Kostenloses Girokonto

So findest Du das günstigste Girokonto

Josefine Lietzau 23. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die monatliche Grundgebühr fürs Konto kannst Du Dir recht einfach sparen. Passe allerdings auch auf weitere Gebühren auf.
  • Kostenloses Geldabheben in Europa sollte bei einem guten Konto möglich sein.
  • Das Girokonto zu wechseln, ist viel einfacher geworden. Dabei helfen unsere Tipps und der digitale Umzugsservice.
So gehst Du vor
  • Besonders günstige Girokonten findest Du mit unserem Kontorechner. Wir berechnen Dir anhand eines Beispielkunden, was ein Konto kostet.

Zum Girokontorechner

Ohne ein Girokonto läuft in Deutschland so gut wie nichts. Der Arbeitgeber überweist das Gehalt auf das Girokonto, wichtige Zahlungen wie die Miete oder Versicherungsbeiträge gehen davon ab. Kein Wunder also, dass viele Menschen nach einem kostenlosen Girokonto suchen.

Mit unserem Rechner das günstigste Girokonto finden

Es wird aber zunehmend schwieriger, kostenlose Girokonten zu finden. Denn die Banken reagieren auf die Niedrigzinsphase, indem sie Kontoführungsgebühren einführen oder erhöhen. Auch für andere Leistungen steigen die Preise, zum Beispiel für die Girocard (früher: EC-Karte), Überweisungen auf Papier oder gar für jede Kontobewegung.

Doch es gibt weiterhin Banken, die kostenlose Girokonten anbieten. Bei diesen Angeboten gibt es keine monatliche Kontoführungsgebühr, für einzelne Leistungen verlangen die Banken trotzdem Gebühren. Bei guten Anbietern kostenloser Konten allerdings sind diese Zusatzgebühren gering. Ein passendes Girokonto findest Du über den Finanztip-Girokontorechner:

Dein monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchst Du eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

Wo möchtest Du Geld abheben?
Brauchst Du eine Filiale?

Der Finanztip-Girokontorechner basiert auf Daten von Banken, die der Dienstleister Financeads GmbH Co KG, Nürnberg (Datenschutzhinweise), zur Verfügung stellt. Diese haben wir mit unseren Parametern so gefiltert, dass nur bundesweit verfügbare Banken angezeigt werden, die ein verbraucherfreundliches Girokonto nach den Finanztip-Kriterien anbieten. Die Auswahl der Banken mit Girokonten erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Die teilnehmenden Banken findest Du am Ende dieses Artikels. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir keine Haftung.

Finanztip weist im Rechner nicht nur die Kontoführungsgebühren aus. Anhand eines Beispielkunden berechnen wir die Gesamtkosten. Zudem zeigen wir Dir an, wo Du kostenlos Geld abheben kannst oder aber, ob das Konto teurer wird, falls der Geldeingang zu niedrig ist.


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Warum ist ein Online-Konto oft günstiger?

Es gibt Banken, die kostenlose Girokonten mit einem relativ niedrigen Dispozinssatz anbieten. Die besten dieser Angebote stammen meist von Direktbanken, die die Kontoführung vollständig über das Internet abwickeln und keine Filialen unterhalten müssen. Beratung gibt es bei diesen Banken nur telefonisch.

Bei vielen Angeboten erhältst Du zum Konto eine kostenlose Kreditkarte, die Du jedoch nicht nutzen musst. Du hast damit aber oft den Vorteil, auch im Ausland kostengünstig bezahlen und Geld abheben zu können.

Mit der Kreditkarte kannst Du auch dann in Deutschland kostenlos abheben, wenn Deine Bank weder dem Automaten-Netzwerk Cashpool noch der Cash Group angeschlossen oder eine Sparkasse oder Volksbank ist. Mit der Kreditkarte hast Du Zugang zu allen Automaten anstatt nur zu dem Automaten-Netzwerk, zu dem Deine Bank gehört. Das spart nicht nur Gebühren, sondern macht Dich zudem flexibel beim Geldabheben.

