Beiträge von McProfit

    Hallo Boersenfeger  Planschkuh  britty

    Es ist mal wieder Sonntagmorgen, neun Uhr, keine Zeitung und trübes Wetter. Da schaut man eben ins Forum, ob wenigstens der nächste Crash schon angekündigt ist.

    Lieber Planschkuh, Deinen Gedanken, im Crash nachzukaufen, kann ich gut nachvollziehen. Meine Erfahrung ist nur:

    Vor einem Crash redet es sich darüber deutlich entspannter als mittendrin.

    Ungemütlich wird es, wenn „Anleger in Panik“ auf der BILD-Titelseite steht, im Freundeskreis plötzlich alle alles vorher gewusst haben und zu Hause womöglich der Satz fällt: „Ich habe Dir gleich gesagt, lass die Finger von Aktien.“

    Am ersten Tag kauft man noch vergnügt mit Rabatt.

    Wenn es danach tagelang oder wochenlang weiter abwärtsgeht, lässt die Begeisterung nach. Der nächste Rabatt kommt dann manchmal schneller als das nächste Geld. Und selbst wenn noch Geld da ist, muss der Mut auch mitmachen.

    Auf dem langfristigen Chart sieht so ein Crash später oft wie ein kleiner Haken nach unten aus.

    Wenn man selbst drinsteckt, kann sich dieser Haken allerdings ganz schön ziehen. Eine Erholung kann Jahre brauchen. Dazu erklärt einem täglich irgendein Fachmann, warum diesmal alles anders ist und man die Hoffnung besser gleich mitverkaufen sollte.

    Zeitung weglegen, Fernseher ausschalten und sich mit etwas anderem beschäftigen wäre dann vermutlich vernünftig. Bei einem halbierten Depot muss man das aber erst einmal fertigbringen.

    Mit 80 lässt sich darüber gelassen schreiben. Mittendrin war es auch für mich weniger gemütlich.

    Wie ging es Euch bei früheren Crashs? Hat das mit dem geplanten Nachkaufen geklappt?

    Bei unserem Stuttgarter Börsenstammtisch haben wir im Oktober 1987 nach dem Crash zum Kauf großer internationaler Unternehmen geraten. Ein Reporter der Stuttgarter Zeitung war zum ersten Mal dabei. Vorher waren Aktien dort kaum ein Thema gewesen.

    Am nächsten Tag wurden wir als „hoffnungslose Narren“ bezeichnet. Untertitel:

    "Aktien im Keller - Börsenstammtisch träumt vom großen Gewinn"

    Der Zeitungsausschnitt hängt fast 40 Jahre später noch immer bei mir an der Wand. Inzwischen liest er sich recht entspannt. Wer mag, bekommt gern ein Foto.

    Schönen Sonntag wünscht McProfit

    Samstag 7.11.2026

    Antwort von den Forumsfreund Tomarcy

    da hast Du natürlich vollkommen recht. Ich habe meine Einzelaktien zugunsten von aujsschüttenden ETF in den letzten Jahren durchweg verkauft, das war bekanntlich eine größere Aktion.

    Dennoch bin ich natürlich meiner "Lieblingsbranche" treu gebliegen. Wie Du sicher sogar noch besser wie ich weißt, sind gibt es ja ETF die MEDICAL HEALTH CARE ETF, die ausschließlich in solche Firmen investieren.

    Mein Favorit ist dabei der AMUNDI-Health-CareETF. Zugegeben noch kein Renner bei den Renditen, weil bekanntlich Pharmanternehmen einerseits unter hohem Wettbewerbsdruckt stehen, auch durch Generika, oder die gesamten Gesundheitsreformen. Einzelfimen wie NOVO und ELY LILLY kämpfen dabei noch um das beste Abnehmprodukt .

    Denn lochiegt mein Gesundheits-ETF seit Kauf aktuell mit 48% im Plus.

    Ich gebe zu, im Vergleich zu meinem Nasdac-Technologie-Fonds, der trotz dem Kursrückgängle immer noch mit 202% gerade im Plus liegt noch weit abgeschlagen.

    Dafür gibt beim Gesundheitsfond noch regelmäßig Dividende währen diese in der Technologie nicht erwähnenswert ist.

    Aber das ist ein anderes Thema. Erst mal danke für Deine aufmerksame Beobachtung meiner Börsenaktivitäten.

    Viele Grüße McProfit

    Guten Morgen Gruss von McProfit

    Gestern hat mich einer meiner Freunde angerufen und gesagt in der Tagesschau wäre von einem Kurssturz bei Aktien berichtet worden.

    Er fragte mich ob er die vorhandenen verkaufen soll oder sogar eher aufstocken soll?

    Ich habe ihm wahrheitsgemäß gesagt, dass ich von einem Kurssturz noch gar nichts gemerkt habe. Ich hatte heute Ü80-Jahrgangstreffen mit meinen Schulfreunden da ich als letzter des damligen Jahrgangs dieses Jahr auch die 80 erreicht habe.

    Es wurde mehr über aktuelle Diagnosen und Krankheitsgeschichen erzählt, über Blutzucker, Diabetes, Hüftgelenke und neue Brillen als über Aktienkurse

    Als ich das gehört habe wara ich froh dass ich in meinem Depot von jeher schon Aktien von solchen Firmen haben.

    Stryker USA, größter Hersteller von künstlichen Hüftgelenken

    Medtronic USA, führender Hersteller von Herzschrittmachern

    Esilor Frankreich, Nummer 1 unter den Brillenproduzenten

    COLOPLAST Dänemark, führender Hersteller von Spezialprodukten im Pflegesektor

    Procter & Gamble USA Hersteller von Inkontinenzeinlagen für Babys und Senioren

    NOVO Dänemark, führender Pharmakonzern für Diabetespatienten

    Allein in meinem Altersgruppe sehe ich dass die Menschen immer länger leben. Von meinen ursprünglichen 15 Mitschülern (in den 1950er Jahren) waren immerhin noch bei der 80er Feier 11 mit ihren damaligen oder neuen Lebenspartner beim Fest dabei.

