Nachhaltige Geldanlagen

Diese Aktien-Indexfonds können Sie guten Gewissens kaufen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der nachhaltigen oder ethischen Geldanlage investieren Anleger gezielt in Unternehmen, die bestimmte Kriterien einhalten. Diese beziehen sich auf die Umweltaspekte, Produktionsbedingungen und ein werteorientiertes Management.
  • Oft scheiden Unternehmen für die Anlage aus, die etwa die Umwelt schädigen, Kinder- oder Zwangsarbeit nutzen, Waffen herstellen oder Atomenergie produzieren.
  • Wie nachhaltig eine Geldanlage tatsächlich ist, hängt von den Kriterien ab, die der jeweilige Anbieter seiner Auswahl zugrunde legt. Eine einheitliche Definition gibt es nicht.
  • Einen einfachen Einstieg in die ethische Geldanlage bieten weltweit und nachhaltig anlegende Aktienfonds. Wir empfehlen kostengünstige Indexfonds (ETFs) auf nachhaltige Aktienindizes.
  • Meiden sollten Anleger dagegen andere Anlageformen wie Beteiligungen an Windparks, Solarparks, Waldprojekten, Genussscheine oder Nachrangdarlehen und auch den Kauf einzelner Aktien.

So gehen Sie vor

  • Legen Sie einen Teil Ihres Geldes in nachhaltige Aktien-Indexfonds (ETFs) an, wenn Sie auf eine ethisch ausgerichtete Geldanlage Wert legen. Das geht einfach bei Ihrer Depotbank.
  • Finanztip empfiehlt einen ETF der Marke UBS, der die nachhaltige Variante des Weltaktienindex MSCI World abbildet. Die Kennnummer (ISIN) des ETF lautet LU0629459743.
  • Wenn Sie auch Schwellenländer einbeziehen möchten, sollten Sie in den nachhaltigen Weltaktienindex von Dow Jones investieren. Wir empfehlen einen ETF der Marke iShares auf diesen Index (ISIN: IE00B57X3V84).
  • Am einfachsten ist es, einen festgelegten Betrag auf einmal anzulegen. Wenn Sie vor allem günstig ETF-Anteile kaufen möchten, eignen sich unsere Depotbank-Empfehlungen Onvista Bank und Flatex.
  • Auch Sparen in monatlichen Raten ist möglich. Sparpläne auf den nachhaltigen ETF der UBS gibt es bei der Finanztip-Depotempfehlung DKB. Der iShares-ETF ist ebenfalls bei der DKB und auch beim Wertpapierhändler Flatex verfügbar.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu aktuellen ETF-Empfehlungen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Umwelt-Skandale, marode Fabrikhallen, Dumpinglöhne in der Textilfertigung. Manager, die sich die eigene Arbeit gut bezahlen lassen und gleichzeitig Mitarbeiter drangsalieren. Um Gewinne zu maximieren, scheinen manchen Unternehmen viele Mittel Recht.

Immer mehr Anleger achten inzwischen darauf, welche Unternehmen sie eigentlich mitfinanzieren. Sie machen sich beispielsweise Gedanken über Missstände bei Produktions- und Arbeitsbedingungen oder in Bezug auf den Umweltschutz. Die Idee: Ihr Geld soll nicht irgendeiner Firma zugutekommen, Sie möchten sich vielmehr an Firmen mit „guten“, „grünen“ oder „ethischen“ Standards beteiligen.

Gemessen am insgesamt investierten Vermögen bewegen sich solche nachhaltigen Anlagen zwar bislang noch im einstelligen Prozentbereich. Doch die Möglichkeiten, zu investieren, werden mehr.

Was sind nachhaltige Geldanlagen?

Es gibt bislang keine einheitliche, eindeutige Definition dafür, was nachhaltige Geldanlagen genau sind. Manche verstehen unter einem nachhaltigen Investment, sich an großen Projekten wie Wind- oder Solarparks zu beteiligen oder zur Aufforstung von Wäldern beizutragen. Solche Projekte sind jedoch riskant und zur langfristigen Geldanlage nicht geeignet. (Lesen Sie mehr dazu am Ende des Ratgebers).

