Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Diese Versicherung rettet Dich vor der Pleite

Martin Klotz
Experte für Vorsorge
15. April 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (BU) ist sinnvoll für alle, die von ihrem Arbeitseinkommen leben.
  • Wenn Du aus bestimmten gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst, bekommst du jeden Monat einen festen Betrag.
  • Schließe den Vertrag so früh und gesund wie möglich ab.
So gehst Du vor
  • Lass Dich vor Abschluss einer BU beraten und hole Angebote ein. Wir haben geeignete Versicherungsvermittler ausgesucht und empfehlen Hoesch & Partner, Buforum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung sowie P&F.
  • Beantworte die Gesundheitsfragen unbedingt wahrheitsgemäß und mithilfe Deiner Ärzte und Behandlungsunterlagen.
  • BU-Tarife sind heute deutlich besser als früher. Worauf Du achten solltest, liest Du unten in unserer BU-Checkliste.

Bandscheibenvorfall, Depression, Krebs – eine solche Diagnose kann das berufliche Ende bedeuten. Wer dann ohne Einkommen dasteht, dem droht der finanzielle Ruin. Die staatliche Absicherung durch die Er­werbs­min­de­rungs­ren­te ist knapp bemessen und greift nicht in allen Fällen. Deswegen sollte jeder Berufstätige über eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (BU) nachdenken. Schüler und Studenten können sie auch bereits vor dem Berufseinstieg abschließen.

So gehen BU-Versicherer mit Corona um

Im März 2021 haben wir die größten BU-Versicherer in Deutschland befragt, wie sie bei Anträgen mit Covid-19 Erkrankungen umgehen. Die Ergebnisse

Wie funktioniert die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung?

Die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zahlt eine monatliche Rente, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, voraussichtlich auf Dauer nicht mehr machen kannst (§ 172 Abs. 2 VVG). Das bedeutet, eine Leistung aus der BU-Versicherung ist an den letzten Beruf gekoppelt. Ob Du noch einen anderen Job machen könntest, ist unwichtig.

Ob ein Unfall oder eine Krankheit der Grund für die Berufsunfähigkeit ist, spielt für die Versicherung keine Rolle. Diese zahlt, wenn Du nach deren Einschätzung zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Das bedeutet, Du hast mindestens die Hälfte Deiner Leistungsfähigkeit verloren und kannst für Deinen Beruf wichtige Tätigkeiten nicht mehr ausüben oder nur noch eine geringe Anzahl an Stunden arbeiten.

Um das nachzuweisen, müssen Betroffene zahlreiche Unterlagen bei der Versicherung einreichen, darunter Arztberichte und Beschreibungen ihrer Tätigkeit. Wenn die Berufsunfähigkeit feststeht, zahlt der Versicherer die im Vertrag vereinbarte monatliche Rente an den Versicherten. Das zuvor erzielte Einkommen hat dabei keine Bedeutung.

Für wen ist eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sinnvoll?

Die staatliche Absicherung für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, reicht für den Lebensunterhalt selten aus. Jedem, der in den vergangenen fünf Jahren mindestens 36 Monate in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung eingezahlt hat, steht zwar grundsätzlich eine Er­werbs­min­de­rungs­ren­te zu. Diese lag im Jahr 2019 aber durchschnittlich nur bei 806 Euro pro Monat. Das geht aus Statistiken der Deutschen Ren­ten­ver­si­che­rung hervor.

Wie hoch Deine Er­werbs­min­de­rungs­ren­te nach jetzigem Stand ausfallen würde, siehst Du in Deiner jährlichen Renteninformation.

Eine Er­werbs­min­de­rungs­ren­te bekommt außerdem nur, wer in keinem Beruf länger als drei Stunden arbeiten kann. Ein leitender Angestellter, der noch als Pförtner arbeiten kann, geht also leer aus. Menschen, die noch drei bis sechs Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf arbeiten können, wird nur die halbe Er­werbs­min­de­rungs­ren­te zugesprochen. 2014 wurde etwa die Hälfte der Anträge auf Er­werbs­min­de­rungs­ren­te abgelehnt.

Es ist deshalb notwendig, privat vorzusorgen für den Fall, dass Du nicht mehr arbeiten kannst. Darauf verzichten kannst Du nur dann, wenn Du durch vorhandenes Vermögen oder durch Deine Familie bereits ausreichend versorgt bist, also auf Dein Arbeitseinkommen nicht angewiesen bist. Die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung bietet die umfassendste Möglichkeit zur Absicherung Deiner Arbeitskraft, ist in vielen Fällen aber auch sehr teuer. Die Kernfrage ist deshalb weniger, ob eine BU-Versicherung sinnvoll ist, sondern eher, ob Du Dir den BU-Schutz leisten kannst und willst.

Besonders notwendig und sinnvoll ist eine private Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung für

  • alle Erwerbstätigen, die nicht auf ihr Arbeitseinkommen verzichten können,
  • Selbstständige, da sie oft nicht gesetzlich rentenversichert sind (obwohl in einigen Fällen eine Er­werbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung sinnvoller sein kann), und
  • Berufsanfänger, weil sich junge Menschen mit guter Gesundheit noch recht günstig versichern können.

Beamte können eine Dienst­un­fäh­ig­keits­ver­si­che­rung abschließen

Eher optional ist eine BU hingegen für Beamte mit langjähriger Dienstzeit. Sie erhalten ein Ruhegehalt, das deutlich über dem Niveau der Er­werbs­min­de­rungs­ren­te liegt. Falls ihre Lebenshaltungskosten höher sind als ihr Anspruch auf Ruhegehalt, können Beamte zusätzlich eine Dienst­un­fäh­ig­keits­ver­si­che­rung abschließen. Berufsanfänger mit weniger als fünf Jahren Dienstzeit haben noch keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt und sind daher am ehesten gefährdet.

Wer einen Haushalt führt, bekommt schwer BU-Schutz

Den Abschluss einer BU-Versicherung ebenfalls genau überlegen sollten sich Hausfrauen und -männer. Zwar können Kosten für ein Kindermädchen oder eine Haushaltshilfe entstehen, wenn sie ausfallen. Allerdings sind gute BU-Verträge für Hausfrauen nur schwer zu bekommen, oft teuer und meist nur mit einer sehr niedrigen Rentenhöhe abschließbar. Wer hingegen schon einen BU-Vertrag hat und womöglich irgendwann wieder arbeiten geht, sollte die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung möglichst behalten.

