Fahrzeugschein

Der Fahrzeugschein einfach erklärt

Nicolas Heronymus
Finanztip-Experte für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Fahrzeugschein heißt offiziell gar nicht mehr Fahrzeugschein – sondern Zulassungsbescheinigung Teil I.
  • Deinen Fahrzeugschein musst Du immer dabeihaben, wenn Du Auto, Motorrad oder ein anderes zulassungspflichtiges Fahrzeug fährst.
  • Im Fahrzeugschein findest Du alle wichtigen Daten zum Fahrzeug, darunter Hersteller- und Typbezeichnung (HSN und TSN), Fahrgestellnummer und das Datum der Erstzulassung.

So gehst Du vor

  • Beantrage umgehend einen neuen Fahrzeugschein bei der Zulassungsstelle, wenn Du das Dokument verloren hast oder es Dir gestohlen wurde.
  • Bei Diebstahl musst Du vorher Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Willst Du die Kfz-Versicherung wechseln oder die Kfz-Steuer berechnen, brauchst Du Deinen Fahrzeugschein.
  • Finanztip empfiehlt: Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Mach dann den Gegencheck bei der Huk24.

Er heißt gar nicht mehr Fahrzeugschein, Dein Fahrzeugschein. Bereits seit 2005 ist sein offizieller Name Zulassungsbescheinigung Teil 1.

Nicht geändert hat sich jedoch: Wer das Auto fährt, muss ihn immer dabei haben. Und zwar im Original – eine Kopie reicht nicht aus, das regelt Paragraf 11 Abs. 6 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Ein Verstoß dagegen kann Dich ein Verwarngeld in Höhe von 10 Euro kosten.

Was steht im Fahrzeugschein?

Das faltbare, grüne Kärtchen im Hosentaschenformat ist so etwas wie der Personalausweis Deines Autos. Der Fahrzeugschein enthält vor allem wichtige Daten des Fahrzeughalters, technische Angaben zum Fahrzeug, das amtliche Kennzeichen. Er bestätigt, dass Dein Auto am Straßenverkehr teilnehmen darf.

Du brauchst den Fahrzeugschein nicht nur für die Polizeikontrolle, sondern auch, wenn Du die Kfz-Versicherung wechseln oder die Kfz-Steuer für Dein Fahrzeug errechnen willst. Denn im Schein stehen alle wichtigen Daten.

Diese Daten brauchst Du unter anderem bei

  • Ver­si­che­rungswechsel
  • Überprüfung Kfz-Steuer
  • Anmeldung Deines Autos
  • Verkauf Deines Autos

Im Fahrzeugschein findest Du zum Beispiel die Hersteller- und Typschlüsselnummer (HSN und TSN), die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (früher: Fahrgestellnummer) und das Datum der Erstzulassung.

Hersteller- und Typschlüsselnummer (HSN und TSN) sind für die korrekte Identifizierung Deines Fahrzeugs wichtig – in der Kfz-Versicherung oder bei der Kfz-Steuer. Sie befinden sich unter den Punkten 2.1 und 2.2 des Fahrzeugscheins.

Den größten Teil des Fahrzeugscheins machen technische Daten aus. Sie sind auch beim Verkauf oder für Werkstätten wichtig. Ein Blick in den Fahrzeugschein zeigt Dir etwa, wie viele Personen Du mitnehmen darfst, wie hoch das zulässige Gesamtgewicht ist und welche Lasten Du mit einem Anhänger transportieren kannst.

Außerdem sind neben dem Termin der ersten Hauptuntersuchung (HU) am Ende des Dokuments alle weiteren HUs dokumentiert. Hast Du Dein Fahrzeug außer Betrieb gesetzt, vermerkt die Zulassungsstelle dies ebenfalls im Fahrzeugschein.

Alte Fahrzeugscheine gelten weiter

Wurde Dein Auto, Motorrad oder ein weiteres Fahrzeug vor 2005 zugelassen, sehen Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief etwas anders aus als die heutigen EU-konformen Varianten. Sie gelten allerdings unbegrenzt weiter. Meldest Du das Fahrzeug um – etwa nach Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk – oder verlierst Du die Papiere, bekommst Du die neue Variante des Fahrzeugscheins. Gleichzeitig wird auch Teil II der Zulassungsbescheinigung neu ausgestellt. Er hieß früher Fahrzeugbrief.

Wo solltest Du den Fahrzeugschein aufbewahren?

Es reicht wie gesagt nicht aus, den Fahrzeugschein in Kopie dabei zu haben. Es muss das Original sein.

