Beiträge von FinanztipUser

    Müsste man dann nicht auch auf Aktieninvestments aus den USA und vielem EM verzichten?

    Siehe oben: Meine Unterscheidung bei SRI-Investments in Aktien ist a) woran sind die Unternehmen beteiligt und wovon profitieren sie und b) kann/will ich davon auch profitieren.

    Bei Staaten ist der Kern m.E. nicht die Art der Profitgenerierung sondern die Frage der Mittelverwendung: Könnte ein Staat, dem ich mit Staatsanleihen Geld leihe, dieses für Zwecke verwenden, die ich nicht unterstützen möchte.

    Diese beiden Unterscheidungen bei Aktien- und Staatsanleiheinvestments finde ich ehrlich gesagt gar nicht so kompliziert, ziemlich praktikabel und für mich in ethisch/moralischer Hinsicht vertretbar...

    Warum nur bei Staatsanleihen? Insbesondere in Demokratien sind es ja die Bürger des jeweiligen Landes, die das in der Hand haben. Und da die Mehrzahl das nicht ändern will, kann man dann auch nur einen Euro (oder Dollar) dort investieren? Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Naja, also wenn man die Bürger kollektiv für alles verantwortlich machen würde, was Unternehmen, Staaten und andere Akteure irgendwo machen, dann wäre kein Investment und auch keine Unterscheidung wie die oben mehr möglich...

    Mich interessiert das Thema sehr, weil ich mir schon oft darüber Gedanken gemacht habe. Aber irgendwie fühle ich, dass sowas in eine etwas heuchlerische Moral mündet.

    Muss es in meinen Augen nicht: Unterscheidungen auch in Graubereichen sind möglich (s.o.). Und die Reaktion dann praktisch alle Überlegungen und Unterscheidungen in ethisch-moralischer Hinsicht über Board zu werfen, kommt dann oft! Die ist aber in meinen Augen das größere Problem, als mit farblichen Graustufen zu leben, wenn man schwarz und weiß nicht ganz eindeutig unterscheiden kann...

    Andreas Beck meint ja, dass man mit SRI genau das Gegenteil erreicht was man eigentlich erreichen will. Man verringert seine Stimmrechte und die Stimmrechte der Fondsgesellschaften und verliere Einfluss. Die Anlagen werden dankend von denen aufgekauft, die sich um SRI keine Gedanken machen.

    Andreas Beck ist auch ein großer Anhänger von Mr. Kettensäge (Milei aus Argentinien). Und die Logik erschließt sich mir gar nicht, da der Einfluss auf Hauptversammlungen das eine, die wesentlich wichtigeren Kapitalkosten als Einflussfaktor auf Unternehmen eben das andere sind. Und die steigen eben tendenziell, wenn sich Investoren von Unternehmen abwenden, deren Geschäftsmodelle sie nicht unterstützen wollen. Da sehe ich den deutlich größeren Hebel als bei Wortmeldungen auf Hauptversammlungen.

    Ansonsten Argumentiert Beck in Punkto SRI eher auch anders, nämlich dass es gerade die "kaputten" Unternehmen wären, die Geld bräuchten für Erneuerung, Innovation und neue Patente, die ihm so wichtig sind. Also praktisch mehr Mittel an Shell, BP und co., damit wir den Klimawandel gebremst kriegen...

    Quelle: https://amnesty-todesstrafe.de/wp-content/upl…desstrafe-1.pdf

    Konkreter nochmal zu dieser Unterscheidung/Weltkarte und einem EM-Staatsanleihe-ETF nur mit Ländern ohne praktizierte Todesstrafe: Fast ganz Südamerika wäre drin, die wirtschaftlich spannenderen Länder Afrikas insb. im südlichen und westlichen Afrika wären möglich, Teile von Asien (auch wenn man da die größten Abstriche machen müsste) und eben auch westliche bzw. industrialisiertere Länder wie Griechenland oder Südkorea, die oft zu dem EM gezählt werden...

    Man müsste von der Summe und der Gewichtung der Emittenten eben einmal schauen, aber ich würde davon ausgehen, dass die Streuung über Emittenten das Ausfallrisiko (auch unter Berücksichtigung möglicher Recovery-Rates) so weit reduziert, dass ein Investment als Baustein neben den Aktien und westlichen (Staats-)Anleihen anteilig sinnvoll möglich wäre!