Geld sparen ist nur selten eine Alternative

Den Beitrag für eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu sparen und stattdessen regelmäßig Geld für schlechte Zeiten zur Seite zu legen, erscheint zunächst verlockend. Wirst Du nur für kurze Zeit oder erst gegen Ende Deines Arbeitslebens berufsunfähig, mag das auch funktionieren. Allerdings zahlst Du auch nicht in die Rentenkasse ein, wenn Du nicht mehr arbeiten kannst. Das bedeutet, Du musst trotz Berufsunfähigkeit privat vorsorgen, wenn Du im Alter nicht mit einem sehr niedrigen Einkommen dastehen willst.

Menschen, die aus Gesundheitsgründen nicht mehr arbeiten können, sind nach Angaben der Deutschen Ren­ten­ver­si­che­rung zufolge im Schnitt erst 52 Jahre alt. Wenn Du in diesem Alter berufsunfähig wirst und die Zeit bis zur regulären Rente mit 67 mit Deinen Ersparnissen überbrücken willst, brauchst Du ein großes Vermögen. Um Dir 2.000 Euro im Monat auszahlen zu können, musst Du 360.000 Euro gespart haben; je nachdem wie sich die Zinsen entwickeln vielleicht auch etwas weniger. Das dürfte nur den wenigsten gelingen.

Was sind die Ursachen für Berufsunfähigkeit?

Berufsunfähig ist, wer aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf mindestens sechs Monate nicht ausüben kann. Die folgende Grafik zeigt die wichtigsten Gründe.

Die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, hängt stark vom Beruf ab: Wer körperlich arbeitet, hat grundsätzlich ein höheres Risiko als jemand mit einem Bürojob. Allerdings sind psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Depression oder Burnout, mittlerweile die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Und von diesen sind sowohl körperlich als auch nicht-körperlich Tätige betroffen.

Was kostet eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung im Monat?

Die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung bietet den umfangreichsten Schutz für den Fall, dass Du nicht mehr arbeiten kannst. Denn in der BU spielt es keine Rolle, aus welchem Grund Du Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Andere Versicherungen wie die Unfall- oder Dread-Disease-Versicherung zahlen nur bei bestimmten Ereignissen.

Allerdings ist der Beitragsunterschied zwischen den verschiedenen Anbietern und für verschiedene Berufsgruppen drastisch: Ein Maurer zahlt in der Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung mehr als viermal so viel wie eine Mathematikerin oder ein Maschinenbauingenieur, die ihre Arbeitszeit überwiegend am Schreibtisch verbringen.

Die Kosten sind von Versicherer zu Versicherer sehr unterschiedlich. Einige Produkte sind bei gleichem Schutz dreimal so teuer wie andere. Wichtig ist: Es zählt nur der Beruf, den Du zum Zeitpunkt des Antrags ausübst. Frühere oder spätere Tätigkeiten beeinflussen Deinen Beitrag nicht.

Wer sehr viel für den BU-Schutz zahlen muss, sollte abwägen, ob er sich eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung dauerhaft leisten kann oder ob möglicherweise auch eine Alternative infrage kommt, die allerdings weniger Schutz bietet.

Riskante Berufe oder Hobbys machen die BU teuer

Die Versicherung setzt den Beitrag danach fest, für wie wahrscheinlich sie es hält, dass der Kunde tatsächlich berufsunfähig wird. Körperlich Tätige in sozialen und handwerklichen Berufen sind klar im Nachteil, denn sie halten statistisch gesehen seltener bis zur normalen Altersrente durch. Das führt dazu, dass gerade Menschen, die den BU-Schutz am dringendsten bräuchten, ihn oft nicht bezahlen können. Künstler, Flugbegleiter und Piloten, aber auch Tauchlehrer oder Barkeeper bekommen oft überhaupt keine BU-Versicherung.

Wer in seiner Freizeit gerne Eishockey spielt, klettert oder reitet, zahlt ebenfalls oft drauf, denn die Anbieter verlangen auch für risikoreiche Hobbys einen höheren Beitrag. Dennoch lohnt es sich, nicht gleich aufzugeben, denn verschiedene Versicherer schätzen Risiken sehr unterschiedlich ein. Berufe und Hobbys, die den Beitrag bei einem Anbieter extrem verteuern, können bei einem anderen kaum ins Gewicht fallen. Auch hier gilt: Nur Risiken, die zum Antragszeitpunkt bekannt sind, zählen. Fängst Du erst zwei Jahre nach Vertragsabschluss mit dem Tauchen oder Fallschirmspringen an, spielt dieses Hobby keine Rolle.

Was Du tun kannst, wenn Dir die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu teuer ist, erklären wir weiter unten in diesem Ratgeber.

Krankheiten mit Folgen

Ob Du bezahlbaren BU-Schutz bekommst, ist aber vor allem von Deinem Gesundheitszustand abhängig. Mit einigen Erkrankungen wie Diabetes Typ 1 oder Epilepsie ist es schwer, überhaupt einen Vertrag zu bekommen. Aber auch vergleichsweise harmlose Leiden wie Allergien oder ausgeheilte Rückenbeschwerden können dazu führen, dass Anbieter erhöhte Beiträge verlangen oder ganze Körperbereiche vom Ver­si­che­rungs­schutz ausschließen.

Vorerkrankungen deshalb zu verschweigen, ist aber keine Lösung. Denn im Leistungsfall forscht der Versicherer genau nach. Sollte er feststellen, dass Du beim Vertragsabschluss Gesundheitsfragen falsch beantwortet hast, kann er vom Vertrag zurücktreten und sich weigern, die Rente zu zahlen. Erkrankungen, die erst während der Vertragslaufzeit auftreten, musst Du allerdings nicht nachträglich melden.

Auch das ist zu beachten: Eine Ablehnung kann Deine Chance verringern, überhaupt einen Vertrag zu bekommen, weil die Versicherungen negative Informationen über Kunden untereinander austauschen beziehungsweise im Antrag nach vorherigen Ablehnungen fragen.

Besser ist es, gemeinsam mit einem Makler oder Versicherungsberater eine Risikovoranfrage bei mehreren Versicherungen gleichzeitig zu stellen. So kannst Du prüfen, zu welchen Konditionen verschiedene Anbieter Dich versichern würden, ohne zu riskieren, dass einer Deinen Antrag ablehnt.

Welche Möglichkeiten es noch gibt, trotz Vorerkrankungen Ver­si­che­rungs­schutz zu bekommen, liest Du hier.

Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung mit Corona

Wie die Versicherer mit einer Covid-19-Erkrankung umgehen, ist äußerst unterschiedlich. Das hat unsere Befragung vom März 2021 unter den 20 nach Marktanteil größten BU-Versicherern in Deutschland ergeben.

Entscheidend ist in erster Linie, wie Deine Erkrankung verlaufen ist. Hattest Du beispielsweise keine oder nur leichte Symptome und bist schon seit einem Monat gesund, führt Covid-19 bei der Hälfte der Versicherer nicht zu erschwerten Bedingungen. Eine Firma bietet bei leichtem Verlauf sogar ungeachtet einer akuten Erkrankung normalen Ver­si­che­rungs­schutz an.

