Hallo Harry,
Bisher habe ich mich wirklich genau 0 dafür interessiert und jetzt stehe ich vor vielen Fragen.
Hast du denn nun mehr Interesse? Meines Erachtens wäre das eine wichtige Grundvoraussetzung.
Allerdings noch eine Ölheizung drin, woran ich vorerst festhalte.
Das kann ich finanziell schwer einschätzen. Also das Risiko, dass die plötzlich ersetzt oder teuer repariert werden muss.
Geld auf dem Girokonto: gut 55k. 1k auf einem Sparbuch.
Ich hatte das auch mal so... Meine Bank schrieb mir sogar einen Brief, ob ich mein Geld nicht besser anlegen wolle... Ich hatte echt auch so null Interesse am Thema.
Also: Das ist sehr viel fürs Girokonto. Gängige Empfehlung lautet 1-2 Nettomonatsgehälter auf dem Girokonto, um die Alltagsausgaben zu verwalten.
Es gibt dort 0,0% Zinsen.
Altersvorsorge 1: R+V Smart+Easy seit 2004 (läuft bis 2039). Monatlich 50 EUR. Policenwert 11k.
Altersvorsorge 2: R+V ? seit 2003 (läuft bis 2049). Monatlich 50 EUR. Policenwert 13k.
Altersvorsorge 3: R+V seit 2009 (läuft bis 2049). Beitragsfrei. Policenwert 32k.
Ich kenne die Produkte nicht, aber typischerweise sind solche privaten Rentenversicherung teuer und intransparent. Meine Frau hat auch eine R+V Rentenversicherung, ist nach oben und unten begrenzt, also relativ sicheres Garantieprodukt.
Jedes Jahr soll sie sich entscheiden wie ihr Geld angelegt werden soll: fester Zins oder Indexpartizipation (gedeckelt/mit "Cap"). Sie ist eher genervt davon und fragt sich, ob es die 20€ Zusatzrente die Sache wert ist.
Ich kann dir da nichts empfehlen, aber drei private Rentenversicherung scheinen mir unnötig. Eventuell mal prüfen, ob du sie beitragsfrei stellen möchtest.
Union Unvestment Debot mit 2 Fonds (UniValue Gobal A & UniKlassikMix) ?. Sehe keine Einzahlung. Depotwert 23k.
Typische aktiv verwaltete Fonds. Hier ein Artikel dazu.
Irgendein Sparkasse Fond mit 50 EUR vom Arbeitgeber (erst seit 2018).
Klingt nach vermögenswirksamen Leistungen. Ich glaube die meisten Depots sind nicht VL-fähig, dann kannst du das schon so lassen.
Meine allgemeine Frage: Was würdest du in meiner Situation tun? Wie würdet du das Geld aufteilen? Die Welt ist gefühlt gerade in schwierigen Zeiten (Krieg & Politik).
Deine wirtschaftliche Gesamtsituation scheint ganz in Ordnung zu sein. Abbezahlte Immobilie und sonst auch schuldenfrei: das sollte dir ein gutes Stück Sicherheitsgefühl geben, so dass du objektiv betrachtet etwas ins Risiko bei der Geldanlage gehen kannst.
Die Kosten für Ölheizung oder Renovierung kann ich aber nicht einschätzen.
Ansonsten:
- min 10k€ dauerhaft auf einem Tagesgeldkonto lassen (Notgroschen, 3 Monatsgehälter).
- 3000€ aufs Girokonto.
- Sparbuch auflösen
- Erstmal alles aufs Tagesgeldkonto und lies dich in den nächsten Wochen und Monaten erstmal mehr ein. Du musst selbst hinter deinem Entscheidungen stehen und verstehen was du tust.
- ETF Sparplan kannst du einrichten und schauen wie es läuft und wie du die Schwankungen aushältst. Aber einlesen würde ich mich dennoch, sonst bekommst du kalte Füße wenn du rote Zahlen siehst.
Wenn ich größere Mengen ETF kaufe und dann doch benötigen würde - wäre das schon zu versteuernder Gewinn? Blödes Beispiel: Ich kaufe 10k MSCI World. Der Kurs ist 0 und ich zahle nach 1 Jahr aus: Muss ich für die 10k Steuern zahlen, oder nur wenn ich mehr Geld herausbekommen würde?
Du zahlst beim Verkauf nur Steuern auf die Gewinne. Also wenn du für 10k kaufst und Ende des Jahres verkaufst du für 12k, hast du 2000€ Gewinn. Davon wird der Freibetrag von 1000€ abgezogen und auf die restlichen 1000 € zahlst du rund 18,5% Steuern (Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag, Teilfreistellung).
Da der MSCI World gerade absinkt; sollte ich auf das Tal warten? Ich höre immer man muss anfangen, aber im Moment ist es doch schon offensichtlich, dass der Preis für Anlieger in die Karten spielt?
Du wirst nicht wissen wann das Tal erreicht ist und keiner weiß wie es weiter geht. Jetzt finde ich es aber jedenfalls angenehmer als zum Alltime High zu investieren.
Wichtig bleibt der Anlagehorizont von 10-15 Jahren.