Der beste Platz für den Fahrzeugschein ist zusammen mit Deinem Führerschein in der Brieftasche. Viele Menschen lassen den Fahrzeugschein gerne im Handschuhfach oder unter der Sonnenblende des Beifahrersitzes. Das ist jedoch keine gute Idee, denn dort schauen auch Autodiebe als Erstes nach und sind dann im Besitz von Auto und Fahrzeugschein.

Unterschied zwischen Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief

Der Fahrzeugbrief – auch Zulassungsbescheinigung Teil II genannt – ist die allgemeine Betriebserlaubnis, die der Hersteller Deines Autos oder Motorrads für alle Fahrzeuge dieses Typs in der EU erhalten hat. Er enthält individuelle Daten wie Fahrzeug-Identifikationsnummer und Kennzeichen sowie in der Regel auch Deine Personendaten. Auf diese Weise bestätigt der Fahrzeugbrief, dass Du der Verfügungsberechtigte für dieses Fahrzeug bist. Daher solltest Du den Fahrzeugbrief nie im Auto liegen lassen, sondern sicher zuhause oder in einem Bankschließfach aufbewahren.

Auch wenn der Fahrzeugbrief formal nicht als Eigentumsnachweis gilt, übergibt der Verkäufer ihn bei einem Verkauf oft erst dann, wenn er den Kaufpreis vollständig erhalten hat. Ganz ohne Übergabe des Fahrzeugbriefs ist ein gutgläubiger Kauf – wie Juristen sagen – in der Regel nicht möglich. Kann der Verkäufer den Fahrzeugbrief also nicht vorlegen, muss der Käufer davon ausgehen, dass sein Gegenüber nicht der Eigentümer des Wagens ist.

Fahrzeugschein verloren – was musst Du jetzt tun?

Wenn Du Deinen Fahrzeugschein verloren hast, solltest Du bei der Zulassungsstelle unverzüglich einen neuen beantragen. Wurde Dir der Fahrzeugschein gestohlen, erstatte zunächst Anzeige bei der Polizei. Um den neuen Fahrzeugschein zu beantragen, brauchst Du in diesem Fall nämlich eine Diebstahlsbescheinigung.

Hast Du den Fahrzeugschein verloren, musst Du dies gegenüber der Zulassungsstelle mit einer eidesstattlichen Ver­si­che­rung bestätigen. Außerdem brauchst Du in jedem Fall Deinen Personalausweis (oder Reisepass mit Meldebescheinigung), den Nachweis über die gültige Hauptuntersuchung (HU-Bericht) sowie den Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II).

Die Kosten für den neuen Fahrzeugschein liegen je nach Bundesland, den beteiligten Behörden sowie den benötigten Unterlagen zwischen 10 und 50 Euro.

Etwas aufwändiger wird es für Dich, wenn Dir der Fahrzeugbrief abhandengekommen ist. Denn die Zulassungsbescheinigung Teil II stellt die Behörde nur zusammen mit dem Fahrzeugschein aus, also der Zulassungsbescheinigung Teil I. Wie beim Verlust des Fahrzeugscheins ist auch beim Verlust des Fahrzeugbriefs eine eidesstattliche Erklärung über den Vorfall notwendig. Bei Diebstahl musst Du erst eine Anzeige bei der Polizei stellen, die Dir daraufhin eine Diebstahlsbescheinigung ausstellt.

Außerdem solltest Du ein wenig Geduld haben. Denn die Zulassungsstelle meldet den Verlust oder Diebstahl erstmal an das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg. Das KBA veröffentlicht den Vorfall dann im Bundesverkehrsblatt. Innerhalb von zwei Wochen können sich Finder oder der tatsächliche Besitzer melden. Damit will das KBA ausschließen, dass der Wagen gar nicht Dir gehört – sondern jemand anderem, etwa einer Leasingfirma, und dass sich dort auch zu Recht der Fahrzeugbrief befindet.

Das Verfahren kann bis zu sechs Wochen dauern, erst dann stellt die Zulassungsstelle die neuen Papiere aus, also Zulassungsbescheinigung I und Zulassungsbescheinigung II. Dafür musst Du den Fahrzeugschein (falls noch vorhanden) und Deinen Personalausweis (oder Reisepass mit Meldebescheinigung) sowie den Nachweis über die gültige Hauptuntersuchung (HU-Bericht) vorlegen. Für die Neuausstellung von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief musst Du mit Kosten von mindestens rund 70 Euro rechnen.

Autor
Kathrin Gotthold

Weitere Themen

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Emp­feh­lungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion emp­foh­len wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Emp­feh­lungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.