    Jeder von ihnen hat mehr oder weniger die Produkte "meiner" Firmen im Gebrauch. Daher mache ich mir um Umsatz und Gewinn und Aktienkurs keine Sorgen.

    Ich selbst bin ja auch da und dort Kunde der eigenen Firmen,

    Was ich für die Pillen ausgebe bekome ich über die steigenden Dividenden zurück

    das nennt man dann auf schwäbish "Ruturn on invest"

    Schönes Wochenee wünscht McProfit

    3.11.2026

    Hallo @mirsam, und Sovereign

    da habe ich mich offenbar nicht deutlich genug ausgedrückt. Ob man bei 25 Euro Kaltmiete je Quadratmeter ordentlich verdient oder wenig übrig behält, hängt zunächst davon ab, was die Wohnung gekostet hat. Die Miete allein erzählt eben nur die halbe Geschichte.

    Ich hatte einen Neubau in einer Großstadt wie Stuttgart als Beispiel genommen:

    ein Mehrfamilienhaus mit ansprechender Architektur, Aufzug, Balkonen oder Dachterrassen, Tiefgarage, Fahrradkeller, Einbauküchen und einer ordentlichen Außenanlage. Dazu Grundstück, Architekt, Statiker und die Einhaltung sämtlicher Bauvorschriften. Das will schließlich alles bezahlt werden.

    Für meine Überschlagsrechnung gehe ich bei solchen Wohnungen von 6.000 bis 8.000 Euro je Quadratmeter einschließlich Grundstück und Planung aus. Beim Käufer kommen noch Grunderwerbsteuer, Notar und weitere Erwerbsnebenkosten dazu.

    Nehmen wir als Beispiel eine Zweizimmerwohnung mit 50 m², die den Käufer einschließlich Kaufnebenkosten 400.000 Euro kostet.

    Bei 25 Euro Kaltmiete je Quadratmeter erhält er monatlich 1.250 Euro, also 15.000 Euro im Jahr. Das sind 3,75 % seines gesamten Einsatzes, bevor er etwas für Instandhaltung, Verwaltung und mögliche Mietausfälle berücksichtigt hat. Steuern und eventuelle Kreditzinsen sind dabei ebenfalls noch nicht abgezogen.

    Wenn ich persönlich zunächst 5 % jährlichen Mietertrag auf meine gesamten Anschaffungskosten anstrebe, sieht die Rechnung so aus:

    • 5 % von 400.000 Euro sind 20.000 Euro Jahreskaltmiete.
    • Geteilt durch zwölf ergibt das rund 1.667 Euro Kaltmiete im Monat.
    • Bei 50 m² sind das 33 Euro je Quadratmeter.

    Rechnet man für den Mieter beispielhaft noch 150 Euro Nebenkosten und 100 Euro Strom hinzu, landet er bei rund 1.900 Euro im Monat für eine Zweizimmerwohnung. Ein zusätzlich gemieteter Stellplatz käme gegebenenfalls noch dazu.

    Meine genannten 25 Euro waren deshalb als grobe Größenordnung gemeint. Eine feste Grenze, ab der sich jede Immobilie rechnet, gibt es natürlich nicht. Bei diesem Beispiel müsste die Miete für meine angestrebte Rendite sogar deutlich höher liegen.

    Darauf wollte ich hinaus:

    Solche teuren Neubauwohnungen werden für Kapitalanleger immer weniger interessant.

    Was ich als Vermieter an Miete benötigen würde, muss ein Mieter schließlich auch bezahlen können und wollen. Und wer sich mit weniger laufendem Ertrag zufriedengibt, kann selbstverständlich anders rechnen.

    Bei gebrauchten Wohnungen, mit einer Finanzierung oder unter Berücksichtigung steuerlicher Abschreibungen sieht die Rechnung wieder anders aus. Da steckt der Teufel dann an anderer Stelle im Detail. Aber wer bis hierher mitgelesen hat, dem erspare ich für heute die nächste Baustelle. 😉

    Viele Grüße McProfit aus Stuttgart
    ein langjähriger Immobilieninvestor und Bauherr

    Samstag 31.10.26

    Von McProfit an Sovereign,

    wenn es um Immobilien geht, meldet sich natürlich auch der alte McProfit.

    Ich habe vor meiner Zeit alt Aktionär viele Jahre Wohnungen gebaut und vermietet, bevor ich sie später zugunsten von Aktien verkauft habe. Bitcoin oder Krypto war noch nie meine Baustelle.

    Deinen Einwand, dass sich immer weniger Menschen einen Neubau leisten können, kann ich gut nachvollziehen.

    Allerdings fehlt nicht immer das Eigenkapital. Mancher hätte das Geld, lässt es aber bleiben, weil die Rechnung nicht aufgeht.

    Dazu ein Beispiel aus der letzten Beiratssitzung unserer städtischen Wohnbaugesellschaft:

    Das Grundstück ist bereits gekauft und baureif. Unser Geschäftsführer hat uns vorgerechnet, dass für diesen Neubau rund 25 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter nötig wären, um alle Kosten zu decken und noch Mittel auch für weitere Bauvorhaben in Zukunft übrig zu haben.

    Eine kleine Dreizimmerwohnung mit 60 Quadratmetern kostet dann 1.500 Euro kalt im Monat. Das muss ein Mieter erst einmal bezahlen können. Da helfen auch die niedrigeren Heizkosten eines Neubaus nur begrenzt.

    Bei dieser Rechnung musste eine SPD-Stadträtin erst einmal schlucken. Als mögliche Lösung stand im Raum: Der Mieter zahlt 15 Euro pro Quadratmeter, die Stadt übernimmt die fehlenden 10 Euro als Zuschuss.