Bei mittlerem und schwerem Verlauf, zum Beispiel mit Krankenhausaufenthalt, musst Du mit einer Zurückstellung Deines Antrags rechnen, da die Versicherer erst sicher gehen wollen, dass Du wirklich wieder fit bist. Einigen reichen dafür drei Monate, andere fordern zwölf.

Wenn Du nach einer Erkrankung dauerhaft beeinträchtigt bist, wird Dein Antrag kurzfristig kaum Chancen haben. Von langfristiger Zurückstellung bis hin zu Ablehnung ist alles möglich. Immerhin wird jeder Fall individuell geprüft.

Hast Du bereits eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abgeschlossen, brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen. Wenn Du in Folge einer Covid-Erkrankung berufsunfähig wirst, zum Beispiel durch Long Covid, ist das ein klassisches Beispiel für einen Versicherungsfall.

BU-Checkliste vor Vertragsabschluss

Die wichtigsten Punkte, auf die Du bei der Auswahl Deiner BU-Versicherung achten musst, haben wir in einer Checkliste zusammengestellt. Diese kannst Du auch in einem Beratungsgespräch mit einem Makler oder Honorarberater nutzen, um sicherzugehen, dass dieser alle relevanten Aspekte anspricht.

BU-Checkliste 

Lade Dir unsere Checkliste für eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung herunter:

Zum Download

Hier einige Erläuterungen zu wichtigen Punkten:

BU-Versicherung so früh wie möglich abschließen

Je gesünder Du bist, wenn Du die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung beantragst, desto günstiger ist Dein Beitrag und desto geringer ist das Risiko, dass Versicherer Dich ablehnen. Deshalb solltest Du Dich mit der BU-Versicherung befassen, sobald Du Dein erstes regelmäßiges Einkommen beziehst.

Manchmal kann sich auch ein Vertragsabschluss noch während der Schulzeit oder des Studiums für Dich rechnen. Dabei kommt es auf den Beruf an, den Du dadurch anstrebst. Ist dieser schlechter eingestuft, kannst Du Dir später viel Geld sparen, wenn Du Deine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung noch vorher abschließt. Allerdings musst Du Dir das als Schüler oder Student auch erst einmal leisten können.

Falls es auf das Jahresende zugeht, kann es sinnvoll sein, sich mit dem Antrag zu beeilen. Denn bei einigen Versicherungen wird der Versicherungsnehmer per Vertrag immer an Silvester ein Jahr älter, nicht am tatsächlichen Geburtstag. Es kann daher sein, dass die Beiträge höher sind, wenn Du erst im neuen Jahr den Vertrag abschließt. Manche Gesellschaften bieten allerdings kurz nach dem Jahreswechsel oder dem Geburtstag an, den Vertrag zurückzudatieren. Den Beitrag berechnen sie dann noch nach dem vorherigen Alter. Ob das möglich ist, kannst Du mit einem Anruf bei der Versicherung klären.

Kombiprodukte mit Lebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rungen meiden

Du kannst eine BU-Versicherung in drei verschiedenen Formen abschließen:

  • als selbstständige Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung (SBU)
  • als Zusatzversicherung (BUZ) zu einer Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung
  • als Zusatzversicherung (BUZ) zu einer Kapitallebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rung

In der Regel solltest Du eine selbstständige BU-Versicherung wählen. In seltenen Fällen ist die Kombination mit einer Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung aber günstiger. Die Todesfallsumme für die Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung sollte dann aber möglichst gering sein, damit der Beitrag für die Kombination günstig bleibt.

Wer Angehörige absichern will und deshalb eine hohe Todesfallsumme braucht, sollte sich lieber separat versichern. Der Vorteil von zwei getrennten Verträgen ist, dass Du flexibel bleibst. Brauchst Du die Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung nicht mehr, weil Du beispielsweise das Eigenheim abgezahlt hast oder die Kinder erwachsen sind, kannst Du die Police kündigen, ohne Deine BU-Versicherung anzutasten.

Von einer Kombination der BU-Versicherung mit einer Kapitallebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rung raten wir ab. Der zusätzliche Anteil für die Kapitalanlage macht den ohnehin recht hohen Beitrag für die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung nochmal deutlich teurer. Das verleitet dazu, eine zu niedrige Berufsunfähigkeitsrente zu vereinbaren. Wer sich wegen Arbeitslosigkeit, Elternzeit oder anderer finanzieller Engpässe den Beitrag nicht mehr leisten kann, verliert zusammen mit der Altersvorsorge auch den BU-Schutz. Wir empfehlen deshalb grundsätzlich, Sparverträge und die Versicherung gegen existenzielle Risiken zu trennen.

Makler bewerben solche Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen (BUZ) häufig mit dem Argument, dass mit ihnen die Altersvorsorge auch bei Berufsunfähigkeit gesichert sei. Denn einige Versicherer zahlen im Fall der Berufsunfähigkeit anstelle des Kunden weiter in die Lebens- oder Ren­ten­ver­si­che­rung ein. Aus unserer Sicht die bessere Variante: Berücksichtige die Kosten für die Altersvorsorge bei der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente, die Du versicherst.

Die BU-Rente hoch genug ansetzen

Viele BU-Renten sind viel zu niedrig. Achte darauf, dass die versicherte Summe reicht, um Deine laufenden Kosten für Familie, Wohnung, Versicherungen und Lebensmittel zu finanzieren. Bedenke außerdem, dass Du nicht in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung einzahlst, wenn Du nicht mehr arbeiten kannst. Das bedeutet, die BU-Rente muss ausreichen, um weiter für das Alter vorzusorgen. Dabei musst Du eigentlich sogar mehr Geld als zuvor in die Altersvorsorge stecken, um die fehlenden Einzahlungen in die gesetzliche Ren­ten­ver­si­che­rung auszugleichen.

Wie viel BU-Rente Du brauchst, kannst Du bestimmen, indem Du Deine jährlichen Ausgaben aufschreibst. Überlege, welche Ausgaben Du weiterhin haben wirst im Fall, dass Du nicht mehr arbeiten kannst. Dann teile diese durch zwölf.

Einnahmen aus Vermietung oder Kapitalanlagen können den Absicherungsbedarf verringern. Gleiches gilt, falls Du eine private Ren­ten­ver­si­che­rung hast, deren Beginn sich notfalls vorverlegen lässt.

Eine Rentenhöhe von weniger als 1.000 Euro ist in der Regel wenig sinnvoll – es sei denn, Du bist noch anderweitig abgesichert. Denn solltest Du die staatliche Grundsicherung in Anspruch nehmen müssen, wird die BU-Rente mit den Sozialleistungen verrechnet.

