Beiträge von Dr. Schlemann

    Hui, Ihnen scheint Beratung richtig Freude zu machen? :)

    Ich hätte nicht gedacht, dass sich das noch weiter steigern lässt!

    Da lobe ich mir dann doch die Honorarberatung. Wenn Beratung etwas kostet, überlegt sich der Ratsuchende deutlich genauer, wie viele Menschen er zur gleichen Frage für sich arbeiten lässt.

    Schön wäre es, wenn mit den Ressourcen anderer menschlicher Wesen, die mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt finanzieren, auch dann verantwortungsvoll umgegangen wird, wenn dafür netterweise kein Geld verlangt wird.

    Hallo Augustine, Ihre Situation ist wirklich nicht einfach.

    Ob eine Unfallversicherung für Sie noch sinnvoll ist, hängt im Wesentlichen von zwei Punkten ab:

    1. Mitwirkung von Krankheiten
    Viele ältere Tarife kürzen oder verweigern Leistungen, wenn Krankheiten am Unfall mitgewirkt haben (z. B. ab 25 % oder 50 %). Bei bestehenden schweren Einschränkungen führt das schnell zu Diskussionen. Gute moderne Tarife verzichten jedoch komplett auf die Mitwirkungsanrechnung – dann wäre es unerheblich, ob Ihre Vorerkrankung den Sturz begünstigt hat.

    2. Vorinvalidität
    Entschädigt wird nur die zusätzliche unfallbedingte Verschlechterung. Bestehende Einschränkungen werden abgezogen. Entscheidend ist also, ob durch einen Unfall überhaupt noch eine relevante zusätzliche Invalidität erreicht werden kann (z.B. 50 % in Ihrem Vertrag).

    Fazit
    Mit einem älteren Tarif mit Mitwirkungsregel und hoher Einstiegsschwelle sehe ich die Leistungswahrscheinlichkeit eher kritisch. In einem modernen Tarif ohne Mitwirkungsanrechnung kann eine Unfallversicherung dagegen durchaus noch sinnvoll sein – vorausgesetzt, Beitrag und mögliche Leistung stehen in einem vernünftigen Verhältnis.

    Hilft das?

    Augustine das klingt in deinem Fall schwierig und schreit geradezu nach einem Versicherungsfachmann, ich weiß nur nicht ob ein vernünftiger Versicherungmakler (wie Hoesch&Partner oder Dr. Schlemann ) da überhaupt tätig werden.

    Danke für Ihre nette Empfehlung als "vernünftiger Versicherungsmakler". :):thumbup:

    Wir beraten nicht isoliert zu kleineren Versicherungen, aber ich versuche trotzdem gerne etwas weiterzuhelfen.

    Um neue Abschlusskosten zu vermeiden, ist es überlegenswert, eine:n Honorarberater:in zu konsultieren. Während der:die Honorarberater:in unmittelbar bezahlt werden muss (Stundensatz meist zwischen 100 Euro und 250 Euro zzgl. MwSt. laut Google-KI), werden die Abschlusskosten im Rahmen einer provisionsbasierten Beratung auf die ersten 5 Jahre verteilt („Zillmerung“). Daraus ergeben sich wiederum nicht unerhebliche Nachteile für die Honorarlösung: Dieser Betrag könnte sonst über viele Jahre hinweg bis zum Ruhestand rentierlich am Kapitalmarkt angelegt werden. Bei einer Anlage in einen breit gestreuten ETF (konservative Annahme: Verdoppelung alle 10 Jahre) können aus heute 2.000 Euro in 30 Jahren 16.000 Euro werden – genügend Geld für eine echte Beitragsentlastung.

    Um auf diesen Punkt genauer einzugehen: In der PKV gibt es (so gut wie) keine echten Nettotarife. Das liegt u.a. an § 48c VAG i.V.m. § 204 VVG.

    Das heißt auch bei Nutzung eines Honorarberaters fallen i.d.R. die gleichen Abschlusskosten an. Insofern mag die Beauftragung eines Honorarberaters das Gewissen beruhigen, sie macht den PKV Abschluss durch das zusätzliche Honorar aber teurer und nicht billiger.