Geldautomaten-Verbünde

Aber Achtung: Manche Sparkassen und Volksbanken sperren die Kreditkarten ausgewählter Banken aus - an deren Automaten bekommen die Kunden dann kein Geld. Solltest Du in einer ländlichen Gegend leben, in der vor allem die Regionalbanken die Geldautomaten stellen, informiere Dich dazu, bevor Du die Bank wechselst.

Die Girokonten der Filialbanken sind insgesamt meist teurer als die Angebote bei Direktbanken. Im August 2016 haben wir günstige Online-Konten mit Filialkonten verglichen. Unser Musterkunde gab für das Girokonto bei der Filialbank bis zu 200 Euro mehr aus als bei Direktbanken. Wenn Du nicht auf die Bankfiliale und deren Service verzichten willst, kannst Du sparen, indem Du das Kontomodell wechselst oder Online-Banking betreibst.

In der Regel bieten Regionalbanken unterschiedliche Kontomodelle an, darunter ein Konto, bei dem die Monatsgebühr zwar niedrig ist, dafür aber fast alle Buchungen etwas kosten. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Lastschrift, eine Kartenzahlung oder einen Geldeingang handelt. Solche Konten sind nur geeignet, wenn Du ihr Konto kaum nutzt.

Typische Kosten von Sparkassen und Volksbanken pro Jahr1

Bank
Kontonamen

Kontomodell mit

Einzelgebühren

pauschales

Kontomodell

Online-

Nutzung

Saalesparkasse
Basiskonto / Kompaktkonto / Onlinekonto
141 €123 €44 €
Haspa
Girokonto klassisch / Haspajoker Smart / Haspajoker Smart
175 €116 €116 €
Ostseesparkasse
Giro individuell / Giro inklusiv / Giro online
188 €117 €53 €
Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold
Konto Individuell / Konto Pauschal / Konto Online
239 €159 €108 €
Leipziger Volksbank
Privatkonto / Premiumkonto / Direktkonto
131 €182 €47 €

1 auf glatte Euro gerundet, auf Grundlage von Preisaushängen
Quelle: Finanztip-Berechnung, Preis- und Leistungsverzeichnisse sowie Websites der Anbieter (Stand: Juli/August 2016)

Welche Girokonten bieten gute Leistungen?

Ob ein Girokonto für Dich passt, hängt von vielen Punkten ab. Deshalb bietet Finanztip Dir einen Girokontorechner, durch den Du einen guten Überblick bekommst. So machen sich die Konten von DKB und Comdirect beispielsweise gut, falls Du weltweit kostenlos abheben willst. Bist Du meist in der Eurozone unterwegs, eignet sich ein Konto der genannten Banken ebenfalls. Aber auch die Consorsbank und die Norisbank bietet in diesem Fall solide Konten an.

Comdirect

Comdirect-Kunden erhalten eine Visa-Kreditkarte und eine V-Pay-Girocard. Der größte Unterschied zwischen dem Girokonto der Comdirect und den anderen von uns empfohlenen Konten ist, dass Du als Comdirect-Kunde in Deutschland nur an den gut 9.000 Automaten der Cash Group und nicht an so gut wie allen rund 56.000 Automaten kostenlos abheben kannst. Der Dispozins liegt bei 6,5 Prozent nominal pro Jahr.

Beim Bezahlen mit der Girocard oder der Kreditkarte außerhalb Deutschlands fallen Fremdwährungsgebühren an. Die Bank verlangt innerhalb des Europäischen Wirtschaftraums einen Aufschlag in Höhe von 0,35 Prozent auf den Wechselkurs, wenn Du in einer Nicht-Euro-Währung bezahlst – in Dänemark also oder in Polen.

Im Ausland kannst Du gebührenfrei Geld abheben, musst dabei jedoch zwischen Girocard und Kreditkarte wechseln. Es gilt dabei folgende Regel: In Ländern mit Euro als Währung ist Abheben mit der Girocard gebührenfrei, außerhalb der Eurozone mit der Kreditkarte.

Bei der Comdirect gilt beim Abheben mit der Girocard eine 50-Euro-Mindestabhebesumme. Du kannst nur dann weniger Geld abheben, wenn Du weniger als 50 Euro auf dem Konto hast. Zudem können Kunden mit einem Juniorgirokonto geringere Summen abheben.

