Sonntag, 12. Juli 2026, 10 Uhr
Guten Morgen zusammen,
lieber Forumsfreund Duregar KaffeeOderTee Einundzwanzig LebenimSueden Pfennigbaron
mangels Tageszeitung habe ich heute Morgen ein wenig im Forum gestöbert und natürlich mit Interesse EURE Kommentare zum Thema Steuern, Erben und Schenkungen gelesen.
Ich weiß, dass bei diesem Thema jeder seine eigene Vorstellung hat und sich davon meistens auch nicht so leicht abbringen lässt. Trotzdem will ich noch einen typischen McProfit-Kommentar loswerden – schwäbisch, einfach und ohne großes Drumherum.
Die langjährigen Forumsfreunde kennen mich vermutlich noch. Ich bin seit über 40 Jahren aktiv an der Börse, inzwischen Ü80, war selbst Unternehmer und gehöre heute zur Gruppe der vermögenden „Privatiers“ – mit relativ hohem Vermögen und entsprechend hohem Einkommen.
Ich zahle viel Steuern und ich zahle sie auch gerne. Wenn der Staat mehr Steuern von „den Reichen“ oder von „den Erben“ verlangt, kann ich das grundsätzlich verstehen.
Nur: Reich ist nicht gleich reich und Erbe ist nicht gleich Erbe.
Deshalb sollte man sich vielleicht zuerst einmal mit den Betroffenen zusammensetzen ( !!) und gemeinsam überlegen, wie man höhere Steuereinnahmen erreichen kann, ohne dabei gleichzeitig neue Ungerechtigkeiten, jahrelange Streitigkeiten und unnötige Nachteile zu produzieren.
Da mich vermutlich niemand fragen wird, gebe ich meinen Vorschlag eben hier zum Besten.
Mit dem Begriff REICH meint man in der Regel Menschen mit einem hohen VERMÖGEN. Dasselbe gilt beim sogenannten großen Erbe. Auch dabei geht es immer um Vermögen.
Vermögen kann aber bekanntlich alles Mögliche sein:
Firmen mit Gebäuden und Maschinen, vermietete oder selbst genutzte Immobilien, Beteiligungen, Auslandsvermögen, Niederlassungen, Ferienhäuser, Yachten, Flugzeuge, Luxusautos, Schmuck und Goldbarren. Aber natürlich auch Aktien, Anleihen, Festgeld oder schlicht und einfach Geld auf dem Girokonto.
Das alles korrekt zu erfassen, vernünftig zu bewerten und anschließend gerecht zu besteuern, ist leichter gesagt als getan. Am Ende gibt es jahrelange Diskussionen, Gutachten, Einsprüche und Gerichtsverfahren.
Bei der neuen Grundsteuer sieht man ja, wie einfach so etwas in der Praxis funktioniert – nämlich gar nicht so einfach.
Für mich wäre die Sache deshalb wesentlich einfacher:
Menschen mit hohem Vermögen haben in aller Regel auch entsprechend hohe Einkünfte. Das können Mieten, Zinsen, Dividenden, Kursgewinne, Firmengewinne oder andere Erträge sein. Je höher das Vermögen, desto höher ist normalerweise auch das daraus entstehende Einkommen.
Warum also jedes Haus, jede Firma, jede Beteiligung und jeden Goldbarren mühsam bewerten?
Man könnte schlicht und einfach die Einkommensteuer für sehr hohe Einkommen erhöhen.
Dann muss man den vermögenden Menschen – zu denen auch ich gehöre – nicht jedes Jahr umständlich vorrechnen, wie viel ihre einzelnen Vermögenswerte gerade wert sind. Man besteuert einfach das Einkommen, das tatsächlich hereinkommt.
Das gilt dann für Vermögende gleichermaßen, egal ob sie ihr Vermögen selbst erarbeitet, geschenkt bekommen oder geerbt haben.
Über die Höhe der Steuersätze und vernünftige Freibeträge kann man sich vermutlich eher einigen als über den angeblich richtigen Verkehrswert eines Mehrfamilienhauses, einer Firma oder einer Beteiligung.
Die Reichen wären deshalb nicht plötzlich arm, die weniger Vermögenden hätten vielleicht ein besseres Gefühl von Steuergerechtigkeit und der Staat bekäme zusätzliche Einnahmen.
Dem Bundeshaushalt wird allerdings auch das nicht dauerhaft helfen. Denn dort liegt das eigentliche Problem bekanntlich darin, dass die Ausgaben regelmäßig schneller wachsen als die Einnahmen.
Schwäbisch gesagt:
Man kann auf Dauer eben nicht mehr ausgeben, als man einnimmt – ganz egal, wie viel Steuern man vorher eingesammelt hat.
Das war das Wort zum Sonntag von McProfit.