Gaspreisbremse - Entlastungsbetrag zu niedrig?

  • Hallo,


    ich habe eine kurze Frage. Ich bekam eine Gas-Endabrechnung mit etwa 200 € als Entlastungsbetrag. Ab März 2023 hatte ich den Gasanbieter gewechselt und somit bekommt man ja dann einen Entlastungsbetrag für die Monate Januar und Februar.

    Folgende Beträge wurden von mir bezahlt:


    Januar 2023 - 24,7 ct/kWh für den Verbrauch von 2176 kWh - 573,47 €


    Februar 2023 - 17,26 ct/kWh für den Verbrauch von 2021 kWh - 348,82 €


    Kann es sein, dass das dann nur rund 200 € Entlastungsbetrag sind? Ich dachte, dass die Preise ab 12 ct gedeckelt sind. Wenn ich also im Januar fast 25 ct pro kWh gezahlt habe, sind das doch eigentlich schon etwa 287 €, die ich mehr bezahlt habe. Oder habe ich da einen Denkfehler?


    Vielen Dank für die Hilfe! :saint:

  • Vermutlich ein Denkfehler. Wie hoch ist denn die Jahresverbrauchsprognose, an welchem Tag genau war der Wechsel, wie hoch war der Gaspreis nach dem Wechsel?

    Ich bekam jetzt folgende Mail:

    "Als Basis zur rückwirkenden Entlastung der Monate Januar und Februar 2023 dient der Arbeitspreis, bei dem Energieversorger, bei dem Sie zum 01.03.2023 in der Belieferung sind. Somit wird Ihr Arbeitspreis Brutto von der Deckelung abgezogen (13,27164 - 12 = 1,27164 Ct. /kWh).

    Für die Entlastung wird eine Jahresverbrauchsprognose durch den Netzbetreiber verwendet. Hiervon werden 80 % ermittelt, welche dann das Entlastungskontingent darstellen. Somit fällt Ihre Entlastung durch die Preisbremse höher aus, als wenn der tatsächliche Verbrauch zugrunde gelegt würde.

    Anbei zur Veranschaulichung noch einmal die Berechnung:

    Prognose durch den Netzbetreiber: 19.785 kWh ( eine höhere Prognose als der tatsächliche Verbrauch von 17.673 kWh die Sie seiner Zeit bei Vertragsabschluss angegeben hatten)

    80% des prognostizierten Jahresverbrauchs durch den Netzbetreiber: 19.785 kWh * 0,80= 15.828 kWh".


    Kann das dann so korrekt sein? Ich habe das irgendwie nicht verstanden, warum der neue Gasanbieter dann meine alte Abrechnung haben wollte, weil ich dachte, dass die alten Preise (Januar und Februar) dann auch auf 12 ct gedeckelt sind und ich ja eigentlich deutlich mehr bezahlt hatte. Der neue Gaspreis lag dann bei etwas über 13 ct.


    Vielen Dank! :saint:

  • Kann das dann so korrekt sein?

    Ja, m.W. ist (u.a.) der erste Satz in dem Schrieb korrekt. Meine persönliche Meinung ist das zwar nicht gerecht/logisch, aber der Gesetzgeber hat das wohl so aufgeschrieben. (Ggf. weil die Preisbremse ja eh erst am März 23 galt und daher ja nur aus "Kulanz" rückwirkend gilt).


    warum der neue Gasanbieter dann meine alte Abrechnung haben wollte

    Steht wohl ebenfalls im Gesetz. Der Grund ist für mich auch nicht nachvollziehbar, finanztip (https://www.finanztip.de/gaspreisvergleich/gaspreisbremse/ in der FAQ zu Anbieterwechsel) schreibt hierzu


    Damit soll sichergestellt werden, dass Dein neuer Anbieter mit dem richtigen Ent­last­ungs­be­trag rechnet

  • Ich bekam jetzt folgende Mail:

    Die Erklärungen sind m.E. korrekt!

    Die Sept22Prognose (und 80 % davon) ist wohl in Ordnung.

    Der neue Anbieter (ab Mitte März) braucht die Prognose, um mit seinem Preis (falls über 12 Cent/kWh) den monatlichen Entlastungsbetrag (im März auch taggenau) für den Rest des Jahres 2023 zu berechnen:

    Jährliches Entlastungskontingent 15.828 kWh : 12 = 1.319 kWh/Monat

    1.319 x (AP - 0,12 €/kWh) = monatlich fester Entlastungsbetrag.

    Wenn man in Bezug auf die Jahresprognose über die 20% hinaus gespart hat, verbilligt sich der AP/kWh auf das Jahr gesehen unter Umständen extrem.

    Der neue Anbieter braucht die verbrauchten Werte des Entlastungskontingents auch, weil er am Jahresende sicherstellen muss, dass dieses nicht überschritten wird.


    Zitat von finanztip
    Damit soll sichergestellt werden, dass Dein neuer Anbieter mit dem richtigen Ent­last­ungs­betrag rechnet.

    sollte wohl besser heißen:
    "....mit dem richtigen Entlastungskontingent...."

    Denn der neue (monatlich dann wieder feste) Entlastungsbetrag ergibt sich aus der Multiplikation mit dem neun Arbeitspreis: (AP - 0,12) x 1.319 kWh

    Bei der Abrechnung des Lieferanten werden auch meist größere Abrechnungsräume auch mit Teilen eins Monats (unübersichtlich) zusammengefasst.

    berghaus 30.03.24