Sie können auf ihr Comdirect-Girokonto Bargeld einzahlen und zwar über die Geldautomaten der Commerzbank. Das ist dreimal im Jahr kostenlos, danach fallen 2,90 Euro je Einzahlung an.

Als kostenloses TAN-Verfahren bietet die Bank das photoTAN-Verfahren an. Falls Du über mTAN Deine Bankgeschäfte erledigen willst, musst Du für jede SMS 0,09 Cent zahlen.

Wichtig: Die Commerzbank übernimmt die Comdirect. Noch ist unklar, welche Auswirkung dies auf die Gebühren haben wird.

Comdirect Girokonto
kostenlose Visa-Karte und Girocard
  • keine Jahresgebühr
  • gebührenfrei Bargeld abheben im In- und Ausland
  • Geld einzahlen über die Commerzbank
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent

Deutsche Kreditbank (DKB)

Beim kostenlosen Girokonto der DKB erhältst Du als Kunde eine V-Pay-Girocard zusammen mit einer Visa-Kreditkarte. Die DKB verlangt Dispozinsen in Höhe von nominal 6,65 Prozent im Jahr.

Wir empfehlen, stets auf die Visa-Karte zurückzugreifen und die Girocard nur zu benutzen, sofern Kreditkarten nicht akzeptiert werden. Da die DKB keinem Automatenverbund angehört, ist das Abheben mit der Girocard an fast allen Automaten kostenpflichtig. Die Bank betreibt sehr wenige eigene Automaten in ihren Niederlassungen.

Mit der Visa-Karte hingegen kostet Geldabheben am Automaten weltweit nichts extra – es sei denn, die Automatenbetreiber verlangen eine Gebühr. Kunden können nur Beträge ab 50 Euro mit der Kreditkarte abheben. Es fällt keine Gebühr bei Zahlungen in einer fremden Währung an.

Verbraucher können das Bankkonto ein Jahr lang kostenfrei testen. Danach teilt die Bank die Kunden auf: Gehen imDurchschnitt mindestens 700 Euro im Monat auf das Girokonto ein, bleiben die Konditionen bestehen. Ist es weniger Geld, verschlechtern sich die Konditionen etwas. So verlangt die Bank dann einen etwas höheren Dispozins, und beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone fällt eine Fremdwährungsgebühr an.

Beim Online-Banking setzt die DKB auf chipTAN, bei dem die PIN über einen Generator erzeugt wird. Die zweite Möglichkeit ist, die TAN über eine App auf dem Smartphone zu erzeugen. Beide Verfahren sind kostenlos.

Du kannst bei der DKB Bargeld über einige Einzelhändler wie Rewe, Penny, DM und Real einzahlen. Dazu brauchst Du ein Smartphone und die DKB-App. Du zahlst dafür 1,5 Prozent der eingezahlten Summe.

DKB Cash
kostenlose Visa-Karte und Girocard
  • keine Jahresgebühr
  • gebührenfrei Bargeld abheben im In- und Ausland
  • keine Gebühr für Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • Dispozins von 6,74 Prozent pro Jahr
  • Konditionen gelten nur bei 700 Euro Geldeingang

Consorsbank

Zum kostenlosen Girokonto der Consorsbank gehört eine Girocard und eine Visa-Kreditkarte. Du kannst mit der Visa-Karte in Deutschland und der Eurozone kostenlos Geld abheben und bezahlen. Bei anderen Währungen als dem Euro fällt eine Gebühr von 1,75 Prozent an.

Es handelt sich bei der Visa-Karte um eine Debit-Karte, das Geld wird zeitnah vom Konto abgebucht. Es kann bei Hotel- und Mietwagenbuchungen zu Problemen kommen, da Debit-Karten nicht immer akzeptiert werden.

Du kannst bei den TAN-Verfahren zwischen mTAN und dem Erstellen der TAN über einen Generator wählen. Der Dispozinssatz beträgt 7,75 Prozent.

Bargeld kannst Du über die Filialen der Reisebank einzahlen, das klappt bei Beträgen zwischen 1.000 und 25.000 Euro. Je angefangene 5.000 Euro musst Du dafür 7,50 Euro zahlen.

