Beiträge von McProfit

    Sonntag, 12. Juli 2026, 10 Uhr

    Guten Morgen zusammen,

    lieber Forumsfreund Duregar  KaffeeOderTee  Einundzwanzig  LebenimSueden  Pfennigbaron

    mangels Tageszeitung habe ich heute Morgen ein wenig im Forum gestöbert und natürlich mit Interesse EURE Kommentare zum Thema Steuern, Erben und Schenkungen gelesen.

    Ich weiß, dass bei diesem Thema jeder seine eigene Vorstellung hat und sich davon meistens auch nicht so leicht abbringen lässt. Trotzdem will ich noch einen typischen McProfit-Kommentar loswerden – schwäbisch, einfach und ohne großes Drumherum.

    Die langjährigen Forumsfreunde kennen mich vermutlich noch. Ich bin seit über 40 Jahren aktiv an der Börse, inzwischen Ü80, war selbst Unternehmer und gehöre heute zur Gruppe der vermögenden „Privatiers“ – mit relativ hohem Vermögen und entsprechend hohem Einkommen.

    Ich zahle viel Steuern und ich zahle sie auch gerne. Wenn der Staat mehr Steuern von „den Reichen“ oder von „den Erben“ verlangt, kann ich das grundsätzlich verstehen.

    Nur: Reich ist nicht gleich reich und Erbe ist nicht gleich Erbe.

    Deshalb sollte man sich vielleicht zuerst einmal mit den Betroffenen zusammensetzen ( !!) und gemeinsam überlegen, wie man höhere Steuereinnahmen erreichen kann, ohne dabei gleichzeitig neue Ungerechtigkeiten, jahrelange Streitigkeiten und unnötige Nachteile zu produzieren.

    Da mich vermutlich niemand fragen wird, gebe ich meinen Vorschlag eben hier zum Besten.

    Mit dem Begriff REICH meint man in der Regel Menschen mit einem hohen VERMÖGEN. Dasselbe gilt beim sogenannten großen Erbe. Auch dabei geht es immer um Vermögen.

    Vermögen kann aber bekanntlich alles Mögliche sein:

    Firmen mit Gebäuden und Maschinen, vermietete oder selbst genutzte Immobilien, Beteiligungen, Auslandsvermögen, Niederlassungen, Ferienhäuser, Yachten, Flugzeuge, Luxusautos, Schmuck und Goldbarren. Aber natürlich auch Aktien, Anleihen, Festgeld oder schlicht und einfach Geld auf dem Girokonto.

    Das alles korrekt zu erfassen, vernünftig zu bewerten und anschließend gerecht zu besteuern, ist leichter gesagt als getan. Am Ende gibt es jahrelange Diskussionen, Gutachten, Einsprüche und Gerichtsverfahren.

    Bei der neuen Grundsteuer sieht man ja, wie einfach so etwas in der Praxis funktioniert – nämlich gar nicht so einfach.

    Für mich wäre die Sache deshalb wesentlich einfacher:

    Menschen mit hohem Vermögen haben in aller Regel auch entsprechend hohe Einkünfte. Das können Mieten, Zinsen, Dividenden, Kursgewinne, Firmengewinne oder andere Erträge sein. Je höher das Vermögen, desto höher ist normalerweise auch das daraus entstehende Einkommen.

    Warum also jedes Haus, jede Firma, jede Beteiligung und jeden Goldbarren mühsam bewerten?

    Man könnte schlicht und einfach die Einkommensteuer für sehr hohe Einkommen erhöhen.

    Dann muss man den vermögenden Menschen – zu denen auch ich gehöre – nicht jedes Jahr umständlich vorrechnen, wie viel ihre einzelnen Vermögenswerte gerade wert sind. Man besteuert einfach das Einkommen, das tatsächlich hereinkommt.

    Das gilt dann für Vermögende gleichermaßen, egal ob sie ihr Vermögen selbst erarbeitet, geschenkt bekommen oder geerbt haben.

    Über die Höhe der Steuersätze und vernünftige Freibeträge kann man sich vermutlich eher einigen als über den angeblich richtigen Verkehrswert eines Mehrfamilienhauses, einer Firma oder einer Beteiligung.

    Die Reichen wären deshalb nicht plötzlich arm, die weniger Vermögenden hätten vielleicht ein besseres Gefühl von Steuergerechtigkeit und der Staat bekäme zusätzliche Einnahmen.

    Dem Bundeshaushalt wird allerdings auch das nicht dauerhaft helfen. Denn dort liegt das eigentliche Problem bekanntlich darin, dass die Ausgaben regelmäßig schneller wachsen als die Einnahmen.

    Schwäbisch gesagt:

    Man kann auf Dauer eben nicht mehr ausgeben, als man einnimmt – ganz egal, wie viel Steuern man vorher eingesammelt hat.

    Das war das Wort zum Sonntag von McProfit.

    Sonntag 12.7.26 um 9 Uhr

    Guten Morgen, jetzt habe ich gerade mal wieder ins Forum geschaut und schon hat es mich in den Fingern gejuckt. Allerdings musste ich die Frage von adrianberg 2 x lesen bis ich es überhaupt verstanden habe.

