Bei einer Rentensteigerung von 2% (statt bisher 1%) bis zum Renteneintritt läge meine gesetzl. Rente dann 5.590€.
Eine jährliche Steierung von 2% ab dem Rentenbeginn hatte ich schon vorher einkalkuliert. Bei der Betriebsrente bin ich von 1% jährlicher Steigerung ab Rentenbeginn ausgegangen.
Das erhöht natürlich die Abgaben für Kranken- und Pflegeversicherung, aber es gibt auch zwei dämpfende Effekte: Der Zuschuss der Rentenversicherung würde sich ebenfalls erhöhen, da proportional zur gesetzl. Rente. Zusätzlich wäre auch wegen der höheren Steuerlast ein größerer Betrag absetzbar. Bei der Steuer sollte ich vllt sowieso "großzügiger" sein, da die 23% der angenommene durschnittliche Steuersatz sind, nicht der Grenzsteuersatz, der eher relevant sein dürfte. Aber auch hier würde das eher der GKV helfen, da bei der PKV nur 80% abgesetzt werden können.
Ich lasse die 23% jetzt aber einfach mal. Mit der höheren gesetzlichen Rente von 5.590€ wären die Werte für 2071 dann 285.000€ (reine Differenz der Zahlung) bzw. 813.000€ (bei Anlage der Ersparnis mit 6% Rendite).
Man muss dabei sagen, dass die jährl. Beitragssteigerung für die PKV den größten Hebel hat. Wenn ich die Steigerung von 5.0% auf 4.5% reduziere, sehen die Werte für 2071 schon deutlich anders aus: 85.000€ und 386.000€.
Als Angestellter würde ich aber nie von weniger als 4.5% ausgehen. Der PKV-Verband nennt selbst Steigerungen von 3,1%, aber da sind auch die Beamten dabei (die mehr als 50% des Kollektivs ausmachen), welche wegen der Beihilfe den Schnitt ordentlich nach unten ziehen. Ein Beamter muss schließlich im Erwerbsleben von 100€ Gesundheits-Mehrkosten nur 40-50€ mehr versichern, ab der Pension sogar nur 30€ (Beihilfe steigt auf 70%). Als Angestellter/Selbstständiger muss man das komplett selbst tragen und es gibt keinen Arbeitgeber mehr, der die Hälfte der Mehrkosten abpuffert.
Mein Fazit
- Kostentechnisch günstiger als die GKV kann die PKV für eine Angestellten-Familie mit 2 Kindern in meinen Augen kaum werden.
- Um wieviel sie teurer wird, hängt stark von den Annahmen ab. Kleine Änderungen potenzieren sich über die lange Betrachtungsdauer von 40-50 Jahren.
- Am besten man rechnet mal einen best-case, einen most-likely case und einen worst-case aus und überlegt sich, ob es einem das "wert" ist. Auch ggü. von Alternativen wie Selbstzahlung bei Bedarf (wg. Einzelzimmer etc würde ich z.B. nie eine PKV abschließen, das zahlt man im Zweifel einfach so).
- Wenn eine Entscheidung so "schwer" fällt, dann sind beide Alternativen meistens auch nicht deutlich unterschiedlich. Bei einem Angstellten mit 2 Kindern ist das in meinen Augen so ein Fall. Ich denke, man macht mit keiner der beiden Entscheidungen ein groben Fehler.