Also der Rahmen, in dem dieses Statement getätigt worden ist, ist nach meinem Verständnis dieser: Im September sind Bundestagswahlen und die SPD hat überhaupt keine Lust darauf, ihrer verblieben Wählerklientel zu erklären, dass das Renteneintrittsalter notwendigerweise steigen wird. Deshalb erklärt der beamtete Staatssekretär und SPD-Mitglied seit 1990, dass wir kein Problem haben. Schließlich steigt die Lebenserwartung nicht mehr so stark wie vor der Pandemie, also können wir irgendwann (so ca. um den Sankt-Nimmerleins-Tag herum) erwarten, dass die Rentenbezugszeit auch nicht mehr steigt, sondern vielleicht sogar fällt und dass deshalb das umlagenfinanzierte Rentensystem nicht kollabieren wird.
Den letzten Satz verstehe ich so, dass es eine immer stärkere Differenzierung von gut auskömmlichen Jobs und ungesunden, die Lebenszeit verkürzenden Jobs (Paketfahrer etc.) geben wird und dass man darauf schlecht mit einem pauschalen Renteneintrittsalter reagieren kann. Das kann ich sogar nachvollziehen. Wäre aber für mich ein Grund mehr, das Rentensystem schnellstmöglich zu ändern, z.B. mit einem Staatsfonds.