Die Punkte sind spannend! 
Für mich ist das kein Problem. Jeder Geldverbrauch ist m.E. ein Substanzverlust, egal ob das Geld aus einem Verkauf, einer Dividende, Zinszahlung, Ausschüttung oder Miete kommt.
Ist ökonomisch zweifellos so. Die Unterscheidung zwischen knapp 2% Ausschüttungsrendite und runden 5% Kursrenditen bei global gestreuten Aktien kann man trotzdem ganz begründet treffen, egal was man letztlich daraus macht.
Das Verrechnungskonto zum Depot, wie auch das Mietkonto gehören bei mir zum "Vermögenshaushalt", d.h. da wird i.d.R. nichts entnommen, sondern es wird wieder angelegt. Es ist getrennt vom Haushaltskonto.
Kann man so machen und wäre auch mein Vorgehen. Von beidem (Mietkonto und dem Depotkonto) könnte man aber die aufgelaufenden Erträge nach Steuern, Rücklagen u.s.w. dann auch gesammelt z.B. über ein Jahr zum Zwecke des Konsums praktisch verrenten in Form eines Dauerauftrags aufs Haushaltskonto.
Ich sehe da keine Trennlinie, das musst Du mir bitte erklären.
Die Trennlinie ist natürlich eine überwiegend psychologische. Aber die Funktion dabei ist in meinen Augen gleich mehrfach nützlich: Bei Aktien-ETFs würde ein gewohnheitsmäßiges Verkonsumieren der Dividentenausschüttungen den o.g. Substanzverlust (1,5 - 2%) auf eine Größenordnung beschränken, die in Punkto Pleiterisiko unkritisch ist und absehbar zu weiteren Kurs- und Ausschüttungssteigerungen führen würde, was praktisch einer Inflationssicherung entspricht.
Spannend und richtig diskussionswürdig würde ich den Rendite-Impact der Schwankungen der Dividendenausschüttungen über die Zeit betrachten: Hilft es so viel, dass man praktisch in realwirtschaftlich schlechteren Phasen durch Dividendenreduktionen tendenziell (ggf. mit Zeitverzug) eben weniger entnimmt und vice versa, oder ist die Entnahme in den Krisenphasen immer noch so hoch, dass man die Performance im Fall der Erholung unnötig schmälert? 
Falls man dann wirklich mal Anteile verkauft, hat das die psychologische Barriere, also das Gefühl eines potenziellen Substanzverlustes. Finde ich als "Reminder" nicht verkehrt, dass man das sinnvollerweise nur für andere Investitionen (z.B. Immobilen) macht und nicht für unnötigen Konsum.
Einen weiteren Vorteil sehe ich in der Dynamik bzw. dem Zusammenspiel von Dividendenausschüttungen der Aktien und den Kupon-Ausschüttungen von Anleihen (s.u.)
Beispiel Aktien: Was ist der Ertrag einer Bayer-Aktie, was das Bestandsvermögen?
Zählen bei Berkshire Hathaway die Dividenden der enthaltenen Aktien als Erträge oder die (nicht existierenden) externen Ausschüttungen?
Mein Vorgehen an der Stelle ist naiv und pragmatisch: Mich interessiert nicht der Ertrag eines Unternehmens oder der EBIT und Berkshire ist für mich ein Fonds. Klar ist auch, dass mir die großen Tech-Unternehmen und alle ganz ohne Ausschüttung meine Ausschüttungsrendite verhageln. Bei andern Unternehmen geht die Dividendenausschüttung an die Substanz oder auch darüber hinaus. Oder man hat den Fall Bayer. Aber sei's drum: Ertrag ist für das Vorgehen an der Stelle einfach alles, was ein vollständiger Weltmarkt-ETF dann eben an kumuliert gerechneten Dividendenausschüttungen ausschüttet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Beispiel Anleihen: Angenommen Du hast 2 Alternativen zur Investition: Eine Anleihe mit einem Kupon von 2% (Kaufkurs 92%) und eine Anleihe mit einem Kupon von 4% (Kaufkurs 108%). Die Renditen sind gleich, die Laufzeit auch. Was sind jetzt die Erträge bzw. was das Bestandsvermögen? Ist das gleich oder unterschiedlich?
