Kostenloses Girokonto

So finden Sie das günstigste Girokonto

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Girokonto können diverse Kosten zusammenkommen: Kontoführungsgebühren, Jahresgebühren für die Kreditkarte, Abhebegebühren und Fremdwährungsgebühren.
  • Besonders Direktbanken bieten kostenlose Konten zu guten Konditionen an.
  • Aber auch bei den als kostenlos beworbenen Konten sollten Sie aufpassen: Bei vielen Banken können trotz der Werbung zusätzliche Kosten entstehen.
  • Achten Sie bei der Suche nach dem richtigen Girokonto auch darauf, ob und wo Sie kostenlos Geld abheben können.
  • Beim Online-Banking sollten Sie unbedingt auf die Sicherheit achten: Ein guter Virenschutz und eine sichere Internetverbindung sind das A und O.

So gehen Sie vor

  • Das passende Girokonto finden Sie mit unserem Kontorechner. Wir berechnen anhand eines Beispielkunden, was das Konto tatsächlich kostet.
  • Weltweit kostenlos abheben können Sie mit den Girokonten von DKB-Cash Girokonto (bei Geldeingang), Santander, Comdirect und Norisbank.
  • In der Eurozone leisten das außerdem die ING-Diba und die Consorsbank. Mit deren Girokonten fahren Europa-Fans teilweise günstiger als mit den weltweit kostenlosen Angeboten.
  • Welches Konto zu Ihnen passt, hängt zum Beispiel vom Geldeingang ab oder davon, ob Sie auch außerhalb der Eurozone Geld abheben wollen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die Details zu den einzelnen Konten auf.
  • Falls die ausgewählte Bank Ihnen kein Girokonto eröffnen will, kontrollieren Sie Ihre Schufa-Bewertung. Auch ein Basiskonto kann ein Ausweg sein.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie rund um das Thema Girokonto immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Ohne ein Girokonto läuft in Deutschland so gut wie nichts. Der Arbeitgeber überweist das Gehalt auf das Girokonto, wichtige Zahlungen wie die Miete oder Versicherungsbeiträge gehen davon ab. Kein Wunder also, dass viele Verbraucher nach einem kostenlosen Girokonto suchen.

Allerdings wird es zunehmend schwieriger, solche Konten zu finden. Denn die Banken reagieren auf die Niedrigzinsphase, indem sie Kontoführungsgebühren einführen oder erhöhen. Auch für andere Leistungen steigen die Preise, zum Beispiel für die Girocard (früher: EC-Karte), Überweisungen auf Papier oder gar für jede Kontobewegung.

Doch es gibt weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Bei diesen Angeboten fällt jedoch nur die monatliche Kontoführungsgebühr weg, für einzelne Leistungen verlangen die Banken trotzdem Gebühren. Bei guten Anbietern kostenloser Konten sind diese Zusatzgebühren allerdings gering. Wer ein passendes Girokonto sucht, findet es über den Finanztip-Girokontorechner:

Girokonto gesucht? Jetzt den Vergleich starten
Wo möchten Sie überall kostenlos Geld abheben?

Finanztip weist im Rechner nicht nur die Kontoführungsgebühren aus. Anhand eines Beispielkunden berechnen wir die Gesamtkosten. Zudem zeigen wir Ihnen an, wo Sie kostenlos Geld abheben können oder aber, ob das Konto teurer wird, falls der Geldeingang zu niedrig ist.

Wie kann ich durch ein Online-Konto 100 Euro sparen?

Es gibt Banken, die kostenlose Girokonten mit einem relativ niedrigen Dispozinssatz anbieten. Die besten dieser Angebote stammen meist von Direktbanken, die die Kontoführung vollständig über das Internet abwickeln und keine Filialen unterhalten müssen. Alle Beratung erfolgt telefonisch.

Bei vielen Angeboten erhalten Sie zusätzlich eine kostenlose Kreditkarte, die Sie jedoch nicht nutzen müssen. Sie haben damit bei diesen Konten aber oft den Vorteil, auch im Ausland kostengünstig bezahlen und Geld abheben zu können.