    Adrianberg hat einerseits recht, dass die klassische Finanztip-Kombination (Welt-ETF + Tagesgeld) kostengünstig ist. Trotzdem finde ich, dass dieser unaussprechliche "Multi-Asset-Ansatz" wie der Vanguard LifeStrategy unter Wert verkauft werden – und zwar aus psychologischer Sicht.

    Warum ich die Einschätzung der FAZ gar nicht so verkehrt finde, hat was mit Psychologie zu tun, das wird an der Börse viel zu sehr unterschätzt.

    Der psychologische Anker durch Ausschüttungen: Die Mathematik spricht oft für die automatische Wiederanlage (Thesaurierer), aber die Psyche funktioniert in Krisen anders.

    Wenn die Börsenkurse einbrechen und das Depot tief rot ist, macht das viele Anleger extrem nervös. Auch die Profis vom Finanztipforum wie man immer wieder sieht.

    Wenn man dann aber auf ausschüttende Varianten setzt, fließen auch im Bärenmarkt regelmäßig Dividenden aufs Konto. Diese stetigen Gutschriften auf dem Konto beruhigen ungemein und hilft dabei, nicht in Panik zu geraten und stur an der Strategie festzuhalten.

    Und jetzt mein Kommentar zu diesem sogenannten emotionsloses Rebalancing:

    Eine breite Streuung mit festen Anteilen funktioniert nur, wenn man sie konsequent durchzieht. Ein entsprechender ETF macht das automatisch.

    Wer das manuell zwischen ETF und Tagesgeld machen muss, muss in einem Crash aktiv Geld in einen fallenden Markt nachschießen.

    Das kostet extrem viel Überwindung. Dieser genannte ETF oder ein ähnlicher nimmt einem diese emotionale Hürde komplett ab.

    Die Finanztip-Strategie mag auf dem Papier der "Goldstandard" sein, aber der beste Plan nützt nichts, wenn man ihn in der Krise nicht durchhält.

    Daher ist der Komfort solcher Komplettlösungen für mich weit mehr als nur Bequemlichkeit – es ist ein handfester Schutz vor den eigenen Fehlern.

    Sehe der McProfit das mit der Psychologie zu übertrieben? Schönen Sonntag noch.

    Samstag 4.7.26

    Hilfe: Politik:

    Lieber gb75  andiii_98  dude

    Ich verabschiede mich schnell wieder aus diesem Thema und stelle fest:

    Sobald es um Politik geht, prallen die Gegensätze unversöhnlich aufeinander. Kein Wunder, dass Koalitionen aus verschiedenen Parteien meist nur Minimalkompromisse hinbekommen – dieses Forum zeigt das überdeutlich.

    Für mich als ehemaligen Unternehmer wäre in der Politik ein Grund zum Haareraufen. Ich war es gewohnt, klare Entscheidungen zu treffen – selbst wenn sich manche im Nachhinein als falsch herausstellten.

    Endlose Diskussionen und ständige Kompromisse sind für jedes Unternehmen die größte Bremse und der sicherste Weg, im Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten.

    Schönen Sonntag wünscht Euch McProfit

    Samstag, 4. Juli 2026

    Hallo Saarlaender  Pfennigbaron  Micha-1  bewo

    Nach längerer Pause habe ich mich heute wieder einmal ins Forum gewagt. Und wie so oft stelle ich fest: es bleibt unterhaltsam.

    Beim Thema ETF ist für mich eines ganz klar: Ob man Ausschütter oder Thesaurierer nimmt, hängt schlicht davon ab, in welcher Lebensphase man steckt.

    Wer – so wie ich – sein Kapital über viele Jahre aufgebaut hat und heute von den Erträgen let, für den haben ausschüttende ETF ganz praktische Vorteile. Man muss sich nicht ständig mit Teilverkäufen oder Umschichtungen beschäftigen. Die Ausschüttungen kommen regelmäßig, meistens quartalsweise, und steigen über die Jahre.

    Das beruhigt – gerade in turbulenten Börsenzeiten. Solange die Ausschüttungen laufen, bleibt man entspannt und schaut nicht jeden Tag ins Depot. Das ist wie bei Immobilien: Entscheidend sind die Mieteinnahmen, nicht der tägliche Marktwert. Den dürfen später gern die Erben beurteilen.

    Wer dagegen noch Vermögen aufbaut, für den sind thesaurierende ETF die logische Wahl. Da wird alles automatisch wieder angelegt, und der Zinseszinseffekt arbeitet sauber weiter.

    Am Ende ist es also ganz einfach:

    Erst klären, zu welcher Gruppe man gehört – dann ergibt sich die Entscheidung von selbst. Als Mitglied im Club80 weiß ich jedenfalls, wo ich hingehöre.

    Schönen Sonntag McProfit

    Samstag, 04.07.2026

    Liebe Forumsfreunde,

    lieber Nordbewohner1970 und Tomarcy, Sagi 90 Prozent Aktien Prozent aktien

    ich habe mich heute mal wieder ins Forum verirrt. Als alter Hase an der Börse mit über 40 Jahren eigener Erfahrung muss ich bei diesem Thema – Einzelaktien oder ETF und wenn ja, welche? - meinen Senf dazugeben.