Consorsbank
kostenlose Visa-Karte und Girocard
  • keine Jahresgebühr
  • Gebühr von 1,75 Prozent beim Bezahlen und Abheben außerhalb der Eurozone
  • Kreditkarte ist eine Debit-Karte
Nur beim Anbieter abschließbar

Norisbank

Zum kostenlosen Girokonto der Norisbank erhältst Du sowohl eine Maestro-Girocard als auch eine Kreditkarte von Mastercard. Wie bei der Comdirect musst Du zwischen Girocard in Deutschland (Cash Group) und Kreditkarte im Ausland wechseln. Allerdings zahlst Du im Gegensatz zur Comdirect beim Bezahlen und Abheben in fremder Währung immer ein Währungsumrechnungsentgelt von 0,5 Prozent. Beim Bezahlen in einer anderen Währung als Euro fallen bei beiden Karten zusätzlich weitere Gebühren an: Bei der Girocard 1 Prozent, bei der Kreditkarte 1,75 Prozent der bezahlten Summe. Mit 10,85 Prozent ist der Dispozins relativ hoch.

Besonderheit bei diesem Online-Konto: Du kannst Deine Kontoauszüge an den Terminals der Deutschen Bank kostenlos ausdrucken, falls nötig. Zudem kannst Du an Geldautomaten der Deutschen Bank unbegrenzt häufig kostenfrei Geld einzahlen

Wie die Comdirect setzt auch die Norisbank auf das photoTan-Verfahren für die Bankgeschäfte. Beim mTAN-Verfahren zahlst Du 0,09 Cent pro SMS.

Norisbank Top Girokonto
kostenlose Mastercard und Girocard
  • keine Jahresgebühr
  • Geld einzahlen über die Deutsche Bank
  • Dispozins von 10,85 Prozent
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent

Andere Optionen beim Girokonto 

Wer mit unserem Girokontorechner nicht fündig wird, kann das passende Girokonto auch auf andere Weise finden:

Regionale Anbieter beachten - Der Finanztip-Girokontorechner zeigt bundesweit verfügbare Girokonten an. Es kann jedoch sein, dass in Deinem Umkreis eine regionale Bank ähnlich günstige Konditionen bietet.

Basiskonto - Wer kein normales Girokonto bekommt, hat Anrecht auf ein Basiskonto. Diese Art von Konto muss mit den grundlegenden Funktionen eines Girokontos ausgestattet sein – Lastschriften einrichten, Geld überweisen, mit Karte zahlen sowie Geld einzahlen und abheben. Die Banken können den Kunden zudem einen Dispo gewähren.

Neue Anbieter - Falls Du Dich für die Entwicklungen in der Finanzwelt interessierst und bereit bist, diese bei Deinen alltäglichen Geldgeschäften auszuprobieren, sind auch neue Unternehmen in der Finanzbranche (Fintechs) eine Option für das Girokonto.

Fintechs wie N26 oder Revolut, haben das Girokonto komplett auf das Smartphone gebracht und bieten dadurch neue Funktionen an. Die Gebühren solcher Angebote liegen zwischen denen der Filialbanken und Direktbanken, insbesondere das Geldabheben kann teuer werden. Einen detaillierten Vergleich findest Du in unserem Ratgeber Smartphone-Konten.

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Auf welche Kosten musst Du achten?

Viele Banken bewerben ihr Girokonto als kostenlos. Doch tatsächlich können um die Kontoführungsgebühr herum jede Menge Kosten anfallen – zum Beispiel für die Kreditkarte, bei Auslandsüberweisungen oder bei Zahlungen in Fremdwährung. Die Kosten entstehen vor allem an diesen Punkten:

Jahresgebühr - Das ist die Grundgebühr, die Du für das Girokonto bezahlst. Einige Banken verzichten komplett auf diese sogenannte Kontoführungsgebühr. Oft bewerben sie ihr Konto dann als kostenlos, obwohl an anderer Stelle Gebühren anfallen. Achte deshalb auf alle Kosten. Andere Banken senken die Kontoführungsgebühren, falls regelmäßig Geld auf dem Girokonto eingeht. Manche Banken sind dabei mit einem beliebigen Geldeingang zufrieden, andere fordern konkret einen Gehaltseingang.