Falls die Bank weder dem Automaten-Netzwerk Cashpool noch der Cash Group angeschlossen oder eine Sparkasse oder Volksbank ist, können Sie mit der Kreditkarte auch in Deutschland kostenlos abheben. Das spart nicht nur Gebühren, sondern macht Sie zudem flexibel beim Geldabheben.

Das ist gut so, denn Sie zahlen in manchen Fällen recht hohe Gebühren, falls Sie bei einem fremden Automaten Geld mit der Girocard abheben. So verlangt die Hamburger Sparkasse 4,75 Euro, die Raiffeisenbank München-Süd 4,95 Euro.

Die Kosten bestimmt der Automatenbetreiber, sie werden vor dem Abheben angezeigt – manchmal jedoch recht spät im Prozess. Sie können den Vorgang abbrechen und einen anderen Automaten suchen. Es ist also komfortabler, mit der Kreditkarte überall Geld abzuheben, falls das kostenlos möglich ist. Diese Gebühren bestimmt die Bank in ihrem Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die Girokonten der Filialbanken sind insgesamt meist teurer als die Angebote bei Direktbanken. Im August 2016 haben wir günstige Online-Konten mit Filialkonten verglichen. Unser Musterkunde gab für das Girokonto bei der Filialbank bis zu 200 Euro mehr aus als bei Direktbanken. Wenn Sie nicht auf die Bankfiliale und deren Service verzichten wollen, können Sie sparen, indem Sie das Kontomodell wechseln oder zumindest Online-Banking betreiben.

Typische Kosten von Sparkassen und Volksbanken (pro Jahr)

BankKontomodell mit Einzelgebührenpauschales KontomodellOnline-Nutzung
Kontoname
Saalesparkasse141 €123 € 44 €
Basiskonto/Kompaktkonto/Onlinekonto
Haspa175 €116 € 116 €
Girokonto klassisch/Haspajoker Smart/Haspajoker Smart
Ostseesparkasse188 €117 € 53 €
Giro individuell/Giro inklusiv/Giro online
Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold 239 €159 € 108 €
Konto Individuell/Konto Pauschal/Konto Online
Leipziger Volksbank131 €182 € 47 €
Privatkonto/Premiumkonto/Direktkonto

Quelle: Finanztip-Berechnung, auf glatte Euro gerundet, auf Grundlage von Preisaushängen, Preis- und Leistungsverzeichnissen sowie Websites der Anbieter (Stand: Juli/August 2016)

Welche Girokonten bieten gute Leistungen?

Ob ein Girokonto für Sie passt, hängt von vielen Punkten ab. Deshalb bietet Finanztip Ihnen einen Girokontorechner, durch den Sie einen guten Überblick bekommen. So machen sich die DKB, Santander, Comdirect und die Norisbank gut, falls Sie weltweit kostenlos abheben wollen. Sind Sie meist in der Eurozone unterwegs, eignet sich ebenfalls ein Konto von DKB, Santander und Comdirect. Aber auch die ING-Diba und die Consorsbank bieten in diesem Fall gute Konten an.

Comdirect

Comdirect-Kunden erhalten eine Visa-Kreditkarte und eine V-Pay-Girocard. Der größte Unterschied zwischen Comdirect und den anderen von uns empfohlenen Girokonten ist, dass sie in Deutschland nur an den gut 9.000 Automaten der Cash Group und nicht an so gut wie allen rund 56.000 Automaten kostenlos abheben können. Der Dispozins liegt bei 6,5 Prozent nominal pro Jahr.

Beim Bezahlen mit der Girocard oder der Kreditkarte außerhalb Deutschlands fallen Fremdwährungsgebühren an. Kunden können im Ausland kostenlos Geld abheben, müssen dabei jedoch zwischen Girocard und Kreditkarte wechseln. Es gilt dabei folgende Regel: In Ländern mit Euro als Währung zücken die Kunden die Girocard, außerhalb der Eurozone die Kreditkarte.

Bei der Comdirect gilt beim Abheben mit der Girocard eine 50 Euro Mindestabhebesumme. Sie können nur dann weniger Geld abheben, wenn Sie weniger als 50 Euro auf dem Konto haben. Zudem können Kunden mit einen Juniorgiro geringere Summen abheben.

Sie können auf ihr Comdirect Girokonto Bargeld einzahlen und zwar über die Geldautomaten der Commerzbank. Das ist dreimal im Jahr kostenlos, danach fallen 1,90 Euro je Einzahlung an.

