Aber die Diskussion über technische Machbarkeit ist meiner Meinung nach eh nur ein Nebenschauplatz
Für mich ist das überhaupt kein Schauplatz - es ist doch völlig offensichtlich dass es Batterien gibt, welche den Strom vom Tag in die Nacht verschieben können. Die Frage ist daher nur, ob/wie das wirtschaftlich ist bzw. eigentlich, ob es wirtschaftlichere Alternativen gibt.
dass man die in Deutschland benötigte elektrische Energie für einen Tag in großtechnischen Batterieanlagen speichern möchte.
Es geht doch darum, den am Tag überschüssigen Strom in die Nacht zu verschieben. D.h. man braucht keinen ganzen Tag, sondern höchstens einen halben. Und auch den eigentlich nicht, weil in der Nacht weniger Strom benötigt wird als am Tag und m.W. im Sommer weniger als im Winter (und im Winter hat man keinen überschüssigen Solarstrom). Und dann muss ich ja eventuell auch nicht die ganze Nacht überbrücken, ein bisschen erneuerbar ist ja auch Nachts (Wind, Biogas, Laufwasser ...). Und ist nicht die Energiemenge ein Nebenkriegsschauplatz, wenn es um die Wirtschaftlichkeit geht? Bei der Wirtschaftlichkeit gehts doch hauptsächlich darum, wie sind die Anschaffungskosten, die laufenden Kosten, wie lange hält der Akku und wie hoch ist die Preisdifferenz und wie oft habe ich die Preisdifferenz.
Für großtechnische Anlagen auf Basis von Li-Ion-Speicher werden Systemkosten (Batterien, Leistungselektronik, Container, Betrieb etc.) zwischen 150-300 EUR/kWh genannt.
Ich würde vermuten, dass diese Preisspanne veraltet oder zu hoch ist. Ich meine gehört zu haben, dass die kWh zwischen 55-100 Euro/kWh liegt. Dazu kommt natürlich dann noch ein vielzahl andere Kosten, aber 150 Euro/kWh würde ich mal als "zu hoch" schätzen.
240 Mrd. EUR
Mal abgesehen davon, dass ich den Wert viel zu hoch halte - inwiefern interessiert das die Physik? Hier geht es rein um Wirtschaftlichkeit - und die ist keinesweg so "fix" wie die Gesetze der Physik.
Nein, das wird alles völlig absehbar nicht funktionieren. Die Gesetze der Physik sind da unerbittlich.
Und wieder die Physik - die hier m.E. überhaupt nicht wiederspricht. Die Physik gibt z.B. Grenzen vor, wie viel Energie ich in einem gewissen Volumen oder Masse in einer Batterie speichern kann. Aber diese Grenzen spielen bei stationären Batteriespeichern keine Rolle - bau ich halt größer oder schwerer. Wie teuer eine Batterie ist, ist doch der Physik egal. Die Wirtschaftlichkeit ist das Argument - und das ist viel komplizierter.
Wenn ich also nen Akku für 100 Euro/kWh hinstelle und damit jeden Tag die kWh am Mittag zu 3ct / kWh lade und zu 15 ct / kWh am Abend verkaufe, habe ich (bei 85% Ladeverlusten) so ungefähr 10 Cent am Tag und kWh verdient. D.h. nach 1.000 Zyklen habe ich meine Investitionen wieder drin. Da kann man jetzt natürlich eine vielzahl von Argumenten bringen, warum sich das nicht rechnet (höhere Anschaffungskosten, Zinsen, Wartung, Netzanschluss, Versicherung, Betrieb, weniger Preisdifferenz, weniger Preisdifferenz sobald mehr Akkus im Netz sind, usw. usf.) oder auch ein paar, warum es sich noch schnell rechnet (Niedrigere Anschaffungskosten, höhere Preisdifferenz, zusätzliche Einnahmen durch Netzstabilisierungsfunktion ...) - aber die Physik sehe ich da außen vor und deshalb ist m.E. so ein "physikalisch nicht möglich, punkt-fertig-aus" Aussage verkürzt.
Im Übrigen meine ich gelesen zu haben, dass Wahsinnig viele Unternehmen gerne einen Großbatteriespeicher ins Netz bringen wollen würden - was eher dafür spricht, dass es sich wirtschaftlich schon rechnet.