    Aber US-Aktien sind in Ordnung? :/

    SRI-gefiltert sind meinem Verständnis nach keine daran unmittelbar beteiligten Unternehmen im entsprechenden ETF. Auch und gerade die Diskussion um nachhaltige Investments bringt Unternehmen wie Pfizer dazu, sich dem zu verweigern:

    Todesstrafe - Pharma-Konzern verweigert Mittel für Giftspritze
    Auch der letzte der großen europäischen und amerikanischen Pharma-Konzerne lehnt ab sofort die Lieferung von Gift für Hinrichtungen ab: Pfizer. Das bringt…
    www.deutschlandfunk.de

    Dir ist bekannt, dass die Todesstrafe in den USA Sache der einzelnen Bundestaaten ist?

    Überwiegend ja, aber es gibt meines Wissens nach bei Ermittlungen durch Bundesbehörden und entsprechenden Urteilen die Todesstrafe auch auf Bundesebene. Ist mir aber auch egal, da bin ich völlig pauschal und schließe für mich die Länder für Investments in Staatsanleihen einfach aus, die aktuell noch die Todesstrafe praktizieren.

    So viele Länder sind es letztlich zum Glück gar nicht mehr, wie man hier ganz gut sehen kann:

    https://amnesty-todesstrafe.de/wp-content/uploads/325/karte_staaten-mit-und-ohne-todesstrafe-1.pdf

    Ansonsten halte ich das für einen der großen Fortschritte in Europa, dieses Kapitel hinter uns gelassen zu haben:

    Die Todesstrafe in der Welt | Themen | Europäisches Parlament
    Das Europäische Parlament lehnt die Todesstrafe entschieden ab und fordert ihre weltweite Abschaffung. Erfahren Sie in unserer Infografik mehr zum Thema.
    www.europarl.europa.eu

    Gerade in Hinblick auf die oben stehende Karte bin ich aber immer noch der Meinung, es sollte absolut einfach und auch ökonomisch sinnvoll, d.h. ausreichend gestreut möglich sein, einen Emerging-Market-Staatsanleihe-ETF aufzulegen, der sich auf die Länder ohne praktizierte Todesstrafe beschränkt! Ich hoffe und denke, so ein "nachhaltiger" EM-Staatsanleihe-ETF ist nur noch eine Frage der Zeit...

    Ein Depotübertrag im Wert über 150.000€ ist seit über einem Monat verschwunden (ausgebucht aber nicht eingebucht).

    Bei mir haben sie zum Ausgleich einen sechsstelligen Posten zweimal verbucht und das erst nach zwei Monaten gemerkt.

    Halte ich persönlich für ein absolutes KO-Kriterium, wenn bei einem Broker solche Dinge so laufen... Meine Meinung: Dann lieber ein paar Euro mehr bezahlen und nicht auf die "Neo-Broker" setzen, wenn das dann das Ergebnis ist!

    Um den Thread nochmal aufzugreifen: Hat sich zwischenzeitlich mal jemand mit Emerging-Market-Staatsanleihen als Anlageklasse beschäftigt?

    Ich persönlich bin wieder ausgestiegen aus dem Thema, da der "nachhaltige" ETF der DWS bzw. Xtrackers mal wieder alles andere als nachhaltig war! Entgegen der Darstellung bei justETF (https://www.justetf.com/de/etf-profile…zusammensetzung) hat der nämlich doch einen Großteil der Mittel investiert in Ländern wie Saudi-Arabien! 8|

    Das findet man interessanter Weise nicht bei justETF unter "Ländern" und auch nicht im Fact-Sheet (https://api.fundinfo.com/document/90c4d…_2024-11-29.pdf), sondern nur auf der Seite zum ETF (https://etf.dws.com/de-de/IE00BD4D…d-ucits-etf-1d/). Da taucht dann unter "Länderverteilung" auf einmal ein gar nicht kleiner Anteil von 7,99% Saudi-Arabien an dritter Stelle (!) der Länderverteilung auf.

    Die Menschenrechtslage (Hinrichtungen, Folter, Amputationen als gerichtlich verhängte Strafen) sind glaube ich bekannt:

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenr…n_Saudi-Arabien

    -> https://www.amnesty.de/informieren/ak…-arabien-wissen

    -> https://www.amnesty.de/informieren/ak…ag-hingerichtet

    Ist mir ehrlich gesagt völlig unbegreiflich, wie die DWS/Xtrackers so einen Fonds gerade nach den bisher schon bei der DWS gelaufenen Skandalen in Punkto Nachhaltigkeit dann tatsächlich als "ESG" = nachhaltige Geldanlage bewerben kann...

