzichten lohnt hier also selten.

Nur relevant für Kasko-Tarife:

Keine Einrede der groben Fahrlässigkeit: Wenn Deine Kasko-Versicherung diese Klausel enthält, leistet der Versicherer auch dann in vollem Umfang, wenn Du einen Schaden an Deinem Auto grob fahrlässig verursachst. Er verzichtet auf sein Recht zur Einrede der groben Fahrlässigkeit. Das wird relevant, wenn Du einen Schaden verursacht hast, weil Du bei Rot gefahren bist, viel zu schnell warst, oder weil Du eine Nachricht auf dem Handy getippt hast. Nicht versichert sind Fälle, in denen Du unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unterwegs warst, oder wenn Du den Diebstahl Deines Wagens grob fahrlässig ermöglicht hast.

Marderbisse und deren Folgeschäden: Marder sind vielleicht süß. Doch sie knabbern auch gern an Schläuchen und Kabeln. Und wenn es blöd läuft, an solchen in Deinem Auto. Das kann zu teuren Schäden führen. Damit Dein Kasko-Versicherer nicht nur die Schäden an Schläuchen, Bremsleitungen und der Verkabelung selbst übernimmt, sondern auch für Folgeschäden einspringt, musst Du das vereinbaren.

Erweiterte Wildschadendeckung: Diese Erweiterung ist inzwischen Standard, Du solltest kaum noch über Tarife stolpern, die auf sie verzichten. Ohne zahlt die Kasko nur bei Unfällen mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen. Mit der Klausel bist Du auch versichert, wenn Du mit anderen Tieren zusammenstößt – zum Beispiel mit Kühen oder Pferden.

Was ist bei der Kfz-Versicherung weniger wichtig?

Die folgenden Tarifmerkmale können, je nach Deiner individuellen Situation, eine sinnvolle Ergänzung sein, kosten unter Umständen aber einen deutlichen Aufpreis:

Um nach einem Unfall die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) zu halten, zahlt es sich manchmal aus, einen Rabattschutz zu vereinbaren. Allerdings erschwert diese Klausel den Wechsel zu einem anderen Anbieter. Für den neuen Anbieter gilt der Rabattschutz nämlich nicht und bei ihm zählt bei der Einstufung auch der Unfall in der Vergangenheit.

Mit einem Autoschutzbrief bekommst Du Hilfe nach einer Autopanne. Dabei übernimmt der Anbieter etwa die Abschlepp- und Übernachtungskosten, wenn Du das Auto nach einem Unfall nicht nutzen kannst. Einige Schutzbriefe zahlen auch einen Mietwagen und bieten personenbezogene Leistungen wie Krankenrücktransport, Medikamentenversorgung im Ausland und im Todesfall die Übernahme der Bestattungs- oder Überführungskosten.

Pannendienst oder Abschlepphilfe kannst Du notfalls auch selbst bezahlen. Falls Du Dich dennoch dagegen absichern möchtest, musst Du Dich zwischen Kfz-Schutzbrief und Automobilklub entscheiden. Der Schutzbrief ist laut Finanztip-Studie vergleichbar günstig.

Bei Neuwagen kannst Du auf einen Schutzbrief oder den Automobilklub verzichten, denn dann greift meist die Mobilitätsgarantie des Herstellers.

Für Versicherte, die keine Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung haben und Vielfahrer sind, kommt eine Fahrerschutzversicherung infrage. Sie begleicht den Verdienstausfall und zahlt Schmerzensgeld bei einem selbst- oder mitverschuldeten Unfall. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Fahrer-Unfallversicherung, von der wir abraten.

Darauf kannst Du bei der Kfz-Versicherung verzichten

Die Insassen-Unfallversicherung übernimmt die Kosten, wenn einer Deiner Mitfahrer verletzt oder getötet wird. Doch solche Schäden sind ohnehin entweder durch die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers oder durch Deine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt, falls Du den Unfall baust. Die Insassen-Unfallversicherung springt praktisch nur dann ein, wenn nach einem Unfall die Versicherung des Unfallverursachers den Schaden zum Beispiel wegen Fahrerflucht nicht deckt. In solchen Fällen hilft aber auch die Verkehrsopferhilfe.