    Die fehlenden zehn Euro hätten damit allerdings nur den Zahler gewechselt. Schließlich ist die Baugenossenschaft ja eine Tochtergesellschaft der Stadt.

    Die Entscheidung wurde vertagt.

    Das bedeutet natürlich nicht, dass jede Immobilie eine unrentable Anlage ist. Aber es zeigt, warum selbst jemand mit Eigenkapital und jahrzehntelanger Erfahrung heute beim Neubau sehr genau nachrechnet.

    Wer mehr Mietwohnungen möchte, sollte deshalb auch denjenigen zuhören, die sie bauen und bezahlen sollen.

    Mit pauschalen Vorwürfen gegen Vermieter wird die Rechnung jedenfalls nicht besser. Wenn selbst Leute, die bisher mit einer bescheidenen Rendite bei Immobilien zufrieden waren, irgendwann abwinken, sollte man sich auch für deren Gründe interessieren.

    So, jetzt bin ich von Bitcoin beim Beton gelandet.

    Entschuldige den kleinen Umweg – alte Gewohnheiten beim McProfit.

    Schönes Wochenende und viele Grüße aus Stuttgart McProfit

    Samstag 31.10.2026

    Liebe Forumsfreunde,

    bei dieser "Fisher-Werbung" mit überdurchschnittlichen Renditen fällt mir natürlich wieder eine kleine Geschichte ein. Mit 80 Jahren, davon über 40 Jahren Börse hat man davon einen gewissen Vorrat.

    Als ich 1983 mit Aktien anfing, war ich überzeugt:

    Mit geschicktem Kaufen und Verkaufen müsste man so einen langweiligen Index doch locker schlagen können. Fünf oder zehn Prozent im Jahr? Das ging doch bestimmt auch schneller.

    Aus unserem damaligen Börsenstammtisch entstand ein zusätzliches Gemeinschaftsdepot.

    Beim jährlichen Börsenwettbewerb von CAPITAL landeten wir sogar auf dem ersten Platz.

    Danach hielten uns manche für Börsengenies. Wir selbst leider auch ein bisschen.

    Die Börse rückte das später wieder zurecht. Trotz schöner Einzelgewinne stand irgendwann unter dem Strich ein Minus. Bei fremdem Geld hört der Spaß spätestens da auf. Also beschlossen wir: Jetzt lassen wir die Profis ran.

    Es folgten Gespräche bei großen Banken und Vermögensverwaltern, von New York bis zur Schweiz. Die Anzüge saßen, die Büros waren prächtig, und in manchen Tiefgaragen hätte man eine Ausstellung für Luxusautos veranstalten können.

    Wir waren überzeugt, endlich in den richtigen Händen zu sein.

    Leider blieben die Ergebnisse unserer Depots hinter den Erwartungen zurück. Gehandelt wurde reichlich, die erhoffte Überlegenheit blieb aus. Irgendwann kündigten wir die Mandate wieder. Die schickeren Büros hatten das Problem jedenfalls nicht gelöst.

    Seitdem interessieren mich bei schönen Werberenditen ein paar einfache Dinge:

    Welcher Zeitraum wird gezeigt? Was bleibt nach Kosten übrig? Und wurde das Ergebnis tatsächlich mit allen Anlagen des Vermögensverwaltes erzielt oder hat er nachträglich nur dieses Fonds oder dieses Depot für die Werbung herausgesicht das die besten Ergebnisse hatte.

    Rückwärts hätte ich auch ein prächtiges Depot zusammenstellen können. Leider musste ich meine Kaufaufträge immer vorher abgeben.

    Bei Fisher würde ich dieselben Fragen stellen wie bei jedem anderen Anbieter. Für ein Urteil über deren konkrete Werbung müsste man genauer hinsehen. Die Vorschriften für Werbeaussagen sind in den letzten Jahren zu Recht sehr streng geworden (BaFin)

    Meine eigene Geldanlage darf heute ruhig etwas langweilig sein.

    Frühere hätte darüber vermutlich den Kopf geschüttelt. Heute schlafe ich dafür besser.

    An mühelosen Reichtum durch die Börse glaube ich mit 80 jedenfalls nicht mehr. Meine Börsenerfahrung haben schlleßlich viel Geld gekostet. Das Forum hier kann vielen Neulingen diese teuren Anfängerfehler ersparen, sofern sie nicht glauben, sie wissen es besser....

    Viele Grüße McProfit

    Samstag 31.10.2026

    Liebe Forumsfreunde,

    seit gestern bin ich wieder aus Frankreich zurück – und schon schreibe ich wieder im Forum. So viel zum ruhigen Rentnerleben.

    Vielen Dank ganz besonders an die ungewöhnlichvielen netten Rückmeldungen zu meinem "Disput" mit dem Forumsfreund @St.Irving.

    Ich hatte mich kurz gefragt, warum tu ich mir das an, mit 80, unabhängig, noch gesund und fit, und seit 4 Jahren mit 76 frisch verheiratet und weiß Gott, keine Zeit für Langeweile oder gar für Rechtfertigungen in einem Finanzforum

    Als ich aber dann die vielen Kommentare dazu gelesen habe, ganz besonders von den Forumsfreunden: Hmpf  Hinata  General Ledger  fuchsen  WorriedDad  Schwarzwaelder  Hornie  GrandmasterMUC  Wurstl  Langaroth  schmutzfink  SioMio  Chups  Philharmoniker  mauk  Amigo  Fred_  Boersenfeger  britty @Tomarca lieberjott  Wolfram-1961 - da war ich wieder mit mir und der Welt versöhnt.

    Daran merke ich, dass einige von Euch meine alten Börsengeschichten gern lesen. Das freut mich, und deshalb gibt es bei Gelegenheit auch wieder eine Fortsetzung.

    Ich erzähle hier einfach aus gut 40 Jahren Börsenleben. Da waren gute Entscheidungen dabei, eine ordentliche Portion Glück und reichlich Fehler.