Als kostenloses TAN-Verfahren bietet die Bank das photoTAN-Verfahren an. Falls Sie über mTAN Ihre Bankgeschäfte erledigen wollen, müssen Sie für jede SMS zahlen.

Comdirect Girokonto
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • Geld einzahlen über die Commerzbank
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent

Norisbank

Zum kostenlosen Girokonto der Norisbank erhalten Sie sowohl eine Maestro-Girocard als auch eine Kreditkarte von Mastercard. Wie bei der Comdirect müssen Sie zwischen Girocard in Deutschland (Cash Group) und Kreditkarte im Ausland wechseln, um überall kostenlos Geld abzuheben. Beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro fallen bei beiden Karten Gebühren an. Mit 10,85 Prozent ist der Dispozins relativ hoch.

Besonderheit bei diesem Online-Konto: Sie können Ihre Kontoauszüge an den Terminals der Deutschen Bank kostenlos ausdrucken, falls nötig. Zudem können Sie an Geldautomaten der Deutschen Bank Geld einzahlen.

Wie die Comdirect setzt auch die Norisbank auf das photoTan-Verfahren für die Bankgeschäfte. Für die SMS beim mTAN-Verfahren müssen die Kunden Gebühren zahlen.

Norisbank Top Girokonto
kostenlose Mastercard und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • +kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • Geld einzahlen über die Postbank
  • Dispozins von 10,85 Prozent
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent

Santander

Bei Santander erhalten Sie mit dem Bestgiro ein kostenloses Girokonto samt V-Pay-Girocard und Kreditkarte von Visa. Mit der Girocard können Sie an Cashpool-Automaten kostenlos Geld abheben. Empfehlenswerter für das Abheben ist jedoch die Kreditkarte, mit ihr erhalten Sie in In- und Ausland kostenlos Geld am Automaten. Im Ausland verlangen einige Automatenbetreiber Gebühren, die zahlt Santander Ihnen aber auf Antrag zurück. Auch das Bezahlen in einer fremden Währung ist kostenlos.

Bei der Kreditkarte handelt es sich um eine Revolving-Karte. Das bedeutet: Sie können Ihre Schulden in Raten zurückzahlen (Teilzahlungsoption). Dies ist aufgrund des hohen Zinssatzes jedoch sehr teuer. Unser Rat: Zahlen Sie auch bei einer Revolving-Karte besser immer den gesamten Betrag auf einmal ab. Bei Santander müssen Sie dabei selbst die Abbuchungen kontrollieren und überweisen.

Die Bank staffelt den Dispozinssatz abhängig davon, wie weit Sie ins Minus rutschen. Sie verlangt dabei Zinsen zwischen 8,05 und 11,3 Prozent. Das Online-Banking erledigen Sie bei der Santander über kostenlose mTAN.

Santander Bestgiro
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • teure Teilzahlungsoption festeingestellt
  • Kunden müssen aktiv überweisen, um Kosten zu vermeiden
  • Sollzins von 13,98 Prozent effektiv pro Jahr bei Kreditkarte

Santander Bestgiro

Deutsche Kreditbank (DKB)

Beim kostenlosen Girokonto der DKB erhalten die Kunden eine V-Pay-Girocard zusammen mit einer Visa-Kreditkarte. Die DKB verlangt Dispozinsen in Höhe von nominal 6,9 Prozent im Jahr (effektiv 7,08 Prozent).

Wir empfehlen, stets auf die Visa-Karte zurückzugreifen und die Girocard nur zu benutzen, sofern Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Da die DKB keinem Automatenverbund angehört, ist das Abheben mit der Girocard nämlich an fast allen Automaten kostenpflichtig. Die Bank betreibt sehr wenige eigene Automaten in ihren Niederlassungen.

Mit der Visa-Karte hingegen kostet Geldabheben am Automaten weltweit nichts extra – es sei denn, die Automatenbetreiber verlangen eine Gebühr. Kunden können nur Beträge von mehr als 50 Euro mit der Kreditkarte abheben. Es fällt keine Gebühr bei Zahlungen in einer fremden Währung an.