Besser ist es, sich über breit gestreute Aktienfonds an nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen zu beteiligen. Auf diese Weise verteilt sich das Anlagerisiko auf eine Vielzahl an Unternehmen und Branchen. Gleichzeitig sind die Anteile an dem Fonds Sondervermögen, und damit besser geschützt als andere Anlageformen wie unternehmerische Beteiligungen oder Nachrangdarlehen.

Unabhängig von der Anlageform haben sich verschiedene Ansätze etabliert, die „guten“ Unternehmen aus einem großen Universum an Firmen zu filtern.

Fragwürdige Aktien fliegen raus

Manche Investmentfonds schließen Unternehmen von vornherein aus, die in umstrittenen Branchen tätig sind, also zum Beispiel Alkohol oder Tabak, Kriegswaffen oder gentechnisch veränderte Lebensmittel herstellen. Außen vor sind oft auch Firmen, die Kinderarbeit zulassen oder ihr Geld mit Glücksspiel oder pornografischen Inhalten verdienen.

Andere belassen nur die besten Unternehmen einer Branche im Fonds: beispielsweise den beste der an sich „nicht grünen“ Erdölproduzenten, den besten der in Billiglohnländern produzierenden Textilkonzerne oder die Investmentbank, die am besten mit Mitarbeitern umgeht und die Management-Boni im Zaum hält.

ESG-Kriterien stecken den Rahmen ab

Dabei ist es nicht so einfach, diejenigen Unternehmen ausfindig zu machen, die innerhalb ihres Bereiches am nachhaltigsten arbeiten. Oft gibt es daher ein Team von Analysten oder gar spezielle Forschungsinstitute, die Unternehmen nach bestimmten ökologischen und gesellschaftspolitischen (sozialen) Kriterien und nach Kriterien der Unternehmensführung beurteilen. Die Rede ist von den sogenannten ESG-Kriterien. Die Abkürzung ESG steht dabei für die englischen Begriffe environment, social und governance (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung).

Ein Nachteil: Weil eine einheitliche Regelung fehlt, ist für den Verbraucher oft nicht gut nachvollziehbar, welche Filter ein Fonds wirklich ansetzt und wie genau er Aktien auswählt. Auch lässt sich häufig nur schwer erkennen, wie sich einzelne Fonds im genauen Auswahlprozess ihrer Aktien unterscheiden.

Welche nachhaltigen Anlagen kommen infrage?

Eine einfache und günstige Art für Privatanleger, ethische Standards bei der Geldanlage zu berücksichtigen, sind sogenannte Aktien-Indexfonds (ETFs), die nachhaltig ausgerichtete Aktienindizes abbilden.

Dies entspricht der Finanztip-Grundempfehlung, langfristig Vermögen über kostengünstige ETFs aufzubauen, die einen breiten Marktindex nachbilden. Die Finanztip-Analyse zeigt: Ein Sparer, der in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre lang im Weltaktienindex investiert war, hat niemals Geld verloren.

Nur zwei gute nachhaltige Aktienindizes

Im Juni 2018 haben wir uns zahlreiche Aktienindizes am Markt angeschaut, die sich selbst eine nachhaltige Ausrichtung auf die Fahne geschrieben haben. Übrig blieben am Ende zwei Indizes, die breit genug über Unternehmen verschiedener Branchen, Länder und Währungen streuen und so für eine langfristige Geldanlage infrage kommen. Auf dieser Grundlage empfehlen wir zwei nachhaltige ETFs, die wir weiter unten im Text vorstellen.

Bei der Auswahl der Indexaktien gehen die beiden Indexanbieter, MSCI und Dow Jones, unterschiedlich vor:

MSCI World Socially Responsible Index (SRI) - Der Index bündelt die gut 400 Unternehmen aus den Industrieländern der Welt, die das höchste ESG-Ranking aufweisen. MSCI beschäftigt eine ganze Mannschaft an Analysten, die dieses Rating erarbeitet. Dabei greifen sie auf öffentlich verfügbare Informationen zurück, also zum Beispiel Geschäftsberichte oder Medienberichte. Die Unternehmen, die am Ende im Index landen, haben neben einem guten Rating auch noch Gewicht an der Börse. MSCI gibt vor, dass die Aktien im SRI 25 Prozent des Börsenwerts des klassischen Index auf sich vereinen müssen. Umstrittene Branchen scheiden von vornherein aus: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen, Atomkraft, Pornografie, Gentechnik. Der Anteil US-amerikanischer Aktien liegt bei etwa 56 Prozent.