    Die musste ich offenbar erst einmal selbst machen. Meine heutige Gelassenheit kam jedenfalls erst mit den Jahren. Ganz billig war sie auch nicht.

    Für fachliche Fragen und aktuelle Einschätzungen gibt es hier viele kenntnisreichere Forumsfreunde.

    Ich steuere gelegentlich eher eine Geschichte bei:

    Was wir als Aktienclub damals erlebt haben, was wir uns dabei gedacht haben und was daraus geworden ist. Wenn jemand darüber schmunzelt oder eigene Erfahrungen wiedererkennt, freut mich das.

    Mit 80 muss ich auch niemandem mehr etwas beweisen. Allenfalls meinem Hausarzt, dass ich mich ausreichend bewege, und meiner Frau, dass ich den Computer auch wieder ausschalten kann.

    Wenn es Euch irgendwann zu viel wird mit meinen Geschichten, sagt es ruhig. Ich möchte schließlich nicht derjenige sein, bei dem alle denken:

    "Jetzt fängt er schon wieder von früher an".

    Dann treffe ich mich eben öfter mit meinen alten Schulfreunden. Dort geht es inzwischen allerdings häufiger um Blutwerte als um Börsenkurse. Wobei ich bei den Blutwerten immer erst im Gegensatz zu den Kursen immer frage, ob höher nun gut oder schlecht ist.

    Da kenne ich mich mit den Aktien doch etwas besser aus.

    Viele Grüße Euer McProfit

    28.10.2026

    Lieber Forumsfreund Hornie,

    Du hast gründlich recherchiert. Dafür erst einmal mein Kompliment. Ich schätze es, wenn sich jemand so genau mit meinen Beiträgen und den Geschichten dahinter beschäftigt.

    Mit fortschreitendem Alter werden bei mir die Erinnerungen größer als die Pläne.

    Deshalb berichte ich hier häufiger von meinen früheren Börsenabenteuern als von der künftigen Kursentwicklung. Das ist auch einfacher: Bei der Vergangenheit weiß ich wenigstens, wie die Geschichte ausgegangen ist.

    Ich muss nur aufpassen, dass meine Geschichten nicht zu lang werden. Gerade bei meinen Fehlern gäbe es reichlich Stoff. Ich habe an der Börse kaum einen Fehler ausgelassen. Aber ich habe daraus gelernt.

    Da wären mein erster selbst erlebter Börsencrash am 19. Oktober 1987, die Einladung eines US-Brokers an die Wall Street – und unsere Erfahrungen mit Optionsscheinen in den 1980er-Jahren.

    Die werbewirksamen Schlagzeilen vor allem der amerikanischen Broker lauteten damals:

    „Millionen mit Optionen …“

    Von den großen Gewinnen wird bis heute gern erzählt. Die sind schließlich auch möglich und wurden tatsächlich erzielt. Nur sagt ein einzelner großer Gewinn wenig darüber aus, was über die Jahre unter dem Strich übrig bleibt.

    Entscheidend ist der Saldo aus sämtlichen Gewinnen und Verlusten. Und der sah bei uns wie bei allen Profis in diesem Segment zunehmend unerfreulich aus.

    Wir hatten damals in unserem Börsenstammtisch ein Gemeinschaftsdepot für Optionsscheine eingerichtet. Nach relativ kurzer Zeit haben wir es mit noch überschaubaren Verlusten wieder aufgelöst und das verbliebene Geld an die Mitglieder zurückgezahlt.

    Die Entwicklung des Depotwerts hatte eine ziemlich eindeutige Richtung:

    von links oben nach rechts unten.

    Zum Glück haben wir rechtzeitig die Notbremse gezogen. Wir wollten nicht erst einen Totalverlust erleben und anschließend womöglich noch Klagen oder unangenehme Schlagzeilen bekommen.

    Für unseren Börsenstammtisch war das eine deutliche Lehre. Für mich persönlich war es zugleich ein wesentlicher Anstoß, (wie die meisten Forumsfreunde hier wissesn) meine Anlagestrategie Ende der 1980er-Jahre gründlich umzustellen:

    weg von den spekulativen Geschäften, hin zu langfristigen Anlagen in Dividendenaktien.

    Rückblickend war das eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Zumindest bei der Geldanlage. Es gibt ja zum Glück noch ein paar andere Lebensbereiche.

    Wenn Du wissen möchtest, welche deutsche Aktie ich bei solchen Optionsspekulationen gerade im Kopf habe, schreib mir gern. Bei ihr könnte es in den nächsten Wochen kräftige Kursausschläge geben. Gerade bei kurzen Laufzeiten machen solche Bewegungen wegen dem großen Hebel den Reiz aus – und das Risiko.

    Eine entscheidende Kleinigkeit weiß ich allerdings nicht: in welche Richtung der Kurs ausschlägt.

    Sonst wäre ich womöglich selbst noch einmal rückfällig geworden.

    Viele Grüße McProfit

    Hallo Tomarcy

    jetzt ist mir der Sprung von meinen Verlusten mit HEDGE-FONDS Anlagen bei der Dt. Bank auf die Schwäbische Alb etwas sehr weit, und es erschließt sich mir noch nicht der Zusammenhang.

    ABER:

    Als Schwabe der noch die Bundeswehrpflichtzeit erlebt jat, kennt man MÜNSINGEN auf der Schwäbischen Alb. Das war der wohl größte Truppenübungsplatz in Baden Württemberg mit der riesigen militärischen Unterkunft in den 1980er oder 1990er Jahren.

    Ich bin damals um den Wehrdienst "herumgekommen" weil ich schon in jungen Jahre selbstständig war und dann wäre das für den "Bund" zu teuer geworden, so wurde ich freigestellt.