Verbraucher können das Bankkonto ein Jahr lang kostenfrei testen. Danach teilt die Bank die Kunden auf: Gehen im Durchschnitt 700 Euro im Monat auf das Girokonto ein, bleiben die Konditionen bestehen. Ist es weniger Geld, verschlechtern sich die Konditionen etwas. So verlangt die Bank dann einen etwas höheren Dispozins, und beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone fällt eine Fremdwährungsgebühr an.

Beim Online-Banking setzt die DKB auf chipTAN, bei dem die PIN über einen Generator erzeugt wird. Die zweite Möglichkeit ist, die TAN über eine App auf dem Smartphone zu erzeugen. Beide Verfahren sind kostenlos.

Sie können bei der DKB Bargeld über einige Einzelhändler wie Rewe, Penny, DM und Real einzahlen. Dazu brauchen Sie ein Smartphone und die DKB-App. Sie zahlen dafür 1,5 Prozent der eingezahlten Summe.

DKB Cash
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • Dispozins von 6,9 Prozent pro Jahr
  • Konditionen gelten nur bei 700 € Geldeingang

ING-Diba

Bei der ING-Diba bekommen Sie zum kostenlosen Girokonto eine Girocard und eine Visa-Kreditkarte. Bei der Visa-Karte wird, wie bei der Girocard auch, das Geld zeitnah abgebucht und nicht nur einmal im Monat. Solche Karten werden in der Fachsprache als Debit-Karten bezeichnet. Debit-Karten können Ihnen beim Buchen von Hotels und Mietwagen Ärger machen, da sie teilweise abgelehnt werden.

Mit der Visa-Karte können Sie innerhalb der Eurozone kostenlos Geld abheben, mit der Girocard in Deutschland an den Automaten der Bank. Bei beiden Karten müssen Sie mindestens 50 Euro abheben. Außerhalb der Eurozone fallen bei der Visa-Karte 1,75 Prozent Gebühren beim Bezahlen und Geld abheben an.

Geld einzahlen können Sie bei der Reisebank. Kostenlos ist das für Summen zwischen 1.000 Euro und 25.000 Euro.

Bei den TAN-Verfahren setzt die Bank auf iTAN, mTAN und die bankeigene App. Der Dispozins beträgt 6,99 Prozent.

ING-Diba
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • Gebühr von 1,75 Prozent beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone
  • Kreditkarte ist eine Debit-Karte

Consorsbank

Zum kostenlosen Girokonto der Consorsbank gehört eine Girocard und eine Visa-Kreditkarte. Sie können mit der Visa-Karte in Deutschland und der Eurozone kostenlos Geld abheben und bezahlen. Bei anderen Währungen als dem Euro fällt eine Gebühr von 1,75 Prozent an.

Es handelt sich bei der Visa-Karte um eine Debit-Karte, das Geld wird zeitnah vom Konto abgebucht. Es kann bei Hotel- und Mietwagenbuchungen zu Problemen kommen, da Debit-Karten nicht immer akzeptier werden.

Sie können bei den TAN-Verfahren zwischen mTAN und dem Erstellen der TAN über einen Generator wählen. Der Dispozinssatz beträgt 7,75 Prozent.

Bargeld können Sie über die Filialen der Reisebank einzahlen, das klappt bei Beträgen zwischen 1.000 und 25.000 Euro. Je angefangene 5.000 Euro müssen Sie dafür 7,50 Euro zahlen.

Consorsbank
kostenlose Visa-Karte und Girocard

  • keine Jahresgebühr
  • Gebühr von 1,75 Prozent beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone
  • Kreditkarte ist eine Debit-Karte

Consorsbank

Andere Optionen beim Girokonto

Wer mit unserem Girokontorechner nicht fündig wird, kann das passende Girokonto auch auf andere Weise finden:

Regionale Anbieter beachten - Der Finanztip-Girokontorechner zeigt bundesweit verfügbare Girokonten an. Es kann jedoch sein, dass in Ihrem Umkreis eine regionale Bank ähnlich günstige Konditionen bietet.

Basiskonto - Wer kein normales Girokonto bekommt, hat Anrecht auf Basiskonto. Diese Art von Konto muss mit den grundlegenden Funktionen eines Girokontos ausgestattet sein – Lastschriften einrichten, Geld überweisen, mit Karte zahlen sowie Geld einzahlen und abheben. Die Banken können den Kunden zudem einen Dispo gewähren.