    Wer das Forum schon länger liest, kennt meinen Lebenslauf:

    40 Jahre Einzelaktien, Schwerpunkt Dividende. Immer mit der Ansicht, nach so langer Zeit weiß man es besser und kann der Börse, dem Markt, dem Index oder was auch immer ein Schnippchen schlagen.

    Wer eine ehrliche Buchhaltung macht, weiß es längst: Vergiss es.

    Die meisten, die glauben, sie wären besser als der Markt, sind nicht ehrlich zu sich selbst. Nicht absichtlich, sondern sie tappen in eine Falle. Durch Kaufen und Verkaufen, durch Aufstocken mit neuem Geld, durch Teilverkäufe, weil gerade das Töchterlein heiratet, verlieren die meisten den echten Überblick.

    Hinzu kommt, dass man Liquidität, die man für Rückschläge einkalkuliert (um billiger nachkaufen zu können), ebenfalls in die Rendite einrechnen muss und so weiter.

    Am Ende ist das alles unnötig. Den Markt kann man nur mit höherem Risiko schlagen. Keine breite Streuung, sondern Konzentration auf Branchen oder Einzelfirmen – das bedeutet aber auch höheres Risiko und natürlich kann auch das Gegenteil davon eintreffen.

    Wenn ein alter Hase wie ich, der McProfit, nach 40 Jahren alle – ich sage alle – seine Einzelaktien verkauft (auch solche, die sich verzehnfacht haben) und in ETFs mit Dividendenausschüttung umschichtet, dann sollte das einem zu denken geben.

    Ich wäre froh gewesen, wenn mir das schon vor 20 oder 30 Jahren einer so deutlich gesagt hätte. Dann hätte ich viel Zeit gespart für die schöneren Dinge im Leben.

    Heute lebe ich von den Kapitalerträgen, genauer gesagt von den Dividenden, die es bei den ETFs alle 3 Monate gibt. Dazu jedes Jahr automatisch steigend.

    Warum ausschüttende Fonds wichtig sind – auch wenn sie mathematisch nicht besser sind als thesaurierende – das erkläre ich gerne zum wiederholten Mal - falls es nicht lngst bekannt ist.

    Viele Grüße McProfit

    Samstag 4.7.2026 um 19 Uhr

    Mein radikaler Ansatz: Eigenverantwortung

    Hallo zusammen, Asna, Micha-1  andiii_98@einunzwanzig, volcanosaucin  Sovereign

    ich bin heute Abend zufällig mal wieder hier im Forum gelandet. Es ist wie immer extrem unterhaltend zu sehen, welche Dynamik die Diskussionen hier annehmen – besonders die Ansichten zur Steuerreform.

    Als langjähriger Selbstständiger betrachte ich solche Themen persönlich durch die marktwirtschaftliche Brille. Daher möchte ich zu der Debatte um Krankmeldungen und Lohnfortzahlung eine unpopuläre, aber konsequente Perspektive einbringen.

    Meiner Meinung nach ist der Versuch, es bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall allen recht zu machen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.

    Wir müssen der Realität ins Auge blicken: Es gibt immer Menschen, die es mit der Ehrlichkeit nicht so genau nehmen – und das nicht nur bei der Krankmeldung. Das System lädt dazu ein, was am Ende vor allem die ehrlichen Mitarbeiter ausbaden müssen. Nach dem alten Motto: Der Ehrliche ist der Dumme.

    Für mich sieht eine wirtschaftlich vernünftige und am Ende sogar fairere Lösung ganz einfach aus: Geld gibt es nur für tatsächliche Arbeit.

    Wenn ein Mitarbeiter Leistung erbringt, wird er bezahlt. Wenn er nicht arbeitet – egal ob wegen Krankheit, Urlaub, Feiertagen oder aus anderen Gründen –, gibt es vom Unternehmen kein Geld.

    Vorteil für die Arbeitnehmer: Da ich als Unternehmer diese völlig unkalkulierbaren Fehlzeiten nicht mehr einpreisen muss, kann ich für die tatsächlich geleistete Arbeit einen deutlich höheren Grundlohn zahlen.

    Vorteil für das Unternehmen: Ich kann fair, sauber und verlässlich kalkulieren. Es ist schlicht unfair gegenüber den Leistungsträgern, die jeden Tag da sind, das Risiko von Fehlzeiten anderer querzusubventionieren.

    Was passiert im Krankheitsfall? Ganz einfach: Eigenverantwortung.

    Wenn jemand Phasen, in denen er nicht arbeiten kann, nicht durch eigene Rücklagen überbrücken möchte, schließt er privat eine Krankentagegeldversicherung ab. Die Prämie dafür zahlt er bequem aus dem höheren Lohn, den er für seine tatsächliche Arbeit von mir erhält. Damit wäre das Thema vom Tisch.

    Würde man heute einen Staat neu gründen, wäre dieses Prinzip von Leistung und Gegenleistung völlig normal. Das Problem ist lediglich, dass sich viele Menschen über Jahrzehnte an einen gewissen Luxus und soziale Besitzstände gewöhnt haben...