Die Fahrer-Unfallversicherung umfasst ähnliche Leistungen wie eine Fahrerschutzversicherung. Wie viel Geld Du nach einem Unfall bekommst, hängt aber von der gewählten Deckungssumme und dem Grad einer möglichen Invalidität ab – und nicht vom tatsächlichen Schaden. Wenn Du sichergehen willst, dass Du bei einem Autounfall in vollem Umfang abgesichert bist, solltest Du daher eine Fahrerschutzversicherung abschließen. Gegen Unfälle nicht nur im Auto schützt eine private Unfallversicherung besser. Doch auch diese eignet sich nicht für jeden.

Es zahlt sich aus, wenn die Versicherung die Werkstatt bestimmen darf – der Versicherungsbeitrag ist dann niedriger. Fährst Du ein Auto mit noch gültiger Herstellergarantie oder ein Leasing-Fahrzeug, dann solltest Du aber auf jeden Fall auf die freie Werkstattwahl achten.

Weshalb ein Vergleichsportal und einen Direktversicherer nutzen?

Wir empfehlen Dir für die Suche nach der günstigsten Autoversicherung einen doppelten Vergleich. Weshalb, erfährst Du in diesem Abschnitt.

Niemals bei nur einer Versicherung schauen

Fragst Du bei einzelnen Versicherern Angebote ab, wird Dir jeder einen anderen Preis nennen. Ob ein einzelnes Angebot für Dich besonders günstig ist, kannst Du nur schwer erkennen. Denn der Kfz-Versicherungsmarkt ist ein hitziger. Es gibt also immer wieder Preisschwankungen. Jeden Herbst beispielsweise ist Saison: Da halten viele Versicherer neue, teils günstigere Tarife parat.

Doch Preisunterschiede kommen nicht nur durch besondere Angebote oder neue Tarife zustande. Auch in Deiner Person oder in Bezug auf Dein Auto ändert sich jedes Jahr etwas. Du wirst älter, vielleicht hattest Du Schäden (oder ausnahmsweise nicht). Oder Du rutschst in eine neue Regional- oder Typklasse. All das kann einen Versicherer veranlassen, Dir mehr oder weniger zu berechnen.

Auch wenn Du bei einem tendenziell sehr günstigen Versicherer nachschaust, kann es daher sein, dass Du zu viel bezahlst. Wir haben in unserer Untersuchung auch bei günstigen Direktversicherern immer wieder preisliche Ausreißer nach oben gefunden. Die Huk24 etwa zeigte in unserer Abfrage von September 2020 sehr häufig die günstigsten Tarife. Die durchschnittliche Abweichung vom günstigsten Tarif lag bei nur 9 Prozent Aufschlag. Das klingt gut, und ist es auch. Dennoch: Die höchste Abweichung vom niedrigsten Preis lag immerhin bei rund 47 Prozent – in dem Fall hätte unser Testkunde also fast die Hälfte zu viel bezahlt.

Niemals nur über ein Vergleichsportal gehen

Hilfe dabei, das Risiko von Preisausreißern auszugleichen, versprechen die Kfz-Versicherungsrechner der Vergleichsportale. Auf ihnen gibst Du einmal Deine Daten ein und bekommst dann Angebote vieler Versicherungen im direkten Vergleich. Und Du kannst auch direkt über sie Deinen neuen Vertrag abschließen.

Klingt super, nur haben diese Portale alle ein Problem: Kein Portal vergleicht alle Versicherungen. Einige Versicherungen haben nur mit einem der vielen Portale einen Vertrag, andere wiederum erscheinen auf gar keinem. Das bedeutet für Dich: Verlässt Du Dich nur auf ein Vergleichsportal, kannst Du nicht sicher sein, einen wirklich günstigen Tarif zu finden.