    Zusätzlich gibt's beim Beratungshonorar, das durch die Umsatzsteuer 19% teurer wird, weder Arbeitgeberzuschuss noch steuerliche Absetzbarkeit - anders als beim Beitrag eines Bruttotarifs.

    Bedenke bitte, dass Dr. Schlemann keine Debeka-Verträge vermitteln kann und ihm (wie auch anderen Maklern) die Debeka aufgrund ihrer Marktmacht ein Dorn im Auge sein könnte.

    Schon erstaunlich, dass dieser Dr. Schlemann in diesem Fall erkennbar dazu tendiert, bei der Debeka zu bleiben. Und das obwohl er (oder ein anderer Versicherungsmakler) mit einem Wechsel Geld verdienen könnte.

    Möglicherweise sind doch nicht alle Versicherungsmakler geldgierige Hyänen, sondern beraten bedarfsgerecht?

    Nur mal so als ganz theoretische Möglichkeit ... :)

    Welche PKV-Anbieter empfehlen Sie, Herr Dr. Schlemann, denn grundsätzlich, wenn Kund:innen die Ecke „stabile Beiträge“ des magischen Dreiecks der PKV optimieren wollen?:)

    Ich glaube das hatten wir weiter oben schon einmal. Es gibt nicht "DEN EINEN Anbieter", der Kriterien optimal erfüllt. Das ist - jedenfalls bei uns - eine sehr individuelle Entscheidung nach ausführlicher Beratung. Da kommt nicht - wie nach unserer Kenntnis an anderer Stelle - immer z.B. die Alte Oldenburger heraus. :)

    Ich frage nun nach, ob man die BU in einen eigenständigen Vertrag umschreiben kann.

    Das hat der Versicherer ja glaube ich schon beantwortet.

    Wenn Sie weiterhin gesund sind, kann man mal prüfen, ob ein Neuabschluss sinnvoll / günstiger wäre. Häufig spricht mehr dafür, den alten Vertrag weiterlaufen zu lassen. Ohne genaue Kenntnis der Umstände (alter Tarif, aktueller Beruf, Alter, Gesundheit, etc.) lässt sich das aber nicht wirklich beantworten.

    @Dr Schlemann: Das sind letztlich die Angebote die bei der Risikovoranfrage rausgekommen sind neben (Universal, hallesche, allianz, Signal Iduna)

    Bei dieser Auswahl würde ich die Versicherbarkeit noch mal von einem Fachmann prüfen lassen. Mit sorgfältig aufbereiteten Gesundheitsangaben erhalten wir manchmal günstigere Voten als andere Vermittler.

    Bisher war ich mit meiner GKV zufrieden, und habe eigentlich auch keine Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch genommen, ich vermute auch, dass das so bleibt -- daher würde vermutlich die AO vom Umfang vermutlich reichen.

    Böser Denkfehler! Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Ihre Gesundheit sich künftig nicht nachteilig verändert? Jedenfalls ist das bei den meisten anderen Menschen so wenn sie älter werden. Als Beamter erhalten Sie in der PKV mit Beihlfe schon 50% "Rabatt". Da wird vernünftige Sparsamkeit schnell zum unvernünftigen Geiz. Deshalb sollten Sie sich gerade als Beamter einen leistungsstarken Tarif "gönnen"!

    Eine Hilfskrücke könnte darin bestehen, einen Versicherer mit einer maximal strengen Gesundheitsprüfung zu wählen. Was denkt ihr? Welche Versicherer gelten als besonders streng bei der Gesundheitsprüfung?

    Bei der Arag ist man beim Abschluss zwar nicht übermäßig streng, dafür folgt aber nach unserer Erfahrung bei der ersten eingereichten größeren Rechnung häufig die Prüfung einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung auf dem Fuß. So wird das Kollektiv zügig bereinigt, für die versicherte Person ist die folgende Kündigung mit Wechsel in den Basistarif bei einer anderen Gesellschaft allerdings eine mittlere Katastrophe.