Die Ausnahme von der Regel: Ist eine deutliche Gehaltssteigerung absehbar und Du hast einen Vertrag mit Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie, kann es sich auch lohnen, aus Budgetgründen zunächst eine niedrige BU-Rente zu vereinbaren. Das gilt zum Beispiel für Berufsanfänger oder Studenten.

Wähle nur einen Versicherer mit Erfahrung und hoher Finanzkraft

Wirst Du berufsunfähig, ist es entscheidend, dass der Versicherer Deine Rente auch tatsächlich bezahlen kann. Daher ist es sehr wichtig, einen finanziell soliden Anbieter zu wählen, den es auch in 20 oder 30 Jahren noch gibt. Frage Deinen Makler oder Versicherungsberater deshalb nach der Finanzkraft des Versicherers. Zudem raten wir von Firmen ab, die erst wenige Jahre am Markt sind.

Tarife mit guten Bewertungen wählen

Analysehäuser wie Morgen & Morgen oder Franke & Bornberg vergleichen die Ver­si­che­rungs­be­din­gungen unterschiedlicher BU-Anbieter. Schließe nur Tarife ab, deren Bedingungen die höchstmögliche Bewertung haben. Bei Morgen & Morgen sind das fünf Sterne und bei Franke & Bornberg ist es ein „FFF“.

Neben der Gesamtbewertung ist bei Morgen & Morgen auch das Teilrating „BU-Kompetenz“ interessant. Die Kompetenz des Versicherers sollte mit mindestens vier Sternen bewertet sein. Geprüft werden die Erfahrung mit Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungen sowie eine professionelle und faire Bearbeitung der Leistungsfälle.

Die Ratings kannst Du bei einem von uns empfohlenen Versicherungsmakler anfordern oder selbst auf den Websites von Morgen & Morgen und Franke & Bornberg nachschauen.

Möglichst geringe Spanne zwischen Brutto- und Nettobeitrag

Wer Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungen vergleicht, findet bei jedem Tarif zwei Preise: Netto- und Bruttoprämie. Den Nettobeitrag zahlst Du zum Start der BU-Versicherung. Er nennt sich deshalb auch Zahlbeitrag. Der Anbieter kann diesen Beitrag allerdings bis zum sogenannten Bruttobeitrag erhöhen, wenn er die Risiken oder seine Anlagegewinne nicht richtig kalkuliert hat.

Versicherer, die ihr Geschäft ankurbeln möchten, locken Kunden mit geringen Zahlbeiträgen bei gleichzeitig hohen Bruttoprämien. Für Kunden besteht dann aber das Risiko, dass die Beiträge in Zukunft deutlich steigen. In den vergangenen Jahren mussten bereits einige Versicherungen den Zahlbeitrag von laufenden Verträgen anheben. Weil der Wettbewerb zwischen den Anbietern hart ist und auch Versicherungen mit den niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten zu kämpfen haben, ist damit zu rechnen, dass Beiträge auch in Zukunft öfter erhöht werden.

Schaue deshalb bei der Auswahl eines Angebots nicht nur auf einen niedrigeren Nettobeitrag. Vergleiche auch, wie stark die Versicherungen den Beitrag anheben können. Die Spanne zwischen den beiden Beiträgen sollte möglichst gering sein. Akzeptiere im Zweifel einen etwas höheren Nettobeitrag, wenn dafür der Bruttobeitrag deutlich geringer ist.

Die Versicherung zahlt nicht immer

Ob in einem konkreten Fall tatsächlich 50 Prozent Berufsunfähigkeit vorliegt, ist häufig nicht ganz eindeutig. Das führt dazu, dass Versicherer Anträge auf eine BU-Rente oft zunächst ablehnen. Laut dem Versicherungsverband GDV zahlen die Anbieter in etwa einem Viertel der Fälle nicht.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Studie von Premium Circle. Nach Erkenntnissen des Beratungsunternehmens aus dem Jahr 2016 lehnen einzelne Versicherer sogar mehr als die Hälfte aller Leistungsanträge ab. Immer wieder kommt es deswegen zu Gerichtsverfahren. Einer Stichprobe des Analysehauses Franke & Bornberg zufolge wurden 2014 bis 2016 rund 3 Prozent der BU-Fälle vor Gericht geklärt.

Eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung deckt die Anwalts- und Gerichtskosten ab und erleichtert es damit, Leistungsansprüche gegen den Versicherer juristisch durchzusetzen oder zumindest einen Vergleich zu erwirken. Nach Möglichkeit solltest Du die Rechts­schutz­ver­si­che­rung nicht beim selben Versicherungsunternehmen wie die BU-Versicherung abschließen.

Früher war es notwendig, die Rechts­schutz­ver­si­che­rung schon vor dem BU-Vertrag abzuschließen, damit auch wirklich alle Streitfälle rund um die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abgedeckt waren. Häufig weigert sich diese zu zahlen, weil der Versicherte angeblich die Gesundheitsfragen im Antrag falsch beantwortet hat – und das liegt oft lange zurück. Hat der Betroffene erst später eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung abgeschlossen, konnte diese die Deckung für einen solchen Streit verweigern, weil der vermutete Rechtsverstoß vor Vertragsbeginn lag.

Inzwischen hat der Bundesgerichtshof in einigen Urteilen den Versicherungsfall ver­brau­cher­freund­licher definiert. Dennoch gibt es laut dem Ver­si­che­rungs­om­buds­mann immer wieder Streit darum, welcher Zeitpunkt als Rechtsschutzfall gilt. Wer dem aus dem Weg gehen will, kann die Rechts­schutz­ver­si­che­rung drei Monate vor dem BU-Vertrag abschließen.

Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungen: Test und Vergleich

Welche ist die beste Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung? Die Antwort auf diese Frage ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist ein sehr individuelles Produkt. Welcher Versicherer und welcher Tarif für Dich passend ist, hängt unter anderem von Deinem Alter, Deinem Beruf und Deinem Gesundheitszustand ab. So kann etwa ein grundsätzlich leistungsstarker und günstiger Tarif für Dich nicht der richtige sein, wenn Du in der Vergangenheit bereits gesundheitliche Probleme hattest und Du deshalb schlechtere Konditionen bekommst.

An einer individuellen Beratung kommst Du beim komplexen Thema Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung in aller Regel nicht vorbei. Vergleichsportale oder Direktversicherer kannst Du höchstens nutzen, um Dir einen Überblick über die Kosten und das Preis-Leistungsverhältnis zu verschaffen.

Der Online-Vergleich kann jedoch keine Beratung ersetzen. Die ist aber wichtig, wenn Du Dich nicht alleine durch das Dickicht der zahlreichen Tarife und Ver­si­che­rungs­be­din­gungen kämpfen willst. Denn bei der Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zählt am Ende vor allem die Leistung, nicht vorrangig der Preis.