Neue Anbieter - Falls Sie sich für die Entwicklungen in der Finanzwelt interessieren und bereit sind, diese bei Ihren alltäglichen Geldgeschäften auszuprobieren, sind auch neue Unternehmen in der Finanzbranche (Fintechs) und deren Nachahmer eine Option für das Girokonto. Fintechs wie N26 oder Revolut, aber auch die Sparkassen und Volksbanken haben das Girokonto komplett auf das Smartphone gebracht und bieten dadurch neue Funktionen an. Die Gebühren solcher Angebote liegen zwischen denen der Filialbanken und Direktbanken, insbesondere das Geldabheben kann teuer werden. Einen Vergleich zu den Funktionen finden Sie in unserem Ratgeber Smartphone-Konten.

Auf welche Kosten muss ich beim Girokonto achten?

Viele Banken bewerben ihr Girokonto als kostenlos. Doch tatsächlich können um die Kontoführungsgebühr herum jede Menge Kosten anfallen – zum Beispiel für die Kreditkarte, bei Auslandsüberweisungen oder bei Zahlungen in Fremdwährung (mehr dazu im nebenstehenden Video).

Kosten für ein Girokonto entstehen vor allem an diesen Punkten:

Jahresgebühr - Das ist die Grundgebühr, die Sie für das Girokonto bezahlen. Einige Banken verzichten komplett auf diese sogenannte Kontoführungsgebühr. Oft bewerben sie ihr Konto dann als kostenlos, obwohl an einer anderen Stelle Gebühren anfallen. Achten Sie deshalb nicht nur auf diese Kosten. Andere Banken senken die Kontoführungsgebühren, falls regelmäßig Geld auf dem Girokonto eingeht. Manche Banken sind dabei mit einem beliebigen Geldeingang zufrieden, andere fordern konkret einen Gehaltseingang.

Kosten für eine Kreditkarte - Viele Banken bieten zusätzlich eine Kreditkarte an, durch die Kosten entstehen können. Dabei handhaben die Banken die Jahresgebühr für die Karten ähnlich wie die Kontoführungsgebühr. Einige verzichten komplett darauf, andere senken sie, falls die Kunden regelmäßig mit der Karte bezahlen.

Kosten für eine Girocard (früher: EC-Karte) - Einige Banken verlangen Jahresgebühren für die Girocard. Das ist insbesondere bei Filialbanken der Fall.

Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte - Banken können Gebühren erheben, falls Sie eine Zweitkarte für Ihren Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragen. Das gilt für Girocards und für Kreditkarten.

Kosten für Überweisungen - Wenn Sie Geld überweisen, können Kosten entstehen, vor allem, falls es sich um Überweisungen auf Papier handelt. Auch bei der neuen Sofortüberweisung, bei der das Geld in Sekundenschnelle auf dem anderen Konto ankommt, fallen teilweise Gebühren an. Zudem müssen Sie für Überweisungen in fremde Währungen in der Regel Gebühren zahlen.

Kosten beim Bezahlen - Auch beim Bezahlen oder Abheben in fremder Währung können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Girocard oder die Kreditkarte nutzen.

Sollzinsen - Diese fallen an, falls Sie Ihr Konto überziehen. Dispozinsen berechnet die Bank, wenn Sie Ihr Konto innerhalb des von der Bank gewährten Rahmens überziehen. Wenn Sie darüber hinaus ins Minus rutschen, werden Überziehungszinsen fällig, die bei einigen Banken deutlich höher sind. Die Dispozinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich. So beträgt der Zins durchschnittlich 9,78 Prozent, kann aber auch bei rund 14 Prozent liegen („Finanztest“, Ausgabe 8/2017). Wir haben 15 Banken mit niedrigen Dispozinssätzen aufgelistet.

Eigentlich sollten Verbraucher den Dispo möglichst selten nutzen. Doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Wer öfter ins Minus rutscht, sollte bei der Kontowahl neben den weiteren Konditionen deshalb auch auf den Dispozins achten. Achtung: Die Bank kann den Dispo kürzen oder gar kündigen. In solchen Fällen müssen Sie Ihre Disposchulden direkt begleichen.