    Aber Münsingen hat bis heute in der Region einen speziellen Ruf, nicht nur wegen dem Militär...

    mit spätsommerlichen Grüssen von der Cote dAzur McProfit,

    Hallo Michael_K83  Kapitalfuchs  britty  andiii_98  Tomarcy,

    ob kostenloses Börsenfrühstück bei der Deutschen Bank oder – wie bei mir vor vielen Jahren – eine Einladung meines US-Brokers nach New York mit Besuch an der Wall Street:

    Bei solchen Einladungen denke ich inzwischen an die moderne Form einer Kaffeefahrt.

    Das Frühstück ist kostenlos. Was man anschließend mit nach Hause nimmt, kann allerdings teuer werden.

    Nach über 40 Jahren an der Börse hat sich bei mir jedenfalls eine ordentliche Sammlung an teuren Erfahrungen angesammelt. Ein paar davon hätte ich auch günstiger haben können.

    In den 1990er-Jahren kam einmal ein Berater der Wealth-Management-Abteilung der Deutschen Bank extra aus Frankfurt zur Unterstützung seiner Kollegen bei der Dt. Bank vor Ort nach Stuttgart, um mir eine "besondere Anlage für ausgewählte Privatkunden" vorzustellen

    Ob es dafür in Stuttgart niemanden gab oder ob das zum besonderen Service gehörte, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls fühlte ich mich zunächst geschmeichelt.

    Das Konzept klang auch verlockend: Von steigenden Kursen profitieren und mögliche Verluste durch Gegengeschäfte mit irgendwelchen Währungsoptionen zu kompensieren

    Schon damals kam mir die Sache etwas merkwürdig vor. Auch der Herr machte auf mich im Gegensatz zu den Stuttgarter Bankern eher den Eindruck eines Wall-Street-Jungs als eines Beraters für schwäbische bodenstände Anleger.

    Aber er war ja nun extra aus Frankfurt angereist und im Namen der Deutschen Bank unterwegs. Da wollte ich ihn offenbar nicht unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken – und habe aus Höflichkeit einen Teil meines Geldes angelegt.

    So teuer habe ich mich selten für einen Besuch aus Frankfurt bedankt!

    Denn am Ende hatte ich nicht nur mit der eigentlichen Anlage einen Verlust gemacht, sondern auch noch zusätzlich mit dem Gegengeschäft, das den Verlust eigentlich vermeiden sollte!!

    (Hautgrund war damals die Pleite des größten Hedgefonds LTCM der ein ähnliches Konzept verfolgte mit Miliardenverlusten sogar mit Auswirkung auf den DAX der im Sommer 1998 immerhin 40 Prozent verlor!!)

    Besonders geärgert hat mich, dass ich von Anfang an kein gutes Gefühl bei der Sache hatte. Ich hätte wohl besser auf meinen Bauch hören sollen.

    Allerdings gab es damals noch kein Finanztip-Forum, keinen @Tomaarcy oder die vielen andren Forumsfreunde hier, und das Internet steckte in den Kinderschuhen.

    Ich konnte mir damals nur schwer vorstellen, dass eine so angesehene Bank eine teure Anlage empfiehlt, mit der man am Ende Geld verliert.

    Dazu kamen die beeindruckenden Büros mit bodentiefen Fenstern, Designermöbeln und einem Empfang wie im Fünf-Sterne-Hotel. Da dachte ich mir schon:

    Die werden wohl wissen, was sie tun.

    Als sich das Desaster gezeigt hatte und ich den Berater darauf ansprechen wollte, war er nicht mehr bei der Deutschen Bank. Das Anlagemodell für ausgewählte Privatkunden war inzwischen ebenfalls eingestellt worden.

    Ich war dafür um eine Erfahrung reicher.

    Seitdem bin ich bei kostenlosen Einladungen jedenfalls etwas vorsichtiger geworden. Manche davon waren für mich am Ende die teuersten.

    Viele Grüße McProfit

    Montag 26.10.26, 10 Uhr

    Hallo General Ledger  Hinata  Hmpf  monstermania  britty  Langaroth,

    jetzt habt Ihr mich überrascht.

    So viele Menschen, die sich schon am Montagmorgen um 9 Uhr mit Aktien beschäftigen – und dann auch noch meine alten Geschichten lesen.

    Ich bin mit meinen 80 Jahren hierbei ja etwas außer Konkurrenz.

    Hier im Ferienhaus in Südfrankreich fehlt mir morgens die gewohnte Tageszeitung, und für eine Plauderstunde hat hier auch nicht immer jemand Zeit. Da kommt das Forum wie gerufen.

    Vielen Dank für Eure netten Rückmeldungen. Wobei vermutlich fast jeder hier seine eigene Börsengeschichte erzählen könnte. Die lese ich übrigens persönlich lieber als den nächsten heißen Aktientipp.

    Um beim Thema "Geschichten" zu bleiben will ich Euch mal auch mal gerne von unseren Besuchen beim US-Broker in den 1980er Jahren erzählen. Aktien von US Unternehmen kaufte man damnals als größerer Kunde nicht über die örtliche Sparkasse sondern beim US-Broker an der Wallstreet.

    Als „gute Kunden“ wurden wir damals auf Kosten unseres Händlers nach New York eingeladen, samt Besichtigung der Handelsräume von Merrill Lynch. Was ein „guter Kunde“ aus Sicht eines Brokers ist, haben wir erst später richtig verstanden.

    Zunächst standen wir da mit offenem Mund:

    Wall Street, schicke Büros, Bildschirme ohne Ende. Da denkt man als schwäbischer Privatanleger natürlich:

    Jetzt bin ich an der Quelle. Die müssen schließlich wissen, wie man Geld verdient.

    Wussten sie auch. Zumindest an uns.

    Wir wurden fleißig zum Kaufen und Verkaufen animiert. Mangels Internet ging das damals per Telefon. Unser Depot wurde dabei immer kleiner, die Gebühren für den Broker immer höher.

    Irgendwann haben wir am Börsenstammtisch die Notbremse gezogen. Zum Glück waren unsere Einsätze und damit die effektiven Verluste in Euro bzw. DM damals noch überschaubar.