Zudem sind die Gesundheitsfragen verschieden, oft komplex formuliert und es gibt Tücken. Ein Versicherungsvermittler kann für Dich anonymisierte Risikovoranfragen bei verschiedenen Unternehmen stellen und so die Versicherung finden, die für Deinen persönlichen Fall die günstigsten Bedingungen bietet.

Wir haben uns deshalb dagegen entschieden, einzelne Versicherungstarife zu testen oder zu vergleichen. Stattdessen haben wir Vermittler gesucht, die Dir den passenden Ver­si­che­rungs­schutz verschaffen. Unser Test zur Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung besteht daher in der Auswahl geeigneter Vermittler.

Diese Vermittler empfehlen wir

Es ist schwierig, einen vertrauenswürdigen und kompetenten Versicherungsvermittler zu finden. Wir haben in einer Ausschreibung Spezialisten für die Beratung zur BU und alternativen Absicherungsformen gesucht und Versicherungsmakler gefunden, die wir für empfehlenswert halten.

Wir haben die Makler nach formalen Kriterien ausgewählt, wie Erfahrung und Qualifikation, und uns zu stichprobenartig ausgewählten Fällen Beratungsdokumentationen angesehen. Die Qualität der individuellen Beratung können wir jedoch nicht überprüfen. Erzähle uns deshalb bitte in unserer Community von Deinen Erfahrungen mit unseren Empfehlungen.

Alle von uns empfohlenen Makler bieten Beratung in ihrem Büro an sowie per Telefon, E-Mail, Videochat und Online-Konferenz. Folgende Versicherungsmakler können wir Dir empfehlen:

Hoesch & Partner
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 1983
  • 30 beratende Makler
  • 8 Standorte (Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Berlin, Köln, Hannover)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
BUForum24
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2003
  • 4 beratende Makler
  • 1 Standort in Neudorf (Schleswig-Holstein)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
Nur beim Anbieter abschließbar
Zeroprov
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2012
  • 3 beratende Makler
  • 1 Standort in Schkölen (Thüringen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten vorrangig Honorarberatung und Nettotarife an
Nur beim Anbieter abschließbar
Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung
Beratung zu BU und Alternativen
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2005
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Köln
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • bieten auch Honorarberatung und Nettotarife an
Nur beim Anbieter abschließbar
P&F
Beratung zu BU
  • Erfahrung mit Arbeitskraftabsicherung seit 2001
  • 2 beratende Makler
  • 1 Standort in Hövelhof (Nordrhein-Westfalen)
  • beraten persönlich, telefonisch, online und per E-Mail
  • keine nachgewiesene Erfahrung mit BU-Alternativen

Was Du bei der Beratung beachten solltest

Wenn Du Dich zur Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung beraten lässt, solltest Du auf Folgendes achten:

  1. Nutze in der Beratung unsere Checkliste.
  2. Beantworte die Gesundheitsfragen selbst und mithilfe Deiner Ärzte.
  3. Achte darauf, dass Du ein Beratungsprotokoll bekommst, das korrekt widerspiegelt, was der Vermittler mit Dir besprochen hat. Unterschreiben musst Du es aber nicht. Zusätzlich kannst Du selbst ein Gedächtnisprotokoll über die Beratung anfertigen.
  4. Wir empfehlen die genannten Makler nur für eine BU und andere Absicherungen der Arbeitskraft. Für weitere Versicherungen nutze unsere entsprechenden Ratgeber.

BU mit Vorerkrankungen – geht das?

Dein Gesundheitszustand spielt beim Abschluss einer Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung eine große Rolle. Aber auch wenn Du in den vergangenen Jahren häufiger beim Arzt warst, hast Du eine Chance, einen guten BU-Vertrag zu bekommen. Auf die folgenden Punkte musst Du achten.

Beantworte alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß

Beim Abschluss einer BU ist es immens wichtig, sämtliche Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Das gilt erst recht für alle Sachverhalte, zu denen Unterlagen vorliegen und die die Versicherung nachprüfen kann. Machst Du falsche Angaben oder vergisst Erkrankungen, kann die Versicherung sich im schlimmsten Fall weigern zu zahlen.

Deshalb solltest Du dem mehrseitigen Gesundheitsfragebogen besondere Aufmerksamkeit widmen. Fülle ihn auf keinen Fall direkt im Gespräch mit dem Versicherungsmakler aus. Fordere stattdessen zunächst Deine Patientenakten von allen Ärzten an, bei denen Du im gefragten Zeitraum warst. Bei guten Verträgen sind das höchstens die vergangenen fünf Jahre für ambulante Behandlungen und zehn Jahre bei Krankenhausaufenthalten. Du kannst auch bei der Kran­ken­kas­se erfragen, welche Daten und Diagnosen dort über Dich gespeichert sind.

In einigen Fällen kann es sich lohnen, zu warten, bis Du kritische Behandlungen nicht mehr angeben musst. Warst Du beispielsweise vor vier Jahren in Psychotherapie, ist es sinnvoll, erst in einem Jahr eine BU abzuschließen.

Der Blick in die Krankenunterlagen und das Gespräch mit Deinen Ärzten ist wichtig, damit Du keine Behandlungen der vergangenen Jahre vergisst oder falsch bezeichnest. Außerdem finden sich in den Akten manchmal falsche Diagnosen oder Einträge, von denen Du gar nichts weißt. Falsche Einträge solltest Du korrigieren lassen.

Beim Ausfüllen des Gesundheitsfragebogens musst Du nur das angeben, wonach explizit gefragt wird. Bei Fragen, die sich nicht eindeutig mit „ja“ oder „nein“ beantworten lassen, solltest Du die Antwort ausformulieren. Reicht der Platz nicht aus, nutze ein zusätzliches Blatt.

Im Versicherungsantrag wirst Du außerdem aufgefordert, Deine Ärzte von der Schweigepflicht zu entbinden. Es ist sinnvoll, das nicht pauschal für alle Ärzte zu tun, sondern nur im Einzelfall, sollte der Versicherer konkrete Rückfragen haben. So kannst Du nochmal mit dem betreffenden Arzt sprechen und ihn bitten, seine Auskünfte streng auf den im Antrag erfragten Zeitraum zu begrenzen.

Das alles ist mühsam, aber Deine finanzielle Existenz kann viele Jahre später davon abhängen. Bewahre eine Kopie der unterschriebenen Gesundheitsfragen gut auf, sodass diese beim Rentenantrag vorliegt und Du die Angaben vergleichen kannst.

