Beiträge von Dr. Schlemann

    Ich bin daher auf der Suche nach einer Versicherungsgesellschaft, die langfristig die bestmögliche Beitragsstabilität einerseits und geringe Beiträge andererseits miteinander vereint – selbstverständlich zulasten des Leistungsumfangs (aber bezahlen muss ich ja schließlich eh😉).

    Sie beschreiben schön das magische Dreieck der privaten Krankenversicherung:

    • Leistungsumfang - gute Leistungen
    • Stabile Beiträge
    • Niedrige Beiträge

    Alle drei Kriterien lassen sich nicht maximal kombinieren.

    Menschen, die genügend verdienen, um sich privat krankenzuversichern, verstehen meistens, worauf es langfristig ankommt. Deshalb priorisieren ca. 98% der von uns beratenen Kunden gute Leistungen und stabile Beiträge. Sie entscheiden sich deshalb für eine „gute“ private Krankenversicherung und nicht für eine „billige“ PKV.

    Interessant ist, dass die Makler mit teils unterschiedlichen Softwareprogrammen arbeiten. Während manche mit „Levelnine“ arbeiten, arbeiten andere mit „psponline“. Diejenigen, die mit „psponline“ arbeiten, haben deutlich gemacht, dass die Software „Levelnine“ angeblich einen in Teilen veralteten Datenstand aufweist.

    My two Cents:

    Psponline (früher Volz) ist eine vertrieblich gut gemachte, etwas einfacher gestrickte PKV-Verkaufssoftware Was wir über unsere Kunden mitbekommen, gehen die PSP Anwender in der Beratung DEUTLICH weniger in die Tiefe. Leistungsunterschiede treten mangels ausreichender Anzahl detaillierter Vergleichskriterien nicht klar zutage, so dass z.B. bei der Kurzberatung eines Vermittlers ein immer wieder gleicher alter (englisch "old") Lieblingsanbieter aus dem Norden trotz eklatanter Leistungsschwächen gut dasteht und aufgrund von Beitrag und vermeintlicher Beitragsstabilität in 99% der uns bekannten Fällen empfohlen wird.

    Wir arbeiten mit Levelnline, einer PKV-Analysesoftware für anspruchsvollere Beratung. Dort können Leistungsunterschiede mit rund 200 Vergleichskriterien in einer ca. 140-seitigen Vergleichsdokumentation deutlich differenzierter dargestellt werden. Die Beratung dauert zwar etwas länger, unsere Kunden können danach aber für sich informiert entscheiden, welche Kriterien ihnen wichtig sind, welcher Anbieter / Tarif diese in welchem Maß erfüllt und was sie bereit sind, dafür auszugeben. "Veralteter Datenstand" ist grober Unfug, Software und Daten werden permanent gepflegt und aktualisiert. Damit sollen vielleicht die genannten Schwächen von psponline bemäntelt werden.

    Eines meiner wichtigsten Learnings war: Die Makler versuchen im Regelfall, den Leistungsumfang zu maximieren. Dies hat nicht zuletzt für den Makler den Vorteil, eine höhere Provision zu erhalten. Dies ist zunächst einmal legitim.

    Die Provision, aka Courtage, ist ein Nebeneffekt, der bei Beamten mangels größeren Beitragsunterschieden aber relativ gering ausfällt.

    Generell sollte man bei der Auswahl einer PKV den - verbindlich vertraglich geregelten - Leistungsumfang in den Vordergrund stellen, nicht vermeintliches "Sparen". Schon gar nicht bei Beamten, die für ihre PKV ohnehin jetzt und als Pensionär nur einen Bruchteil der Beiträge von Nicht-Beamten zahlen.

    Über BUV habe ich noch keine Gedanken gemacht, aber muss ich leider auch. man weiß ja nie. Aber ich bräuchte dann, glaube ich, eine BUV mit Dienstunfahigkeitsklausel bzw. Lizenzverlustklausel, so ähnlich bei Piloten. gibt es da Empfehlungen?

    Sind Sie Fluglotse oder Flugdatenbearbeiter? Dann ist eine LOL Klausel durchaus sinnvoll. Einfach Termin buchen, dann klären wir das gemeinsam mit Ihnen.

    Qualitativ ist die Generali BU aus unserer Sicht - wie auf unserer Website "Beste Berufsunfähigkeitsversicherung" ausführlicher nachzulesen - ein "Dacia" mit geringerer Leistungswahrscheinlichkeit. Also ein Auto mit nur 3 statt 5 Sternen im NCAP Crashtest. Damit möchte man eher keinen Unfall erleben.