Die Lösung für Dich: der doppelte Vergleich

Mach daher stets den doppelten Vergleich: Gehe immer erst über Verivox oder Check 24 und hol dann noch ein Angebot bei der Huk24 ein. Indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst, gleichen die beiden Anbieter die jeweils blinden Flecken des anderen aus. So kannst Du Dir sicher sein, zumindest ganz nah dran zu sein am günstigsten Tarif.

Portale und Direktversicherer: Preisabweichungen

 VerivoxCheck24Huk24
durchschnittliche Abweichung
vom günstigsten Preise
8,3 %11,7 %9,6 %
größte Abweichung
vom günstigsten Preis
29,1 %32,9 %47,3 %
Anzahl günstigster Preis
(von 32 Abfragen)
9415

Quelle: Datenabfrage auf den Portalen, Finanztip-Berechnungen (Stand: 26. September 2020)

Geringere Abweichung durch zwei Vergleiche

 Verivox & Huk24Check24 & Huk24Check24 & Verivox
durchschnittliche Abweichung vom günstigsten Preis1,6 %3,7 %7,7 %
größte Abweichung vom günstigsten Preis19,1 %20,8 %29,1 %
Anzahl günstigster Preis (von 32 Abfragen)241910

Quelle: Datenabfrage auf den Portalen, Finanztip-Berechnungen (Stand: 26. September 2020)

In unserer aktuellen Abfrage, also der ersten von zwei Testreihen des großen Kfz-Versicherungsvergleichs, fanden wir durch die Kombination von Verivox und Huk24 in den meisten Fällen den besten Preis. In 24 von 32 Abfragen führte diese Kombination zum günstigsten Tarif. Die durchschnittliche Abweichung vom Bestpreis war mit 1,6 Prozent die niedrigste in der Untersuchung. Auch die maximalen Preisausreißer waren in dieser Kombination am geringsten (19,1 Prozent).

Die Kombination von Check24 und Huk24 schnitt aber nur geringfügig schlechter ab. Wir trafen so 19 Mal den günstigsten Tarif. Die durchschnittliche Abweichung lag bei 3,7 Prozent und die maximale Abweichung bei 20,8 Prozent.

Für welche der beiden Kombinationen Du Dich entscheidest, bleibt Dir überlassen. Wir empfehlen die beiden Wege (Kombination Verivox und Huk24, Kombination Check24 und Huk24) ausdrücklich gleichwertig. Nicht nur wegen der geringen Unterschiede in den Ergebnissen unserer Abfrage. Sondern auch, weil diese Abfrage immer nur eine Stichprobe und Abbildung des Augenblicks sein kann.

Dass Verivox in unserer ersten Testreihe die günstigsten Ergebnisse geliefert hat, führen wir darauf zurück, dass dort aktuell Versicherer mit günstigen Angeboten gelistet sind, die bei Check24 derzeit nicht auftauchen. Das kann sich ändern. Etwa wenn Check24 weitere Anbieter in den Vergleich aufnimmt. Oder falls bei Check24 gelistete Versicherer mit günstigeren Tarifen an den Markt kommen, und diese nicht im Vergleich von Verivox auftauchen. Um das im Blick zu behalten, fragen wir im Oktober 2020 in einer zweiten Testreihe erneut Tarife und Preise ab.

Die Kombination der beiden Vergleichsportale Verivox und Check24 brachte in der aktuellen Untersuchung eine Abweichung von 7,7 Prozent zum günstigsten Tarif. Im Unterschied zu vorangegangenen Jahren empfehlen wir diese Kombination daher aktuell nicht.

