Welche Geldanlage würdet ihr als sinnvoll erachten, dass dieser Betrag in der Rente so lange wie möglich reicht und auch relativ risikoarm angelegt ist. Ich bin absoluter Laie in dem Thema und habe von verschiedenen Seiten verschiedene Meinungen dazu gehört. ETFs, Bundesanleihen, Gold, Geldmarktsparen…..mir schwirrt der Kopf und ich wäre dankbar für Unterstützung.
Hallo AndreaA
was mir am Anfang geholfen hat, ist das magische Dreieck der Finanzen zu verstehen, nachdem du mit einer Geldanlage drei Ziele verfolgen kannst:
- Rendite
- Sicherheit
- Verfügbarkeit / Liquidität
Sie stehen in Konkurrenz zueinander, so dass man mit einer Geldanlage nur zwei Ziele erreichen kann (z.B. Girokonto nur Sicherheit und Liquidität, aber keine Rendite).
Weiterhin gibt es im Prinzip nur vier Anlageklassen in die du als Privatanleger sinnvoll investieren kannst:
- Immobilien
- Schuldverschreibungen (Anleihen, Tagesgeldkonto)
- Aktien
- Rohstoffe (Edelmetalle)
Mit jeder Anlageklasse betonst du zwei deiner Anlageziele:
Immobilien betonen Sicherheit und Rendite, aber sind nicht liquide.
Aktien geben dir Rendite und Liquidität, aber keine (kurzfristige) Sicherheit.
Schuldverschreibungen geben dir von allem etwas, je nachdem wie es ausgestaltet ist:
Tagesgeldkonto: Liquidität und Sicherheit, aber keine Rendite.
Festgeld: Sicherheit und ein wenig Rendite, aber keine Liquidität.
(kurzlaufende) Bundesanleihen, auch Geldmarkt ETF: Sicherheit und Liquidität, aber kaum Rendite.
Edelmetalle sind schon spezieller, geben dir eine andere Art von Sicherheit (gegen System-/Finanzcrashs) und Rendite über laaange Zeiträume, aber auch keine kurz- oder mittelfristige Planbarkeit.
Mein Vorschlag:
Immobilien und Edelmetalle ignorieren, bringt in deiner Situation glaube ich nichts.
- Deine geplanten Ausgaben für die nächsten 12 Monate auf ein Tagesgeldkonto, außer du hast hier noch planbares Einkommen, dann reicht hier auch weniger.
- Deine geplanten Ausgaben für die nächsten zwei bis fünf+ Jahre auf einen Geldmarkt ETF oder Bundesanleihen-ETF mit max. 3 Jahren Restlaufzeit. Oder verschiedene Festgelder mit verschiedenen Laufzeiten ("Festgeldtreppe"). Wenn zu kompliziert: einfach auch bis 100k€ aufs Tagesgeldkonto.
- Alles was übrig bleibt in einen von Finanztip empfohlenen Aktien ETF. Achtung: Die Empfehlung lautet immer 15 Jahre Anlagehorizont! Aber ich könnte solange nicht planen und man hat vielleicht auch noch andere Sicherheiten (GRV, Einkommen, private Rentenversicherung, Lebensversicherung?), die das Risiko abfedern. Bitte informieren!
- Einmal jährlich prüfen, ob die Finanzen so noch passen.
Die angedachte 50/50 Aufteilung von
@Schwachzocker mit 3% jährlicher Brutto-Entnahme (6000€), wäre vielleicht wirklich ein gangbarer Weg, der m.E. zumindest nicht unvernünftig wäre, da 3% Entnahme über lange Zeiträume als nachhaltig gilt, selbst bei einem Aktienmarkt Crash.