Die wichtigsten Kostenpunkte bei als kostenlos beworbenen Girokonten haben wir in folgender Grafik zusammengefasst:

Falls Sie ein neues Bankkonto eröffnen wollen, sollten Sie nicht nur auf diese Kosten schauen, sondern auch die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken lesen. Denn manche Banken verlangen Gebühren, mit denen Sie vielleicht nicht rechnen. Zum Beispiel für den Versand der mTAN beim Online-Banking oder bei jeder Kontobewegung.

Durch diese unterschiedlichen Kosten ist es schwierig, Girokonten miteinander zu vergleichen. Mit dem Finanztip-Girokontorechner vereinfachen wir das: Wir vergleichen die Konten anhand ihrer beispielhaften Gesamtkosten, nicht nur anhand der Kontoführungsgebühren.

Wie eröffne ich ein Girokonto?

Ein Girokonto können Sie ganz einfach eröffnen. Meist müssen Sie nur ein paar Angaben auf der Website der Bank machen, den ausgedruckten und unterschriebenen Vertrag an die Bank schicken und Ihre Identität entweder in einer Postfiliale oder über eine Videoverbindung zur Bank nachweisen. Sie können auch mehrere Girokonten führen, aber in der Regel wird Ihnen jede Bank nur ein Konto gewähren.

Falls Ihnen die Bank ein Konto eröffnet, trudeln dann die Zugangsdaten, die Karten und die PIN in unterschiedlichen Briefen ein. Die Banken handhaben dies so, damit Ihr Konto von Anfang an vor Kriminellen geschützt ist und niemand alle Unterlagen abfangen kann. Das Ganze kann einige Wochen dauern.

Es kann jedoch passieren, dass die Bank Ihnen kein Girokonto eröffnet. Denn auch beim Girokonto spielt Ihre Bonität eine Rolle, insbesondere wenn zum Konto eine Kreditkarte oder ein Dispo gehört. Die Banken fragen deshalb Ihre Einträge bei der Schufa ab. Falls Ihnen die Bank das Girokonto verweigert, sollten Sie Ihren Schufa-Eintrag kontrollieren. Vielleicht hat sich ein Fehler eingeschlichen. Nur bei einem Basiskonto kann die Bank Sie nicht einfach abweisen.

Auch Kinder und Jugendliche können ein Girokonto eröffnen. Allerdings müssen bei Minderjährigen beide Erziehungsberechtigte zustimmen und sowohl die Eltern als auch das Kind müssen ihre Identität nachweisen.

Wie wechsle ich mein Girokonto?

Viele Bankkunden scheuen den Girokontowechsel bislang, obwohl er in jüngster Zeit einfacher geworden ist. Etliche Geldinstitute bieten freiwillig einen kostenlosen, digitalen Umzugsservice an. Der Wechsel soll damit in wenigen Minuten erledigt sein. Die Banken arbeiten bei diesem Wechselservice meist mit sogenannten Fintech-Unternehmen zusammen, also neuen Finanzdienstleistern. Für den Wechsel gehen die Unternehmen die Zahlungseingänge und -ausgänge auf dem bisherigen Konto durch und informieren Lastschriftempfänger und andere Zahlungspartner.

Seit dem 18. September 2016 müssen die Banken den Kunden ohnehin beim Wechsel helfen (Zahlungskontengesetz). Sie übertragen die Transaktionsdaten der letzten 13 Monate an die neue Bank. Diese richtet dann alle Daueraufträge ein und informiert die Zahlungspartner bei Lastschriften und Überweisungen über die neuen Kontodetails. Halten die Banken sich nicht an Fristen oder machen sie bei der Übertragung der Daten Fehler, haften sie für verspätete Zahlungen.

Falls noch Geld auf dem altem Konto liegt, darf die vorherige Bank nichts für die Überweisung auf das neue Konto verlangen. Das entschied das Thüringer Oberlandesgericht (Urteil vom 8. Januar 2015, Az. 1 U 541/14).