    Was meint ihr? Viele Grüße mal wieder vom schwäbischen Ex-Unternehmer McProfit


    17.06.2026

    Lieber Forumsfreund Pfennigbaron, Tomarcy, monstermania  britty  12345
    liebe Forumsfreunde,

    in meinem letzten Kommentar habe ich hier sozusagen amtlich mitgeteilt, dass sich der Forumsfreund McProfit nach über 40 Jahren an der Börse von seinen geliebten Einzelaktien verabschiedet und sein gesamtes (!) Aktienvermögen in ETFs umgeschichtet hat.

    Das hat erstaunlich viele Reaktionen ausgelöst. Manche fragten nach der Strategie, Du aber, lieber Pfennigbaron, hast nach den Emotionen gefragt. Und damit hast Du ins Schwarze getroffen.

    Denn wer jahrzehntelang Aktionär von McDonald’s, Procter & Gamble, Allianz oder anderen alten Depotgefährten war, der fühlt sich irgendwann nicht mehr nur als Anleger, sondern als halber Miteigentümer.

    Wenn die Kinder bei McDonald’s einen Hamburger kaufen, denkt man: Sehr schön, ein kleiner Teil davon kommt irgendwann als Dividende wieder heim. Und im Drogeriemarkt greift man natürlich eher zu Ariel als zu Persil — nicht aus Waschüberzeugung, sondern aus Aktionärspflicht.

    Der Abschied war also nicht ganz emotionslos. Zumal sich auch das Finanzamt über meine Entscheidung gefreut hat. In über 40 Jahren sammelt sich einiges an Kursgewinn an. Meine ersten McDonald’s-Aktien hatten sich verzehnfacht — da nimmt der Fiskus zum Abschied nicht nur einen Kaffee, sondern gleich das ganze Menü.

    Warum also trotzdem ETFs?

    Ganz einfach: Einzelaktien machen Arbeit. Und sie machen Gedanken. Selbst Weltkonzerne können sich in kurzer Zeit halbieren. Dann beginnt im Kopf sofort die Talkshow: Nachkaufen? Verkaufen? Aussitzen? Umschichten? Oder einfach HOFFEN und auf die Dividende warten?

    Ich bin dieses Jahr 80 geworden. Es funktioniert zwar noch fast alles wie früher — nur manchmal etwas langsamer und mit mehr Bedienungsanleitung. Aber der Kopf verändert sich. Man hat nicht weniger Interesse, aber weniger Lust, sich von jeder Quartalszahl den Puls ruinieren zu lassen.

    Ich habe in meiner Börsenzeit über acht Präsidenten, mehrere Crashs, Ölkrisen, Dotcom, Lehman, Corona und unzählige „Diesmal-ist-alles-anders“-Propheten überlebt.

    Am Ende wurde an der Börse doch weiter gehandelt. Sogar höher.

    Heute genieße ich lieber mein Ferienhaus, gute Freunde, hoffentlich weiterhin liebe Angehörige und die kleinen Rituale des Alters.

    Früher schaute ich ständig auf die Kurse im iPhone. Heute schaut meine Apple Watch auf meinen Herzrhythmus, und der Schrittzähler ist der einzige Index, der mich noch täglich zum Handeln zwingt.

    Ja, ich gebe zu: Die Einzelaktien fehlen mir ein wenig.

    Auch die eine oder andere saftige Dividende, zum Beispiel von Allianz, hatte durchaus ihren Charme. Eine fünfstellige Gutschrift fühlt sich nun einmal besser an als ein freundlicher Newsletter der Depotbank.

    Aber meine ETFs schütten ebenfalls aus — nüchtern, emotionslos, aber regelmäßig. Fast wie gute Mieter: Sie zahlen einfach, ohne vorher eine Hauptversammlung einzuberufen.

    Die Namen dieser ETFs kann ich mir zwar bis heute kaum merken. Irgendetwas mit World, Dividend, Quality, UCITS und Dist. Wenn ich den Depotauszug lese, brauche ich manchmal mehr Übersetzungshilfe als bei einer Speisekarte in St.Tropez. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: weniger Romantik, weniger Drama, mehr Ruhe.

    Mein Fazit:

    Einzelaktien waren meine große Börsenliebe.

    ETFs sind jetzt meine Alters-WG — etwas seelenloser, aber aufgeräumt, bequem und erstaunlich stressfrei.

    Keine Sorge: Noch sitze ich nicht im Park und füttere Tauben.

    Ich lese Eure täglichen Kommentare weiterhin sehr gerne.

    Für mich ist das manchmal wie eine Reise in meine eigene Börsenvergangenheit: all die Hoffnungen, Sorgen, Käufe, Verkäufe und kleinen Glaubenskriege, die ich bestens kenne — nur heute mit etwas mehr Abstand und einem Glas Rosé in der Hand.

    Ich wünsche Euch allen weiterhin viel Erfolg, jeder mit seiner eigenen Strategie. Hauptsache, man schläft gut damit.

    Viele Grüße von der Côte d’Azur
    Euer Forumsfreund McProfit

    27.05.2026

    Liebe Forumsfreunde,

    langjährige Nutzer dieses Forums haben vielleicht bemerkt, dass sich der McProfit in letzter Zeit etwas rar gemacht hat.