    126 EUR Beitrag für 1.570 BU Rente ist - je nach Risiko des ausgeübten Berufs - eher teuer. Mit günstigem Beruf sollte der Beitrag bei voller Konfiguration (Endalter 67, AU Klausel, 3% Leistungsdynamik) eher so bei 4% der versicherten BU Rente liegen.

    Beträgt Ihr Nettoeinkommen wirklich nur 1..570 EUR Tworld ? Sonst wird es bei BU etwas knapp, davon auch noch fürs Alter zu sparen.

    Fazit: Je nach Gesundheitszustand würde ich hier schon über Veränderungen nachdenken - mit fachkundiger Hilfe und immer erst mal verbindlich klären, zu welchen Konditionen eine neue BU möglich ist, bevor man an der alten BU etwas ändert. Und bitte mit den Gesundheitsfragen sehr sorgsam umgehen!

    Ich sag mal so die Gene die ich bekommen habe sind nicht unbedingt die womit man 100jahre alt wird. Krebs Herz usw alles in der Familie egal ob Raucher oder nicht. Dazu mein Lebensstil in den letzten 24 jahren. Mit Glück hab ich ein paar Jahre was von der Rente aber nur mit Glück.

    Vorteil dieser "Strategie": Man muss weniger fürs Alter sparen.

    Mit dieser Erkenntnis könnte man aber vielleicht auch darüber nachdenken, den Lebensstil zu ändern, um länger etwas vom Leben (und vom Erbe) zu haben? :)

    Ist eine Bu so teuer? Ich habe mich damit nie beschäftigt weil ich mit 90% Sicherheit von der Arbeit ins Grab wandern werde.

    Worauf basiert Ihre Annahme, mit 90% Wahrscheinlichkeit am Arbeitsplatz zu sterben? :)

    Eine BU kostet je nach Ausbildung und Beruf ca. 4-10% der versicherten BU Rente. Das kann man sich also durchaus leisten.

    Sobald Sie von Ihrem Kapital verlässlich und auskömmlich leben können und nicht mehr auf Ihre Arbeitskraft angewiesen sind, kann man auch wieder darüber nachdenken, die BU zu kündigen.

    Warum genau sollte man in die Röhre schauen, wenn man eine BU in der Höhe des aktuellen Nettos hat? dann kann man doch weiterhin Rücklagen aufbauen, auch wenn man BU ist, weil der Lebensstandard nicht groß anders ist.

    Bei den meisten Menschen liegt der korrekt berechnete BU Bedarf über ihrem Nettoeinkommen!

    • Ausgaben (fix + variabel)
    • + Krankenversicherung (21,7% der BU Rente, ohne Arbeitgeberanteil)
    • + Altersvorsorge (für Versorgung ab 67, mind. in Höhe der BU Rente, ohne weitere Einzahlungen in GRV) - das sind schnell mal um die 1.000 EUR!
    • + Steuern

    Mehr als das Nettoeinkommen lässt sich leider i.d.R. nicht versichern bzw. nur mit etwas geschickter Kreativität.

    Ist richtig, dass es rechtlich keine Überversicherung in der BU gibt.

    Die Versicherer versichern in der Praxis ohne Nachweise aber auch nicht jedes Gehalt und wollen gerne wissen, ob es noch andere Versicherungen gibt. Man kann also leider nicht 10x3k versichern und dann wegen Champagnersucht BU werden.

    Ich finde bis 60 reicht, danach werden die Versicherungen auch richtig teuer, wenn man bis 67 versichert. Man kann sich mit Krankengeld, Arbeitslosengeld und ggf. EM-Rente oder Altersrente wegen Schwerbehinderung noch ins Ziel retten. Bis dahin hat man hoffentlich auch genug Ersparnisse, dass man ohnehin Sorgenfrei leben kann.

    Natürlich sind Versicherungen bis 67 teurer, da ältere Menschen mit höherer Wahrscheinlichkeit BU werden. Das heißt aber umgekehrt, dass der Bedarf in diesen Jahren besonders hoch ist!

    "Hoffentlich" ist m.E. eine unglückliche Planungsgrundlage für ein ziemlich relevantes Risiko. Bei BU mit 30 ist "hoffentlich" dann leider krass in die Hose gegangen.

    Die vernünftigste Lösung für alle, die hoffen, bis 60 ihr Schäfchen im Trockenen zu haben lautet: Jetzt BU bis 67 abschließen und wenn alles geklappt hat mit 60 kündigen! Außer man möchte sie dann trotzdem fortführen, weil das für den Versicherten die "lohnendsten" Jahre sind.