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • In der Finanztip-Untersuchung September 2020:
  • in 9 von 32 Abfragen günstigsten Tarif angezeigt;
  • geringe Aufschläge gegenüber günstigen Preisen anderer Anbieter;
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • In der Finanztip-Untersuchung September 2020: in 4 von 32 Abfragen günstigsten Tarif angezeigt;
  • geringe Aufschläge gegenüber günstigen Preisen anderer Anbieter;
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
Huk24
Kfz-Versicherung
  • In der Finanztip-Untersuchung September 2020: in 15 von 32 Anfragen den günstigsten Tarif angezeigt;
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • ist nicht auf den gängigen Vergleichsportalen vertreten;
  • hohe Aufschläge bei einzelnen Abfragen: zusätzlicher Preisvergleich auf Vergleichsportal ist daher nötig

Was tun, wenn Du keine Kfz-Versicherung bekommst?

Fahrer, bei denen Versicherungen mit hohen Kosten beziehungsweise häufigen Schäden rechnen, bekommen über Vergleichsportale und Direktversicherer auch gegen einen hohen Beitrag mitunter keinen Kaskoschutz. Das kann Dir ebenfalls passieren, wenn Du versuchst, ein besonders teures Auto zu versichern.

Schwer zu versichern sind vor allem Fahrzeugtypen, die häufig Schäden haben, etwa Sportwagen. Problematisch kann es auch werden, wenn die Versicherung Dir wegen häufiger Schäden oder unrichtiger Angaben gekündigt hat. Manchmal kann Dir in solchen Fällen ein Versicherungsmakler weiterhelfen. Er findet vielleicht einen Anbieter, der das Risiko dennoch übernimmt – oft allerdings nur gegen einen sehr hohen Beitrag. Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kann helfen, so einen Vermittler zu finden.

So haben wir getestet

Kfz-Versicherungsvergleich 2020

Wir haben für unseren Vergleich 32 Musterprofile nach folgenden Maßgaben erstellt:

  • deutschlandweite Verteilung und damit große Abdeckung von Regionalklassen,
  • Berücksichtigung von Statistiken des Kraftfahrtbundesamtes und Destatis zur Verteilung der Hersteller, des Fahrzeugalters, der Autoklassen und des Alters von Autobesitzern;
  • Beispiele der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), dem Verband der Versicherungsmathematiker.

Wir haben folgende in den Vergleichsportalen anwählbare oder fest voreingestellte Mindestkriterien für die Kfz-Tarife angesetzt:

  • erhöhte Deckungssummen,
  • Mallorca-Police inklusive,
  • keine Einrede der groben Fahrlässigkeit,
  • Abdeckung von Marderbissen und deren Folgeschäden,
  • auf alle Tiere erweiterte Wildschadendeckung.

Diese Kriterien solltest Du auch beim Vergleichen einstellen, um verbraucherfreundliche Ergebnisse zu erzielen.

Wir haben zunächst eine Grundgesamtheit von Vergleichsportalen erstellt. Mit den Suchbegriffen „Kfz Versicherung“, „Kfz Versicherung Vergleich“, „Kfz Versicherungsrechner“, „Autoversicherung“, „Autoversicherung Vergleich“ haben wir die ersten fünf bis zehn Google-Seiten durchsucht und alle 35 gefundenen Vergleichsseiten überprüft. Wir haben Vergleichsportale aussortiert, die eine Adresseingabe fordern, bevor das Ergebnis angezeigt wird.

Zusätzlich haben wir vorausgesetzt, dass Tarife auf dem Portal abschließbar sein müssen. Und es musste auf den Rechnern möglich sein, in der Suchmaske unsere Mindestkriterien verbindlich festzulegen.

Die Portale Verivox, Check24, Ino24 erschienen in der Google-Suche und erfüllten zudem alle Anforderungen. In unserem Preisvergleich über die 32 Musterprofile waren die Werte zu Preisausreißern bei Ino24 sowohl bei mittlerer als auch größter Abweichung hoch (Details in der Tabelle am Ende des Textes). Deshalb können wir Ino24 nicht empfehlen, um den günstigsten Preis zu finden.