    Wer hier weiterhin aufmerksam mitgelesen hat, kennt den Grund vermutlich schon:

    Nach rund 40 Jahren als aktiver Investor in Einzelaktien habe ich kapituliert.

    Oder vornehmer formuliert: Ich habe den geordneten Rückzug angetreten.

    Natürlich könnte ich mir wegen einiger spektakulärer Einzelgewinne heute noch kräftig auf die eigene Schulter klopfen. Das Problem ist nur: Wenn man lange genug an der Börse ist, kommt neben der Schulterklopferei irgendwann auch die ehrliche Gesamtabrechnung.

    Und da muss ich zugeben: Unterm Strich war ich mit all meinen Mühen, Analysen, Bauchgefühlen, Glückstreffern und gelegentlichen Irrtümern am Ende nicht besser als der gute Durchschnitt.

    Das ist für einen alten Börsenfuchs zunächst eine bittere Erkenntnis. Aber immerhin: Besser spät klug werden als gar nicht.

    Deshalb habe ich mich bereits vor rund drei Jahren entschlossen, trotz siebenstelliger Steuerbelastung alle Einzelaktien nach und nach zu verkaufen und den Erlös in verschiedene ETFs umzuschichten.

    Dieses Jahr war es nun vollbracht.

    In meinem Depot liegen jetzt nur noch ETFs, mit Schwerpunkt auf ausschüttenden Fonds. Denn ganz ehrlich: Börse macht mehr Spaß, wenn fast jeden Monat ein paar Dividenden auf dem Konto landen. In meinem Alter freut man sich ja auch über regelmäßige Lebenszeichen vom Depot.

    Der Nebeneffekt ist allerdings: Der Blick in den Kursteil der Zeitung oder ins Onlinebanking wird zunehmend langweiliger. Die Kurve läuft zwar hoffentlich weiter von links unten nach rechts oben, aber der frühere Nervenkitzel fehlt.

    Kein Zittern mehr wegen einzelner Unternehmensmeldungen, keine nächtlichen Grübeleien wegen Quartalszahlen, keine Heldengeschichten und auch keine Katastrophenmeldungen mehr im Depot.

    Kurz gesagt: finanziell vermutlich vernünftiger, emotional aber deutlich langweiliger.

    Vielleicht erklärt das auch, warum mir in letzter Zeit etwas die Motivation für das Forum gefehlt hat. Wenn man keine Einzelaktien mehr jagt, hat man auch weniger Börsenlatein zu erzählen.

    Aber ganz verschwunden ist der McProfit natürlich nicht.

    Viele Grüße
    McProfit

    Dieses Poster hängt bei mir über dem Schreibtisch –
    muss ich wohl bald mal aktualisieren.

    Es zeigt meine eigene Börsenzeit:
    Start 1983 – der Dow Jones Industrial Average bei ca. 1.000 Punkten.
    Heute, gut 40 Jahre später: rund 40.000.

    Wenn das in etwa so weiterläuft, stehen wir in 40 Jahren bei etwa 600.000 Punkten.
    Keine Spinnerei, sondern einfache Zinsrechnung mit ca. 7 % p. a.

    Und das gilt immer:
    Prozente bleiben Prozente – egal ob Euro oder Dollar.

    Ich frage mich eher:
    Was sagen die Leute in 40 Jahren, wenn man ihnen erzählt, worüber wir uns heute den Kopf zerbrechen?

    Präsidenten kommen und gehen,
    Kriege leider auch.

    Was bleibt:
    der Dow Jones Industrial Average – seit über 100 Jahren von links unten nach rechts oben.

    Viele Grüße
    McProfit

    Hallo Ozymandias  Nordnordlicht  Hornie

    11.04.2026

    die Stiftungsaufsicht (bei uns das Regierungspräsidium) ist heute deutlich entspannter als noch vor ein paar Jahren. Aktien und ETFs sind grundsätzlich kein Problem mehr – wenn man es ordentlich macht: breit gestreut und ohne Zockerei.

    Der entscheidende Punkt wird aber oft übersehen:

    Eine Stiftung kann von schönen Kursgewinnen nicht leben.

    Oder anders gesagt:
    Buchgewinne zahlen keine Fördergelder.

    Was eine Stiftung braucht, sind laufende Einnahmenalso Zinsen, Dividenden oder Mieten. Nur daraus kann der Stiftungszweck erfüllt werden.

    Ob der Aktienkurs gerade steigt oder eine Immobilie im Wert zulegt, ist nett fürs Gefühl – hilft aber erstmal niemandem konkret weiter. Das Stiftungskapital selbst bleibt ja in der Regel unangetastet.

    Gerade weil Stiftungen langfristig denken (im Idealfall „für die Ewigkeit“), akzeptiert die Aufsicht inzwischen auch höhere Aktienquoten.

    Mein Ansatz dabei:
    breit gestreute, ausschüttende Dividendenfonds oder ETFs.

    Ich bin aktuell selbst dabei, meine Stiftung Schritt für Schritt stärker in diese Richtung umzubauen.

    Viele Grüße und ein entspannter Sonntag McProfit

    Guten Morgen liebe „Crash-Ängstliche“,

    für alle, die immer noch auf den großen Crash warten, habe ich hier mal eine kleine Erdungshilfe.