Dow Jones Sustainability Index World Enlarged - Er bündelt die knapp 600 nachhaltigsten Unternehmen der Welt inklusive Schwellenländer. Die Auswahl basiert auf einem umfassenden Fragebogen, der auf mehr als 100 Seiten nachhaltige Kriterien abfragt. Analysten bewerten und gewichten diese Kriterien und kommen auf einen Nachhaltigkeitsscore. Von den nachhaltigsten Unternehmen kommen die 20 Prozent jeder Branche in den Index, die an der Börse am meisten Wert sind. In dieser Index-Variante sind umstrittene Industrien ebenfalls ausgeschlossen. Der Anteil US-amerikanischer Aktien liegt bei etwa 40 Prozent.

Mehr Informationen zum Fragebogen.

Im Fragebogen müssen Unternehmen zum Beispiel explizit Angaben darüber machen, wie sich Management und Aufsichtsrat zusammensetzen, wie das Unternehmen mit Datenschutz umgeht, ob für die Sicherheit der Mitarbeiter gesorgt ist, wie die CO2-Bilanz des Unternehmens aussieht oder ob das Unternehmen intern bewertet hat, ob in der Produktionskette Menschenrechtsverletzungen stattfinden, zum Beispiel Kinderarbeit zugelassen wurde.

Diese Aktien stecken in den nachhaltigen Indizes

Die Tabelle zeigt die zehn gewichtigsten Aktien, die in den Indizes vertreten sind, die wir als gut befunden haben. Wir zeigen die Zusammensetzung im Vergleich zum dazugehörenden klassischen Index, der nicht nachhaltig ausgerichtet ist.

Nachhaltige und klassische Indizes im Vergleich: die zehn größten Werte

MSCI World SRI Gewicht MSCI World Gewicht
Microsoft 7,08 % Apple 2,39 %
Intel 2,52 % Microsoft 1,80 %
Cisco 2,06 % Amazon 1,66 %
Procter & Gamble < 2 % Facebook < 2 %
Nvidia < 2 % JP Morgan < 1 %
Roche < 2 % Exxon Mobile < 1 %
Walt Disney < 2 % Alphabet C < 1 %
Total < 2 % Alphabet A < 1 %
Mc Donald's < 2 % Johnson & Johnson < 1 %
SAP < 2 % Bank of America < 1 %
DJSI World Enlarged¹ Gewicht MSCI All Countries World Index Gewicht
Microsoft 4,84 % Apple 2,11 %
Bank of America 1,72 % Microsoft 1,59 %
Intel 1,54 % Amazon 1,47 %
Unitedhealthgroup 1,52 % Facebook 1,01 %
Visa < 2 % JP Morgan < 1 %
Nestle < 2 % Exxon Mobile < 1 %
Samsung < 2 % Alphabet C < 1 %
Cisco < 2 % Alphabet A < 1 %
Novartis < 2 % Johnson & Johnson < 1 %
Toyota < 2 % Tencent Holdings < 1 %

¹ Umstrittene Branchen sind nicht immer ausgeschlossen. Wir betrachten aber die Anteilsklasse des Fonds, der Alkohol, Tabak, Waffen etc. ausschließt.
 Quelle: Indexanbieter, iShares (Stand: 20. Juni 2018)

Es fällt auf, dass die Zusammensetzung der nachhaltigen Indizes stark voneinander abweicht. Aber auch zum klassischen Index gibt es Unterschiede: Beiden nachhaltigen Indizes ist gemein, dass führende Unternehmen aus dem Bereich IT (Apple, Facebook, Google Alphabet) sowie der Online-Versandhändler Amazon im Vergleich zum klassischen Index fehlen.

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Welche nachhaltigen ETFs empfiehlt Finanztip?