Zero-Bonds machen an der Stelle natürlich auch bei gleicher Rendite keinen Sinn und mein Konzept würde ich wenn dann um ausschüttende Anleihe-ETFs ergänzen. Per Definition wären dann schlicht und ergreifend die ausgeschütteten Kupons der Ertrag. Und die verhalten sich natürlich anders als die Dividenden der Aktien, was man aber doch gut für entsprechende Konzepte verwenden könnte. Zum einen gleichen sich die Schwankungen der Dividendenausschüttungen (nach o.g. Definition) und die Auschüttungen der Anleihe-ETFs (s.o.) in Teilen aus. Zudem ist auch klar, dass man Anleihe-ETFs bei einer konsequenten Entnahme der Kupons real praktisch entspart. Ich hab das mal für ein paar Szenarien überschlagen und folgendes Vorgehen würde ich für den Renteneintritt ganz attraktiv finden: Man erhöht die Anleihe-ETF-Quote im Depot auf z.B. 40%. Sofern das Zinsniveau nicht massiv schwankt, stabilisiert (und erhöht man ggf. etwas) die Gesamtausschüttung des Gesamtportfolios. Durch die absehbaren Kurssteigerungen des Aktienteils sinkt die Anleihequote im Zeitverlauf, was doppelt gewollt ist: Zum einen stabilisiert man das Depot zu Rentenbeginn und sichert es in der besonders kritischen Phase der Entnahme gegen massive Kurseinbrüche des Aktienmarktes ab. Zum anderen sollte je nach Zeitpunkt des Ablebens die Aktienquote dann (wieder bei 30, 20 oder sogar 10%) stehen und damit in einer Größenordnung, die sich für die Übernahme des Depots durch die nächste Generation mit längerem Anlagehorizont durchaus eignet. Je nach Ausgestaltung des Depots könnte man das ganze wirklich völlig liegen lassen, sofern die Ausschüttungen aufs Haushaltskonto laufen und von dort verwendet würden. Das wäre dann fast schon demenztauglich und wirklich kein Aufwand in Punkto Unterhalt! 
Eine Ausschüttung wird (wie immer) nur dadurch ermöglicht, dass Aktien verkauft werden! Wo ist jetzt der große Unterschied, ob ein Fondsmanager Aktien für mich verkauft oder ich Anteile an einem thes. Fonds verkaufe?
Ist technisch gesehen so und rein ökonomisch gesehen könntest du natürlich auch jedes Mal die exakt selbe Quote des Thesaurierers verkaufen. Der große Unterschied liegt eben in der Limitation der Verkäufe auf eine Größenordung, die regelmäßig von der Größenordnung her geeignet ist, a) spürbar etwas zu entnehmen (in psychologischer Hinsicht also "etwas vom Depotvermögen zu haben", auch jenseits abstrakt steigender Zahlen im Depot und die b) wie oben geschrieben geeignet ist, das "Bestandsvermögen" aber auch die "Ausschüttungen" im Zeitverlauf weiter über Inflationsniveau wachsen zu lassen. Beides finde ich an der Stelle nicht verkehrt, gerade wenn man im Alltag (durch einen monatlichen Zuschuss/Cash-Flow) etwas vom Depotwert haben möchte, aber eben nicht auf eine fixe Summe angewiesen ist und den Wert des Gesamtdepots nicht in kritischem Ausmaß reduzieren will.
Beispiel Immobilien: Die Immobilie von Taust hat eine Mietrendite von ca. 3%. Sind das die Erträge nach Deiner Definition oder muss ich Renovierungen und Modernisierungen davon abziehen? Wie rechne ich das, wenn die sehr unterschiedlich anfallen und in Zukunft altersbedingt vermutlich höher sind, als in der Vergangenheit?
Nach meiner Definition wären das die Brutto-Erträge vor Steuern und Rücklagen. Damit das konzept langfristig trägt, braucht man (wie alle guten Immobilienbesitzer!
) eine Rücklagenquote, die für alle mittel- und langfristigen Renovierungen und Modernisierungen ausreicht, den Wert der Immobilie bzw. ihrer Substanz also kontinuierlich erhält. Wer hier auf Kosten der Substanz lebt, begeht den selben Fehler wie 3,5% aus Welt-Aktien-ETFs zu entnehmen und der unterläuft damit das Konzept der dauerhaften "Ertagsentnahme".
Fakt ist doch: Aus Aktien (breit gestreut) und Immobilien kann man eine Mindest-Quote sicher entnehmen. Die sollte beim Depot nicht zu einem Pleiterisiko führen und bei der Immobilie nicht dazu, dass einem das Geld für die plötzlich notwendige Heizungserneuerung fehlt. Beides lässt sich aber doch mit etwas Planung und sinnvoller Bewirtschaftung der beiden Assetklassen sicherstellen. Und dabei ist eine sichere "Ausschüttungsquote" von 1,5 - 2% bei Aktien ziemlich realistisch und bei Immobilien dürfte von 3-3,5% brutto dann netto nach Steuern und Rücklagen auch nicht viel mehr als 1,5% übrig bleiben. Ist also beides eine sehr moderate Entnahme, dafür sind beide Investments zukunftstauglich aufgestellt und auch die Asset-Allokation zumindest zwischen den Immobilien und Aktien sollte man damit halbwegs aufrecht erhalten können..