    Anbei der Kursverlauf amerikanischer Aktien (große internationale US-Konzerne, Dow Jones) über rund 80 Jahre.

    Wenn ich richtig gezählt habe, liegen in dieser Zeit etwa 15 größere Konflikte und Kriege dazwischen – von Korea (1950), über Vietnam (1964), Irak, Finanzkrisen, bis hin zu Ukraine und den aktuellen Spannungen im Nahen Osten.

    Und was machen die Aktien?

    Ganz unspektakulär:
    Von links unten nach rechts oben.

    Natürlich mit Rücksetzern, Krisen, Panikphasen – aber der langfristige Trend ist eindeutig.

    Was heißt das für uns Anleger?

    Nicht verrückt machen lassen.
    Nicht auf jede Schlagzeile reagieren.
    Und vor allem nicht ständig „rein und raus“.

    Sondern ganz langweilig:
    Kaufen. Halten. Zeit arbeiten lassen.

    Und wer es richtig entspannt mag, freut sich so wie ich viel mehr über ständig steigende Dividenden.

    In diesem Sinne:
    Ein ruhiges Händchen und ein entspanntes Wochenende

    McProfit

    Diese Grafik habe ich im Stuttgarter Aktienbrief entdeckt

    Hallo Nordnordlicht

    Mit einer sogenannten "Zustiftung" erreichst Du dasselbe Ziel. Dein Betrag ist Teil des Stiftungskapitals einer vorhandenen Stiftung und die Erträge fließen dem Stiftungszweck zu.

    Mit einer eigenen Stiftung kannst Du natürlich mehr gestalen, mehr Einfluss nehmen und bist natürlch auch mehr in der Öffentlichkeit, sofern man das will.

    Das muss letztlich jeder für sich entscheiden.

    Bei kleineren Beträgen - sagen wir mal bis 100.000 Euro macht eine eigene Stiftung nur Sinn wenn man in absehbarer Zeit aufstocken will.

    Gruss McProfit

    Hallo ThomasPfister und auch ein Dank an Hornie,

    ich schreib Dir das mal so, wie ich es selbst gemacht habe – ganz praktisch.

    Gleich vorweg: so kompliziert wie viele denken, ist das Ganze nicht.

    Und für eine gemeinnützige Stiftung brauchst Du nicht automatisch viel Geld.

    Du kannst eine Stiftung schon mit ca. 100.000 € starten.

    Mehr ist natürlich besser, weil dann auch mehr Ertrag rauskommt. Ich persönlich finde: lieber früh anfangen mit kleinerem Betrag und Erfahrung sammeln, als ewig warten und dann gar nichts machen. Wenn die Stiftung mal besteht, kannst Du jederzeit aufstocken, zu Lebzeiten oder beim Tod.

    Du brauchst einen Namen, z. B. „Thomas-Pfister-Stiftung“ oder etwas mit Zweck wie „Pfister Kulturstiftung“. Ich hab meinen Namen auch drin – macht es einfacher und persönlicher.

    Dann brauchst Du die Satzung.

    Das klingt größer als es ist, am Ende sind das ein paar Seiten. Da steht drin: was ist der Zweck (Kultur, Soziales, Tiere – was Dir wichtig ist), was passiert mit dem Geld.

    Der Stiftungsrat (meist 4 Ehrenamtliche) entscheiden über die Ausschüttungen, wer kontrolliert das Ganze und ganz wichtig: was passiert nach Dir. In der Regel folgt der Stiftungsrat den Vorstellungen des Vorstands wenn dieser selbst der Gründer ist und Stifter ist. Da geht es eher nach der Regelung wenn Du man nicht mehr dabei bist.

    Mein Tipp: einfach mal Mustersatzungen im Internet anschauen und anpassen, das Rad musst Du nicht neu erfinden.

    Die Gründungsurkunde kann man beim Notar machen, dann kostet es eine einmalige Gebühr, man kann es aber auch selbst formulieren. Das Regierungspräsidium prüft ohnehin, daher ist ein Notar nicht notwendig.

    In der Regel bist Du am Anfang selbst der Vorstand.

    Aber es darf nicht sein, dass einer alleine macht, was er will. Deshalb gibt es meistens noch ein Gremium dazu, z. B. einen Stiftungsrat. Bei mir sind das vier Leute, die schauen einmal im Jahr drüber, mehr Aufwand ist das nicht. Die machen das ehrenamtlich.

    Dann schickst Du eine Brier und die Satzung an die Stiftungsaufsicht (in Baden-Württemberg das Regierungspräsidium).

    Wenn das passt, bekommst Du die Anerkennung und vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit.

    Ab dann wird es interessant: Deine Einzahlungen sind steuerlich absetzbar und Spenden von anderen auch. Und die Erträge der Stiftung – Dividenden, Zinsen (oder auch Mieten, wenn eine Stiftung Immobilien hat) – sind steuerfrei.

    Die Verwaltung ist ehrlich gesagt kein Hexenwerk.

    Viele stellen sich das riesig vor, ist es aber nicht.

    Beispiel: 1 Mio. Kapital, jährlicch 3 % Ertrag = 30.000 €.