Bei schwierigen Fällen Angebote vergleichen

Zeichnet sich ab, dass es wegen gesundheitlicher Probleme schwierig wird, eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu bekommen, lautet der oberste Grundsatz: anonymisierte Risikovoranfragen bei möglichst vielen Versicherungen stellen. Wie eine Erkrankung bewertet wird, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter nämlich erheblich. Es kommt immer wieder vor, dass Kunden, die von einem Unternehmen abgelehnt wurden, sich bei einem anderen zu Normalbedingungen versichern können.

Sinnvoll kann es auch sein, mit Deinem Berater die genaue Formulierung der Gesundheitsfragen unterschiedlicher Anbieter zu vergleichen. Denn angeben musst Du nur, wonach direkt gefragt wird.

Es kann passieren, dass Du nur Angebote mit einer Ausschlussklausel bekommst. Das bedeutet, der Anbieter schließt ein bestimmtes Leiden oder einen bestimmten Körperbereich vom Ver­si­che­rungs­schutz aus. Wirst Du dann berufsunfähig und die Ursache dafür steht in der Ausschlussklausel, bekommst Du kein Geld.

Deshalb solltest Du die genauen Formulierungen der Klauseln bei verschiedenen Versicherern vergleichen und gegebenenfalls durch den Berater oder Makler verhandeln lassen. Je präziser und begrenzter formuliert ist, was der Anbieter vom Ver­si­che­rungs­schutz ausschließt, desto besser. Nach einem Bandscheibenvorfall schließen einige Anbieter die komplette Wirbelsäule samt aller damit zusammenhängenden Erkrankungen aus. Besser ist es, wenn die Versicherung wenigstens bei Tumoren, Brüchen oder Infektionen an der Wirbelsäule zahlt.

Es ist auch möglich, dass Du einen Risikozuschlag zahlen sollst, also einen höheren Beitrag aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Ein Risikozuschlag ist gegenüber einer Ausschlussklausel oft die bessere Wahl, weil Ver­si­che­rungs­schutz für alle Erkrankungen besteht. Das gilt allerdings nur, falls der Beitrag dadurch nicht zu teuer wird.

Hast Du eine Ausschlussklausel im Vertrag und seit mehreren Jahren keine Beschwerden mehr, kannst Du um eine Überprüfung bitten. Mit aktuellen Unterlagen vom Arzt ist es in der Regel möglich, Ausschlüsse nach ein bis zwei Jahren aus dem Vertrag zu streichen.

Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ohne Gesundheitsfragen

Eine BU ganz ohne Gesundheitsfragen ist praktisch nicht zu bekommen. Manche Versicherer bieten zwar an, die sogenannte „Beitragsbefreiung bei BU“ ohne Gesundheitsprüfung zu versichern, allerdings ist das nur in Einzelfällen sinnvoll.

Hin und wieder bieten einzelne Versicherer Sonderaktionen an, bei denen andere Gesundheitsfragen gestellt werden als gewöhnlich. Diese können, je nach Deiner Erkrankung, vorteilhaft für Dich sein. Sie werden allerdings selten öffentlich gemacht, sondern meist nur Versicherungsvermittlern und -beratern mitgeteilt. Gut informierte Berater kennen die aktuellen Aktionen der Versicherer. Solltest Du im ersten Versuch keine BU bekommen, bitte Deinen Vermittler, Deinen Fall für künftige Aktionen der Versicherer im Hinterkopf zu behalten.

Eine gute Möglichkeit trotz Vorerkrankungen an eine BU zu kommen, ist ein Gruppenvertrag über den Arbeitgeber – meist in Kombination mit einer betrieblichen Altersvorsorge. Der Vorteil solcher Gruppenversicherungen: Die detaillierte Gesundheitsprüfung entfällt. Stattdessen reicht eine vereinfachte Gesundheitsprüfung. Bei dieser musst Du oft nur angeben, ob Du in einem bestimmten Zeitraum länger krankgeschrieben warst.

Auch Menschen in „Risikoberufen“ kann ein Gruppenvertrag zu bezahlbarem BU-Schutz verhelfen. Das funktioniert allerdings nur, wenn Angehörige verschiedener Risikogruppen in einem Unternehmen arbeiten, also Büroangestellte und körperlich Tätige gleichermaßen. Denn die Versicherung berechnet das durchschnittliche Risiko für alle Mitarbeiter und bietet allen den gleichen Tarif an. Es kann sich also lohnen, mal bei der Chefin nachzufragen.

Wenn Du Mitglied in einem Berufsverband bist, gibt es unter Umständen auch die Chance, eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung abzuschließen. Bei einigen Verbänden reicht es sogar, einfach nur dem Berufsstand anzugehören. Du musst also kein Mitglied im Verband sein, um die Konditionen zu bekommen.

BU-Vertrag: Darauf solltest Du achten

Wenn Du den richtigen Tarif für Dich gefunden hast, geht es an den Abschluss des Vertrags. Auch dabei gibt es einige Dinge zu beachten.

Rente anpassen mit Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie oder Dynamik

Damit die BU-Rente auch in 20 oder 30 Jahren noch reicht, ist es wichtig, dass Du die Rentenhöhe nachträglich anpassen kannst. Denn durch neue Lebensumstände wie eine Familiengründung können die Kosten für den Lebensunterhalt im Lauf der Zeit steigen. Gleichzeitig führt die Inflation dazu, dass die ursprünglich vereinbarte Rente an Wert verliert. Um die BU-Rente nachträglich zu erhöhen, gibt es zwei Möglichkeiten: die Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie oder eine Dynamisierung der Beiträge.

Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie - Mit einer Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie hast Du die Möglichkeit, zu bestimmten Anlässen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder Gehaltserhöhung die versicherte BU-Rente auf einen Schlag hochzusetzen. Allerdings musst Du selbst dafür aktiv werden und die Erhöhung innerhalb von drei Monaten nach dem Ereignis beantragen.

Eine erneute Gesundheitsprüfung ist nicht nötig. Allerdings wird für den Teil der Rente, den Du aufstockst, wie bei einem Neuabschluss der Versicherung Dein aktuelles Lebensalter zugrunde gelegt. So kostet die nachträglich erhöhte Rente mehr als eine gleich hohe Rente, die direkt bei Vertragsbeginn vereinbart wurde.

Gerade junge Kunden sollten dennoch unbedingt einen Vertrag mit Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie wählen, um die Rente flexibel an ihr steigendes Einkommen anpassen zu können. Wichtig zu beachten: Die Rente darf meist nur bis zu einer bestimmten Summe und einem festgelegten Alter, in der Regel 45 Jahre, erhöht werden.

Dynamik - Mit einer Beitragsdynamik steigt der Beitrag jährlich um einen festgelegten Prozentsatz, beispielsweise um 3 Prozent. Dafür erhöht sich auch Deine BU-Rente, allerdings nicht ebenfalls um 3 Prozent, sondern in etwas geringerem Umfang als der Beitrag. Denn wie bei der Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie wird für jeden Erhöhungsschritt Dein aktuelles Lebensalter zugrunde gelegt. Damit fällt der Rentenzuwachs mit zunehmendem Alter immer geringer aus und die Dynamik lohnt sich immer weniger.