Zwei nachhaltige ETFs kommen der Finanztip-Analyse zufolge infrage, wenn Sie auf der Suche nach einer ethisch-ökologischen Geldanlage sind: der ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743), der den nachhaltig ausgerichteten MSCI World SRI Index abbildet. Und der ETF der Marke iShares (ISIN: IE00B57X3V84), der den nachhaltig ausgerichteten Dow Jones Sustainability Index World Enlarged abbildet.

Welcher ETF für Sie der richtige ist

In den ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743) können Sie investieren, wenn Sie eine Alternative zu Indexfonds auf den klassischen Weltaktienindex MSCI World suchen. Bei der Wertentwicklung und Schwankung für den Fünf-Jahres-Zeitraum 2013 bis 2017 steht die nachhaltige Variante der klassischen kaum nach. Wichtig: Der UBS-ETF schüttet Dividendenzahlungen aus. Wollen Sie Vermögen aufbauen, sollten Sie Dividenden regelmäßig (jährlich) wieder in neue Fondsanteile investieren. Den ETF können Sie auch als preiswerten Sparplan bekommen, wenn Sie Ihr Wertpapierdepot bei der DKB führen.

In den ETF der Marke iShares (ISIN: IE00B57X3V84) können Sie investieren, wenn Sie etwas weniger Gewicht auf US-amerikanische Aktien legen und stattdessen in nachhaltige Unternehmen aus Schwellenländern investieren möchten. Der ETF stellt die nachhaltige Alternative zum Indexfonds auf den MSCI All Countries World Index (ACWI) dar. Bei der Rendite bleibt der nachhaltige ETF im Fünf-Jahres-Zeitraum 2013 bis 2017 ein Stück hinter seinem klassischen Pendant zurück – und schwankt tendenziell etwas stärker im Wert. Ein Plus: Der Fonds legt Dividenden selbstständig wieder im Fondsvermögen an (er thesauriert). Diesen ETF gibt es auch als günstigen Sparplan, und zwar, wenn Sie Ihr Wertpapierdepot bei Flatex oder der DKB führen.

Wie genau die beiden nachhaltigen ETFs im Vergleich zu den klassischen ETF-Empfehlungen abschneiden, lesen Sie am Ende des Textes im Kapitel So haben wir untersucht

UBS MSCI World SRI UCITS ETF
ISIN LU0629459743 / WKN A1JA1R

  • nachhaltiger ETF auf den Weltaktienindex von MSCI
  • Ausschluss kontroverser Branchen
  • mit mehr als 400 Aktien breite Streuung
  • im Sparplan erhältlich bei der DKB
UBS MSCI World SRI UCITS ETF

iShares DJ Global Sustainability UCITS
ISIN IE00B57X3V84 / WKN A1H7ZT

  • nachhaltiger ETF auf den Weltaktienindex von Dow Jones
  • Schwellenländer inbegriffen
  • Ausschluss kontroverser Branchen
  • mit knapp 600 Aktien breite Streuung
  • im Sparplan erhältlich bei Flatex und der DKB

Kriterien für gute ETFs

Wir empfehlen diesen beiden ETFs, weil sie als einzige die Finanztip-ETF-Kriterien erfüllen. Diese lauten ganz grundsätzlich:

  • Ein ETF muss fünf Jahre am Markt sein – nur so können wir die Güte der Wertentwicklung gegenüber dem Vergleichsindex bewerten.
  • Der ETF muss mindestens 100 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt haben – nur ab einer solchen kritischen Größe ist der ETF wirtschaftlich und Sie müssen nicht fürchten, dass die Fondsgesellschaft den ETF in naher Zukunft liquidiert.
  • Die Internetseite des ETF-Anbieters muss auf Deutsch verfügbar ist. Sie sollten alle Informationen zum Fonds nachlesen und problemlos verstehen können.

Um andere Fragen, die Bauart, reine Kostenquote oder steuerliche Fragen brauchen Sie sich bei ETFs dagegen weniger Gedanken zu machen.