    Diese 30.000 € verteilst Du auf ein paar Projekte, fertig ist das Jahr.

    Ich habe ehrenamtliche Helfer, die die Anträge auf Unterstützung anschauen und mich beratern. Auch die ehrenamtlichen Stiftungsräte erhalten für die jährliche Sitzung kein Honorar, dafür lade ich sie zum Rostbraten ein. Nur der Steuerberater bekommt ein kleines Honorar.

    Zur Geldanlage:

    Ich empfehle ausschüttende Dividenden-ETFs. Warum?

    Sie bringen laufende Erträge, wachsen langfristig mit und machen wenig Arbeit. Da gibt es viele Meinungen, das ist einfach mein Weg.

    Wichtig ist, dass diese Geldanlage in der Satzung steht – am besten nicht nur diese Anlage, sondern auch ähnliche Anlagen, Festgeld, Anleihen usw.

    Und noch ein Gedanke aus der Praxis:

    Starte zu Lebzeiten.

    Du siehst, ob Dir das überhaupt Spaß macht, kannst nachsteuern und später einfach weiter aufstocken. Wenn die Stiftung mal steht, ist alles andere wirklich einfach.

    Kleiner Nebeneffekt:

    Wenn Du lokal förderst, berichtet die Presse gern, Du lernst interessante Leute kennen und bist plötzlich überall eingeladen. War bei mir auch so, war nie das Ziel, kommt aber automatisch.

    Wenn Du magst, kann ich Dir auch mal konkret zeigen, wie ich meine Satzung aufgebaut habe oder worauf man bei der Nachfolge achten sollte – das sind dann die wirklich wichtigen Punkte.

    Für den Einstieg reicht das aber erstmal völlig.

    Gruss
    McProfit

    Hallo adrianberg

    ich hab Deinen Beitrag zum Thema Stiftung gelesen – und ganz ehrlich:

    fachlich sicher alles sauber, aber beim Lesen hatte ich das Gefühl, ich sitz wieder im Unterricht…

    Das war mir ein bisschen zu geschniegelt, zu glatt, zu „Lehrbuch Seite 37 oben“. Da war wenig adrianberg drin und viel „so würde es ein Dozent formulieren“.

    Jetzt mal ganz offen und mit einem Augenzwinkern:


    Entweder hast Du da sehr fleißig irgendwo abgeschrieben – oder Du hast Dir einen digitalen Ghostwriter genommen, der noch nie ein schwäbisches Vesper gegessen hat

    Ich nutze sowas ja selber auch – zum Korrigieren, Rechnen, Recherchieren..

    Aber am Ende sollte halt noch der Mensch durchscheinen. Sonst lesen wir hier alle nur noch Bedienungsanleitungen.

    Und genau das macht ja so ein Forum spannend:

    die eigenen Erfahrungen, die kleinen Macken, die persönliche Sicht – nicht das perfekte Hochglanzpapier.

    Also: fachlich top, keine Frage.
    Aber ich freu mich beim nächsten Mal wieder auf den echten adrianberg – mit Ecken, Kanten und ein bisschen Leben drin.

    Viele Grüße
    McProfit

    Lieber Einundzwanzig

    diese Geschichte ist leider erfunden –
    aber sie ist so schön, dass auch ich sie immer wieder gern erzähle.

    Und ehrlich gesagt:

    Ein bisschen wahr ist sie vermutlich trotzdem, auch wenn es diese konkrete Untersuchung so nie gegeben hat.

    Wenn man sich nämlich den langfristigen Verlauf eines Index anschaut, merkt man schnell:
    Am erfolgreichsten ist oft genau derjenige, der sich um alles Mögliche gekümmert hat – nur nicht ständig um seine Aktien.

    Das gilt füt Tote genauso wie für Lebende.....

    Viele Grüße
    McProfit

    Liebe Forumsfreunde, vor allem Bernd und Ozark

    jetzt muss ich mich doch auch noch mal melden zum Thema „richtiger Kauf- oder Verkaufszeitpunkt“.

    Gleich eines vorweg:

    Obwohl es inzwischen zahlreiche Untersuchungen gibt, dass das sogenannte „Timing“ langfristig keinen echten Vorteil gegenüber einer einfachen Daueranlage bringt, mache ich es trotzdem auch so.

    Warum?

    Ganz einfach:
    Ich bin auch nur ein Mensch.

    In meinem Fall hatte ich durch Immobilienverkäufe oft sehr hohe Summen auf einen Schlag zur Verfügung. Und ich habe es ehrlich gesagt nie geschafft, völlig emotionslos alles mit einem Klick zu investieren – egal wie die Börse gerade steht.

    Ich fühle mich – wie viele andere auch – einerseits wohler, wenn ich noch „Pulver trocken“ habe, um bei Kursrückgängen nachkaufen zu können.

    Andererseits ist genauso logisch:
    Wenn die Kurse eben nicht fallen, sondern steigen, dann stehe ich da und habe das nächste Problem.
    Dann überlegt man: hinterherlaufen oder warten?
    Und meistens macht man dann genau das, was im Nachhinein falsch war

    Jetzt kommt noch die eigentliche Absurdität:

    Da ich ja schon teilweise investiert bin, freue ich mich über steigende Kurse.
    Gleichzeitig hoffe ich aber insgeheim auf fallende Kurse, damit ich endlich den Rest investieren kann.