Der Vorteil der Dynamik ist, dass es keiner besonderen Anlässe bedarf, um die Rente zu erhöhen. So kannst Du nach und nach den Wertverlust durch die Inflation ausgleichen und die Rente automatisch steigern. Wie die folgende Tabelle zeigt, sind bei einer Inflation von 2 Prozent von 1.000 Euro Rente nach 20 Jahren nur noch 628 Euro reale Kaufkraft übrig. Wie bei der Nach­ver­si­che­rungs­ga­ran­tie verzichten die Anbieter auf eine erneute Gesundheitsprüfung.

Reale Kaufkraft von 1.000 Euro BU-Rente

 1 % Inflation2 % Inflation3 % Inflation
nach 10 Jahren905 €820 €744 €
nach 20 Jahren820 €628 €554 €
nach 30 Jahren742 €552 €412 €

Werte gerundet
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 13. April 2021)

Sofern Du Deine Rente mit dieser Option erhöhen möchtest, solltest Du darauf achten, dass die Versicherung nicht zu teuer wird. Die Beitragsdynamik ist ein Recht des Kunden, keine Pflicht. Das bedeutet, Du kannst der Erhöhung auch widersprechen. Dann bleiben Beitrag und Rente gleich. Wie oft Du die Erhöhung aussetzen kannst, steht in Deinem Vertrag. Bei vielen Anbietern gilt: Lehnst Du die Dynamik dreimal hintereinander ab, gibt es keine weiteren Erhöhungen, und die versicherte Rente bleibt konstant.

Soll der Beitrag nur moderat steigen, kannst Du also einfach jeden dritten Erhöhungsschritt mitmachen und Dir so das Recht auf weitere Erhöhungen sichern. Als Faustregel solltest Du ab dem 45. Geburtstag jedoch prüfen, ob sich die Dynamik durch das höhere Lebensalter noch rechnet.

Jährlich steigende Rente

Auch nach Eintritt der Berufsunfähigkeit kann die Inflation an der Kaufkraft der BU-Rente nagen. Das ist vor allem problematisch, wenn Du in jungen Jahren berufsunfähig wirst und dann für mehrere Jahrzehnte mit einer konstanten Rente auskommen musst. Deshalb stellen viele Versicherer in Aussicht, dass die BU-Rente jährlich steigt, falls das Unternehmen weiter Gewinne macht. Darauf ist aber kein Verlass. Wer sichergehen will, kann sich eine Leistungsdynamik vertraglich garantieren lassen. Dieser Zusatz ist grundsätzlich sinnvoll, kostet aber. Für eine jährliche Rentenerhöhung von 2 Prozent wurden in einer Finanztip-Stichprobe unter acht BU-Anbietern durchschnittlich 13 Prozent mehr Beitrag fällig. Achte deshalb unbedingt darauf, dass die Versicherung für Dich langfristig bezahlbar bleibt.

Akzeptiere keine abstrakte Verweisung

Abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Anbieter die Leistung verweigern kann, falls der Betroffene theoretisch noch in der Lage ist, in einem anderen, gleichwertigen Beruf zu arbeiten. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Versicherte tatsächlich eine solche Anstellung findet.

Diese Klausel war früher vergleichsweise häufig in den Bedingungen zu finden. Heute wird sie, wenn überhaupt, nur noch als Möglichkeit angeboten, um Beiträge zu senken. Stelle sicher, dass Dein Vertrag auf diese Klausel komplett verzichtet, damit Du nicht krank ohne Geld dastehst, falls Du keinen Job findest.

Versicherungs- und Leistungszeit möglichst bis 67 Jahre

Die Versicherungszeit ist der Zeitraum, in dem die Berufsunfähigkeit eintreten muss, damit die Versicherung eine Rente zahlt. Endet dieser Zeitraum mit dem 50. Lebensjahr und Du wirst mit 51 Jahren berufsunfähig, bekommst Du kein Geld.

Als Leistungszeit wird das Alter bezeichnet, bis zu dem Versicherte ihre BU-Rente ausbezahlt bekommen. Um Absicherungslücken vor Beginn der Altersrente zu vermeiden, solltest Du Dich möglichst bis zum 67. Lebensjahr versichern. Ist das zu teuer, kannst Du auch eine etwas kürzere Leistungszeit vereinbaren, zum Beispiel bis zum 65. Lebensjahr. Dann ist der Beitrag um bis zu 15 Prozent günstiger.

Achte auf einen kurzen Prognosezeitraum

Der Prognosezeitraum ist die Dauer, für die Du nach ärztlicher Einschätzung berufsunfähig sein wirst. Dein Vertrag sollte die Rentenzahlung vorsehen, wenn ein Arzt die Berufsunfähigkeit für sechs Monate prognostiziert. Je länger der Prognosezeitraum, desto schwieriger ist eine zuverlässige medizinische Einschätzung.

Rückwirkende Leistung vereinbaren und Wartezeiten meiden

Vergleiche die in den Verträgen vorgesehenen Meldefristen für die Berufsunfähigkeit. Am vorteilhaftesten ist es, wenn der Anbieter bei verspäteter Meldung bis zu drei Jahre rückwirkend BU-Rente zahlt. Das ist wichtig, weil eine Berufsunfähigkeit oft erst mit Verzögerung festgestellt wird.

Meide Tarife mit Karenzzeit. Dadurch wird Dein Vertrag zwar günstiger, im Falle der Berufsunfähigkeit bekommst Du dann allerdings mehrere Monate kein Geld.

Bevorzuge die Pauschalregelung zur Rentenzahlung

Nach der Pauschalregelung erhält der Versicherte die volle Rentenzahlung, wenn er zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig ist. Bei der Staffelregelung hätte er nur Anspruch auf die halbe Rente. Zwar gibt es bereits bei 25-prozentiger Berufsunfähigkeit ein Viertel der Rente, die volle Rente aber erst bei 75 Prozent. Da es schnell zu Auseinandersetzungen um jeden Prozentpunkt kommen kann, solltest Du die Pauschalregelung vorziehen.

Verzicht auf befristete Anerkenntnisse

Wenn der Versicherer den Rentenanspruch nur befristet anerkennt, musst Du nach Ablauf der Frist oftmals erneut Deine Berufsunfähigkeit nachweisen. Ersparen kannst Du Dir dieses Risiko, indem Du einen Anbieter wählst, der auf befristete Anerkenntnisse grundsätzlich verzichtet.