Grundsätzlich kann ein ETF-Anbieter Aktien des Originalindex nachkaufen (physische Nachbildung), er kann sie sich aber auch über ein Geschäft mit einer Bank sichern (synthetische Nachbildung). Finanztip schätzt das Risiko für beide Bauarten gleichermaßen gering ein. Was die Kosten angeht, kommt es darauf an, ob ein ETF nach Kosten den Originalindex hinreichend gut trifft. Dabei kann ein ETF mit höheren Verwaltungskosten auch besser abschneiden. Was die Steuer angeht, so ist diese ab 2018 für alle Fonds einheitlich: besteuert wird jährlich und anhand einer Pauschale.

Näheres zu diesen Auswahlkriterien bei ETFs finden Sie in unserem Ratgeber zu den Indexfonds.

Wo bekommen Sie die empfohlenen ETFs?

Um ETFs kaufen und verwahren zu können, brauchen Sie zunächst ein günstiges Wertpapierdepot. Wollen Sie auf einmal eine größere Summe Geld in einen der empfohlenen nachhaltigen ETFs investieren, können Sie auf eines der Wertpapierdepots zurückgreifen, die Finanztip empfiehlt.

Mehr dazu im Ratgeber Wertpapierdepot

Sara Zinnecker
von Finanztip,
Expertin für Geldanlage

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  • Hohe Orderkosten schmälern die Rendite.
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» Zum Ratgeber

Unsere Anbieter-Empfehlung:

Bei der Einmalanlage ist entscheidend, dass Sie lange genug, mindestens 15 Jahre, dabeibleiben. Etwaiges Auf und Ab am Kapitalmarkt haben sich über diesen Anlagehorizont in der Vergangenheit immer ausgeglichen; Anleger haben nie Geld verloren.

Eine andere Möglichkeit ist es, monatlich eine bestimmte Summe, zum Beispiel 100 Euro, in einen der beiden nachhaltigen ETFs zu stecken. Dies können Sie im Rahmen eines sogenannten Sparplans tun. Den ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743) auf den nachhaltigen Weltaktienindex von MSCI gibt es bei unserer Depot-Empfehlung DKB für 1,50 Euro pro Rate – egal, wie viel Geld Sie einzahlen.

Den iShares ETF (ISIN: IE00B57X3V84) auf den breiter ausgelegten Weltaktienindex von Dow Jones können Sie im Rahmen eines Sparplans ebenfalls bei der DKB und auch beim Wertpapierhändler Flatex besparen. Auch bei Flatex kostet Sie ein Kauf im Sparplan 1,50 Euro, unabhängig von der Höhe Ihrer Sparrate.

Beim Sparplan ist der Einstiegszeitpunkt nicht so entscheidend. Sollte es an der Börse gleich zu Beginn nach unten gehen, ist nur relativ wenig Kapital betroffen. Sie können jederzeit mit dem Ratensparen beginnen. Gut ist auch hier, wenn Sie lange durchhalten. Worauf Sie noch beim Sparplan achten müssen, lesen Sie im ausführlichen Ratgeber.

Warum keine Öko-Aktienfonds und Öko-Kapitalanlagen?

Wenn Sie sich bei Ihrer Bank, in den Medien oder im Internet über nachhaltige Geldanlage informieren, stoßen Sie häufig auf zweierlei: aktiv verwaltete Ökofonds (häufig als gemischte Fonds oder reine Aktienfonds) und spezielle Nachhaltigkeitsprojekte, etwa die Beteiligung an Windparks oder Waldprojekten.

Finanztip sieht bei beiden Anlageformen Nachteile – allerdings mit deutlichen Abstufungen: Fonds können unter engen Voraussetzung durchaus hinter der ETF-Anlage eine zweitbeste Lösung sein. Von anderen Anlageformen raten wir dagegen in jedem Fall ab.

Aktiv verwaltete Öko-Aktienfonds

Bei sogenannten aktiven Fonds ist ein Fondsmanager dafür verantwortlich, die Aktien für den Fonds auszuwählen. Im Falle von Ökofonds sind das Aktien solcher Unternehmen, die er für besonders nachhaltig hält. Es ist jedoch nicht gesagt, dass dieser Fondsmanager am Ende bessere Anlageentscheidungen trifft, als wenn er einfach einen breit gestreuten und nachhaltigen Aktienindex nachbildet.