    Hierzu kann man ganz einfach höflich konkret nachfragen, was theoretisch passieren würde, wenn die Ehefrau nun bei ihrer aktuellen Situation berufsunfähig würde.

    Kann man machen, um beruhigt zu sein. Angesichts der oben beschriebenen klaren rechtlichen Rahmenbedingungen steht die richtige Antwort allerdings schon fest. :)

    Der Punkt ist grundsätzlich berechtigt, aber in diesem speziellen Fall (Einkommen aus Vollzeit abgesichert, lfd. jedoch Teilzeit) ist die Absicherung mutmaßlich ausreichend, um aus der Zahlung entsprechende Rücklagen zu bilden, um die Lücke zu überbrücken.

    Den Einzelfall kann ich nicht genau genug beurteilen:

    • Kann die Ehefrau mit ihrem deutlich reduzierten Einkommen genügend eigene Rücklagen fürs Alter oder für eine frühere BU bilden?
    • Wer finanziert den Lebensunterhalt?
    • Was ist bei einer Trennung?
    • etc.

    Da es immer viele Mitleser gibt, wollte ich nur auf diesen wichtigen Aspekt hinweisen, damit nicht der Eindruck hängen bleibt "BU bis 60 reicht, weil man bis dahin ja genügend sparen kann".

    ich kenne natürlich deine Vertragsbedingungen nicht, aber evtl willst du mal nachschauen, ob deine Frau nicht ÜBERversichert ist.

    Zahlt denn die Versicherung im Falle einer BU tatsächlich die versicherten 2.400, obwohl deine Frau real nur 1.400 bekommen hat?

    Der Gedanke der "Überversicherung" ist der BU fremd. Es gibt in der BU auch kein "Bereicherungsverbot", wie es § 200 VVG für die Krankenversicherung formuliert. Außerdem ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung keine Schadensversicherung, sondern eine sog. „Summenversicherung“. Das heißt wenn man eine bestimmte BU Höhe korrekt versichert hat, wird dieser Betrag im Fall der BU auch geleistet, unabhängig davon, wie hoch zu diesem Zeitpunkt das Einkommen ausfällt. Siehe "Überversicherung? Gibt es ein 'Bereicherungsverbot'?" auf unserer Website. :)

    Es ist durchaus üblich das die BU vor der Rente endet, denn die letzten paar Jahre lassen sich immer irgendwie überbrücken.

    In den nächsten 17 Jahren einen Puffer für 3 Jahre Überbrückung bis Rente zu schaffen, sollte möglich sein.

    Meine BU geht auch nur bis 60. Mal sehen was dann ist wenn ich erstmal 60 bin.

    Aus diesen Statements lese ich die Annahme heraus, dass die BU erst eintritt, wenn man 55 / 60 / 65 o.ä. ist. Wenn man bis dahin fleißig gearbeitet hat, mag das mit dem Überbrücken klappen. Nicht jedoch, wenn man "morgen" (mit 30, 35, 40 oder 50) berufsunfähig wird, dann gerade so über die Runden kommt und kaum Puffer zum Sparen hat. Das wird leider häufig übersehen.

    Aktuelle Absicherung liegt bei 2400€. Monatlicher Beitrag: 130€. Bei Abschluss arbeitete sie noch in Vollzeit, daher die relativ Hohe Versicherungssumme. Aktuell in Teilzeit liegt das Netto bei 1400€.

    Die sog. "Annahmerichtlinien" der Versicherungsgesellschaften sehen i.d.R. vor, dass nur ca. 60% des aktuellen Bruttoeinkommens (was meistens ungefähr dem Nettoeinkommen entspricht) abgesichert werden können. Insofern sehe ich - ohne Aufgabe von Teilen der bestehenden Absicherung - leider keine Möglichkeit, mit einer zusätzlichen BU Lücken zu schließen.

    Die wichtigste Frage: Sind Sie immer noch gesund genug für eine neue, vernünftige BU? Die BU der Debeka ist qualitativ weder in Kombination noch stand-alone zu empfehlen. Nach unserer Auto-Kategorisierung ist die Debeka BU leider nur ein Dacia und noch nicht mal besonders billig.

    Sofern gesundheitlich möglich würde ich mir also weniger Gedanken über die Möglichkeit zur separaten Fortführung machen. Bei kritischen Vorerkrankungen wäre das anders, dann besser eine Debeka BU als keine BU.

    Und wie oben schon richtig geschrieben: Vor der Beendigung immer erst klären, ob ein Neuabschluss mit vollständiger Gesundheitshistorie verlässlich möglich ist bzw. die neue Police in Händen halten.