Kosten für eine Kreditkarte - Viele Banken bieten zusätzlich eine Kreditkarte an, durch die Kosten entstehen können. Dabei handhaben die Banken die Jahresgebühr für die Karten ähnlich wie die Kontoführungsgebühr. Einige verzichten komplett darauf, andere senken sie, falls die Kunden regelmäßig mit der Karte bezahlen.

Kosten für eine Girocard (früher: EC-Karte) - Einige Banken verlangen Jahresgebühren für die Girocard. Das ist insbesondere bei Filialbanken der Fall.

Gebühren für eine Zweit-/Partnerkarte - Banken können Gebühren erheben, falls Du eine Zweitkarte für Deinen Lebenspartner oder ein anderes Familienmitglied beantragst. Das gilt für Girocards und für Kreditkarten.

Kosten für Überweisungen - Wenn Du Geld überweist, können Kosten entstehen, vor allem, falls es sich um Überweisungen auf Papier handelt. Auch bei der neuen Sofortüberweisung, bei der das Geld in Sekundenschnelle auf dem anderen Konto ankommt, fallen teilweise Gebühren an. Zudem musst Du für Überweisungen in fremde Währungen in der Regel Gebühren zahlen.

Kosten für fremde Währungen - Auch beim Bezahlen oder Abheben in anderer Währung als dem Euro können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du die Girocard oder die Kreditkarte nutzt. Einige Banken bepreisen nur das Bezahlen in einer fremden Währung. Andere verlangen sowohl für das Abheben als auch für das Bezahlen eine Gebühr. Zusätzlich rechnen einige Geldinstitute bei der Umrechnung der Summe einen Aufschlag auf den Wechselkurs mit ein.

Neben der Bank, bei der Du Dein Girokonto hast, können auch die Betreiber von Geldautomaten Gebühren für das Abheben verlangen. Die Banken erstatten diese in der Regel nicht.

Kosten beim Bezahlen - Auch beim Bezahlen oder Abheben in fremder Währung können Kosten entstehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du die Girocard oder die Kreditkarte nutzt.

Sollzinsen - Diese fallen an, falls Du Dein Konto überziehst. Dispozinsen berechnet die Bank, wenn Du Dein Konto innerhalb des von der Bank gewährten Rahmens überziehst. Wenn Du darüber hinaus ins Minus rutschst, werden Überziehungszinsen fällig, die bei einigen Banken deutlich höher sind. Die Dispozinsen unterscheiden sich von Bank zu Bank deutlich. So beträgt der Zins durchschnittlich 9,78 Prozent, kann aber auch bei rund 14 Prozent liegen („Finanztest“, Ausgabe 8/2017). Wir haben 15 Banken mit niedrigen Dispozinssätzen aufgelistet.

Eigentlich sollten Verbraucher den Dispo möglichst selten nutzen. Doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Wer öfter ins Minus rutscht, sollte bei der Kontowahl deshalb auch auf den Dispozins achten. Achtung: Die Bank kann den Dispo kürzen oder gar kündigen. In solchen Fällen musst Du Deine Disposchulden direkt begleichen.

Falls Du ein neues Bankkonto eröffnen willst, solltest Du nicht nur auf diese Kosten schauen, sondern auch die Preis- und Leistungsverzeichnisse der Banken lesen. Denn manche Banken verlangen Gebühren, mit denen Du vielleicht nicht rechnest. Zum Beispiel für den Versand der mTAN beim Online-Banking oder bei jeder Kontobewegung.

Durch diese unterschiedlichen Kosten ist es schwierig, Girokonten miteinander zu vergleichen. Mit dem Finanztip-Girokontorechner vereinfachen wir das: Wir vergleichen die Konten anhand ihrer beispielhaften Gesamtkosten, nicht nur anhand der Kontoführungsgebühren.

Wie eröffnest Du ein Girokonto?

Ein Girokonto kannst Du ganz einfach eröffnen. Du kannst sogar mehrere Girokonten führen, aber in der Regel wird Dir jede Bank nur ein Konto gewähren.