    Frage: Kennt jemand hier Ansätze bei Emerging-Market-Staatsanleihe-ETFs, die tatsächlich zumindest so nachhaltig sind, dass Länder mit der Todesstrafe ausgeschlossen werden?

    Ich bin selbst seit vielen Jahren Mitglied von Amnesty-International und auch daher kommt für mich ein Investment in Staatsanleihen von Ländern nicht in Betracht, die die Todesstrafe praktizieren (auch nicht die USA).

    Bin mal gespannt, was sich an der Stelle in Hinblick auf das ETF-Angebot noch tut. So schwer sollte es eigentlich nicht sein, so einen dann wirklich etwas nachhaltigeren EM-Staatsanleihe-ETF aufzulegen...

    PS: Hat sich unser @Thomas.Schreiber also auch als "Gast" in die ewigen Jagdgründe verabschiedet? :/

    Invesco bietet auch einen FTSE All World an und ist daher eine interessante Alternative. Außerdem ist der Anbieter bisher nicht durch Zusammenlegungen, Fusionen oder Indexumstellungen aufgefallen.

    Ja, zumal der mit 0,15% TER erstmal spürbar günstiger aussieht als der von Vanguard mit 0,22% TER (https://www.justetf.com/de/etf-profile…YHJ7#uebersicht und https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=IE00BK5BQT80).

    Nur: Schafft es Invesco in Hinblick auf die Tracking-Differenz, also die tatsächlichen Kosten, dann auch so einen Riesen wie Vanguard mit allen seinen Skalen-Effekten und Kostenvorteilen zu schlagen? :/ Glaube das Rennen zwischen den beiden bleibt spannend...

    Ich vermute, dass Vanguard einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Index-Anbieter (FTSE) hat und da ggf. neben Kostenvorteilen zukünftig auch die Möglichkeit hat, interessante neue Indices/ETFs mit rauszubringen. Invesco dürfte dabei eher der Trittrbettfahrer sein, was aber nicht schlecht sein muss...

    PS: Wenn ich schon ohne SRI auf einen "Billiganbieter" bzw. Index/ETF mit möglichst niedriger TER für Industrie- und Schwellenländer setzen würde, dann wäre das aus meiner Sicht vermutlich der hier mit 0,07% TER: https://www.justetf.com/de/etf-profile…in=IE0003XJA0J9

    Aber die Frage des Threads bleibt doch interessant: Warum setzen denn andere auf die Fonds-/ETF-Anbieter, auf die sie setzen? Also sofern sie darauf setzen, nachdem sie sich eingelesen und ein paar Gedanken dazu gemacht haben...

    - Bei Blackrock/iShares könnte man auf die Marktmacht hoffen, auch wenn die Fonds-Gesellschaft wie von itschytoo schon geschrieben bei vielen als no-go gilt. Meine Adresse wäre es nicht...

    - Amundi ist offenbar verbrannt durch die ganzen Zusammenlegungen und Fusionen?

    - BNP Paribas: Eher klein und ein Übernahmekandidat? Hat da Amundi ein Auge drauf?

    - HSBC: Groß und etabliert in einigen ETFs aber ansonsten..?

    - Vanguard: Wie schon geschrieben interessantes Genossenschaftskonzept und mit FTSE einen alternativen / günstigeren Indexanbieter aus GB mit an Board. Leider: Kaum ernsthafte SRI-Konzepte aus meiner Sicht...

    - UBS: Einziger Anbieter der MSCI-SRI-5%-Issuer-Cap-ETFs in ganzer Breite (World, EM, Small-Caps, Regionen). Also aus meiner Sicht neben den Standard-ETFs ein etablierter Schwerpunkt im Bereich MSCI-SRI und eben DIE Großbank der Schweiz.

    - DWS/Xtrackers: Etabliert auch bei den Standard-Aktien-ETF und auch selteneren Anleihen. Früher viele SWAP-ETFs, heute zunehmend weniger. Teilweise Zwangs-Umstellung/Fusion der ETFs auf bzw. mit ESG-ETFs, die aber regelmäßig ein sehr niedriges ESG-Niveau haben...