In jedem Fall bezahlen Sie bei aktiv verwalteten Fonds höhere laufende Verwaltungsgebühren (bis zu 2,5 Prozent) als bei einem Aktien-Indexfonds (in der Regel zwischen 0,2 und 0,5 Prozent). Daneben bekommen Sie die Fonds häufig über einen Vermittler direkt von der Kapitalanlagegesellschaft. Dann wird in der Regel ein sogenannter Ausgabeaufschlag fällig. Er kann bis zu 5 Prozent des Anteilswerts ausmachen – der Fonds muss ihn über die Jahre erst wieder verdienen.

Das bedeutet: Wir halten es für unwahrscheinlich, dass ein Ökofonds mit Aktien langfristig nach Kosten besser abschneidet als ein nachhaltiger Marktindex, wie der MSCI World Socially Responsible Index.

Speziell bei Ökofonds kommt dazu: Jeder Fonds definiert „Nachhaltigkeit“ etwas anders. Wollen Sie wissen, wie der Fonds bei der Auswahl seiner Aktien vorgeht, müssen Sie erstmal ins Kleingedruckte schauen. Auch passiert es häufig, dass die Fonds zu stark aussieben, also nur noch sehr wenige Aktien oder Aktien einer speziellen Branche bündeln. In dem Fall ist der Fonds leichter anfällig für Schwankungen – leiden ein paar Aktien (derselben Branche), können nur wenig andere den Verlust wettmachen.

Die Tabelle zeigt beispielhaft die wichtigsten Charakteristika von drei aktiv verwalteten Nachhaltigkeitsfonds, die immer wieder in den Medien auftauchen. Der Ökoworld Ökovision ist dabei einer der Pioniere im Bereich der nachhaltigen Geldanlage.

Ausgewählte Ökofonds und ihre Charakteristika (2013 bis 2017)

Fondsname Zusammensetzung Wertentwicklung aus 10.000 € wurden investiertes Vermögen
in % p.a. nach Kosten in Mio. €
Ökoworld Ökovision Classic (ISIN: LU0061928585) 120 Aktien weltweiter Unternehmen, die feste ESG-Kriterien einhalten. Eine Analyseabteilung erstellt Titelprofile, ein Anlageausschuss entscheidet, ob eine Aktie aufgenommen wird oder nicht. 11,5 16.418 274
Erste WWF Stock (ISIN: AT0000705678) 88 Aktien weltweiter Unternehmen aus dem Bereich Wasseraufbereitung, Recycling, Erneuerbare Energien etc. Fondsmanagement wird durch einen Umweltbeirat des WWF unterstützt. 12,4 17.274 122,6
Greeneffects NAI Wertefonds (ISIN: IE0005895655) 30 Aktien weltweit, davon 75 Prozent große und 25 Prozent besonders innovative Unternehmen. Der Fonds folgt dem Natur-Aktien-Index, der von einem Expertenausschuss bestimmt wird. 13,7 18.296 69,2

¹ Vertriebskosten und laufende Fondskosten. Wir nehmen an, dass der Kunde die vollen Vertriebskosten (Ausgabeaufschlag) zahlt.
 Quelle: Finanztest, Ökotest, Morningstar, finanzen.net, Finanztip-Recherche (Stand: 19. Juni 2018)

Fazit: Ein aktiv verwalteter Ökofonds kommt als Geldanlage dann infrage, wenn er genügend breit über Unternehmen, Branchen und Länder streut. Sonst riskieren Sie hohe Schwankungen des Fondswerts nach oben – aber auch nach unten. Außerdem sollten Sie von den Anlagekriterien der Fondsgesellschaft und des Fondsmanagements besonders überzeugt sein. Schließlich müssen Sie in Kauf nehmen, dass Sie im Vergleich Jahr für Jahr für Ihre Geldanlage deutlich mehr bezahlen als bei einem Indexfonds (ETF).

Sonstige Öko-Kapitalanlagen

Wegen der niedrigen Zinsen gab es in den vergangenen Jahren auch zahlreiche Angebote am Markt, bei denen sich Anlagen mit ihrem Kapital an ökologischen Projekten beteiligen konnten. Häufig versprachen die Anbieter eine besonders hohe Rendite.