  1. Deine persönlichen Daten gibst Du entweder auf der Website der Bank ein oder gehen die Unterlagen mit einem Mitarbeiter in der Filiale durch. In der Filiale kannst Du dann auch Schritt 2 und 3 direkt erledigen.
  2. Die ausgefüllten Unterlagen schickst Du an die Bank. Entweder komplett digital oder ausgedruckt und unterschrieben per Post.
  3. Deine Identität weist Du entweder in einer Postfiliale oder über eine Videoverbindung zur Bank nach.
  4. Die Zugangsdaten und Karten erhältst Du in unterschiedlichen Briefen, damit Dein Konto von Anfang an vor Kriminellen geschützt ist und niemand alle Unterlagen abfangen kann. Das Ganze kann einige Wochen dauern.

Es kann jedoch passieren, dass die Bank Dir kein Girokonto eröffnet. Denn auch beim Girokonto spielt Deine Bonität eine Rolle, insbesondere wenn zum Konto eine Kreditkarte oder ein Dispo gehört. Die Banken fragen deshalb Deine Einträge bei der Schufa ab. Falls Dir die Bank das Girokonto verweigert, solltest Du Deinen Schufa-Eintrag kontrollieren. Vielleicht hat sich ein Fehler eingeschlichen. Nur bei einem Basiskonto kann die Bank Dich nicht einfach abweisen.

Auch Kinder und Jugendliche können ein Girokonto eröffnen. Allerdings müssen bei Minderjährigen beide Erziehungsberechtigte zustimmen und sowohl die Eltern als auch das Kind müssen ihre Identität nachweisen.

Wie wechselst Du Dein Girokonto?

Viele Bankkunden scheuen den Girokontowechsel, obwohl er in jüngster Zeit einfacher geworden ist. Etliche Geldinstitute bieten freiwillig einen kostenlosen, digitalen Umzugsservice an. Der Wechsel soll damit in wenigen Minuten erledigt sein. Die Banken arbeiten bei diesem Wechselservice meist mit sogenannten Fintech-Unternehmen zusammen, also neuen Finanzdienstleistern. Du loggst Dich mit den Daten der bisherigen Bank beim Wechselservice ein, dann werden Deine Daten zu Daueraufträgen und Zahlungspartnern ausgelesen. Anschließend werden diese Daten auf das neue Konto übertragen und Lastschriftempfänger und andere Zahlungspartner informiert.

Seit dem 18. September 2016 gibt es außerdem eine gesetzliche Kontowechselhilfe, die Banken ihren Kunden verpflichtend anbieten müssen. Im Gegensatz zu dem digitalen Kontowechselservice funktioniert diese Hilfe über ein langes Formular, in dem Du zum Beispiel festlegst, wann das vorherige Konto geschlossen wird und welche Daten übertragen werden sollen. Die Banken melden dann die Transaktionsdaten der letzten 13 Monate an die neue Bank. Diese richtet alle Daueraufträge ein und informiert die Zahlungspartner bei Lastschriften und Überweisungen über die neuen Kontodetails. Halten die Banken sich nicht an Fristen oder machen sie bei der Übertragung der Daten Fehler, haften sie für verspätete Zahlungen – diese Haftung gibt es beim Wechselservice nicht.

Mit dem Kontowechselservice kannst Du regelmäßige Überweisungen ganz einfach aufs neue Konto übertragen. Falls Du Deine Kreditkartendaten bei einem Onlineshop oder einem anderen Dienst hinterlegt hast, musst Du die neuen Daten dort allerdings selbst eingeben.

Josefine Lietzau

Übrigens: Falls noch Geld auf dem alten Konto liegt, darf die vorherige Bank nichts für die Überweisung auf das neue Konto verlangen. Das entschied das Thüringer Oberlandesgericht (Urteil vom 8. Januar 2015, Az. 1 U 541/14).

Egal, ob freiwilliger Umzugsservice oder gesetzlich vorgeschriebene Wechselhilfe: Das Weitergeben der Informationen funktioniert nicht immer ganz ohne Probleme. Für einen möglichst problemlosen Wechsel empfehlen wir deshalb, das neue Konto einige Wochen parallel zum alten zu führen.