Egal ob freiwilliger Umzugsservice oder gesetzlich vorgeschriebene Wechselhilfe: Das Weitergeben der Informationen funktioniert nicht immer ganz ohne Probleme. Für einen möglichst problemlosen Wechsel empfehlen wir deshalb, das neue Konto einige Wochen parallel zum alten zu führen. Insbesondere wenn Sie die gesetzliche Kontowechsel-Hilfe nutzen, sollten Sie darauf achten, dass die bisherige Bank auch noch Lastschriften abbucht und Überweisungen annimmt, nachdem Sie das neue Konto eingerichtet haben. So sind Sie auf der sicheren Seite, falls die Banken beim Wechsel nicht alle Informationen vollständig ausgetauscht haben. Das Datum, ab dem Ihre alte Bank keine Kontobewegungen mehr vornehmen soll, können Sie im Formular für die Kontowechsel-Hilfe festlegen.

Wie kündige ich mein Girokonto?

Falls Sie die Wechselhilfe der Banken nutzen, kündigt die neue Bank Ihr Girokonto auf Wunsch beim Wechseln. Sie können das aber auch selbst machen. Ein Schreiben an die Bank mit Angabe der IBAN reicht aus. Eine Kündigungsfrist ist dabei rechtlich nicht vorgesehen, die Banken legen jedoch meist eine Frist in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen fest. Kündigen können Sie kostenlos.

Auch die Bank kann ein Girokonto kündigen. Sie muss Ihnen dabei mindestens zwei Monate Zeit geben, um ein neues Konto zu finden. Die Bank muss keine Gründe für die Kündigung nennen. Ausnahmen gelten beim Basiskonto, das können Banken nur aus bestimmten Gründen kündigen.

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Was ist beim Girokonto noch zu beachten?

Beim Girokonto und Ihren Bankgeschäften sind noch weitere Punkte wichtig.

Wo Sie Geld abheben können

Die Sparkassen und Volksbanken besitzen ein großes Automatennetzwerk. Kunden können also vielerorts in den Filialen kostenlos mit der Girocard Geld abheben. Die Privatbanken lösen diese Frage über die Automatennetzwerke Cash Group und Cashpool.

Bei Banken ohne Automatennetzwerk greifen Kunden am besten zur Kreditkarte. Mastercard und Visa machen keine Angaben dazu, an wie vielen Automaten ihre Karten akzeptiert werden. Bei den meisten Automaten dürfte es keine Probleme geben.

Aber Achtung: Manche Sparkassen und Volksbanken sperren die Kreditkarten ausgewählter Banken aus, an deren Automaten erhalten die Kunden dann kein Geld. Sollten Sie in einer ländlichen Gegend leben, in der vor allem die Regionalbanken die Geldautomaten stellen, informieren Sie sich dazu, bevor Sie die Bank wechseln.

Geldautomaten-Verbünde

AnbieterGeldautomatenMitglieder
Sparkassen-Netzetwa 25.700Sparkassen
Bankcard-Servicenetzetwa 18.300Volksbanken, Raiffeisenbanken, Sparda-Banken
Cash Groupetwa 9.000 (+ Kassen von 1.300 Tankstellen)Unicredit Bank, Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Tochterunternehmen der genannten Banken
Cashpooletwa 3.200Bankhaus Hafner, Bank Schilling, Bank für Sozialwirtschaft, Bankhaus Bauer, Bankhaus C. L. Seeliger, Bankhaus Mayer, Bankhaus Gebr. Martin, Bankhaus J. Faisst, Privatbank Sperrer, Bankhaus Max Flessa, BBBank, Donner & Reuschel, Degussa Bank, Fürstlich Castell'sche Bank, Gabler-Saliter Bank, Berenberg, Merkur Bank, National-Bank, Pax-Bank, Santander, Sparda-Banken, Steyler Ethik Bank, Südwestbank, Targobank, Wüstenrot Bank

Quelle: Websites der Anbieter (Stand: September 2018)

Was Sie tun können, wenn etwas schiefgeht

Beim Girokonto geht nicht immer alles glatt. Jemand bucht zu viel Geld ab oder Sie überweisen an den falschen Empfänger. Bei Lastschriften haben Sie es einfach. Sie können das Geld direkt über das Online-Banking zurückbuchen.