    Das Lehrgeld tat trotzdem weh – auch kleine Beträge sind für einen Schwaben bekanntlich richtiges Geld.

    So war es nicht nur der Crash von 1987, der uns geprägt hat.

    Auch die Erfahrungen mit den smarten Jungs von der Wall Street haben uns zu unserer eher langweiligen schwäbischen Vorgehensweise gebracht: solide Unternehmen kaufen, lange behalten und sich über Dividenden freuen.

    Damit sind wir später privat wie auch mit unserem Börsenstammtisch (aus dem der späterre Stuttgarter Aktienclub hervorging) erfolgreich geworden

    Ein bissle Glück und Ausdauer ehörten natürlich auch dazu.

    Die Erinnerungen an New York sind bis heute geblieben, ebenfalls unser Depot.

    Diese Broker von damals gibt es dagegen längst nicht mehr.

    Viele Grüße McProfit

    Fazit: Einladungen die "nix kosten" sind oft die teuersten!

    26.10.26

    Hallo Kurbeee

    Jetzt auch noch der „Senf“ von McProfit:

    Wichtiger als der perfekte Zeitpunkt ist auf lange Sicht, DASS Du überhaupt kaufst.

    Erst suchst Du den richtigen TAG.
    Dann merkst Du: Hoppla, die ganze WOCHE sieht aber gar nicht gut aus.
    Also wartest Du vorsichtshalber noch den MONAT ab.
    Und weil man sein Geld schließlich nicht leichtfertig ausgibt, schaust Du sicherheitshalber auch noch an, wie das JAHR so lief...

    Gerade wir Schwaben zahlen schließlich ungern zu viel. Und zu früh natürlich erst recht.

    Am Ende sitzt Du weiterhin auf Deinem Geld. Dafür weißt Du aber ganz genau, welcher Tag, welche Woche und welcher Monat ideal gewesen wären.

    Bloß gekauft hast Du halt nix.

    Ich will mich da gar nicht über andere erheben:

    Hinterher habe auch ich ein geradezu beneidenswertes Gespür für den richtigen Kaufzeitpunkt.

    Viel Glück wünscht Dir McProfit

    Montag, 26.10.2026

    Lieber Forumsfreund Hornie,

    und natürlich auch hallo an alle anderen, die sich für alte Geschichten vom noch älteren McProfit interessieren.

    Mein erster persönlich erlebter Börsencrash war am 19. Oktober 1987.

    Ich war damals seit ungefähr 5 Jahren an der Börse und hatte einen Börsenstammtisch gegründet. Wir trafen uns jede Woche im Nebenzimmer des Palmschen Baus in Esslingen bei Stuttgart wo es nicht nur Rostbraten und Trollinger gab sondern auch heiße Aktientips.

    Damals gab es weder Internet noch Videokonferenzen. Dafür das Handelsblatt, den Effekten-Spiegel von Bolko Hoffmann und die Aktienkurse auf einem DIN-A4-Blatt im Schaufenster der Hausbank. Man kam also beim Kurseschauen wenigstens an die frische Luft.

    Wir hatten bis dahin wie damals üblich ziemlich wild spekuliert:

    kaufen, verkaufen, Gewinne mitnehmen, Verluste begrenzen, dazu Optionen, Optionsscheine und der neueste Geheimtipp. Jeder hatte sein eigenes Depot, außerdem gab es ein etwas "solideres" Gemeinschaftsdepot mit damals wohl einer halben bis einer Million DM. (für die Jungen hier: DM = Deutsche Mark war die Vorgängerwährung des Euros)

    Wie es lief?

    Gut natürlich. Jedenfalls, wenn jemand fragte.

    Über Gewinne wurde ausführlich gesprochen, über Verluste deutlich kürzer. Und irgendeine Aktie hatte man immer zu früh verkauft.

    Dann kam der Crash.

    Die Kurse stürzten ab, der Dow Jones fiel im Minutentakt in New York in diesem denkwürdigen Oktober von 2.700 Punkte auf rund 1.700 Punkte, was waren weit über 30%

    Mit jedem weiteren Punkt wurden die Schlagzeilen immer düsterer, selbst die Tagesschau berichtete ersmals über Aktien (!!)

    Mancher hörte zu Hause vermutlich noch: „Ich habe Dir gleich gesagt, Du sollst die Finger von Aktien lassen.“

    Unser Börsenstammtisch beschloss dagegen:

    "Wir behalten unsere Aktien und kaufen mit allem Geld das man auftreiben kann, sogar nach!"

    Das lässt sich heute entspannt erzählen. Damals wussten wir natürlich auch nicht, ob es am nächsten Tag noch weiter runtergehen würde. Ein bissle naiv waren wir vermutlich schon.

    Die Stuttgarter Zeitung schickte damals sogar einen Reporter zu uns. Aktien waren nun auch im Schwabenland ein Thema geworden, wenn auch aus unerfreulichem Anlass.

    Die Schlagzeile lautete im Oktober 1987:

    „Hoffnungslose Narren –

    "Aktien im Keller - Stuttgarter Stammtischaktionäre träumen vom großen Gewinn.“

    Den Ausschnitt habe ich bis heute aufgehoben. Er hängt bei mir an der Wand.

    Warum hielten wir den Crash trotzdem nicht für den Weltuntergang?

    Wir machten uns etwas ziemlich Einfaches klar: Als Aktionär gehört einem ein Stück der Firma. Entscheidend war deshalb für uns, ob die Menschen deren Produkte weiterhin kaufen würden.

    Brauchten sie wegen fallender Börsenkurse plötzlich keine Pampers von Procter & Gamble mehr? Keine Zahnpasta von Colgate, keine Nivea von Beiersdorf und keine Medikamente von Roche?

    Die Geschäfte waren jedenfalls weiterhin voll. Kinder wurden auch noch geboren. Und denen war ziemlich egal, was irgendein Börsenexperte gerade ausgerechnet hatte. Die brauchten erst mal ihre Windeln.