Keine Anzeigepflicht nach Vertragsabschluss

Der Versicherer sollte darauf verzichten, dass Du ihn nach Vertragsabschluss über einen Berufswechsel oder ein erhöhtes Risiko informieren musst, zum Beispiel wenn Du Dir ein gefährliches Hobby wie Gleitschirmfliegen zugelegt hast.

Was tun, wenn die BU-Versicherung zu teuer ist?

Die BU-Versicherer sind sehr kritisch bei der Auswahl ihrer Kunden. Gerade für Menschen mit einem Beruf, den die Versicherer als risikoreich betrachten, ist der BU-Schutz oft unerschwinglich. Die genaue Berufsbezeichnung und Eingruppierung in Risikogruppen unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.

Vergleiche deshalb mehrere Angebote, im Zweifel mittels einer anonymisierten Risikovoranfrage. Entspricht Deine Tätigkeit nicht dem gängigen Berufsbild, kann eine konkrete Tätigkeitsbeschreibung helfen, einen günstigeren Tarif zu bekommen. Das gilt zum Beispiel, wenn Du Dachdecker bist, aber hauptsächlich vom Büro aus Angebote erstellst und Aufträge koordinierst.

Um Beiträge zu sparen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Du kannst auf einzelne Vertragsmerkmale verzichten, zum Beispiel auf die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall. Damit wird die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung bei einigen Anbietern um bis zu 15 Prozent günstiger.

Auch eine kürzere Versicherungszeit bringt Ersparnisse. Endet Deine Versicherung mit dem 65. statt dem 67. Lebensjahr, zahlst Du etwa 15 Prozent niedrigere Beiträge. Eine verkürzte Laufzeit birgt aber das Risiko, dass Du einige Jahre ohne Einkommen dastehst, wenn Du berufsunfähig wirst. Wäge also gut ab, wie viel Zeit Du bis zur Altersrente überbrücken kannst.

Darüber hinaus bieten einige Versicherer sogenannte Starter-Tarife an. Dabei ist der Beitrag in den ersten drei oder fünf Jahren deutlich geringer und steigt erst dann auf den dauerhaften Betrag. Solch ein Vertrag kann sinnvoll sein, wenn Du nur temporär wenig Einkommen hast, zum Beispiel im Studium.

Wenn Du während der Vertragslaufzeit Schwierigkeiten hast, die Beiträge Deiner Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu zahlen, solltest Du mit Deinem Versicherer Kontakt aufnehmen. Denn wenn Du einfach ohne Absprache die Zahlungen stoppst, riskierst Du damit Deine Absicherung. Auch von einer vorschnellen Kündigung raten wir ab.

Viele Versicherer bieten an, dass Du die Beiträge für Deine BU erst später zahlst (Stundung). In diesem Fall bleibt die Absicherung gleich.

Eine andere Möglichkeit ist eine vorübergehende Beitragspause ohne Nachzahlung (Freistellung) – wahrscheinlich sinkt dadurch aber die Leistung, falls Du berufsunfähig wirst. Eventuell droht sogar eine neue Risikoprüfung, die für Dich zu schlechteren Bedingungen führen kann. Das solltest Du vorher klären. Die Ausnahmeregelungen können je nach Versicherer für drei, sechs oder sogar zwölf Monate gelten.

Video: Alternativen zur Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Welche BU Alternativen gibt es?

Die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung ist die beste Absicherung der eigenen Arbeitskraft und jeder sollte zunächst versuchen, eine zu bekommen.

Ist das nicht möglich, gibt es mittlerweile einige Alternativen zur BU. Sie bieten jedoch alle einen geringeren Schutz und sind auch nicht in jedem Fall günstiger. Deshalb ist auch vor dem Abschluss eines solchen Vertrags eine umfassende Beratung wichtig.

Unser Podcast zum Thema

So haben wir ausgewählt

Versicherungsmakler für die Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung 2018

Die Auswahl der Versicherungsmakler, die wir empfehlen, basiert auf einer Online-Ausschreibung für Spezialisten für Arbeitskraftabsicherung. Dafür hat Finanztip einen Fragebogen mit 21 Fragen entwickelt. In den Auswahlprozess kamen Versicherungsmakler und -berater, die unsere Fragen bis zum 31. August 2018 beantwortet haben.

Die bis zu diesem Datum eingegangenen 86 Bewerbungen haben wir überprüft auf Kriterien wie formale Qualifikation, Marktabdeckung, Erfahrung, Zahl der Berater und Routine in der Beratung zur Arbeitskraftabsicherung.

In den weiteren Auswahlprozess nahmen wir nur Bewerber auf, die nach eigenen Angaben einen formal höheren Berufs- oder Bildungsabschluss als die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann angegeben haben und Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungen von mindestens 25 Gesellschaften sowie Er­werbs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungen von acht Unternehmen vermitteln konnten.

Zudem mussten mindestens zwei Mitarbeiter im Unternehmen zum Thema BU beraten und alle BU-Berater mindestens fünf Jahre Erfahrung in diesem Bereich haben. Um eine gewisse Routine in der Beratung sicherzustellen, haben wir nur Bewerber genauer betrachtet, die im zweiten Quartal 2018 pro Mitarbeiter im Schnitt mindestens 15 Kunden zur Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung beraten hatten.

Auf Basis dieser Kriterien blieben neun Makler übrig. Ein Makler reagierte nicht auf Nachfragen, ein anderer entschied sich, nicht am weiteren Auswahlprozess teilzunehmen. Einen dritten Kandidaten konnten wir nicht weiter berücksichtigen, weil sich zeigte, dass der Fokus seines Unternehmens stark auf der Beratung zur betrieblichen Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung lag. Im Bereich der Privatkunden-Beratung erreichte er die von uns geforderte Mindestzahl an Beratungen nicht.

Nachdem wir offene Fragen und Inkonsistenzen bei den Angaben aus dem Fragebogen durch Rückfragen bei den Maklern geklärt hatten, haben wir von den verbliebenen sechs Maklern exemplarisch anonymisierte Informationen zu beratenen Kunden und empfohlenen Tarifen angefordert sowie Beratungsprotokolle zu stichprobenartig ausgewählten Beratungen zur BU und anderen Produkten zur Arbeitskraftabsicherung. Für diese Fälle haben wir dann überprüft, ob die Makler ihren gesetzlichen Dokumentationspflichten nachgekommen sind.

Auf Basis dieses Auswahlprozesses halten wir derzeit folgende Versicherungsmakler für empfehlenswert: Hoesch & Partner, Buforum24, Zeroprov, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung sowie P&F.

Die Finanztip-Ausschreibung für BU-Spezialisten ist derzeit geschlossen. Auf eine erneute Ausschreibung weisen wir rechtzeitig an dieser Stelle hin.

Empfehlungen aus dem Ratgeber

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