    - Deka: Sparkassenverein mit öffentlich-rechtlichem Hintergrund und einem Schwerpunkt auf deutschen (Staats-)Anleihen und Aktien...

    - SPDR: Einziger Anbieter des globalen ACWI-IMI (neuerdings auch ausschüttend!), aber ansonsten?

    - Kleinere / spezialisierte Anbieter wie Franklin-Templeton, Invesco, LGIM, WisdomTree und co.: Teilweise interessant für spezielle Nischen-Investments? Faktor-Investing? ...?

    - ...

    Du kannst dich auch als Aktionär an der DWS beteiligen. Ordentliche Dividendenrendite. Und du bist ein psychologisch in der Position, dass du dir selbst deine Gebühren bezahlst.

    Ich habe auch schon überlegt mir zum Spaß ein paar von den Stück ins Depot zu legen.

    Joa, nur ist irgendwo auch klar: Je höher der Gewinn der DWS desto größer der Verlust der Anleger bezogen auf die Fonds-Kosten... ;)

    Und die Rechnung zur wahrgenommenen Psychologie würde interessant: Wie viele Anteile der DWS müsste man halten um durch Dividendenausschüttungen die überteuerten Fonds-Preise (insb. der aktiven) Fonds überzukompensieren? Meine Vermutung: Wie im Casino dürfte die Bank gewinnen bei diesem Spiel und du entsprechend an risikoadjustierter Rendite verlieren... :P

    Da muss ja auch nichts kommen. Dir bleibt deine persönliche Präferenzliste nach deinen Vorstellungen.

    Natürlich und mir geht es nicht um Überzeugungsarbeit sondern um den Austausch von Argumenten, der allen bei der Entscheidungsfindung hilft (Zweck dieses Forums?)!

    Was könnte man denn bei genanntem Anleihe-ETF an Argumenten pro DWS anbringen?

    Ich würde z.B. bei einem ausschüttenden Anlage-Konzept ggf. auf die DWS/Xtrackers setzen, wenn ich die Aktien-ETF auch dort liegen hätte und so die Ausschüttungstermine aller ETFs synchronisieren könnte. Das wäre zumindest für mich ein Argument für die DWS an dieser Stelle...

    Wenn dir die Deka sympathischer ist und (was der Fall ist) für diesen Zweck ein sehr wettbewerbsfähiges Produkt hat, dann kauf das doch einfach. Ich weiß nicht, welche Art von Argumenten du da noch erwartest.

    Ich würde Argumente für die Gegenseite (DWS/Xtrackers) erwarten! Aber die scheint es ja nicht zu geben bzw. bisher kam keines außer den vermuteten Kostenunterschieden…

    Und klar: Die Unterschiede zwischen den Fonds-Gesellschaften, den ETFs und auch den jeweiligen Investitions- und Ausfallrisiken sind nicht groß. Aber gerade wenn die meisten Parameter gleich, vergleichbar oder ähnlich sind, machen für mich die feinen Unterschiede (Bourdieu?) dann sozusagen den finalen Unterschied aus! ;)

    Ansonsten argumentierst du sehr theoretisch:

    Der ETF ist so oder so Sondervermögen, das bei einer Bankenpleite nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

    Wie sich das dann in der Praxis wirklich darstellt, bleibt abzuwarten! Ich würde ganz naiv davon ausgehen, dass deutsche Legislatur bzw. deutsche Gesetze bei so einer Abwicklung eine Hilfe sein können, auch weil ich die Details der Luxemburger Gesetze und Regelungen in so einem Fall nicht kenne.

    Ggf. wäre es in so einem Fall auch ein zeitlicher Vorteil, dass eben nicht über Ländergrenzen hinweg Zahlungen bei so einer Fonds-Pleite abgewickelt werden müssten. Falls es da zu Rechtsstreitigkeiten kommen sollte, wäre mir da alles nach der hiesigen Legislatur "gefühlt" etwas lieber als nach internationalem bzw. ausländischem Recht. Allein schon weil ich hoffen würde, dass ein hiesiger Fachanwalt für Kapitalmarktrecht sich da auskennt und ich im Fall der Fälle keinen Anwalt aus dem Ausland beauftragen müsste, falls ich mit der Fonds-Abwicklung nicht einverstanden bin... :/

    Aber wie gesagt: Wir bewegen uns hier in Bereichen, die sich nicht genau absehen, einschätzen und/oder beziffern lassen...