    Diese Überlegung war für uns der Anstoß, unsere wilde Zockerei nach und nach durch Beteiligungen an soliden, weltweit tätigen Unternehmen zu ersetzen. Weniger handeln, länger beteiligt bleiben. Einige dieser Firmen halten wir bis heute und der Crash 87 war damit für uns der Auslöser für eine von da an bis heute erfolgreiche Strategie

    Das Gemeinschaftsdepot gibt es übrigens immer noch. Rund 40 Jahre, etliche Crashs und einige US-Präsidenten später werden darin inzwischen etwa 400 Millionen Euro verwaltet.

    Zu dieser Entwicklung gehören allerdings auch viele Mitstreiter, Geduld, der richtige Zeitpunkt und eine ordentliche Portion Glück. Was davon am Ende welchen Anteil hatte, kann ich Dir nicht ausrechnen.

    Hinterher lässt sich so eine Geschichte jedenfalls leichter erzählen als mittendrin.

    1987 hatten wir schließlich keinen Zettel aus der Zukunft, auf dem stand: „Keine Sorge, das geht gut.“

    Hornie: Wenn Du bis hier gelesen hast: Respekt.

    Ich hoffe, wegen überlanger Kommentare wird man hier nicht gesperrt.

    Aber Hornie: Du wolltest die Geschichte hören.

    Gruß McProfit

    26.10.26 8 Uhr

    Guten Morgen, Forumsfreund Tomarcy,

    dank Normalzeit bin ich heute schon um 8 hier unterwegs. Meine innere Uhr besteht allerdings darauf, dass es 9 ist.

    Danke für das Zitat des Dt.Bank-Bankers:

    Besonders aufschlussreich finde ich die „langfristigen Kundenbeziehungen“ und „wiederkehrenden Erträge“. Da spricht der Bankkaufmann erfreulich offen.

    Meine Interpretation:

    Mit dem günstigeren digitalen Angebot möchte die Deutsche Bank auch Kunden halten, die sonst zu Onlinebanken und selbst gekauften ETFs wechseln könnten. Lieber etwas weniger am Kunden verdienen, als sein Depot ganz zu verlieren.

    Dass tatsächlich erhebliche Mittel abfließen, lässt sich aus dieser Aussage allein allerdings nicht schließen. Das wissen wir aber schon lange von der Pressemitteilung des Verbandes der Investmentfonds die ov Milliardenabflüssen hin zu ETF spricht.

    (Ich bin da ja auch einer davon)

    Wie viel die Kosten ausmachen, zeigt ein einfaches Rechenbeispiel:

    Sinken die jährlichen Bankgebühren bei 1 Milliarde Euro Anlagevolumen von 2 auf 1 Prozent, bleiben der Bank rund 10 Millionen Euro weniger Jedes Jahr. Auch für eine Großbank ist das kein Kleingeld. Zumal 1 Mrd nur ein Beispiel ist, in der Praxis geht es bei der Dt.Bank nicht nur um 1 Mrd sondern um viel viel mehr....

    Die neue Verwaltung liegt regulär einschließlich der durchschnittlichen Produktkosten bei rund 0,8 bis 0,9 Prozent jährlich.

    Für die Bank kann sich das trotzdem rechnen: mehr Kunden, mehr verwaltetes Geld und geringerer Aufwand durch digitale Abläufe. Dazu passt das angekündigte Verdopplungsziel bis 2028.

    Für mich bleibt deshalb die Frage: Wie lange dauert es, bis die Stammkundschaft nachrechnet? Oder bleibt die Bequemlichkeit die treueste Kundin der Bank?

    Eine erfolgreiche Woche wünscht
    McProfit – immer noch in Südfrankreich

    Hallo @AndiA

    zunächst müsste geklärt werden, ob tatsächlich 1.750 Euro monatlich gemeint sind und welche Verträge dahinterstecken. Sparraten sind keine Gebühren, aber das Geld muss trotzdem jeden Monat vorhanden sein.

    Mit 19 ist Ihr Sohn volljährig. Ihr könnt seine Verträge als Eltern deshalb nicht einfach gegen seinen Willen rückgängig machen. Ihr könnt ihm aber helfen, die Verpflichtungen zu verstehen und überprüfen zu lassen.

    Ich würde versuchen, mit ihm gemeinsam eine einfache Rechnung aufzumachen:

    Was kommt monatlich herein, was braucht er zum Leben und was bleibt für Versicherungen und Sparen übrig? Wenn das nicht zusammenpasst, hilft auch die schönste Hochrechnung zur Altersvorsorge nichts.

    Mein Vorschlag:

    Biete ihm an, mit sämtlichen Vertragsunterlagen zu einer Verbraucherzentrale zu gehen, und übernimm die Beratungskosten.

    Dabei sollten Bedarf, Gebühren, Laufzeiten und Ausstiegsmöglichkeiten geprüft werden. Bei frischen Abschlüssen unbedingt sofort die Widerrufsfristen prüfen lassen.

    Vorwürfe gegen die Beraterin könnten dazu führen, dass er sie erst recht verteidigt.

    Vielleicht erreicht Ihr ihn eher mit dem Satz:

    „Wir möchten verstehen, was Du abgeschlossen hast. Ein gutes Angebot verträgt eine zweite Meinung.“

    Viel Erfolg wünscht Dir McProfit

    Sonntag 25.10.26

    Hallo KaffeeOderTee,

    wenn an einem Tag mehr Aktien gekauft werden sollen, als zum bisherigen Kurs angeboten werden, müssen die Käufer mehr bieten.

    Höhere Kurse locken dann weitere Verkäufer an – auch Aktionäre, die morgens noch gar nicht ans Verkaufen gedacht hatten. Andere haben ihre Verkaufslimits längst hinterlegt. Die Computer führen passende Kauf- und Verkaufsaufträge automatisch zusammen.