Meist ging es dabei um den Bau von Wind- oder Solarparks oder um Waldprojekte. Auch heute sind solche Angebote noch zu finden.

Für Anleger sind sie aber in höchstem Maße riskant. Das liegt nicht nur an den Projekten selbst, sondern auch an der Risikoverteilung zwischen Anleger und Anbieter. Anlageformen wie geschlossene Beteiligungen, Nachrangdarlehen oder Genussscheine sind in der Regel nachteilig für die Anleger: Im schlimmsten Fall ist ihr Geld weg oder sie müssen in einem langwierigen Insolvenzverfahren ausharren, um einen Teil des investierten Geldes zurückzubekommen.

Die Finanzaufsicht Bafin kann Unternehmen des sogenannten grauen Kapitalmarkts derzeit nicht ausreichend kontrollieren. Sie hat aber ein Papier veröffentlicht, indem sie ausdrücklich vor vermeintlich sicheren Kapitalanlagen mit hohen Gewinnversprechen warnt. Darin zeigt die Behörde auch auf, wie diese zu erkennen sind.

Genussscheine – ein Beispiel für riskante Kapitalanlagen

Beliebt waren in der Vergangenheit auch Beteiligungen in Form sogenannter Genussscheine. Ein Genussschein ist eine Art Anleihe. Der Käufer leiht dem Unternehmen also zunächst Geld, das er – der Idee nach – nach einer bestimmten Anzahl an Jahren zurückbekommt und bis dahin jährlich Zinsen einstreicht. Zusätzlich können Genussscheine auch eine Gewinnbeteiligung vorsehen, etwa wenn der Windpark läuft, Strom erzeugt und diesen verkaufen kann.

Was sich gut anhört, hat einen Haken: Es ist nicht garantiert, dass das Anlegergeld überhaupt beim Projekt ankommt, es verwirklicht wird und dann auch noch Gewinne abwirft. Gibt es Probleme, haben Anleger oft wenig Chancen, ihr eingezahltes Geld wiederzusehen. Die Genussscheine sind „nachrangig“ – das heißt andere Gläubiger wie große Banken bekommen zuerst ihr Geld zurück. Anleger sind zudem an den Verlusten beteiligt.

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So haben wir untersucht

Vergleich nachhaltig ausgerichtete ETFs 2018
Im Juni 2018 haben wir ETFs untersucht, die bestimmte, ethisch ausgerichtete Aktienindizes nachbilden („nachhaltige ETFs“).

Um die Grundgesamtheit zu ermitteln, haben wir auf der Seite der Börse Frankfurt recherchiert und die gefundenen Indizes mit denen in der Analyse der Zeitschrift „Ökotest“ (Ausgabe Oktober 2017) und der Liste der ETF-Plattform JustETF abgeglichen. Die Liste zählte mehr als 50 Indizes.

Ausgeschlossen haben wir dann

  • Indizes, die nur eine bestimmte Branche ausschließen, etwa die Waffenproduktion. Diese folgen dem Konzept Nachhaltigkeit nicht ausreichend.
  • Indizes, die nur eine nachhaltige Branche betrachten, zum Beispiel nur Aktien im Bereich erneuerbare Energien oder Wasserkraft bündeln. Sie hängen zu sehr vom Erfolg eines einzelnen Wirtschaftsbereichs ab und verteilen Verlustrisiken nicht ausreichend.
  • Indizes, die nur wenige Aktien bündeln. Dies ist zum Beispiel beim nachhaltigen Eurozonen-Index MSCI EMU der Fall. Mit nur gut 60 Einzelwerten sind Verlustrisiken am Aktienmarkt auf zu wenige Schultern verteilt.