Insbesondere wenn Du die gesetzliche Kontowechsel-Hilfe nutzt, solltest Du darauf achten, dass die bisherige Bank auch noch Lastschriften abbucht und Überweisungen annimmt, nachdem Du das neue Konto eingerichtet hast. Denn in manchen der Formulare ist ein sehr frühes Datum für das Schließen des bisherigen Kontos voreingetragen. In solchen Fällen solltest Du ein anderes Datum eintragen und Deine bisherige Bank darauf hinweisen, dass das Konto erst später geschlossen werden soll. So bist Du auf der sicheren Seite, falls die Banken beim Wechsel nicht alle Informationen vollständig ausgetauscht haben. Auch das Datum, ab dem Deine alte Bank keine Kontobewegungen mehr vornehmen soll, kannst Du im Formular für die Kontowechsel-Hilfe festlegen.

Hier kannst Du Dir unsere Checkliste für den Girokontowechsel herunterladen:

Wie kündigst Du Dein Girokonto?

Falls Du die Wechselhilfe der Banken nutzt, kündigt die neue Bank Dein Girokonto auf Wunsch beim Wechseln. Du kannst das aber auch selbst machen. Ein Schreiben an die Bank mit Angabe der IBAN reicht aus. Eine Kündigungsfrist ist dabei rechtlich nicht vorgesehen, die Banken legen jedoch meist eine Frist in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen fest. Kündigen kannst Du kostenlos.

Auch die Bank kann ein Girokonto kündigen. Sie muss Dir dabei mindestens zwei Monate Zeit geben, um ein neues Konto zu finden. Die Bank muss keine Gründe für die Kündigung nennen. Ausnahmen gelten beim Basiskonto, das können Banken nur aus bestimmten Gründen kündigen.

Was ist beim Girokonto noch zu beachten?

Beim Girokonto und Deinen Bankgeschäften sind noch weitere Punkte wichtig.

Zugriff auf das Konto

Außer Dir hat niemand Zugriff auf Dein Girokonto. Das kannst Du mit einer Kontovollmacht ändern. Dann kann der Bevollmächtigte für Dich Geld abheben oder überweisen. Eine solche Vollmacht gilt auf Wunsch auch über den Tod hinaus. Der Bevollmächtigte muss dann nicht auf einen Erbschein warten, um über das Guthaben auf dem Konto zu verfügen.

Besonderheiten bei der Girocard

Mit Deiner Girocard kannst Du sowohl in Deutschland als auch im Ausland Geld abheben und bezahlen. In Deutschland bestimmen die Automatenbetreiber beim Abheben die Preise, im Ausland Deine Bank. In welchen Ländern die Karten akzeptiert werden, hängt davon ab, ob auf der Karte Maestro oder V-Pay aufgedruckt ist.

Probleme beim Zahlungsverkehr

Falls etwas bei einer Lastschrift schieflief, kannst Du das Geld einfach im Online-Banking zurückbuchen. Hast Du bei einer Überweisung etwas falsch gemacht, kannst Du Deine Bank um Hilfe bitten. Es gibt allerdings keine Garantie, dass Du Dein Geld zurückbekommst. Wie das alles funktioniert, liest Du in unserem Ratgeber zu Zahlungsproblemen.

Computer sichern

Wer seine Bankgeschäfte online erledigt, sollte unbedingt einige Punkte zur Sicherheit beachten. Das gilt nicht nur für das gewählte TAN-Verfahren, sondern auch für den Computer. Wie Du Dich bei Bankgeschäften im Internet vor Hackern schützt, liest Du in unserem Ratgeber Sicheres Online-Banking.

Notgroschen auf Tagesgeldkonto parken

Einige wenige Anbieter werben noch mit einer Verzinsung des Girokontos. Das sollte jedoch kein Aspekt bei der Kontosuche sein. Denn der Zins liegt deutlich unter der Verzinsung, die Du bei Tagesgeld-Angeboten mit der gleichen Flexibilität erhältst. Wir empfehlen daher, nur so viel Geld auf dem Girokonto zu lassen, wie Du für den regelmäßigen Zahlungsverkehr benötigst, und Reserven auf einem Tagesgeldkonto anzulegen.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

Gute Girokonten: Comdirect (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr), Norisbank (Maestro-Bankkarte und Mastercard, keine Jahresgebühr), DKB (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr), Santander (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr), Consorsbank (V-Pay-Bankkarte und Visa-Karte, keine Jahresgebühr)

Ergebnisse früherer Finanztip-Untersuchungen

Autor
Josefine Lietzau

23. Oktober 2020


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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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