    Umgekehrt funktioniert es genauso: Wollen viele ihre Aktien loswerden, finden sich Käufer womöglich erst zu niedrigeren Preisen. So einfach ist Börse. Zumindest dieser Teil.

    Warum die Käufer ausgerechnet an Deinem besagten Tag spendabler waren, habe ich nicht geprüft. Ich habe Dir nur leicht ironisch erklärt, wie steigende Kurse zustande kommen.

    Dazu fällt mir der Börsencrash vom 19. Oktober 1987 ein. Da war ich auch schon dabei. Der Dow Jones verlor an einem einzigen Tag 23 Prozent.

    Computergesteuerte Verkaufsprogramme verstärkten damals den Absturz: Sinkende Kurse lösten weitere Verkäufe aus, die wiederum die Kurse drückten. Auch sogenannte Portfolioabsicherungen wirkten dabei als Brandbeschleuniger. (man sagt dazu auch Stopp-Loss-Aufträge) Ausgerechnet die Absicherung half also kräftig beim Absturz mit. Muss man auch erst mal hinbekommen.

    Das Kuriose:

    Trotz dieses gewaltigen Crashs beendete der Dow Jones 1987 im Jahresvergleich sogar mit einem kleinen Plus.

    Wer nur einmal im Jahr die Kurse anschaute, hätte anhand seiner Jahresbilanz vom ganzen 87er-Drama gar nichts bemerkt. Während andere täglich den Weltuntergang verfolgten, hätte der nur gesagt: „War doch ein ganz ordentliches Börsenjahr.“

    Auch eine Möglichkeit, seine Nerven zu schonen.

    Ich bin damals als Neuling an der Börse ziemlich ruhig geblieben und habe nicht verkauft. Warum, erzähle ich Dir gerne bei Interesse. Sonst wird aus dem Kommentar noch ein Fortsetzungsroman.

    Schönen Sonntag wünscht
    McProfit, immer noch in Südfrankreich

    23.10.26

    Hallo Forumsfreund Dividendendan,

    ich gehe mal davon aus, dass Deine Beobachtung ironisch gemeint war:

    Anfang der Woche fallen die Kurse, zum Sparplankauf steigen sie und anschließend fallen sie wieder.

    Vielen Dank für diese sensationelle Erkenntnis!

    Duregar hat daraus ja schon den Weg zum mühelosen Reichtum abgeleitet: Einfach ein, zwei Tage vorher billig kaufen und den Sparplankäufern die Aktien anschließend teurer überlassen. So einfach kann Börse sein!

    Eine Bitte allerdings:

    Solche Erkenntnisse unbedingt geheim halten! Wenn erst alle diese Börsenlogik verstanden haben und mitmachen, ist es mit dem mühelosen Reichwerden vorbei.

    Ich werde jedenfalls gleich Montagmorgen kaufen und am Mittwoch wieder verkaufen. Dank Deiner Beobachtung weiß ich jetzt endlich, wann.

    Bitte nicht weitersagen!

    Viel Glück wünscht McProfit

    13.10.2026

    Hallo Newb, Kapitalfuchs  WorriedDad

    ich glaube, wir bleiben hier lieber bei den Aktien. Da sind die meisten zu Hause.

    Bei Immobilien kommen wir schnell vom Hundertsten ins Tausendste:

    Eigennutzung oder Vermietung, Reparaturen, Mieterärger, unterschiedliche Steuern und komplizierte Nebenkostenabrechnungen. Aus über 40 Jahren Immobilienbesitz könnte ich einiges erzählen. Das würde diesen "chat" allerdings sprengen.

    Bei Aktien ist das alles einfach. Man kann kaufen und verkaufen oder kaufen und liegenlassen und sich an Dividenen erfreuen. Die Steuer ist sowohl bei Kursgewinnen genauso wie bei Dividenden aus Sicht des Käufers gleich; 25%. Egal ob man die Aktie 4 Wochen, 4 Jahre oder 40 Jahre hält,

    Beim Aktienverkauf gibt es im Vergleich zu Immobilien jedoch ein paar kleine Fallen. Verkaufst Du Deine Aktien zu einem gefühlt "guten Kurs" oder gar zum Höchstkurs, dann gilt das nur solange bis diese Aktien auch nach dem Verkauf einfach weitersteigten Dann hat plötzlich der Käufer das bessere Geschäft gemacht. Ein Höchstkurs ist eben keine Obergrenze.

    Bei Immobilien kennt man den erzielbaren Preis erst beim tatsächlichen Verkauf. Vorher sind alle Preise nur Schätzungen. Und wenn man dann seine Immobilien verkauft hat dann weiß auch hinterher auch nicht, ob das nurnein guter Preis war oder ob man einen noch besseren hätter bekommen können, wenn man mit mehr Geduld auf diesen sogenannten "Liebhaber" gewartet hätte....

    Lieber Newb, eine immer längere Liste der Argumente zum Thema Aktien oder Immobilien bringt uns hier kaum weiter. Das Thema ist einfach zu umfangreich. Bleiben wir lieber hier bei den Aktien.

    Schönen Freitag wünscht McProfit

    Hallo Newb  WorriedDad  Boersenfeger

    Danke dass Ihr die doppelte Dividendenbesteurrung nochmal verständlicher erklärt habt.

    Bei der Besteuerung von Kursgewinnen ist es jedoch auch nicht wirklich vergleichbar

    Beim immobilienverkauf werden mögliche Gewinne bezogen auf den Einkaufspreis wohl mit dem vollen Einkommensteuersatz besteuert

    aber:

    nach spätestens 10 Jahren sind diese bei Privatleuten komplett steuerfrei

    Gewinne beim Verkauf von Aktien werden wohl nur mit dem niedrigeren Abgeltungssteuer Satz von 25% versteuert dafür aber lebenslänglich

    Es kommt also auf den Einzelfall an welche Steuersatz gilt und wie „gerecht“ das dann sein soll

    Gruß McProfit