Sonderfall Nafi-Auto: Der Vergleichsrechner Nafi-Auto bietet keine Abschlussmöglichkeit. Der Preisvergleich ist zudem wegen der umfassenden Datenabfrage kompliziert. Dennoch ließen wir die Ergebnisse dieses Rechners außer Konkurrenz mitlaufen. Das Portal, das sich vorwiegend an Makler richtet, bietet den größten Marktüberblick, auch wenn dort nicht mehr alle Versicherer aufgelistet sind.

Kopien vom Originalrechner Nafi-Auto: Der Vergleichsrechner von Nafi wird von vielen Maklerfirmen eingebunden. Das Angebot dieser Portale umfasst dabei immer nur einen Teil der auf Nafi-Auto gelisteten Anbieter. Dafür sind die Tarife über das jeweilige Portal online abschließbar. Die Portale erfüllen als reine Kopien des originalen Rechners nicht unsere formalen Anforderungen an große, eigenständige Vergleichsrechner. In diesem Jahr haben wir dennoch einen größeren Makler (Ihremakler24) als Repräsentanten dieser Angebote mituntersucht.

Die Werte zu Preisabweichungen waren in unserer Untersuchung bei Ihremakler24 höher als auf den großen Portalen Check24 und Verivox und auch höher als auf dem Rechner on Nafi selbst. Dazu kommt, dass wir bei Ihremakler24 für die Preisabfrage nicht alle Filter nach unseren Kriterien festlegen konnten. Wir können das Portal daher nicht empfehlen.

Wie auch in den vergangenen Jahren haben wir zusätzlich zu den Portalen Preise bei dem Direktanbieter Huk24 erhoben. Dieser günstige Versicherer hat einen hohen Marktanteil, ist aber auf den gängigen Vergleichsportalen nicht verfügbar. Du kannst ihn daher über kein Vergleichsportal abschließen. Andererseits bot die Huk24 nicht für alle unsere Musterprofile den niedrigsten Preis. In unserer Untersuchung waren die Preisausreißer bei Huk24 höher als bei den untersuchten Portalen.

Um sicherzustellen, dass wir keinen anderen günstigen Anbieter übersehen, haben wir außerdem eine Gesamtliste des Deutschen Büros der Grünen Karte (einer Einrichtung der Kfz-Haftpflichtversicherer in Deutschland) mit den Teilnehmern der Vergleichsportale abgeglichen. Nach unserer Auffassung haben wir alle Anbieter erfasst, die online abschließbar sind und eine hohe Marktrelevanz aufweisen.

Des Weiteren haben wir Preise bei der Allianz Direct erhoben. Die Tochter des im Bereich Autoversicherung starken Versicherers Allianz nimmt nicht am Vergleich auf den Portalen teil (ebenso wie die Mitglieder der Huk-Familie).

So sind wir zu unserer Empfehlung gekommen

Verlässt Du Dich bei Deiner Suche auf nur eine Preisabfrage, zahlst Du schnell zu viel. Denn kein Vergleichsportal listet alle Anbieter. Setzt Du hingegen nur auf einzelne Anbieter – auch wenn sie insgesamt günstig sind – läufst Du immer Gefahr, einen ausnahmsweise teuren Tarif zu erwischen.

Unsere Testreihen zeigen, dass Du mit zwei Vergleichen das Risiko, einen Preisausreißer zu erwischen, senken kannst. Du findest so einen Tarif, der entweder bereits der günstigste am Markt ist oder zumindest sehr nah am günstigsten Tarif liegt.

Beide Risiken kannst Du über die Kombination von Portal und Direktanbieter minimieren.

Weitere Details zu unserer Untersuchung kannst Du in unserem Testartikel Kfz-Versicherung lesen.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko?

Was sollte die Autoversicherung abdecken?

Wie funktioniert der Kfz-Versicherungsvergleich?

Wann sollte man wechseln?

Wie kann ich bei der Autoversicherung sparen?

Autor
Kathrin Gotthold
& Co-Autor
Nicolas Heronymus

Stand: 14. Oktober 2020


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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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