    Man freut sich also über das, was man eigentlich gar nicht will.
    Das muss man sich mal vorstellen.

    Wenn man dieses Spiel über viele Jahre und Jahrzehnte immer wieder erlebt hat – mal so, mal so – dann wird man irgendwann deutlich entspannter.

    Lieber Bernd, lieber Ozark, einen Fehler solltet Ihr nicht machen:

    Wenn bei Euch ein bestimmter Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt einmal gut funktioniert hat, dann heißt das nicht, dass diese Strategie grundsätzlich besser ist.

    Das war einfach ein Treffer – mehr nicht.

    Beim nächsten oder übernächsten Mal kann es genau anders laufen.
    Und wenn man das über viele Jahre ehrlich betrachtet (und sich nicht nur an die schönen Treffer erinnert), merkt man irgendwann:

    Das Ganze ist zum großen Teil Illusion.

    Oder freundlich gesagt: ein kleines bisschen Selbstbetrug gehört auch dazu

    Am Ende gilt für mich ganz simpel:

    Nicht WANN investieren ist entscheidend,
    sondern DASS man investiert ist – und vor allem dabeibleibt.

    Viele Grüße McProfit

    Lieber Goldmicha,

    das an der Börse verdiente Geld kann man auch als „Schmerzensgeld“ bezeichnen:

    „Erst kommt der Schmerz – und dann das Geld.“

    Das erlebst Du gerade in der Praxis, nicht nur in der Theorie.

    Das Zitat stammt übrigens vom Börsenaltmeister André Kostolany, den ich in den 1980er-Jahren noch persönlich bei seinen Vorträgen erleben durfte.

    Gruss
    McProfit

    Hallo Goldmicha,

    5.4.2026

    jeder hier versteht Deine Argumentation – und die ist auch absolut nachvollziehbar.

    Man will sein Pulver ja erst mal trocken halten und nicht gleich alles verschießen.

    Aber: So wie es Dpt und ichbins schon beschrieben haben, kann sich im Nachhinein genauso gut herausstellen, dass genau diese Strategie die falsche war – und man besser sofort alles investiert hätte… oder im Extremfall eben gar nichts.

    Rein rechnerisch bringt der stufenweise Einstieg langfristig keinen echten Vorteil. Ich mache es trotzdem auch so – einfach, weil es sich psychologisch besser anfühlt, wenn man bei fallenden Kursen noch etwas „Munition“ in der Hinterhand hat.

    Am Ende gilt: Egal wie Du es machst – langfristig funktioniert beides. Entscheidend ist nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern dass man überhaupt investiert bleibt und durchhält.

    Grüße
    McProfit

    Hallo Hornie

    irgendwie will mir Deine Argumentation noch nicht so ganz einleuchten –

    vielleicht steh ich auch einfach auf der Leitung, kommt ja im fortgeschrittenen Alter vor

    Eine Stiftung gründet man ja gerade deshalb, weil das Vermögen dauerhaft erhalten bleiben soll und die Erträge über viele, viele Jahre – oft über Generationen hinweg – einem guten Zweck dienen.

    Der Stifter selbst ist – wenn überhaupt – nur für eine vergleichsweise kurze Zeit aktiv im Vorstand.

    Danach kommen Nachfolger, und danach wieder Nachfolger. Wir reden hier nicht über einen Fünfjahresplan, sondern eher über Zeiträume, bei denen man schon fast in Jahrhunderten denkt.

    Und genau da hakt es für mich:
    Es kann doch nicht ernsthaft gewollt sein, dass eine einzelne Person – also ein alleiniger Vorstand – dauerhaft über Kapitalanlage und Mittelverwendung entscheidet. Vor allem dann nicht, wenn dieser Vorstand gar nicht mehr der ursprüngliche Stifter ist, sondern schon die zweite oder dritte Generation.

    Da stellen sich für mich ganz praktische Fragen:
    Wer bestimmt denn den nächsten Vorstand?
    Wer kontrolliert ihn?
    Und wie lange bleibt der dann im Amt – lebenslänglich?

    Das passt für mich einfach nicht zusammen.

    Aus meiner Sicht braucht es zwingend ein Gremium, egal ob man es Stiftungsrat, Kuratorium oder Beirat nennt. Der Name ist zweitrangig – entscheidend ist die Funktion: Kontrolle, Auswahl, Korrektiv.

    Ohne so ein Gegengewicht läuft man Gefahr, dass sich ein Vorstand verselbständigt.

    Und spätestens dann würde sich der ursprüngliche Stifter vermutlich im Grab umdrehen, wenn er sieht, was aus seiner Idee geworden ist.

    Zumindest hier bei uns im Großraum Stuttgart habe ich noch keine funktionierende Stiftung gesehen, die langfristig ohne ein solches Gremium auskommt.

    Sorry, jetzt bin ich doch wieder ein bisschen ins Grundsätzliche abgerutscht – aber das Thema lässt mich halt nicht ganz kalt

    Viele Grüße McProfit