    Welchen Versicherer würden Sie denn empfehlen, wenn die Ecke "stabile Beiträge" des magischen Dreiecks fokussiert wird?

    Diese Ecke öffnet sich nach unserem Verständnis erst, wenn man vorher die sinnvollen und notwendigen Leistungskriterien geklärt hat. Gerade beim Thema AHB und Reha trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen und es bleibt letztlich nur noch eine Handvoll Versicherer übrig, die qualitativ in Fragen kommen.

    Ohne Ihre detaillierten Anforderungen an eine "gute" private Krankenversicherung zu kennen, lässt sich diese Frage nicht seriös beantworten. Sind beide Angebote vom gleichen Makler? Weshalb hat er Ihnen genau diese beiden Gesellschaften empfohlen?

    Ich verstehe auch nicht ganz, was Sie mit "Da ich vom Alter vermutlich nicht mehr sinnvoll die PKV wechseln kann und vermutlich nicht die Ergänzungbausteine zu buchen kann, würde ich mich jetzt gerne final entscheiden." meinen. Da Ihnen ein Angebot mit Risikozuschlag vorliegt, scheinen Sie nicht auf die Öffnungsaktion angewiesen zu sein. Dann unbedingt auch Beihilfeergänzungstarife dazu buchen!

    Falls du von der Debeka weg wechseln möchtest, solltest du berücksichtigen, dass du einen Teil deiner Altersrückstellungen verlieren wirst. Denn der Übertragungswert besteht nur aus den Altersrückstellungen, die den Basistarif abdecken. Bei einer Versicherungszeit von über 10 Jahren macht daher ein Anbieterwechsel keinen Sinn mehr. Ich würde an deiner Stelle sowieso erstmal prüfen, welche Möglichkeiten du im Rahmen des internen Tarifwechselrechts bei der Debeka hast. Falls du noch in einem alten Bisex-Tarif bist, solltest du dir ein Angebot zu den Unisex-Tarifen erstellen lassen. Diese sind beitragsstabiler als die Bisex-Tarife und haben einen etwas besseren Leistungsumfang.

    Es mag überraschen, aber dem stimme ich größtenteils zu. Gerade bei längerer Vorversicherung würde ich immer erst mal Optionen innerhalb der Gesellschaft prüfen und nur komplett wechseln, wenn besonders wichtige Anforderungen an die Leistungen des Tarifs nicht erfüllt werden.

    Die Kombination aus BU + Rente hat in den meisten Fällen tatsächlich Nachteile und es gibt nur wenige Gründe, die dafür sprechen.
    Gerade die Dienstanfängerpolice der DBV hat den Vorteil, dass der Beitrag in den ersten Jahren subventioniert ist und dass es der einziger Anbieter ist, der eine Beitragsbefreiung der Rentenversicherung bei Dienstunfähigkeit hat.
    Die Basis-Rente hat den Vorteil der Absetzbarkeit. Im Gegenzug muss die BU Rente aber auch sehr hoch versteuert werden.

    Trotz des beeindruckenden Pseudonyms spricht daraus etwas fehlender Überblick.

    Welche gravierenden Nachteile sehen Sie denn "in den meisten Fällen"?

    Wer "subventioniert" die DAP der DBV - ist das ein geheimes Sponsoring für Beamte? :)

    Können Sie "muss die BU Rente aber auch sehr hoch versteuert werden" konkretisieren? Mit welchem Rechenweg kommen Sie zu dieser Aussage? "Sehr hoch" wäre für mich ein höherer Steuersatz bei der Versteuerung der BU Rente als bei der Absetzbarkeit. Haben Sie schon mal über Eintrittswahrscheinlichkeiten nachgedacht?
    Eintrittswahrscheinlichkeit Absetzbarkeit Beitrag = 100%
    Eintrittswahrscheinlichkeit Versteuerung BU Rente = 20-25%

    Gibt es vielleicht eine Lösung, wie sich das Problem der Versteuerung der BU Rente bereits bei Abschluss angemessen berücksichtigen lässt?

    Mit fachlich fragwürdigen Allgemeinplätzen ist anderen hier Rat Suchenden wenig gedient.