Beim Überweisen sieht es dagegen schlecht für Sie aus. Falls Sie zu viel Geld überweisen oder das Geld durch einen Zahlendreher an einen Fremden geht, sind Sie auf die Hilfe Ihrer Bank angewiesen. Es gibt allerdings keine Garantie, dass Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Probleme kann es auch geben, falls Sie mit Ihrer Girocard bezahlen und der Händler auf das Elektronische Lastschriftverfahren setzt und Sie den Einkauf mit einer Unterschrift statt dem Eingeben der PIN bestätigen. Denn dann wird nicht geprüft, ob überhaupt genug Guthaben auf Ihrem Konto liegt. Ist dies nicht der Fall, wird Ihre Bank später das Abbuchen stoppen, Sie bekommen es unter Umständen mit einem Inkasso-Unternehmen zu tun.

Wie Sie Ihren Computer sichern

Wer seine Bankgeschäfte online erledigt, sollte unbedingt einige Punkte zur Sicherheit beachten. Das gilt nicht nur für das gewählte TAN-Verfahren, sondern auch für den Computer. Wie Sie sich bei Bankgeschäften im Internet vor Hackern schützen, lesen Sie in unserem Ratgeber Sicheres Online-Banking.

Wo Sie Ihr Geld parken

Einige wenige Anbieter werben noch mit einer Verzinsung des Girokontos. Das sollte jedoch kein Aspekt bei der Kontosuche sein. Denn der Zins liegt deutlich unter der Verzinsung, die Sie bei Tagesgeld-Angeboten mit der gleichen Flexibilität erhalten. Wir empfehlen daher, nur so viel Geld auf dem Bankkonto zu lassen, wie Sie für den regelmäßigen Zahlungsverkehr benötigen, und Reserven auf einem Tagesgeldkonto anzulegen. Dabei sollten Sie auf ein gut verzinstes Tagesgeldkonto bei einer sicheren Bank setzen. Falls Ihr Konto-Anbieter kein gutes Tagesgeld im Programm hat, vergleichen Sie am besten über unseren Rechner die Zinsen der Tagesgeldkonten, die den Finanztip-Stabilitätskriterien entsprechen.

Wer Zugriff auf Ihr Konto haben soll

Außer Ihnen hat niemand Zugriff auf Ihr Girokonto. Das können Sie mit einer Kontovollmacht ändern. Dann kann der Bevollmächtigte für Sie Geld abheben oder überweisen. Eine solche Vollmacht gilt auf Wunsch auch über den Tod hinaus. Der Bevollmächtigte muss dann nicht auf einen Erbschein warten, um über das Guthaben auf dem Konto zu verfügen.

Welches internationale Bezahlsystem Ihre Bank nutzt

Die Bankkarten in Deutschland funktionieren in den meisten Fällen über das nationale Bezahlsystem Girocard, umgangssprachlich immer noch als EC-Karte bekannt – die meisten Händler nehmen entsprechende Karten an. Außerdem können Sie so an den meisten Automaten Geld abheben; die Kosten dafür bestimmt der Geldautomaten-Betreiber.

Zusätzlich arbeiten viele Banken mit Mastercard und Visa zusammen, die Girocards haben dadurch internationale Zahlfunktionen über Maestro und V-Pay. Innerhalb Europas akzeptieren sowohl Bankautomaten als auch Händler beide Bezahlsysteme. Weltweit ist hingegen nur Maestro verbreitet. V-Pay-Karten werden zwar inzwischen auch außerhalb Europas angenommen, das hängt jedoch von Ihrer Bank sowie den Händlern und Geldautomaten ab. Falls Sie zum Girokonto eine gute Kreditkarte erhalten, hebt sich dieser Nachteil wieder auf.

Aufgrund der europäischen Verordnung zu Interbanken-Entgelten können Sie an der Kasse entscheiden, ob Sie mit der Girocard-Funktion der Karte bezahlen wollen oder mit V-Pay beziehungsweise Maestro. Die Wahl ist allerdings nur für die Händler wichtig: Denn sie entrichten je nach System unterschiedliche Gebühren für das Bezahlen. Die Händler werden also in der Regel den für sie günstigsten Weg auswählen.

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Empfehlungen aus dem Ratgeber

  • Gute Girokonten:
  • Comdirect (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • Norisbank (Maestro-Bankkarte und Mastercard, keine Jahresgebühr)
  • DKB (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • Santander (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • ING-Diba (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)
  • Consorsbank (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.