    Das Auflageland ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal, ich kaufe Fonds normalerweise nach ihrem Inhalt. Da Inhalt und TER gleich sind, würde ich vermutlich den ETF wählen, der eine höhere Liquidität und einen geringeren Spread hat.

    Wenn es einer der beiden sein soll würde ich eher den Deka nehmen, der ist deutlich größer und hatte in der Vergangenheit auch eine leicht bessere Performance.

    Also dem einen ist es egal, der andere schielt auf die Größe und die marginal bessere Performance…

    Nochmal konkret zur Fondsgesellschaft in dem Fall: Sparkassenverbund heißt (da öffentlich-rechtlich) für meine Begriffe schon nochmal eine geringfügig bessere Sicherheit bei wirtschaftlichen Problemen. Ich glaube nicht, dass der Bund oder die Länder ohne weiteres ihre Landesbanken, Deka und Sparkassen pleite gehen lassen. Ansonsten werden die Gewinne dieses Konstruktes regelmäßig auch öffentlich verwendet, was ich an der Stelle auch nicht verkehrt finde…

    Daher nochmal: Warum hier die „Greenwasher“ von der DWS unterstützen und sich so einen Fonds in Luxemburg auflegen lassen?

    Ich seh da bei diesem Vergleich echt keinen Vorteil, sondern eher Nachteile beim Xtrackers im direkten Vergleich in Punkto (deutsche) Staatsanleihen!

    Anders siehts wie gesagt bei den Aktien aus. Da macht bei einem hohen US-Anteil Irland ohne Frage Sinn und da sind andere Fondsgesellschaften deutlich besser aufgestellt.

    Oder gibt es einen vernünftigen Grund dagegen, das selber nachzubauen um dann im Bedarfsfall die Anleihenquote zu ändern?

    Also ich seh da keinen. Zumal: Gerade die Anleihequote zum Renteneintritt hochzuschrauben und dann ggf. wieder zu reduzieren, ist doch absolut sinnvoll! Wie willst du das mit so einem starren Teil machen? Laufzeiten der Anleihen auswählen zu können, finde ich extrem wertvoll! Geht damit auch nicht! Warum also das Ganze? Nur wegen der paar Steuer-Peanuts oder weil ich zu faul bin, 2-3 ETFs einmal im Jahr auszugleichen?:/

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    -> Beide exakt ganze 0,15 % p.a. TER…

    Warum genau würdest du da jetzt gerade die DWS unterstützen wollen und eine Auflage in LUX so viel besser finden?

    Kinder, Kinder… :rolleyes:

    Zurück zum Thema:

    Man muss hier differenzieren: Handelt es sich um a) eine Anwartschaft aus einer Vorversicherung oder b) um einen Optionstarif für einen späteren Wechsel in die PKV.


    In Fall a) gibt's einen gesetzlichen Anspruch aus § 204 Abs. 5 VVG. Da täte ich mich mit einer kurzen Ausschlussfrist etwas schwer.


    Fall b) kann die Gesellschaft per AGB regeln. Fristen zur Aktivierung der Option / Anwartschaft sind üblich. Häufig beträgt die Frist zwei Monate, "gute" Tarife lassen den Versicherten dafür sechs Monate Zeit.

    und

    @ Dr. Schlemann: Es handelt sich um eine Anwartschaft aus einer Vorversicherung, in den Bedingungen sind 2 Monate genannt. Der PKV Berater hatte es im persönlichen Gespräch allerdings als Entscheidung bis Jahresende dargestellt, daher meine Annahme der Zeitnot.

    Dann hätten wir ja den Fall a) und die Situation, dass wir uns etwas schwer tun, mit so einer kurzen 2-Monats-Frist…

    Mein Eindruck ist schon, dass man da als Versicherungsnehmer/in relativ stark vom guten Willen der jeweiligen Versicherung abhängig ist, man sich also nicht wirklich drauf verlassen kann, dass man längerfristig einen Anspruch auf eine Aufrechterhaltung einer Anwartschaft hat… :/

    Wobei in den Fällen "tatsächlich erst nach 10,5 Jahren" dieses "tatsächlich" die ein oder andere Bewährungsprobe zu überstehen hätte, gegebenenfalls vor Gericht.