Eine genügend breite Ausrichtung hatten am Ende drei Indizes:

  • MSCI World Low Carbon Leaders Index
  • MSCI World Socially Responsible Index (SRI)
  • Dow Jones Sustainability Index (DJSI) World Enlarged

Wir suchten anschließend die ETFs heraus, die es auf diese Indizes gibt. Als Quelle dienten wieder die Börse Frankfurt und zum Abgleich Ökotest und JustETF. Auf diese Weise ermitteln wir insgesamt vier ETFs. Nur zwei davon erfüllten die Finanztip-Kriterien:

  • Die Fondsanteile müssen an einer deutschen Börse gehandelt werden. Andernfalls steigen die Nebenkosten beim Erwerb an.
  • Die Website des Anbieters zum jeweiligen ETF muss auf Deutsch zur Verfügung stehen.
  • Den Fonds muss es mindestens seit fünf Jahren geben. Damit ist sichergestellt, dass der Anbieter Erfahrung hat. Ohne eine entsprechende Historie ist eine Untersuchung der Wertentwicklung kaum aussagekräftig.
  • Das Fondsvolumen muss wenigstens 100 Millionen Euro betragen. Zu kleine Fonds sind langfristig möglicherweise nicht rentabel. Sie laufen Gefahr, zusammengelegt oder geschlossen zu werden.

Diese ETFs haben wir untersucht

Nachhaltige Indizes ETF-Anbieter ISIN verwaltetes Vermögen, in Mio. € Auflage Kommentar
MSCI World ESG-Leaders Low Carbon ex Tobacco Amundi LU1602144229 79 Feb 18 nicht berücksichtigt, weil zu kurz am Markt und zu wenig investiertes Vermögen. Anbieterseite auf Deutsch zudem mit Lücken.
Xtrackers IE00BZ02LR44 5,3 Mai 18 nicht berücksichtigt, weil zu kurz am Markt und zu wenig investiertes Vermögen.
DJSI World Enlarged iShares IE00B57X3V84 130,5 Feb 11 Empfehlung
MSCI World SRI UBS LU0629459743 522,5 Aug 11 Empfehlung

Quelle: Börse Frankfurt (Stand: 15. Juni 2018)

So haben die nachhaltigen ETFs abgeschnitten (2013 bis 2017)¹

Indexname ETF Bauart Rendite Schwankungs-breite² aus 10.000 € wurden
in Prozent pro Jahr in Prozent pro Jahr
nachhaltiger Index MSCI World SRI UBS (ISIN: LU0629459743) physisch-ausschüttend 13,39 12,8 18.744 €
klassischer Index MSCI World UBS (ISIN: LU0340285161) physisch-ausschüttend 13,55 12,95 18.877 €
nachhaltiger Index DJSI World Enlarged iShares (ISIN: IE00B57X3V84) physisch-thesaurierend 11,6 13,0 17.311 €
klassischer Index MSCI ACWI iShares (ISIN: IE00B6R52259) physisch-thesaurierend 12,63 12,75 18.125 €

¹ Wir berechnen die durchschnittlichen Jahresrenditen für den Fünf-Jahres-Anlagezeitraum Ende Dezember 2012 bis Ende Dezember 2017 anhand der täglichen Kursdaten zweier ETFs.
² Die Schwankungsbreite bezeichnet die Abweichung vom Rendite-Mittelwert im Betrachtungszeitraum nach oben und unten.
Quelle: Finanztip-Berechnung (27. Juni 2018)

Berechnet haben wir die Wertentwicklung der Fonds. Dazu haben wir die von den Fondsgesellschaften ausgewiesenen Netto-Inventarwerte (englisch „net asset value“, NAV) herangezogen. Der NAV ist die Summe aller Vermögenswerte abzüglich der Verbindlichkeiten geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Fondsanteile. Er wird auf Basis der Schlusskurse der im Fonds enthaltenen Wertpapiere berechnet. Manche Fonds weisen den NAV in US-Dollar aus. In diesen Fällen haben wir die Werte in Euro umgerechnet. Dazu haben wir die von der Bundesbank veröffentlichten Schlusskurse auf Tagesbasis verwendet.

Beim ausschüttenden ETF der UBS (ISIN: LU0629459743) haben wir künstlich eine Thesaurierung nachempfunden, um die Renditen vergleichbar zu machen. Dafür haben wir die Ausschüttungen ohne Abzug von Steuern der Fondsanlage gutgeschrieben.

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Artikel verfasst von

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.