Hallo chrisj,
hier meine Gedanken:
Weitere Immobilienkäufe: Sollte ich überlegen, eine oder mehrere weitere Immobilien als Kapitalanlage zu erwerben und diese anzuzahlen?
Nur wenn du Spaß am Vermieten hast und weißt was du tust.
Gerd Kommer hat hier das Klumpenrisiko Deutschland durch hohen Immobilienbesitz in Deutschland beschrieben. (Erster Abschnitt).
Da du bereits eine Wohnung besitzt, würde ich eher in andere Anlageklassen investieren.
Fokus auf ETF-Sparplan: Wäre es sinnvoll, monatlich die vollen 2.000 € in einen breit gestreuten ETF, wie beispielsweise den hier oft erwähnten Vanguard FTSE All-World, zu investieren?
Wie Achim schon schrieb, macht das bei einem Eigenheimerwerb von vermutlich mindestens 500k€ nicht viel aus, ob du in einem halben Jahr 12k€ hast oder nicht hast.
Wir wissen ja auch nicht, wie viel du von deinem Eltern bekommst.
Ich würde versuchen so anzulegen, dass du zum Zeitpunkt des Eigenheimerwerbs mindestens 30% Eigenkapital mitbringst, dann dürftest keine Finanzierungsschwierigkeiten bekommen.
Verkauf der bestehenden Wohnung und reine ETF-Besparung: Wäre es eine Überlegung wert, die bestehende Wohnung zu verkaufen und das gesamte Kapital (nach Abzug von Steuern etc.) in einen oder mehrere ETFs zu investieren?
Schwer zu sagen. Vielleicht nur wenn sie dich belastet und zu viel Arbeit macht. Anlageimmobilie und zukünftiges Eigenheim wäre aber schon sehr immobilienlastig, siehe oben. Warum den Verkaufserlös nicht (erstmal) ins Eigenheim stecken, alles übrige dann in ETF? Also zumindest so planen, dass du in 10 Jahren ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Immobilien- und Aktienbesitz hast.
Die oft diskutierte "1 ETF-Lösung" mit einer monatlichen Sparrate von 2.000 € erscheint mir einerseits sehr einfach, andererseits bei dieser Summe vielleicht auch etwas risikoreich.
Verstehe ich nicht. Ich meine, Finanztip erzählt öfters mal, dass man im Alter irgendwann ein paar Hunderttausend Euro im Depot haben wird, wenn man regelmäßig investiert.
Risikoreich ist es nur, wenn du falsch geplant hast und das Geld dann in ein paar Monaten oder wenigen Jahren doch wieder brauchst.
Angesichts der mittelfristigen Planung eines Eigenheims (wofür ja bereits Kapital in Aussicht steht), welche Strategie würdet ihr mir empfehlen und warum?
- Abklären was die Wunschimmobilie kosten würde (oft wird es teurer als man denkt)
- Abklären oder abschätzen wie viel von den Eltern kommt.
- Überlegen, ob du deine Wohnung behalten willst oder für das Eigenheim verkaufen möchtest.
- Dein Eigenkapital plus das der Eltern sollte mindestens 30% der Kosten des Immobilienerwerbs abdecken. Das solltest du sicher parken (Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF).
- Wenn du die 30% Eigenkapital voll hast, kannst du alles weitere auch etwas riskanter in Aktien ETFs anlegen. Vielleicht die Sparrate hälftig in Aktien und Tagesgeld sparen.
- Wenn du sogar 60% oder 80% Eigenkapital zusammen hättest, würde ich die Sparrate vermutlich zu 100% in Aktien lenken.