    Naja, angenommen bis dahin würde diese Person durchgehend faktisch über 50% arbeiten und wäre nicht längere Zeit krankgeschrieben. Wie will der Versicherer dann glaubhaft argumentieren, dass bei der Person die BU schon vorher vorgelegen hat? :/

    Bei Arbeitslosigkeit, längeren Krankschreibungen, etc., dürfte es Diskussionen geben…

    Das wäre übrigens selbst nach Ablauf der 10 Jahre nicht rechtssicher, wenn man extra so lange wartet, bis die Anfechtungsfrist rum ist:
    https://rsw.beck.de/aktuell/daily/…echtsmissbrauch

    Ja genau, aber wie hier dargestellt nur dann, wenn der Versicherungsfall (BU) innerhalb der 10 Jahre auftritt, aber die Berufsunfähigkeit extra erst danach gemeldet wurde.

    Angenommen bei einer unwissentlich „wackelig“ abgeschlossenen BU-Versicherung tritt die tatsächliche Berufsunfähigkeit erst nach 10,5 Jahren ein, dann gibt es eben auch keine Anfechtungsmöglichkeit mehr. Da besteht meinem Verständnis nach dann schon Rechtssicherheit nach 10 Jahren und der Vertrag kann dann eben nicht mehr angefochten werden.

    Beruhen solche Bewertungen auf konkreten Vor- oder Nachteilen von Anbietern (und welche sind das?) oder ist das eher ein Bauchgefühl?

    Ist vermutlich eher ein Bauchgefühl bei diesen Aspekten. Fakten oder sachliche Argumente gibts da nur am Rande und als Nebenaspekt der Entscheidung…

    Als Sicherheitsbaustein für Staatsanleihen liebäugel ich gerade mit der Deka. Die ist Teil der Sparkassen-Finanzgruppe, d.h. im Grunde öffentlich/rechtlich also dem Klischee nach spießig und bürokratisch und vll. genau deswegen für den Sicherheitsbaustein geeignet. Und: Land der ETF-Auflage ist Deutschland, also ISINs sind i.d.R. DExxx. Das finde ich bei einem Sicherheitsbaustein aus deutschen oder europäischen Staatsanleihen ganz sinnvoll. Warum dafür auf IRL oder LUX setzen, wenn es nicht wie bei Aktien und IRL einen Steuervorteil bietet? :/

    Ansonsten setze ich für meine SRI-Aktien-ETFs ausnahmslos auf die UBS. Zum einen, weil die sich praktisch darauf spezialisiert haben. Zum anderen würde ich im Falle einer Schieflage auf Unterstützung der einzigen verbliebenen internationalen Großbank durch den schweizer Staat hoffen. Ob das dann klappt? Keine Ahnung! Ansonsten wäre die Hoffnung: Sondervermögen… ;)

    Bei beiden (UBS und Deka) halte ich eine Übernahme für unwahrscheinlich und eine Zusammenlegung meiner ETFs auch.

    Auch wenn die Leistungen im Fall der Fälle geringer sein mögen, gibt mir das GKV System dann doch am Ende eine gewisse Sicherheit.

    Falls du (insb. ab dem Alter von 55 Jahren) in Schwierigkeiten gerätst, also länger den Job verlierst, chronisch krank wirst oder die Rente im Alter nicht wirklich ausreichend (auch für die absehbar steigenden PKV-Beiträge) ausfällt, dann wirst du merken, dass diese Sicherheit über etwas „gewisses“ ziemlich hinausgeht und geradezu existenziell werden kann.

    PS: Die Anwartschaft sieht in den Bedingungen in der Tat eine 2 Monatsfrist vor. Die Kommunikation beim PKV Berater vor Ort habe ich da etwas anders mit "Jahresende" im Kopf. Nicht so wirklich vertrauenserweckend, aber vielleicht auch mein Missverständnis.

    Das ist interessant! Ich hatte aus einem anderen Thread von Dr. Schlemann noch die Aussage im Kopf, dass die Anwartschaft eine gesetzliche Grundlage hat und gerade nicht von den Versicherungsgesellschaften nach Gutdünken abgelehnt oder zeitlich beschränkt werden kann.

    Dr. Schlemann: Wie verhält sich das denn jetzt an dieser Stelle? Ist so eine relativ kurze 2-Monatsfrist zulässig und üblich? :/